In seinen Rückmarsch stießen deutsche Seestreitkräfte und vernichteten den Flugzeugträger „Glo- rious" mit seinen beiden Begleitzerstörern und Trans- pvrt- und Handelsschiffe mit einem Tonnengehalt von fast 30 000 BRT. Am 10. Juni kapitulierte Norwegen. Die gesamten noch vorhandenen norwegischen Streitkräfte legten die Waffen nieder.
Ein Unternehmen von beispielloser Kühnheit war innerhalb weniger Wochen glänzend durchgeführt worden. Es lieferte zugleich ein Musterbeispiel glänzender militärischer Zusammenarbeit von Heer, Luftwaffe und Marine, wie sie in solchem Umfange nach nirgends in der Kriegsgeschichte erlebt worden war. Die Kriegsmarine hatte zunächst die Hauptlast des Kampfes zu tragen und die Voraussetzungen des Gelingens zu erfüllen. Dann kam der hervorragende Einsatz der Flieger, die nicht nur das Auge der Wehrmacht waren, sondern auch die englische Flotte bei Narvik zur Heimkehr zwangen, weil sie die ungeheuren Verluste durch unsere Bomber picht mehr vertragen konnte. Unser Heer hat gewaltige Entfernungen auf unwegsamem winterlichen Gelände überwunden und überall frischen Angriffsgeist bewiesen. Der Ruhm der Gebirgsjäger ist ein Kapitel für sich. Die Leistungen anderer Truppen und der Pioniere stehen nicht zurück. Ob die Kämpfe von Narvik, ob der heroische Kampf und Untergang des Kreuzers „Blücher, ob der heldenmütige Einsatz und Tod des Zerstörer-Kommodore Bonte: überall äußerte sich eine Tapferkeit und eine Opferbereitschast, wie sie strahlender kaum irgendwo in der deutschen Geschichte zu finden sind.
Notwendig geworden war das Unternehmen rn Dänemark und Norwegen durch die Absicht der westlichen Plutokratien, Norwegen zu besetzen und damit die Eisen- und Erzgruben in britische Hände zu bekommen. Schon beim Fall „Altmark" hatte es sich gezeigt, daß Norwegen den Neutralitätsver- letzungen der Westmächte gegenüber nichts zu unternehmen beabsichtigte. Von da an wurden die Umtriebe der Engländer von Tag zu Tag lebhafter, längs der norwegischen Küste wurden mit Einwilligung der norwegischen Regierung die englischen Konsulate mit englischen Marineoffizieren besetzt. Am 5. April war es so weit, daß die Westmächte nicht mehr daran dächten, weiterhin die norwegische Souveränität zu respektieren. Da die deutsche Regierung einem solchen Angriff auf die Neutralität Dänemarks und Norwegens nicht ruhig zusehen konnte, übernahm sie in blitzartigem Zuschlägen den bewaffneten Schutz dieser beiden Staaten. Es hat sich gezeigt, daß auch die englischen Kriegsverbrecher bereits auch ihre Cadres gegen Norwegen in Bewegung gesetzt hatten. Der deutsche Zugriff hatte' ihre Spekulationen im letzten Augenblick vernichtet.
Heute ist Norwegen fest in der Hand der deutschen Wehrmacht und stellt für sie eine strategisch überaus bedeutsame Flankenstellung gegenüber der britischen Ostküste dar. Der 9. April aber ist zu einem der stolzesten Erinnerungstage der deutschen Kriegsgeschichte geworden. Mit ihm begann ein Heldenlied deutscher Treue, deutscher Tapferkeit, deutschen Todesmutes und deutscher Kühnheit. Dieser 9. April ist daher auch der Garant für den glorreichen Endsieg und die stolze Zukunft des Großdeutschen Reiches. Wir wollen an diesem Tage vor allem der Männer gedenken, die den Si-eg, den sie erkämpft, nicht mehr erleben durften, und wir wollen geloben, uns all der Männer würdig zu erweisen, d-te diesen „kühnsten Feldzug der Weltgeschichte" siegreich geführt und beendigt haben. E.
Der italienische Bericht.
Rom, 8. April. (DRV.) Der italienische Wehr- machlbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:
In Albanien an der jugoslawischen Front Aktionen vorgeschobener Elemente. An der griechischen Front haben unsere Truppen im Abschnitt der 9. Armee örtliche Angriffe zurückgewiesen. Es wurden hierbei Gefangene gemacht. Unsere Luftwaffe hat feindliche Stellungen mit Splitterbomben belegt. Flugzeuge des deutschen Fliegerkorps haben am 6. April aus jugoslawischem Gebiet Wunilionsdepoks und Truppenzusammenziehungen erfolgreich angegriffen. Vei dieser Aktion wurden drei feindliche Flugzeuge abgeschossen und weitere 17 Flugzeuge am Voden zerstört.
3n der Lyrenaika haben die italienisch deut- schen Panzer- und motorisierten Streitkräfte nach lleberwindung starken feindlichen Widerstandes Barce und Tocra besetzt. Der Vormarsch
„Spähtrupp Hattgarten."
Gloria-Palast.
In der zusehends länger werdenden Reihe der Kriegsfilme nimmt der Germania-Film „Spähtrupp Hallgarten" insofern eine besondere Stellung ein, als er sich auf den Kampf einer bisher im Film noch nicht ausdrücklich und ausschließlich behandelten Waffengattung konzentriert: es geht hier um den Einsatz deutscher Gebirgsjäger in Norwegen, aber die allgemein bekannten Ereignisse im hohen Norden bilden nur die landschaftliche und militärische Kulisse für eine weitausholende reine Spielhandlung, die mit dem Einzug einer Gebirasjägerformation in ihren neuen Standort kurz vor Ausbruch des Krieges beginnt. Aus dem Umstande, daß zwei junge Kameraden, eng befreundet, sich in das gleiche Mädel verlieben, welches sich lange nicht entscheiden kann, etwickelt sich ein persönlicher Konflikt, der erst an der Front in Norwegen entschieden wird. Bei einem Spähtruppunternehmen, das die Freunde gemeinsam ausfuhren, wird der eine von beiden schwer verwundet, und der andere, der ihn, widerstrebend, liegen lassen muß, in der Kompanie einer unehrenhaften Handlungsweise verdächtigt und am Ende selbst in ernste Zweifel gestürzt: man glaubt, er habe sich des Nebenbuhlers entledigen wollen. Erft viel später, als der Verwundete aus englischer Gefangenschaft befreit ist, wird der Jäger Hallgarten von einem unwürdigen Verdacht gereinigt; er gibt dann bei einem neuen Einsatz ein hervorragendes Beispiel seiner soldatischen Tüchtigkeit und Opferbereitschaft, indem er unter Hingabe seines Lebens dem schweren Gefecht eine für die deutschen Truppen entscheidende Wendung gibt. — Die Spielleitung von Herbert E. Fredersdorf hat diesen Konflikt, der den Kern der breit und stellenweise etwas umständlich ausgesponnenen Handlung bildet, durch die Einflechtung heiterer und volkstümlicher Nebenszenen aufgelockert. Aus der Front der Darsteller heben sich, knapp und soldatisch umrissen, Ren6 Deltgen und Paul Klinger als die beiden Freunde, Rudolf Carl und Beppo B r e m mit drolligen Episoden heraus. Don den wenigen Frauengestalten erscheinen Maria Andergast und Ursula Herting am ausgeprägtesten; Gustav Waldau, Karl Martell und Rudolf Prack seien M to ÄriM mH gevMtzK --- Las Drehbuch
gehl weiter. In der Rächt zum 7. April habe« englische Flugzeuge Tripolis angegriffen, Hospitäler und Wohnhäuser wurden getroffen. Lin Toter und einige verwundete. Englische Flugzeuge haben in den frühen Morgenstunden des 7. April einige Ortschaften der Insel Rhodos bombardiert. Rein Schaden.
In Oslafrlka nichts besonderes zu melden.
Verbündete unter sich.
R o m, 8. April. (DNB.) Aus Ankara trafen Meldungen von Zwischenfällen ein, die sich zwischen
neuseeländischen und griechischen Truppen in Mazedonien ereignet haben. Neuseeländer sollen auf Griechen gefeuert Hoden, die eintn Um- gehungsmarfch im Struma-Tal angetrete» haben, was aber von den Neuseeländern als kampfloser Rückzug gedeutet worden sei, so daß sie durch Eröffnung des Feuers auf griechische Truppenteile dem Verbündeten 40 Tote und zahlreiche Verwundete beibrachten. Das griechische Abschnittskommando habe zur Vermeidung weiterer Zwischenfälle die Zurückziehung der Neuseeländer verlangt.
Der erste Tag an
Stolze Bilanz eines
DNB. ..., 8. April. Eine einzige riesenhafte Staubwolke liegt auf unserem Flugplatz. In die- fern Dunst, der sich wie ein dichter undurchdringlicher Schleier über Baracken und Zelte gelagert hat, startet Flugzeug auf Flugzeug. Meist werden sie erst wieder sichtbar, wenn sie schon Hunderte von Meter hoch sind und sich im ständigen Hochkreisen zum Sammeln finden. Auf den schneebedeckten Kuppen der Berge, die unseren Flugplatz wuchtig einrahmen, glitzern die ersten Strahlen der Morgensonne, als das Jagdgeschwader auf Feindflug geht. Di? de"tsche Luftwaffe am griechischen und jugoslawischen Himmel!
Fast unter jeder Maschine hängt eine Bombe. Diele Befestigungen und Flugplätze dicht hinter der Grenze sind die Ziele, für die die eisernen Eier bestimmt sind, und es dauert nicht lange, da blitzt es unten auf, da zerplatzen die ersten Bomben mitten in der griechischen Bunker- l i n i e. Flugzeug auf Flugzeug stürzt sich einem Raubvogel gleich auf Forts und MG.-Nester, aus Bunker und Straßensperren. Andere Staffeln nehmen sich einen Flugplatz vor, zertrümmern Hallen und Baracken, über denen die dicken, schwarzen Rauchpilze rasch größer und größer werden.
In geschlossenem Verband brausen die Gruppen zum Platz zurück, die Flugzeuge frisch zu tanken. Nur kurze Ruhepausen gönnen sich die Flieger, dann geht es in die Liegestühle, die vorsorglich in den Schatten der Zelte und Baracken gestellt sind, denn hier unten brennt die Sonne doch schon gar zu arg. Dann lassen sie sich eine erfrischende Zitrone
südöstlichem Himmel.
deutschen Jagdgeschwaders.
bringen oder knabbern an ihrer Schokolade oder genehmigen sich einen guten Kaffee. Doch lange hält es sie nicht, immer wieder geht es auf Einsatz.
Auf jeden Flugzeugführer kommen an die sieben und acht Feindfluge. Nicht immer geht es glatt ab, zäh und verzweifelt wehren sich die Griechen, und auch die Männer von dem Teil des Geschwaders, der sich Jugoslawien vorgeknöpft hat, berichten oft, wie die feindliche Flakartillerie sie abzudrängen versucht hat. Die Serben sind es auch, dir den knutschen Angreifern die erste Jagd abwehr entgegenstellen. Auf einem Flugplatz, den eine Gruppe unseres Geschwaders im ersten Morgengrauen angreift, sind die ersten serbischen Jagdmaschinen — es sind alles Flugzeuge vom Typ Hawker-Fury — gerade gestartet, als die Kavalkade der deutschen Jäger anrollt. Noch im Starten faßt die deutsche Gruppe den Gegner, und ehe die Serben zur Besinnung kommen, sind bereits elf ihrerDoppel- beeter den Weg alles Irdischen gegangen; der Rest, der auf dem Boden startbereit steht, wird mit einigen MG.-Serien binnen weniger Augenblicke in einen rauchenden Trümmerhaufen verwandelt. Dazu kommen die zahlreichen Zerstörungen in Kasernen, Munitionsdepots, Truppenlagern, Fabriken, und anderen militärisch wichtigen Zielen in Griechenland und Jugoslawien durch die zahllosen Tiefangriffe des Geschwaders. Ein einziges Geschwader ist es, das diese Leistungen vollbracht hat. Müde, aber mit einem freudigen Lächeln im Gesicht hauen sich die Flugzeugführer an diesem Abend in ihre Klappe.
Von Kriegsberichter Wolfgang Küchler.
Englands Schiffsraumnot.
Croß erwartet von den !lSA. jährlich vier Millionen Tonnen.
Stockholm, 8. April. (DNB.) Der brittsche Schiffahrtsminister Ronald Croß mußte einem Berichterstatter des schwedischen Regierungsblattes „Socialdemokraten" gegenüoer zugeben, daß die britischen Schiffsverluste schon jetzt ein verheerendes Ausmaß angenommen hätten. England müsse mit weiteren schwerenDerlusten seiner Schifffahrt rechnen. Um diese Verluste ausgleichen zu können, setze das britische-Schiffahrtsministerium seine ganze Hoffnung auf die Leistungsfähigkeit der Vereinigten Staaten. Es erwarte von den USA. jährlich vier Millionen Tonnen Schiffsraum als Gratislieferung, da die Verluste der britischen Flotte bei weitem größer seien, als der'Ersatz durch Neubauten und das Tempo der Abfertigung der Schiffe in den englischen Häfen alles andere als zufriedenstellend sei. „Times" fügt hinzu, daß „die Hafenarbeiten sowohl bei Tag wie vei Nacht ost durch die deutschen Luftangriffe g e st ö r t würden. Die Gesamtverluste des Feindes an Handelsschiffen betragen im Monat März 718000 BRT. Dieser der englschen Schifffahrt verloren gegangene Schiffsraum entspricht einer Flotte von rund 1500 Schiffen, bas Schiff zu je 5000 BRT. So wird es klar, daß das Sea Commitee of National Expenditure in der „Times" große Eile für den Gütertransport in den Häfen und umgehende Schiffsreparaturen im Ausland fordert. Der Pafsagierberkehr auf den Eisenbahnen sei an bestimmten Tagen einzuschränken, um den ungeheuren Transportschwierigkeiten zu begegnen. Auch Sir Arthur ©alter, der Leiter der britischen Schiffahrtskommission in den USA., erklärte, daß es heute schon schwierig werde, für England genügend Schiffe heranzuschafsen, um das m
den USA hergestellte Ma ter i al nach England zu bringen.
England stöhnt Über die neuen Kriegssteuern.
Stockholm, 8. April. (Europapreh.) Die Bedeutung des am Montag von Greenwood im Unterhaus bekanntgegebenen Kriegsbudgets wird in englischen parlamentarischen Kreisen nach einem Bericht der „Nya Dagligt Allehanda" außer in der Schaffung von Mitteln für die Kriegführung darin aesehen, daß damit ein erster ernsthafter Versuch gemacht worden sei, der Jnflationsge- fahr entgegenzutreten. Man sehe allerdings alle die neuen Steuermaßnahmen als nicht ausreichend an, um eine Inflation zu verhindern. Man erwarte deshalb in Kürze Höchstpreise für Güter aller Art, Dienste, Elektrizität, Gas, Eisen- bahntarife und dergleichen. In Kreisen der Industrie werde die Beibehaltung 'der hundertprozentigen Kriegsgewinn st euer stark kritisiert, da sie der Wertoerminderung,industrieller Anlagen und der Neuynschaffungspflicht nicht Rechnung trage. Das Budget erlege dem englischen Volke die schwersten Steuerlasten auf, die je einer Nation in modernen Zeiten aufgezwungen worden seien, so lautet das allgemeine Urteil.
Erstmals deutsche Bomber über Nordirland.
Stockholm, 8. April. (Europapreß.) Die deutschen Luftangriffe auf England in der vergangenen Nacht waren nach vorläufigen englischen Mitteilun
schrieb Kurt E. Walter; an der Kamera stand Eduard H o e s ch. *
Aktuelle Bildberichte der neuen Wochenschau: Verpflichtung der Jugend; Besuch Matsuokas in Berlin; Panzer und Stukas in Bulgarien; Nachschub und Vormarsch beim deutschen Asrikakorps; schwere deutsche Seestreitkräfte im Atlantik. — Dazu auf der Bühne saubere Parterre-Akrobatik mit dem weiblichen Partner als „Untermann".
* Hans Thyriot.
Goethes Jugendfreund.
Zum 200. Geburtstage
von Johann Heinrich Merck.
„Ein Mensch wie Merck wird gar nächt mehr geboren", mit diesem Wort umreifet Goethe die einzigartige Bedeutung des Jugendfreundes, dem er in der Frankfurter Geniezeit, während der Entstehung des „Götz" und des „Werther" so wesentliche Anregungen verdankte und der auch späterhin wiederholt als wichtige Gestalt, als Freund auch Karl Augusts und Anna Amalias, in feinen Weimarer Kreis trat. Als Goethe dann in „Dichtung und Wahrheit" das Porträt des Freundes gibt, hat er ihn, in dem Bestreben nach gerechter Verteilung von Licht und Schatten auf die einst so nahen Gestalten, ein wenig allzu kühl und abschätzend geschildert: „In seinem Charakter lag ein wunderbares Mißverhältnis: von Natur ein braver, edler, zuverlässiger Mann, hatte er sich gegen die Welt erbittert und ließ diesen grillenkranken Zug dergestalt in sich walten, daß er eine unüberwindliche Neigung fühlte, vorsätzlich ein Schalk, ja ein Schelm zu sein Verständig, ruhig, gut in einem Augenblick, konnte es ihm in dem andern einfallen, wie die Schnecke ihre Hörner vorstreckt, irgend etwas zu tun, was einen andern kränkte, verletzte, ja ihm schädlich ward ..."
Diese Darstellung gibt uns doch nur einen schwachen Begriff von dem wunderbaren geistigen Zauber des Mannes, wie er uns. aus den Worten anderer Zeitgenossen und vor allem auch aus gelegentlichen Bemerkungen Goethes entgegentritt. Üm das widerspruchsvolle Wesen Johann jyeinrid) Msxcktz eiptgermabey richtig zu erfaße» muß Mas
vor allem auch den tragischen Ablauf seines Lebens kennen. Der hochbegabte, ja genial veranlagte Knabe, der 1741, drei Wochen nach dem Tode feines Vaters, in Darmstadt zur Welt kam, wurde von einem strengen Oheim, dem Pfarrer Kayser, erzogen und von ihm zur Theologie bestimmt, zu der er nicht die geringste Neigung fühlte. Dagegen eignete er sich umfassende Kenntnisse der Literatur und Kunstgeschichte an. Zum tiefsten Unwillen des Oheims, mit dem es bald darauf zum völligen Bruch kam, verließ er ohne Examen die Universität, -durfte jedoch mit einiger Sicherheit auf die Stellung eines Galeriedirektors in Dresden hosten, als ihm „ein großer Herr" (wahrscheinlich Graf Brühl) durch seinen Tod „einen verflucht dummen Streich spielte." Als Erzieher und Reisebegleiter des Freiherrn Heinrich Wilhelm von Bibra besuchte Merck nun Nürnberg, Altdorf und die Schweiz, von wo er 1766, wie Goethe sich ausdrückte, „beroeibt zurückkehrte". Seine Gattin war die Tochter des französischen Steuereinnehmers Charbonnier, Luise Franziska, die schon vor der Hochzeit-ein Kind von ihm erwartete und um deretwillen er nicht länger in der Schweiz bleiben konnte.
Um Frau und Kind zu erhalten, sah Merck sich gezwungen, im heimatlichen Darmstadt eine kleine Stellung als Kanzleischreiber anzunehmen, was gleichbedeutend mit dem Verzicht auf alle ehrgeizigen Träume war, denen er sich bis dahin mit einigem Recht f)ingegeben hatte. Zwar stieg er durch feine Begabung und Tüchtigkeit rasch zum Sekretär, Kriegszahlmeister und Oberkriegszahlmeister mit dem Titel Kriegsrat, der Verkehr mit fast allen getftia bedeutenden Schriftstellern feiner Zeit hob fein Leben hoch über das Alttägliche; aber das alles konnte ihn nicht darüber täuschen, daß er, der geborene Krittler, der für bedeutende Verhältnisse geboren schien wie fein Zweiter, fein Dasein in der Beamtenlaufbahn einer Kleinstadt vertat. Dor allem aber gestalteten seine häuslichen Verhältnisse und seine Ehe sich höchst unglücklich, zumal er vier seiner Kinder im blühenden Atter durch den.Tod verlor. Geschäftliche Unternehmungen, in die er sich in späteren Jahren, vielleicht um eine gewisse geistige Unruhe zu betäuben, einließ, schlugen fehl, so daß er in wirtschaftliche Bedrängnis geriet. Ein körperliches Leiden, das schon den Dreißigjährigen quälte, untergrub vollends feine Lebenskraft, und fo machte er in seinem 50. Jahre durch eineu Pistolenschuß seinem ßetatt selber «rr Ende.
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an anderen Liegenschaften angerichtet".
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wieder anders sieht wie ich, von ort, fo gibt das schöne Gewißheit."
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Front gegen England.
Wenn die deutsche Wehrmacht jetzt gegen Jup slawien und Griechenland marschiert, bann maH sie die Ankündigung des Führers zur Tat, dc; wir England überall dort schlagen, mir es treffen. Es handelt sich also auch j, Griechenland und Jugoslawien um die gleiche en^ lische Front, wie in England selbst. Der Kampf hier wie dort der Niederringung Englands und tat Vertreibung der Briten vom Kontinent.
Englische Schiffe bleiben englische Schifte, gleich gültig, ob sie im Kanal ober im Atlantik, im M«, telmeer ober im Stillen Ozean fahren. Ihr Dv»
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Für Goethe, ber ihn wiederholt als „Mephisto 's bezeichnet, wurde Merck gerade durch seinen Witast W ^UQ' spruch, durch den beißenden Witz, mit dem er 0m* - thes jugendlichen Enthusiasmus oft genug dämpft
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gen ausgedehnter als feit einigen Wochen Hauptziel fei eine Stadt an der Ostküfii! gewesen, in der viele Häuser zerstört worden feie--. Zum erstenmal feit Kriegsbeginn find deutsch Kampfflugzeuge in der Nacht zum Dienstag übrf dem unter englischer Herrschaft stehen den Nordirland erschienen. Sie warfen Boi» ben auf kriegswichtige Ziele ab.
einer in Belfast ausgegebenen kurzen amtlichen Erteilung wurde durch die deutschen Bomben „einifiitf . Schaden an Industrie- und Handelsanlagen som- ’ ■
bisher. So wurden am 6. April beispielsweise, aüi starke Verbände ber deutschen Luftwaffe zum erftem mal militärische Ziele in Jugoslawien angriffr, im Seegebiet um England von deutschen Konr»« flugzeugen vier Schiffe mit zusammen 16 000 BRT versenkt und fünf weitere große Schiffe sehr fcfjiM! beschädigt. Und der Bericht des Oberkomman-« der Wehrmacht vom 8. April weiß zu melden, bej die Luftwaffe am 7. April gegen Großbritannn und die brittsche Schiffahrt den Kampf mit ftartsi Kräften weitergeführt, im Seegebiete um N* brittsche Insel bei Tage zwei Frachtschiffe von etol 8000 BRT. versenkt und drei weitere große Schift schwer beschädigt habe und daß außerdem mcfjrcit hundert Kampfflugzeuge wuchtige Angriffe gegei zahlreiche kriegswichtige Ziele in Großbritamrisi wirkungsvoll mit Spreng» und Brandbomben (w legt hätten.
Die neue Etappe des Krieges wird also — tau werden die Engländer selbst sehr bald merken - für England selbst keinerlei Erleichterung bringen. England wird vielmehr zu spüren befonr» men, daß die deutsche Luftwaffe so stark und mäfi« füg ift, baß sie überall mit ber Wucht aufjD treten vermag, die ihre Führung einsetzen nrE Auch darin irren sich die Engländer, wenn fit gruben, in Deutschland werde man enttäuscht fein, rvri | sich ber Vormarsch gegen Griechenland und Jugic- slawien nichtin Form eines „Blitzsieqe- vollziehen werde. Wir wissen noch vom Weltkricar her, wie schwierig das Gelände in Jugoslawien u Griechenland ist. Wir kennen noch die Regiment gcschichte, die uns beispielsweise berichtete, daß tat Infanteristen in oft tief aufgeweichtem Boden
Wie wenig die Kämpfe im Südosten eine Dr'< änberung ber deutschen Kriegführung zur Folg haben, zeigen uns am besten die Berichte des Obe-, kommandos der Wehrmacht in ben letzten Tagc^ Sie unterscheiben sich von denen ihrer Vorgang dadurch, daß . sie höchstens ein ober zwei Äbföh mehr enchalten. Im übrigen legen sie aber Zeugin davon ab, daß ber englische Feind auch an d«, V. " f übrigen Frontab schnitten nicht zu lu:| kommt und dieselben Schläge erleiden muß m:
thu, und es ä!“ anderem StanL»
Wie wenig Goethe der „mephistophelische Our> blick" Mercks für die Entwicklung seiner 3ugo war, gesteht er bei vielen Gelegenheiten, z. B- seiner Schweizer Geniereise mit den BrüdaN- Stolberg, die Merck mißbilligte. Ja, als ta- Reisenden in Mannheim auf bas Wohl von LeopM Stolbergs Geliebter tränten und die durch solche» Trunk geheiligten Gläser hinter sich an die Wom warfen, war es Goethe, als wenn ihn „Merck M M Kragen zupfte". Das Wort aber, bas Merck oor । /'er Reife zu Goethe sprach: Deine unablenkbare W \ hing ist, dem Wirklichen eine poettsche Gestalt geben, die andern suchen bas fogenannte Poetisak' das Imaginative zu verwirklichen, und das nichts wie dummes Zeug", das wurde für nicht nur bei dieser Gelegenheit, sondern noch ^*\ zählige Male in seinem Leben aufschlußreich urnJ
lüft ist ein Verlust für die britische Handelstonneg-, gleichviel ob er bei Island oder bei Kreta, an tax afrikanischen ober an ber englischen Küste selbst e< egr^n folgt. Wenn darum die englische Pwpaganür ■ glaubt, von einer Zersplitterung b er beui, l|tin schen Kräfte sprechen zu können, fo tut sie bei p fä nur, um ängstliche Gemüter zu beruhigen und M Vi Anschein zu erwecken, als ob sich jetzt das BlajD gewendet habe und als ob es England gelungen fr, -| der deutschen Wehrmacht das Gesetz des Handels ff wegzunehmen. Sie weiß aber dabei ganz gena^ daß ihre. Argumentation grundfalsch ist. 2t ; Feldzug im Südosten bedeutet weder eine ZersM 'H ’l' terung der deutschen Kräfte, noch bringt er England eine Entlastung auf Malta, in Afrika ota{ 1 in England selbst. UeberaU wo die deutsche Weh^, i macht kämpft, stehen ja auch Engländer urj > man könnte daher mit viel größerem Rechte faget, ; per b*51 die neuen Kriegsschauplätze bedeuteten eine Ze-, ^ren. fplitterung der englischen Kräfte und zwar ur?« | so mehr, als die Derbindungswege von C lanb viel länger und unter viel größeren Schwü»«m.-- rigteilen und Gefahren zu erreichen sind als nwt j die neuen Krieasschauplätze von Deutschland aus. f
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für ihn äußerst fruchtbar, wenn es auch hin um wieder zu einer ärgerlichen Spannung zwischK ihnen kam, wie in Wetzlar, wo Goeche, sich M . bem kühlen Spott, mit dem Merck Lotte Buss urteilte, gekränkt fühlte, und fieben Jahre später £■ I Weimar, wo sich ähnlickes in bezug auf Frau oß i e Stein wiederholte. Aver gerade nach diesem M' tnarer Besuch schreibt Goethe in fein iagebu# „Gute Würkung auf mich von Mercks Gegemvan; sie hat mir nichts verschoben, nur wenige dünst ? Schalen abgestreift und im alten Guten mich festigt ... Da er der einzige Mensch ist, der
dadurch richtungwersend.
Doch keineswegs nur durch negative Kritik f^' derie Merck den um acht Jahre jüngeren Schließlich war er es, der darauf bestand, Goethe die zweite Fassung des Götz" nicht, eigentlich beabsichtigt, zwecks späterer nochNA»^ Umgestaltung liegen tiefe, sondern der sie cm Oeffentlichkeit brachte. Ja, in sicherer Erkenntnis Bedeutung des Werkes ließ Merck, da sich nid)i gleich ein Verleger fand, das Manuskript auf Kosten drucken unb ist der Erste gewesen, der kometengleich aufstrahlenden Ruhm Goethes
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