soviel Hoffnung gesetzt hatten, weil er ihnen die Gewinnung der italienischen Gegenküste versprach, schnell abgestoppt werden, als die dort eingesetzten schwachen italienischen Kräfte durch das Deutsche Afrikakorps verstärkt werden konnten. Vielleicht hat General Dill auch an die Eroberung Italienisch- Ostafrikas gedacht, die heute noch nicht abgeschlossen werden konnte, obwohl die Briten auch hier mit gewaltiger Ueberlegenheit antreten konnten, zu welchem Zweck sie Truppen aus dem ganzen Empire versammelt hatten, und obwohl die Kolonie ohne jede Verbindung mit der Heimat ganz auf sich gestellt unter denkbar schwierigsten Versorgungsver- hältnissen kämpft mit der einzigen Aussicht, eine große Truppenmacht des Feindes auf lange Zeit zu binden. Vielleicht hatte der brittsche Generalstabschef auch den Ueberfall auf Syrien im Auge, bei dem es mit der britischen Waffenehre vereinbar schien. Arm in Arm mit Söldnern des Verräters de Gaulle dem ehemaligen französischen Bundesgenossen das Mandat Syrien unter den gleichen nichtigen Vorwänden zu entreißen, die nun dafür herhalten mußten, um den Bruch der Neutralität Irans zu begründen, mit dessen Hilfe die Verbindung mit den Sowjets hergestellt und die Hand auf das iranische Oel gelegt werden sollte.
Der Lorbeer britischen Kriegsruhms ist also höchst anfechtbarer Natur und dem General Dill ist offenbar selbst etwas beklommen zumute gewesen bei der Erinnerung an die britischen Waffentaten der ersten beiden Kriegsjahre, denn er fuhr in seinem Tagesbefehl fort: „Man kann nicht voraussagen, was die Zukunft bringen wird", er sehe zwar mit Vertrauen der Zukunft entgegen, aber es könne „noch schwere Schläge geben". Nicht zuversichtlicher klangen die Aeußerungen der zivilen Instanzen. Kriegsminister M a r g e s s o n zog sich mit der wenig tröstlichen Formulierung aus der Affäre: „Die Armee hat günstige und ungünstige Augenblicke durchgemacht." Er setzt seine Hoffnung auf die Unterstützung und den guten Willen aller Völker des Empire. Davon hat Großbritannien in diesem allein von seiner Plutokratenkaste leichtfertig heraufbeschworenen und nur deren eigensüchtigen Zwecken dienenden Kriege schon bisher überreichlich Gebrauch gemacht. Denn sowohl den Cyrenaika- Feldzug wie das Griechenland-Abenteuer haben im wesentlichen Australier und Neuseeländer mit ihrem Blut bezahlen dürfen. In Ostafrika sind in der Hauptsache neben Rhodesiern die Südafrikaner des famosen Herrn Smuts eingesetzt worden, der dafür mit dem Feldmarschallstab belohnt wurde, und im Irak sowohl wie in Iran wurden Inder herangezogen. Daß der erneute Appell an den guten Willen der Völker des Empire bei diesen schwerlich einhellige Zustimmung finden wird, darf man beispielsweise aus dem Konflikt schließen, der in Canberra, Austtaliens Bundeshauptstadt, um die Person des Ministerpräsidenten Menzies entbrannt ist, weil dieser als allzueifriger Parteigänger Churchills der in Opposition stehenden Arbeiterpartei auf die Nerven fiel. Schon die schweren Verluste der australischen Truppen in Nordafrika, Griechenland und auf Kreta hatten den Verdacht laut werden lassen, daß die Londoner Plutokraten ihren Krieg wesentlich auf Kosten der Dominions führen wollten. Nun hat das Bündnis mit dem Bolschewismus bei den australischen Gewerkschaftlern lebhaften Anstoß erregt. Man hatte keine Lust, Menzies erneut nach London fahren zu lassen, da ja Australien mit der Verdichtung der Wolken im Pazifik genug Sorgen im eigenen Hause drohen. Es ist der Arbeiterpartei zwar nicht gelungen, das Kabinett zu stürzen, aber Menzies selbst mußte seinem Kollegen Fadden weichen. Aehnliche Meinungsverschiedenheiten gibt es auch in Kanada, in Südafrika werden sie durch Smuts mit Gewalt niedergehalten. Wie sehr England gesonnen ist, auch künftighin seine Hoffnungen auf den Einsatz anderer Völker für die britische Sache zu gründen, ließ auch der Innenminister Morrison durchblicken. „Durch den glänzenden Widerstand der UdSSR, angefeuert", so sagte er „und mit Tausenden von tapferen Mitkämpfern der Verbündeten an unserer Seite", sei er heute mehr denn je überzeugt, daß „die Sache der freien Menschen" triumphieren werde. Auf dem europäischen Kontinent wird er mit solchen Rattenfängermelodien kein Glück mehr haben und im Nahen Osten werden die Schicksale Syriens, des Irak und Irans auch die Schwerhörigsten darüber belehrt haben, was England unter der „Sache der freien Menschen" versteht.
Die Minister, deren Ressorts dem Kriege näher liegen, als das des Herrn Morrison, müssen schon etwas tiefer in die Materie herabsteigen und an die eigenen Anstrengungen denken, die England machen muß, wenn es den Krieg weiterfuhren will. So forderte der Erste Lord der Admiralität, Alexander, eine noch viel größere Produktion an Schiffen, Geschützen, Flugzeugen und Bomben, und sein Kollege A t t l e e äußerte sich recht pessimistisch über die Hilfe, die man den Sowjets gewähren könne. „Was wir machen können", so sagte er, „wird durch die uns zur Verfügung stehenden Mittel sowie durch geographische Tatsachen begrenzt." Das klingt wenig verheißungsvoll für Moskau. Es wäre ja auch naiv, anzunehmen, daß das gleiche England, dessen immer lautere Hilferufe über den Atlantik die Freunde in USA. zu schnelleren und größeren Sendungen von Kriegsgerät aller Art, zur Intensivierung des Schiffsbaues und zum Einsatz von USA.-Kriegsschiffen in der Atlan- tik-Schlacht anspornen möchten, über Nacht in die Lage versetzt sein sollten, dem bolschewistischen Bun- üeSgenossen wirksam unter die Arme zu greifen. Die viel beredete, aber trotz aller Anstrengungen kläglich zusammengebrochene Nonftop-Offensive der britischen Luftwaffe im Kanalgebiet hat jedenfalls den Sowjets keinerlei Entlastung gebrockt. Das weiß man auch in London sehr genau, denn der britische Luftfahrtminister Sinclair stellte als Ziel dex britischen Kriegführung die Forderung auf, „dem brutalen und unbarmherzigen Feind" die Luftherrschaft zu entreißen. Darin liegt die unver- hohlene Anerkennung der deutschen Luftüberlegenheit, die durch den Einsatz der deutschen Luftwaffe im Osten um keinen Deut geschmälert wurde. Die ungeheuren Verluste, die deutsche Jäger und deutsche Bodenabwehr den angreifenden Briten Tag für Tag zugefügt haben, reden eine deutliche Sprache. Ja selbst die deutschen Luftangriffe auf Rüstungs- und Versorgungsbetriebe der britischen Insel haben nicht nachgelassen. Es war also nichts mit der vielgepriesenen Entlastung für die Sowjets. Wie wenig die Engländer übrigens daran denken, die Sowjets anders zu behandeln als ihre früheren Verbündeten, ließ der britische Minister für Flug- zeugbeschaffung, Oberst Moore Brabck'zon, ourchblicken, als er in einer Rede in intimem Kreise der Hoffnung Ausdruck gab, „daß die sowjetischen und deutschen Armeen einander gegenseitig erschöpfen", was dem Empire vielleicht die Möglichkeit gebe, seine Rüstungen auszubauen. Es ist also wiederum nur eine eiskalte Rechnung für die britischen Plutokraten, in die sie Moskau ebenso einstel-
M.G.-Feuer auf hilflos im Wasser treibende deutsche Matrosen
Brutales Verhalten britischer !l-Boot-Besahung im östlichen Mittelmeer.
Berlin, 5. September. Bei der Ueberfahrt nach einer Insel im östlichen Mittelmeer wurden drei kleine griechischeKüstensegler von einem plötzlich austauchenden britischen Unterseeboot zu einem ungleichen Kampf gestellt. Zwei Schiffe erhielten auf kurze Entfernung Artillerie- tresfer und gerieten in Brand. Das feindliche U-Boot fuhr an die sinkenden Fahrzeuge heran und beschoß die Besatzung mit Maschinengewehren. Vier Matrosen fanden hier den Tod.
Nachdem die Ueberlebenden durch den dritten Küstensegler in einen Hafen gebracht worden waren, wurde eine kriegsgerichtliche Verhandlung angeordnet: Der Bootsmaat E., der einen der Küstensegler befehligte, schilderte, wie eine Granate des britischen U-Bootes das Fahrzeug ttaf und es bewegungsunfähig machte. Hierauf gab er den Mannschaften den Befehl, über Bord zu springen. Das britische U-Boot näherte sich dem Segler auf Rufweite. Ein brittscher Offizier forderte die noch an Deck stehenden Leute auf, das Schlauchboot auszusetzen. Das Schlauchboot versuchte, von dem brennenden Schiff freizukommen. In diesem Augenblick eröffnete das britische U-Boot aus 20 bis 30 Meter Entfernung MG-Feuer auf das Schlauchboot und dessen Insassen. Hierbei wurden vier Matrosen tödlich getroffen, ein Maschinenmaat sowie ein Soldat, der als Urlauber in die Heimat fahren sollte, tmitfben schwer
verletzt. Das zerschossene Schlauchboot ging unter. Nun fuhr das britische U-Boot zweimal um die im Wasser treibenden Soldaten herum, wobei es mit M a s ch i,n engewehren in sie Hinei n s ch o ß. Der Bootsmaat befahl, auseinanderzuschwimmen. Wie durch ein Zufall wurde niemand getroffen. Das U-Boot entfernte sich dann, um einen anderen Küstensegler zu verfolgen. Die unverletzt gebliebenen Deutschen retteten sich auf dem kieloben treibenden Schiff.
Es wird bereits schwer, festzustellen, der wievielte Fall britischer Unmenschlichkeit dies ist. Mit dem Ueberfall auf das deutsche Schiff „Altmark" in norwegischen Gewässern fing es an. Dann traten jene krassen Verletzungen des Völkerrechts durch Briten hinzu, in denen deutsche Seenotflugzeuge beschossen und ■ 3um Absturz gebracht wurden. Die Liste wurde fortgeführt durch den Ueberfall auf den deutschen Dampfer „Wakama" und durch jene feigen Schüsse britischer Seeleute auf Deutsche, die — nachdem ihr Fahrzeug während der Ueberfahrt von Lemnos nach Saloniki von den Briten versenkt worden war — hilflos im Wasser treibend von Briten beschossen wurden. Dieser jüngste Fall britischer Brutalität verhöhnt das einfachste menschliche Empfinden und steht in unerfreulichstem Gegensatz zu jener Haltung, die der deutsche Soldat zu einem wehrlosen Gegner einnimmt.
Rumäniens nationale Gesundung
Die rumänische Erneuerung ist überschattet von dem Blut Codreanus, des Führers der Legionäre, den Exkönig Carol auf Geheiß seiner jüdischen Maitresse Lupescu ermorden ließ. Rumäniens neue Größe aber ist das Werk eines Mannes, der als Offizier aus alter Soldatenfamilie hart und unerbittlich erkannte, daß die Befreiung Rumäniens nur mit der Wurzel seiner Kraft, dem rumänischen Bauerntum, erfolgen könne und daß zu diesem Zweck alle Parasiten und das herrschende Judentum ausgemerzt werden müßten. Dieser Mann war der General Ivan Antonescu, der am 6. September 1940 das Ruder des in den Wirbeln der Revolution von der Gefahr des Unterganges bedrohten Staatsschiffs mit fester Hand ergriff. Damals prophezeiten ihm viele den Untergang. Jetzt, nach Ablauf eines Jahres, hat seine klare und umsichtige Führung ein größeres Rumänien geschaffen, der Conducatore Antonescu ist zur höchsten Würde des Landes emporgestiegen, er ist Chef eines aus Deutschen und Rumänen gebildeten Sturmblocks gegen den Bolschewismus und hat an der Seite Deutschlands Bessarabien wieder zurückerobert, das die Bolschewisten aus dem rumänischen Staatskörper ausgeschnitten hatten. Damit ist Antonescu, dem am 6. August der Führer für diesen Waffenerfolg das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh, ein Mehrer des rumänischen Reiches geworden und gleichzeitig ein Erfüller der Träume der besten Söhne seiner Natton.
Infolge des korrupten Carol-Systems waren Politik, Wirffchaft und Armee Rumäniens grenzenlos verderbt. Die Klique herrschte, und das nationale Rumänentum sah in obnmächtiger Wut, wie sie alles verdarb. Nach dem Umschwung war es für den Staatsführer Antonescu klar, daß es nur eine Rettung gab, den Anschluß an ein neues Europa, in dem jeder Staat sozial und wirtschafllich sich auf die volle Entfaltung seiner Volkskraft richtet und als Träger dieser Volkskraft wehrhaft sein muß. Die Umschulung der rumänischen Armee erfolgte durch eine deutsche Wehrmachtsmission, die Antonescu in klarer Erkenntnis der Notwendigkeiten nach Rumänien berief. Schnell zeigte sich, welch hervorragendes Material der rumänische Soldat in der Hand der von ihrer nationalen Aufgabe erfüllten neuen .Erzieher war. Innerhalb überraschend kurzer Zeit wurde eine rumänische Armee gebildet, die sehr bald Gelegenheit fand, sich auf den Schlachtfeldern zu bewähren. Als Europa gegen den Bolschewismus
aufstand, führte der Lenker der neuen Geschicke Rumäniens sein Heer gegen den Erbfeind jeder nationalen Wohlfahrt, und die Wiedergewinnung Bessarabiens zeigte, daß Schulter an Schulter, mit den Deutschen die Armee des Marschalls Antonescu ihre Feuerprobe glänzend bestand. Aber auch die innere Reorganisation des Staates ist in Angriff genommen n)orL*n, und heute wird jeder Rumäne dankbar empfinden, daß das Schicksal dem Lande zur rechten Zett den rechten Mann gegeben hat.
Eine Proklamation Antonescus.
Bukarest, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Zum Jahrestag der Uebernahme der Staatsführung erließ Marschall Antonescu eine Proklamation, in der er zunächst feststellt, daß er am 6. September 1940 an die Spitze eines zerrütteten, entmutigten, desorganisierten und verlassenen Volkes getreten sei, nachdem er jahrelang für die Grundlagen eines gesunden und starken nationalen Landes gekämpft habe. Die Allianz mit Deutschland, Italien und Japan habe nicht nur die ruhige Entwicklung gewährleistet, sondern das Land auch vor der bolschewistischen Gefahr geschützt und ihm darüber hinaus die Erfüllung seiner heiligen Rechte verschafft. ,Hch habe das Verständnis des großen deutschen Volkes und des italienischen Volkes gefunden und die beständige und ehrliche Unterstützung des Führers Adolf Hitler und das Blutopfer der deutschen Soldaten, die auf rumänischem Boden für seine Befreiung und für die Zivilisation gekämpft haben." In der Proklamation wird dann weiter ausgeführt, welchen Gebieten des rumänischen Landes in diesem Regierungsjahr die besondere Sorge des Staates gegolten habe, beginnend mit der Armee, dem Bauerntum, der Erhöhung der Produktion, bis zur Neuordnung des Schulwesens, der Justiz, der Staatsfinanzen und der sozialen Einrichtungen. Ferner wird auf die Neuorganisierung hingewiesen, die die von dem Bolschewismus befreiten Provinzen erhalten. Was noch nicht habe erreicht werden können, sei durch die Probleme bedingt, die der europäische Krieg mit sich bringe. Er werde einen neuen Verwaltungsausbau des Staates1 und der öffentlichen Dienste in Angriff nehmen, Hand in Hand mit dem berufsständigen Ausbau.
len, wie die kleineren Hilfsvölker, die schon auf den europäischen Schlachtfeldern verbluten durften bei dem Versuch, für England die Kastanien aus dem Feuer zu holen. England ist es also um nichts anderes zu tun, als um eine neue Atempause. Daß auch die letzte Atempause einmal abläuft, und dann die Stunde für den britischen Kriegsanstifter selber schlägt, dafür wird die deutsche Wehrmacht sorgen, mögen britische Minister inzwischen sich und ihr Volk auch getrost mit vagen Hoffnungen auf neue Kriegsausweitungspläne oder die endliche Hilfe aus USA. Mut zusprechen. Die weit über 13 Millionen BRT. versenkten Schiffsraums in zwei Kriegsjahren werfen ein grelles Licht auf Englands tatsächliche Lage zu Beginn des dritten Kriegsjahres.
Dr. Fr. W. Lange.
Australien schickt seinen Handelsminister nach London.
Schanghai, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Frage einer Vertretung des australi- schen Kabinetts in London, die zum Rücktritt des früheren Ministerpräsidenten Menzies — eines Günftlings Churchills — führte, hat jetzt eine Lösung dahin erfahren, daß Handelsminister Sir Carle Page mit dieser Aufgabe betraut wurde. Sein Aufenthalt in London wird jedoch nur von kurzer Dauer fein; Page wird seinen Ministerposten beibehalten. Menzies hatte eine Aufforderung des gegenwärtigen Ministerpräsidenten Fadden abgelehnt. Das australische Kriegskabinett beschäftigt sich augenblicklich mit dem Kriegshaushalt. Premierminister Fadden erklärte, das Budget 1941/42 werde das größte fein, das Australien jemals aufzuweisen gehabt habe. Die jährlichen Kriegsausgaben würden voraussichtlich rund 250 Millionen Pfund betragen.
Oie neuen Steuern in USA.
Washington, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nach stürmischer dreitägiger Debatte nahm der Senat der Vereinigten Staaten mit 67 gegen 5 Stimmen das neue Steuerges etz in Höhe von rund 3584 Milliarden Dollar an. Das Gesetz geht an das Repräsentantenhaus zur Beratung vom Senat vorgeschlagener zuzüglicher 367,5 Millionen Dollar. Durch das neue Gesetz werden zusätzlich 4,9 Millionen USA.-Sürger mit direkten Steuern belegt.
Oie Lage
in Französisch-Wesiafrika.
Vichy, 5. Sept. (Europapreß.) Wie aus Dakar berichtet wird, hat der Genevalgouverneur von Französisch-Westafrika, B o i s s o n, eine ausgedehnte Inspektionsreise beendet, die ihn bis zu den entferntesten Teilen der Kolonie gebracht hat, u. a. nach dem Hinterland der Elfenbeinküste sowie nach Dahomey und Togo. Obwohl diese Teile des französischen Kolonialreiches in Afrika ganz besonders dem feindlichen Druck ausgesetzt sind, steht die Ein- qeborenenbevölkerung doch geschlossen hinter der französischen Herrschaft und der Regierung des Marschalls Petain. Zur Verstärkung der Verteidigungsanlagen des Hafens von Dakar sowie zur Verbesserung der Landverbindungen zwischen Westafrika und dem Mittelmeer sind etwa 120 Millionen Franken von der französischen Regierung bewilligt wor- den. Der Hafen Dakar soll nach modernsten Gesichtspunkten ausgebaut werden. Ein Teil des Kredits soll für den Weiterbau der Eisenbahnlinie Dakar — Nigeria und zur Verbesserung der interkolonialen Wege und Straßen verwendet werden. Weitere 100 Millionen Franks werden für öffentliche Arbeiten auf der Insel Madagaskar ausgeworfen, auf der die Petroleumbohrungen weiter ausgedehnt werden sollen. Die 220 Millionen grants werden durch öffentliche Arbeiten aufgebracht.
Roosevelt beschlagnahmt de „Aonnandie^.
J? b r * b ' 5 (DNB.) Aus Neuyork liegt die Melduna vor, daß. Roosevelt Befehl zur B e - schlagnahme des französischen Schnell- dampfers „Normandie" (83000 BRT.) gegeben hat. Die Falangezeitung „Arriba" schreibt: Vor wenigen Jahren hat die Bevölkerung Neu- Yorks der „Normandie" anläßlich der Erringung des Blauen Bandes einen jubelnden Empfang bereitet. Heute jedoch hat die Habgier der Judenknechte in den USA. gesiegt. Roosevelt raubt einem Volk, das er gestern noch als „Freund" betitelte, das stolzeste Schiff. Was der Sieger im Krieg gegen Frankreich nicht tat, erbre:ftet sich ein sog. Freund der Franzosen. „Alkazar" erklärt, 80 Mil- lionen Franken habe dieses Schiff gekostet, und
Oer Ltnglücksprophet aus Kanada.
Der kanadische Ministerpräsident Mackenzie King weilt seit wenigen Wochen in London. Er hatte gleich in den ersten Tagen seines Au.enthal- tes das Pech, von den in England garnisomerenden kanadischen Truppen ausgepfiffen zu werden. Mak- kenzie King war lange Jahre kanadischer Mimste^ Präsident und neigt'mehr nach Washington als nach London. Der Oberbürgermeister der Londoner Elty hat ihm jetzt ein Frühstück gegeben, da schwang sich Mackenzie King zu seiner ersten öffentlichen Rede in Altengland auf. Seine Worte waren fast trübsinnig: „Wenn wir nicht alle unsere letzten Kräfte zusammennehmen, dann wird dieser Krieg H u n - ger und Elend und Not für uns alle bringen. Ich sehe eine Welt, die von einem Ende zum anderen mit Gefahren übersät ist. Nicht allein diese Insel ist ein Zielpunkt stäMger Bedrohung. Gibraltar, Suez und der gesamte Weg durch das Mittelmeer sind unaufhörlichen Gefahren ausgesetzt. Indien ist im Westen und im Osten bedroht. Dunkle Wolken lagern über Singapur. Die lebenswichttgen Seeverkehrsstraßen sind auch in ständiger Gefahr. Unser Gegner verfügt über außerordentliche Kräfte und große Reserven und über eine riesige Schlagkraft. Großbritannien kann diesen Krieg nicht gewinnen, ohne daß ihm eine Hilfe wird, die viel, viel größer ist als eine Hilfe, die bisher in Sicht war."
Das sind skeptische Worte. Worte, die zu mancher- lei Ueberlegungen Anlaß geben könnten. Churchill konnte die eindringlichen Worte des kanadischen Premiers nicht ganz übergehen und Jagte: „Sie haben soeben eine wichtige und denkwürdige Erklärung angehört, die hier unter unseren Londoner Ruinen abgegeben wurde." Churchill kam auch dann auf das Pfeifkonzert zurück, das dem kanadischen Ministerpräsidenten zuteil geworden war. Er sagte, daß das „tapfere kanadische Korps" noch keine Gelegenheit hatte, mit dem Feind in Kampfberührung zu kommen, und fuhr fort: „Das ist nicht ihre Schuld, es ist auch nicht unsere Schuld." Im übrigen aber flüchtete sich Churchill aus den harten Wirklichkeiten, von denen der kanadische Ministerpräsident gesprochen hatte, in den Bereich von verbindlichen Komplimenten, wie sie Churchill mit einer bewunderungswürdigen Zungenfertigkeit zu drechseln versteht. Daneben spielte er ein wenig Australien gegen Kanada aus, indem er sagte: „Die Kriegsanstrengungen Kanadas haben glücklicherweise kein Blutvergießen großen Stils gefordert." Dafür rühmte er den industriellen und finanziellen Beitrag Kanadas, das er einen Grundpfeiler der snglischsprechenden Welt nannte, womit deutlich darauf angespielt ist, daß Kanada sich Ebenso als nordamerikanischer Staat wie als Gliedstat des Empire fühlt und vor allem auch in den USA. als ein Nachbar mit einer ganz besonderen Zugehörigkeit zu der „Westhemisphäre" — hier einmal in des Wortes eigentlicher Bedeutung! — angesehen wird.
Dr. Ho.
diesen Wert konfisziere Roosevelt kaltblütig im Zuge seiner raffgierigen „Aktivitäten".
Bolschewistische Militärkommission in Alaska.
Neuyork, 5. Sept. (DNB.) Eine aus 47 Mitgliedern bestehende bolschewistische Militärkommission ist auf dem Flugplatz Sitfa (Alaska) angekommen und beabsichtigt, nach Seattle (USA.) weiterzufliegen. Die Mitglieder äußerten sich über den Zweck ihrer Reise nicht, jedoch wird vom Kriegsministerium in Washington erklärt, daß es sich um Luftfahrtsachverständige handelt, die die Flugzeugproduktion in nordamerikanischen Fabriken studieren wollten.
Schmalspurbahn längs der Burmastraße.
Neuyork, 5. September. (DNB.) Die seit län« gerer Zeit gehegten britischen Pläne zum Bau einer Schmalspurbahn parallel derBurmastraße werden jetzt durchgeführt. Oberhalb Rangoons ist mit dem Bau begonnen worden. In eingeweihten Kreisen verlautet, daß er mit Hilfe von Geldern aus dem USA.-Pacht- und Leihgesetz ausgeführt wird. Betont wird ausdrücklich, daß die Baukosten durch die Verwendung von Kuliarbeit sehr niedrig sein werden. Die Bahn soll in britisch-nordamerikanischem Besitz bleiben. Ihr späterer Ausbau ist geplant. In Batavia ist ein Transport von 17 5 USA. »Fliegern auf der Durchreise nach Tschungking angekommen. Die USA.-Flieger reiften nach Rangoon weiter, um von dort aus über die Burmastraße nach Tschungking zu gelangen.
Tmppenverstärkungen für Singapur.
Schanghai, 6. Sept. (Europapreß.) Neue bri< tische Truppen, die für das Malaya-Gebiet bestimmt sind, trafen in Stärke von einigen tausend Mann in Singapur ein. Die Kontingente bestehen aus eineml schottischen Kavallerieregiment, bps in eine Artillc- Deformation umgewandelt wurde, und aus indischen Ghurkas.
Der finnischeMinisterpräsident inSalla
Helsinki, 5. Sept. (DNB.) Ministerpräsident R a n g e l l weilte in Begleitung des Innenministers H o r e l l i und des Gouverneurs von Lappland im Salla-Gebiet, wo er den dort anwesenden deutschen Truppen einen Besuch abstattete. Gelegentlich dieses Besuches, bei dem Ministerpräsident Rangell der starken Verbundenheit zwischen der deutschen und der finnischen Armee im gemeinsamen Kampf gegen den Bolschewismus Ausdruck gab, legte er einen Kranz auf dem Heldengrab der deutschen Soldaten nieder. Kleine politische Nachrichten.
Im Auftrag des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht überreichte der Chef des Wehrmachtsführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht, General der Artillerie Jo d l, dem Oberbefehlshaber der finnischen Wehrmacht, Feldmarschall Mannerheim, das ihm vom Führer verliehene Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes im Hauptquartier des Feldmarschalls in Anwesenheit des finnischen Kriegsministers und hoher Vertreter der finnischen Wehrmacht.
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Fernkampfbatterien der deutschen Kriegsmarine nahmen am Nachmittag des 5. September feindliche Schiffsziele an der Kanalküste unter Feuer.
Italienische Jagdverbände haben im Luftraum von Malta und dem Kanal von Sizilien 22 feind» liche Flugzeuge abgeschossen und zahlreiche andere durch MG.-Feu-er beschädigt. Drei eigene Flugzeugs


