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Oie Batterien von Sewastopol.

gen ist, auch dem Bolschewismus den entscheidenden Schlag zu versetzen, noch bevor er den furchtbaren Ueberfall begann, das verdanken sie wiederum der Tat jener Männer, die heute in der Ehrengruft am Königlichen Platz in München ruhen. Diese Ratio, nalsozialisten waren es, die unbekannten Soldaten des Weltkrieges, Männer der verschiedensten Devöl- kerungsschichten und Berufe, die den Kern jener neuen umfassenden Volksgemeinschaft bildeten, um die das Ringen der nationalsozialistischen Bewegung ging und aus der heraus allein das neue Dolksheer, Unsere siegreiche nationalsozialistische Wehrmacht, -rstehen konnte.

Ebenso aber, wie die Heine Schar der tapferen Kämpfer Adolf Hitlers in die Millionen wuchs und aus ihr eine geeinte deutsche Ration hervorging, so haben sich auch die Bedingungen des Kampfes grundlegend geändert. Wie gering waren doch die Erfolgsaussichten, als sich am 9. November 1923 der Äug der Nationalsozialisten am Bürgerbräukeller M Marsch setzte. Der Führer kennzeichnete ihre Lage einmal mit den wenigen Sätzen:

,Hhr Opfer war umso größer, als sie damals das, was seitdem geworden ist, nur in einer blassen Phantasie erkennen konnten. Sie haben damals wirklich in einer grenzenlosen Liebe für Deutschland gehandelt, denn wer damals zur Bewegung kam, bei dem konnte man nur sagen: Du kannst alles andere aufgeben, du wirst verlacht und verspottet und verfolgt werden. Du mußt gewärtig sein, daß du brotlos wirst, daß sie dich überall Hinauswersen. Du hast gar nichts, was dir sicher ist, außer viel- leicht deinen eigenen Tod."

Mit der gleichen Unbedingtheit und Treue bis in den Tod, mit der jene Männer trotzdem zum Führer standen und selbst das schwerste Opfer nicht toeuten, kämpfen heute alle unsere Soldaten. Viele von ihnen gaben im tapfersten Einsatz ihr Blut und Leben für die Zukunft unseres Volkes. Aber sie konnten ihre Augen schließen in der Gewißheit des kommenden Sieges. Sie durften noch erleben, wie die Genialität des Führers aus ihren Siegen und ihren Opfern die ewigen Grundsteine der Große, der Kraft und Freiheit des Reiches schuf.

Ein ehernes Band umschlingt sie alle, die namen- losen Helden des Weltkrieges, deren Opfer durch marxistischen Verrat in den Schmutz ge­treten erst durch den Sieg der nationalsoziali­stischen Bewegung wieder seinen Sinn bekam, die Gefallenen der Partei,bie Rotfront und Reaktion erschossen", und die Toten des jetzigen Krieges, die im Kampfe gegen Bolschewismus und Pluto- kratie gefallen sind. Sie alle waren Träger des gleichen Geistes unvergänglichen Heldentums, sie Me legten das gleiche, höchste Opfer aus den Al- tar der Nation. Und so wollen wir in den Feiern, die in diesem Jahre erstmalig am 9. November in allen Ortsgruppen des Reiches für die Gefallenen des Weltkrieges, der Bewegung und dieses Krieges stattfinden, auch gemeinsam unserer gemeinsamen toten Helden gedenken.

Wir in der Heimat wollen ihnen danken durch Unermüdlichen Einsatz, an welchen Platz uns das Schicksal auch stellen mag. Ihr Vorbild soll uns An- sporn sein, mehr zu tun als unsere Pflicht. Was bedeuten die kleinen und großen Sorgen des All­tags gegenüber den Leistungen, die sie m schwer- gender Pflichterfüllung vollbracht haben! Was be­deuten all unsere Mühen und unsere Arbeit in der Heimat gegenüber ihrem Einsatz und ihrem Opfer an der Front! Das heiligste Vermächtnis un- lerer Gefallenen soll uns sein, die unerschütterliche Deftigkeit unserer Volksgemeinschaft als Doraus- jehung des kommenden Sieges zu wahren und be­sonders in dieser Zeit der größten Entscheidungen «unsere persönlichen Wünsche und Bedürfnisse bis zum Aeuhersten zurückzustellen hinter den Erfor- demissen des gemeinsamen Schicksals. Die Mah­nung, die der Führer im ersten Kriegsjahr an feine Olten Mitkämpfer und das ganze deutsche Volk richtete, wollen wir uns heute und in Zukunft erst kecht vor Augen halten:

Das, was wir Nationalsozialisten als Erkennt- tüs und Gelöbnis vom Totengang des 9. Novem­ber in die Geschichte unserer Bewegung mitgenom­men haben, nämlich, daß das, wofür die ersten Sechzehn gefallen sind, wert genug war, auch viele andere, wenn notwendig, zum gleichen Opfer zu verpflichten diese Erkenntnis soll uns auch m Zukunft nicht verlassen. Für unser deutsches Volk sind im Laufe von vielen Jahrhunderten, ja Jahr­tausenden, zahllose Millionen gefallen. Millionen anderer haben ihr Blut dafür gegeben. Kemer von uns weiß, ob es ihn nicht auch trifft. Allein jeder muß wissen, daß er dadurch nicht mehr an Opfern bringt, als andere vor ihm gebracht haben und andere nach ihm einst wieder bringen müßen.

Durch den Krimkrieg ist S e w a ft o p o l zu einer kriegsgeschichtlichen Berühmtheit geworden. Damals kämpften Engländer und Franzosen im Bunde mit der Türkei gegen den Zaren Nikolaus II. Die Be­lagerung von Sewastopol begann Anfang Oktober 1854 und dauerte bis zum 27. August 1855. Sie wäre zu einer Niederlage für die Angreifer geworden, wenn nicht die Franzosen die Lage gerettet hätten; die Engländer haben sich auch damals nicht mit Ruhm bekleckert. .

Der Wehrmachtbericht vom 7. November meldet, daß Stukas feindliche Stellungen im Festungs - gebietvonSewaftopol zerschlugen und meh­rere Batterien zum Schweigen brachten. Diese For­mulierung deutet darauf, daß die Batterien von Sewastopol schon das Feuer eröffnet haben, daß also die Einschließung der Stadt begonnen hat. Sie Engländer behaupten, daß die Verteidigungswerke von Sewastopol in einem Umkreis von 25 bis 30 Kilometer angelegt sind. E ri.

Ausgangspunkt für diese Berechnung der Befesti- gungsanlagen ist sichtlich die Stadt Sewastopol elbst. Sie liegt gleich am Eingang der gleichnamigen großen Bucht. Die Hauptbucht zieht sich fast 20 Kilometer weit in das Innere der Krim bis nahe zu dem Städtchen Inkerman, das schon 1854/55 eine große Rolle gespielt hat. Kurz hinter dem nur 800 Meter breiten Eingang zu dieser ge­räumigen Hauptbucht zweigt nach Süden eine 7 Kilometer lange Nebe nbucht ab, an deren West­ufer sich Sewastopol halbkreisförmig an den Hügeln aufbaut. Im Krimkrieg fast völlig zerstört, hat es ein modernes Aussehen, dessen Wirkung durch breite, baumbestandene Straßen noch gehoben wird. Die Stadt hat heute 112 000 Einwohner. Der tiefe und geräumige Hafen machte sie zu einem be­vorzugten Standort erst der zaristischen, dann der sowjetischen Schwarz-Meer-Flotte. Nach englischen Meldungen haben die Kriegsschiffe wegen der Luftgefahr den Hafen verlassen und teils in Nvvvrvssisk, teils in Datum beides Häfen im Kaukasusgebiet Zuflucht ge­funden.

Im Jaila-Gebirge auf der Krim eroberten Truppen des deutschen Heeres in kühnem Ansturm Verteidigungsanlagen der Bolsche­wisten. Dieses Stellungssystem war von den Bolschewisten in aller Eile ausgebaut und stark be­festigt worden. Die Sowjets hatten Flammenwerfer zur Verstärkung der Stellungen eingebaut. Trotz­dem durchbrachen und eroberten die deutschen Trup-

Berlin, 7.Nov. (DNA.) Die ganze Schwere der bolschewistischen Niederlage offen­bart sich in den geradezu ungeheuren Ver­lusten, die die Bolschewisten seit Beginn des Ost­feldzuges hatten. Genaue Nachprüfungen und Fest­stellungen ergeben, daß in der Zeit zwischen dem 22.6. und dem 30. S. n a h e z u 3 0 0 s o w j e t i s ch e Divisionen mit der Masse ihrer Mannschaften und ihres Kriegsgerätes von den deutschen Truppen vernichtet worden sind.

Im einzelnen waren es:

217 sowjetische Schützen-Divisionen,

50 Panzer-Divffionen, 19 Kavallerie-Divisionen, 9 Gebirgs-Divisionen, 2 Volkswehr-Divisionen; zusammen mithin 297 sowjetische Divisionen.

Diese Zahl erhöht sich um

3 Luftlande-Brigaden,

2 Infanterie-Brigaden, 1 Panzer-Brigade.

Im Laufe des Oktober setzten sich diese schweren Verluste, die bis zum 30.9. für die Sowjets einen Gesamtausfall von mindestens sechs bis sieben Mil­lionen vollausgebildeter Soldaten bedeuteten, fort.

In der Schlacht nördlich des Asow- s ch e n Meeres wurden Anfang Oktober die Masse der 9. und 18. Sowjetarmee vernichtet. Am 18.10. war die Doppelschlacht von Brjansk- Wjasma mit einer Gefangenenzahl von 658 000 beendet. In dieser Schlacht wurden acht s o w 1 e - tische Armeen zerschlagen. Die Bolsche- misten verloren wiederum

pen die Stellungen und zwangen die Bolschewisten zu weiterem Rückzug.,

Bei der Verfolgung der geschlagenen Bolschewi­sten auf der Krim stieß am 6.11. eine deutsche Jnfanterie-Division stärkeren sowjetischen Kräften nach. Die deutsche Division verlegte den Bolsche­wisten den Weg und schloß sie ein. Die Vernich- tun g dieser bolschewistischen Kräfte ist im Gange. Bisher machten die deutschen Trup­pen über 1000 Gefangene und erbeuteten zahlreiches Kriegsmaterial.

Unter deutschen Bomben.

Berlin, 8. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die deut­sche Luftwaffe nimmt sich neben den stark befestigten W i d e r st a n d s n e st e r n der bolschewistischen Stellungen und den kriegswirtschaftlichen Anlagen irn Hinterland der Sowjets immer wieder die Verkehrswege zur Front und die Transportschiffe zum Ziel. Allein am 5. und 6. November zerstörten deutsche Kampfflieger im Osten 11 vollbeladene Transport- und Versor­gungszüge und beschädigten 199. Wenn man die durchschnittliche Länge eines solchen Zuges mit nur 20 Wagen annimmt, dann hatten die Bolschewisten in 48 Stunden einen Ausfall von 4200 Waggons.

Die Erfolge bei der Bekämpfung von Schiffs- zielen sind nicht geringer. Seit Anfang Oktober ver­senkten deutsche Flieger allein im Schwakz-Meer- Gediet 34 Sowjetschiffe, die mit Truppen, Kriegsgerät oder Verpflegung vollbeladen waren, und zerstörten damit einen Schiffsraum von 137 000 BRT. Eine noch größere Anzahl bolschewi­stischer Schiffe wurde so schwer beschädigt, daß auch sie für einen weiteren Einsatz unbrauchbar geworden sind. In den wenigen den Sowjets noch zur Verfü­gung stehenden Häfen liegen die Werften und Reparaturanlagen unterden Bomben der deutschen Luftwaffe.

Das Jtifferfreua.

Berlin, 7. Nov. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Gene­ralfeldmarschall von Brauchitsch, das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Gümbel, Kommandeur eines Infanterieregiments, Oberstleut- | nant HitzfeId , Kommandeur eines Infanterie­regiments; Hauptmann Köster, Bataillonskom- I manöeur in einem Infanterieregiment.

67 Schützen-Divisionen, 6 Kavallerie-Divisionen, 7 Panzer-Divisionen, 6 Panzer-Brigaden.

So haben die Bolschewisten bisher also winde- stens 389 geschlossene größere Ver­bände verloren, deren Ersah ihnen nicht mehr möglich sein wißd. Insgesamt bedeutet dies einen Gesamtausfall von mindestens sieben bis acht Millionen Soldalen seit Beginn des Ostfeldzuges. Die Gröhe der Gefahr, in der die europäische Kultur durch den Aufmarsch dieser Kräfte geschwebt hat, komryl darin zum Ausdruck. Die deutsche Wehrmacht hat diese Gefahr beseitigt.

USA.-Milliardenanleihe für die Sowjets.

Neuyork, 7. November. (Europapreh.) Eine Anleihe an die Sowjets in Höhe von einer Milliarde Dollar ist nach Mitteilun­gen des Weißen Hauses am Donnerstag von Roo­sevelt autorisiert worden. Wie bekannt wird, wird die Anleihe den Sowjets keineswegs in bar zur Verfügung gestellt. Sie dient lediglich der Deckung s o wj e t r u s s i s ch e r R ü ft u n g s m a t e r i a l und Rohftoffeinkäufe in den USA., über deren Umfang keinerlei Mitteilungen gemacht werden.

Die Anleihe wurde Stalin in einem vom 10. Ok­tober datierten Brief Roosevelts angeboten und sofort von Stalin angenommen. In dem nun­mehr veröffentlichten Brief betont Roosevelt, daß die Anleihe zinsfrei sein würde.

Stalins Furcht.

Am 7. November pflegt der Bolschewismus den Jahrestag der Revolution von 1917 zu feiern. Diese Revolution hat das alte Zarenreich verwüstet, Ruß­lands Reichtum zerstört, hunderttausende von Men­schenleben vernichtet und nach der Liquidierung der bürgerlichen" und bäuerlichen Schoten die Dik­tatur des Untermenschentums über ein Reich von 175 Millionen Menschen aufgerichtet. Die grausame Ermordung der Zarenfamilie ist nur einer der Schandflecke jenerglorreichen" Revolution. Es war daher sehr aufmerksam von Herrn Eden, daß er seinem Kollegen Molotow in diesem Jahrzum 24. Nationalfeiertag" seine herzlichsten Glück­wünsche übermittelte.

Stalin selbst, der sonst am 7.November die große Parade auf dem Roten Platz vor dem Kreml abzunehmen pflegte, hat diesmal am Vorabend des 7. November eine Rede vor dem Moskauer Staot- sowjet gehalten. Diese Rede war geistig eine recht bescheidene Leistung, ohne Würde und Größe, «w gleicht stellenweise einem Angstgestammel, sie sucht nach Ausreden, Auswegen und Hoffnungen, aber sie vermag der Bevölkerung der Sowjetunion nichts anderes zu verheißen als Blut und T r ä n e n. Vielleicht sagt sich Stalin, daß unter dem Bolsche- roismus die Masse niemals etwas anderes gerannt und die ungeheuren Opfer mit Ergebenheit zu tra­gen hat. Seine Behauptungen über deutsche Riesen- Verluste sind so grotesk, daß man darüber nicht strei­ten kann, zumal Stalin am allerwenigsten wißen kann, wie hoch die deutschen Derlustziffern gewesen sind. Was man aber jederzeit zu kontrollieren ver­mag, das ist die Zahl der bolschewistischen Kriegs­gefangenen. Sie befinden sich munter und lebendig in deutschen Lagern, wohl abgezählt und über drei Millionen Mann. Stalin aber behaup­tet in seiner Rede, die Zahl der sowjetischen Ver­mißten betrage 378 000! Hier ist der Häuptling des Bolschewismus der glatten Lüge überführt, und er kann keinen Anspruch darauf erheben, sachlich ernst genommen zu werden. An anderer Stelle hat er davon gesprochen, daß der deutsche Einmarschdie Freiheit der Völker ausgelöscht" habe.Der Feind hat die Ukraine, Weißrußland, Moldavien, Litauen, Lettland, Estland und andere Gebiete erobert, t|t in das Donezbecken eingebrochen und bedroht un­sere herrliche Hauptstadt Moskau." Nun, Stalin mag sich beruhigen, die Völker der Somjehinwn haben die deutschen Truppen mit Jubel begrüßt, sie sind glücklich, daß sie d i e B a r b a r e i d e s B o 1 - j Chemismus losgeworden sind. Das gut insbesondere von Lettland, Eslland, Litauen, Beßa- rabien und den Grenzgebieten von Finnland. An- bererfeits beflogen andere Völker, z. B. 3 r a n , be«n Verlust ihrer Freiheit und empfinden den Druck einer brutalen Fremdherrschaft, seitdem Stalin feine Divisionen dort einmarschieren ließ.

Das Lob, das der sowjetische Diktator für Eng­land und die Vereinigten Staaten spen­dete, war recht zweideutig. Er sprach davon, daß die Sowjets ihre Mißerfolge deshalb einstecken mußten, weil sie im Krieg zunächst allein standen. Jetzt aber sei die zweite Front in Europa im Entstehen. Es ist nicht gesagt, ob sie jemals zur Tatsache wird, Stalin selbst sieht sie also noch m weiter Ferne. Ebensowenig kann gesagt werden, daß England sich um diese Front besonders an- strengen wird, es war in seinen Versprechun­gen immer größer als in seinen Stiftungen. Wenn Stalin behaupten will, daß die Moral der bolschewistischen Truppen der deutschen Wehrmacht überlegen sei, so wird bas von ber ganzen Welt als bummes Geschwätz empfunden werben. Die Bil- bung, die Haltung, bie Geschicklichkeit, die Leistungen unserer Soldaten werden von niemanden über­troffen, sie sind würdig der großen Tradition un­serer Geschichte und der Kultur unseres Voltes. Zum Trost behauptet Stalin, daß die sowje­tische Luftwaffe überlegen fei. Bisher sind alle Luftwaffen, die unseren Fliegern gegenüber­traten, ihnenüberlegen" gewesen, Franzosen, Eng­länder usw. Das Ergebnis aber war, daß d i e Deutschen ben Luftraum beherrschten und ihre Gegner schlugen, wo sie zu fin­den waren. So ist es auch bei den Sowjets.

Worauf setzt Stalin seine Hoffnung? Wenn, wie er angibt, die bolschewistischen Panzer besser seien als die deutschen weshalb stehen die Deutschen jetzt vor Leningrad, vor Moskau, weshalb werden seine angeblich ungeschwächten Truppen auf der Krim zu Paaren getrieben? Weshalb winselt er geradezu um die Hilfe Roosevelts und Churchills? Er lagt, und hat darin etwas von Churchill gelernt, daß die Deutschen gehofft hätten, die Bolschewisten in einem Blitzkrieg zu erledigen, der sei fehlge­schlagen. Die deutschen Kräfte seien erschöpft, wir

Ungeheure Verluste der Sowjets.

Mindestens 389 geschloffene größere Verbände mit 7 bis 8 Millionen Soldalen verloren.

musternd. Der °,te M^nn sah aus und 9 trieft«

Bauerngefährt mit einem Holzsarg. Der Priester und ein paar Soldaten schritten hinterher. Es wurde haltgemacht, es bildete sich eine Gruppe im

Der Vater.

Von Waldemar Bonsels.,

Ich ging im Krieg an einem grauen regnerischen Herbstmorgen mit einem alten Mann durch die ver­ödeten Straßen eines kleinen östlichen Orts. Der Fremde hatte die weite, mühevolle Reise von» Nor­den Deutschlands bis dicht an die russische Grenze in Tagen und Nächten gemacht, um eine kurze, traurige Weile am Grab seines Sohnes stehen zu können, und wir gingen nun miteinander hinaus, um es zu suchen.

Die grausam nützliche Sachlichkeit und der eherne Gleichmut des Kriegshandwerks, wie sie sich nahe hinter der Front oft so ernüchternd barbieten kön­nen erschütterten den alten Mann zu Anfang hef­tiger als der Gedanke an das Grab seines Sohnes. Ihm mochte zumute sein wie einem, der erwartet hat, in das feierliche und großzügige Ruhmesdam- mern einer im Orgelklang erbrausenden alten Kirche ,zu kommen, und der sich plötzlich in die grausame Nüchternheit eines modernen Fabrikbetriebes ver- setzt sieht. Das liegt daran, daß der Krieg selbst alt ist uralt, als Kriegshandwerk dagegen ist er neu, ganz neu, sein kaltes dröhnendes Gettiebe über­trifft alles, was wir je von Fabriken, Warenhäusern oder Maschinen in der Heimat auch nur geahnt haben.

Und In diesem Gewitter der Sachlichkeiten haust der fclte Tod? Der Tod der Blumen und der schwemm- tigen Lieder, der Tod stiller Gebete und andächtig geschmückter Gräber? Das alte Männchen an mei­ner Seite tat mir innig leid, aber ich verstand es wohl, denn auch mein Mund ist verstummt, als ich die ersten Eindrücke dieser verwirrenden und er- schütternden Lebens- und Todesformen empfing. Es gehört viel Gleichmut, viel Oberflächlichkeit da- zu, hier draußen drauflos zu schwatzen.

Es regnete ohne Aufhören, die grünlich schim­mernde Ebene war weithin verhängt, unsere Füße sanken tief in den durchweichten Lehmboden. Em paar armselige Bauerngefährte begegneten uns, die fteutf grüßten M uns mit großen. anMroÜLN

Nebel.

Hier ist er begraben ...", sagte eine rauhe Stimme leise neben mir,hier liegt er." Es klang seltsam sachlich. Nach einer Weile atmete der alte Mann tief auf und sagte ohne Schmerz und ohne eine Klage im Ton:

Ich hatte ihm, als er ein kleiner Junge war, eine Schaukel bauen lassen, hinter meinem Ar­beitszimmer im Garten, und von meinem Schreib­tisch aus sah ich seinem Spiel zu. Das war eine Freude für mich, von der er nichts wußte. Da sah ich, was er trieb, was sich in ihm regte, und was ihn beglückte. Und eigentlich ist es immer so ge­blieben: Ick sah ihm zu, und er wußte nicht gar zuviel von dem, was mich bewegte. Heute scheint es mir, als habe ich nicht unrecht daran getan. So blieb ich mir auch treu, als er in den Krieg wollte. Ich habe nichts versucht, was seine heiße Freude hätte schmälern können, und nun steh ich wieder hier, schau' auf ihn nieder, und er weiß nichts davon ..."

Nach langem Schweigen fuhr er ruhig fort:Ich bin zu alt geworden, um dem Leben nicht gehorsam zu sein. Schauen Sie über die weiten Gräberreihen hin, alle Gefallenen weiht ihr großer, heiliger Ge- horsam, und je tiefer er aus dem eigensten Wesen und innersten Willen bringt, um so edler ist er. Oft meine ich, der Gehorsam um aller und ihres Wohles willen und die wahre Freiheit, die haben viel mit­einander gemein, aber ich kann Ihnen nicht sagen inwiefern, denn meine Gedanken vermögen meinem Herzen nicht immer zu folgen, wohl aber ich selbst, und es scheint mir das Rechte."

Wir gingen schweigend heim, und der alte Mann trat noch in der gleichen Nacht die beschwerliche Rückfahrt an. Ich gedachte feiner in einer weh­mütigen Erhabenheit, bis in meiner Erinnerung aus seinen einfachen Worten langsam ein heimliches Glühen erwachte, dessen Glanz und Wärme mich be­gleiteten, wie Licht aus der Heimat.

meinen Blick. ,

Sie wissen nicht, vor wem sie sich beugen , sagte er langsam,sie neigen sich vor der Majestät des Krieges und vor dem Leid der Menschheit." Seine Worte sanken mir tief ins Herz. Dir hat der Schmerz die fleine Unparteilichkeit im Urteil genommen, dachte ich, du fühlst, daß die ehernen Schranken, die die Völker im Kriege trennen, einen Ausgleich in einer ganz neuen Gemeinschaft Hervorrufen, in der Gleichheit ihres gemeinsamen Leides. Ich betrach­tete meinen Begleiter heimlich und aufmerksam. Er war mir so fremd, wie nur ein Mensch dem andern sein kann, ich kannte nicht einmal seinen Namen. Aber nach seinen letzten Worten war er mir seltsam nahegerückt, und zum erstenmal emp­fand ich, daß wir hier zu Zweien, in einem frem­den Land, an einem traurigen Morgen, zwei le­bendige Menschen, einen Verstorbenen suchten.

Der Kirchhof war weit draußen. Wir betraten ihn endlich, naß und ermüdet. Er bot, wie die Fried­höfe hier alle, unserem deutschen-Anspruch wenig Erhebendes, der Blech- und Steinschmuck der Gra­ber, die fast alle kahl und zum größten Teil ver­nachlässigt waren, berührte nüchtern und lieblos, ich dachte an die durchsungenen lotengärten mei­ner deutschen Heimat, und ein Frösteln der Fremde befiel mich.

Ein Feld hinter dem Kirchhof war der neue Be­gräbnisplatz. Dort lagen Deutsche, Polen und Rus­sen, jede in ihrem Teil bestattet, und beim Anblick dieser gleichmäßigen Reihen, die wie neue Beete eines frisch angelegten Gartens wirkten, erschien mir das Bild des Todes in der Gestalt eines Gärt­ners, der sein Land in liebevoller Ordnung und bedachter Bereitschaft zu einer großen Ernte bestellt hat. Wie sorgfältige Anpflanzungen zogen die Kreuzreihen sich dahin, ihr hellgelbes Holz über dem Lehmboden gegen den grauen Himmel ist mir un­vergeßlich geblieben. Ein jedes dieser schlichten Denkmale trug einen Namen, den Todestag, eine Nummer und das Regiment seines Schläfers. Das war ein trauriges Suchen.

Ich sah, daß mein Nachbar zitterte. Er ging müh- [am und gebeugt, und fein Mantel war durchnäßt.

Firns Fracen

Ein dänischer Psychologe glaubt ein sehr einfaches Mittel gefunden zu haben, die Beobachtungsfähig' feit eines Menschen festzustellen. Er hat eine Reihe von Fragen formuliert, auf die der zu Prüfende in der kürzesten Zeit, in der es ihm möglich ist, antworten muß, wobei er wenigstens drei richtige Antworten geben muß, um als Mensch von nor­maler Beobachtungsgabe anerkannt zu werden. Cs handelt sich um folgende fünf Fragen: 1. Wieviel Knöpfe hat Ihr Mantel? 2. Hat Ihre Uhr latei­nische oder arabische Ziffern? 3. Wieviel Knopf­löcher haben Ihre Schuhe? 4. An welcher Seite befindet sich der Hahn für warmes Wasser an Ihrem Bade, rechts oder links? 5. Wieviel Fenster­scheiben haben die Fenster Ihres Eßzimmers? Es wird behauptet, daß diese Methode sehr beweis­kräftige Ergebnisse erzielt hat. C. K.

Zeitschriften.

Die Staatliche Graphische Sammlung in Mün­chen hatte zum 100. Todestage von Johann Georg von Dillis (28. 9. 41) eine Ausstellung feiner Aqua­relle, Zeichnungen und Druckgraphik veranstaltet. Das November-Heft der im Verlag F. Bruckmann, München, erscheinenden MonatsschriftDie Kun st" berichtet darüber mit einer Reihe schöner Abbil­dungen. Ulrich Christoffel setzt mit einem Auf­satzVom plastischen und malerischen Bildnis" di« Reihe seiner Veröffentlichungen über die Große Deutsche Kunstausstellung München 1941 fort. Das Alterswerk Philipp Francks, sprühend von ju­gendlicher Begeisterung und von einer ebenso leiden­schaftlichen wie sensitiven Pinselführung, bezeichnet Bruno Kroll als beglückendes künstlerisches Erleb­nis. Henri Rannen ist mit einer aufschlußreichen Abhandlung überMaske und Gesicht der sowje­tischen Kunst" vertteten. Der der Wohnkultur gewidmete Teil bringt eh» unter Denkmalschutz stehendes, von Architekt Paul Darius, Stuttgart, ge­staltetes Wohnhaus aus der Zeit des Barock, vor und nach dem Umbau. Schöne Oefen der Heinstein- werke werden neben Arbeiten der Handweberei Wagner-Reichardt gezeigt.