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Fortsetzung

(Nachdruck verboten.)

bärtige Eisenbahnoerbindungsnetz der Sowjets. O Züge wurden völlig oder teilweise o e r n i ch - let, darunter ein Munitionszug zur Explosion ge­macht. Dabei wurden 20 Feindflugzeuge in

Die ägptische Regierung hat im Auftrag der bri- chen Militärbehörde die Beschlagnahme des ganzen Besitz von Nichtlandwirten befindlichen Viehs geordnet. Das Vieh wird den Schlächtern der Äschen Militärverwaltung übergeben.

mA» in M gewöhn. Tagenit issehÄt 1 Silber Kreuze; Tisernn negsw.

Wengroßen Offensive, die mit dem heutigen : Tage begonnen hat.

20 Eisenbahnzüge vernichtet.

,Kreid^ anken ibgelaM taus dazwil^ Stabst her Sefl iit*.

kleine politische Nachrichten.

Stockholm, 4. Oft (DNB.) Wie aus einer -uter-Meldung aus Canberra hervorgeht, hat australische Regierung Fadden aus Annahme eines Mißtrauensantrages der La- r Party durch das Repräsentantenhaus die Fol- ngen gezogen und ist zurückgetreten.

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. .Ich beschäftige mich seit längerer Zeit mit den Elsern..

.Ah, Frühkapitalismus, Blick nach Uebersee ein ilrmzendes Thema für Sie!"

-Ja, ein schönes Thema. Nur leider ist mit mir igts mehr los. Die Zündung fehlt, verstehen Sie? k spüre das Knistern der Funken nicht mehr."

Zum Teufel", sagte der Doktor verdrießlich, v'shalb suchen Sie sich gerade einen Vergleich aus e: Autobranche heraus? Sie sind doch kein Renn- ^rer. Und Ihr Hirn ist schließlich kein Benzinmotor, i" ansprinaen muß, wenn man auf den Starter r. (ft."

Oha! Und jetzt fommt der berühmte Vergleich Hb der Landwirtschaft", orafelte Hellwang ironisch, -a m Brachacker und von der Dreifelderwirtschaft, bi. ?*

> Gescheiter als Ihr blödsinniger Zündfunke ist er W jeden Fall. Und schließlich dürfen Sie sich so |rb'r so nach dem letzten Buch eine Erholungspause M'nen. Sie dürfen nicht nur, Sie müssen sogar!

$ .9d) erhole mich jetzt seit einem Vierteljahr , 'p-e Hellwang ungeduldig, und der Doktor hatte |?T Eindruck, Hellwang wünsche das Gespräch nicht Pr zusetzen. Sie schwiegen eine Heine Weile. 5)cU» rauchte nervös.

! .Ich mache mir Sorgen um die beiden anderen ^üiber..."

-'H. .Ich glaube nicht, daß Sie Anlaß dazu haben. Die rrleckungsgefahr fällt aus, wenn Britta nicht mehr Maule ist. Ich habe mit dem Serum bisher nur Erfahrungen gemacht. Wenn ich mich vorsichtig '^drücke, so geschieht es deshalb, weil ich Ihnen ' In- Garantie natürlich nicht geben fann. Die beste ^"ife in diesem Falle lautet: gefaßt, aber furchtlos.

, *Jn ziemlich dünner Trost ..." /#x

»Sogen wir mal: Gesunder Pessimismus, ^ellwang stand auf, er reckte sich, als fei sein Blut- seslauf ein wenig ins Stocken geraten, und gmg

Erfolgreiche deutsche Panzer.

Berlin, 5. Oft (DNB.) Eine deutsche Panzer- ioision brach am Samstag, 4. Dftober, in erfolg- üchern Vorstoß in die sowjetischen Stellungen im püdabschnitt der Ostfront ein und vernichtete ärkere sowjetische Kräfte. Die deutschen ianzerfampfwagen drangen bis zu den Artillerie- ellungen der Bolschewisten vor und erbeuteten oder »rftörten 23 sowjetische Geschütze, darunter 14 Lang- lohrgeschütze.

Mit diesen Kampferfolgen hat diese deutsche Pan- rbiüifion im Verlauf des Feldzuges im Osten 1)00 sowjetische Geschütze erbeutet oder vernichtet.

Englands Sorgen um die Schlacht im Atlantik.

Berlin, 5. Oft. (DNB.) Die außerordentlich ljen Verluste, die die deutschen Unterseeboote der

rntischen Schiffahrt im Laufe des Septembers zu­fügt gaben, geben in England in steigendem aße zu Besorgnissen Anlaß. Man mmt in britischen Schiffahrtskreisen nicht an der atsache vorbei, daß die deutschen Unterseeboote ein in der Woche vom 22. bis 27. 9. zwei große Wische Geleitzüge fnackten und dabei 160 500 BRT. -irischen Schiffsraumes versenkten. Rechnet man ?n durch Aftionen der deutschen Luftwaffe in der eichen Woche versenften Schiffsraum dazu, so gibt sich allein in diesen wenigen Tagen ein erlust von 193500 BRT. für die britische chiffahrt.

Bon diesem Tatbestand geht der Marine-Mit- beiter desDaily 5)eraftr in einer Betrachtung er die voraussichtliche Höhe der Dersentungsziffern r den Monat September aus, die wie in- ifchen bereits gemeldet wurde' insgesamt 3 400 BRT. betrugen. Nach Ansicht zuständiger Wischer Marinekreise seien die Versenkungsziffern, schreibt der Marine-Mitarbeiter u. a., im Sep- ber Lveitaus ungünstiger für England gewesen, s in den Monaten zuvor. Er hat damit durchaus t, denn im Juli verlor Großbritannien 407 600 RT. und im August weitere 537 200 BRT. an isfsraum, so daß sich die Versenfungsziffern für n September tatsächlich für England ungünstiger Wen als in den Monaten vorher. Obwohl >utschland, so meint derDaily Herald" weiter, en aroßen Teil seiner Unterseeboote in der Ost- ? habe ein setzen müssen, habe England doch die merert Schläge durch die deutschen Unterseeboote Atlantif zu spüren befommen. Es sei anzuneh- ten, daß gegenwärtig mehr deutsche ob italienische Unterseeboote im tlantif operierten als jemals zuvor. Aus alle- müsse man den Schluß ziehen, daß für Eng- ti) die Schlacht im Atlantik noch lange nicht wonnen sei.

Genaue Ziffern wagt der Marine-Mitarbeiter 5Daily Herald" seinen Lesern nicht zu geben, e wären zu beweisfräftig für die Erfolge der hatschen Unterseeboote. Die Erfolge der deutschen üerseeboote sind so ftarf, daß man in England meigen für besser hält.

26 Feindflugzeuge zerstört.

r btp Berlin, 5. Dftober. (DNB.) Im Laufe der sich Je.5 cnba'hnenden großen Offensive im Osten waren . I v-- v ,r r ° ri '

wßeinsätze der deutschen Luftwaffe von beacht- )em Erfolg gefrönt Die Aftionen richteten sich sonders gegen das Nachschubwesen und das rück-

fiuujx. x/uuKi Luuiuen c. u

Ni ^uftkämpfen abgeschossen, sechs_______

im Boden zerstört. Diele Strecken wurden durch ft» Volltreffer auf Gleisanlagen völlig unterbunden.

Aus der Giadt Gießen.

Die warme Stube.

Jetzt sollte die sorgsame Hausfrau noch daran denfen, alle Vorbereitungen zu treffen, damit sie im Winter eine warme Wohnung hat. Denn die warme Stube ist nicht nur eine Angelegenheit der Heizung, sondern sie ist auch von anderen Dingen abhängig, die nur zu oft nicht genügend berücksichtigt werden.

Als erstes sollte man jetzt noch, wenn irgend möglich, die Oefen vom Fachmann auf ihre Brenn- tauglichfeit untersuchen, Roste und Züge reinigen und Fugen dichten lassen. Aber auch Fenster und Türen sind auf ihre Fugendichtigkeit zu untersuchen, denn gerade durch diese Ritzen strömt die Kälte u nunter» brachen in den Raum und nimmt die Heizwärme fort. Türfugen werden mit schmalen Filz- oder son­stigen Stoffstreifen benagelt oder beFlebt, damit sie fest schließen. Am unteren Türrand nagelt man einen etwas breiteren Streifen so auf, daß er auf die Erde zu liegen fommt; dadurch wird der die Fußkälte" eines Zimmers mitbewirkende Luftzug am besten ab gewehrt. In einem Zimmer, das außer der Balkontür noch ein Fenster hat, dichtet man

verdunkelungszeil

6. Oktober von 18.47 bis 7.29 Uhr.

beide Türen am besten ganz ab, indem die Rah­men ringsum mit dicken Stoffstreifen benagelt oder beklebt werden. Den Raum zwischen Innen- und Außentür fülle man bis zur Höhe der Holzfüllung mit altem Material: Knüllpapier, Holzwolle und dergleichen und schließe ab. Man wird erstaunt sein, um wieviel geringer der Luftzug im Zimmer wird. Zum Lüften genügt das Fenster. Zwischen die Fenster lege man schmale, ebenfalls mit Dichtma­terial gefüllte Polster. Alte Decken, Uebergarbinen u. dgl., vom Vorplatz aus vor die Zimmerturen ge­hängt, verwehren der Kälte ebenfalls den Zutritt zum Wohnraum. Zeitungspapier, mehrfach gefaltet und unter den Teppich gelegt, mindert die Fuß­kälte des Bodens. Wer an kalten Füßen leidet, sollte sie beim Sitzen immer auf eine Fußbank ober em dickes Polster stützen.

Bei ungünstig stehenden Oefen, die bei jedem Türöffnen ihre Wärme nach außen abgeben, kann man sich helfen, indem man am Türrahmen eine waagerecht ins Zimmer reichende Metall- ober Holz- ftange anbringt und an Ringen einen dicken Vor­hang aufhängt, der den Wärmeverlust verhindert. Ausreichende Durchlüftung der bewohnten Zimmer dient ebenfalls der Wärmesteigerung. Je nach der Beanspruchung des Raumes öffne man mehrmals am Tage das Fenster für fünf bis zehn Minuten. Die frische Luft erwärmt sich schnell zur behaglichen Temperatur, während die verbrauchte L-uft ein un­angenehmes Gefühl von Kälte ausströmt.

Werden diese Abdichtungsmaßnahmen rechtzeitig vorgenommen, bann kann fein Kälteeinbruch uns überraschen, wir stehen ihm in wirkungsvoller Ab­wehr gegenüber.

Dornotizen.

Tageskalender für Montag.

Kraft durch Freude": Gloria-Palast, 19.30 Uhr, Gastspiel derWiener Sängerknaben". Gloria- Palast, Seltersweg:Annelie". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Heimat". Oswaldsgarten: Herbst- markt (Schaumesse).

Vom Theater.

Ab morgen, Dienstag, 7. Oktober, beginnen alle Vorstellungen desTheaters der Universitätsstadt Gießen" um 19 Uhr.

Arbeitsforschung, Arbeitsmethoden, Zeitmessung.

Die Deutsche Arbeitsfront, Hauptstelle für Be­rufserziehung und Betriebsführung, Gießen, hat Dipl.-Ingenieur Kleinschmidt (Berlin) für einen Vortrag überArbeitsforschung, Arbeitsmethoden, Zeitmessung" verpflichtet. Dipl.-Ina. Kleinschmidt ?iehört den Planungstrupps der DAF. an und ver- ügt über überaus reiche praktische Erfahrungen auf den Gebieten der Arbeitsforschung, der Arbeits­methoden und der Zeitmessung. Der Vortrag dürfte alle Betriebsführer, Betriebsleiter, Ingenieure, Techniker, Meister, Kalkulatoren und Zeitnehmer interessieren, haben sie doch hier Gelegenheit, prak­tische Hinweise für die tägliche Arbeit im Betrieb zu erhalten. In Anbetracht der nur beschränkt zur Verfügung stehenden Eintrittskarten ist umgehende Bestellung erforderlich. Für auswärtige Vortrags­besucher aus Lollar, Butzbach, Lich, Mainzlar ufro. besteht günstige Zugverbindung. (Siehe Anzeige am vorigen Samstag.)

im Zimmer auf und ab. Er verschränkte die Hande auf dem Rücken und setzte die Füße aufmerksam vor­einander, als balanciere er auf der Teppichkante wie auf einem schwankenden Balken, der über einen tiefen Abgrund gelegt war.

Natürlich, man muß mit solchen Geschichten ja immer rechnen, wenn man Kinder hat. Eigentlich ist es fast erstaunlich, daß diese Erkrankung seit dem Tode meiner Frau der erste ernsthafte Krankheits­fall im Hause ist. Früher lag ja alle Augenblicke eins der Kinder auf der Nase, manchmal alle drei zu gleicher Zeit, mit Mumps, Masern, Keuchhusten ... Sie wissen es ja am besten, Doktor!"

Der Doktor nickte. Er nahm seine Brille ab und fuhr sich mit Ringfinger und Daumen in die Augen­winkel. Eine Sekunde lang schaute er blind und mit fremdem Gesicht ins Zimmer. Hellwang blieb stehen, er beugte sich vor und starrte auf das Streifenmuster des hellbraunen Teppichs.

Ja, damals lebte meine Frau. Es war nicht so, daß ich mir um das Schicksal meiner Kinder weniger Sorgen machte, weil ich die Sorgen mit ihr teilen konnte. Aber ich spürte meine Hilflosigkeit nicht so deutlich wie jetzt. Ich liebe die Kinder gewiß nicht weniger als meine Frau sie geliebt hat, aber ich sehe es gerade an solchen Tagen wie heute mit aller Deutlichkeit, daß man als Vater doch nur sozusagen an gesunden Tagen zuständig ist. Wenn es den In­derm weh tut, dann verlangen sie doch halt nach der Mutter. Und ich weiß nicht, wie das werden soll. Das Haus läuft ohne Frau schließlich auch auf drei Rädern weiter. Aber die Kinder ohne Mutter ..."

Der Doktor behauchte die Brillengläser. Er zog ein Poliertuch aus der Brufttasche und rieb sie sorg­fältig ab.Vielleicht erwarten Sie keine Antwort, Hellwang", sagte er, während er die Gläser gegen das Licht hob, um auch die letzten Trübungen fest- zustellen und zu beseitigen,aber ich habe ba in Ihren Gedanken Hintergründe entdeckt, die mir ge­wisse Gefahren zu enthalten scheinen. Ich kann es mir sehr gut vorstellen, in welcher schwierigen Lage Sie durch den Verlust Ihrer Gattin zurückgeblieben find. Und es wäre fast unnatürlich, wenn in Ihnen nicht der Wunsch nach einer neuen Ordnung in Ge­stalt einer neuen Ehe auftauchen würde."

Feierstunde derSA.und:

XX

ehrmannschast

Anläßlich der Verleihung von SA.-Wehrab­zeichen an die Männer der Wehrmannschaft der SA.-Standarte 116 Gießen fand am gestrigen Sonntagvormittag in der Aula des Landgraf-Lud» wigs-Gymnasiums eine Feierstunde statt. SA. und Wehrmannschaft marschierte, mit dem Musikzug an der Spitze, vom Standartengebäude zum Gymna­sium. Unter den Ehrengästen sah man u. a. Ver­treter der Gliederungen der Partei und der Wehr­macht, den Oberbürgermeister, Vertreter der Polizei usw

Rach dem Einmarsch der Standarte und der Fahnen begann die Feierstunde mit einem Dor­spruch des WehrmannschaftsführersRuf durch Deutschland". Dann folgten Gedichte und Lieder, vorgetragen und gesungen von den Männern der Wehrmannschaft. In besonders feierlicher Form, auch wieder vorgetragen vom Sprechchor der Wehrmann­schaft, erfolgte die Totenehrung, die beschlossen wurde vom SA.-Musikzug mit dem LiedIch halt' einen Kameraden".

In seiner Ansprache ging SA.-Brigadeführer Schwarz einleitend auf die Gründung der Sturm­abteilungen ein, die auf Befehl des Führers anläß­lich einer Versammlung in der frühesten Entwick­lungszeit der Partei erfolgte. Dann sprach er über den Sinn und die Bedeutung des SA.-Wehrab- zeichens, das früher das SA.-Svortabzeichen war und auf Befehl des Führers im Jahre 1939 in das SA.-Wehrabzeichen umgewandelt wurde. Schon lange vor Beginn des Krieges fei in der SA. mit der Arbeit für den Erwerb des SA.-Wehrabzeichens begonnen worden, und heute feien allein im Land­kreis Gießen über 4000 SA.-Wehradzeichenträger. Die Bedingungen für den Erwerb des SA.-Wehr­abzeichens stellten keine Forderung für eine beson­dere sportliche Leistung dar, sondern sie dienten in erster Linie der körperlichen Ertüchtigung im Sinne einer vormilitärischen Erziehung. Auch sei in der Stiftungsurkunde zum Ausdruck gebracht, daß das SA.-Wehrabzeichen kein Auftrag an die Partei war, sondern ein Staatsauftrag. Es kann also jeder

deutsche Volksgenosse das SA.-Wehrabzeichen er- werven. Die Bedingungen für den Erwerb des SA.- Wehrabzeichens dienen dem Zweck der Wehrertüch­tigung vor dem eigentlichen Militärdienst. Keine grundmilitärische Ausbildung sei damit verbunden, die allein Aufgabe unserer Wehrmacht sei, sondern die Erziehung zum politischen Soldaten im Sinne unserer Auffassung über die Wehrhaftigkeit des deutschen Mannes. Allen Männern sei die Möglich­keit gegeben, innerhalb der SA. den Pionierschein, den Nachrichtenschein, den Reiterschein, den Sani­tätsschein u. a. zu erwerben, mit dem sie dann um einige einschlägige Kenntnisse reicher in den Dienst der Wehrmacht eintreten könnten. Der Red­ner kam dann noch auf die SA. selbst zu sprechen und betonte, daß sie sich nach wie vor aus Frei­willigen zusammensetze, und das solle auch in Zu­kunft so bleiben, denn schon immer sei ein Volk das' stärkste gewesen, das die meisten Freiwilligen hatte. In seinen weiteren Ausführungen dankte SA.-Bri- aadeführer S ch w a rz den Truppführern M u r mann und Butz für die Ausbildung der SA.» Wehrmannschaften und gedachte in diesem Zusam­menhang in anerkennenden Worten auch der Wehr­männer, die sich trotz ihrer oftmals starken beruf­lichen Inanspruchnahme so viel Freizeit abgerun» gen haben, um das SA.-Wehrabzeichen zu erwer­ben. Hierauf erfolgte die Verleihung der SA.-Wehr­abzeichen an die Wehrmänner.

Die Wehrmannschaft brachte dann noch ein Ge­dicht zu Gehör und fang das LiedNun laßt die Fahnen fliegen in das große Morgenrot", dem ein Gedicht folgte, vorgetragen vom Wehrmannschafts­führer.

Mit dem Gruß an den Führer, dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes und dem Ausmarsch der Standarte und de" Fahnen fand die würdige Feierstunde, deren Gestaltung Truppführer M u r m a n n durchgeführt hatte, ihren Abschluß. Der Musikzug der SA.-Standarte umrahmte die Feier mit flott vorgetragenen Marschweisen.

Theater -er Llniversitätssta-t Gießen.

Hermecke un- Vetterling:,

lieber den Bühnenbildrahmen ist oben in großen Buchstaben der Titel geschrieben; die Ueberschrift ist rechts in der Ecke von mehreren, an Fäden bau- melnden roten Herzen begrenzt, links von einem Netz mit einer dicken Spinne darin: wer lesen kann und sich auf die Zeichensprache versteht, wer mit dem Theater im allgemeinen und mit der Operette im besonderen Bescheid weiß, kann nach einem scharfen und nachdenklichen Blick auf diese Deko­ration über den Inhalt nicht im Zweifel sein. Was die roten Herzen zu bedeuten haben, dürfte un­mißverständlich sein, und daß das Netz mit der Spinne nicht nur die gute alte Zeit des Bieder­meier symbolisiert, sondern auch die mehr oder minder schicksalhaften Widerstände und Schwierig­keiten, die sich vor dem Liebesglück in der Lerchen» gaffe auftürmen das ijt gewiß.

Daß sich das Hofratstöcyterchen Charlotte in ihren Privatlehrer, den Dichter und Bibliothekar Heller, verschießt, bedarf so wenig der Beteuerung wie der Umstand, daß Papa dagegen ist. Daß Papa am Ende das Nachsehen hat, ist selbswerständlich, aber weit ist der Weg und dornenvoll, bis sie sich so» zufagen amtlich in die Arme sinken dürfen. Es gibt oa noch ein zweites Liebespaar, es gibt einen Drachen von Zimmervermieterin und eine Schlange von französischer Tänzerin und sogar einen ver­schollenen Seemann, der unvermutet wieder an den Strand der Lerchengasse gespült wird, und es gibt auch eine ziemlich verzwickte Erbschaftsangelegen, heit, die zwar dem jungen Paar die Wege ebnet, aber vorher noch eine Verlobung zum Schein not­wendig macht, ehe die richtige Verlobung gefeiert werden kann, woraus alles in allem zu entnehmen ist, daß es mit -en Herzen wie mit der Spinne in ihrem Netz etwas auf sich hat.

*

Herr Löffler hatte nicht nur die schicksals- schwangere Ueberschrift entworfen, sondern auch die hübschen Biedermeierdekorationen der Lerchen­gasse von innen und außen. Herr Hergert wirkte am Dirigentenpult und brachte die nicht sehr um­fangreiche, aber gefällige und melodiöse Musik vor­teilhaft zur Geltung. Herr Payer hatte die Spiel­leitung und gab dem altväterischen Idyll' die ge­rechte und bewährte Mischung von Gemüt und

Liebe in der Lerchengasse".

handfestem Humor; für den Schlußakt hatte er sich eine schaurige Seemannsballade mit Leierkasten- begleitung und Schunkelmusik zum Mitsingen aus- gedacht, die das vollbesetzte Haus spürbar in «Stim­mung brachte. Die Tanzgruppe, von Ballettmeister Andreas V o l p e r t geleitet, tat in wechselnder Auf­machung ein übriges, um die Szene zu beleben.

Valeska Lange als Charlotte sah sehr niedlich aus und hatte einen schlanken Sopran einzusetzen. Herr Hellmers-Hallwegh war, gesanglich und darstellerisch gewandt, der Bibliothekar Heller; das Duett der beiden (,^sch bin dein, du bist mein") ist eines der gelungensten Stücke der Partitur. Käte Jaenicke, die von wilder Eifersucht umgetriebene Therese, und Herr Payer, der als verschollener Seefahrer den Vogel abfchoß, machten das zweite Paar. Renate F r e i h e n war die äußerst kokette Primaballerina, Hilde Kneip die gefährlich hei- ratswütige Zimmerwirtin. Herr Fischer als Hof­rat a. D., Herr Bergmann als Vicomte, Herr Appel mij der Karikatur des Notars und Herr B o s n y als der echte Seefahrer feien noch genannt.

Das Publikum amüsierte sich aufs hefte.

Hans Thyriot.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittags geschlossen.

2

Hellwang bewegte die Hand; es sah aus, als er­höbe er sie zum Protest; aber dann ließ er den Arm wieder sinken. Ein Gedanke, der bis dahin ohne Namen Und gestaltlos im Dunklen geschlummert hatte, wurde durch die Worte des Doktors aus ängstlich gehüteter Verborgenheit ans Tageslicht gehoben und ließ sich nicht wieder zurückbeschwören.

Etwas eilig, meinen Sie ...?" murmelte Hell- mang verlegen und vermied es, dem Doktor ins Ge­sicht zu sehen.

Reden Sie doch keinen Unsinn, Hellwang!" rief Dr. Lechner fast ärgerlich.Oder glauben Sie etwa, daß ich Ihnen die Trauermonate am Kalender vor­rechnen will?! Ich habe angenommen, daß Sie mich besser kennen!"

Verzeihen Sie, Doktor, ich hatte wirHich nicht die Absicht, Sie zu kränken. Und außerdem wissen Sie so gut wie ich, daß dieses Gespräch ein theoretisches ist und sich um Möglichkeiten dreht, die wahrscheinlich in weiter, weiter Ferne liegen. Aber Sie sehen selbst, Doktor, daß der Zustand, in dem ich augen­blicklich lebe, auf die Dauer unhaltbar ist. Allein schon der Kinder wegen wird mir nichts anderes übrig bleiben, als eines Tages ..

Der Doktor warf den Kopf mit einem scharfen Ruck vor, er unterbrach Hellwang mitten im Satz: Der Kinder wegen!" rief er, und es klang, als nagele er die Worte besonders fest, ,jefot betonen Sie es schon zum zweitenmal, daß Sie sich nur oder hauptsächlich der Kinder wegen mit dem Ge­danken an eine neue Ehe vertraut machen würden. Um den Kindern eine neue Mutter zu geben, wie?"

Ich verstehe nicht, was Ihnen daran so sonder­bar erscheint, und weshalb Sie diese Aeußerung von mir so hervorheben?"

Weil Sie als Begründung für eine neue Ehe meiner Meinung nach ein verhängnisvoller Ge- danke ist", antwortete Dr. Lechner. Er sprang auf und wanderte neben Hellwang im Zimmer auf un- nieder. Sein zerschossenes, verkürztes Bein schien wie durch ein Wunder geheilt zu sein.Hören Sie, Hellwang", fuhr er eindringlich fort,ich meine, daß, wir uns nun lange genug kennen, um ein freund­schaftliches Wort miteinander reden zu dürfen. Las- fen Sie sich jetzt von mir etwas sagen: Wenn Sie

die Absicht haben, jemals wieder zu heiraten, dann vergessen Sie, daß Sie Kinder haben! Denn wen zum Teufel wollen Sie eigentlich heiraten? Ein Kinderfräulein, wie? Das heiratet man nicht, son­dern das engagiert man! Sonst find Sie nämlich nach ein paar Jahren die Kinder los es ist un­glaublich, wie rasch sie aus dem Hause wachsen und haben bis an Ihr Lebensende das Kinder- fräulein auf dem Halse, jawohl! Mein lieber Freund, wenn Sie heiraten, dann nehmen Sie die Frau, die Sie lieben und die Sie wiederliebt. Und wenn Sie diese Frau nicht finden, dann lassen Sie die Hände ganz von der Ehe weg! Aber wenn Sie eines Tages das Glück haben sollten, den geliebten Menschen in Ihr Haus zu führen, dann löst sich das andere Problem ganz von selbst, dann werden Ihre Kinder in die mütterliche Obhut kommen, die Sie ihnen wünschen."

Sie standen nebeneinander am Fenster und schau­ten in den herbstlichen Garten hinaus. Die Trauer­weide verfärbte sich schon, und ihre Blätter schwam­men wie kleine Schiffe auf dem trüben Spiegel des Wasserbeckens.

Wahrscheinlich Haden Sie recht, Doktor", sagte Hellwana nach einer Weile und malte Kringel auf die beschlagene Fensterscheibe;trotzdem sträubt sich mein Gefühl gegen Ihre Gedanken. Sie werden mich verstehen, wenn ich Ihnen sage, daß auch mir die Einsamkeit oft schwer genug zu schaffen macht; vorläufig aber ist die Erinnerung an meine Frau in mir noch zu lebendig, und ich hänge in dem Retz, daß die Kinder eine Mutter nötiger brauchen als ich eine Frau."

Zum Teufel, Sie können das eine nicht vom anderen trennen!" fuhr der Doktor ungeduldig auf.

Richtig, und deshalb kann ich mich auch an den Gedanken einer neuen Ehe nicht gewöhnen. Der Wunsch taucht vielmehr dann und wann in mir auf, aber dann kommt der Einwand, den Sie soeben aussprachen, und dann versagt mein Mut. Denn ich war zu glücklich verheiratet, Doktor, und ich fürchte mich vor Enttäuschungen. Ich glaube nicht daran, daß ich jemals die Frau finden werde, die mir das wer­den fann, was Luisa mir war."

(Fortsetzung folgt.)