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Insgesamt 300000 Gefangene eingebracht
Der Wehrmachtbericht vom Samstag
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DRB. Aus dem Führerhauplquarlier, 6. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Osten werden die Operationen gegen die sogenannte Statin-Linie planmäßig fortgesetzt. Die Zahl der seit dem 22. Juni eingebrachten Gefangenen ist bis zum 5. Juli auf rund 300 000 angewachsen.
Die Luftwaffe unterstützte die Operationen durch rollende Angriffe auf feindliche Truppenansammlungen und Kolonnen. Allein im Raume um S hi t om i r wurden durch Bombentreffer und Beschütz mit Bordwaffen über 500 Lastkraft- wagen der Sowjets zerstört und 18 Eisenbahnzüge vernichtend getroffen. Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich in der letzten Rächt gegen den Eisenbahn- und Strahenknotenpunkt Smolensk. Die sowjetische Luftwaffe verlor bei e'f eigenen Verlusten gestern 281 Flugzeuge. Davon wurden 98 im Lustkampf abgeschossen, 183 am Boden zerstört.
Jm Kamps gegen Großbritannien versenkten Unterseeboote im Atlantik sechs Handelsschiffe mit zusammen 33 830 VRT. und beschädigten ein weiteres Schiff durch Torpedotreffer. Kampfflugzeuge versenkten im Seegebiet um England in der letzten Rächt zwei Frachtschiffe mit zusammen 11 000 Vruttoregistertonnen.
Deutsche Jäger schossen bei Luftkämpfen über dem Kanal am gestrigen Tage ohne eigene Verluste vier britische Jagdflugzeuge, vor der norwegischen Küste ein britisches Kampfflugzeug ab. Marineartillerie brachte an der norwegischen Küste drei, ein Vor- postenboot im Kanal ein britisches Flugzeug zum Absturz.
Jn Rordafrika scheiterte ein Anssalloersuch britischer Panzer aus Tobruk heraus am zusammengefaßten Feuer der deutsch-italienischen Artillerie.
Die Statin-Linie.
Römische Betrachtungen zur Lage.
Rom, 6. Juli. (Europapreß.) „Messaggero'
Zukunftsbild zeigte, in dem so- 19. und 20. Jahrhunderts, ' riesiger Kapitalien und ihre ftistischer Grundlage ebenso eser Lehre, der marxistische glich geworden waren, weil Blüten des Liberalismus durch
staatlicher Art willen. Eines Egoismus, der in der Bedenkenlosigkeit seiner Mittel und in der Radikalität seiner Anschauungen nur noch vom Despoten- tum eines Stalin und seiner Horde übertroffen wird.
Churchill hatte keinen Warner vom Schlage eines Pitt! Es gibt keinen Politiker in England mehr, der weitsichtig genug gewesen wäre, um frühzeitig zu erkennen, daß — wie einst in Amerika — heute in Europa ein neues Zeitalter und eine neue Raffe seinen Daseinsanspruch anmeldet und ein Haus zu bauen sich anschickt, in dem weder das materielle Denken einer dünnen Oberschicht, noch der haß des Untermenschentums gegen Besitz, Kultur und alles organisch Gewachsene Platz hat.
Churchill glaubte, seinen letzten und besten Trumpf in Stalin aüsspielen zu können und wird sehr, sehr bald erkennen müssen, daß er damit selbst den Anstoß zu einer wahren Freiheit und einer wirklichen Gemeinschaft der europäischen Völker gegeben, sich selbst und seinesgleichen aber das Grab geschaufelt hat! Nachdem vorher der bolschewistische Teufel durch den britischen Beelzebub ausgetrieben worden ist ...
Unzeitgemäße Erinnerungen^
Madrid, 6. Juli. (Europapreß.) Zu dem in englischen Zeitschriften und Zeitungen mit Vorliebe ausgestellten Vergleichen zwischen dem heutigen Kampf in Europa und den Feldzügen Napoleons schreibt der Londoner „ABC"-Korrespondent, Luis Calvo, „alle diese modernen Kommentatoren Napoleons gehen an der Tatsache vorüber, daß an seinem Mißerfolg in Rußland und an seinem schließlichen Untergang weniger die englische Blockade oder
die blutigen Kämpft in Spanien, Ausstände in Tirol und Deutschland oder der mißglückte Ueber- gang über die Beresina schuld gewesen sind, sondern das Kontinentalsystem der Koalitionen und seine Art der Kriegführung. Die europäischen Allianzen sind in diesem Krieg verschwunden, und die Maschinen und Motoren haben die Entfernungen abgekürzt und die Beschränkungen in den Plänen aufgehoben. Jn all diesen napoleonischen Erinnerungen, wie sie von Churchill und Stalin bis hinab zu irgendeinem politischen Windbeutel ausgegraben werden, ist wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedankens."
Diese Mammut-Tanks seien hilflos den deutschen Infanteristen zum Opfer gefal' l e n.
DRB. Aus dernFührerhauplquarlier. 5. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Jm Osten verlaufen unsere Operationen planmäßig. Südlich der Pripjet- Sümpfe wurden an mehreren Stellen versprengte Teile des Feindes hinter unserer Front durch Reserven zum Kampfe gestellt und vernichtet. Mehrere lausend Gefangene fielen dabei in unsere Hand. Unsere ungarischen Verbündeten haben gestern K o l o m e a und Stanislaw genommen. Von den bei Minsk eingeschlossenen Sowjetverbänoen sind am 4. Juli — wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben — 20000 Mann übergelau- s e n, nachdem sie ihre Kommissare erschossen hatten. Ostwärts Minsk ist der Dnjepr erreicht. Jm Baltenland wird die Verfolgung des geschlagenen Feindes fortgesetzt. Die aus Finnland vorgehenden deutschen und finnischen Verbände machten trotz schwierigster Geländeverhältnisse und bei stellenweise zähem Widerstand weitere Fortschritte.
Kampf-, Zerstörer- und Jagdflieger-Verbände zersprengten feindliche Truppenansammlungen am Oberlauf der Düna und in der westlichen Ukraine, vernichteten zahlreiche Panzer- und Lastkraftwagen, bombardierten mit guter Wirkung feindliche Artilleriestellungen und zerstörten wichtige Bahnanlagen weit im Rücken der Sowjettruppen. Jn Luftkämpfen erlitt die feindliche Fliegertruppe weitere schwere Verluste.
Jm Kamps gegen Großbritannien bombardierten starke Verbände der Luftwaffe in der letzten Rächt das Rüstungszentrum Birmingham, den Kriegshafen Plymouth sowie andere Häsen an der Südostküske Englands. Große Vrand- felder und Explosionen ließen den Erfolg dieser Angriffe erkennen. Aus einem Flugplatz an der Westküste Englands belegten Kampfflugzeuge hallen und Unterkünfte wirksam mit Bomben schweren Kalibers. Jm Bristol-Kanal wurde ein Frachter von 5000 VRT. versenkt. Fernkampsbatterien der Kriegsmarine beschossen einen feindlichen Geleitzug im Kanal.
Angrifssversuche britischer Flugzeuge führten am gestrigen Tage an der Kanalküfte abermals zu einer Riederlage für den Feind, Jn Lujlkämxjen
Deutsche Kampf- und Sturzkampffliegerverbände bombardierten den Hafen von Tobruk. Ein Handelsschiff und Lagerhäuser wurden getroffen, Küstenbatterien des Feindes niedergekämpfi. Zerstörerflug- zeuge zersprengten britische Kraftfahrzeugkolonnen bei habata.
Jm Mittelmeerraum griffen am 4. Juft deutsche Kamps- und Sturzkampfflugzeuge die Hafenanlagen von Famagusta an der Ostküste der Jnsel Eypern an. Vombenvolltreffer schweren Kalibers beschädigten zwei große Handelsschiffe und Verladeeinrichtungen am Hasen. Auf einem Flugplatz der Jnsel schlugen Bomben in Barackenlager des Feindes.
Der Feind warf In der letzten Rächt in Westdeutschland Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte größere Verluste an Toten und Verletzten. Wohnviertel und öffentliche Gebäude wurden vor allem in Münster und Bielefeld getroffen. Rachffäger schossen sieben der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.
Rittmeister Riemack, Führer einer Aufklärungsabteilung, die Oberleutnante Frhr. Märkten und Buchterkirch in einem Panzerregiment sowie Oberleutnant R i h in einem Schühenregiment zeichneten sich durch vorbildliche Tapferkeit aus. Bei Operationen im Rordatlantik war ein Anker- seeboot unter Führung von Kapitänleutnant Scholz besonders erfolgreich.
Wiederum 52000 Soldaten westlich Mmsk übergelaufen.
DRV. Aus dem Führerhauptguartier, 6. Juli. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Anter dem Druck der deutschen Am- klammerung sind gestern westlich Minsk wiederum 52 000 Soldaten der Sowjetarmee übergelaufen.
wurden neun Jagdflugzeug^, durch Flak- artiöerie drei Kampf- und ein Jagdflugzeug a b - geschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Durch Bombenwürfe britischer Flugzeuge auf die Stadt Breft wurde ein Denkmal der kanadischen Truppen aus dem Weltkriege zerstört. Militärischen Schaden richtete dieser Angriff nicht an. Einzelne britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Rächt eine geringe Zahl von Sprengbomben in Westdeutschland. Die Schäden sind unerheblich. Rachtjäger und Flakartillerie schossen fünf der an- greifenben Kampfflugzeuge ab.
Hauptmann Streik, errang in der Rächt zum 4. Juli seinen 15. Rachtjagdsieg. Jn den Kämpfen im Osten zeichneten sich Oberst Buck und Oberstleutnant T h u m m, Kommandeure von Jnfanferie- Regimentern, sowie die Oberleutnante Pelikan in einer Sturm-Geschüh-Abteilung, Heine in einer Radfahr-Kompanie und Tanke in einem Jnsantekie-Regiment durch besondere Tapferkeit aus.
Qualität gegen Quantität.
Eindrücke eines schwedischen Korrespondenten auf dem Schlachtfeld von Lemberg.
Stockholm, 6. Juli. (DNB.) Der von „Stockholms Tidningen" an die Ostfront entsandte Korrespondent schreibt seinem Blatt, der Krieg an der Ostfront sei eine Auseinandersetzung und, ein Messen der Kräfte zwischen zwei verschiedenen Prin- zipien: Dem Prinzip der Quantität und dem Prinzip der Qualität. Die Sowjets hätten ihre Methode auf der Quantität, sowohl was die Größe der Armeen als auch was die Ausrüstung betreffe, die deutsche die ihre auf der Qualität aufa-daut. Das auffälligste Beispiel dafür seien die S owj et- ta nks. Exemplare, die bis zu 100 Tonnen groß seien, hat der Korrespodent an keiner anderen Front bisher besehen. Diese 100-Tonner, die die Bolschewisten in der früheren polnischen Ukraine zurück- gelassen hätten, seien imponierend anzusehen. Sie hätten einen schreckeneinjagenden Turm mit einer
Die Sowjets hätten in diesem Kriege gewaltige Massen von all dem, was sie befaßen, eingesetzt, Hitler dagegen habe, wie gewöhnlich, sein Vertrauen auf seine erprobten Alpenjäger gesetzt. Am Anfang hatten die Deutschen an diesem Frontabschnitt einen einzigen Panzer gegen die feindlichen Panzerformationen eingesetzt. Die überlegene Ausbildun der Infanteristen, ihre Führung und die modernste technisch e A u s r ü st u n g , die einem Infanteristen zur Verfügung stehen könne, habe die Entscheidung trotzdem zu Gunsten der Infanteristen gewendet.
In den Wäldern bei Lemberg, so fährt der Korrespondent fort, hatten die Sowjets zahlreiche Divisionen eingesetzt, die mit Tanks und Feldkanonen ausgerüstet waren. Die Verteidiger hotten alle Chance auf ihrer Seite, denn die Deutschen, die über den San kamen, waren nur mit leichten Waffen ausgerüstet. Trotzdem schaben sich die Deutschen von Posten zu Posten vor, ohne daß es die Bolschewisten, die zäh kämpften, verhindern konnten.
Den größten Eindruck auf den Korrespondenten machte das Material, das die Bolschewisten zurück- gelassen hatten. Auf weiten Strecken liege Tank an Tank, Geschütz neben Geschütz. Viele Panzerwagen seien zerstört, daß man kaum noch Schrott vorfinde. Andere seien nach außen hin vollkommen unbeschädigt. Es seien meistens 30-t-Panzer, offenbar seien sie eine leichte Beute für die Deutschen geworden. Selten ungeschickt hätten sich die Sowjets bei Gebrauch ihrer Panzerwaffe gezeigt.
Eine Panzerschlacht ist ein technischer Krieg, der höchste Ansprüche an Führung, Mann und Material stellt. Vor allem muß jeder Tank in drahtloser Verbindung mit dem Führertank stehen, der die Bewegungen befiehlt. Davon scheinen die Bolschewisten keine Ahnung gehabt zu haben, denn jeder Tank wollte für sich s e i n e n eigenen privaten Krieg gegen Deutschland führen. Auch fehlte den Sowjets ein ausgebildeter Auf - klärungsdienst, so daß sie von den Deutschen überrascht wurden. Letztere waren gut getarnt und ließen die Sowjettanks auf 70 Meter herankommen. Dann bekamen die Sowjetpanzer den Gnadenschuß, eine auf den Zentimetr genau gezielte Panzergranate. In anderen Fällen stürmten die deutschen Soldaten ganz einfach die Tanks und warfen Handgranaten ins Innere. Interessant sei auch die Menge Artillerie, die die Bolschewisten an der Front bei Lemberg eingesetzt hätten. Massen von Feldge- schützen schmücken nun das Gelände. Man bedauert, daß soviel Stahl nutzlos geopfert worden ist. Bolschewisten waren picht etwa unvorbereitet den Kampf, sie waren offenbar nur noch nicht ihren Vorbereitungen fertig.
Die Sowjetwirischast.
Während der letzten Tage waren selbst in solchen Auslandzeitungen, die bisher nicht viel Verständnis für Deutschlands Kampf gegen die angelsächsische Beoormunbung Europas aufzubringen pflegten, beifällige Betrachtungen darüber zu lesen, daß dem Bolschewismus endlich ein energisches Halt zugerufen worden ist.
Die Frage, ob das vom Kommunismus eingeführte Wirtschaftssystem brauchbar ober etwa gar den anderen Wirtschaftssystemen überlegen sei, wird nicht mehr diskutiert; sie ist beantwortet: gewisse industrielle Fortschritte sind mit einer völligen Preisgabe der laufenden Versorgung der Bevölkerung erkauft worden. Zwar sind für besondere Leistungen wie Erfindungen und für Einhaltung des vorgeschriebenen Produktionsplanes Prämien ausxrelobt Aber was nützen die Prämien, wenn man sich und seinen Angehörigen damit keine bessere Lebenshal-- tung verschaffen kann!?
Jahraus, jahrein wird in der russischen Staatswirtschaft — eine Privatwirtschaft gibt es kaum noch — ein Berg von Papier verschrieben, und wenn es so ginge, wie es auf dem geduldigen Papier steht, so wäre alles in bester Ordnung. Aber es geht eben nicht so. Die neugeplanten Jndustrie- werke und Grubenanlagen werden nie pünktlich fertig, weil Maschinen, Kesseln, Rohrleitungen usw. nicht rechtzeitig geliefert werden und weil es trotz aller Mittel nicht gelingt, die Arbeitsmoral auf ausreichender Höhe zu halten. Dazu kommt die geringe Bildung und die Gleichgültigkeit der Arbeiter und Angestellten, die mit den komplizierten Maschinen nichts anzufangen wissen und außerdem es an der notwendigen Wartung und Pflege fehlen lassen. In zahlreichen Wirtschaftszweigen ist die Qualität der hergestellten Produkte so gering, daß große Teile als Bruchware ausrangiert werden müssen.
Jm Lauft der Jahre hat die Moskauer Zentrale zahlreiche Experimente in der industriellen Organisation gemacht. Jetzt war man bei Dutzenden von „Volkskommissariaten" angelangt, denen die zu der betreffenden Branche gehörenden Werke unterstehen. Oertlich sind die Werke nach Rayons zusammengefaßt, wobei aber besonders große Werke dem Volkskommissariat unmittelbar unterstellt sind. Daneben besteht eine Querverbindung solcher Unternehmungen, die ihrer Natur nach eng zusammenarbetten müssen, beispielsweise von Kohlenbergwerken und Kokereien auf der einen, Hochöfen- uiw Eisenwolz- werken auf der anderen Seite. Solche .Kombinate" erstrecken sich mitunter auf weite Räume, mie beispielsweise die Kohlenbergwerke im Uralgebirge
Der bolschewistische Maierialrausch.
Madrid, 6. Juli. (Europapreß.) Der Berliner Korrespondent des spanischen Blattes „ABC", Äi- auel Arena, beschreibt in seinem Bericht von der Ostfront mit großer Anschaulichkeit den schreienden Gegensatz zwischen der Verfassung der Sowjet- soldaten und dem riesigen Aufwand an Material. -Die Landstraße nach Lemberg bietet einen so katastrophalen Anblick, wie ich ihn nirgendwo und niemals gehabt habe. Meine Begleiter sprachen von Dünkirchen. Ich begann die zerstörten Sowjettanks zu zählen, als ich bei 200 angekommen war, gab irf? es auf." Arena beschreibt dann die Sowjet- Panzerwagen. „Es ist ein Delirium des materialisti- Ichen Geistes, eine wahre Orgie an Eisen, in deren Dienst man einige armselige Menschen gestellt hat." — (£in wahrer Luxus an Material und Munition sei von den Bolschewisten entwickelt worden. Die Mannschaften aber liefen häufig barfuß herum und trugen Mützen aus Karton.
Ungarische Truppen den Onjestr erreicht
örtert die Frage der noch verbleibenden Widerstandskraft der Sowjetarmee und bringt dazu cm Bild des Standes der Fronten, wie er sich aus den letzten deutschen Berichten ablesen läßt. Das Blatt greift die Gerüchte von dem Plan einer großen Schlacht vor Moskau auf und meint, der Aufmarsch der Sowjets zu einer solchen Schlacht dürste bereits stark unter dem Druck des deutschen Vordringens stehen. Der für diesen Aufmarsch zur Verfügung stehende Raum werde ständig enger. Mit der „Stalin- Linie" und ihrem möglichen strategischen Wert besaßt sich „Popolo di Roma". Das Blatt meint daß die Werke dieser Linien zum größten Teil veraltet und wohl auch auf Grund der späteren Grenzziehung unter Einschluß eines großen Teiles von Polen und der baltischen Staaten vernachlässigt sein dürften. Die Riesenmassen an Gefangenen und Beute, die den Deutschen in die Hände gefallen seien, gäben einen Maßstab für die Beurteilung des deutschen Sieges in diesem ersten Kriegsabschnitt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, Juli 1941.
Wenn dereinst einmal die Geschichtsschreibung die Zeit der Weltwende, die wir heute tätig miterleben, auf ihren letzten und gestaltenden Sinn untersuchen wird, so dürfte sich wie ein roter Faden durch alle Betrachtungen die Erkenntnis ziehen, daß England, was immer es auch versuchte, um seine Herrschaftsform in die Zukunft hinüberzuretten, ungewollt diesem ungeheuren geistigen und materiellen Umbruch Vorschub leistete. Ob eine solche Untersuchung nun von wirtschaftlichen, politischen oder mehr psychologischen Voraussetzungen ausgeht, immer wird sich die Wahrheit des von Adolf Hitler zu Beginn dieses Krieges ausgesprochenen Warnung als wahr erweisen, daß die Götter den mit Blindheit schlagen, den sie verderben wollen?
Um zu ermessen, auf welcher Stufe des stetigen Niedergangs England heute steht, ist es gut, sich an eine Rede zu erinnern, die der ältere Pitt, Earl of Chatham, kurz vor seinem Tode am 20. November 1777 im Oberhaus hielt. Sie ist unter dem Titel „The Employment of Native Mercenaries" (Die Verwendung eingeborener Söldner) als eine der flammendsten und empörtesten Reden der englischen Geschichte überhaupt in die Historie des englischen Parlaments eingegangen. Mit geradezu seherischer Gabe warnte dieser Greis die Lords davor, die Eingeborenen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg als Hilfsvölker gegen die Empörer zu benutzen. Seine Worte haben heute, im übertragenen Sinne angewandt, eine seltsam ergreifende Aktualität. Sie haben freilich nicht hindern können, daß die eiskalten Rechner und erbarmungslosen Raffer, die auch daknals bereits die Geschicke der englischen Eroberungs- und Weltbeherrschungspolitik lenkten dennoch alle die Methoden anwandten, die man bei der Einverleibung der 13 Kolonien und vor allem Indiens für gottgefällig und wohlgetan hielt. Das Ergebnis ist bekannt: Das amerikanische Unabhängigkeitsbestreben setzte sich gegen alle Widerstände als eine Naturkraft durch, die zwar der ältere Pitt erkannte, aber der damalige Premierminister Lord North in echt britischer Borniertheit nicht wahrhaben wollte.
Sein Nachfolger Churchill braucht heute nicht zu befürchten, daß im Oberhaus ein Mann von den Qualitäten des Earls of Chatham aufsteht, um — gleichsam aus dem Jenseits — bte_ prophetische Stimme zu erheben. Er glaubt, daß die Geschichte sich wiederholt--wenn es für England günstig
ist. Darum begann er genau wie 1914 das alte Spiel, übersah aber vollständig, daß in der Mitte Europas ein neuer Staat, ein Reich emporblühte, für dessen Werdegang und Ideologie, für dessen Wesen und nur ihm eigentümliche Vitalität ihm, dem entarteten Nachfahren einstmals instinktstarker und naiv-skrupelloser Eroberer, jedes Organ fehlt. So übersah sein rein kapitalistisch und materialistisch geschultes Gehirn, daß es etwas gibt, was stärker ist als die Anwendung eines einmal erfolgreich gewesenen Rezepts der Einkreisung: der Geist, der einem der diszipliniertesten und klügsten Völker
Geburtshelfer wider Willen
Von unserem nn.-Berichterstatter.
ein neues Gemeinschaftsgefühl ersetzt wurden, durch einen wahrhaften Volksstaat, in dem die Arbeit eine Ehre und eines der wertvollsten Nationalgüter Überhaupt ist.
Wenn es eine psychologische Wurzel für diesen von der angelsächsischen Plutokratie entfesselten Krieg gibt, so ist es die Furcht dieser schnöden und perfiden Kapitalisten, daß die Anerkennung der Würde der Arbeit, die gleichzeitig eine Würdigung des Arbeiters und seine Einbeziehung in die volk- hafte Gebundenheit ist, in England Schule machen könnte, also dort, wo der Sinn für ein derartiges Ethos von jeher gefehlt hat, wo nur der etwas galt, der nicht zu arbeiten brauchte. Es ist gerade heute, da die britischen Zeitungen sich in Lobeshymnen für den neuen „Kooperator" Stalin überschlagen, außerordentlich wervoll zu wissen, daß im englischen Denken der Staat nicht vorkommt, sondern nur die „society". Es gibt daher auch in der angelsächsischen Welt keinen Dienst an der Gesamtheit, wie in Deutschland und wie vor allem das Preußentum als historische Realität ihn herausge- bildet hat. Handel war Kampf ums Dasein und die Arbeit eine Ware unter anderen.
In diesem Punkt treffen sich nämlich Bolschewismus und Plutokratie. Denn auch das bolschewistische System denkt in Klassen und hat die Klasse der „Proletarier" ebenso zum Dogma erhoben, wie das späte England die des Plutokraten. Beide denken nur materialistisch und grenzenlos egoistisch! Daher erleben wir heute das seltsame Schauspiel, daß Churchill sich dreht und windet, um die Bolschewisten sozusagen hoffähig zu machen, um ihnen ein demokratisches Mäntelchen umzuhängen, während auf der anderen Seite Genosse Molotow in seltsamer Umkehrung des Spiels die „Bürger und Bürgerinnen" der zur Weltreoolution „berufenen", also im letzten die Staatenlosigkeit bejahenden, Sowjetunion zur Verteidigung aufruft. Das Entscheidende ist nun — und das ist auch der grundsätzliche Rechenfehler Churchills —, daß Europa die Gefahr des Untermenschentums bolschewistischer Prägung instinktiv in seiner überwiegenden Mehrheit sofort begriffen hat, wo es den Kampf gegen England, obgleich er mit demselben Vorzeichen geführt wird, aus der Trägheit liberaler Denkgewohnheiten durchaus noch nicht so vollständig begriff.
Wer heute als objektiver Beobachter aber die Aeußerungen englischer Zeitungen und die Propaganda des britischen Rundfunks verfolgt, dem muß ausfallen, daß eine zunehmende Angst das britische Jnselreich befällt, eine Ahnung von dem Erwachen Europas, das in dem Zerrspiegel des Bolschewismus auch die gemeinsame Wurzel plutokratiicher Lebensanschauung sieht. Das äußert sich vorläufig überwiegend in den skeptischen Stimmen über die Fähigkeit der Sowjets, dem Ansturm der deutschen Soldaten überhaupt solange standhalten zu können, daß England wirklich eine Entlastung erfährt. Nachdem jetzt aber die ersten großartigen, geradezu überwältigenden Erfolge der deutschen Waffen gegen den bolschewistischen Verräter bekannt geworden sind, wächst in der angelsächsischen Welt die erschreckende Erkenntnis, daß mit dem Wahngebilde des Bolschewismus auch die letzte ideologische Tarnungsmög- . lichkeit seines historischen Geburtshelfers, eben das Plutokratentum, fällt und daß England diesen Krieg v'cht aus der Liebe zur Menschheit und der wahren „Freiheit der Demokratien" vom Zaune gebrochen Wt sondern um des brutalsten Egoismus über=
IH-cm-Kanone als einzige Besttickung. Man sollte glauben, sie könnten von keinem anderen Ungetüm besiegt werden, als nur von größeren. Aber in dem jetzigen Feldzug seien die'sowjetischen Hoffnungen vollkommen sehlaeschlagen. In Wirklichkeit komme es nicht auf die Masse, auch
B u d a p e st, 6. Juli. (DNB.) Der Chef des Hon- ved-Generalstabes teilt mit: Unsere Truppen er- reichten am 5. Juli die Linie des Dnjestr. An manchen Stellen versuchten starke Sowjetnachhuten durch V Vic.t/UIUHK; I erbitterten Widerstand de» Rückzug über den Flutz
Nicht auf tue Große, der Tanks oder ihrs Zahl am |^u decken. x —-----------—


