Letzte Verzweiflungssprünge.
Bon uineter Berliner Schristlettung.
„Es ist augenscheinlich", läßt sich die „Times" von ihrem diplomatischen Mitarbeiter schreiben, „daß Hitler es jetzt für notwendig hält, auf dem Balkan schnell zu handeln, feine Hauptkräfte bleiben jedoch noch im Westen." Welch aogrundtiefe Weisheit! Den ganzen Winter über hatten die Engländer geredet und mir hatten natürlich geschlafen, bis der 1. März mit feinem triumphalen diplomatischen Erfolg der Hitlerpolitik die Engländer unsanft auf* weckte und zeigte, daß die Dinge ganz anders verliefen, als sie Churchill und Eden sich ausgemalt. Heute reden alle britischen Minister von der verzweifelten Lage Englands, heute sieht selbst der bornierteste Mann in den zertrümmerten Straßen* Züge Der englischen Städte ein, daß der General Zeit mit den Deutschen war, und daß E d e n wie* der einmal zu spät gekommen ist und die Zeichen der Zeit gründlich verkannt hat.
Was Eden in Ankara mit dem Generalstabschef Sir John Dill wollte, haben englische Blätter sehr eifrig ausgeplaudert. Er wollte die Türkei in den Krieg bringen. Und was Eden und Dill dann in Athen wollten, wird ziemlich offen von der britischen und amerikanischen Presse zugegeben. Diese Pläne sind durch das Einrücken deutscher Truppen in Bulgarien gründlich zerstört worden. Ueber den Athener Aufenthalt Edens und Dills machen nun französische Zeitungen des unbesetzten Gebietes übereinstimmend sehr interessante Angaben, die näch der ganzen Anlage der britischen Politik der Wahrschein* licbkeit nicht entbehren. Danach kamen Eden und Dill ganz unerwartet in Athen an. Der griechische Ministerpräsident Korizis, der Nach-
Jn den Kaffeehäusern der sehr europäisch an* mutenden, etliche Kilometer langen Raschidstraße, dem „Boulevard" Bagdads, zu Ehren des romanischen Kalifen Harun al Raschid so benannt, gab es wieder einmal einige Aufregungen. Die alten Effendis mit dem Fez und die jungen Herren mit der vom König Feisal zur nationalen Mode erhobenen Kopfbedeckung, der Sidara, unterhalten sich mit wichtigen Gebärden. Unter den schattigen Bogengängen stehen die ganz jungen, europabetonten Kraken mit amerikanischen Strohhüten geziert und haben es nicht minder wichtig. Und in den Büros der „Anglo-Jraman Co.", des großen Oeltrulls, stecken sogar die arabischen Stenotypistinnen ihre aufreizend aufgeklärten Bubiköpfe einander tuschelnd zu: „Nuri es Said", flüstern sie, „ist aus gebootet worden! Er hat eine deutsche Proklamation an das arabische Volk unterschlagen!" Was war geschehen? Und wer ist dieser Nuri es Said?
Man wird sich erinnern, daß Anfang Dezemder des vorigen Jahres die deutsche Reichsregierung einManifell an alle Araber veröffentlichte. Es ging in araoifcher Sprache durch den Aether von den deutschen Sendern in die ganze islamische Welt. Es wurde aber auch auf diplomatischem Wege offiziell den verschiedenen Regierungen im Nahen Osten zur Kenntnis gebracht. In Bagdad begab sich der dortige italienische Gesandte im Auftrag der deutschen Reichsregierung zu dem Außenmini st er Nuri esSaid, um ihm Las Schriftstück zu überreichen. Nuri es Said nahm es zwar in Empfang — aber nachher legte er es im Kabinett n i cht v o r. Wohl aber gab er die deutsche Note dem englischen Gesandten in Bagdad zu lesen... Das war, gelinde gesagt, ein böser diplomatischer faux pas des Herrn Ministers des Aeußeren im Irak. Aber wenn man die Geschichte dieses Nuri es Said kennt, wundert man sich darüber schon gar nicht.
Nuri es Said? Der Name ging vor etwa Jahresfrist schon einmal durch die deutschen Zeitungen. Das war damals, als aus Bagdad die Kunde kam, daß der irakische Finanzminister RustamHaidar einem Attentat zum Opfer gefallen war. Attentate, politische Morde und so mancher verdächtige plötz* liehe Tod bei Politikern und selbst bei den Königen des Irak sind in den letzten zwanzig Jahren nichts eben seltenes gewesen. Sowohl der erste König des Zweistromlandes, Feisal, wie sein Sohn G h a z i
Edens Besuch in Achen.
Aufregung in Bagdad
Ziehungen zu Jugoslawien,, gelang es der bufgart* schen Regierung auch, bei Den Siegermächten gewisse Vertragserleichterungen durchzusetzen und sein Heer den politischen Verhältnissen entsprechend auszubauen, bis schließlich gemäß dem Vertrag von Saloniki vom 31. 7. 38 d i e allgemeine Wehr- pflicht eingeführt wurde.
Heute hat das bulgarische Friedensheer eine zwischen Winter- und Sommermonaten wechselnde, Durchschnittliche Stärke von rund 150 000 Mann. Gemäß der Bevölkerungszahl von etwa 5,6 Millionen wird man auf eine Kriegsstärke von etwa einer halben Million schließen dürfen. Das Heer bestand schon 1938 aus 4 Armeekorps mit 10 Infanterie-Divisionen, 1 leichten Division und 1 Gebirgsbrigade, außerdem aus 3 Kavalleriebriga- den, 1 reitenden Artillerieabteilung, mehreren schweren Artillerieregimentern und verschiedenen technischen Truppen. Auch 4 Kampswagenkompanien und 1 Fliegerregiment zu 80 Flugzeugen waren schon vorhanden. Das Heer ist durchaus neuzeitlich
Stockholm, 6. März. (DNB) Der Verband amerikanischer Korrespondenten in London hat die U8A.*Journalisten gerügt, die nach ihrer Rückkehr nach Amerika unzensierte Artikel geschrieben und damit zum Teil vertraulichesMate- rial verraten hätten. Diese Entschließung, die besttmmt nicht ohne Einfluß der britischen Regierung erfolgt sein dürste, ist offenbar auf die „peinlichen Indiskretionen" zurückzuführen, die dem ame- rikanischen Lustsachverständigen Leonhard Engel nach seiner Rückkehr aus London vorgeworfen werden. Er macht über die schweren Schäden, die die deutsche Luftwaffe namentlich der britischen Luftfahrtindustrie zugefüat hat, so detaillierte Angaben, daß er deshalb scharf angegriffen wurde. Engel erklärte in feinem Artikel, der den Stand etwa im November v. I. widerspiegeln kann, folgendes:
In London ist die 20 Meilen lange Anhäufung von Dockanlagen an der Themse, beginnend im Castend und stromabwärts sich ausdehnend, wiederholt getroffen worden. Diese Dockanlagen sind außerordentlich wichtig, weil die Hälfte von Großbritanniens Einfuhr durch den Londoner Hafen geht und Großbritannien normalerweise drei Viertel der Lebensrnittel einführt. Besonders beschäftigt sind die East und West Jndia Docks um das berühmte Hufeisen der Themse herum. Das Landgebiet zwischen den Schenkeln des Hufeisens umfaßte viele Speicheranlagen und Le- bensmittelvorratshäuser, von denen die meisten dem Erdboden gleichgemacht worden sind.
Docks in Liverpool, Newcastle, Bristol, Glasgow
Berlin, ö.März. (DNB.) Die englischen Kriegsschiffverluste spielten in der letzten Unterhausrede des Ersten Lords der Admiralität Alexander eine besondere Nolle. Er erklärte, daß „Havarie- Verluste" bei Den leichteren Kräften der Geleitzüge unvermeidlich feien, daß sie aber im Vergleich zur Größe der Aufgabe gewiß nicht zu schwer wären. Wie groß Die „Havarieverluste" Der englischen Kriegsschiffe bei Geleitzügen gewesen finD, ist unbekannt, denn unter Havarie versteht man Beschädigungen von Schiffen durch Zusammenstöße, Sturm, Auflaufen auf Riffe oder Untiefen. Wenn aber der englische Marineminister unter „Havärieverlusten" auch die durch feindliche Einwirkungen entstandenen Schiffsverluste mit einbezieht, so sieht die Rechnung doch erheblich anders aus. So wurde von Sicherungsstreitkräften für Geleitzüge bei einer einzigen Aktion im Mittelmeer der Kreuzer „Southampton" vernichtet, der mit 482 Mann seiner Besatzung unterging, der neue Flugzeugträger „I l l u st r i o u s" bei gleichfalls erheblichen Ausfällen an Offizieren und Mannschaften schwer beschädigt, der Zerstörer „G a l * land" in Brand geschossen und ein Schlachtschiff der „M a l a y a" °K l a s s e gleichfalls durch Volltreffer beschädigt. Don deutschen Schnellbooten wurde erst kürzlich der Zerstörer „Exmoor" aus einem Geleitzug heraus torpediert und versenkt, während bei großen Geleitzugkatastrophen Der letzten Monate allein drei Hilfskreuzer von Unterseebooten vernichtet oder von deutschen Kriegsschiffen durch Artilleriefeuer versenkt wurden. Auch bei diesen Hilfskreuzern, worunter sich, wie der Hilfskreuzer „F o r f a r" mit 16 OOO BRT. große Schiffe befanden, entstanden ganz beträchtliche Besatzungsverluste. So gingen mit dem Hilfskreuzer „Ierves Bay" im November vorigen Jahres 200 Mann unter.
Das Urteil Alexanders ist ein Beweis für die ver* Sweifelte Lage der britischen Versorgunaswirtschast, ür Deren gesicherte Zufuhr aus Ueberfee auch Die chwersten Opfer nicht groß genug finD. Immerhin rang sich Alexander in seiner Rede zu folgendem bemerkenswerten Eingeständnis über Die im Verlaus des Krieges entstandenen Verluste der Handelsflotte durch: „Bis zum Mai 1940 betrugen die Verluste an britischen, alliierten und neutralen Schiffen im Durchschnitt 40 000 BRT. wöchentlich. In den folgenden Monaten bleiben sie im Durchschnitt ständig etwas unter90 000 BRT. und im Laufe der letzten elf Wochen standen sie durchschnittlich auf e t ro a 5 1 0 0 0 BRT. Rechnet man diese wöchentlichen Durchschnittsverluste von Kriegsbeginn an zusammen, so kommt man nach Der Rechnung Des Ersten Lords der britischen Admiralität auf rund fünf Millionen BRT. versenkten Handelsschiffsraumes. Dis zum Jahresende 1940 hatte die englische Regierung in ihren amtlichen Meldungen stets nur etwas mehr als die Hälfte dieser Verluste eingestanden. Dieses offen* sichtlich durch Die Notlage Der britischen Versorgungswirtschaft veranlaßte Eingeständnis versuchte Alexander sofort propagandistisch auszuwerten, indem er für die „Zuverlässigkeit" der britischen amtlichen Angaben folgende Lanze bricht: „Wir veröffentlichen wahrheitsgetreu alle durch Feindeinwirkung bedingten Verluste." Diese Behauptung steht in schroffem Widerspruch zu einer Erklärung Churchills, der sich zu Der Ansicht bekannte, daß er als englischer Premierminister nur Verluste bekanntgebe, Deren Geheimhaltung nicht mehr möglich sei. Nach diesem bewährten Grundsatz hat die englische Admiralität auch schon im Weltkriege gehandelt, denn von Den 12,5 Millionen BRT., Die 1914/18 versenkt wurden, hat die brittsche Regierung während des Weltkrieges nicht mehr als vier Millionen BRT. versenkten Handelsschifssraumes zugegeben
ausgerüstet, infolge der verwandtschaftlichen Beziehungen Des bulgarischen zum italienischen Königshause vielfach mit italienischem Kr i e g s gerät.
Neben Dem Heere besteht seit 1940 eine uniformierte, pflichtmäßige staatliche 3ugenDorgani- sation „Branik" mit militärischer Dorerziehung. Ebenfalls 1940 wurde ein Gesetz über zivile M o - b i l m a ch u n g eingefuhrt, Durch das alle personellen unD materiellen Kräfte Der Nation im Kriegsfall Dem Staate zur Verfügung stehen. Damit ist auch Die Kriegsindustrie straff zusammenqe- faßt und in engste Beziehungen zur Leitung der Wehrmacht gebracht worden. Infolge der Erschließung wichtiger Bodenschätze und des Aufbaues einer eigenen Rüstungsindustrie ist Bulgarien heute schon in wehrwirtschaftlicher Hinsicht erheblich unabhängiger als im Weltkrieg. So ist Bulgarien wieder zu einer starken, geeinten und wehrhaften Nation geworden, die Der tapferen Taten ihrer Väter durchaus würdig ist.
und Southampton sind alle schwer beschädigt worden. Obgleich Die Nazibombenschützen nicht so genau fein konnten wie in Frankreich, weil sie heftigere Abwehr vorfanden, ist verhältnismäßig wenig Präzision bei Angriffen auf Docks erforDerlich: sie stellen ungeheure Zielgebiete Dar.
Unter den F l u g z e u g s a b r i k e n , die getroffen worden sind, besinden sich: Die Vickers -Werke in Southampton, wo die Spitfires produziert werden, Vickers in Weybridge, Heimat der Wellington- Bomber, die H a w k e r -Werke (Hurricane) in Kingston on Thames, direkt in der Umgebung von Son- Don, die Rootes (Schattenfabrik), wo die Blenheims hergestellt werden, nahe Liverpool, die Sri. ft o I Flugzeug- und Maschinenwerke, dicht bei Bristol, die Arm st rang -Whitworth-Werke (Whitley- Bomber) in Coventry, die Rolls-Royce -Moto, renfabrif in Derby, die Short Brothers- Fabrik (viermotorige Flugboote und ein neuer vier- motoriaer Bomber, Stirling) in Rochester, also in der Nahe von London, und Handley Page, dicht bei der Hauptstadt. Das Woolwich-Arsenal, die im Eigentum Der Regierung stehenDe Munitionsfabrik, Die größte der Landes, an der Themse stromabwärts von London, ist übel beschädigt worden. Ebenso zahlreiche Gaswerke und Kraftstationen in der größten Stadt der Welt. Zu all diesem muß hinzugefügt werden die Zerstörung des normalen Lebens der Stadt, die Zerstörung von Kanalisationsanlagen, elektrischen Zuführungen, Wasserrohren usw.
Auf einen Schlag fünf Tagesrationen Fleisch.
Berlin, 6. März. (DNB.) In der zusammen* fassenden Verlustaufstellung der britischen Handels- schiffahrt für Monat Februar, die das Oberkommando der Wehrmacht am 1. März bekanngab, wurden 67 Dampfer als beschädigt angegeben. Zum Teil waren die Beschädigungen so schwerer Art, daß ein Totalverlust anzunehmen war. Unter diesen Schiffen befand sich auch Der 10 000 BRT. große, Durch seine Kühlanlagen besonDers wertvolle englische Dampfer „A n ch i s e s", der mit einer Ladung Gefrierfleisch nach Großbritannien unterwegs war. Dieser große Transporter wurde am 28. Februar 400 Kilometer westlich Irlands von einem deutschen Fernkampfflugzeug gestellt. Einschläge rissen Die BorDwand Des Schiffes auf, Das infolge von Waffereinbrüchen schwere Schlagseite erhielt. Aufgefanaene 808-Rufe, mit denen der Dampfer Hilfe herberrief, bestätigten die Schwere der erlittenen Befchädigunaen. Immer wieder wurde der Ruf: „Very ur§ent" („sehr dringend") vernom* men. Kurze Zeit darauf hörten die 808- Rufe plötzlich auf. Für die englische Lebensmittelversorgung bedeutet der Ausfall des „Anchi- fes", der etwa 1 4 000 Tonnen Gefrierfleisch mit sich führte, einen harten Schlag. Bei den heutigen Rationen braucht England etwa 19 6 00 Tonnen Die Woche, Das finD 19,6 Millionen Kilo. Somit finD mit Dem „Anchises" fünf Tagesrationen Fleisch für EnglanDs Bevölkerung verloren gegangen.
Muter unterschlug über 300000 BRT.
In einer Woche verlor England 36S128BRT. Handelsschisssranm.
Berlin, 6. März. (DNB.) Reustr behauptet,
England habe in Der Woche, Die mit dem 23. Fe-1 bruar enDete, 14 Schiffe mit 61 000 BRT. verloren. | Hieran knüpft London die Bemerkung, daß hierdurch die Feststellungen des Führers widerlegt würden, Deutschland habe allein in zwei Tagen 215 000 BRT. britischen Schiffsraumes versenkt. Hierzu wird festgestellt: In diese Berichtswoche fallen Der Versenkungssieg Deutscher Unterseeboote gegen einen großen englischen Geleitzug im Atlantik und gleichzeitig mehrere erfolgreiche Aktionen Deutscher Unterseeboote und anderer Seestreitkräfte gegen Geleitzüge und einzeln fahrende Schiffe. Der Gesamterfolg dieser für die Engländer vernichtenden Aktionen wurde im Bericht des OKD. vom 25. Februar befanntgeneben. Dieser umfaßte 215 000 BRT., die sich laut Wehrmachtbericht vom 25. Februar noch Eingang abschließender Meldungen auf über eine Vierte lmillion BRT. versenkten Schiffsraumes erhöhten. Außer diesem Schiffsraum wurden im Verlauf Der Berichtswoche vom 16. bis 23. Februar noch 119 1 2 8 BRT. versenkt, so daß Die Gesamtzahl Des in diesem Zeitabschnitt vom Deutschen Oberkommando der Wehrmacht als versenkt gemeldeten Schiffsraums 369 128 BRT. erreicht. Wir kennen Die englische M-thode. Durch Lügen Tatsachen zu verschleiern. Diese Methode verfängt nicht mehr!
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Schiffbrüchige BesatzungsmttglieDer des am 12. Februar durch deutsche Seestreitkräfte im Atlantik zersprengten und zum größten Teil vernichteten englischen Geleitzuges haben die deutschen Angaben bestätigt, daß 14 Schiffe dieses Geleitzuges vernichtet wurden. Die britische
Admiralität hatte erst 11 Tage nach der Katastrophe die erste Verlustliste von 6 Schiffen herausgegeben und gab dann mehrere Tage später die Vernichtung von 2 weiteren Damvfern zu. Um den ungünstigen Eindruck dieser Berichterstattung im Auslande zu verwischen, versucht Reuter jetzt die Glaubwür* digkeit des deutschen Wehrmachtberichtes mit der Behauptung zu erschüttern, daß das Oberkommando der Wehrmacht zunächst 18 versenkte Schiffe angegeben und diese Zahl dann durch 14 ersetzt habe. Dies ist falsch. Im deutschen Wehrmachtbericht vom 13. Februar wurde bekanntgegeben, daß 13 bewaffnete englischeHandelsschiffe versenkt wurden, und am 14. Februar teilte das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mit, daß sich die Zahl der bei diesem Ueberfall vernichteten Schiffe auf 14 erhöht habe.
Der Ueberfall auf Svolvaer.
„Britischer Propagandasieg
über wehrlose norwegische Fischer."
Oslo, 6. März. (Europapreß.) Die norwegische Presse brandmarkt den englischen Ueberfall a u f den Fischerort Svolvaer in Nordnorweaen als Seeräuberstück nach altbewährtem britischen Muster. Die Zeitung „Astenposten" stellt fest: „Militärisch war Die Episode ohne jede Bedeutung. Sie richtete sich ausschließlich gegen Das norwegische Volk. England will anscheinend eine Art von Initiative vortäuschen. Norwegen hat eine unendlich lange Küste, an der selbstverständlich manche Insel u n b e f e fti g t bleiben muß. Bezeichnenderweise richtete sich die englische Jnittative gegen eine solche unbefestigte Stelle." „Tidens Tegn" schreibt: „England mußte sich wieder einmal einen Propagandasieg verschaffen. Es gewann ihn über friedliche, wehrlose norwegische Fischer. Mit solchen Heldentaten soll Das englische Volk und Die übrige Welt hinters Licht geführt werden."
„Fritt Folk" zieht die Parallele zwischen Svolvaer, Jvessing-Fjord, Dakar und anderen Ereignissen mit einem ähnlichen Klang und schreibt: „Nicht jeden Tag hat England die militärische Jnittative, deshalb wurde diesmal gleich gründliche Arbeit geleistet. Svolvaer, ein Zentrum norwegischen Fischfangs, wird zerschossen und verwüstet. Dem mrrdnorwegi-
folger des verstorbenen Metaxas, hatte erst von Edens Ankunft erfahren, als der Gast aus England sich bereits auf dem Wege in die britische Gesandtschaft befand. Dort ist es nun zu einer sehr ernsten Unterredung gekommen. Eden soll eine persönliche Botschaft Churchills mitgebracht habem die verlangte, daß Griechenland auf keinen Fall einen Sonderfrieden schlösse, denn das fei ein Verrat, den England mit ähnlichen Mitteln beantworten würde, wie seinerseits Den Abfall Frankreichs mit den Anschlägen auf die französische Flotte in Oran und Dakar.
Man kann sich denken, mit welchen Gefühlen tue französischen Schriftleitungen, die diesen Bericht aus Athen veröffentlichten, diesen Hinweis brachten. Admiral Darlan, der die jetzige Regierung unter Marschall Pötain fuhrt, hat damals ine Handlungsweise Der Briten unter Churchill gegen ihren ehemaligen Verbündeten als schamlos bezeichnet und vor aller Öffentlichkeit gestäupt. Als Der griechische Ministerpräsident Korizis einwandte, Athen und Die Hafenstadt Piräus seien aber offene Städte, erwiderte Eden, Das ändere an Englands Haltung nichts. Dagegen fei die brittsche Regierung bereit, Der griechischen Königsfamilie ein Kriegsschiff zur Verfügung zu stellen, falls sie Den Wunsch äußern sollte, Das Land zu verlassen. Churchill arbeitet also gegen Griechenland mit genau denselben Mitteln und Drohungen, mit Denen er im Juli 1940 bei seinem persönlichen Besuch in Frankreich auf den Ministerpräsidenten Reynaud Eindruck zu machen versuchte ... bis der rasende Lauf der militärischen Entscheidungen Frankreich ein anderes Gesetz auf« nunb Churchill nur noch für die Einschiffung
jten Drei in Westfrankreich stehenden englischer Divisionen sorgen konnte. E. S
starben sehr überraschend, und Die Araber zwischen Damaskus, Mekka und Basra sind überzeugt, daß jedesmal Der britische Secret Service seine Hände Dabei im Spiel hatte. Auch Der Schuß, der Den Finanzminister Rustam Haidar traf, soll aus einer englischen Pistole losgegangen tsein. Damals war dieser Haidar Der schärfste Gegner Nuri es Saids, der 'Streit ging um die Stellung des Irak zum englischen Krieg. Rustam Haidar wollte feinen Staat, unbeschadet des Bündnisses mit London, neutral halten — Nuri es Said dagegen war für Eintritt in den Krieg gegen Deutschland.
Die Situation am Tigris entspricht genau der am Nil ... auch in den Methoden, die England hinter Den Kulissen Dabei anwendet. Dieser irakische Minister Nuri es Said ist eine Entdeckung Des Obersten Lawrence aus Der Zett Des arabischen Aufstandes im Weltkrieg. Lawrence sorgte Dafür, daß der Bagdader Generalstabsoffizier eine führende Rolle in der Armee erhielt, die gegen Damaskus zog. Zum Dank für feine Dienste wurde Nuri es Said Dann in Dem neuen britischen Mandatsstaat Irak Minister. Bei den vielen Regierungswechseln, die das Bag- dader Parlament nach westlichen Mustern in Den vergangenen zwei "Jahrzehnten vornahm, war General Nuri es Said so etwas wie eine ruhende Säule in der Erscheinungen Flucht. Nur als General B e k r Sidky durch feinen Militärputsch 1936 eine autoritäre Regierung im Irak errichtete, mußte auch Nuri es Said flüchten. Er ging nach Kairo. Dort bemühte er sich, die führenden Araber für die englische „Lösung" Der Palästina frage zu gewinnen. Als der kurDlsche Diktator schon anderchalb Jahre später einem Attentat erlag, kehrte Nuri es Said nach Bagdad zurück — als Ministerpräsident!
Seither war er der treibende Mann im Irak, der eine eindeutig probritische Politik steuerte, zuerst als Premier, Dann nach Rustam Haidars Ermordung als Außenminister. UnD nun ist wiederum eine Regierungsänderung notwendig geworden. Offenbar nahmen ihm die Ministerkollegen die Unterschlagung der deutschen Note sehr übel, und anscheinend ist die allgemeine Stimmung im Irak erheblich gegen die kriegerischen Absichten des Generals eingestellt — kurz, di erneue Ministerliste enthält den Namen Nuri es Said nicht mehr. Das Außen- und Kriegsministerium hat der neue Ministerpräsident, General Taha Hachimi, vorläufig selbst übernommen. D.S.
schen Volk sollte seine Existenz noch schwerer gemacht werden. Aber als die Möglichkeit eines Kampfes mit einem bewaffneten Gegner entstand, verschwanden die englischen Kriegsschiffe schnell."
Oer Kamps um das Englandhilfe-Gesetz.
Washington, 6. März. (Europapreß.) Die Senatsaussprache um Die von Dem Senator Eilender eingebrachte Aenderung im Englandhilfe-Gesetz wird am Freitag fortgesetzt. Der Zweck des Abänderungsantrags Ellenders ist, Roosevelt zu verwehren, aus Dem Gesetz Das Recht zum Einsatz der USA.« Streitkräfte außerhalb Der westlichen Hemisphäre abzuleiten. In der SegrünDung zu dieser Abänderung heißt es, daß Roosevelt in einem halben Dutzend Reden, vor Dem Kongreß allein nicht weniger als bei fünf Gelegenheiten, und außerdem beide Parteien in ihrem Wahlprogramm versichert hätten, niemals würden wieder USA.-Iruppen über den Atlantik verschickt werden. Er, Eilender, könne daher nicht verstehen, weshalb die Vorlage so scharfen Widerstand finde. Senator D o w n e y (Kalifornien) erklärte, daß Roosevelt mit dem Englandhilfe-Gesetz keine neuen Vollmachten erhalten würde, da Roosevelt, wenn er wolle, schon mit seinen bisherigen Befugnissen die USA. jeden Tag in den Krieg bringen könne. Das Eng* landbilfe-Gesetz sei notwendig, um die Außenpolitik Der USA. in der Englandhilfe wirksam zu gestalten. Keine Lust zur vormilitärischen Flieger« ausvildunq in England.
Stockholm, 6. März. (Europapreß.) Die Propaganda für das zu Anfang dieses Jahres gegründete vormilitärische Fliegerkorps für jugendliche Engländer aller Schichten hat offensichtlich nicht den erwarteten Erfolg gebracht. Reuter berichtet, daß sich bis jetzt nicht genügend Jugendliche zu diesem Korps gemeldet hätten. Bei Der Gründung hätte man mit einer sofortigen Meldung von 250 000 jungen Leuten gerechnet. Nach amtlichen englischen Schätzungen wären noch 700 000 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahre in der Lage, Dieser Organisation beizutreten. Es wird versucht, in den Gliedstaaten ähnliche
Amerikanische Indiskretionen.
Schon im Aooember schwere Schäden der britischen Lustfahrtindustrie.
Britisches Eingeständnis: Fünf Millionen britischen Handelsschiffsraums versenkt.


