fehle. Aber 60 bis 70 v. H. der sowjetischen Kriegsindustrie lägen in den bedrohten oder schon eroberten Gebieten!
Lustangriff auf Rostow.
Ein neuer Schlag gegen die sowjetische Rüstungsindustrie.
Berlin, 7.Oktober. (DNB.) Der Angriff der deutschen Luftwaffe aus R o st o w in der Nacht zum 7.10. bedeutet einen neuen Schlag gegen die sowjetische Rüstungsindustrie. Rostow zählt über 500 000 Einwohner und ist eine der wichtigsten südrussischen Städte. Die Stadt, die zugleich Hauptstadt des gleichnamigen Gebietes ist, liegt am rechten Ufer des Don, ungefähr 50 Kilometer oberhalb seiner Mündung ins Asowsche Meer. Bekannt ist Rostow vor allem durch seine große Fabrik für den Bau landwirtschaftlicher Maschinen, die jetzt im Kriege in ein Rüstungswerk umgewandelt wurde. In dieser Fabrik, Rosselmasch, wurde im Frieden neben Güterwagen und Landmaschinen schon verschiedenartiges Kriegsgerät hergestellt. Die Arbeiterzahl beträgt ungefähr 25 000 Mann. Daneben besteht noch die weitere Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen, die Krasnyi Aksaj heißt, außerdem gibt es Röhrengießeroien, Eisend ahnwerk- stätten, eine Emaillierfabrik, Werke der chemischen und der Baustoffindustrie. Bon besonderer Wichtigkeit ist Rostow insofern, als von hier aus neben einer wenig bedeutenden, weiter östlich gelegenen Bahn die einzige Eisenbahnverbindung nach dem Kaukasus besteht. Es ist die Eisenbahn, die von Moskau über Woronesch nach dem Nordkaukasus und weiter nach Grosnyi und nach dem Kaspischen Meer und Baku verlaust.
Mit Bomben belegt
Berlin, 7. Okt. (DNB.) Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 6.10. kriegs- und wehrwirtschaftlich wichtige Ziele im Raum von Charkow. Bei diesen Angriffen wurde auch die Rüstungsindustrie von Kramatorsk a j a erfokgreich mit Bomben belegt.
3n zwei Tagen 169 Flugzeuge verloren.
Berlin, 7. Okt. (DNB.) Nachdem die sowjetischen Luftstreitkräfte in den 24 Stunden des 5. Oktober 116 Flugzeuge verloren, brafyte ihnen die deutsche Luftwaffe auch am 6. Oktober neue schwere Verluste bei. Deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen 32 Sowjetmaschinen ab. 16 Flugzeuge der Bolschewisten wurden durch deutsche Flakartillerie zum Absturz gebracht. Fünf weitere Flugzeuge wurden bei Anariffen auf Flugplätze am Böden zerstört. Damit hat die sowjetische Luftwaffe in zwei Tagen 169 Flugzeuge verloren.
Neuer Hilferuf Halifax'.
Neuyork, 7. Okt. (Europapreß.) Bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Essen in Neuyork richtete der britische Botschafter Lord Halifax an die Vereinigten Staaten einen neuen Appell zur Hilfeleistung für Großbritannien. Er betonte, daß die vordringlichste Aufgabe der USA. und England jetzt die Produktion und immer wieder die Produktion sei. Die Vereinigten Staaten und England müßten jetzt alle zur Verfügung stehende Energie zusammenreißen. England selbst, so fuhr Halifax fort, müsse die höchsten Anstrengungen machen, um so schnell wie möglich von der Defensive zur Offensive überzugehen, die es nötig habe, weyn es den Krieg gewinnen wolle.
Verlustreiche Einflüge in das Reichsgebiet.
Berlin, 7. Oft. (DNB.) Die Briten flogen während des Monats September 16mal in das Reich ein. Sie brockten bei der Mehrzahl der Einflüge freilich nur schwache Kräfte über die Deutsche Bucht und die deutschen Küstengebiete hinaus vor, weil die deutsche Abwehr ihnen bei jedem Einflug Verluste, meist recht schwere, beibrachte. Die britische Luftwaffe verlor bei diesen 16 September- einflügen in das Reich allein 77 Flugzeuge, überwiegend viermotorige Bomber. Sie wird auch jetzt, wie schon im August, feststellen müssen, daß die Einflüge ins Reich ihr teuer zu stehen kommen, zu teuer im Vergleich zu der Wirkungslosigkeit ihrer Angriffe auf militärische Ziele.
Neues vom alten Mond.
Bon Bruno H. Bürgel.
In gewisserMeit ist der gute alte Mond da droben entthront. DiedLiebenden, die ihn in verklungenen romantischen Zeiten besangen, haben sich anderen Idealen zugewandt, und die Entwicklung des technischen Zeitalters, die mit Millionen elektrischer Sonnen die Nacht zum Tage machte, hatte des alten Nachtwandlers. zarten Schimmer, den noch unsere Großväter liebten und priesen, in den Schatten gedrängt.
Nun, heute, in der allgemeinen Verdunkelung Europas, kommt auch der alte Mond wieder zu Ehren, ja, man erwägt sogar, ob in den Nächten, in denen sein Rundgesicht über Land und Meer steht, gewisse kriegerische Maßnahmen zu befürchten oder nicht zu erwarten sind. Die Wissenschaft beginnt sich des Mondes zu bemächtigen; die Physiologen und Psychologen wollen eingehend untersuchen, woher die Wirkung des Mondes auf manche empfindsame Menschen kommt; in Amerika hat sich eine Kommission gebildet, die feststellen will, ob der alte Glaube oder Aberglaube, daß der Mond Einfluß auf das Wachstum der Pflanzen habe, wirklich berechtigt ist, und selbst zum Schwerarbeiter soll er werden, der Mond, denn man will an der kanadischen Grenze ein ungeheures Kraftwerk bauen, das eigentlich der bleiche Trabant der Erde in Bewegung erhält. Die anziehende Kraft des Mondes hebt dort in einer Bucht das Wasser des Meeres zur Zeit der Flut fünfundzwanzig Meter hoch, und dieses Flutwasser soll von nun an ungeheure Turbinen treiben. Wie haben sich die Zeiten gewandelt! Einst besang Goethe den stillen Silbermond, und der Märchendichter Andersen schrieb seine köstlichen Mond-Träumereien, nun aber interessiert es die Flieger und die Ingenieure.
Einer freilich ist ihm treu geblieben, nämlich der Astronom, der Erforscher der Mondwelt. Wir haben heute Karten und photographische Bildwerke von der Mond-Oberfläche, die so genau wie die Erdkarten sind. Unsere modernen Riesenfernrohre zeigen uns heute Einzelheiten auf dieser Welt, die etwa 300 Meter Durchmesser haben; wäre sie bewohnt, wir würden größere Anlagen und Bau-
Brandfackeln auf Eisenbahnschienen.
Von Kriegsberichter
DNB....., 7. Okt. (PK.) Seit dem frühen
Morgengrauen starten die Maschinen unserer Kampfgruppe wieder in ununterbrochener Folge gegen den Feind. Während ein erster Angriff einem sowjetischen Truppenlager galt, das durch mehrere Bomben getroffen wurde, lagen während des ganzen Tages die Eisenbahnlinien in einer Flanke der Front im Bombenhagel unserer Kampfgruppe, die in den dreieinhalb Monaten des Osteinsatzes bereits so manche Eisenbahnstrecke durch Volltreffer aufriß.
Bei einem der Angriffe am ersten Tage der neuen Offensive wurde als verheißungsvoller Auftakt zu den Einsätzen dieser Entscheidungsschlacht von der Besatzung des Gruppenkommandeurs, Hauptmann P., ein langer Tankzug getroffen, dessen Wagen wie riesige Fackeln über die Schienen rollten.
In niedrigster Höhe nahm die deutsche Maschine den Tankzug an, tauchte in die Dampfwolken der Lokomotive, löste im Feuer feindlicher Maschinengewehre ihre Bomben los, um dann in einer Steilkurve hochzuziehen. Außerhalb der Reichweite sow- jestscher MG.-Schützen Überzeugte sich die Besatzung von ihrem Treffergebnis, das in seiner vernichtenden Wirkung ihre Erwartungen noch übertraf.
Der letzte Tankwagen brannte lichterloh. Glühende Bombensplitter hatten ihn getrosten. Wie eine riesige Fackel, die ihre rote Glut nach allen Seiten ergoß, wurde der brennende Wagen über die Strecke gezogen. Umsonst versuchte die Lokomotive, ihre kostbare Fracht durch beschleunigtes Tempo zu retten. Die Vernichtung saß dem Transport im Nacken und verbreitete sich unaufhaltsam. Schon war das Feuer übergesprungen auf den zweiten Wagen, der ebenfalls in Flammen aufging.
Anton Mttller-Engstfeld.
Dann aber erschütterten nacheinander etwa 1 0 Ex- fi l o s i o n e n die Luft, daß die Erschütterungen selbst in der fliegenden Maschine noch spürbar waren. Zehn riesige Stichflammen, die in Abständen von wenigen Augenblicken aufzischten, hatten zehn Tankwagen, auseinandergerissen. Wie von mutwilligen Riesenfäusten wurden die übrigen Wagen durcheinander gewürfelt, deren Brennstoff sich zum Teil über die Böschung ergoß und Feuer fing. Längst hatte die Lokomotive gebremst, denn der Transport war re st los vernichtet.
Auch die Besatzungen anderer Maschinen meldeten an diesem Tage Treffer in rollenden Eisenbahnzügen und auf Eisenbahnlinien der Sowjets, die in den von unseren Kampfftiegern berührten Gebieten überall auf dem Rückzug sind.
Während auf den deutschen Vormarschstraßen ein ungeheurer Verkehr herrscht, liegen die sowjetischen Straßen wie ausgestorben da. Die Furcht vor den deutschen Stuka verbänden, den Zerstörern und den Jagdmaschinen, die den Besatzungen unserer Kampfgruppe in starken Verbänden begegnet sind, halten die Sowjets i n den Wäldern zurück. Auf den Waldwegen aber wurde ein Verkehr sowjetischer Kraftfahrzeuge beobachtet, die sich eindeutig nach rückwärts bewegen. Bolschewistische Widerstandsnester, die meist schon in Flammen stehen, sind von deutschen Panzerkräften umzingelt. Während die Geschütze der Panzer in die eingeschlossenen Sowjetverbände feuern, sahen die heimflieaenden Kampfflieger die Kameraden der Sturzkampf, und Zerstörerverbände auf die feindlichen Stellungen stürzen, um mit Bomben und Bordwaffen ihr Dernichtungswerk zu beginnen.
Finnland gegen englische Erpressung.
Oie Sowjets als Friedensstörer.
Helsinki, 7. Oktober. (DNB.) Die englische Regierung hat vor kurzem der finnischen Regierung eine Note zugeleitet, in der sie für den Fall, daß finnische Truppen in sowjetisches Gebiet eindringen, Finnland mit der Drohung einzuschüchtern versuchte, das Land nicht nur während des Krieges, sondern auch nach Friedensschluß als Feind Englands zu betrachten.
Die finnische Regierung hat der englischen Regierung neben der praktischen Antwort durch die Besetzung Petrowskois nunmehr auch eine eindeutige Antwort zugeleitet, in der eingangs auf folgende Tatsachen hingewiesen wird:
„Am 30. November 1939 begann die Sowjet- Union einen unbegründeten und unprovozierten Angriff auf Finnland. Am 14. Dezember erklärte der Völkerbund aus diesem Grunde gemäß Artikel 16 des Dölkerbundstatuts die Sowjetunion zum Angreifer und schloß sie aus dem Völkerbund aus. England nahm an dieser Abstimmung teil. Finnland wurde in seiner Kriegführung allein gelassen, und es wurde nicht die Frage aufgeworfen, wie der Angreifer die Folgen seines Angriffes wieder gut zu machen hätte.
Am 12. März 1940 mußte Finnland mit der Sowjetunion den Moskauer Zwangsfrieden abschließen. Hierbei konnte Finnland die Abtretung wesentlicher Teile seines Territoriums an den Feind nicht vermeiden, worüber hinaus es seine Einwilligung zum Bau einer die Sicherheit Finnlands und ganz Skandinaviens bedrohenden strategischen Eisenbahn zugunsten der angreifenden Sowjets erteilen mußte." —
Die finnische Note verweist sodann auf das im finnischen Blauweißbuch Nr. 2 veröffentlichte Material über die nach Abschluß des Friedens vonseiten Moskaus verfolgte rücksichtslose Erpresserpolitik, welche die Vernichtung Finnlands zum Ziele hatte. Die Note fährt sodann wörtlich fort:
„Am 22. Juni 1941 leiteten die Streitkräfte der Sowjet-Union die Feindseligkeiten gegen Finnland unter anderem durch von der Luft aus erfolgte Bombenangriffe auf finnische Kriegsschiffe und auf ein finnisches Befestigungswerk ein. Am darauffolgenden Tage wurde in der führenden Moskauer Zeitung Prawda erklärt, daß ,d i e Finnen v o m Erdboden zu vernichten find'. Am 25. Juni entwickelten sich die Feindseligkeiten
von feiten der Sowjet-Union zu einem systematischen, gegen zahlreiche rein finnische Punkte gerichteten ausgedehnten Angriff. Nachdem Finnland festgestellt hatte, wiederum Gegenstand eines bewaffneten Angriffs geworden zu sein, ging es erst Anfang Juli zu aktiven Abwehrmaßnahmen über.
Der Kampf Finnlands gegen diesen am 30. November 1939 begonnenen und in verschiedenen Formen ununterbrochenen fortgesetzten Angriff war und ist Selbstverteidigung. Wichtige Gebiete innerhalb der Grenzen von 1939 sind immer noch in Feindeshand und diese, ebenso wie die außerhalb der erwähnten Grenzen befindlichen Gebiete, bis zu denen die finnischen Truppen im Verlauf der Kämpfe vorgeorunaen sind, wurden als Ausgangspunkt eines Angriffes auf Finnland benutzt. Die Sowjetregierung hat diese Gebiete als denkbar vollständige Stützpunkte für nach dem Westen gerichtete Angriffe ausgerüstet. Dieses konnte nunmehr an Ort und Stelle festgestellt werden. Die von der Murmansk-Bahn in Richtung auf die finnische Grenze abzweigenden Stichbahnen, wovon bisher fünf festgestellt werben konnten, ebenso wie die nur in Angriffsabsicht in die Ein- öden Kareliens gebauten neuen Verkehrsstraßen und die zahlreichen Flugplätze enthüllen unbestreitbar die Angriff fspläne der Sowjet-Union und die unhaltbare strategische Lage, in die Finnland auf Grund dieser Vorbereitungen geraten war. Eine effektive Verteidigung, zu der niemand Finnland das Recht versagen kann, ist für das Land nur möglich durch die Vorschiebung seiner Verteidigung auf diese Gebiete selbst."
Nach der Feststellung, daß diese jenseits der alten Ostgrenze liegenden Gebiete eine fast rein finnische Bevölkerung aufweifen, heißt es zum Schluß:
„Finnland führt feinen Verteidigungskrieg ohne politische Verpflichtungen. Das Land ist dafür dankbar, daß es diesmal nicht allein zu kämpfen braucht. Finnland kann es nicht verstehen, daß Großbritannien, mit dem es die Beibehaltung friedlicher Beziehungen gewünscht hat und dies immer noch tut, nur aus dem Grunde, weil Finnland jetzt nicht allein gegen die Sowjet- Union kämpft, sich als berechtigt oder gar als verpflichtet fühlen kann, Finnland als offenen Feind zu behandeln."
werke erkennen, aber die beiden Grundvoraussetzungen für das Leben fehlen da, nämlich Luft und Wasser, und als weitere, einem höheren Leben höchst ungünstige Eigentümlichkeit kommt hinzu, daß Tag und Nacht nicht schnell wechseln wie bei uns, sondern daß beide je 14 Tage dauern, so daß also der Sonnenschein des Tages die Oberfläche bis auf 120 Grad erhitzt, die Kälte der Nacht sie bis weit unter 100 Grad abkühlt. Klar liegen die weiten Ebenen, die langgedehnten Gebirgszüge, die abertausend seltsamen Ringberge, Krater, Kegel, Täler, Furchen im scharfen Glase vor uns, aber das alles ist überlagert vom ewigen Schweigen des Todes.
Es ist gar nicht sehr weit bis zum Monde! 384 400 Kilometer trennen Erde und Mond, eine Strecke, die nur siebenundfünfzigmal länger ist als der Seeweg Bremerhaven—Neuyork; ein Flugzeug flöge 40 Tage an dieser Strecke, wenn ... ja wenn es im luftleeren Raum zu fliegen vermöchte! Aber nun kommt einer (und er ist nicht der crfte), der behauptet, daß der Mond einst der Erde sehr nahe war, ja, daß er einst zu ihr gehörte. Der Mond soll ein Stück der Erde fein, das sich loslöste, selbständig machte, und heute noch wäre die Stelle zru erkennen, die ungeheure Narbe sichtbar, wo die Masse des Mondes sich vom Körper der Erde ab» trennte, im mächtigen Kessel des Stilles oder Großen Ozeans hätten wir nach dieser Auffassung die Wunde zu sehen.
Nun, der Gedanke, daß der Mond ein wirkliches Kind der Erde sei, sich aus ihrem Schoß löste, ist keineswegs nur die verrückte Idee eines der vielen Hypothesen'-Schmiede, die es ganz genau wissen wollen, wie Gottvater einst die Welt erschuf? ausgezeichnete Gelehrte, deren Ruf und Name in allen Ländern anerkannt wird, haben sehr schwierige Arbeiten über dieses Problem veröffentlicht. Nicht immer sah ja die Erde so aus wie heute. Einst war sie ein Glutball, der sich.mit großer Geschwindigkeit um seine Achse drehte; sehr wahrscheinlich dauerte der Tag damals nur wenige Stunhen, drei bis fünf, wie die mathematische Behandlung der Frage zeigt. Nehmen Sie einmal eine weiche Tonkugel, bringen Sie die auf eine Drehvorrichtung und lassen Sie sie schnell rotieren. Dann bleibt sie keine Kugel mehr, sie plattet sich ab, wird eiförmig, und wenn man das Experiment in geschickter Weise
durchführt, erlebt man, daß schließlich am Rande, an der Ausbauchung, sich Teile ablösen, die davon- fliegen. Noch viel stärker wird diese Formänderung bei einem glühendflüssigen Körper, wie es einst die Erde war; es kann auch eine Birnenform eintreten, die ehemalige Kugel schnürt sich ein, und auch hier kann schließlich der kleinere Teil sich ablösen. So etwa kann vor einer Ewigkeit die Masse, die dann zum Monde wurde, sich vom Erdkörper getrennt haben; langsam mußte der abgesprengte Teil sich entfernen und in einer immer weiteren Bahn die Mutter Erde umkreisen.
- Ein interessanter Gedanke, daß einst der uns so ferne Mond zur Erdenwelt gehörte! Aber wenn diese Anschauungen über die Geburt des Mondes richtig sind, dann muß sich der Vorgang, wie getagt, zu einer Zeit abgespielt haben, als von Ländern und Meeren auf dem Stern, den wir bewohnen, noch keine Spur vorhanden war; keinesfalls kann mehr die Narbe zu bemerken sein, die entstand, als die Mondmasse sich selbständig machte. Man kennt die Große und Masse des Mondes heute mit aller Genauigkeit. Man kennt auch die Große und Tiefe des Großen Ozeans und kann so ausrechnen, daß die Masse unseres Mondes dreißigmal größer ist als die Masse, die nötig wäre, um den Riesenkessel dieses Weltmeeres auszufüllen. Hackten wir den Mond in Stücke und füllten wir mit dieser Materie jenen Kessel, so würden wir also nur den dreißigsten Teil der Mondkugel da unterbringen können. Wo sollen die anderen neunundzwanzig Teile hergekommen sein? Nun, so sagt man, einst war dieser Meerkessel viel tiefer. Er ist im Laufe der Jahrmillionen zum Teil zugefchüttet worden, durch Materjal, das die Flüsse vom Lande losten und dort hinbrachten. Derlei muß natürlich berücksichtigt werden, denn ein einziger Fluß, wie der Mississippi, trägt in einem einzigen Jahr 210 Kubikmeter Sand und Schlamm ins Meer. Aber auch wenn wir diesen Einwand gelten lassen, kommt unsere Rechnung nicht ins reine, und die Geburt des Mondes aus dem Erdenschoß kann zudem, wie gesagt, nur erfolgt sein, als die Erde noch eine glühendflüssige Kugel war, lange vor der Entstehung der Weltteile.
Die Loslösung von der Erde ist dem Sohn schlecht bekommen! Während die Mutter eine Well voll mil«
Am Ajowschen Mer.
Von Dr. Paul Rohrbach.
Die Halbinsel Krim, und das früher dem Don- scheu und Kubanschen Kosakenheer gehörige Land umgeben das Asowsche Meer. Die Krim ist alt« hrstorischer Boden; die Kosakenländereien wurden erst zur russischen Zeit aus besonderen Gründen ab. gegrenzt und organisiert.
Die Alten nannten die Meerenge, durch die bas Asowsche Meer mit dem Schwarzen Meer zusam- menhängt, den Kimmerischen Bosporus (heute heißt sie die S t r a ß e v o n K e r t s ch), und danach hieß das halb fkythische, halb griechische Staatswesen, das hier während mehrerer Jahrhunderte vor und nach Beginn unserer Zeitrechnung bestand, das Bosporanische Reich. Seine Könige und sein Adel waren, nach ihrem Namen zu schließen, Verwandte der Jranier und wurden später Vasallen des römischen Jmperiüms.
Im 3. Jahrhundert n. Ehr. wurden die Goten Herren der Pontischen Steppe und auch der Krim. Von hier aus fuhren sie mit ihren großen,-seetüchtigen Booten über das Schwarze Meer, durch den Bosporus und die Dardanellen und plünderten Ephesus und Athen. Ein gotischer Rest hat sich noch über ein Jahrtausend im gebirgigen Süden der Krim erhalten. Erst im 17. Jahrhundert scheinen seine letzten Spuren verschwunden zu fein, doch waren diese Nachkommen der Krim-Goten, denen man ihre körperliche Abkunft und ihren Adel noch ansah, vermutlich Mohammedaner und sprachen tatarisch. Die Nachrichten italienischer Kaufleute über sie sind nicht ganz deutlich.
Nach der Abwerfung des mongolischen ober tatarischen Jochs durch die Zaren von Moskau am Ende des 15. Jahrhunderts erhielt sich in der Krim und in der nördlich auf dem Festlande ihr vorgelagerten Nogaischen Steppe eine starke tatarische Macht, Die den Moskowitern gefährlich blieb. Der Krimsche Chan Mengli Cirei rückte mit feinen Reiterscharen einmal bis vor Moskau und verbrannte die Stadt, bis auf den befestigten Kreml. Seit 1472 behauptete der Sultan in Konstantinopel eine späterhin nur noch nominelle Oberherrschaft über die Krim; 1783 fetzte die Kaiserin Katharina II. den letzten Chan ab und machte die Krim zur russischen Provinz.
Die Halbinsel, die nur durch den schmalen Hals der früher durch tatarische Befestigungen geschlosse. nen Landenge von Perekop mit dem Festland zusammenhängt, ist in ihrem nördlichen und mitt« leren Teil ein steppenhaftes Flachland, teilweise mit salzigem Boden, eine hervorragende Schafweibe. Die Krimschen Schafe zeichnen sich burch ein schön gelocktes Fell aus, das als Krimmerpelz geschätzt wird. Es gibt auch fruchtbare Striche mit einer Anzahl deutscher Bauernkoloni LN. Die von den Russen gegründete Hauptstadt, mitten in der Steppe, ist Simferopol; schöner, gegen das Gebirge zu, liegt die alte Tatarenresidenz Bak. tschisarai mit einem verfallenen Chan-Palast.
Den Südrand der Krim bildet das Jaila« Gebirge, eine niedrigere Fortsetzung des Kaukasus, von diesem durch den Einbruch der Straße von Kertsch getrennt. Es hält die kalten Nordwinde vom südliches Gestade ab und schafft dadurch hier ein Mittelmeerklima mit sehr milden Wintern. Die russischen Herrscher, die Aristokratie des Hofes uni) reiche Kaufleute hatten hier ihre Paläste und Villen in Livadia, Jalta, Alupka und anderen luxuserfüllten Plätzen. 21m Westende des Gebirges, an einer felsigen, fjordähnlichen Einbuchtung, liegt der bekannte Kriegshafeii Sewastopol. Im fogenannten Krimkrieg, 1853 bis 1855, den Frankreich und England gegen Rußland führten, um die Türkei vor dem drohendes Zugriff Rußlands zu schützen, wurde Sewastopol fast ein Jahr lang durch den Ingenieur-Obersten Totleben, einem Kurlänber von Geburt, glänzend verteidigt, war aber zuletzt nicht mehr zu halten. Rußland besaß damals noch fast gar keine Eisenbahnen und brachte es nicht fertig, über die großen Entfernungen aus dem Innern des Reichs genügend Truppen und Material zum Entsatz der Festung heranzuschaffen. Finanziell erschöpft, mußte es 1856 in Paris einen Frieden schließen, der es nötigte, keine Kriegsschiffe mehr auf dem Schwarzen Meer zu halten und einen Teil von Bessarabien an Rumänien abzutreten, das damals noch ein türkisches Vasallenfürstentum war.
Das Gebiet im Norden und Osten des Asow- schen Meeres gehörte bis zur bolschewistischen Revolution den Kosaken des Don und des Kuban. Die Kosaken waren wohlhabende Landbesitzer und führten eine bäuerliche Wirtschaft, doch waren alle Waffentüchtigen eine Reihe von Jahren zum Militärdienst verpflichtet und bildeten eine mit
lionenfachen Lebens ist, ist er ein toter, starrer Steinklumpen, auf dem wahrscheinlich nicht einmal Bakterien zur Entwicklung kommen konnten. Die Kleinheit des Mondes trägt Schuld an diesem Zustand. Der Mond hat eine achtzigmal geringere Masse dis unsere Erde, er konnte die Gase, die Luft und Wasser bilden, nicht an sich fesseln; sie entwichen hinaus in den endlosen Raum, und damit war die Mondwelt zum Tode verurteilt. So haben auch die Weltkörper ihre Schicksale, wie die Menschen, denn alles wird und vergeht nach großen Gesetzen, die ewig und unabänderlich sind.
Maler-Geschichte.
Als der große französische Landschaftsmaler Claude Monet im Alter auf der Hohe des Ruhms stand, kam eines Tages ein Kunsthändler in feilt Atelier zu Giverny und zeigte dem Meister ein Bild aus feiner Jugend, das datiert und mit seinem Namen gezeichnet war. Das Werk zeigte noch sehr die Schwächen des Anfängers. Monet betrachtete sich bas Bilb aufmerksam, bann stieß er einen Fluch aus und hieb mit der Faust hinein, so daß ein. großes Loch entstand. „Damals war ich noch eilt elender Stümper!" schrie er wütend. Der Kunst* Händler schien außer sich zu geraten über die Vernichtung des Bildes und erklärte jammernd: „Und ich hatte es jo teuer bezahlt, es war doch gezeichnet! Sie müssen mir den Schaden ersetzen!" — „Wählen Sie sich was aus", sagte Monet verächtlich und zeigte in eine Ecke des Ateliers, wo eine Aanzafst Bilder von ihm standen. Das ließ sich der Kunsthändler nicht zweimal sagen, er suchte lange und gründlich und wählte ein Bild, das ihm das beste von Monets Meisterhand zu fein schien. Dann ging er unter Dankesbezeigungen mit dem Bilde fort. „Du läßt dich doch immer von den Kunsthändlern reinlegen", sagte ein Freund, der die Szene miterlebt hatte, zu Monet; „der Mann hat'dir das Bild doch bloß gebracht, weil er wußte, was du damit Machen würdest!" — „Denkst du, das weiß ich nicht auch?" antwortete Monet. „Aber das ist mir ganz recht — ich wünschte, ich wäre reich genug, um alle meine schlechten Bilder auf diese Weise aus der Well schaffen öu können." && -
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