bauindustrie mit ihrer beträchtlichen Kapazität und ihren weiten Möglichkeiten einer Ausdehnung die hauptsächlich st eHoffnung für Großbrttan-- nien darstelle, aber sogar hier sei die gegenwärtige Summe der Fertigstellungen nicht groß genug, um den Notstand zu beheben. Der Neubau von England und Amerika zusammen werde daher zwei Millionen Tonnen nicht überschreiten und sei mithin wesentlich niedriger als die Verse n k u n g s z i f f 2 r.
Kleine politische Nachrichten.
Im Zuge der Aufbauarbeiten in den besetzten VcuLangebleten haben deutsche Pioniere in Belgrad an oerkehrswichtiger Stelle eine neue Brücke über die Donau und das Ueberschwem- mungsgebiet geschlagen. Das Bauwerk ist 1250 Meter lang und besitzt eine Tragfähigkeit von 24 Tonnen. Obwohl Hochwasser herrschte und Flußtiefen bis zu 15 Meter überwunden werden mußten, wurde die Brücke in sieben Tagen fertiggestellt.
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Zwei Tage nach der Einnahme von Achen wurde in den Straßen der Stadt bereits eine deutsche Zeitung unter dem Titel „Deutsche Nachrichten für Griechenland" verkauft. Die neue Zeitung, die zunächst nur wöchentlich erscheint, in kürzester Zeit jedoch zu einer Tageszeitung mngewan- delt werden soll, hat die Aufgabe, das deutsche und griechische Volk, das in der letzten Zeit wahre Haß- orgien hat über sich ergehen lassen müssen, einander wieder näher zu bringen, in dem gegenseitigen Verständnis für die Fähigkeiten und Leistungen des anderen und in der gemeinsamen Aufgabe an dem großen Ziel.
Nunmehr ist auch in Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt, ein deutsches Soldaten h e i m eingeweiht worden. Die künstlerische Ausgestaltung stammt von den in Hammerfest stationierten Soldaten. Die Betreuung erfolgt durch Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes.
Der Präsident des Reichsluftschutzbundes, General der Flakartillerie von Schröder, besichtigte die Einrichtung des Luftschutzes in den wichtigsten italienischen Städten. Dabei ergab sich Gelegenheit, Kriegserfahrungen auszutauschen und enge kameradschaftliche Beziehungen zwischen den Luftschutzorganisationen der verbündeten Nationen herzustellen.
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Zu einer eindrucksvollen Gemeinschaftskundgebung fand sich im Teatro Adriano in Rom die italienische Jugendorganisation mit der in Italien weilenden Vertretung der HI., der Rundfunkspielschar des Reichslenders Wien, der Gymnastikgruppe ber HI. zusammen. Die Gruppen der HI. ernteten mit ihren Vorführungen stürmischen Beifall.
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Am Dienstag eröffnete der König und Kaiser Viktor Emanuel III. in Anwesenheit des Gesandten Fürst Bismarck, des Gouverneurs von Rom und des Stellvertretenden Landesgruppenleiters der AO. der NSDAP., die von der- Deutschen Akademie veranstaltete 9. Jahresausstellung der deutschen Künstler in Rom.
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Wie der italienische Wehrmachtbericht meldet, geht in Ostafrika, im Abschnitt von Amba Alagi, der Druck des Feindes weiter, dem die italienischen Truppen tapfer widerstehen.
In Neuyork trafen dieStabschefsderFlot- len aus elf ibero-amerikanifchen Staaten ein, die auf Einladung des 05^.-Admiralstabschefs Stark und des Marineministers die 08^.-Flottenanlagen und Rüstungsindustrien besuchen.
Der australische Ministerpräsident Menzies traf am Dienstag von Lissabon kommend im Flugzeug in Neuyork ein.*
Nach Meldungen aus Oslo ist vor einiger Zeit das 24120-BRT.-Walfangschift „Kosmos" im Englanddienst gesunken. Die „Kosmos" war eine der größten Walkochereien der norwegischen Händels- flotte. Das Schiff war im Jahre 1929 in Belfast gebaut roorben.
Die japanische Regierung plant den Bau eines 300 Kilometer langen Tunnels zwischen Japan und Korea. Eine Kommission des Eifenbahnministeriums begab sich bereits nach Kyushu, dem Ausgangspunkt des Tunnels, um dort die geologischen Verhältnisse zu studieren.
MeDsim im Petz.
Roman von Elisabeth jjoIL
11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Gleich darauf schlängelte sich Paul durch die leeren Stuhlreihen an sie heran. „Ich habe die ganze Zeit über eingezwängt an der Wand gestanden, sonst hätte ich dir wirklich schon früher .guten Tag' gesagt." Er küßte ihr artig die Hand. „Ich glaube, du bist die Hübscheste heute", äußerte er mit Entdeckerfreude.
»Komplimente passen nicht zu dir, Paul."
Er gab es widerstrebend zu. „Ich passe überhaupt nicht hierher, drei Stunden lang habe ich mit wildfremden Leuten über Dinge gesprochen, von denen ich nichts verstehe. Und jetzt habe ich auch noch mit anhören müssen, wie sie Frau Luck- ner alle bestürmten, in das Sieoeringer Atelier mitgenommen zu werden, wo die Schlußszenen ihres Films gedreht werden. Theaterleute sind doch wie die Kinder."
Gerda wollte etwas erwidern, aber Paul schob seine Hand mit einem beschützenden kleinen Griff unter ihren Ellbogen. „Komm weg aus dem Dtu- stkzimmer — ich hab' Angst, Pola oder sonst je» manb fängt nochmals zu fingen an." Er führte sie fort. Eingeschmiegt in die Wärme seiner Hand ging sie mit ihm hinüber in den großen Salon, wo Alwinens Zobel noch immer den Platz behauptete.
»/Teufel!" Der Architekt blieb zwinkernd vor dem Mantel stehen, „was ist mit diesem Pelz los? Er sieht aus wie eine Million Dollär."
„Er hat nicht viel weniger gekostet — siebzigtausend Francs."
„Nein!"
„O ja, ich weiß es."
„Französische Franken?"
„Ja, französische Goldfranken. Die Luckner will auch so einen."
— Der Mantel war jetzt stark parfümiert und strömte einen seinen exotischen Duft aus, der den unverlierbaren Raubtiergeruch überdeckte; als Gerda mit der Hand darüberfuhr, haftete der eigenartige Duft noch eine ganze Weile an ihrer Haut. „Orchi-
Gtuka-Gtaffelu im Erdkampf umTovruk
Bon Kriegsberichter W.Jung.
DNB. ..., 6. Mai. (PK.) Wo es darum geht, eine vom Gegner schwer befestigte und zäh verteidigte Stellung sturmreif zu machen, dort sind die Stukas zur unentbehrlichen Waffe der deutschen Kriegführung geworden. Dies gilt im besonderen Maße in Afrika. In der weglosen, unendlichen ein- töniaen Wüste kann nur ein tief auf die feindlichen Stellungen herabstohendes Sturzkampfflugzeug die Erdziele ausmachen. Nur in kühnem Tiefangriff ist aus der Luft die Infanterie des Feindes wirksam zu treffen.
Am frühen Morgen eines Apriltages startet unsere Gruppe gleichzeitig mit einer Staffel italienischer Stukas mit dem Kampfauftrag: Tiefangriff auf feindliche Artillerie • Stellungen, Truppenansammlungen, Lager und Kraftfahrzeuge im Raume von Tobruk. Ueber einer Bucht, in der ein bei früheren Einsätzen getroffener Frachter halb versenkt auf Grund liegt, nehmen die Stuka- Stqffeln Kurs auf die englischen Artillerie-Stellungen. Unter geschickter Ausnutzung des für eine Verteidigung außerordentlick günstigen Geländes hat sich der Feind vor Tobruk verschanzt. Der alles gleichfärbende Wüstensand hat die neu geschanzten Stellungen bereits mit einer tarnenden rostbraunen Schicht bedeckt. Doch das geübte Auge des Stuka- Flugzeugführers kann durch die raffinierte Tarnung der von kleinen Rundwällen umgebenen Artillerie-Stellungen nicht getäuscht werden. Aus mehreren tausend Meter Höhe setzt eine Maschine noch
der anderen zum Sturzflug aufs Ziel an. Die Geschütze liegen nun schon klar erkennbar fast senkrecht unter dem Bug der Maschinen. In diesem Augenblick werden die Bomben gelöst. Riesige Sandwolken wirbeln auf, Geschützteile, Waffen und Gerät fliegen in die Luft. In Serien von dicken Rauch- und Feuerschwaden bersten Munitionsbehälter.
Doch kaum sind die Bomben ins Ziel gesetzt und die Maschinen ab gefangen, da setzen die Staffeln zum Tiefflug über die Linien der feindlichen Front an. Was in dem Abschnitt nicht unmittelbar von den Bomben zerschmettert wurden, wird unter MG.- Feuer genommen. In geringer Höhe dröhnen die Staffeln über Schützenlöcher, Kraftwagen, Zelte und Sammelplätze des Feindes und überschütten jedes ins Schußfeld kommende Ziel mit mörderischem MG.-Feuer. Nur schwach wehren sich einige Maschinengewehre vom Boden aus gegen das stählerne Gewitter, das von oben herab mit vernichtender Kraft über sie gekommen ist. Treffer in den Benzintanks lassen Kraftwagen explodieren. Dort fliehen feindliche Gruppen unter den MG.-Feuergarben auseinander. Aus einem Zell, wahrscheinlich einem Magazin, schlägt eine Flamme empor. Als die Maschinen im Tiefflug über die Wüste nach Westen abdrehen, lassen sie die feindlichen Stellungen empfindlich getroffen, und ihre Besatzungen, soweit sie nicht außer Kampf gesetzt sind, moralisch schwer erschüttert hinter sich zurück.
Die Lage im Irak.
Oer Flughafen von Habbaniyah für die Luftwaffe unbrauchbar. 3000 englische und australische Soldaten eingeschloffen.
B e i r u t, 6. Mai. (DNB.) Zur militärischen Lage im Irak erfährt man, daß etwa 3000 englische und australische Soldaten aufdemFlughafenvon Habbaniyah eingeschlossen sind. Der Flugplatz selbst ist für die Luftwaffe unbrauchbar gemacht worden. In Basra haben die Engländer den Bahnhof und den Hafen militärisch besetzt. Bisher ist es aber noch zu keinen ernstlichen Kampfhandlungen gekommen. Die irakische Bevölkerung hat den Entschluß der Regierung, sich gegen die englischen Unterdrückungsmaßnahmen zu wehren, mit Begeisterung ausgenommen. Die Verdunkelung von Bagdad ist ausgezeichnet, überall herrscht Ruhe und Ordnung. Einige Engländer, die versucht hatten, aus Bagdad zu fliehen, wurden von der Bevölkerung der Polizei übergeben. Durch die Unterbrechung der Delleitung sollen fünf MillionenLiterBrennstoffvernichtet worden sein. Die Raffinerien von Haifa haben ihre Tätigkeit ei n st eilen müssen.
An Transjordaniens Grenze.
Rom, 6. Mai. (Europapreß.) Wie aus Beirut bekannt wird, ist in dem an der Grenze Transjordaniens gelegenen Wüstengebiet des Iraks rings umdas Fort Rutoah bis jetzt kaum mehr als ein Kleinkrieg im Gange. Jedoch soll der Emir Abdullah von Transjordanien seine Absicht kundgetan haben, in Transjordanien ein Heer aufzustellen, das an der Seite der englischen Truppen kämpfen solle. Nuri el Said, der ehemalige irakische Ministerpräsident, soll zum Kommandanten dieses Heeres ausersehen sein. Andererseits sollen nach einer Mitteilung des Kurzwellensenders von Bagdad aus Transjordanien kommende freiwillige Truppen am Montagabend zu den Irak- Truppen gestoßen fein. Im Osten hätten die Truppen des Irak den Flughafen Sin el Saban eingeschlossen und dessen Gebiet zum Teil auch besetzt. Die großen Erdöllager der Engländer in diesem Flughafen seien in Brand geschossen worden. Das Bombardement des Flughafens durch die Artillerie der Jrak-Truppen dauere fort Der Flughafen von R u t b a h, der sich in den Händen der Engländer befunden hatte, sei nach Ueber« roältigung der englischen Besatzung besetzt worden. Auch in den Süd gebieten des Iraks seien lebhafte Artilleriekämpfe im Gange. Zwei zum Truppentransport eingesetzte englische Flugzeuge seien abgeschossen worden. Basra und Bag- dad seien neuerdings von englischen Flie-
Sern angegriffen worden. Es seien viele pfer unter der Zivilbevölkerung zu beklagen.
Das Echo
in Spanisch-Marokko.
Rom, 7. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Presie von Spani-sch-Mawkko nimmt lebhaften Anteil an der Haltung des Irak. Die Zeitung „Barid es Sa- bach" in Tetuan sagt, daß der britische Angriff eine offenkundige Verletzung des anglo-irakischen Der- trages darstelle und wohl feine Erklärung finde in der strategischen Bedeutung des Irak, das auf dem Wege nach Indien liegt, und in den für das englische Heer und die Mittelmeerflotte unentbehrlichen Erdölquellen. Die Zeitung „Al Hurriycch" sagt, den Jrak-Arabern komme der Ruhm zu, den e r st e n Schritt zur Vernichtung des britischen Einflusses im Nahen Osten gemacht zu haben. Die mutige Haltung des Irak werde großen Einfluß auf die Haltung aller übrigen arabischen Staaten ausüben.
Oie Juden wollen nicht kämpfen.
Istanbul, 7. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die vereinigten jüdischen Verbünde haben in Tel Aviv einen Kongreß abgehalten, um die englischen Vorschläge wegen einer allgemeinen Bewaffnung der Juden Palästina-s zu besprechen. England will aus den Juden Palästinas ein Expeditionskorps zusammenstellen, das im Irak kämpfen soll. Die englischen Vorschläge wurden von den Juden einstimmig a b g e l e h n t mit der Begründung, „die Annahme des Vorschlages würde voraussichtlich die schlimmsten Folgen für die im Irak anbesiedelten Juden haben". Statt dessen ver- suchen die Juden jetzt, mit den Arabern Beziehungen anzuknüpfen, um ihre Grundstücksrechte auf arabische Namen einzutragen.
Iapanische Offensive an der Peking-Hankau-Eisenbahn.
Schanghai, 7.Mai. (DNB. Funkspruch.) Die im Raume von Hankau stehenden japanischen Truppen eröffneten Operationen gegen zehn chinesische Divisionen, die etwa 150 Kilometer nördlich von Hankau längs der Peking-Hankau-Eisenbahn zusammengezogen sind und von dort die japanischen Stellungen am Fuße des Tapichgebirges bedrohen. Die
deen", dachte sie und lächelle abgespannt. Dabei überraschte sie Paul mit einem Blick, wie der eines Untersuchungsrichters.
„Hab ich'was angestellt?"
„Wie meinst du das?"
„Du siehst mich an, als hätte ich etwas angestellt"
Er seufzte. „Gerda, es ist zum Staunen, wie du dich hier akklimatisierst. Weißt du bestimmt, daß der Zobel nicht dir gehört?"
„Leider", sagte sie, „er gehört Alwine Pachoven. Ich hab's gar nicht leicht hier, Paul", versicherte sie plötzlich, bemüht, sich seiner Stimmung anju- passen. Er kam ihr heute nicht fröhlich vor, eher zerstreut, nachdenklich, mit unerfreulichen Erwägungen beschäftigt Sie saß neben ihm auf einem kleinen engen Diwan. Aus solcher Nähe betrachtet, verlor Pauls Gesicht das jungenhaft Glatte, es gab da einen Kranz von Krähenfüßchen um die Augen, von der Nasenwurzel ging eine scharfe Falte nach abwärts und verschwand erst in der Nähe des weichgeformten Kinns. Nein, es war mit einemmal kein einheitliches, kein durchsichtiges Gesicht, ganz fremd erschien es ihr plötzlich. Vielleicht hatte auch er es schwer gehabt im Leben, dachte Gerda und glaubte, das Rätsel gelöst zu haben.
Er betrachtete seine Fingernägel. „Willst du deine Stellung aufgeben?"
„Aufgeben? Warum denn?"
„Tu's nicht, Gerda", drängte er, „bleib' bei der Luckner, auch wenn dir der Betrieb manchmal über den Kopf wächst. Ich weiß nicht, ob es gerade ein Kompliment ist, aber du paßt in dieses Haus zehnmal bester als in die kleine Wohnung, die dir der arme Hans überlasten bat."
„Ich war dort glücklich", sagte sie einfach, mit einem kleinen Würgen in der Kehle.
Paul warf den Kops zurück, „Glück — Glück ist eine Talentsache, scheint mir."
du Talent dazu?" Sie fragte es ziellos hin, und nachher war sie über die Antwort verwundert. Er horchte nach dem Salon hinüber, aus dem das orgelhafte Baßgelächter des Kammersängers Kornbeißer herübertönte, und bann zog er Gerda mit einem raschen Grift näher zu sich heran. Er'lachte dabei. „Gib mir einen Kuß, bann werde ich es wissen."
,Hch glaube", sagte Gerda leise, „du hast zu viel getrunken."
5. Kapitel.
Tausendmal lieber hätte Gerda Maurer die seltene Gnade eines freien Nachmittags auf ihre Art genossen, sich im Schlafrock auf das Sofa gelegt und ein paar Stunden lang rein nichts getan, aber Pola stellte ihr den Besuch im Atelier mit einer so großartigen Spendergebärde frei, daß Gerda einfach nicht abzulehnen wagte.
Nach dem Mittagessen fuhren sie hinaus, Pola Luckner, Rosa und das Stubenmädchen Milli, das weniger zur Bedienung als zur Vergrößerung des Stabes mitgenommen wurde. Gingemauert zwischen Schachteln, Etuis und Handkoffern, hockte der Chauffeur an seinem Steuerrad und konnte kaum die Ellbogen rühren. Für die Sekretärin wäre beim besten Willen kein Platz geblieben, sie sollte später mit der Straßenbahn nachkommen.
Im Haus schnarrte das Telephon; es gab Gerda einen pflichtgemäßen Ruck, den sie aber noch im Entstehen niederzwang. Nein, sie wird jetzt nicht an-t- roorten. Heute hat sie Urlaub vom Telephon--
wenn die vielen Schachteln nicht im Auto gewesen wären und der unütze Ballast des Stubenmädchens, wäre sie überhaupt schon auf dem Wege. Jndianer- haft schlich sie um den unentwegt schrillenden Apparat herum und die teere Treppe hinauf. Während sie sich bann im Zimmer umkleidete, hörte sie noch zweimal die dringenden Signale wie aufgeregte Befehle durch bas Haus gellen. Als sie endlich davon- ging, meldete sich das Telephon wiederum, und sie warf die Haustür froh erleichtert hinter sich ins Schloß. Etwas später stellte sie mit respektvollem Erstaunen fest, daß es gar nicht so leicht war, einen Besuch in einem Filmatelier abzustatten. Sie kämpfte sich mühsam bis zum Tor durch und mußte bort vor der bewährten Unzugänglichkeit des Portiers Haltmachen.
Schließlich verschaffte ihr der Chauffeur Schütz Eingang. Ein halbvolles Bierglas in der Hand, kam er um die Ecke geschlendert und klärte den Sachverhall auf. Dann war sie endlich im Inneren, ging über Eisentreppen aufwärts und abwärts, rechts, links und geradeaus, stieg über Kabel hinweg, wurde aufgehalten, angeschrien und ausgefragt und gelangte endlich an einen netten jungen Mann, der sie kurzerhand beim Ellbogen faßte und
Japaner durchstießen die erste Verteidigungsstellung der chinesischen Truppen und nahmen die Verfolgung des sich zurückziehenden Gegners auf.
Ans dem Reich.
Oer allgemeine Lohnstop.
Sett dem 16. Oktober 1939 ist eine Erhöhung der geltenden Lohn- ober Gehaltssätze sowie die Gewährung neuer einmaliger ober lausenber Zuwendungen an die Gefolgschaftsmitglieder verboten. Von diesem Verbot sind allgemein nur die Aende- rungen der Löhne und Gehälter ausgenommen, die sich zwingend aus einem Gesetz, einer Tarifordnung, einer vom Reichstreuhänder ober Sonder- treuhänder der Arbeit gebilligten Betriebs-(Dienst-) Ordnung oder aus einer Anordnung des Reichstreuhänders ober Sondertreuhänders der Arbeit ergeben. Der Reichsarbeitsminister hatte außerdem noch zugelassen, daß Aenderungen der geltenden Lohn- ober Gehaltssätze im Rahmen eines hetriebsüblichen Aufrückens in höher entlohnte Alters st ufen, Tätigkeits - ober Berufsgruppen beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen möglich fein sollten. In Ergänzung dieser Vorschriften ist nun bestimmt worden, daß in den "letztgenannten Fällen eine Lohn- ober Gehältserhöhung nur möglich ist, wenn vorher die hierbei im Betrieb üblichen Regeln allgemein die Zustimmung des Reichstreu, hünders oder Sondertreuhänders der Arbeit gefunden haben. Sind diese innerbetrieb« lichen Regeln für ein solches Aufrücken vom Reichs- treuhänder der Arbeit nicht ausdrücklich gebilligt worden, so muß in'jedem Einzelfalle, in dem sich der Lohn- oder Gehaltssatz ändern soll» die Genehmigung des Reichstteuhänders eingeholt werden.
Oer Appell an die Fran.
Der Aufruf des Führers zur Mitarbett wendet sich an die nicht geringe Gruppe derjenigen Frauen, die bisher noch in keiner ober in ungenügenber Weife sich zur Mitarbett Aur Verfügung gestellt haben. Wie bie Abteilungsleiterin im Frauenamt der DAF., Alice Rilke, in der „NSK." ausführt, gibt es besonders in den Großstädten noch zahlreiche Frauen, die weder mit der Betreuung von Kindern, noch mit der Ausübung einer Berufsarbeit oder einer sozialen Tätigkeit ausreichend beschäftigt, sind. Dem Aufruf des Führers würden mit Selbstverständlichkeit alle Frauen folgen, die wüßten, daß im Kriege Untätigkeit nationale Würdelosigkeit ist. Der Aufforderung an die Frauen müsse jedoch auch ein Wort an die Ehemänner hinzugefügt werden, vor allem die kinderlosen. Viele von ihnen hielten es für eine unmögliche Zumutung, daß ihre Frauen in der Kriegswirtschaft eingesetzt werden sollen. Dies könne nur als ein Beweis egoistischen Denkens betrachtet werden, denn heute gehe es nicht um bie Bequemlichkeit des einzelnen, «fonbern um die Sicherung der Nation.
Zulassung der Abiturienten zum Hochschulstudium.
Soweit Abiturienten vom Frühjahr 1941 ungeachtet rechtzeitiger Meldung zum Reichsarbeit s- dienst für das Sommerhalbjahr 1941 nicht angenommen worden find, können sie zum Studium an den wissenschaftlichen Hochschulen ohne den Nachweis der vorherigen Ableistung des RAD. für das Sommersemester 1941 zugelassen werden. Auf Abiturientinnen des gleichen Geburtenjahrganges (1923) findet diese Regelung keine Anwendung.
Die Sebirgs- und Wandervereine.
In Eisenach tagte der Führerrat des Reichsverbandes der deutschen Gebirgs- und Wandervereine. Mit besonderer Freude wurde die Aufnahme der Verbände und Vereine in den Sudeten, Beskiden und Karpathen begrüßt. Die Wanderver- eine Luxemburgs mürben dem Eifeloerein dtgegtie- bert. Der Reichsverband der deutschen Gebirgs- und Wandervereine umfaßt damit jetzt über 300000 Mitglieder. Die zweite Reichswander- st raße Nordsee—Bodensee in über 1200 Kilometer Länge ist bereits in Ausführung. Für den Bau von Aussichtstürmen nach dem Kriege wurden schon Mittel bewilligt. Am Himmelfahrts- tag sind 50 Sternwanderungen vorgesehen. Im August wird in Würzburg eine Kriegstagung des Reichsverbandes durchgeführt. «
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mit ihr ins Atelier III ging. Eine schmale, mit rotbrauner Jute bespannte Softittenwand war irgendwo vorn und versperrte den Ausblick, und lftntqr dieser Wand hervor drang ein Getöse von Stimmen, als redeten mindestens sechs Leute zur gleiten Zeit.
„Die Ausnahme hat noch gar nicht angefangen?*
„Gott behüte — — —", antwortete der nette junge Mann. „Wir drehen schon seit einer Stunde." Gleich darauf hoben zwei schwitzende Arbeiter bas Gerüst fort unb gaben damit den Blick auf die Norbwand des Ateliers frei. Dort war die Szene auf geb aut, das Bild stellte eine Gesellschaft vor» in einem Schloß zur Zeit der Französischen Revolution: es sah prachtvoll aus. Ein Kranz von atemberaubend schönen Damen in Reifröcken und Puderperücken saß in Aubussonfauteuils und redete mit nicht minder geputzten jungen Leuten, die sich in ihrem Staat sehr unbehaglich fühlten. In der Mitte des Halbkreises stand bie Luckner in einem blau überhauchten weißen Schäferinnenkostüm auf hochhackig rotgestöckelten Schuhen---nachlässig»
bas ganze Gewicht ihres Körpers auf das linke Bein verlegt, stand sie da und hielt haus mit chrer Kraft.
Gerda wäre gern wettergegangen. Aber der junge Herr hinter ihr ließ ihren Ellbogen noch immer nicht los, er zischelte plötzlich ein warnendes SM unb hielt sie fester denn je. Die tatenlosen Darsteller da vorn ordneten sich nach einem unhörbaren Befehl. Pola stand plötzlich leicht unb schwebend auf ihren zerbrechlichen Hacken, mit sanft nach hinten gebogenem Hals, den ausgestreckten Arm auf ihren Schäferstab stützend, die Schönheiten in den Fauteuils strahlten auf. Ein Mikrophon schob sich näher. „Aufblenden!" schrie jemand, und die Tausender^ lampen an den Decken, an den Wänden, auf dem Fußboden schossen eine vernichtend weiß-glühende Helle gegen die Dekoration ab. Eine grüne Glühbirne flammte auf. Der Mann mit dem Klappbrett kam, schlug sein Brett um, rannte davon, Pola hob die schönen Augen, atmete, begann von innen heraus zu leuchten. .Los!" kommandierte der Regisseur, ein Mann mit einem Eierschäbel und geballten Fäusten, und dann begann Pola zu fingen.
(Fortsetzung folgt.)


