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Volkstmnsarbeit im Dienste des Aufbaues.

Im Saale desHessischen Hof" in Butzbach fand am gestrigen Sonntag eine von der NS.-Gemein­schaftKraft durch Freude", Kreisdienststelle Gie­ßen, veranstaltete Voltstumstagung für den Kreis Wetterau statt. Daran nahmen die in der Volkstumsarbeit tätigen Männer und Frauen aus den Betrieben und den Gemeinden des Kreises Wetterau so zahlreich teil, daß der Saal bis zum letzten Platz besetzt war.

KdF.-Kreiswart Schemel begrüßte nach dem Gedenken an den Führer und unsere siegreiche Wehrmacht den Hoheitsträger im Kreise Wetterau, Äreisleiter Backhaus, den Kreisobmann der DAF. Katzenmeier, die Vertreter der Wehr­macht und die große Zahl der Mitarbeiter und Helfer bei der KoF.-Arbeit, dann kennzeichnete er den Zweck der Tagung dahin, daß hier an Hand von Erfahrungen und Arbeitsbeifpielen aus der Praxis die aufbauende Dolkstumsarbeit in ihrem großen Wert für unsere Volksgemeinschaft darge­stellt werden solle.

Das Orchester der Hitler-Jugend Gießen unter Leitung des Kreissachbearbeiters Braun brachte sodann die Festmusik in B-dur aus der OperAll- cina" von G. F. Händel unö den I. Satz aus der Sinfonie Nr. 1 von Divaldi fein zum Vortrag. Zwischen diesen beiden Gäben sprach ein Hitlerjunge Worte des Führers, in denen die große Bedeutung der Kulturarbeit für unser Volk betont wurde.

Dann sprach der Hoheitsträger der Partei im Kreise Wctterau, Kreisleiter Backhaus. Er be­grüßte die Zusammenfassung der KdF.-Mitarbeiter zu dieser Arbeitstagung und hob die gewaltige Kraft unseres Volkes hervor, die es uns ermögliche, neben der Erfüllung unserer kriegswichtigen Auf­gaben auch noch die kulturelle Arbeit zum Wohle unseres Volkes zu fördern. Dieser aufbauenden Kraft gegenüber kennzeichnete er die Kulturlosigkeit der Sowjets, die den Sowjetstaat in einen Tief­stand versetzt habe, wie er nirgends sonst in der Welt zu sehen sei. Der Führer dagegen habe zuerst und immer wieder betont, daß neben den großen Problemen der deutschen Aufbauarbeit die Kultur­arbeit niemals vernachlässigt werden dürfe, und da­her habe er auch dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley den Auftrag gegeben, zur Mitarbeit an der Förderung der deutschen Kultur die Organisation zu schaffen, die wir in der NSG.Kraft durch Freude" besitzen. Der Kreisleiter betonte dann be­sonders den großen Wert der Kulturarbeit auf dem Lande, da in dieser Hinsicht dort vieles nicht vor­handen sein könne, was in der Stadt selbstverständ­lich sei, aber auch den schaffenden deutschen Men­schen in den Dörfern vermittelt werden müsse. Al­ler Kitsch von früher sei dabei abzulehnen. Er wür­digte mit anerkennenden Worten, daß im Kreise Wetterau schon viele erfreuliche Arbeit in dieser Richtung geleistet und die echten Werte deutscher Kultur in der Pflege des bodenständigen Volkstums stark gefördert wurden. An alle Ortsgruppenleiter, Bürgermeister und sonst berufene Volksgenossen richtete er den Appell, sich stets tatkräftig für die Förderung dieser Kulturarbeit einzusetzen, die von seinen besten Wünschen begleitet sei. Im Kreise Wet­terau müsse auch auf diesem Gebiete vorbildliche Arbeit geleistet werden.

Hierauf sprach Reichsmusikreferent Gerhardt über das ThemaDolkstumsarbeit als politische

Aufgabe". Aus dem Schatze seiner reichen Erfah­rungen gab er einen interessanten Ueberblick über den weitreichenden Bezirk der Dolkstumsarbeit, fer­ner schilderte er in mancherlei Ausschnitten, wie diese Arbeit praktisch am besten zu gestalten ist. Da­bei stellte er vor allem die Feiergestaltung durch das Lied heraus, wobei aber nicht der kitschige Ge­sang in Betracht komme, sondern Lieder unserer Zeit, durch die die Menschen mitgerissen werden. Den großen Wert dieser Lieder bei der Pflege des deutschen Volkstums machte der Vortragende durch zahlreiche Beispiele deutlich. Alle diese Arbeit sei weltanschauliche Aufgabe, für die alle Kräfte mobil gemacht werden müßten.

Oberstudiendirektor W. K. Philipps, Fried­berg, behandelte dann das ThemaVolkstums- und Brauchtumsschaffen auf dem Lande". Seine Darle­gungen gaben einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, auch im einfachsten Rahmen, einer guten Feiergestaltung auf dem Lande, in die Art, wie man Menschen für diese gute Sache mobil ma­chen und sein Ziel erreichen kann, wenn man nur mit dem 'nötigen Tatwillen und der rechten Lust und Liebe ans Werk geht. Aus der reichen Fund­grube seiner Erfahrungen, insbesondere in Ober­hessen, vor allem in der Friedberger Gegend, gab der Redner seinen Hörern eine Fülle von wertvollen richtungweisenden Hinweisen und Anregungen.

Schließlich sprach noch der Gausachbearbeiter, Ortsgruppenleiter Link, Harheim, über die schöne Feiergestaltung im Dorf und über den großen Wert des Dorf- und Hausbuches im Dienste der Dolkstumsarbeit. Auch hierbei konnten die Hörer eine Fülle bedeutsamer neuer Gesichtspunkte und Anregungen empfangen, die es ermöglichen, für' die Feierstunden im Dorf und für die Pflege des Volks­tums auf der Grundlage der nationalsozialistischen Lebensgestaltung neue und verheißungsvolle Wege zu gehen.

Der Nachmittag bot, wieder vor voll besetztem Hause, praktische Beispiele aus der Volkstumsarbeit. Es kann dazu allgemein gesagt werden, daß die Darbietungen ohne Ausnahme auf beachtlicher Höhe standen und in jeder Hinsicht geeignet waren, An­regungen zu vermitteln und den Weg zu weisen, wie man mit einfachen Mitteln in den Betrieben und Gemeinden land- und volksverbundene Feier­abendgestaltung erfolgreich durchführen kann.

Oberstudiendirektor W. K. Philipps (Fried­berg) zeigte an einem Ausschnitt, wie das Vortrags­wesen volksnah zu gestalten ist. An Hand von far­bigen Lichtbildern, die das Leben des Landvolkes in den Vordergrund und den Arbeitsgang des Land- jahres immer wieder herausstellten, gab es eine lehrreiche und zugleich unterhaltsame Fahrt durch Oberhessen. Daß auch das Laienspiel in der Volks- tumsarbeit feinen Platz haben muß, das bewies ein Ausschnitt auf dem hessischen VolksstückDas Kroagenkneppche" von W. K. Philipps.

Der Kreissachbearbeiter für den Volktsanz, Hei­matdichter Georg Heß, sprach kurz und überzeu­gend zu seinem Arbeitsgebiet und kam dabei auch zu einer Würdigung der Volkstracht. Anschließend zeigte die Dolkstumsgruppe Leihgestern eine Reihe von Volkstänzen in ihren alten, landschaftsgebunde­nen Formen und in ihrer neuen, für das Reichs­gebiet bearbeiteten Umgestaltung. Alles, was hier dargeboten wurde, sprach stark an und überzeugte

jeden davon, daß das deutsche Volk aus seinem innersten Wesen heraus die englisch-jüdischen Tanz­erzeugnisse ablehnen muß. Daß die Leihgesterner Gruppe neben dem Tanz auch das Volkslied pflegt, konnte an köstlichen Proben gezeigt werden. Georg Heß schloß die von ihm geleitete Darbietungsfolge mit einem von ihm verfaßten Mundartgedicht.

Für die Feiergestaltung im Betrieb gab Kreis­sachbearbeiter Braun ein nachahmenswertes Bei­spiel. Mit der BDM.-Singschar Butzbach und dem Orchester der Hitler-Jugend Gießen brachte er eine KantateDie Welt gehört den Führenden" von R. Heyden, von der eine packende Feierstimmung ausging, wirkungsvoll zur Darbietung Beachtlich war auch, was Lehrer Lahm mit feiner Gam-

bacher Dolksmusikgruppe zeigen und damit den Be­weis erbringen konnte, daß man auch mit Schul­kindern zum Gelingen eines Volksgemeinschasts- abends beitragen kann.

Die Zuhörer dankten immer wieder durch leb­haften Beifall. Kreiswart Schemel dankte allen Mitwirkenden am Gelingen der Schulungstagung in herzlicher Weise und bat alle Besucher der Ta­gung, die wertvollen Anregungen nun in die Ge­meinden und Betriebe zu tragen und damit unserem Führer, der es uns ermöglicht, auch während des Krieges die Kulturarbeit fortzuführen, einen kleinen Teil unserer Dankesschuld abzutragen. Das Treue­gelöbnis zum Führer beschloß die Tagung.

SJ.Jporrf

Hessen-Nassau Westmark 14:11.

Gebielsvergleichskampf in der Leichtathletik.

Im neuen Wormser Stadion trugen am Sonntag die HI.-Gebiete Hessen-Nassau und Westmark einen Gebietsvergleichskampf in der Leichtathletik aus. Bei der Bewertung der erzielten Zeiten und Weiten muß berücksichtigt werden, daß die Lauf-, Sprung- und Wurfbahnen sehr weich waren. Nach spannen­dem Verlauf siegte das Gebiet Westmark \mit 77 Punkten gegen 74 Punkte der jungen Hessen-Nas- sauer. Die Ergebnisse:

9 0m: 1. Lauer (W.) 10,4, 2. Neue (H.-N.) 10,5; 4 0 0 m: 1. Rückrich (H.-N.) 55,4, 2. Schwarz (W.) 55,5; 800 m : 1. Kern (H.-N.) 2:08, 2. Bodensee

(W.) 2:08 (durch Brustbreite entschieden); 15 0 0 m : 1. Diehl (W.) 4:28, 2. Rausch (W.) 4:29,7; 4X100 m : 1. Hessen-Nassau 46,6, 2. Westmark 46,8; 10 mal Runde: 1. Hessen-Nassau 4:13, 2. West­mark 4:13,8; Keulenwurf: 1. Schmidt (W.) 59,20, 2. Kröhle (H.-N.) 58,95; Diskus: 1. Schmidt (W.) 33,90, 2. Rauch (W.) 33,81; Kugel: 1. Schmidt (W.) 12,25, 2. Wehrfritz (W.) 11,95; Ham­mer : 1. Knapp (H.-N.) 34,10, 2. Müller (W.) 31,02; Speer: 1. Rauch (W.) 42,20, 2. Pulch (H.-N.) 41,88 m; Weitfprung: 1. Neue (H.-N ) 6,78, 2. Becker (W.) 5,91; Dreisprung: 1. Nau­mann (H.-N.) 12,69, 2. Emich (H.-N.) 12,54; Hoch­sprung: 1. Böllinghaus (H.-N.) 1,65, 2. Nau­mann (H.-N.) 1,65; Stabhochsprung: 1. Nisch (W.) 3,17, 2. Winkler (W.) 3,07 m.

Deutsche Sommer-Turnmeisterschasten.

Irma Dumbsky und Ltn. Ruising.

Die deutschen Meisterschaften im Zwölfkalnpf der Männer und Achtkampf der Frauen wurden am Sonntag vor gut 8000 Zuschauern im Ulmer Sta­dion zum Abschluß gebracht. Dabei gab es wieder hervorragende Leistungen. Die beiden Favoriten. Marineleutnant R u i s i n g aus Wilhelmshaven, der schon am Samstag eine klare Führung hatte, und die Nürnhergerin Irma D u m b s k y , die nach den ersten sechs Hebungen des Vormittags in Front lag, blieben in den Schlußprüfungen ohne Fehler.

Bei den Männern waren noch die Kürübungen am Barren, im Bodenturnen und am Reck zu er­ledigen. Obwohl Oberfeldwebel Karl Stadel (Konstanz) mit 19,7 am Barren, 19,8 im Boden­turnen und 19,9 am Reck jeweils die beste Wer­tung erzielte eineZwanzig" wurde nicht mehr vergeben kam er an Lt. Ruifing nicht mehr heran. Dritter wurde der 18jährige Stuttgarter Theo Wied. Alfred Kühner (Stuttgart) konnte zu den Endkämpfen infolge einer Verletzung nicht mehr antreten. Ergebnisse:

Deutscher Zwölfkampf: Deutscher Mei­ster Lt. Ruising (Wilhelmshaven), 228,5 Punkte; 2. Oberfeldwebel Karl Stadel (Konstanz), 224,9 P.; 3. Theo Wied (TSV. Stuttgart-Münster), 220,3 P.; 4. Feldgendarm Franz Beckert (Neustadt), 219,5 P.; 5. Funker Helmut Banz (Ludwigshafen), 218,2 P.; 6. Erich Wied (Stuttgart-Münster), 217,2 P.; 7. Oberfeldwebel Gauchk (Kiel) und Hffz. Kretzschmer

(Berlin), je 214,4 P.; 9. Richard Reuther (Oppau), 210,9 P.; 10. Andreas Loibl (München), 210,4 P.: 11. Oberbootsmannsmaat Finke (Wilhelmshaven), 210,2 P. ; 12. Wilhelm Kammerbauer (TGD.) 209,1 P.

Bei den Frauen wurde verhältnismäßig noch besser als bei den Mänern geturnt. Allein bei der Kür am Barren gab es viermal eineZwanzig", und zwar für Irma Dumbsky und Berta Rupp, Elisabeth Lenzing und Elli R o s e mann. Irma Dumbsky und Berta Rupp holten sich dann noch die gleiche Note beim Pferdsprung. Das Ergebnis:

Deutscher Achtkampf der Frauen: Meisterin Irma Dumbsky (Nürnberg), 161 Punkte; 2. Berta Rupp (Berlin), 150 P.; 3. Annemarie Held (München), 149,5 P.; 4. Irmgard Bogner (Nürn­berg), 149 P.; 5. Inge Scheider (Hamburg), 147,5 P.; 6. Else Weiß (Berlin), 147 P.; 7. Elisabeth Lenzing (Mettmann), 146,5 P.; 8. Martha Jacob (Hamburg), 145,5 P.; 9. Helene Fabian (Graz) und Elli Rosemann (Dessau), je 143,5 P.; 11. Martha Pruggmayer (Neunkirchen), 143 P. (161 Punkte sind durch Heberpunkte bei den volkstüm­lichen Hebungen möglich.)

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