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Fortsetzung

(Nachdruck verboten.)

Ansicht gehört die Bevölkerung am Unterlauf des von und des Kuban größtenteils zum ukrainischen Volkstum. Der große Seehafen R o ft o w an der Stundung des Don ins Afowsche Meer ist modernen Ursprungs.

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hellwang steuerte den Wagen durch einen Blät- wirbel hindurch. Ein rotes Ahornblatt tanzte Wien die Wandschußscheibe und blieb auf ihr haf- e . Hellwang ließ den Scheibenwischer laufen, der Kiene Motor surrte eifrig, aber das kleine Blatt H'bte fest. Er bremste, stieg aus und entfernte es, p es seine Sicht behinderte.

.Ja, Kathi", murmelte er, als er den Wagen wie- k in Fahrt brachte,das wird für Britta ein fum« pirooller Tag werden, wenn für Fräulein Trix die ilisschiedsstunde schlägt. Und ich fürchte, wir müssen p3 bald darauf gefaßt machen, wieder allein zu Men."

I -Warumma?" fragte Kathi mit störrrischem Ge- klt,ich mein, warum muß das Fräulein Trix wie- P fort?"

I Weil sie ihren Beruf hat", knurrte er und schien Iküstzlich gereizt zu sein. Kathi verzichtete auf eine tUrtsetzung des Gesprächs. Sie lehnte sich zuruck i rn verschränkte die Arme über der Brust.

| ^rix öffnete das Gartentor, als sie den Wagen hörte, Hellwang fuhr in die Garage ein.

I Wie geht es Britta?" fragte Trix. Ihre Hande pren voller Erde. Sie wischte sich die Haare, die gber dem bunten Kopftuch hervorquollen, mit dem pn aus der Stirn. .

I Diwei verlangts nach Eahna, Fräulein Trix , -.niwortete Kathi. ...

l Ich fahre nachmittags in die Stadt. Sie können |?_ Essen schon aufseßen, Kathi." Lydia und fflynchen hängten sich in Kathis Arme unt> oep lusanben mit ihr im Haus. Hellwang schloß die 'liagentür. _ ,

ß, 'Post gekommen?" fragte er über die Schulter. i-lK schüttelte den Kopf. Er schob den Riegel vor.

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ganze, Gewehr und Nagaika bewaffnete, reguläre v\. | leichte Kavallerie. Die Nagaika war eine im Stiefel getragene Peitsche, ein Bündel scharfer, dünner Üederriemen an einem Stiel, mit der namentlich auf i K I unliebsame Bolksansammlungen eingehauen wurde. ' faJ Die Donschen Kosaken unter ihrem Ataman waren ijt q? ursprünglich die Kolonisatoren dieses Teils der den - Krimschen Tataren abgenommenen Steppe. Eine llbzweigung von ihnen waren die jenseits der Meer- mge von Kertsch, im Gebiet des Kuban,, zur Bändi­gung der kaukasischen Bergvölker anaesiedelten . ^ubanlkosaken. Beide Kosakenheere wollten vom

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Oie Frau und völkische Aufgaben.

ZnternationalesFranentreffen in Berlin.

Berlin, 7. Okt. (DNB.) Am Dienstagmorgen liröffnete Reichsfrauenführerin Scholtz-Klink in Gegenwart des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley las erste internationale Frauentreffen in Zeichen der europäischen Zusammenarbeit. Nach- tem die Reichsfrauenführerin ihrer Freude darüber Ausdruck gegeben hatte, daß die Vertreterinnen aus Italien, Japan, Spanien, Finnland, Ungarn, Bul- tarien, Rumänien, Kroatien, Dänemark, Holland md Norwegen während des Krieges zu einer ersten Fühlungnahme nach Berlin gekommen seien, sprach se ausführlich über die Gedankengänge, die dazu seführt hätten, daß fich die deutschen Frauen zu iner so umfassenden Gemeinschaft zusammengeschlos- in haben. Weder habe die deutsche Frauenorgani- j:tion das Erarbeitete eifersüchtig für sich allein ge­tütet, noch habe sie den Anspruch erhoben, die tlein gültige Organisationsform von Frauen gefun» Jen zu haben.

Allerdings müsse fich heute jede Nation, gewiß tber jede, die Notzeiten durchzumachen habe, die frage der Einbeziehung der Frau in die lölkischen Aufgaben stellen und sich über- sgen, welchen Anteil an den großen Entwicklungs­prozessen der Nation sie den Frauen zuweisen rollte. »Die nationalsozialistische Frauenbewegung hbe daher vor der Aufgabe gestanden, eine Organi- stion zu schaffen, die es jeder einzelnen Frau, auch B?-r einfachsten, ermöglichte, am völkischen Leben s silzunehmen. Das bedeute das Hineintragen der fDce in den Alltag der Frau. So sei es gelungen, [ cftmalig in Deutschland eine Frauenorganisation lp schaffen, die, von der breiten Masse getragen, I eie Möglichkeiten zu höchster Auswirkung bietet, itus alledem gehe hervor, daß die Erfassung von »krauen nur völlig freiwillig aus der Ueberzeugung ||irau3 geschehen darf und geschieht. Eine einmal Iverzeugte Frau sei dann nicht nur die treueste, I Imbern auch die opferbereiteste Anhängerin einer »Bewegung. Nur so seien die ungeheuren Leistungen Ibr deutschen Frau im Kriege zu verstehen.

Die Form der deutschen Frauenarbeit habe fich in »l.'utschland außerordentlich bewährt. Das solle fe- Nich nicht heißen, daß andere Länder nach genau bin gleichen Schema arbeiten müßten, um Erfolge I» erzielen. Man solle nicht alles gleich machen, son- WNrn so wie in Deutschland müsse auch jedes andere »nd seine Volksart in seiner Frauenorganisation tsprägen. Bei aller Verschiedenartigkeit verbänden r anwesenden Frauen die gleiche Arbeitsauffassung ||j!b soziale Kameradschaft, die sich absetze gegen ffjtie Gedankenwelt, der durch das gemeinsame Hin- »kbeiten auf ein neues Europa nun auch von den trauen der Kampf angesagt wird.

i Meine politische Nachrichten.

| Der Führer hot mit Wirkung vom 1. Oktober . 1*41 in der Schußstaffel folgende Beförderungen |ü:5gefprod)en: ^-Gruppenführer Haußer zum ff Obergruppenführer, H - Brigadeführer Dr. Monti zum ^-Gruppenführer, -^-Brigadeführer ffk^ G r a w i tz zum ^-Gruppenführer und ^-Ober- Mhrer Professor Dr. Gebhardt zum -Brigade- ff irnr er.

Die deutsche Regierung hat sich gezwungen ge» ff!«1 en, den Berufs- und Wahlkonsuln Costaricas im M utschen Reich das Exequatur zu entziehen und mit die Regierung von Costarica gebeten, dafür ff^rqe zu tragen, daß die Konsulate bis zum 111 Oktober 1941 geschlossen werden.

I Die Große Loge von Frankreich in Paris ist in ifftii Freimaurermuseum umgewandelt worden, das pri Mittwoch eröffnet wurde.__

te L. öolschewismus nichts wissen. Sie wurden daher ach hj? furchtbar dezimiert, ihre selbständige Organisation isives.. wurde aufgelöst und ihr Land zwangsweise der )or Kollektivwirtschaft überantwortet. In nationaler

Aus der Stadt Gießen.

Einiges vom Essen.

Nicht allein, was wir essen, ist für den Aufbau des Körpers und dessen Gesunderhaltung wichtig, sondern auch, wie wir die Nahrung zu uns neh­men, sollte beachtet werden, denn beides zusam­men erst garantiert Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen. Dabei ist ein Unterschied zu machen zwischen dem Kinde, dem Erwachsenen und dem alten Menschen. Kinder bedürfen einer leichten Nahrung, denn der kleine Magen ist nicht in der Lage, viel unb Schwerverdauliches zu bewältigen. Auch seien die Speisen für die Kinder wenig ge­würzt. Man überlaste den kleinen Magen nicht, gebe lieber weniger, dafür aber in kürzeren Ab­ständen eine kleine Mahlzeit. Das Abendessen für Kinder soll spätestens um 6.30 Uhr bereitstehen. Für die Erwachsenen ist die Essensfrage weniger entschei­dend, vorausgesetzt, daß alle Nahrung richtig gar­gekocht wurde. Auch für sie gilt der Grundsatz: nicht zuviel auf einmal. Was roh gegessen werden kann,

verdunkelungszett

8. Oktober von 18.43 bis 7.33 Uhr.

sollte man nicht kochen, um die Vitamine zu er­halten: das gilt für jedes Lebensalter. Und was die 'alten Leute betrifft, so nehme man auf deren oft empfindlichen Magen Rücksicht, der schwere Kost nicht mehr verarbeiten kann. Alte Leute essen mög­lichst auch leichte Kost, roenia auf einmal und nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen.

Stets ist es wichtig, auf den Gesundheitszustand der Zähne Rücksicht zu nehmen, bei schlechten Zäh­nen oder Zahnerkrankungen in jedem Lebensalter möglichst geriebene, gehackte oder sonstwie zerklei­nerte Kost zu reichen. Man esse nie zu heiß, doch auch nicht zu kalt. Beides schadet dem Magen und den Zähnen. Bei Magenverstimmungen, d. h. wenn man das GesühT hat, baß der Magen die Speisen nicht verdauen könne, Helse man mit einer Messer­spitze Natron.

Zum Essen lasse man sich Zeit. Man schlinge nicht, sondern kaue und zerkleinere alles reichlich, denn nur so können die Aufbau- unb Nährstoffe völlig ausgenutzt werden. Nie soll man mit vollem Magen zu Bett gehen. Nach jedem Essen ist Be­wegung verdauungsfördernd. Wer alt und kränklich ist und sich niederlegen muß, der tue es v o r dem Essen, denn die ausaedehnte Mittagsruhe macht träge und bi cf, was die wenigsten unter uns er­streben: es sei denn, daß sie krank waren und einer Gewichtszunahme bedürfen.

Was wir kochen, fei sorgfältig zubereitet. Sind die Speisen appetitlich angerichtet, so mundet auch das einfachste Essen. Und wenn es etwas Abwechslung in der Ernährung geben kann, so ist jedes Familien­mitglied dafür empfänglich. H. v. L.

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Stadttheater: 19 UhrLiebe in der Lerchengasse". Gloria-Palast, Seltersweg:Annelie". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Heimat". Auf dem Oswaldsgarten: Herbstmarkt (Schaumesse).

Sprechstunde des Kreisleiters.

Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 9. 10. 41, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen statt.

HHeinefofHiift W dünn Srenöe

Sportamt.

Gymnastik und Spiele.

Wiederbeginn Donerstag, 9. Oktober, von 20.30 bis 21.30 Uhr in der Goethefchule in Gießen. |4171D

Professor Or. Wilhelm Löhr t-

In Magdeburg o er ft ar b dieser Tage nach schwerem Leiden der auch in Gießen bekannte Leiter der Chirurgischen Klinik des Krankenhauses Sudenburg, Professor Dr. Wilhelm Löhr, im 52 Lebensjahre. Wilhelm Löhr wurde am 15. März 1889 in Hohensolms (Kreis Wetzlar) geboren. Er faßte schon früh den Entschluß, sich der medizinischen Wissenschaft zu widmen und studierte in Gießen, wo er 1908 immatrikuliert und 1914, kurz vor Aus­bruch des Weltkrieges, als praktischer Arzt approbiert wurde. Den Weltkrieg machte er von 1914 bis 1918 als Arzt in vorderer Linie mit. Nach Kriegsende begann feine eigentliche Laufbahn als Chirurg und Wissenschaftler. Neben der reinen Chirurgie widmete sich Professor Löhr ausgiebig der Bakteriologie; hier ergaben sich Probleme, deren Klärung für das wich­tige Gebiet der Wundheilung von großer Bedeutung

Auch für dich nichts? Ich meine, aus Berlin ..." Nein."

Er zündete sich eine Zigarette an und bohrte das abgebrannte Streichholz in die Markröhre eines ab­gebrochenen Jasminzweiges.Kathi sagte schon, daß'das für Britta ein böser Tag sein wird, wenn sie erfährt, daß du uns verläßt. Ich getrau mich nicht, es ihr beizubringen. Das muht du schon übernehmen, Trix ..."

Mein Gott", sagte sie etwas bestürzt,aber schließlich muß Britta es doch einsehen, daß ich nicht ewig hier bleiben kann."

Gewiß, gewiß", murmelte er,aber mach ihr das einmal klar ..." Er ging mit Trix über den Rasen. Vor dem Erdbeerbeet blieb sie stehen. Mehr als die Hälfte der Anlage war vom Unkraut unb von den wuchernden Ausläufern befreit. Hellwang scharrte mit der Stiefelspitze in der schwarzen locke­ren Erde.Was du dir da für eine Arbeit gemacht hast! Sauber ist das Beet geworden, bildsauber! Ich hab' einmal versucht, da Ordnung 'reinzubrin­gen, aber ich habe den Versuch bald aufgegeben. Nur eine Frau bringt so viel Geduld auf."

Ohne uns liefet ihr ja heute wahrscheinlich noch mit Steinbeilen herum", sagte sie mit einem kleinen Lachen.

Oder im Paradies", erwiderte er.Aber schau, Trix, nun machst du dir diese Arbeit und plagst dich hier und wirst nichts von deiner Mühe haben es sei denn, daß du uns versprichst, deinen Ur­laub im kommenden Jahr bei uns zu verbringen."

Vorsicht!" warnte sie,sei nur mit Einladungen vorsichtig, ich gehöre nicht zu den Leuten, die sich zweimal nötigen lassen."

Ach Trix, du weißt doch, wie willkommen du hier immer bist!"

Wirklich?"

Wie kannst du fragen!"

Nun, ich hatte vor drei Wochen gar nicht das Gefühl, daß dir mein Besuch so sehr gelegen käme ..." Sie sah ihn von der Seite an, ihre

Gründung einer städtischen Musst- und Orchesterschule in Gießen.

Eröffnung und Unterrichtsbeginn am 15. Oktober im Liebigbau.

Wie aus einer Bekanntmachung im heutigen An­zeigenteil ersichtlich, ist in Gießen eine st ä d t i s ch e Musik, und Orchesterschule gegründet wor­den, die unter der Leitung von Profejsor Dr. Stefan Temesvary steht und am 15. Oktober eröffnet werden wird. E4 ist ein erfreuliches Zeichen kul­tureller Aufgeschlossenheit und Initiative, wenn eine kommunale Verwaltung mitten im Kriege sich zur Begründung eines solchen Institutes entschließt und den Entschluß in die Tat umsetzt. Die Schaffung einer Musikschule in Gießen entspricht überdies einer ausgezeichneten Tradition: in unserer Stadt hat die Pflege der Musik von jeher in hoher Blüte ge­standen; das braucht nicht ausführlich bewiesen zu werden. Es genügt, bei dieser Gelegenheit etwa an die Beziehungen Gießens zu Max Reger zu erinnern, an die Schaffung und liebevolle Ausgestaltung eines Opernspielplanes an unserem Theater, und vor allem auch an das Wirken des Gießener Kon- zertvereins, der feit langefn zu den vornehmsten Kulturinstituten der Stadt gehört und der, worauf bereits früher hingewiesen werden konnte, die Feier feines 150jährigen Bestehens im Rahmen einer Fest­woche im Frühling des kommenden Jahres würdig begehen wird. Die Veranstaltungen des Gießener Konzertvereins haben dem Musikleben in unserer Stadt seit vielen Jahren ein Niveau von großstädti­schem Rang gegeben, sie haben die Bekanntschaft mit Künstlern und Werken vermittelt, wie sie ge­meinhin in Städten vergleichbarer Größe nicht oder jedenfalls nicht regelmäßig geboten wird, und sie haben einen festen Kreis von Liebhabern und Mu­sikverständigen herangebildet, an deren Urteil und Aufnahmebereitschaft hohe Anforderungen gestellt werden können: das beweist schon ein flüchtiger Blick etwa in die Konzertprogramme der letzten Spiel­zeiten. Es darf also wohl gesagt werden, daß die Gründung einer städtischen Musik- und Orchester- schule in Gießen nicht von ungefähr kommt, und daß dem Verständnis und der tätigen Anteilnahme an einem Kulturinstitut dieser Art gerade bei uns in ungewöhnlich günstiger Weise der Boden bereitet ist.

Die neue Musikschule, die am 15. Oktober d. I. eröffnet wird und den Unterrichtsbetrieb aufnimmt, kündigt die Ausbildung in allen Orchesterinstrumen- ten wie Flöte, Oboe, Fagott, Klarinette, Horn, Trompete, Posaune, Tuba und Schlagzeug an, fer­ner in allen Streichinstrumenten und, was gerade heute nicht unwichtig erscheint, in Militärmusikin- strumentem, außerdem wird theoretischer Unterricht (Harmonielehre) erteilt werden. Die Leitung des Instituts hat Professor Dr. Stefan Temesvary, der durch sein akademisches Lehramt wie durch seine Dirigententätigkeit in den Konzerten des Gießener Konzertvereins für eine Aufgabe solcher Art her- uoragenb qualifiziert ist. Uebrigens sollen auch regel» mäßig Gemeinschaftsübungen abgehalten werden.

Zur Begründung der Schule, die im Liebigbau in der Liebigftraße ihre Stätte gefunden hat, wird von zuständiger Seite darauf hingewiesen, daß es in weiten Kreisen der Bevölkerung noch viel zu wenig bekannt sei, wie überaus lohnend und aus­sichtsreich' Der Beruf des Orchestermusikers ist: viel zu wenig Eltern wissen, daß sie ihrem Sohne, sofern er musikliebend und begabt ist, in kurzer Zeit und in verhältnismäßig jungen Jahren eine Lebensstellung schaffen können, wenn sie ihn in einem Orchesterinstrumekit ausbilden lassen. Da­zu kommt, wie ferner bemerkt wird, daß die we­nigen, die über die Möglichkeiten und Aussichten der Laufbahn des Orcheftermusikers Bescheid wuß­ten, vielfach die Aufwendungen der Ausbildung scheuten, die sich durch die Entsendung des Schülers in die Großstadt mit Reise- und Aufenthaltskosten unverhältnismäßig erhöhen. Um solchen Schwierig­keiten zu begegnen, hat man die städtische Musik- und Orchesterschule in Gießen gegründet. Da es schon seit Jahren in allen großen und kleinen Kultur- und Unterhaltungsorchestern an gut aus­gebildetem Nachwuchs fehlt, wird die Eröffnung der Schule, die den Kreis kultureller Einrichtungen in unserer Stadt in willkommener Weise erweitert, von vielen Interessenten dankbar begrüßt werden.

war. Professor Löhrs weiterer chirurgischer Tätigkeit hat sich immer wieder seine Leidenschaft für das Gebiet der Wundheilung gezeigt und ihren Nieder­schlag in bedeutenden Arbeiten über die ver­schiedensten Zweige der Bakteriologie und insbeson­dere in den letzten Jahren in der Herausgabe eines Lehrbuches über die Wundheilung gefunden. Nicht zuletzt ist es fein Verdienst, wenn auch er maßgeblich an der Herstellung wichtiger Seren für die Behand­lung der eitrigen Bauchfellentzündung und des Gas­brandes beteiligt gewesen ist. Einen starken Auftrieb erfuhr die übrige Chirurgie gerade während seiner letzten zehnjährigen Tätigkeit in Magdeburg da­durch, daß Professor Dr. Löhr als Erster in Deutsch­land die für die Hirnchirurgie wichtige röntgenolo­gische Darstellung der Hirngefäße betrieb und zur höchsten Entfaltung gebracht hat, daß fein Name weit über die Grenzen des Grohdeutschen Reiches bekannt wurde.

Gtrahenverkehrsschuh jetzt auch für Kindergärten.

Straßenverkehrsschuh-Zeichen, sogenannte Dor- sichtszeichen, sind bisher im wesentlichen nur vor Schulen und Krankenhäusern aufgestellt worden, um die Verkehrsteilnehmer darauf hinzuweisen, daß sie an und in der Nähe dieser Gebäude ganz beson­dere Vorsicht und Zurückhaltung beim Straßenver­kehr walten lassen müssen. Wie der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei jetzt bekannt­macht, bedarf es gleicher Vorsichtsmaßnahmen grundsätzlich aber auch bei NSV.-Kindergärten oder anderen größeren Kindergärten, zumal es sich hier um den Schutz von Kleinkindern handelt. Der Er­laß ordnet an, daß daher vor derartigen Kinder­gärten an verkehrsreichen Straßen oder unüber­sichtlichen Straßenstellen künftig gleichfalls die be­kannten Hinweiszeichen aufzustellen sind. Regel­mäßig ist dabei unter dem weißen Dreieck in weißer ,Schrift die BezeichnungKindergarten" anzu­bringen.

Oie GetbstkostenpreiSerrechnung nach den £<.

Line Vorlragsreihe der DAI.

Die Deutsche Arbeifsfront, Kreiswaltung Wet­terau, Hauptstelle für Berufserziehung und Be-

weißen Zähne schimmerten zwischen den Lippen: Na, habe ich recht?"

Nein, du täuscht dich gewiß!" rief er überstürzt, selbstverständlich freute ich mich über deinen Be­such. Ich fürchtete nur, du würdest dich hier nicht wohl fühlen. Sieh einmal, du hattest das Haus in Erinnerung, wie es früher einmal war, und mich vielleicht in Einnerung, wie ich früher gewesen bin Trübsal blasen war ja nie meine Sache aber nun lag über allem der Schatten von Luisas Tod. Und wie du deine Ankunft so überraschend meldetest, da war mein erster Gedanke: Arme Trix, viel Freude wirst du bei uns nicht erleben. Und bann mußte auch noch die Geschichte mit Brittas Krank­heit dazukommen. Ich bin selbstsüchtig genug, dem Himmel zu danken, daß er dich gerade zur rechten Zeit schickte. Für dich waren diese Wochen leider alles andere als eine Erholung ..."

Du scheinst mich für sehr vergnügungssüchtig zu halten?"

Nun, es müßte ja mit dem Teufel zugehen, wenn dir ein Kinobesuch oder ein Theaterstück ober eine nette Autopartie nicht lieber wären als Kran­kenbesuche unb bas Ausputzen von verwilderten Erdbeerbeeten!"

,^Zch habe nichts dagegen, das alles im nächsten Sommer nachzuholen", gestand sie lachend.

An mir soll es nicht liegen! Aber weiß Gott, wcks bis zum nächsten Jahre alles geschieht ..."

Was soll schon geschehen? Bei dir geht es ja immer ein wenig auf und ab. Manchmal beneide ich dich um deinen Beruf. Ich finde ihn großartig und spannend wie ein Abenteuer ..."

Ach meine Liebe", unterbrach er sie,das Abenteuer hat seine Schattenseiten: zuweilen be­neide ich meine ehemaligen Studienfreunde, die jetzt in ihren sicheren Richter- ober Lehrstühlen sitzen."

Ich verstehe bas; aber trotzbem schaubert es mich manchmal ein wenig, wenn ich an meine Zukunft benke. Eigentlich bin ich fein Uhrwerkmensch. Unb so tröstlich unb versöhnend die Vorstellung auch ist,.

triebssührung, Gießen, hat Professor Dr. W. A u l e r vom Institut für Wirtschaftswissenschaft der Uni- oerfität Gießen für eine weitere Vortragsreihe über die Selbstkostenpreiserrechnung nach den LSO. (Leitsätze für die Selbstkostenpreiserrechnung bei Aufträgen der öffentlichen Hand) verpflichtet. Diese Vortragsreihe wird Ende Oktober oder Anfang No­vember 1941 durchgeführt werden und für alle Kaufleute von besonderem Interesse sein. Die Be­stimmungen der LSÖ. sind für viele Betriebe in der Kalkulation verpflichtend. Interessenten an dieser Vortragsreihe, die an zwei hintereinanderliegenden Abenden in Gießen durchgeführt wird, werden ge­beten, sich zwecks näherer Auskunft an die Dienst­stelle der Deutschen Arbeitsfront zu wenden.

Was der Einfatzwille vermag.

Deispielhafle Gemeinschasisleistung oberhessischer Schulen in der Hagebuttenernte.

NSG. Der Gausachbearbeiter für Heilpflan­zenkunde unb Heilpflanzenbeschaffung, RfH., Gauabteilung Hessen-Nassau unb Kurhessen teilt mit:

Die außerorbentliche Wichtigkeit der Sicherstellung der gesamten Hagebuttenernte wurde wiederholt be­tont. Ein hervorragendes Beispiel für die Aus­nutzung der gegebenen Möglichkeiten geben einige oberhessische Schulen. .Sie haben an nur zwei Tagen über 1800 Kilo netto an Hagebutten ausgebracht, entsprechend einem Sammelwert von über 600 RM. Es handelt sich um die Oberschule in Nidda mit 985 Kilo, die Volksschule in O ber­sch m i 11 e n mit 79 Kilo (Leiter: Bezirkssammel­stellenleiter RfH. Lehrer Dieter, Nidda). Eine vor­bildliche Leistung wurde hier vollbracht, die bei dem reichen Ertrag, den die diesjährige Ernte verspricht, nur zur Nacheiferung anreqen kann.

Weitere ausgezeichnete Ergebnisse, die an einem Tag abgeliefert wurden: Volksschule Eichel­sachsen, Schulleiter Roth, Kreis Büdingen, 265 Kilo; Volksschule Ga m b a ch, Kreis Friedberg, 260 Kilo; Stadtschule Butzbach, Kreis Friedberg, 205 Kilo.

Eine außerordentliche Leistung der Sammlung von Ebereschenbeeren (Vogelbeeren) weist auf die Volksschule Kefenrod, Lehrer Emmrich, Kreis Büdingen, 440 Kilo.

Die gesamte Ernte im Gau Hessen-Nassau betrug

daß die Kriegskasse an jedem Ersten aufgefüllt wird dafür tickt aber auch ewig der Wecker neben dem Bett ..."

Hellwang scharrte mit der Sohle ein paar Erd- frumen an den Rand des Beetes unb trat sie fest. Ich wunbere mich eigentlich, Trix", sagte er nach einem kleinen Zögern,baß bu nicht heiratest. Ich kann mir nicht vorstellen, baß es dir etwa an Be- mebern gefehlt hat ..."

Sie errötete flüchtig:Das nicht aber ber Richtige wirb wohl nicht dabei gewesen sein ..." In Berlin gibt es schätzungsweise zwei Mil­lionen Männer!" bemerkte er hartnäckig.

Du tust gerade so, als ob du noch nie in einer Großstadt gelebt hast. Man macht eine Unmenge Bekanntschaften; aber wen lernt man schon wirk­lich kennen? Ich bin davon überzeugt, zu Hause hätte mich die alte Dame schon längst unter die Haube gebracht und wenn mit Gewalt ..."

Er bewegte den Kopf:Ich glaube, bu hängst sehr stark an deinem Beruf ..." sagte er schließlich, als hätte er damit den entscheidenden Grund getroffen/ Ja", antwortete sie nach einem kleinen Zögern, mein Beruf macht mir viel Freude." Der Ton schwang noch eine Weile nach. Sie schloß den Satz sozusagen ohne Punkt, als hätte sie die Absicht, noch etwas hinzuzufügen, aber sie schloß die Lippen.

Ein heftiger Windstoß fuhr heran. Er drückte die Hecke ein und spritzte ein paar Regentropfen gegen ihre Gesichter Trix schaute besorgt empor und beobachtete den Flug ber Wolken Der Wind preßte das Kleid gegen ihren Körper, er modellierte ihn, den schönen Körper eines Hirtenmädchens, das sich emporreckt und dem Rauschen des Sturmes lauscht. Hellwang sah, wie das Blut in dem gespannten Bogen ihrer Kehle pulste. Sie trug ein Dirndl aus blauem Wollstoff. Den Spenzer schlossen matt glän­zende Münzenknöpfe, auf die im lateinischen Spruchband ber Tiroler Doppeladler geprägt war. Sie liefen in einer silbernen Kurve vom Halsschluß unter das breite, rotgewürfelte Schürzenband.

(Fortsetzung folgt.)