Aus -er Giadi Gießen
E. L. St.
37. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
Verdunkelungszelt
7. Juni von 21.41 bis 5.01 Uhr.
8. Juni von 21.41 bis 5.00 Uhr.
BISSPFLEGER
ELOGO
Reinigt selbsttätig und desinfiziert Zahnersatz
WMllTllCH m DiOOteit M m flNSCHLÄG MSCWUTfN
Die Thealerveranstallung mit der Aufführuq ..Barbier von Sevilla" am heutigen Samstag, b ginnt um 19.15 Uhr. 252fij
Urlaub für Zugendliche in der Hauswirtschaft.
Nach § 21 des Iugendschutzgesetzes erhält bj jugendliche Hausgehilfin wie die Jugendlichen allen anderen Berufen nach dreimonatiger Befchä tigung im gleichen Haushalt bis zur Vollends des 16. Lebensjahres jährlich 15 Werktage Urfad vom vollendeten 16. bis zur Vollendung des u
Nur wenig, aber feucht putzen • nämlich den Herd, wenn Sie WEEll haben. • Und wird der Lappeii trocken, dann sofort wieder n a cm f e u c h t e n. So putzen Sie wirklich sparsam und bekommen obendreinl eine tadellos blanke Herdplatte. WEEN Herdputzpulver
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5 f.flIn weni- ^besteht, i .-mndljch : bei 1
Vom Deutschen Roten Kreuz in Gieße
Rege Mitarbeit an vielfältigen Aufgaben.
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Roman von Elisabeth -fjolt
in der Stadt, erzählt die Mutter beim Nachhause« kommen: ..Dir haben auch Siebenbürger in Tracht gesehen." Brigitte entrüstet: „Aber Mutti, du schwindelst ja, es waren doch nur vier!!''
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Gerda bekommt einen Schweißausbruch — plätz- (ich. und, wie es ihr vorkam, eiskalt. — Wahrscheinlich rettete er sie vor einem Herzschlag. Gleich- zeitig setzte das Zittern ein. Ein hemmungsloses Schütteln, das bei den Händen begann, die Arme hinauflief und den ganzen Körper Glied für Glied packte. Die Knie wurden Weich und gaben nach, sie kauerte sich auf den Fußboden hin, zusammengeduckt hinter dem großen japanischen Wandschirm saß sie da und hielt die zusammenschlagenden Kiefer mit der Hand fest.
Dann war da ein leises Geräusch, leicht und flüchtig wie das Anfliegen eines Nachtschmetter- lings. „Gerda", sagte Paul von oben her, „ich kann meine Schlüssel nicht finden", er brach ab, als sei ihm die Luft ausgegangen, seine Stimme klang dumpf und verändert.
Sie rührte sich nicht, sie wird sich auch nicht rühren, wenn er herunterkommt und hier ausführt, was er oben zu tun beabsichtigte. Sie wird sich auch nicht wehren. Nur schreien wird sie. Vielleicht hört man es hinten in der Küche. Sie hätte gleich schreien können, aber dann würde Paul auch sofort über die Treppen herunterlaufen — geschwind und lautlos würde er da sein, er bewegt sich im Dunkel wie eine Kotze. Solange man still vleibt, gibt es noch eine Gnadenfrist.
„Bitte, komm herauf!" verlangte die Stimme aus der Finsternis und hatte den gewohnten Klang zurückbekommen, wo steckst du denn?"
In der Frau auf dem Fußboden bäumte sich etwas auf. Vernunft, Empöruna, Furcht vor etwas Drohendem gewannen die lleberhand über dos kopflose Entsetzen. Was bezweckt er? Warum will er sie überfallen? Ist er wahnsinnig? Sie weiß so wenig von ihm, — es soll einen heimlich schleichenden Wahnsinn geben, der nur zeitweise zum Ausbruch kommt. Oder hat er Furcht vor ihr? Kuß sie beseitigt werden, weil sie etwas weiß?
Ich werde doch schreien, gleich werde ich schreien, spürt Gerda verzweifelt. Er muß, er muß wahnsinnig sein, der Mensch, der jetzt langsam die Treppe heruntersteigt. Sie hörte jeden Schritt, ihr Ohr war geschärft wie nie zuvor. Was hat er vor? — Sie weiß doch nichts — gar nichts weiß sie!
Er rief sie nicht mehr. Gewarnt und vorbereitet durch ihr Stillschweigen, schob er sich vorsichtig
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in fast allen Orten des Landkreises Gießen burtf geführt werden, erhalten die Männer und ^rauti vom 18. Lebensjahr ab bis zu den älteren, yl Hilfeleistung noch fähigen Jahrgängen alles retische Wissen vermittelt und zugleich in praktisch^ Hebungen die erforderlichen Handgriffe und -rn» fertigkeiten erklärt, die sie dann selb t anzuwend^ haben. Es ist besonders erfreulich, daß an dieses Lehrgängen viele Frauen und Mädchen teilnelmriI darunter auch zahlreiche Mütter, die neben ihrnL Haushalt und ihren Kindern noch andere Aufgabe! versehen, welche heutzutage die Frau -in die porfl berste Linie des Schaffens in der Heimat stelle«! oder die kriegswichtige Arbeitspflichten erfüllen, wj hier Dienst für das Volkstänze zu leisten. Daß fliej Frauen und Mädchen sich noch für die Lehrgär« im Sanitätswesen zur Verfügung stellen, verdjeq besondere Anerkennung. Am Schlüsse jeden Lehe« ganges haben die Teilnehmer Gelegenheit, in eim Prüfung unter Beweis zu stellen, daß sie aus bd Unterricht Nutzen gezogen haben, den sie dann N allen der ersten Hllfe bedürftigen Volksgenossen gtil gute kommen lassen können.
Neben dieser Arbeit geht die allgemeine Aus- urjil Fortbilduna der bisher schon im praktischen Siem tätigen Helfer und Helferinnen eiicher. Dazu komm die laufende Bereitschaft im allgemeinen Unsvll bi'lfsdienst und im Straßenunfallhilfsdienst, in yeblichem Ausmaß auch der KrankentransportdimW Starke Anspannung der Kräfte ist weiter auch für! die bisher schon erfüllten Kriegsaufgaben des DkM schen Roten 5kreuzes erforderlich; man denke z.L nur an den Bahnhofsdienst, an die erhebliche Ark« in bett Erfrischungs- und Verpflegungsstellen W die Wehrmacht, im Unterkunstshelm für dukG reisende Soldaten und bei vielen andern Aus, gaben. Bei allen diesen Pflichten find täglich rief Helfer und Helferinnen im Dienste des Roten ÄmÄ zes für unsere Soldaten, aber auch für alle Glied», unserer Volksgemeinschaft tätia. . 1
So sehen wir in überzeugender Weise den reiäeL Nutzen der Rote-Kreuz-Arbeit auf weiten GebültV unseres Gemeinschaftslebens und insbesondere je im Kriegsdienst für unsere Soldaten wirksam ai den. Daran wollen wir uns am morgigen Soi» tag erinnern und dann durch unsere Tat bei be Opfersvends auch den Helfern und Helferinnen bei Deutschen Roten Kreuzes danken. Bi
Ein bevorzugtes Klima, modern eingerichtete und günstig gelegene Badeorte, malerische Vororte, darunter das weltbekannte Cintra, tun ein übriges, um Lissabon zu esner der anziehendsten Hauptstädte zu machen.
Gerade heute scheint cs, als ob die Bedeutung Lissabons wieder stark im Dachsen begriffen ist. Der See- und besonders der Luftverkehr Mischen Europa und beiden Teilen Amerikas besitzt in Lissabon eine kaum zu entbehrende Basis, wie es gerade der jetzige Krieg deutlich gezeigt hat. Das alte Lisia- bon verschwindet allmählich unter der Spitzhacke, um größeren, weiträumigeren und schöneren Am lagen Platz zu machen. Lissabon ist bereit, in dem neuen Europa, das aus diesem Kriege hervorgeht, seine von der Natur vorgeschrtebenen Rolle als ein wichtiger Hafen und Umschlägplatz des Abendlandes wieher aufzunehmen.
Käst 15 Millionen Deutsche in der RGD.
Aus Anlaß des Jahrestages der NSV. wird im „Nationalsozialistischen Volksdienst" daran erinnert, daß schon Anfang 1932 die NSV. als Verein gegründet und in das Dereinsregister eingetragen wurde. Im Mai 1933 wurde sie dann als Organisation innerhalb der Partei für alle Fragen der Volkswohlfahrt und der Fürsorge zuständig. Während damals nur fünf ständige Mitarbeiter be-schäf- tiat waren, hat das Hauptamt für Vollswohl- fahrt heute über tausend Mitarbeiter. Während man damals glücklich war, daß die 20 Berliner Bezirke mit wohlfcchrtspflegerischen Kräften besetzt werden konnten, ist die NSV. heute eine Riesenarganisation mit einem gewaltigen Heer von Amtswaltern, mit Zehntausenden von Ortsgruppen und Stützpunkten, mit Hunüerttausenden von frei- willigen Helfern und Helferinnen und einer Mitgliederzahl von rund 14,5 Millionen deutscher Frauen und Männer. Als ständigen Grundsatz hebt der Aufsatz hervor, daß die NSV. den bedürftigen Volksgenossen zur Selbsthilfe erzieht und ihn wieder dahin bringt, daß er aus eigenen Kräften fein Schicksal in die Hand nehmen kann. Sie nehme ihm das beschämende Bewußtsein, daß er auf die Güte anderer angewiesen märe. Der Hilfsbedürftige werde weder erniedrigt noch persönlich abhängig gemacht oder verpflichtet, sondern an ihm werde eine selbstverständliche soziale Pflicht erfüllt, zu der er sich aüch selber bekennen müsse, wenn er seine soziale Not überwunden habe. Wenn auch der NSV. durch den Krieg neue Aufgaben zugefallen seien, so bleibe dennoch das Hilfswerk „Mutter und Kind" das Kernstück der nationalsozialistischen Volkswohlfahrtspflege. _
ebenko bunter Wirbel ungarischen Lebens in Lied, Csardas und Tanz über Die Bretter gehen. Musikalische Leitung: Erich Richter, Spielleitung: Harry Grüneke, Bühnenbild: Karl Löffler, Tanzleitung: Irmgard Trömel. e
Dichterlesung im Gießener Dorkragsring.
Auf Einladung des Goethe-Bundes, der Kulturellen Vereinigung und der Volksbildungsstätte Gießen wird im Rahmen des Gießener Vortrags- ringes der bekannte Dichter Erwin Guido Kolben- Heyer am Montag, 9. Juni, in der Aula der Universität aus eigenen Werken lesen.
Kindermund.
„Ein Kind fragt mehr, als zehn Weife beantworten können", sagt das Sprichwort. Zehn Weife sind aber gar nicht notwendig, nur eine Mutter! Unermüdlich plavpert das kleine Kindermäulchen, und unermüdlich antwortet die Mutter. „Gell, Mutti, dem Schutzmann - gehört die Welt?" fragt Brigitte eines Tages eifrig. „Warum meinst du das'/" „Weil er sie doch immer bewacht!" Leider muhte die Mutter dann das Besitzrecht des Schutzmanns an dieser schönen Welt erheblich schmälern. Bei einem Besuche im Zoo fragt Brigitte: „Wo wischt denn das Aeffchen seine Hände ab. wenn es seine Banane gegessen hat?" Die Antwort läßt das Kind einen Augenblick nachdenklich darüber werden, wie gut es doch so ein Affe hat im Vergleich Alt ihr! „Macht der rote Papagei auch rote Geschäfte?" heißt die nächste Frage, als sie bewundernd vor dem großen Käfig steht. Und: „Warum Kakadu, Mutti? Das ist aoer n komischer Name!"
Als sie eines Tages heimlich genascht hat, wird ihr eindringlich vorgestellt, daß es doch der liebe Gott sähe, auch wenn die Mutter es nicht gleich merke. Daraufhin Brigitte: „Ach, das schadet ja nir, aber d u kannst hauen!"
Nicht immer ist es leicht für die Mutter, den nötigen Ernst zu bewahren, z. B. wenn Brigitte überraschenderweise beleidigt sagt, als sie gezankt wird: „Bitte, nich so'n Ton!" Oder wenn sie abends beim Beten mit gefalteten Händchen plötzlich kommandiert: „Achtung, fertig, los!" Dies war eine Errungenschaft aus der so gern besuchten Turnstunde, aber der Mutter schien es hftr doch nickst am Platze. Gleich im Anfang muß die Mutter lachen, woraufhin Brigitte sehr vorwurfsvoll meint, sie sei wohl gar nicht fromm?
Ein andermal knüpft sie an das abendliche Gebetlein folgende Bitte: „Lieber Gott, schicke mir bitte rasch ein paar Taschentücher, ich habe ei^en Renn? schnupfen, und meine sind alle!" Als das sehr geliebte Milchfläschchen abgefetzt war, sollte es verschenkt werben. Brigitte: „Aber das könnt ich doch noch mal brauchen, wenn die Welt von vorn an- fängt und ich wieder dabei bin!" Immer weiß das Kind seinen Vorteil zu wahren. In der Sommerfrische möchte Brigitte eines Tages Schokolade haben, was ihr abgeschlagen wird. In diesem Augenblick brüllt eine Kühe im Stall. Brigitte schnell: „Wenn die Muhkuh Muh macht, muß ich Schokolade haben!" Das fand dann auch die Mutter, der diese Folgerung bei einem zweijährigen Kinde immerhin erstaunlich schien.
Wichtig ist es, das Kind nicht durch Lachen zu beleidigen, wenn es etwas mißverstanden hat oder noch nicht verstehen konnte. Einmal, nach Einkäufen
man schließlich von diesem Mann r—, dessen SW ein Meisterstück der Unauffäüigfet^gemeßen ist der einsam war wie selten ein Mansch. Und miet# hatte er eine neue Untat gepla^L ^'Denn wozu f)äW er sonst die Witwe seines 23ette'V ins Haus zurüt gelockt? Die wußte auf einma^ü^aß der More mit dem Pola den Saal verla^n, einen nolW Aermel gehabt hatte, und die Polizei mieberts wußte vom Mißgeschick des Chauffeurs Schütz, 6*1 beim Einschänken den Inhalt t^ner Flasche üEü das Kleid der Gräfin Steinmar^ und den Aerirr ihres linken Tischnachbarn gecJfen hatte. Vf wußte die Polizei genau. Und s kannte auch kii Tischordnung bei jenem längst dergangenen essen. Paul Bürger war der Vw>< Gräfin gewesen. <■ ' i i
Gerda also mußte weg, bevor sie chr Wissen M ? Polizei Mitteilen konnte. Aber .r selbst kann bet || über nichts mehr aussagen, er /fegt auf einem ou i gewetzten glatten Steintisch in einem Saal M Gerichtsmedizinischen Instituts, dort, wo Woch-k vorher die Sängerin Luckner gelegen hat.
Er Hut einen sicheren, glatten Herzschuß aus dsi! schweren Dienstrevolver Spohrs, der auf ihn M erte, noch ehe Paul Bürger seinen eigenen berei’ gehaltenen Revolver abdrücken konnte (denn Spo^I erinnerte sich wohl, daß in Peter Schiffs 6teq Brief der Satz stand: „Er schießt sofort, sowie eine Entdeckung befürchtet"): ferner eine alte, ff» vernarbte Kugelwunde an der Hüfte und fonb^ barerweise auch Spuren von Stilettstichen. Rücken. Er ist ein gutgewachsener, sehniger, still t und dem äußeren Schein nach nicht unsympathis«,^ Mensch gewesen, dieser Paul Bürger, der den 25" chitekten nicht nur mit Mühe und Fleiß erworb^ hat, sondern seinem Beruf zeitweise sogar eifrS nachging. (Schluß folgt.)
ernst meerbeherrschende Portugal hatte aufgchört, als Seemacht zu bestehen: im LisfaboneE Hafen konnte man die Flaggen aller seefahrenden Nationen sehen, während ote portugiesische kaum vertre- treten war. Erst seitdem Portugal im Jahre 1926 wieder eine starke nationale Regierung erhielt, trat hier langsam eine Aenderuna ein. Als Zeichen der Verbundenheit mit der Tradition grüßt die portugie. fische Kriegsflagge heute stolz von Heck und Bug der alten Seaelsregatte „Don Fernando", dem Mmi- ralsschiff des Lisiaboner Kriegshasens. Sie flattert aber auch über den Zerstörern, die vor kurzem in Lissaboner Wersten vom Stapel liefen, was seit Iichrhunderten nicht mehr der Fall gewesen war. Im gleichen Zeitraum begann auch der planmäßiae Ausbau und die Verschönerung Lissabons, das jetzt den Ruf einer der saubersten Städte gewonnen hat.
Telephonzelle, von seinem Zimmer aus Mühsam angerufen hatte und mitten im Satz den Hörer hinschmiß und wie ein Wahnsinniger davonrannte.) Kempfs Wagen kam herangeschossen, als er, Spohr, gerade im Begriff war, heimzugehen. Er hörte etwas Zusammenhangloses über den Mord an der Luckner und über die Sekretärin Maurer, die angeblich mit dem Täter allein im Hause sein müsse, und dann riß ihn Kempf in den Wagen.
Clemens unternahm zwei oder drei Versuche, mit der Schulter durch das solide Eichenholz der Haustür zu kommen, was völlig lächerlich war, er zerstieß sich bloß die Knochen. Nachher kam er auf den Einfall, das plattgedrückte Stabeisen der Banklehne zwischen Schwelle und Tür zu klemmen, ein Unterfangen, nicht weniger kindisch und aussichtslos ---aber Narren find bei der Vor
sehung beliebt, fünf Minuten lang arbeitete Clemens unsachgemäß und eigentlich ganz hoffnungslos herum, und dann erwischte er durch einen Witz des Zufalls den richtigen Punkt. Die schwere Tür hob sich in den Angeln — ruckte — Kempf spannte sich an, daß ihm das Rückgrat krachte. Wenn das verfluchte Stück Gußeisen, das er da als Hebel in der Hand hält, aobricht, ist alles hin. Ruckweise riß er es hoch.
Die schwere Tür wich zurück, und Spohr stürzte sofort mitten in die Schwärze hinein, die sich wie ein Loch vor dem Nebeldampf des Gartens öffnete. Den andern ließ er als unbrauchbar hinter sich.
Als Kempf nach ganz kurzer Zeit aus seinem völligen Erschöpfunaszustand erwachte, tat er ein paar ziellose Schritte gegen bas Haustor zu, aus dem gerade eine Frau kam.
Eigentlich hätte Gerda jetzt um Hilfe rufen müssen. Wenn sie so gar kein Bedürfnis nach lauten Demonstrationen empfand, so kam es daher, daß sich in diesen letzten Minuten eine große schmerzliche Spannung in ihrer Brust gelöst hatte. Gerade in dem Augenblick war das geschehen, als sie die keuchende, atemlose Stimme vor dem Fenster erkannte. Es ist nicht ganz leicht, die Stimme eines Mannes zu erkennen, von dem man nie — niemals etwas anderes gehört hat als vornehm, kühl abgebämpffr Plaudertöne und der dann heiser und fluchend wie ein Rohknecht eine fremde Tür auf- sprengt. In Todesgefahr, eingesperrt mit einem bösen Tier, spürte Gerda in einem jähen und glück- vollen Ausdehnen und Weitwerden des Herzens, daß das jetzt einer von den höchsten Glückspunkten war, die sie im Leben erreichen konnte.
Clemens sah sie an — er -tat es ohne Einglas. Er war absolut nichts anderes als ein überreizter, seelisch erschöpfter Mensch, ein Bursche, der irgend-
Stufe , um Stufe abwärts. — Und fetzt sah sie ihn auch. Ihre Augen, endlich an die Finsternis gewöhnt und durch den Aufruhr der Nerven zu übermenschlicher Leistung angepettscht, nahmen zuerst den fahlen Streifen des Hemdkragens auf und nachher auch Umriß und Bewegung der Gestalt. Er blieb stehen, witterte mit schnellem Hin, und Herdrehen des Kopfes, er wartete, er mar nur mehr zehn oder zwölf Stufen vom Treppenfuß entfernt, als der erste Schlag gegen die Haustür fiel.
Ein Schlag kam, dann ein zweiter, eine ganze Serie von Faustschlägen trommelte gegen das dicke Eichenholz. Männer waren draußen im - Garten, sie mußten über das Gitter gestiegen sein. Sie stritten miteinander — einer redete ruhig und wurde von dem andern niedergsschrien. Dann zogen sie sich ein paar Schritte weit zurück, kamen aber gleich wieder, und ein dröhnendes Donnern gegen das Tor ging los, heroorgebracht mit der abgerissenen Seitenlehne einer eisernen Gartenbank. Das Haus war erfüllt von dem Lärm wie das Innere einer Trommel, die Leute in den Nachbarhäusern drehten die Lampen ay. Auf einmal [tauben die Hallenfenster in einem schwachen Widerschein hereinfallenden Lichtes.
Gerda hob den geduckten Kopf. Die Gestalt auf der Treppe war weg.
„Sakra", wetterte Inspektor Spohr draußen aufgeregt, „das muß ja noch nichts Besonderes bedeuten, wenn die Klingel versagt. So etwas kann überall passieren." Und er bemühte sich, Dr. Kempf den eisernen Schlegel wegzunehmen. Ebensogut hätte er versuchen können, dem andern einen Arm auszureihen. In Kempfs magerem Gesicht war jeder Muskel, jede Hautfalte angespannt, er hatte seinen Hut verloren, die schwarze Binde seines Smokings hing aufgegangen von der rechten Hals- fette herunter, Clemens atmete stohweiftz durch die Nase wie ein überanstrengtes Pferd, er drosch stumm und verbissen auf das Holz los.
„Sie ist zu Hause, sie ist bestimmt drinnen. Im ersten Stock ist ein Fenster offen. Sie muß uns doch um Gottes willen hören!"
Schließlich verlor auch Spohr die Nerven, die Geschichte mit diesem schweigenden, finsteren Haus kam ihm nach und nach selber nicht richtig vor. — Panik steckt an, und der Mensch neben ihm zitterte in seiner Haut wie ein Jagdhund an der Leine. Spohr war sich noch immer nicht recht klar über das Telephongespräch, das der Hamburger mit Polizeirat Mühsam geführt hatte. (Ein Gespräch, das übrigens nie beendet wurde, weil Kempf in feinem Hotelzimmer nach dem vergeblichen Anruf in der
wo einen feinen Abendanzug gestohlen und bad^ gerauft hat, und der dabei in den Dreck gefallen ifl
„Gott fei gelobt!" sagte er und war noch irnM atemlos,. „Gerda — Geliebtes — Gott sei
Das war der Augenblick, in, dem b“:*inen ifl Haus ein Schuß fiel.---dosen»
18. Kapi 1
Inspektor Franz Spohr he Xj ” . ie ffam tausend Dollar, die das Pol Jn L5ssin^rf’^Q für die Festnahme ober UnU o.2s ^.Aung M Peter Schiff, alias Frank St« fit- esetzt m Als Peter Schiff — oder Dielnorf,-21 "ä? Bürgers im Begriff stand, sich die Beute >r fet^inem zweier' Mord zu holen, war er endlich ttt ,vter Polizei g<] faßt worden. Hier fragen wir war M Luckner tatsächlich erst fein zweites Opfer? vielleicht schon das dritte — vierte — was wiD
Der morgige Sonntag steht wieder im Zeichen des Kriegshllfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz. Die dritte Haussammlung soll und wird erneut in Stadt und Land reiche Geldspenden aus allen Kreisen unserer Volksgemeinschaft für diese gute Sache ergeben. Bei dieser Gelegenheit wendet sich unsere Aufmerksamkeit wieder einmal dem oielfeiti» gen Aufgabengebiet zu, dem auch das Deutsche Rote Kreuz im Stadt- und Landkreis Gießen täglich unermüdlich dient. Große Arbeitslefftunaen, insbesondere auch in vielseitiger Kleinarbeit, sind hier zu vollbringen, um wertvolle« Dienst für das ganze Rote-Kreuz-Werk zu leisten.
Ein neues wichtiges Arbeitsgebiet umfaßt die Instandsetzung von Wäschebeständen für unsere Soldaten. Dabei bandelt es sich um die Ausbesserung von Leibwäsche und um das Stopfen von Strümpfen, beides Dinge, die von Frauenhänden besser vollbracht werden als von den derben zehn Fingern der Männer. Diese Ausbesserungsarbeiten werden von den Frauen der Ortsaemeinschasten des Deutschen Roten Kreuzes in Äufammenarbeit mit den Frauen der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks in gemeinsamen Nähstuben voll- bracht. An bestimmten Tagen und Stunden jeder Woche kommen die Frauen in den Nähstuben zusammen, und bann heht ein emsiges Schaffen an, das oft recht mühevoll ist und stets alle Handferttg- keit der Frauen erfordert. Derartige Nähftuben- Arbeltsgemeinfchaften bestehen in Gl eß en in jeder der vier Ortsgruppen, ferner im Landkreis Gießen in den meisten Ortschaften. Frauen in jedem Alter und aus allen Bevölkerungskreisen sind an diesem Schaffen für unsere Soldaten beteiligt. Und sie alle arbeiten mit großem Eifer und viel Geschick, um unseren Soldaten gut instandaesetzte Wäsche und sorgfältig hergerichtete Strümpfe zur Verfügung zu stellen. Im Kreisbereich des Deutschen Roten Kreuzes Gießen, der ja neben der Stadt auch den Landkreis Gießen umfaßt, kommt bei diesen Ausbesse- rmngsarbeiten immer eine ganz ansehnliche Menge an Wäsche und Strümpfen zusammen, deren Bewältigung in sorgfältigster Arbeit erhebliche 2Infor» derungen an die helfenden Frauen stellt, denen stets mit großer Freude entsprochen wird. Diese Helferinnen verdienen daher für ihre uneigennützige Arbeit nicht nur den Dank unserer Soldaten, sondern verdientermaßen auch die volle Anerkennung unserer Volksgemeinschaft.
Die Ausblldungstätigkeit des Deutschen Roten Kreuzes an den Nachwuchs- und Hilfskräften für den Sanitätsdienst ist nach wie yor unermüdlich im Gange. Sie erstreckt sich nicht nur auf die Heran- und FoMildung neuer Helfer und Helferinnen für das Rote Kreuz selbst, sondern sie umfaßt auch die Unterweisung von männlichen und weiblichen Hilfskräften in der ersten Hilfe und im allgemeinen Sanitätswesen für den Reichslustschutzbund, für den erweiterten Selbstschutz, darüber hinaus einer mög- lichst großen Zahl von Männern und Frauen über. Haupt, da ja besonders jetzt im Kriege alle Volksgenossen in der Lage sein sollten, erforderlichenfalls erste Hilfe in sachgemäßer Art zu leisten. In Lehrgängen, die sowohl in der Stadt Gießen als auch
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Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast sSeltersweg): „U-Boote westwärts". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Unser Fräulein Doktor". — Arttlle risten-K am er adschaft 1895 Gießen: 20.30 Uhr im ,^Hsssischen Hof" Kamsradschaftsabend.
Tageskalender für Sonntag.
Stadtcheater: 11.30 Uhr „Philotas": 18 bis 21 Uhr „Die ungarische Hochzeit". — Gloria-Palast (Seltersweg): „U-Boote westwärts". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Unser Fräulein Docktor".
Sladttheaker Gießen.
Am morgigen Sonntag (11.30, nicht 1145 Uhr), wird auf vielsettigen Wunsch als 11. Morgenver- anstaltung Lessings Trauerspiel „Philotas" unter her Spielleitung von Gerhard Reuter in Wiederholung aufaesührt. Vorher spielt das Streichorchester des Städtischen Orchesters mit' Otto Söllner am Flügel die Sonate in g-moll von Johann Rosenmüller. Außer Miete.
Am Abend wird zum letzten Male als Sonber- Fremden-Vorstellung die Operette „Die ungarische Hochzeit" aufgeführt. Zum letzten Male wirb in drei Akten im bunten ungarischen Gewände ein
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