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Ur. 82 Zweites Blatt

Montag. 7. April Ml

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

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Was dankt England den Deutschen?

Von Oskar G. Foerster.

in und für England tätig. Deutsche Landsknechte kämpften im 16. Jahrhundert unter englischer Fahne in den Niederlanden, deutsche Söldner galten den englischen Königen als zuverlässigste Leibwache, der Pfälzer Friedrich Schömberg, der im 17. Jahr­hundert als größter Feldherr Europas gatt, wurde Oberbefehlshaber des englischen Heeres, deutsche Soldaten, unter ihnen S e u m e und G n e i s e n a u, fochten im englischen Dienst auf amerikanischem Bo­den, die Lehrer der ersten englischen Kriegsakademie waren durchweg Deutsche!

Schon vom 13. Jahrhundert ab rief England deutsche Bergleute ins Land, um seine Kohlen- und Erzschätze zutage zu fördern. Deutsche Buchdrucker druckten die ersten englischen Bücher. Der Deutsche Aloys Senefelder erfand in London den Stein­druck. Friedrich König die erste nützliche Druck-

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Gießener Gtaöitheaier.

Kmdermärchen rDer Froschkönig oder der eiserne Heinrich."

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taten an der Spitze einer großen Hasenfamilie das ihrige, um einen Vorgeschmack des Osterfestes zu geben. Es gab viel Beifall bei groß und klein als " für den netten Nachmittag im Märchenreich.

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bei Stojadinowitsch eine ebenso verständnisvolle wie tatkräftige Unterstützung gefunden hatte. An­fang Februar 1939 wurde Stojadinowitsch g est ü rz t. Die Erklärungen über die Außenpolii tik, die bei dem Regierungswechsel abgegeben wur­den, klangen zwar Deutschland gegenüber durchaus freundlich und stellten die unveränderte Fortfüh­rung der Freundschaftspolitik in Aussicht, doch fehlte fortan die starke Persönliche feit, die in der Lage war, diese_Politik auch ge­genüber allen divergierenden Strömungen der in« unpolitischen Parteikonstellation durchzuführen, Immerhin trat in den offiziellen Beziehungen feine Aenderung ein, und Deutschland konnte seine Be« mühungen um eine weitere Vertiefung der Be­ziehungen zu Jugoslawien mit allem Nachdruck! fortsetzen.

Ein nach außen sichtbares Zeichen des guten Der* hältnisses zwischen Deutschland und Jugoslawien bildete der Staatsbesuch des Prinzre« genten Paul im Juni 1939 in Berlin. Die Re­den, die bei dieser Gelegenheit sowohl vom Führer wie vom Prinzregenten gehalten wurden, brachten die herzliche Freundschaft'zwischen beiden Nationen zum Ausdruck. Als gemeinsame Linie ergab sich in den Berliner Besprechungen der unerschütterliche Wille, auf dem eingeschlagenen Wege fortzufahren, dessen Richtigkeit durch die bereits erzielten Erfolge erwiesen war. Der Führer faßte das Ziel dieser Politik in folgende Worte zusammen:In Ihrer Anwesenheit, königliche Hoheit, sehen wir eine freu* dige Gelegenheit zu einem offenen und freund­schaftlichen Meinungsaustausch, der davon bin ich überzeugt für unsere beiden Völker und Staa­ten nur nutzbringend sein kann. Ich glaube daran um so mehr, als ein festbegründetes vertrauens­volles Verhältnis Deutschlands zu Jugoslawien nun, da wir durch die geschichtlichen Ereignisse Nach­barn mit für immer fest gelegten g e/ me infamen Grenzen geworden sind, nicht nur einen dauernden Frieden zwischen un­seren beiden Völkern und Ländern sichern wird, son­dern darüber hinaus auch ein Element dev Beruhigung für unseren nervös erregten Kon­tinent darstellen kann. Dieser Friede aber ist das Ziel all jener, die wirklich aufbauende Arbeit zu! leisten gewillt finb."

IH. Von den W e st rn ä ch t e n ist die deutsch-jugo­slawische Freundschaftspolitik von Anbeginn an mit Abneigung und Uebelwollen ver­folgt worden. Die Störungsverfuche und die Be- mühungen, Jugoslawien in ihr Lager zurückzufüh­ren, nahmen einen verstärkten Umfang an, als mit dem Sturz Stojadinowitschs die straffe Führung der jugoslawischen Innen- und Außenpolitik gelockert wurde und die westlich orientierten, altserbischen Militärkreise wieder starken politischen Einfluß ge­winnen konnten.

In der auf die Einkreisung Deutschlands gerich­teten Polittk, die seit dem Frühjahr 1939 unter eng­lischer Führung von den Alliierten betrieben wurde, ist unter diesen Umständen, wie aus den in Frank­reich gefundenen Akten des französischen General­stabes hervorgeht, von Anfang an auch mit Jugo­slawien als einem wichtigen Eckpfeiler der südlichen Front gerechnet werden. Schon im Juli 1939 wurde der Befehl zur Aufstellung eines Expeditionskorps in der Levante gegeben, und unmittelbar nach Ausbruch des Krieges begin­nen Vorbereitungen, um dieses unter dem französi­schen General Weygand stehende Expeditions­korps im geeignet erscheinenden Zeitpunkt für die geplante Balkanfront entstthen zu lassen. Die Alliierten versprachen sich von demZusammen- schweißen" der Balkanvölker nicht nur einen mefent» lichen Zuwachs an neuen Hilfstruppen dessen Ausmaß von Gamelin auf 100 Divisionen berechnet wurde-, sondern sie hofften auch, durch die Ver­stärkung der Blockade die wirtschaftliche Erdrosse­lung Deutschlands zu vollenden und durch die Er­weiterung der Kriegsschauplätze neue ausgedehnte Abnützungsfronten" zu schaffen, an denen die deutschen Kräfte sich zersplitterten und allmählich aufreiben sollten. Im Zusammenhang mit diesen weitgesteckten Kriegsplänen haben die Alliierten schon frühzeitig darauf hingearbeitet, sich der Un­terstützung der jugoslawischen Armee und Regierung mit dem Ziel einer späteren Waffenhilfe zu vergewissern. Noch vor Ausbruch des Krieges am 19.8.1939 hatte der fran­zösische Gesandte in Belgrad eine erste vorbereitende Unterredung mit dem jugoslawischen Generalstabs-

Deutsche Gelehrte, Künstler, Fachleute aller und Soldaten waren im Strom der Jahrhunderte

Das Gchuldkonio der serbischen Verschwörer

Das deutsche Memorandum über die Politik Jugoslawiens.

he Kultur. Unter dieser Willkürherrschaft hatten Daten und Volksgruppen in gleicher Weise zu den. Unmittelbar nach dem Zerfall der öfter» chischen Monarchie hatten Banden die ganze Ästeiermark besetzt. Sofort begann in diesem Ge- t ein blutiger Terror. Tausende von Deut- wurden des Landes verwiesen. Weitere Tau- t)e wichen dem unerträglichen Druck. Als Ende nuar 1919 eine amerikanische Abordnung unter ijrung des späteren Präsidenten E o o l i d g e ife Gebiete bereiste und sich die Bevölkerung der !adt Marburg in einer Versammlung auf dem »rktplatz zu ihrem Deutschtum bekennen wollte, erben die Serben blindlings in die unbewaffnete 1 nge und töteten und verletzten viele Männer, Flauen und Kinder.

Aach der endgültigen Grenzfestsetzung trat in bei den Serben zugesprochenen Gebieten an die 2lle der blutigen Unterdrückung die systematische ürechtung und Knebelung der deutschen »lksgruppe. Die deutschen Privatschulen des ©Irietes wurden geschlossen, die meisten össent- Ör en Schulew mit deutscher Unterrichtssprache auf- ti'Oben. Heute gibt es z. B. im gesamten Slowe- feine einzige deutsche Schule mehr. Sofort Errichtung der serbischen Herrschaft wurden sämtliche deutsche Beamte des Staates und Gemeinden, Eisenbahnangestellte, Volks- und ittelschullehrer, ohne Rücksicht auf ihre Alteinge- s-nheit, entlassen und zu Tausenden gezwungen, ihren Familien außer Landes zu gehen. Auch Äiesern Gebiet diente die Agrarreform als Vor-

[. Das Attentat von Sarajewo, das die Entfesselung des Weltkrieges herbeiführen sollte, ist non einer serbischen Offiziersclique norb ereitet und geleitet worden. Hinter kn jugendlichen Mördern des Erzherzogs Franz ftidinand stand eine einflußreiche Gruppe serbischer Mziere, die sich unter der Führung eines höheren t«neralftabsoffiziers zu dem GeheimbundSchwarze fand" zusammengeschlofsen hatten. Der serbischen ftgierung sind die Attentatspläne bekannt gewesen; V l>at nicht die notwendigen Schritte unernommen, NN die Mordtat zu verhindern.

spielte den eisernen Heinrich mit schönem guttaen Ernst. Unter dem lustigen Hofstaat tat fich Der fidele Kellermeister, der nichts glauben will, beson­ders hervor. Ernst Heck machte ihn mit viel Laune in unverfälschtem Dialekt. Valeska Lange spielte frisch und munter den Pagen, der alles weiß, Martha Neuhausen die Kammerfrau, die gar nichts weiß und Nina M a n z o n i die fesche kleine Wäscherin. Als besondere Ueberraschung hatte fich der gute Märchenonkel Volck noch ein sehr hübsches österliches Nachspiel ausgedacht, das zum Schluß die ganzen Märchenfiguren zu einem kleinen Besuch in die von Karl Löffler mit besonderer Liebe verschwenderisch ausgestaltete Werkstatt des Osterhasen führt. Rosemarie P e e tz als Osterhasen­mama und Rosemarie Wahl als das Hasenjüngste

Bildhauerei und Goldschmiedekunst in England. Als Brautmaler" Heinrichs VIII. malte er ein Bild von Anna von Cleve, das dem König so gefiel, daß er die Gemalte heiratete. Er durfte es sogar wagen, einen unverschämten Lord die Treppe hinunterzuwer- fen, und als dieser den Tod Holbeins verlangte, wies der König ihn ab:Ich kann wohl sieben Lords aus sieben Bauern machen, nicht aber einen Holbein aus sieben Lords!"

In der Westminster-Abtei ruhen zwischen manchen anderen großen Deutschen die Gebeine Georg Fried­rich Händels, des großen deutschen Musikers. Von dem Tage an, da er nach England kam (1710), stammt die englische Musikgeschichte. Es gab keine schöpferischen Kräfte in England, die ein eigenvöl- kisches Musikleben hätten gründen und tragen kön­nen. Es bedurfte hierzu deutscher Lehrmeister und Vorbilder. Als Opernleiter, Tondichter, Gründer der ersten Musikakademie und Lehrer wurde Händel der große Begründer der englischen Musikkultur. Haydn, Mozart, Weber, I. Ehr. Bach, Hasse, Dussek, Bruch und Hummel, die nach ihm für längere ober kürzere Zeit in England wirkten, haben dies Werk fortgesetzt, Englands Musikleben ruht auf Leistung und Bei­spiel deutschen Musikschaffens.

Auch das britische Kolonialreich verdankt Deutschen viel. Deutsche Forscher erschlossen mit ihren kühnen Reisen unbekannte Gebiete der Besiedlung und dem Verkehr. Der mutige Ludwig Leichhardt fand den ersten Reiseweg durch das Innere Austtaliens, der deutsche Forscher Wilhelm Dammköhler er­schloß das unerforschte Britisch-Neuguinea, und Carl Peters diente mit seinen Reisen ins Zambesi- gebiet ebenfalls der Erschließung unbekannter Ge­biete.

Deutsche Aerzte waren in England zu allen Zeiten geschätzt, einige waren königliche Leibärzte. Was die Leistung der deutschen Tropenmedizin für das kolo­niale England bedeutet, haben ehrliche Engländer ost genug selbst zugegeben. Unvergessen soltte auch bleiben, daß Robert Koch 1896 im Auftrag der eng­lischen Regierung die Rinderpest in Südafrika und später als Leiter einer deutschen Abordnung die Pest in Indien bekämpfte.

DeutscheBarbaren"? Nein, deutsche Vorbilder, Führer und Lehrer! Kann England ihren Einfluß leugnen?, -s Und wie Haden sie es gedankt! _

wand zum Raub deutschen Besitzes. Aufschriften in deutscher Sprache wurden verboten. Fast sämt­liche deutschen Vereine, vor allem auch so weit sie Träger des deutschen Kulturlebens waren, wurden aufgelöst, ihr Vermögen serbischen Vereinen über­wiesen. Die wenigen deutschen Kulturveranstaltun­gen, die nicht durch behördliche Anordnung verhin­dert werden konnten, wurden durch terroristische Machenschaften serbischer Nationalisten gestört.

Auch sonst liehen die Behörden den illegalen Terrorakten freien Lauf. Deutsche Bauern wurden von bewaffneten serbischen Kriegsteilnehmern auf ihren Aeckern angeschossen und von ihrem Besitz­tum verjagt, UeberfäUe auf deutsche Veranstaltun­gen organisiert, deutsche Volksgruppenführer halb tot geschlagen, Schriftleitungen volksdeutscher Zei­tungen mit Bomben bedroht und zahllose andere Willkürakte verübt.

Jugoslawien war im Jahre 1919 zur Unterzeich­nung eines Minderheitenschutzvertrages veranlaßt worden. Aber auch die Möglichkeit, durch eine Klage in Genf wenigstens die Oefsentlichkeit auf die traurige Lage der Minderheiten aufmerksam zu machen, ist der deutschen Volksgruppe praktisch genommen worden. Schon die bloße Berufung auf den Minderheitenschutzvertrag galt alsProvoka­tion". Um die Volksgruppe an der Ausübung des ihr vertragsmäßig zustehenden Petitionsrechtes nach Genf zu verhindern, wurde mit Gefängnis bis zu drei Jahren bedroht, wer im Ausland Schutz oder Hilfe suchen würde.

Nach der nationalsozialistischen Erhebung im Deutschen Reich wurde der Druck auf die deutsche Volksgruppe in Jugoslawien womöglich noch ver­stärkt. Ende November 1933 mußte das deutsche Konsulat in Agram über eine neue Verfolgungs- welle gegen das Deutschtum in Südsteiermark be­richten. Die wichtigsten Ortsgruppen des nach jahre­langer Verbotszeit wieder zugelassenen deutschen Kulturbundes wurden erneut geschlossen. Die Un­duldsamkeit der Serben nahm auf allen Gebieten immer schärfere Formen an.

II. Trotz der äußerst unbefriedigenden Lage der serbischen Innen- und Außenpolitik hat der Führer bald nach der Machtergreifung den Versuch unter­nommen,- die Beziehungen zu diesem Staate a u f ei ne neue Grundlage zu stellen. Der zweck­mäßigste Ansatzpunkt hierfür schien auf wirt- schaftlichem Gebiet zu liegen. Durch Abschluß eines großzügigen Handelsvertrages am 1. Mai 1934, in dem Vorzugspreise für die jugoslawischen Agrarprodukte vorgesehen waren, hat Deutschland die entscheidende Hilfe zur Behebung der seit Jahren in Jugoslawien bestehenden Agrarkrise geleistet und die Möglichkeit zu einer Entschuldung des vor dem Ruin stehenden jugoslawischen Bauerntums geschaf­fen. Hiermit beginnt eine Entwicklung, die dazu führt, daß Deutschland als Abnehmer von mehr at=/ der Hälfte aller Produkte zum wichtigsten Absatzge­biet Jugoslawiens wird. Jugoslawien erhält in Deutschland einen großen krisenfesten Markt für seine landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu guten Prei­sen. Darüber hinaus findet es in Deutschland die Bereitwilligkeit, an der Erschließung seiner Boden­schätze in einer Weise mitzuarbeiten, die im Gegen­satz zur bisherigen Hebung bei Investierungen aus­ländischen Kapitals die berechtigten Interessen des jugoslawischen Staates in vollem Umfang berück­sichtigt.

Unablässig hat Deutschland daran gearbeitet, die so in Wirtschaftsfragen begonnene Zusammenarbeit durch'die Vertiefung der rein menschlichen Be­ziehungen von Volk zu Volk auch k u 11 u re I l zu unterbauen, um so eine Brücke zu schlagen über alte Feindschaften und Gegensätze hinweg und um die Grundlage zu schaffen für eine wahrhafte und dauerhafte Freundschaft. Auf dem Gebiet der Kunst, der Wissenschaft, der Presse und des Sports wird ein reger Austausch hergestellt. Der feste Wille,- eine bessere Zukunft aufzubauen, ist die treibende Kraft aller dieser Bemühungen; alles Trennende wird zu­rückgestellt und über den Gräbern der Gefallenen des Weltkrieges reichen deutsche Frontkämpfer^den einstigen Gegnern die Hand.

So war die Grundlage geschaffen, auf der ein Ausbau der politischen Beziehungen einsetzen konnte. Die wiederholten Besuche des Reichsmarschalls Göring ih Belgrad in den Jah­ren 1934 und 1935 bildeten den Ausgangspunkt einer zielbewußten Verständigungspolitik. Im Juni 1937 entsandte der Führer Herrn v. Neurath nach Belgrad. Der Telegrammwechsel, der aus An­laß dieses ersten Besuches eines deutschen Außen­ministers in der Hauptstadt Jugoslawiens zwischen dem Führer und dem jugoslawischen Ministerpräsi­denten Stojadinovitsch ftattfanb, und in dem beiderseits der Wunsch nach einer weiteren Förde­rung Der Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten zum Ausdruck kam, zeigte, daß auch in einzelnen Kreisen auf jugoslawischer Seite Ver­ständnis für Die Dem Frieden Europas DienenDen Pläne Des Deutschen Staatsoberhauptes vorhanden war. Im Januar 1938 folgte Stojadinowitsch einer Einladung Des Führers nach Berlin. In Den eingehenDen Besprechungen, Die bei dieser Gelegen­heit stattfanden, legte der Führer seine Gedanken über eine Konsolidierung und Befriedung des Bal­kans Dar, wobei er von der Voraussetzung Der Mit­arbeit eines freunDschaftlichen und politisch starken jugoslawischen Staates ausging.

Stojadinowitsch seinerseits nahm diese Ausführun­gen mit Zustimmung und Befriedigung auf. Nie­mals und unter keinen Umständen, erklärte er, werde Jugoslawien in einen antideutschen Pakt oder irgendeine antideutsche Kombination eintre­ten. So war eine weitere Etappe auf Dem Wege Der deutschen Verständigungspolitik erreicht unD ohne formelle Verträge eine Atmosphäre geschaffen. Die eine weitere Zusammenarbeit beider Staaten im Interesse des europäischen Friedens erhoffen ließ.

Diese freundschaftlichen Beziehungen erfuhren auch keine Veränderung, als zwei Monate später Deutschland und Jugoslawien durch die Vereinigung Oesterreichs mit Dem Reich unmittelbare Nachbarn rourDen. Stojadinowitsch wies sofort alle zuständi­gen Behörden an, eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den deutschen Grenzbehörden im Geiste der deutsch > jugoslawischen Freundschaft aufzunehmen und amtlicherseits wurde wiederholt versichert, daß in Zukunft nur noch eine Politik Der Freundschaft mit Dem neuen mächtigen Nachbarn in Frage komme. AnDererseits wurde von maßgebender Deut­scher Seite Der jugoslawischen Regierung erklärt, daß die deutsche Politik nicht über Oesterreich hin­ausziele und Die jugoslawische Grenze unberührt bliebe. Der Führer betonte überdies in seiner Rede in Graz am 3. April 1938, Jugoslawien und Um garn hätten zu der Wiedervereinigung Oesterreichs Dieselbe Haltung eingenommen wie Italien; wir seien glücklich, hier Grenzen zu besitzen, die uns der Sorge enthöben, sie militärisch beschützen zu müssen.

Nach dieser beruhigenden Erklärung über Die Sicherheit Der deutsch-jugoslawischen Grenze blieb für Jugoslawien als Hauptsorgc noch die offene Frage Der Grenzen gegenüber Den Staaten, auf Deren Kosten es sich 1919 vergrößert hatte in erster Linie gegenüber Ungarn. Schon bei dem Besuch Des Ministerpräsidenten Stojadinowitsch in Berlin im Januar 1938 war diese Frage ange- schnitten worden, und der Führer hatte sich bereit erklärt, bei der Herbeiführung eines Ausgleichs der ungarisch-serbischen Gegensätze bi e Vermitt­lung zu übernehmen. Tatsächlich trat auch gnter deutscher Mitwirkung allmählich eine Entspannung zwischen Jugoslawien und Ungarn ein, die dann schließlich im Dezember 1940 zum Abschluß eines Freundschaftspaktes führte. Auch die Beziehungen Jugoslawiens zu Italien und Bulgarien erfuhren in der Zeit der deutsch-jugoslawischen Ver- ftänbigungsbeftrebungen eine wesentliche Besserung, so daß Die Belgrader Regierung durchaus positive und beachtliche Erfolge ihrer Politik buchen konnte. Gleichzeitig war hiermit ein bedeutender Fortschritt in der von Deutschland und Italien erstrebten Be­friedung des Südostraumes erzielt.

Diese glücklichen Ergebnisse waren der Erfolg der vom Führer eingeleiteten Verständigungspolitik, die

Die Friedensdiktate von 1919 unterwarfen das tvatifche und das slowenische Volkstum der Herr- ftaft Der Serben; mit starken deutschen, ungari- 1 bten und bulgarischen Volksgruppenteilen ausge- fitlet, rechnete sich das neue Königreich der Serben, ftoaten und Slowenen zu denSiegermächten".

Aus dem Staat, Der Europa in Brand gesetzt vtte, war ein unentwegter Anhänger des Status co und ein treuer Trabant d e r eng- ischen und französischen Politik ge- rorDen. Willig orDnet sich Jugoslawien in die jieine Entente ein, um sein Teil zur Niederhaltung br 1919 beraubten und gedemütigten Staaten bei= -ttragen. In den Jahren Der deutschen Ohnmacht kmn Die antideutsche Politik Frankreichs und Eng- lids bei allen internationalen Konferenzen auf Die |ftjere Stimme des serbischen Vertreters rechnen. ? sonders in Der Genfer Institution hat sich Bei­leid stets in Der Rolle des hochgerüsteten Kriegs- ewinnlerstaates gefallen. Noch während Der Genfer r»rüstungskonferenz haben die jugoslawischen Itibenminister Marinkowitsch und I e f - ttschletzterer heute wieder Mitglied der Staats- Ismichregierung Simowitsch mit besonderem Cjer die französischen Forderungen ver- tz ten:JBereroigung der Wehrlosigkeit Der abgerüste- jeDer allgemeinen

, ........jung einer Völter-

'.t.udsarmee zur Durcbführung eines rigorosen Lunktionssystems. Auch Der Machtanstieg Des natio- stlsozialistifchen Deutschen Reiches veranlaßte Bel-

maschine, mit Der 1814 DieTimes" Die uns heute Barbaren" nennt gedruckt würbe. UnD Der große deutsche (ErfinDer Werner von Siemens gab einem gewissen Mr. Reuter, der in Paris eine Tau­benpost unterhielt, den Rat, eine drahtlose Nachrich­tenstelle zu gründen.

1662 ist das Geburtsjahr derExakten englischen Naturwissenschaft". Damals entstand dieRoyal Society", eine bahnbrechende naturwissenschaftliche Gesellschaft. Wer waren Die Gründer unD Anreger? Der Physiker TheoDor H a a f aus Der Pfalz, Der Bremer Gelehrte Heinrich DlDenburg und der (Eibinger S. Hartlieb! Deutsche Forscher wie Leibniz, Papin und H e v e l i u s unterstützten Die Gesellschaft durch Vorträge unD Schriften.

An Den alten Universitäten Oxford unD Cambridge lehrten Die Deutschen: Franz Junius, Anton Hör- neck, I. E. Grabe, Jakob Altin g. Den ersten Lehrstuhl für PflanzenkunDe gründete Der deutsche Forscher Jakob Dillen. Der Danziger Gabriel Fahrenheit schuf in England das dort noch heute verwendete Thermometer.

1641 kam der große deutsche Erzieher Johann Amos C o m e n i u s nach London, um auf den Wunsch Der englischen Regierung das Schulwesen neu zu gestalten. 200 Jahre später führte Der Schle­sier Johannes Rouge Den Fröbelschen Kindergar­ten in England ein.

FrieDrich Wilhelm Herschel, Der 1759 nach EnglanD kam, machte Dort in Den achtziger Jahren seine bahnbrechenDen sternkundlichen EntDeckungen mit einem selbstgebauten Fernrohr; er war auch Der erste Vorsitzer DerAstronomischen Gesellschaft". Die Gesteinskunde hat Der Göttinger Naturforscher G. Chr. Lichtenberg, 1814 Professor in Dublin, in England heimisch gemacht. Und Professor Max Müller, von den Indern fast wie ein Heiliger verehrt, erschloß im Auftrag der Universität Oxford der Kulturwelt die religiöse Dichtung des Hinduis­mus.

Britanniens Präzeptor Der Kunst" steht unter einem Bildnis, Das Den Maler Hans Holbein zeigt. Er war Der große Anreger und Erwecker des Kunstsinnes im englischen Leben. Nach Albrecht Dürer wohl der größte deutsche Maler des 16. Jahr­hunderts, kam Holbein 1526 nach England, wo er 1554 an der Pest starb. Seine zahlreichen Bilder und Zeichnungen beeinftußten die gejamte Malereh

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Lines der köstlichsten Kinder- und Hausmärchen Brüder Grimm auf die Bühne stellen, ist ein iDerfangen, Das auf der gleichen Ebene liegt wie < immer wieder erörterte Verfilmung von Werken erer großen Literatur. Verträgt ein Märchen, die Mutter in ttaulicher Schummerstunde ihren in en erzählt, das grelle Rampenlicht Der Buhne?

widerspricht es nicht überhaupt dem Wesen Des rchens, Dem Zauberreich Des Unwirklichen ent» fsn, Gestalt und Leben anzunehmen? Solche isen Reflexionen eines ängstlichen Referenten- irütes verfliegen freilich schnell in Dem lauten nimm der großen Kinderschar, die heute als Zu- uer mit Eltern, Tanten und Großmüttern Par- und Ränge unseres Theaters fast bis aus den .en Platz füllt. Dann sitzen sie. Da mit heißen ff en und brennenden Augen, aufnahmebereit bis __ Bersten, ja mit Dem vehementen Tempera- i<nt ihrer kinDlichen Vitalität stürzen sich Diese Acht- it Zehnjährigen in den Strudel Der Ereignisse, « sich vor ihnen auf der Bühne in bunter ftulle Men. Und Da ist es Denn ein fröhliches Wieder. Innen des schönen alten Märchens, Das Robert li r f n e r fast unverändert in ganz Der kindlichen !o'ftellungswelt gemäße Dialoge aufgelöst hat. !u soviel ist hinzugetan und ausgesponnen wie ion brauchte, um die Handlung in Fluß zu halten. $ Po-l Volcks Reaie hatte mit behutsamer Hand für I ti lockeres Spiel^gesorgt, Das auch in Dem heiteren 1 icikwerk Der Nebenfiguren immer Dezent unD tHmackvoll Die Grenzen wahrte. Die ein Grimm- i-tzs Märchen nun einmal zur Pflicht macht. Dazu irunten auch Die schlichten farbigen Bühnenbilder i [q-I Löfflers, Willi Endrichs Kostüme unD

-e leise untermalende Bühnenmusik i^ritz Dietz- | n UNS. Das schöne Prinzeßchen, dem es so große hle'-erwindung kostet, Den armen verzauberten

T 'schkönig zu erlösen, war Hannelore H i n r c l mit liier« Natürlichkeit. Den Froschkamg mit feinem ingermeidjertD melancholischen ©eguafe machte tns Bernd. Als strenger königlicher Vater er- tz Kw-t Losny jein Prinzeßchen. Karl Sold

nah zunächst nicht zu einer Aenderung seiner im l Eunde DeutschlanD gegenüber feindlichen Gesamt- Mtung.

Mit dieser einseitigen Orientierung der Außen- i ttjitit Jugoslawiens ging eine unerbittliche Unter- Mtfiung und Verfolgung des seit Jahrhunderten im Kien großserbischen Staat ansässigen Deutschtums Hnd in Hand. Die Serben fühlten sich als Her- "finvolk und unterdrückten jede andere eigenftän-