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(Post München) 3505 P.) 5. Pfaff (Rapid Wien) 3501 P.; 6. Middelberg (LSD. Warnemunde) 3500 Punkte.

Zehnkampf: 1. Fritz Müller (Hamburg) 6920 P. (100 Meter 11,1, Weitsprung 7,10 Meter, Kugel 12,62 Meter, 400 Meter 51,3, Hochsprung 1,70, 110 Meler Hürden 17,3, Diskus 38,94, Stab- hoch 3,30 Meter, Speer 55,00 Meter, 1500 Meter 4:41,8); 2. Gerhard Middelberg (Warnemünde) 6354 P.; 3. Gustav Stührck (Siemens Berlin), 6267 P.; 4. Ernst Schmidt (Post Köln) 62-58 P.; 5. Hermann (ASV. Königsberg) 6088 P.; 6. Gün­ther Honolka (Berlin) 6064 P.; 7. Leutnant Chepe (Wehrrn.) 6005 P.; 8. Herbert Hohn (LSV. Warne­münde) 5952 P.; 9. Dahn (Ostara Berlin) 5751 P.; 10. Panpen (LSD. Stettin) 5487 Punkte.

Frauen, Fünfkampf: 1. Luise Krüger (Dresdner SC.) 341 P. (Kugel 10,63 Meter, Weit­sprung 5,38 Meter, Hochsprung 1,48 Meter, Speer 38,68 Meter, 100 Meter 12,7); 2. Anneliese Mat. thießen (Hamburger SD.) 328 P.; 3. Lisa Gelius (München) 320 P.; 4. Gerda Schwartau (Hamburg) 312 P.; 5. Lucie Lockemann (Jena) 303 P.; 6. Eli- sabeth Zude (Spandau) 287 P.; 7. Lore Grebe (Magdeburg) 278 P.; 8. Hilde Wölk (Königsberg) 278 P.: 8. Irmgard Hechtolt (Kilbe) 255 P.; 9. Hilde Pape (Münster) 248 P.; 10. Ruth Böllinghanaus (Barmen) 245 Punkte.

Die besten Einzelleistungen waren bei den Männern: Weitspruna: Müller 7,10 Meter, Hochsprung: Nacke (Jena) 1,93, 100 Meter: Honolka 10,9, Kugelstoßen: Seilt (Würzburg) 13,06 Meter, 400 Meter: Klupsch (Jena) 51 Sek., 110 Meter Hür­den: Scholz (Magdeburg) 16 Sek., Diskus: Mittler 38,94 Meter, Stabhoch: Stührck 3,60 Meter, Speer: Middelberg 56,50 Meter, 1500 Meter: Poppe! (Zwischenahn) 4:28,3. Die Bestleistungen der Frauen: Kugel: Grebe 12,18 Meter, Weitsprung: Hechtolt 5,71, Hochsprung: Lockemann 1,53 Meter, Speer: Gelius 41,25 Meter, 100 Meter: Hechtolt 12,5 Sek.

Orts-Turn- und Sporttag in Heuchelheim.

Am gestrigen Sonntag fand in Heuchelheim bei großer Beteiligung der Orts-Turn- und -Sporttag statt. Zu den Wettkämpfen, die vom Turnverein organisiert und durchgeführt wurden, traten am Dormittag annähernd 300 Teilnehmer an. Nach ein­leitenden Worten des stellvertretenden Vereins­führers Albert Rinn und der Flaggenhissung wickelten sich die Kämpfe unter Leitung des Ober- turnwarts Karl Hofmann trotz starker Beteili- gung flott ab. In der großen Mehrzahl wurden volkstümliche Dreikämpfe ausgetragen, jedoch kam auch das Geräteturnen bei einigen gemischten Kämp- fen zur Geltung. Der Wettkampf konnte bis zum Mittag durchgeführt werden. Im Anschluß daran fand noch ein Handballspiel der Schülerabteilung des Tv. Heuchelheim gegen die Schüler des Mtv.s Gießen statt, das mit dem Ergebnis 4:6 endete.

Der Nachmittag war ganz dem Handball- und Fußballsport gewidmet. Es fanden noch zwei Hand­ballspiele und ein Fußballspiel statt. Bei dem ersten Treffen standen sich die Jugend des Tv.s Atzbach und die Handballjugend des Tv.s Heuchelheim gegen- über. Ergebnis 13:3. Darauf sah man ein flottes Handballspiel der 1. Mannschaft des Tv.s Heuchel- heim gegen Luftwaffensportverein Gießen, das mit 13:14 für die Luftwaffe endete. Zum Schluß der Veranstaltung wurde noch ein Fußballspiel der Sportgemeinde Garbenteich gegen Tv. Heuchelheim ausgetragen, bei dem die Garbenteicher Gäste mit dem Ergebnis 5:1 Sieger blieben.

Nach Beendigung der Veranstaltungen auf dem Sportplatz fand in der Turnhalle die Siegerehrung statt. Dereinsführer Otto Rinn, der die Sieger- ehrung vornahm, ermahnte die Turn- und Sport­kameraden, besonders jetzt im Kriege, wo die Besten des Vereins sich an der Front für Deutschlands Zukunft mit ihrem Leben einsetzen, die Arbeit für den Turn- und Sportbetrieb nicht erlahmen zu lassen. /

Der Verlauf des Turn- und Sporttages hat ge­zeigt, daß trotz mancherlei Schwierigkeiten der Tv. Heuchelheim auch im Kriege in der' Lage ist, eine Veranstaltung aufzuziehen, die eine Werbung für den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibes­übungen darstellt.

Haft genommen. Einem der Verunglückten wurde ein Ohr abgerissen.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 5. Juli. Es notierten je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen, a) 48 bis 49,5 b) 45,5, Bullen a) 47 bis 47,5, b) 43 bis 43,5, Kühe a) 46 bis 47,5, b) 41,5 bis 43,5, c) 34 bis 37,5, d) 20 bis 28, Färsen a) 47,5 bis 48,5, b) 43 bis 44,5, c) 39,5, Kälber (Sonderklasse) 70, andere Kälber a) 59, b) 55 bis 59, c) 45 bis 50, d) 34 bis 40, Hämmel b2) 48, c) 35 bis 40, d) 25 bis 30, Schafe a) 42 bis 44, b) 38 bis 40, c) 22 bis 30, Schweine a) 64, bl) 64, b2) 63, c) 61, d) 58, e) 56, gl) 64. Marktverlauf: Zugeteilt.

Maul- und Klauenseuche, von Lehrfilmen.

Wie dies geschieht und worauf dabei zu achten ist, zeigte der 40 Minuten laufende Lehrfilm, dessen weite Verbreitung in Zeiten erhöhter Seuchenge­fahr dazu beitragen wird, das Gewissen des deut­schen Diehbesitzers zu schärfen, der auch in Friedens­zeiten schon die größten Werte der deutschen Volks­wirtschaft betreut und 'in Krieaszeiten erst recht fühlbar das Rückgrat unseres Widerstandswillens bildet.

Dies brachte auch Professor Schauder ab­schließend zum Ausdruck und leitete dann zur Vor­führung zweier weiterer Filme, den Behringfilm und den damit zusammenhängenden Filmstreifen Lebendiges Erbe", über. Die Filme geben, an­knüpfend an die am 4. Dezember vorigen Jahres in Marburg stattgefundene Behring-Gedächtnisfeier, eine sehr 'anschauliche Vorstellung von den Vor­gängen im tierischen und menschlichen Körper, die vor 50 Jahren zu der Entdeckung der Serum­therapie geführt haben.

Mit Worten des Dankes an die Mitwirkenden und an die Vertreter der IG. Farbenindustrie, deren Entgegenkommen die Filmvorführung ermöglicht hat, schloß Professor Schauder die Veranstaltung.

Betrunken am Steuer.

Lpd. Frankfurt a. M., 6. Juli. Ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Personenauto und einem Omnibus ereignete sich in später Nachtstunde auf der Autoumgehungsstraße bei Sossenheim. Das Auto rannte mit solcher Wucht gegen den Omnibus, daß die Seitenwand aufge­rissen wurde. Ein Mann wurde erheblich am Kopf verletzt. Es handelte sich um eine Schwarz­fahrt, also mißbräuchliche Benutzung eines Frank­furter Autos, dessen Insassen übermäßig viel Alkohol getrunken hatten. Der Fahrer des Personenautos wurde nach einer Blutprobe in

Der Kamps gegen die

Vorführungen

Am Samstag hatte die Veterinärmedizinische Fa­kultät der Ludwigs-Universität in das Studenten­heim zu einer Vorführung des Maul- und Klauen­seuchefilmes eingeladen, der auf Veranlassung des Reichsministeriums des Innern von Professoren der Tierärztlichen Hochschule Hannover und dem Prä­sidenten der weltbekannten staatlichen Forschungs­anstalten auf der Insel Riems bei Greifswald her­gestellt worden ist.

Nach der Begrüßung der geladenen Gäste un­ter denen leider die der Jahreszeit entsprechend durch dringliche Arbeiten verhinderten Ortsbauern­führer vermißt wurden, durch den stellv. Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät, Prof. Dr. Schau­der, sprach der Vertreter der Tierseuchenlehre an der Universität, Prof. Dr. Beller, einführende Worte, in denen er auf die Bedeutung der Maul- und Klauenseuche als Kriegstierseuche hinwies. Franzosen und Engländer hatten u. a. auch auf sie ihre Hoffnungen gesetzt. Sie zerbrachen an der Disziplin des deutschen Bauern, der mit der Deteri- närpolizei Hand in Hand arbeitet, und an dem hohen Stand unserer wissenschaftlichen Rüstung, die mit einem Impfstoff heute -in der Lage ist, einen etwa von neuem die deutsche Diehwirtschaft gefähr­denden Seucheneinbruch wirksam zu bekämpfen.

SJi.-tfport

Um den Aufstieg in Hessen.

In der hessischen Aufstiegsrunde gab es diesmal nur die Begegnungen zwischen BV. 06 Kassel und VfL. 1860 Marburg, die mit einem 5:2- (0:1) Sieg des Gastgebers endete. Kassel hat sich damit an die Spitze der Tabelle gesetzt.

1. BV. 06 Kassel 2 7:4 3:1

2. VfL. 1860 Marburg 2 7:5 2:2

3. SG. Petersberg 2 2:7 1:3

Um die deutsche

Leichtathletik-Vereinsmeisterschaft.

In den Kämpfen um die deutsche Leichtathletik- Dereinsmelsterschaft kam am Sonntag in der Reichs- Hauptstadt der Luftwaffen-SV. Berlin auf 18 987,2 Punkte und übertraf damit den bisher führenden SC. München 1860. Der Berliner SC. velegte in

Die deutschen Mehrkampsmeisierschasten.

Fritz Mütter bester Mehrkämpfer.

Berlin mit 18 270,72 P. den zweiten Matz vor Polizei-SV. Berlin mit 17 578,02 P., DSC. mit 16 131,0 P., TSV. Schöneberg mit 14 418,1 P. und Post-SG. mit 13 708,46 P.

Bei den Frauen überbot der SC. Charlotten- burg feine erste Leistung und kam diesmal sogar auf 21 109,25 P. Der DSC. belegte mit 18 543,64 P. den zweiten Platz vor dem BSC. mit 17 721,08 P. und der Berliner Turnerschaft mit 16 913,01 P.

*

Eine neue I u a e n d b e st l e ist u n g stellte der Hitlerjunge Schäfer (Bann 83 Kassel) bei den Gebiets- und Obergaumeisterschaften von Kurhessen in Kassel im 400-m-Lauf mit 49,5 Sekunden auf. Bei den Mädels war die Kasselerin Kirchhoff am erfolgreichsten; sie siegte über 100 m in 12,3 Sekunden, über 80 m Hürden in 12,6 Sekunden und im Weitsprung mit 5,43 m.

man müßte es einmal probieren, vielleicht hast du recht."Natürlich habe ich recht, nur die ande­ren müssen sich auch an den guten Rat halten, den ich dir gratis gegeben habe."

Kinderschuhe auf Bezugsschein II für leichte Straßenschuhe.

Nach einem Rundschreiben der Reichsstelle für Lederwirtschaft vom 25.6 1941 können nun auch leichte Kinderhalbschuhe und flexibel gearbeitete Kinderstiefel bis Größe 28 auf Bezugsschein II von einem Schuhhändlsr verkauft werden, wenn er passende Größen in Schuhen mit Holzsohle oder andere Schuhe, die auf Bezugsschein II verkauft werden können, nicht vorrätig hat. Diese Schuhe dürfen auch abgegeben werden auf Bezugsscheine, die den Aufdruckmit Holzsohle" tragen.

Muß man Wertpapiere mit in den Luftschutzkeller nehmen?

Ob Wertpapiere auch mit zum.Luftschutzgepäck" gehören, das man bei Fliegeralarm mit in den Luftschutzkeller nehmen mutz, ist eine Frage, die im Zusammenhang mit der Entschädigung bei Verlust in der Öffentlichkeit mehrfach erörtert wurde. Da- bei kommt es darauf an, ob etwa die maßgebenden Reichsstellen es alsmilwirkendes Verschulden" und damit als Grund für den Ausschluß des Scha- denersatzes ansehen, wenn der Geschädigte bei Bom­benschäden seine Wertpapiere, die gegebenenfalls sein ganzes Vermögen oder einen wesentlichen Teil davon darstellen, in der Wohnung gelassen hat. Der zuständige Sachbearbeiter im Reichsministe­rium des Innern, Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. Danckelmann, verneint nun in derZeitschrift der Akademie für Deutsches Recht" die allgemeine Pflicht einer Mitnahme der Wertpapiere in den Luftschutzkeller. Im Schutzraum und auf dem Wege in und zurück unterliegen nämlich Wertgegenstände ebenfalls Gefahren, etwa des Verlustes oder Dieb­stahls, die es durchaus zweckmäßig machen können, sie in der Wohnung zu belassen. Unberührt von die­ser Darstellung des Sachbearbeiters bleibt natürlich der immer wieder erhobene Appell, weder größere Geldbeträge noch größere Beträge an Wertpapieren in den Wohnungen aufzubewahren.

Kein Kriegsverlust aus der Neichs- versicherung durch Verjährung.

Der Reichsarbeitsminister weift durch Erlaß dar­auf hin, daß der Ablauf der Verjährungsfristen und Ausschlußfristen für die Anmeldung von Ansprüchen in der Reichs- und Arbeitslosenversicherung allge­mein hinausgeschoben worden ist, und zwar durch das Gesetz über weitere Maßnahmen der Reichsver­sicherung' anläßlich des Krieges vom 15. Januar 1941. Die Bestimmung gilt für Ansprüche der Ver­sicherungsträger auf Beitragsrückstände, für An­sprüche der Versicherten auf Beitragsrückerstattun­gen und für sonstige Ansprüche aus der Reichsoer­sicherung, die von der fristgerechten Antragstellung abhängen. Da der Krieg auch große Teile der Zivil­bevölkerung wirtschaftlich berührt, gilt die Vorschrift ohne Beschränkung auf bestimmte Persdnenkreise. Entgegen anderen Auslegungen erklärt der 'Reichs­arbeitsminister ausdrücklich die Gleichbehandlung der Arbeitslosenversicherung mit der Reichsversiche­rung auf diesem Gebiet der Abwehr von Kriegs­schäden infolge Verjährung.

Aus der engeren Heimat.

Lchweinemarkt in Alsfeld.

A Alsfeld, 7. Juli. Auf dem heutigen S chw e i n e m a r k t waren 190 Ferkel und Läufer­schweine aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 25 bis 30 RM., 8 bis 10 Wochen alte 30 bis 45 RM., 10 bis 14 Wochen alte 45 bis 60 RM. das Stück. Der Handel verlief flott.

Kreis Alsfeld.

. Homberg, 5. Juli. Ein 7 jähriges Mädchen geriet beim Baden in der O h m in eine tiefe Stelle und versank. Diesen Vorgang be­merkte der 15jährige Willi D ö l l, Sohn des Post- sekretärs Döll, und er holte unter eigenem Lebens­einsatz das Mädchen aus dem Wasser. Das Kind war schon zweimal untergetaucht. Durch wiederholt frisches Zugreifen hat der Junge schon drei Men­schenleben aus den Fluten der Öhm geholt. Auch in den beiden vorausgegangenen Jahren hatte er zwei Jungen, die sich in Lebensgefahr befanden, dem nassen Element entrissen.

In der mitteldeutschen Kampfbahn in Erfurt wur­den die deutschen Mehrkampfmeisterschaften entschie­den. Im schwersten aller leichtathletischen Wett­kämpfe holte sich der frühere deutsche Meister Fritz Müller (St. Georg Hamburg) die Titel im Fünf- und Zehnkampf. Die Meisterschaft der Frauen im Fünfkampf fiel an Luise Krüger (Dresden).

Nahezu 100 Männer und 24 Frauen nahmen den Kampf um die ,Krone der Leibesübung" auf. Bei den Männern fehlte der Titelverteidiger Rudolf Glötzner, bei den Frauen wurde die Vorjahrsmeiste- rin Lisa Gelius nur Dritte. In dem bereits am ersten Tage zu Ende geführten Fünfkampf setzte Fritz Müller sich mit der guten Leistung von ins­gesamt 3796 Punkten gegen Honolka (Berlin) und dem Hamburger Liebermann siegreich durch. Die Mehrzahl der Bewerber trat am Sonntag zu den

fünf weiteren Hebungen für den Zehnkampf an. Der als guter Speerwerfer bekannte Middelberg (Warnemünde) rückte im zweiten Teil des Kampfes vom 6. auf den 2. Platz vor. Fritz Müller gewann mit den zum Teil ausgezeichneten Leistungen auch diese wertvolle Meisterschaft ungefährdet. Bei den Frauen erkämpfte Luise Krüger sich die Meisterschaft gleichfalls sehr sicher, obgleich die Dresdnerin nie­mals einen ersten Platz belegte, war sie jedoch in allen 'fünf Hebungen stets mit im Vorderfeld zu finden. Ergebnisse:

Männer, Fünfkampf: 1. Fritz Müller (St. Georg Hamburg) 3796 Punkte (100 Meter 11,1, Weitsprung 7,10 Meter, Hochsprung 1,70 Meter, 400 Meter 51,3, Kugel 12,62 Meter); 2 Günther Honolka (Sportgem. ff Berlin) 3541 P; 3. Lieber­mann (Hamburger SV.) 3511 P.; 4. Koppenwallner

Was geschieht mit den Knochen? Werft sie nicht in den Mülleimer, sondern gebt sie dem nächst- wohnenden Schulkind mit!

Die Dominiks.

Roman von Hellmuth M.Lottcher.

23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Ader gerade darauf kommt es eben an. Mit der Lösung dieses Problems ist auch die Frage der Ein­heitsantriebsmaschine beantwortet.

Hnd zwar soll die Ehe nicht un Laboratorium zerschlagen werden, sondern im H-Boot, irgendwo auf dem Meeresgrund.

Von der richtigen Trennung hängt das Leben von Menschen und die Hnberührtheit des Vaterlandes ab.

Es lohnt schon, darüber nachzudenken und die Vorrichtungen zu erfinden, die dazu nötig sind.

Lietzendorf und Nissen Dominik sind ihnen auf der Spur. Sie arbeiten daran Tag und Nacht.

*

Endlich an einem Nachmittag kann sich Nissen mal wieder für Brigitte frei machen. Er hat sich lange auf diese Stunde neuen Beisammenseins ge­freut. Aber nun, wo es soweit ist, lastet eine drückende Schwere auf ihm. Er fürchtet sich vor einer Zusammenkunft mit Brigitte.

Als er aber wieder neben der Liebsten hergeht und ihre Stimme hört, die schöner als alle Musik der Erde ist, da verstiegen die Sorgen und Küm­mernisse wieder

Es gibt keine Norddeutsche Werft, es gibt keinen Wettlauf um Schiffsbauten und Aufträge und keine H-Kreuzer.

Es gibt nur eines: Brigitt"

Wollen wir segeln?"

Gern."

Brigitte besitzt ein eigenes Boot, das ihr der Vater, der feine Tochter manchmal maßlos ver­wöhnen kann, wenn es ihm gerade in den Sinn kommt, als Belohnung für das bestandene Lyzeal- examen vor einem Jahre geschenkt. Es ist eine kleine Jolle, weiß wie eine Möwe und schnittig wie ein Pfeil. Natürlicb ist das Schiffchen auf der Nord­deutschen Werft gebaut. Extra für Brigitte sind Zeichnungen und Konstruktionen angefertigt wor­den. Hnd das kleine technische Kunstwerk ist natürlich mit allem sportlichen Zubehör ausgestattet.

Die beiden großen Kinder laufen zur Anlegestelle.

Es ist eigentlich Sünde, mit ßeberftiefeln in diesem Schmuckkästchen herumzutrompeln", meint Nissen.

Unter der Bank sind Segelschuhe."

Brigitte ist mit einem Satz in der Jolle und wirft ihm die Schuhe hin.

Hnd du?"

Ich, bleibe so, wie ich bin."

Nissen legt die Schote zurecht, nestelt an Fock und Großsegel. Eine kleine Flagge mit dem Lind- schen Wappenzeichen, einem heraldischen Baum auf silbernem Grund, fährt knatternd in den Wind.

Eine Marotte von Vater", sagt Brigitte wie ent­schuldigend.Dem alten Herrn ist der Lappen da oben das Wichtigste an der ganzen Segelei. Ich glaube, der macht s einmal wie der alte Krupp, als seine Tochter heiratete, und zwingt seinen Schwie­gersohn, seinen Namen dem unfern beizufügen."

Das muß ich mir bann doch erst überlegen", platzt Nissen heraus.

Brigitte wird über und über rot. Ein heißes Glücksgefühl quillt ihr aus dem Herzen.

Willst du mich denn heiraten?" fragt sie un­geschickt und erschrickt vor dem Worte.

Nissen läßt die Fockschot fahren, die er eben hat fefHegen wollen.

Natürlich"

Es ist ein starkes, jugendbewußtes Zufassen in seiner Stimme, eine sieghafte Selbstsicherheit und ein Vertrauen, das von keinem Zweifel weiß und darum fest und gläubig ist.

Er greift wieder nach der zerrenden Leine und reicht Brigitte das lose Ende hin.

Halt fest" «

Sie nimmt es, indessen er das Großsegel aufzieht und die Ruderpinne unter das gebeugte Knie klemmt.

Nun aufgepaßt---los---"

Die Strippen, welche die Jolle am Landungssteg halten, werden abgerissen, das Schwert rauscht ins Wasser, die Segel knattern und flattern für einen Augenblick heftig, um bann durch Schote und' Wind- druck gehalten und gestoßen, aufzublähen und das Boot voranzudrücken.

Sie schneiden in rascher Fahrt durch die Flut. Die Jolle stößt in leichtem Wippen nach vorn.

Nissens Auge fährt suchend über die leichtbewegte See. Sein Gesicht ist straff und ernst. Alle Nerven und alle Gedanken sind angespannt von sportlichem Sinn und Verantwortungsgefühl.

Leg die Fockschot fest, du schneidest dich sonst in die Finger, Brigitte."

I wo! Das bißchen Druck gehört dazu. Ich will mich doch nicht bloß spazierenfahren lassen."

Ein paar hundert Meter voran Zeigen sich auf der Wasserfläche dunkle Kräuselflecke.

Eine--Achtung."

Die dunkle Stelle auf dem Wasser wird sekunden­schnell größer und rückt näher.

Wollen mir sie durchhalten, Brigitte?"

Ja."

.Dann stemm dich fest."

Sie wirft die Schot um einen der Dorne und windet sich das Ende mehrmals um die Hand.

Da ist der Windstoß heran.

Im Augenblick legt sich bas Boot auf die Seite, daß der Rand ins Wasser streicht.

Brigitte klemmt die Fußspitzen an den Schwert­kasten und lehnt sich mit weitgestrecktem Arm luv­wärts hinaus.

Langsam weicht das Boot dem Hebeldruck des überhängenden Gewichtes und stellt sich ein wenig gerader.

Soll ich uns jetzt umkippen? Ich brauch mich bloß gerade zu setzen!"

Wildfang!"

Soll ich?"

Ich hole dich nicht 'raus."

Pah!"

Das Boot jagt durch die Wellen wie gepeitscht.

Eine wilde Lust zu jauchzen, sich zu freuen, zu fingen kommt über Nissen Das Steuermannslied aus demFliegenden Holländer" ...

Mein Mädel, wenn nicht Südwind wär', ich nimmer wohl käm' zu dir ...", schallt es nfit vollen Lungen über den Wind hinweg.

Hnd gleich schwingt von Außenbord her strahlende Antwort.

Ach, lieber Südwind, blas noch mehr ..."

Mein Mädel verlangt nach mir!" übertönt sie die Stimme vom Ruder.

Hohoje! Halloho! Ho, Hollohohohoho!" brausen Sopran und Tenor zusammen.

Am Ufer fliegen Sträucher und Bäume vorbei.

Allmählich läßt die Kraft der nach. Das Schiff richtet sich wieder auf. Brigitte macht die Hand von der Schot frei, und reibt sich den tiefen Striemen, der sich hineingedrückt hat.

Nissen läßt die Jolle über den Steg gehen und drückt sie dann zu schneidiger Vorwindfahrt. Es bereitet ihm Freude, dem geliebten Mädchen seins Seglerkünste zu zeigen.

Ein wunderbares Boot, Brigitte. Es gehorcht jedem Handdruck wie ein folgsames Pferd."

Brigitte freut sich.

Siehst du! Wir verstehen eben auch noch was vom Handwerk. Ihr Dominiks bildet euch immer ein, ihr wüßtet's allein."

Nissen scheint es so, als klänge da ein Unterton ein Unterton

Sollte sein Vater doch recht haben

Erbte sich der Haß der Väter fort bei den Kin­dern? Trug auch Brigitte schon an dem Ver­hängnis?

Wir bilden uns gar nichts ein" sagt et schließlich.

Da legt das Mädchen ihre Hände im Schoß zu­sammen und sieht ihn voll an.

Hör mal, Nissen. Ich habe mit dir ein ernstes Wort zu reden! Weißt du, warum dieser Haß ist zwischen deinem Vater und meinem Vater?"

Ihre Stimme ist ganz weich, ganz voller Weiblich- feit und ganz voller leidender Güte.

Ich glaube, Brigitte."

Dor Nissens Erinnerung stehen wieder die Szenen, die ihm einen Einblick in seines Vaters Seele ge- geben haben jene erste, als Lietzendorf von der Frau sprach, die Dominik und Lind trennt, und dann alle die anderen Erschütterungen, in denen sich des alten Herrn verschlossenes Wesen jäh öffnet.

"Das hat Gründe Gründe, die sehr weit zukuckliegen, Brigitte, Gründe, die älter sind als du und ich", bringt er zögernd heraus. .

Brigitte streicht sich ein paarmal nachdenklich über bie Stirn. Vor ihrer Seele tauchen Kindheitserinne- rungen auf, harte, hingeworfene Worte vom Vater. Geschwätz des Dienstpersonals. Dinge, die mit ihrer Dagen Ungreifbarfeit ihr Herz oft beunruhigt haben.

Vielleicht hat dich Mutter gerade darum so gern...", sagte sie plötzlich unvermittelt.

(Fortsetzung folgt)