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(Nachdruck verboten.)
11. Fortsetzung.
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Frozzelei zu kränken.
Weg damit
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„SO LT IT" gibt Leder f oh len längere
fragte Vollerthun, ohne sich im Ruhe bringen zu lassen oder
„Und trotzdem roang!" sagte er auch nicht Ihnen davon, daß diese zu vergessen oder
müssen Sie weiterarbeiten, Hell- plötzlich. ..Nicht mir zuliebe und zu Gefallen — ganz abgesehen Redensart von der Arbeit ,um einen Schmerz zu betäuben' ein
..wenn's
Fräulein mit gto-
..Warum nicht?" mindesten aus der sich gar über die etwas hilft ...!"
Zum Abendessen
ganz gottverdammter Blödsinn ist. der die Arbeit mit irgendwelchem Pillendreck auf eine Stufe stellt. Nein. Hellwang, Sie müssen arbeiten, weil Sie etwas zu sagen haben! Was Ihre Frau Ihnen bedeutet hat und welchen Platz sie immer in Ihrem
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
Donata zu einer neuen und dauernden Gemeinschaft wieder zusammenzuführen, bezahlt aber die ungeheure seelische Anspannung und Erschütterung mit dem Leden.
Der Regisseur Guido B r i g n o n e hat das anfänglich breite, aber überaus durchschaubare Spiel zu theatralisch ungemein effektvoll ausgebauten lyrisch-dramatischen Höhepunkten geführt. G i g l i, der die arglos-schlichte und gütige Persönlichkeit des Mario durch sein unbeholfen klingendes Deutsch in den Sprechszenen wohl unbewußt betont, entfaltet Glanz und Reichtum seiner Stimme in dem volkstümlichen Liede „Mamma mia” und, noch gesteigert, in den raffiniert ausgesuchten Arien .aus
denken, und das versetzte Kathi, die vermeinte, das Selbstgefühl und die Sicherheit der Neuen förmlich schwellen zu sehen, einen schmerzhaften Stich in die Brust. Nicht etwa, daß sie sich etwas aus Süßigkeiten gemacht hätte. Eine Kalbshaxe war ihr lieber. Aber es war sozusagen die entgangene Auszeichnung, die sie kränkte, die Ordensverteilung, bei der sie übersprungen worden war. Den Kindern gegenüber machte sie dunkle Andeutungen in dem Sinne: Laßt nur, laßt nur. wer zuletzt frißt, frißt am besten ...
Klugheit war von anderer Art. Sie besaß Geduld und die Gabe, zuhören zu können. Sie war die Reibfläche, an der ich mich entzünde^'. Sie lebte für mich. Jetzt kommt es mir erst zu Bewußtsein, wie tyrannisch ich über sie und ihre Zeit verfügte. Ob sie kochte oder bügelte, mit den Kindern spielte, oder lernte, den Kleinen badete oder am Nähtisch saß, wenn ich rief, war sie für mich da."
„Eure Frauen haben kein leichtes Los gezogen, ich weiß ..."
„Dann kauerte sie dort in jenem Sesiel, mit den Gedanken vielleicht noch ganz woanders, aber immer mit dieser herrlichen Bereitschaft für mich, die sich nie anmerken ließ, daß ich sie mitten aus einer Arbeit herausgerissen hatte, die eine Unterbrechung nur schlecht oder überhaupt nicht vertrug. ,Nun bin ich aber wirklich gespannt, wie du das gelöst hast', sagte sie dann, und ich las ihr den Abschnitt, den ich geschrieben hatte, vor und entwickelte ihr die Fortsetzung meiner Geschichte. Ich verlangte kein Urteil vor ihr zu hören, obwohl es mich tief beruhigte, wenn sie dann sagte, das hätte ich fein gemacht, oder das wäre mir gut gelungen. Sie war so gradlinig, so gänzlich unkompliziert, ihr Verstand war so herrlich gesund und unverdorben — ich glaube, sie hätte mit den Grimmschen Märchen und einem Band Moltke-Briefe jahrelang auf einer einsamen Insel leben können, ohne die andere Literatur je zu vermissen — ihr lag so sehr das Knappe, Einfache und Klare, daß ihre bloße Gegenwart mich dazu zwang, knapp, einfach und klar zu denken. — Hier lief ich auf und ab, und dort saß fie; für einen Zuhörer hinter der Tür hielt ich lange Monologe und Luisa war stumm. Aber es waren Zwiegespräche, verstehen Sie?"
Natürlich verstand Vollerthun. Er blieb lange schweigsam und drehte das Glas in seinen Händen und starrte in den dunklen Rubinsyiegel des Weins.
eine Art von Säuglingston im Umgang mit ihnen nicht recht hinweg, aber der Marzipan entschädigte sie reichlich für seine mangelnden Unterhaltungstalente.
(Forttetzuna folgt.)
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gingen sie hinunter. Zögling versah die Hausfrauenpflichten ßem Geschick. Dollerthun, immer ein
Herzen einnehmen wird, weiß ich genau. Beurteilen Sie also den Vorschlag, den ich Ihnen machen will, nicht falsch. Es gibt keinen Ersatz für das, was Sie verloren haben, aber es muß etwas geschehen, was Sie zu Ihrer Arbeit zurückführt. Sehen Sie, jeder Mensch entwickelt im Laufe der Jahre seine Arbeitsweise. Bei Ihnen besteht sie zum großen Teil darin, im Gespräch zu denken. Haben Sie nicht einen Menschen, der bereit wäre, Ihnen sozusagen als geistiger Punchingball zu dienen?"
Hellwang mußte lächeln. Der Vorschlag kam ihm grotesk vor, so gut er gemeint sein mochte. Hier klaffte der Spalt zwischen Verleger und Dichter, der Spalt zwischen praktischer Vernunft und jenem anderen Geist, der den, der ihn besaß, zur Verteilung der Erde zu spät kommen ließ.
„Nehmen Sie mir's nicht übel, Vollerthun", rief er lachend, „aber diesen geistigen Punchingball dürfen Sie sich patentieren lassen! Hol's der Teufel, aber wie stellen Sie sich das eigentlich vor? Inseriert man da in der Zeitung: Ruhige, ältere Dame gesucht, die, in geistigen Geburtswehen erfahren, Schriftsteller beim Brutgeschäft behilflich sein will? Wie? Oder soll ich vielleicht Fräulein Zögling zu meinem Punchingball machen??"
Benjamin» Giglis neuer Film
»Mutter^ im Gloria-palast, Gießen.
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Vornan von Horst Hiernach
bißchen Schwerenöter, hofierte sie und schien sie^anziehend zu finden. Jedenfalls führte er das Gespräch mit Laune, ein Zeichen, daß er angeregt war Auch Britta und Lydia durften mit bei Tische sitzen, während Söhnchen schon der Sandmann besucht hatte. Die Kinder liebten Onkel Vollerthun, hauptsächlich wohl deshalb, weil er nie vergaß, ihnen zu allen Festtagen kleine Brote aus Lübecker Mar-, zipan zu schicken. Als alter Junggeselle hatte et' zu Kindern keine rechte Stellung. Er kam über so
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Es war nicht Luisas Ordnung, aber es war eine Ordnung, und Hellwang empfand sie wohltuend und tröstlich. Er versöhnte sich mit Fräulein Zöglings Gegenwart, nach und nach schien sie seit urdenklichen Zeiten zum Hause gehört und ihren Platz am Tische eingenommen zu haben. Sie war anspruchslos, tat ihr Pflicht, störte ihn nicht, überreichte ihm am Monatsersten saubere und klare Abrechnungen und hatte die angenehme Gabe, sich zu gegebener Zeit wie der Geist aus ber Flasche in ein nebelhaftes Gebilde aufzulösen, durch das man hindurchschreiten konnte, ohne es recht gewahr zu werden.
Eines Tages kam überraschend Christian Vollerthun, Hellwangs Verleger, für ein paar Stunden zu Besuch in die Mozartstraße. Er war auf der Durchreise nach Wien, sein Zug ging am Abend weiter. Vollerthun war ein blühender Sechziger, lebendig und kraftvoll. Freund eines guten Tropfens und eines klugen Gesprächs. Er hatte den jungen Hellwacktz gefördert und war dem Manne ein Freund geworden.
„Ich komme nur heran, um Sie ein wenig aufzumuntern, mein Lieber. Oder wollen Sie mich überraschen? Wollen Sie mir etwa das fertige Manuskript als Lektüre für die langweilige Nachtfahrt in die Hand drücken?"
„Sie werden sich ein anderes Schlafmittel besorgen müssen", sagte Hellwang bissig. Sie saßen sich in Hellwangs Arbeitszimmer in der gemütlichen Ecke gegenüber und leerten ein Fläschchen Rotspon.
„Wo steht die Arbeit nun also?"
„Sie steht nicht. Vollerthun, sie liegt. Ich komme nicht weiter. Der Faden ist abgerissen. Ich versuche ihn manchmal zu knüpfen, aber er rutscht mir immer wieder aus. Dabei will ich arbeiten, glauben Sie mir! Aber ich scheitere an jenem leeren Sessel dort ..." Er hob das Gesicht und deutete mit dem Kinn in die Richtung, wo unter Luisas Bild über dem Bücherbord der kleine, braune Sessel stand, in dem sie ihm so oft gegenübergesessen hatte. — Vollerthun nickte leise. Luisas Schatten schwebte durch das Zimmer.
„Verstehen Sie mich recht", fuhr Hellwang nach einer kleinen Pause fort, „es war nicht so, daß Luisa mir half, nicht einmal so, daß wir über meine Arbeiten lang und breit diskutierten. Ihre
Pflanzenschutz dient der Erzeugungssteigerung.
Ununterbrochener Kampf gegen die Schädlinge unserer Nahrungsmittelerzeugung und Ernte
Georg C. Klaren, Ela E l b o r g und Guido Cantini schrieben nach einer Idee (Santinis gemeinsam das Drehbuch zu dem Italia-Film „Mutter", der Benjamino G i g l i zum ersten Male mit seiner Landsmännin Emma Gramatica, der auch in Deutschland von Bühnengastspielen her bekannten großen Tragödin Italiens, zusammen vor die Kamera brachte. Der Film, aus einer echt romanisch angelegten breiten Gefühlsströmung entwickelt, schildert in einem gegen Ende sich heftig zuspitzenden, opernhaft untermalten Konflikt den Kampf einer Mutter um das Glück des einzigen Sohnes. Mario Sami, ein berühmter Sänger, bringt, von Auslandsreisen nach Italien zu seiner Mutter heimkehrend, seine abgöttisch geliebte junge Frau Donata mit nach Hause; Donata findet sich in der neuen Welt nicht zurecht und versteht sich nicht mit ihrer Schwiegermutter, die ihrerseits bald die tiefen Wesensunterschiede begreifen lernt, die Dvnata von ihr wie von ihrem Sohne trennen. Donata . läßt sich, nach einer heftigen Auseinandersetzung mit Marios Mutter, während dessen Abwesenheit von einem hartnäckigen Liebhaber entführen. Der Mutter, in tödlicher Angst um das Glück ihres Kindes, gelingt es zwar, eine drohende Katastrophe im letzten Augenblick adzuwenden und Mario und
leer, die Aecker zeigen ihre braunen Schollen, hn Garten aber leuchten Astern und Dahlien. Sie sind Freudenbringer und helfen uns, des Sommers Abschied leichter zu tragen. —h.
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Mutter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Entführung". — Ar- tilleristen-Kameradschaft 1895, Gießen: 20.30 Uhr „Hessischer Hof".
Tageskalender für Sonntag.
Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Zigeunerliebe". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Mutter." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Entführung".
Oie städtische Lesehalle im neuen Gewand.
Mit Ablauf dieser Woche sind die Renovierungs- arbeiten in der städtischen Lesehalle beendet. Die Lesehalle wird mit der kommenden Woche in neuer Gestalt wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. Im Jahre 1938 wurde der Lesehalleverein aufgelöst, seine Aufgabe ging an die Stadt über. Bis zur Umgestaltung des Selterstores war die Lesehalle in dem dortigen Oktroi-Häuschen unterge- brad)t. Seit einiger Zeit befand sie sich in dem Liebigbau in der Liebigstraße. Nun ist der Saal 19 des Liebigbaues als Lesehalle umgestaltet und eingerichtet worden. Die Wände sind in freundlichen Farben gehalten, die Beleuchtung wurde für den Zweck des Saales verbessert. An mehren Tischen hoben bis zu 30 Personen Platz. Die Besucher fön» nen unter mehr als 20 Tageszeitungen und einigen Zeitschriften ihre Unterhaltung wählen. An einer Seitenwand wurde eine Groß-Photo-Montage angebracht, die die, Stadt Gießen, Liebig und das Liebig-Museum zeigt. So hat nun der Liebigbau. der sich an das Liebiamuseum anschließt, durch dieses große Photo ein seinem Namen entsprechendes Bild erhalten. Der Lesehalleverein wurde im Jahre 1898 gegründet, nur während der Jnfla- tionszeit war die Lesehalle geschlossen. Im Jahre 1927 kam sie am Selterstor zur Wiedereröffnung, seit dieser Zeit besteht sie in stetiger Auswärtsent- Wicklung. Die Lesehalle steht allen Volksgenossen, alt oder jung, zur Verfügung und kann jeden Tag, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, auf» gesucht werden.
Sammelt Vogelfuttee für den Winter.
Auch der kommende Winter muß alle naturver- bundenen Volksgenossen auf dem Poften finden. Gilt es jetzt doch mehr denn je, den bei uns überwinternden nützlichen Vögeln über die futterarme Jahreszeit hinwegzuhelfen. Da ölhaltige Sämereien äußerst knapp sind, müssen die von Gartenbesitzern selbstgezvgenen Hanf- und Sonnenblumenkörner restlos für die Meisenfütterung bereitgehalten wer- den. Eine wertvolle Beigabe zu dem Futter für Weichfresser sind getrocknete Wildbeeren, wie rote und schwarze Holunderbeeren, Ebereschenbeeren, Hagebutten, Beeren von Weiß« und Rotdorn, die der Natur- und Vogelfreund leicht sammeln und zu Hause trocknen kann. Beim Dreschen der neuen Ernte gibt es überall Abfallkörner und Unkraut- samen, die ein wertvolles Vogelfutter abgeben. Dem strengen Winter 1939 sind viele unserer gefiederten Helfer zum Opfer gefallen. Der Reichstierschutzbund wendet sich daher an alle Vogelfreunde in Stadt und Land mit der Bitte, schon jetzt mit dem Sammeln und Trocknen von Sämereien und Wildbeeren für den Winterbedarf zu* beginnen.
** Die elektrische Heizung im Luftschutzraum betrifft eine Bekanntmachung der Stadtwerke Gießen, Abteilung Elektrizitätswerk. Die Veröffentlichung sei der besonderen Beachtung aller Volksgenossen empfohlen.
notwendig machte und in nächster Zeit eine neue große Bekämpfungsaktion in Gang bringen wird. Dem Schutz der Getreidevorräte auf den Speichern und in den Lagerhallen dient der umfassenbe Kampf gegen den Kornkäfer. In diesem Jahre sind bei diesem Kampf von dem Pflanzenschutzamt Gießen in elf Kreisen umfassende Entrümpelungen und Säuberungen von Getreidespeichern durchgeführt und dabei mit gutem Erfolg bekannte Be- tämpfungsmittel gegen den Kornkäfer angewandt worden. Die Anwendung der amtlich anerkannten Spritzmittel gegen den Kornkäfer hat die volle Zufriedenheit der Bauern und Landwirte gefunden, die künftighin den Kampf gegen den Kornkäfer nach den Richtlinien des Pflanzenschutzamtes unermüdlich fortführen werden. Viele Zentner Getreide können dadurch erhalten werden in einer Zeit, in der es auf alle Werte ankommt. Der Kampf gegen den Kartoffelkäfer ist ein anderes wichtiges Tätigkeitsfeld des Außendienstes des Pflanzenschutzamtes Gießen, das in Erfüllung dieser Aufgabe ein weites Gebiet unseres Gaues zu betreuen hat. Die Kartoffeläcker werden dabei mit Hilfe örtlicher Kräfte fortlaufend überwacht, fo daß überall da, wo ein Auftreten des Kartoffelkäfers feftgefteüt wird, sofort mit den Bekämpfungsmaßnahmen eingesetzt werden kann. Auf dem gleichen Gebiete, aber in räumlich anderen Gegenden ist auch die Außenstelle Gießen des Kartoffelkäfer- Abwehrdienstes Heidelberg tätig.
So dient das Pflanzenschutzamt sowohl durch seinen Innen- als auch durch seinen Außendienst dank einer weitreichenden und umfassenden Organisation, in der auch zahlreiche ehrenamtliche Helfer als Berichterstatter und ständige Beobachter der Aecker und Gärten mit tätig sind, dem vorbeugenden Schutz unserer landwirtschaftlichen Anbauflächen und der Gartengrundstücke, durch die Vertilgung der auftretenden Schädlinge der Steigerung der Bodenerträge und weiterhin der Sicherung wichtiger grundlegender Dolksnahrungsmittel auf den Speichern unserer Bauern und Landwirte. Damit leistet dieses Amt des Reichsnährstandes eine Arbeit, die für unsere Volksernährung nicht nur im Kriege, sondern auch in den Jahren des Friedens von großer Bedeutung ist und alle Anerkennung unserer Volksgemeinschaft verdient. B.
spielsweise — um Mittel gegen beißende und saugende Insekten, Unkraut- und Mäusebekämpfungs- mittel, Saatgut-Beizmittel usw. Allein bei der Prüfung von Beizmitteln sind im vorigen Jahre beim Pflanzenschutzamt Gießen annähernd 400 000 Körner in Bearbeitung gewesen. Ein weiteres wichtiges Gebiet des Innendienstes gilt der Berichterstattungsarbeit und dem Auskunftswesen. Die Berichterstattung orientiert allgemein über das Auftreten von Schädlingen an Kulturpflanzen, besonders über den Befallsgrad. Diese Meldungen sind nicht allein vom praktischen, sondern auch vom wissenschaftlichen Standpunkt von Bedeutung. Hiermit im Zusammenhang steht das Auskunftswesen. Wird an Hand eingeschickten Materials der Schädling festgestellt, so geht die entsprechende Auskunft mit Angabe der anzuwendenden Mittel an den Fragesteller zurück; z. B. Stachelbeerblattwespe, Blattlaus und Fettfleckenkrankheit an Bohnen, Kohlhernie, Kohlherzseuche, Blattranddürre der Johannis- und .Stachelbeeren, Himbeerrutenkrankheit, Zierpflanzenkrankheiten, Schädigungen an Obstgewächsen (Schildlaus, Blattsauger, Monilia) und Feldpflanzen (Rübenaaskäfer, Schildkäfer, Luzerneblattnager, Krebs an Kartoffeln, Aelchen an Klee und (Betreibe, Fufariumfchäden und viele andere). Zur Feststellung von Schädlingspilzen werden meistens Pilzkulturen hergestellt, um den Erreger der Krankheit mikroskopisch zu erfassen.
Der Außendienst gilt neben der praktischen Beratung der Acker- und Obstbauer sowie der Gärtner vor allem der Anwendung der Bekämpfungsmittel gegen Obstfchädlinge, insbesondere gegen Schorf des Obstes, gegen die Obstmade, den Frostspanner, den Blattfloh usw., daneben auch gegen die Feinde des Gemüsebaues, wie z. B. den Erdfloh, den Kohlweißling und andere Schmarotzer. Einen breiten Raum der Arbeit nehmen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Sperlingsplage ein, die hauptsächlich auf dem Lande stark in Erscheinung tritt und z. B. im vorigen Jahre die Aufstellung von vielen Hunderten von Fallen in Rheinhessen, im Rheingau und in Starkenburg notwendig machte, um den Ertrag unserer Feldfrüchte gegen diese gefieberten Räuber- weitgehend zu schützen. Die Bekämpfung der Ratten ist eine nicht minder wichtige Aufgabe, die bisher schon eine Fülle von Arbeit
Nein, Hellwang merkte von dem unterirdischen Schwelen und Gären nichts. Er schrieb, nach anfänglich zurückhaltenden und vorsichtigen Urteilen, schon nach einigen Wochen an seine Mutter, daß sie mit der Wahl von Fräulein Zögling tatsächlich einen „guten Griff" gemacht habe, und daß die neue Hausgenosfin sich ausgezeichnet in das Haus ^-igelebt und eingefügt hätte. Und das entsprach __td) ganz seiner Meinung. Das Rad drehte sich wieder, ohne daß er in die Speichen zu greifen brauchte. Es war nicht Luisas Ordnung, aber immerhin auch eine Ordnung. Die Kinder sahen gepflegt aus, und die Mädel hatten zu Ostern gute Dersetzungszenfuren nach Hause gebracht; Brigitte sogar einen Zweier in Englisch und eine gute Drei im bösen Rechnen. Die Großmutter freute sich und war stolz auf ihren Blick für menschliche Qualitäten, sie schickte jedem Kind ein Fünfmarkstück für die Sparbüchse, und Lydia ließ sich von Fräulein Zögling beschwatzen, das Geschenk auch wirklich hineinzutun. Als es erst einmal in den Schlitz gesteckt und silbern hinuntergeklingelt war, kam die Reue zu^spät. Aber die alte Dame schickte auch ein weiteres Fünfmarkstück mit, und dafür sollten die Kinder Fräulein Zögling eine Schachtel Konfekt kaufen. Sie liefen zum Stangl, und Fräulein Zögling war über das Geschenk sehr gerührt und versprach, den schönen Karton ihrer Sammlung von Erinnerungsstücken an brave Kinder einzureihen. Leider vergaß die alte Dame, auch Kathi zu be-
Die Schädlingsbekämpfung auf den Medern, in den Gärten und in den Vorrats- speichern ist im Rahmen der Erzeugungsschlacht eine sehr wichtige Verpflichtung, von deren sorgsamer Erfüllung für unsere Volks- ernährung viel abhängt, lieber das Ausmaß und die Vielseitigkeit der Aufgaben ber Schäblingsbekämpfung haben wir uns mit bem beseitigen Leiter bes Pflanzenschutz» amtes Gießen, Lanbwirtschaftsrat Dr.Heßler, unterhalten, ber uns einen interessanten Einblick in bie Arbeit bes Pflanzenschutzes gab. .
Das Pflanzenschutzamt ist eine Einrichtung bes Reichsnährstandes. Es ist eine Dienststelle ber jeweiligen Lanbesbauernschaft. Hiernach ist bas Pflanzenschutzamt Gießen ber Lanbesbauernschaft Hessen-Nassau, Sitz in Frankfurt a. M., unterstellt. Sein Arbeitsbereich umfaßt Oberhesfen, Starkenburg, Rheinhessen unb ben Regierungsbezirk Wiesbaben, mithin also ben ganzen (Bau Hessen- Nassau. Die Aufgabe bes Pflanzenschutzamtes ist es, bie lanbwirtfchaftlichen Kulturpflanzen zu schützen, babei den Acker- unb Obstbauern sowie ben Gärtnern aufHärenb, beratenb unb helfend zur Seite zu stehen in dem Kampfe gegen alle Schädlinge, die für das Gedeihen der Pflanzen und für die Aufbewahrung des Erntegutes von Nachteil sind und durch ihr Zerstörungswerk unsere Ernäh- rungsgrundlage beeinträchtigen. Die Männer dieses Amtes, die man wegen ihrer Tätigkeit mit einem gewissen Recht wohl auch als Pflanzenärzte be- zeichnen kann, müssen neben umfangreichem theoretischen Wissen einen guten praktischen Blick, ausgezeichnete Beobachtungsgabe und feines Einfühlungsvermögen besitzen, um ihre Arbeit zu höchsten Erfolgen führen zu können. Sie haben im Dienste unserer Volksernährung eine Aufgabe zu erfüllen, die von der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Praxis mit Recht hoch bewertet wird.
Die Feinde unserer Kulturpflanzen sind tierischer und pilzlicher Art. Fehlerhafte Kulturmaßnahmen oder sonstige äußere Einflüsse können die Pflanzen in ihrem Bestehen unterdrücken ober deren Organe schäbigen. Daburch wirb bei ben Pflanzen bie Blattsubstanz ober bie Frucht in ihrem Ertrag verringert, die Folgen sind geringere Ernten und dementsprechend schmälere Vorräte für bie Ernährung ber Menschen unb ber Nutztiere. Diese Verluste können durch rechtzeitigen und wirksamen Pflanzenschutz vermieden werden. Daraus ergibt sich die große Bedeutung des Pflanzenschutzdienstes für die Erzeugungsschlacht im Dienste unserer Volksernährung.
Die Arbeit des Pflanzenschutzamtes gliedert sich in zwei Gebiete: den Innen» und den Außendienst. Beide sind an dem Erfolg der Bekämpfungsmaß- nahmen in hervorragendem Maße beteiligt. Der Innendienst dient u. a. dazu, die zur Schädlingsbekämpfung erforderlichen Verordnungen der Behörden auf der Grundlage gediegener Sachkunde vorzubereiten unb in Rücksprachen mit ben zu- ftänbigen Verwaltungsstellen, wie auch mit den Ortsbauernführern, Bürgermeistern usw. die für die Praxis der Schädlingsbekämpfung erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen. Das gilt insbesondere bei großen Bekämpfungsaktionen, wie z. B. bei der Entrümpelung von Obstbäumen, Blattsauger- und Sperlingsbekämpfung, Kampf gegen den Frostspanner, Kampf gegen den Kornkäfer und gegen Ratten, Winterspritzungen usw. Die Durchführung dieser Aktionen erfordert weit- reichende Vorarbeiten, um einen vollen Erfolg von vornherein sicherzustellen. Zum Innendienst gehört auch die Arbeit der Bekämpfungsmittel-Prüfstelle, in der zahlreiche Mittel zur Schädlingsbekämpfung vor ihrer Anwendung eingehend geprüft werden, um ihre Wirksamkeit gegen tierische und pflanzliche Schädlinge im Acker- oder im, Obst- unb Gemüse- bau festzustellen. Hierbei handelt es sich — bei-
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