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fürchteten denGeneral Winter". Und was der­gleichen Künste der englischen Beruhigungspropa­ganda, die Stalin imitiert, mehr sind. Wir lassen diesen Blutsäufer weiter im Irrsinn delirieren. D i e Antwort gibt ihm das deutsche Schwert als Vollstrecker des Urteils der Geschichte gegen ihn und seine Mißwirtschaft, seine Verbrechen gegen die Ruhe und gegen den Wiederaufbauwillen aller europäischen Nationen. Wenn Stalin und seine Judengenossen jetzt vor dieser Urteilsvoll­streckung zittern, dann ist das der beste Beweis für die Gerechtigkeit dieses Urteils. Denn die Strafe ist, wie der alte Rechtslehrer Jhering lehrte, das Recht des Verbrechers. Auch Stalins.

Englische Glückwünsche.

Stockholm, 7. November. (DNB.) Am 24. Jahrestaa der Sowjet-Oktoberrevolution, dem dunklen Erinnerungstage, an dem die Aarenfamilie von den bolschewistischen Horden umgebracht wurde, sab sich der britische Außenminister Anthony Eden veranlaßt, an den sowjetischen Außenkom- missar Molotow ein Telegramm zu senden. Obgleich zwischen dem britischen Königshaus und der ermordeten Aarenfamilie verwandtschaftliche Beziehungen bestanden, schämt Eden sich nicht, darin die GlückwünscheSeiner Ma je st ät Regierung" zu diesem blutigen Gedenk, tage auszusprechen. Der unverschämte Ton, mit

dem Eden dann zu derweisen und entschlossenen Sowjetregierung" über dengemeinsamen Kampf für Freiheit und Aivilisation" spricht, paßt sowohl zu dem Charakter des Absenders, wie dem des Er­innerungstages.

Oie,Zwei-Zronten-Wun-e" in England.

Stockholm, 7. Nov. (Europapreß.) Durch Stalins Aeußerung über eine zweite Front, die gegen Deutschland aufgerichtet werden müsse, wurde in England eine kaum geheilte Wunde wieder aufgerissen, berichter der Londoner Korre­spondent vonAftonbladet". Verschiedene Presse­äußerungen zeigten die Tendenz, dieses Thema mit allgemeinem Schweigen zu übergehen.

Japanische Post unter USA -Kontrolle

T o ki o, 7. November. (Ostasiendienst des DNB.) Dem japanischen DampferTayo Maru", der am 5.11. in San Franzisko ausgelaufen war, wurde, wieTokio Asahi Schimbun" meldet, von den Hafenbehörden in Honolulu nicht gestattet, für Japan bestimmte Po st an Bord zu nehmen. Ein Schritt der japanischen Botschaft in Washington blieb ohne Erfolg, so vaß die gesamte Post, dar­unter 2000 Pakete, in Honolulu zurückbleiben mußte.

Oie deutschen Truppen sind erstklassig."

Eine Unterredung mit dem türkischen General Erkilet.

Istanbul, 7.November. (Europapreß.) Gene­ral Huesni Emir Erkilet, der zusammen mit dem Kommandeur der türkischen Kriegsatade- mir, General Ali Fuad Erkem, am Mittwoch von seinem Besuch der Ostfront, der auf Einladung des OKW. erfolgte, zurückgekehrt ist, hatte mit dem Europapveß-Korrespondenten in Istanbul eine län- gere Unterredung, in der er u. a. folgendes ausführte:

Unsere Reise an die Ostfront war keine Studien- sahrt im eigentlichen Sinne des Wortes, weil wir nicht als Delegation, sondern unter Kameraden rei­sten. Was wir gesehen haben, läßt sich nicht mit kur­zen Worten sagen. Ich werde in vielen Artikeln die unvergeßlichen Eindrücke schildern, die ich von die­ser Fahrt habe. Ich habe die feste Ueberzeugung gewonnen, daß der Feldzug im Osten im wesentlichen bereits beendet ist. Die Be­richte des OKW. mögen oft knapp gefaßt sein, aber sie sagen die Wahrheit.

Die Aufgabe der Deutschen besteht jetzt in der Hauptsache darin, den Nachschub unb die Verbin­dungslinien noch zu verbessern. Vereinzelt noch aus­tretende Widerstandszentren der Sowjetarmee müs­sen früher oder später zusammenbrechen. Ihre B- seitigung hat aber schon jetzt kaum mehr den Cha­rakter von Schlachten, sondern eher von A u f - räumungsarbeiten, allerdings gewaltigen Aufräumungsarbeiten, entsprechend den Ausmaßen des Raumes und den ungeheuren Massen erbeute- ter Waffen der Sowjetsoldaten. Die Sowjets waren den Deutschen an Zahl der Soldaten und des Materials zweifellos überlegen. Vielleicht war das deutsche Material besser. Aber was nützt das beste Material, wenn es nicht von den richtigen Leuten gehandhabt wird. Die Sowjets haben z. B. schwerere Tanks alsdie Deutschen, aber

sie konnten damit nichts ausrichten, denn wichtiger als die Maschinen sind die Menschen, die sie bedienen, und die deutschen Truppen sind e r st k l a s s i a.

Die gute Laune, die die deutschen Soldaten auch unter den schwersten Bedingungen in den härtesten Kämpfen bewahren, hat auf mich einen unauslösch­lichen Eindruck gemacht. Aus den Worten und Handlungen jedes einzelnen sprach das alte deutsche Soldatenwort:Schwierigkeiten sind da, um über­wunden zu werden."

Der General erwähnte dann die gute Verpflegung der deutschen Truppen, die er auch dann festgestellt hat, wenn irgendwo unangemeldet Mittagsrast ge­macht wurde. Die strahlenden runden Soldaten­gesichter und die großen Leistungen seien der beste Beweis für die gute Versorgung.

General Erkilet hat jetzt in der größten tür­kischen ZeitungCumhuriyet" einen ersten Artikel über seine Eindrücke veröffentlicht. Der türkische General kommt in diesem Aufsatz, der auch den Be­such im Führerhauptquartier streift, zu folgenden Feststellungen:W ir haben die besten Ein­drücke und haben viel Wichtiges gesehen. Ueberall wurde die Loyalität der Türkei aner­kannt, und man hat uns eine herzliche Freund­schaft entgegengebracht, die die der alten Waffen­brüder war. Ich kenne sehr gut die alte deutsche Armee während und nach dem Weltkrieg. Auch jetzt hatte ich Gelegenheit, die deutsche Armee ken­nenzulernen. Ich habe festgestellt, daß sie vom ein­fachsten Soldaten bis zum Oberstkommandierenden von der alten Pflichterfüllung und bemalten Geist beseelt ist. Daraus entstehen auch die gewaltigen Siege, die das deutsche Heer in zwei Jahren errungen hat."

Acht von vielen Millionen.

Mädchen in der Sowjetarmee. Oas grausige Antlitz des bolschewistischen Massenelends. Begegnungen im Gefangenendurchgangslager.

Von Kriegsberichter Freiherr von Esebeck.

(PK.) Seit Tagen ergoß sich unaufhaltsam der Strom durch Die ukrainische Stadt. 10 000 Bolsche- wiken, von einer Handvoll Landser bewacht ein wahrlich Nerven und Körperkraft erschöpfenöer Auf- trag, fluteten durch die Straßen. Vor den Häu­sern und an den Ecken standen Weiber, Kinder und Männer in schwarzen Klumpen und betrachteten stumm den Zug. Zeigte einmal eine Frau ein Stück Brot, eine Mütze, eine Faust voll Machorka, so stürzte ein Rudel Gesellen über sie her, ja warf sie, ehe die Wache dazwischentreten konnte, zu Boden, entriß ihr die Gabe, während die andern fluchend mit leeren Händen hinter dem Knäuel sich schoben.

In nichts glich dieser Zug der Vorstellung, die man in Europa gemeinhin vom Soldaten hat. Es war eine erdfarbene, breiige Masse, entsetzlich anzu- schauen, die sich daherwälzte, 10 000 Mann, die hier ihrem Durchgangslager zustrebten, sich alsbald zum Essenfassen an den Kesseln mit dicker Suppe vorüber- schoben, auf dem Gelände der Ziegelei übernachte- ten und am Morgen weiterzogen, einem neuen Schub von 10 000 Platz zu machen.

Aus der Ferne schon kündeten sich jeweils die Marschgruppen an. Jetzt bogen sie in die Gassen ein, über den Köpfen schwankende Strohgarben, an denen des Nachts die Feuer entzündet werden, eine Armee von Lumpenproletariern, halbwilde Herden, Tataren, Usbeken, Kirgisen, Russen, Juden, Arme­nier, Ukrainer, Osseten, die Völkerwanderung des verlorenen Krieges, ein Teil jener drei Millionen, die heute alle Straßen und Wege des weiten Ostens überschwemmen. Diele trugen keine Uniform. Fetzen irgendwelcher Kleiderreste umhüllten sie, Schirm­mützen, Tücher um die Köpfe gewickelt, Turnschuhe, darfuß, zerschlissene Schaftstiefel, Säcke um die Beine, stumpfen, ausdruckslosen Gesichtes. Ganz sel­ten eine aufrechte Gestalt, ein gutes Bauerngesicht, ein Mensch mit wachen Augen und gestraffter Hal­tung. -

In der Dämmerung loderten die ersten Feuer auf. Jeder schien darauf bedacht, sich einen eigenen Herd du bauen, aber beileibe nichts mit dem Nachbarn oder einem Schicksalsgenossen zu teilen, wie diesen Wilden überhaupt die Kameradschaft fern lag. Nie- mand von diesen Gestalten schien Müdigkeit zu ken-

nen. Schreiend und gestikulierend flutete es über das weite Gelände.

Inmitten des Unflats.

Uebrigens sind heute acht Frauen mitgekommen. Wollen Sie mit ihnen sprechen?", fragte mein Be­gleiter.

Wir verließen das Lager und gingen die Straße der kleinen strohgedeckten Häuschen hinauf. Der junge Leutnant berichtete weiter. Wo die Mädchen aufgegriffen wurden, mußte er nicht. Sie wurden inmitten der Horde aufgelesen, drei Aerztin­nen und fünf Studentinnen der Medizin.

Ob ich mir das vorstellen könne, fragte der Offi­zier, Mädchen in diesem Unflat. Nein, das alles sei nicht mehr erklärbar. Was hier geschehe, sei das Spiel fremder satanischer Mächte, die Gute und Schlechte in den Strudel einer Hölle werfen, welches nichts mehr mit Menschenwürde und Leben zu tun habe. Jetzt seien die acht in einem Hause unterge­bracht. Man müsse sehen, sie heimzuschicken. Freilich sei es ein Rätsel, wie das geschehen könne, denn sie seien weit fort von ihrer Heimat. Wer gebe ihnen zu essen? Wer sorge für sie auf einem Marsch von einigen hundert Kilometern?

Nun ja, es möge dumm und bizarr erscheinen, solche Gedanken in einer Zeit zu nähren, in der acht Menschenleben weniger als ein Nichts wögen. Und doch geschehe es so, ihnen allen geschehe es so, die in Deutschland vielleicht eine Schwester oder einen geliebten Menschen hätten. Denn, so müßten sie im­mer wieder denken, wie wäre es geworden, wenn dieser Spülicht sich über die Heimat ergossen hätte. Was wäre mit unseren Frauen und Mädchen ge­schehen? Gewiß, das sei nicht vorstellbar, und man täte besser, nicht an derlei zu denken.

So erreichten wir das Haus der Mädchen und traten in zwei ineinandergehende niedere Räume. Ein paar Stühle, ein Bett, ein winziges Sofa bil­deten die Einrichtung. Auf dem Boden war Stroh geschüttet worden. Die Mädchen, die zum Teil Uni­formen mit der Rote-Kreuz-Binde trugen, hatten sich gewaschen und blickten uns unsicher entgegen.

Es waren junge Dinger, 23 Jahre die Netteste, eine Russin mit schönem slawischem Kopf, 18 Jahre die Jüngste, eine Ukrainerin mit schwermütigen Au-

Oer Sieg des Ll-Booies.

Es ist nur natürlich, daß sich auch die neutrale Presse mit den Fragen des Handelskrieges lausend befaßt. Stellt doch gerade der Ausgang des See­krieges für England eine Schicksalsfrage dar. In mehr oder minder objektiver Weise versuchen die neutralen Fachleute, die Aussichten des Kampfes zur See zu deuten. Da sich heute der Handelskrieg zur See immer stärker auf das Duell zwischen Unterseeboot und Geleitzug konzentriert, so steht dieses Thema naturgemäß im Vordergrund des Interesses.

Bereits im Weltkrieg erlebten wir den Zwei­kampf der deutschen U-Boote gegen das britische Geleitzugsystem, dem die englischen Historiker große Bedeutung für den Ausgang des Krieges zuschrie­ben. Allerdings stand damals das deutsche U-Boot vor einer viel schwereren Aufgabe als heute. Ein­satz und Bau der Unterseeboote erfolgten nur zö­gernd, so daß die Zahlen Der Front-U-Boote kaum ausreichten. Die ungünstigste Lage der Operations­basen zwang die U-Boote damals ständig zu dem weiten Umweg um Schottland, um an die atlan­tischen Seewege Englands heranzukommen. Eine Unterstützung durch Klugzeuge war noch nicht mög­lich. Ueberdies standen her britischen Admiralität damals fast doppelt soviel Zerstörer zur Verfügung als heute, ungerechnet die Seestreitkräfte der Al­liierten, die auch noch im Handelsschutz tätig waren.

Wie anders ist dagegen heute die Lage! Die Vor­aussicht des Führers stellt der Front genügende Mengen von U-Booten zur Verfügung. Die Werften verfügen über genug Material und arbeiten mit Hochdruck. Der Sieg im Westen verschaffte der deutschen Kriegsmarine ausgezeichnete Operations­basen an der atlantischen Küste. Ohne langen An­marsch können die U-Boote von hier aus die briti­schen transatlantischen Versorgungswege angreifen. Das bedeutet für uns Zeit-, Nerven- und Treibstoff­ersparnis. Eine weitere Folge dieser günstigen Aus­gangslage ist die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Fernkampfflugzeugen, die den U-Booten die Stellung der Geleitzüge rechtzeitig ankündigen kön­nen. Eine weitere Neuerung der U--Boot-Taktik ist der gemeinsame Angriff von U-Boot-Gruppen, gegen den die britische Admiralität bis heute noch fein wirksames Abmehrmittel gesunden hat.

Der spanische Marinefachmann des Madrider BlattesPueblo", Luis de Salazar, schreibt unter dem TitelDer Sieg des U-Bootes" einen, bemer-

kenswerten Kommentar zu diesem Problem. Er meint:Die neue deutsche Taktik, die Konvois mit ! U-Boot-Gruppen anzugreifen, hat auf der ganzen Linie triumphiert. Das U-Boot, das im Weltkrieg ! einzeln, Schiff gegen Schiff, operierte, kämpft jetzt im Verband der U-Bootfottille, die zur maßgebend- den taktischen Einheit geworden ist. Bisher haben die Engländer hiergegen kein wirksames Mittel fin­den können, weil es in der Tat fein anderes Mittel als die Verstärfung des Geleitschutzes gibt. Doch müßte diese Verstärfung in einem Ausmaß erfolgen, das völlig außerhalb der englischen Möglichkelten liegt. Daher bleibt nichts anderes übrig, als die amerikanische Flotte in articulo mortis zu Hilfe zu rufen.

Die letzten Schläge haben das System der über­seeischen Verbindungen Englands so erschüttert, daß die Londoner Admiralität sich gezwungen sah, einen j Teil der Verluste zuzugeben, obwohl sie erst vor zwei Wochen angekündigt hatte, daß sie künftig im Interesse der Landesverteidigung keine Verlust- I Ziffern mehr veröffentlichen werde."

I Zu den letzten schweren Schlägen gegen britische Geleitzüge meint der spanische Verfasser:Weniger wichtig als die Zahl der verlorenen Schiffe ist dabei die Enthüllung über die ausgezeichnete Zusammen­arbeit der angreifenden U-Boote und Flugzeuge. Die Luftwaffe ist als Informationsquelle für die U-Boote unersetzlich geworden, denn sie garantiert den fort­laufenden Kontakt mit dem verfolgten Gegner. Ein Geleitzug, der heute nach eigenem englischen Ge­ständnis die Hälfte feiner Schiffe verliert, ist ein absoluter Versager, und wenn dieses System ver­sagt, muß England den Kamps aufgeben."

Wir brauchen diesen klaren Darlegungen des spa­nischen Marinefachmannes kaum etwas hinzuzu« fügen. Sie bringen deutlich die günstige Lage des U-Boot-Einsatzes zum Ausdruck. Das technisch wei- terentwickelte und verfeinerte U-Boot, gefahren von ausgewählten und kriegserfahrenen Besatzungen, steht heute in besonders aussichtsreichem Kampf gegen die britischen Geleitzüge, die gegenüber dem Weltkrieg keine grundsätzliche Neuerung bieten. Die deutsche U-Boot-Toktik jedoch hat sich außerordentlich entwickelt und bewährt. Auch in Zukunft werden die Männer der deutschen U-Bootwaffe vernichtende Schläge in dem Kampfgebiet austeilen, das der Gegner immer wieder als feinen Lebensnerv be­zeichnet. Die Schlacht im Atlantik Hat ihren Höhe­punkt noch nicht erreicht. RDS.

gen, ein Kind noch, unentwickelt, blaß und verweint. Die meisten indessen glichen sich wie Schwestern.

Kollektive des Elends.

Es ist das Seltsame dieses Landes, daß es keine Einzelschicksale zu kennen scheint. Die Ausmerzung der Klassen ein Programmpunkt Wladimir Jl- jitsch Lenins, dessen Erfolg uns täglich die Züge der Gefangenen demonstrierten hatte, so scheint es, Die Kollektive des Elends zum Ziele. So ergab sich denn auch, daß diese acht Mädchen das gleiche zu berichten hätten, vom Cttemhause ange­fangen bis zum Tage ihrer Gefangennahme. Zum erstenmal treffen wir in ihnen die bolschewi­stische Jugend der Räteunion, die vom Gestern nichts weiß. Sie ist im Kommunis­mus aufgewachsen. Sie repräsentiert das gebildete Proletariat. Ist sie erst im dreißiger Alter, so wird es keineEhemaligen" mehr geben. Auch die Mäd­chen waren ohne Ausnahme Komsomolzen. Woher stammen sie aber und wie kamen sie zum Universi­tätsstudium?

Dies find die Berufe ihrer Väter und deren Ein­kommen: Ein Gärtner 350 Rubel, ein Bäcker, der auf zwei Stellen arbeitet von früh um fünf bis abends um neun und für acht Kinder 600 Richel verdient, ein Telephonarbeiter 450 Rubel, ein Kol- chosarbeiter, dessen Verdienst die Tochter nicht an- geben kann (Wir lebten von Kartoffeln, bis ich in die Stadt kam."), ein Radiotechniker 400 Rubel, ein Nachtwächter 270 Rubel, ein Arzt 300 Rubel, eine Witwe, Maschinenfabrik, 300 Rubel für vier Kinder.

Vir kennen nlch> anderes."

Die Mädchen kamen zur Schule und wurden zur Universität ausgesucht. Fünf wählten das Studium der Medizin, drei erhielten es, ohne gefragt zu wer­den, zudiktiert. Fünf Jahre Universität, Unterbrin­gung in Gemeinschastshäusern. Die Aerzttnnen wur­den nach bestandener Prüfung angestellt, eine in Charkow, eine in Kaukasien, eine in einem Nest Weißrutheniens. Sie hatten keine Möglichkeit, sich ihr Arbeitsfeld selb st auszuwäh. len. Und da sie als Aerztinnen mit 300 Rubel Ein­kommen sehr schnell lernten, daß ein Mensch von diesem Verdienst allein nicht leben kann, so heira­teten sie ebenfalls einen Arzt. Es war eine Inter­essengemeinschaft, wichtig vor allem, weil man auf diesem Wege eine eigene Wohnung erhalten konnte, freilich nur ein Zimmer, aber hoch eines für sich unb nicht gemeinsam mit fremden Familien.

ßfbten sie zufrieden? War ihnen diese graue Trostlosigkeit des sowjetischen Alltags selbstverständ­lich? Nur zwei Dinge beherrschte ihr Leben. Die Arbeit und die Jagd nach dem Essen. Bücher? Die Mädchen schauen erstaunt. Warum Bücher? Wir hatten doch Zeitungen und Kino!"

Und dieses Leben? Sehr .zögernd, sehr unsicher kommt die Antwort, die heute hier die Antwort je­des jungen Menschen ist.W i r kennen ja nichts anderes."

Nein, sie haben über nichts nachgegrübelt, diese jungen Menschen. Es gab keine Probleme für sie. Es gab nur einen oorgezeichneten Weg, den zu über­schreiten niemandem einfiel, nicht nur weil es ge­fährlich war, sondern weil diese Menschen keinen eigenen Willen kannten. Sie waren nur Am­boß, unb es war ihnen recht so unb auch nicht ab­sonderlich, daß sie als halbe Kinder eingezogen, in Uniformen gesteckt und mit der Rotkreuzbinde an die Front aeschickt wurden. Niemand fragte, ob das so sein müsse, ob gar nun Kinder ohne die Mutter

blieben, ob der Mann die Frau entbehren könne, ob der Vater willens sei, das Kind dem kalten Grauen des Krieges preisyigcben.

Tanja Vukanowa.

Warum sollte man auch solches bedenken und warum die schmächttge Tanja Bukanowa nicht in den Krieg ziehen lassen? Es gab ja niemanden, der die Frage nach dem Warum an das Leben stellte. Es war alles berechnet, Arbeitszeit und Produktion unb Stachauowsystem. In Statistiken unb in Akten. Und wo für den Menschen kein Raum blieb, da blieb er auch nicht für seine Gedanken, unb wo sie sich dennoch regten, da ftanrb ein überlebtes Altes, ein her Jugenb Unbekanntes.

Der Vater unb die Mutter arbeiteten", sagt Tanja.Wir waren im Kinderheim. Manchmal kochte der Bruder in einer Ecke unseres Hofes. Abends aßen wir Kohlsuppe. Dann kam ich in die Schule, und eines Tages sagte man mir, daß ich studieren würde. Drei Jahre hatte ich noch vor mir, als ich mit den anderen an die Front geschickt wurde. Ich war Gehilfin eines Chirurgen^ Nein, von den Deutschen wußten wir nichts. Der Polittuk hatte uns nur bestätigt, was auch die Zeitungen schrieben, daß wir bei den Deutschen erschossen würden."

Sie faßt das alles mit gleichgültiger Stimme, als plappere sie GelemtLs nach. Wie armselig ist diese Jugend! Immer war es ein fremder Wille, dem sie sich unterwerfen mußte und der ihr das Leben vorzeichnete, dieses Dasein ohne innere Ordnung, ohne Spannungen, ohne Möglichkeiten, bas unabhängig blieb von Leidenschaften, Vorstel­lung, Leistung, Wille, Freube ober Leib, von dem nicht der einzelne Besitz ergriff, um es zu gestalten, sondern das den Menschen brach, bis er Teil der stumpfen formlosen Masse geworden war.

Go-the-M da lle für Paul finde.

Berlin, 7. November. (DNB.) Der Führer hat dem Komponisten Paul L i n ck e aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste um die deutsche Unterhaltungs­musik und Operettenkunst die G o e t h e - Me­daille für Kunst unb Wissenschaft verliehen. Außerbem hat der Führer dem Jubilar persönlich herzliche Glückwünsche übermittelt.

Paul Lincke stand am Freitag im Mittelpunkt eines Festes im Berliner Rathaus. Reichsminister Dr. Goebbels überbrachte ihm die Glückwünsche des ganzen deutschen Volkes und insbesondere sei­ner Vaterstadt Berlin. Ungezählte Millionen, so führte Dr. Goebbels aus, vereinigten heute ihren Dank und ihre Glückwünsche für den Komponisten, der so vielen Menschen im Lause seiner langen und fruchtbaren Schaffenszeit so viel an Lebens­freude, Unterhaltung, Erhebung und Entspannung geschenkt habe. Seine ewig jungen Melodien ' ?n über den ganzen Erdball gewandert, und so -ne man den Altmeister mit Recht als einen Sendbo.en des deutschen Gemütes in der Welt bezeichnen. Dann überreichte Dr. Goebbels Paul Lincke die ihm vom Führer verliehene Goethe-Medaille mit den be­sonderen Glückwünschen des Führers. Ferner über­gab er dem Jubilar den Ehrenbürgerbrief der Reichshauptstadt und beglückwünschte ihn herz­lich zu dieser großen und seltenen Auszeichnung. Als persönliches Geschenk widmete Reichsminister Dr. Goebbels Paul Lincke einen aus edelstem Ma­terial gearbeiteten Dirigentenstab.

Aus dem Dunkel ins Osram-Licht!

Dunkelheit draußen da soll es daheim schön hell sein! Osram zeigt den Weg zu richtiger Ausnutzung der ver­fügbaren Elektrizitätsmenge.

Gutes Liebt x.um Schreiben

durch die sparsamen Osram-D-Lampen / Schonen Sie Ihre Augen beim Schreiben! Verwenden Sie überhaupt stets Osram-D-Lampen richtiger Wattstärke,

je nach dem Beleuchtungszweck. (Der Arbeitspreis be­trägt ohnehin meist nur noch 8 Rpf. und weniger für die Kilowattstunde!) Je höher die Wattstärke desto größer die Lichtausbeute! Die Osram-D-Lampe 60 Watt/220 Volt gibt z. B. mehr als dreimal soviel Licht wie eine Osram- Lampe r; Watt/220 Volt. Diesen Unterschied macht die Osram-Doppelfcendel. Es kommt auf denNamenOsram an!

OSRAM

D

-LAMPEN

INNENMATTIERT