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Der Weg führt uns bergauf, bergab durch den Bald, dann erscheint die Ruine Frauenberg. Wir -eigen hinauf, und eisiger Wind empfängt uns rben. Aber die Aussicht läßt uns das vergessen, fern am Horizont sehen wir die Gießener Burgen, ien Schiffenberg, die Napoleonsnase und hoch über clle hinaus den Dünsberg. Traulich eingebettet hegen die kleinen Dörfer in die Landschaft ver- ’reut. Jetzt wenden wir uns etwas nach links und bhen vor uns die Amöneburg. Allmählich rundet
Verdunkelungszeit
6. Juni von 21.40 bis 5.01 Uhr.
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Aus -er Stadt Gießen.
Wanderung in den Frühling.
Der Wecker raffelt, raus aus dem Bett! Schnell : nochmal gegähnt und dann ans Fenster: wie ist L1 Das Wetter? Regen, Sonnenschein? Äie viele Zßanberer werden gleich mir prüfend, hoffend und mißtrauisch den Himmel betrachten!
Wir treffen uns am Bahnhof und fahren nach Illederweimar. Ueber die Nehbrücke wandern wir )ann am Wald entlang: linker Hand, soweit man ,licken kann, saftige Wiesen mit Blumen übersät. iDurd) den Blumenteppich schlängelt sich die Lahn, jhie Pracht der Landschaft wird noch erhöht du'-ch >ie blühenden Obstbäume. Eingerahmt wird das Bild durch eine Hügel- und Waldkette und ganz n der Ferne erkennen wir Schloß Marburg, das Lndziel unserer Wanderung.
Eine staubige Straße führt uns bergauf, bis herrlicher Wald uns aufnimmt. Das Auge trinkt die
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Verlorene Vomantiker.
Bon Ernst v. Niebelschütz.
Am 6. Juni 1931 wunde der Glaspalast
B^arbensyrnphonie in sich hinein, die Lunge nimmt len würzigen Harzgeruch tief atmend auf, und las Herz möchte springen vor Freude. Ja, der Frühling, man schmeckt ihn fast auf der Zunge.
Fede Knospe möchte man streicheln, jede Blüte artlich grüßen.
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[berfät mit Heidelbeerstöcken. Leider hat der Wind- Iruch viel Schaden angerichtet. Nach zweieinhalb Munden stehen wir auf dem Aussichtsturm Spie- selsluft. Wir sehen die gleichen Berge und Hügel- l.'tten wie vorher vom Frauenberg, flnb doch ist dies anders, nähergerückt. Fast greifbar liegt die Btabt Marburg vor uns. Stolz über allem erhebt ich das Schloß. Noch einmal schweift der Blick ber die Berge und Hügelketten. Einen letzten Gruß nden wir der Amöneburg und wandern dann nbgültig hinab nach Marburg, das uns den Tag ber lockte, sich immer wieder hinter Wald ver- eckte, um sich doch schließlich unseren Blicken in einer ganzen Schönheit zu offenbaren. Rechtschaffen nübe, aber im tiefsten Herzen dankbar für den ?ichen und schönen Maientag, fahren wir heim.
T. R.
Neise-Fleischmarken weiterhin gültig.
Dom 2. Juni an ist der Bestellschein auf der keichsfleischkarte weggefallen. Die Verbraucher sind deshalb in Zukunft auch mit den Abschnitten der linken Seite nicht mehr an ein bestimmtes Geschäft ?bunben. Sie können alle Abschnitte überall, also uch in den Gaststätten verwenden. Aus diesem irunbe werden die Reichsfleischkarten künftig nicht :ehr in Reisefleischmarken umgetauscht. Die im erkehr befindlichen Reisemarken für Fleisch blei- Ln aber weiterhin gültig. Sie werden nach wie 3r nach den dafür geltenden Vorschriften an solche erbraucher ausgegeben, die, wie z. B. Ausländer nb Selbstversorger, nicht im Besitz von Lebensittelkarten sind.
, ufljL dann ruht er auf der lieblichen alten Stadt jflburg mit ihrem Schloß und der be- lühmte^^Wsabethkirche, deren SÄjne schlank gen himmeH^en.
Au^ruht und erfrischt ziehWßwir weiter durch en Wrzig duftenden Wald. Der Boden ist hier
München durch einen um 2 Uhr Morgens aus gerochenen Brand binnen zwei Stunden in einen rchutt- und Aschenhaufen verwandelt. Das allgemeine Entsetzen über die Katastrophe galt, wie man sich heute offen eingestehen darf und es damals schon tat, nicht dem Gebäude, das nie eine Zierde hts Stadtbildes war, auch wenn man ihm den fiert einer zur Zeit feiner Entstehung bedeutenden kknstruktioen Leistung nicht wird absprechen kön- iKn. 1854 nur unter Verwendung von Glas und Men als Industrie-Ausstellungshalle errichtet, seit »88 den Münchener Künstlervereinigungen für internationale Jahresausstellungen überlassen, ist brr Glaspalast für München etwa dasselbe gewesen wie die „Große Berliner" am Lehrter Bahnhof für bi’ Reichshauptstadt: das riesige Bildermagazin, in das reichlich wahllos alles heineingeftopft wurde, Bis der Kunstmarkt des verflossenen Jahres an fierten und Unwerten hervorgebracht hatte, ohne des es den Veranstaltern je gelungen wäre, durch dieses Labyrinth den Ariadnefaden zu legen, der btm bedauernswürdigen Publikum das Zurechtfin- finben hätte erleichtern können. Daß diese Form des fiisstellungswesens sich heute, wo mit dem Hause der deutschen Kunst" ein neues i fiinzip der Ordnung und Auswahl zur Geltung Rommen ist, überlebt hat, dürfte wohl nicht mehr I Meifelhaft fein. Keine Träne also dem Verlust er.es Gebäudes, -ad in doppelter Hinsicht mehr Vage als Wohltat war.
Ganz anders aber verhält es sich, wenn man der 'iiiftlerischen Werte gedenkt, die an jenem 6. Ium i>en Flammen zum Opfer fielen. Schon für die -^bresschau hatte man sich mehr als gewöhnlich an- ? strengt. So hatte der Schweizer Maler Cuno miet, dem eine gehaltvolle Sonderausstellung ^gebilligt worden war, die Zerstörung fast seines seamten Werkes zu beklagen. Auch Julius Diez, Faistauer, Erich Erler, Herterich,Krei- M f, bie beiden Schiest 1, Sieck und Z u g e l Durften schwer getroffen, auch wenn man in Rucket zieht, daß es dem lebenden Künstler ja unbe= kommen ist, durch doppelte Produktion einen noch P schmerzlichen Verlust wieder auszugleichen. Den tetejj ist das versagt, und gerade hier hat der Glas- Kastbrand in den Bestand unserer historisch ge-
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iNotcijI Ißeile, u Kiben ttol Stadt
I oußi' je Sto^ und <k» mit di# ien, 'M Jebroi^ m. Dom kung
Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger sör Gberhefsen)
Du und das DRK.
Zur Hausjammlung für das Kriegshilfswerk.
Unsere Soldaten wissen um die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes, sie kennen sie in ihren vielfältigen Erscheinungsformen und sind immer wieder überrascht und gerührt von dem rastlosen Eifer der Schwestern, der Helferinnen und Helfer. Der Führer will, daß der beste Soldat der Welt auch die beste Pflege erhalten soll. Der verwundete Kämpfer soll im Lazarett alle nur denkbaren Heilungsmittel und Erleichterungen zur Verfügung haben, die besten Aerzte und Schwestern sollen um die Wiederherstellung seiner Gesundheit besorgt sein. Dieses Führerwort ist klar und dem Buchstaben getreu erfüllt worden. Das Deutsche Rote Kreuz leistet dabei einen gewaltigen und der großen Zeit würdigen Beitrag.
Doch nicht nur der kranke ober verletzte Soldat steht in der besonderen Obhut dieses helfenden Zeichens: in gleichem Maße erfahren auch die ungezählten Männer, die zum Schutz der Heimat hinauseilen oder nach monatelanger Abwesenheit zu kurzem Urlaub nach Hause fahren, die Betreuung durch das Deutsche Rote Kreuz: auf den Ladestellen der Umsteigebaynhöfe, in den Frontleitstellen, in den Erfrischungsstellen der Wehrmacht oder in den Soldatenheimen in den besetzten Gebieten. Ueberall tauchen hier die freundlichen Schwestern oder Helferinnen auf, und es scheint, als hätten sie tausend Augen und noch mehr Hände, denn keiner geht ohne ihre Hilfe und ohne ihren Zuspruch fort. Ihr Werk ist eine unvorstellbare Summe an Aufopferung, freudigem Dienen und Einsatz der besten Herzen, daß sie sich damit bei den rauhen Kriegern für immer ein Denkmal gesetzt haben.
Auch die Mütter und Frauen in der Heimat wissen dem Deutschen Roten Kreuz für feine segensreiche Arbeit innigen Dank. Sie haben die Gewißheit, daß ihre Väter und Gatten, Brüder u'nd Söhne immer dann diese helfenden Hände um sich haben, wenn sie ihrer am notwendigsten bedürfen. Diese Hände fühlen den Puls der Fiebernden, stützen den Genesenden bei seinem ersten Spaziergang im Lazarettgarten, reichen ihm die heilende Arznei und wechseln den Verband. Sie nehmen dem Arm- oder Handverletzten gern die schöne Pflicht ab, seine Lieben zu Hause mit ein paar guten und persönlichen Worten über die unfreiwillige Erholung zu unterrichten oder einem anderen Verwundeten aus einem Buch vorzulesen.
So ist die deutsche Rotkreuzschwester allen Kämpfern, ben, gesunden und verletzten, eine Mutter im besten Sinne bes Wortes. Es ist ein schweres unft schönes Amt, Schwester zu fein. Es ist ein Die n ft am Soldaten w i e q n der Heimat. Sie fühlt sich mitverantwortlich für die Erfüllung des Führer-Wortes, daß der deutsche Soldat bie beste Pflege haben müsse.
lieber seine befonberen Kriegsaufgaben hinaus hat bas Deutsche Rote Kreuz auch in der Heimat selbst eine Fülle von wichtigen Forderungen zu erfüllen, die zum Schutze der Bevölkerung wahrzunehmen find. Denken wir nur an den Werk- fanitätsdienst, an den Sraßenunfall- und Hilfsdienst, an den Wasserrettungsdienst, an den Gebirgsrettungsdienst, an die Zusammenarbeit mit NSV., Luftschutz, NS.-Frauenschaft, Reichsarbeitsdienst usw. — ein reichbemessenes Arbeitspro- gramm, das den vollen Einsatz jedes einzelnen fordert. Die Durchführung aller dieser Aufgaben erfordert gewaltige Mittel, die das Deutsche Rote Kreuz von sich aus nicht zur Verfügung hat.
Durch die Einführung des Kriegshilfswerkes hat der Führer bekundet, wie hoch er bie Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes ' einschätzt und wie sehr er wünscht, daß die Bevölkerung diese Arbeit in ihrer Bedeutung richtig einschätzt und sie aus ganzem Herzen unterstützt. Das deutsche Volk hat diesen Appell freudig aufgegriffen. Es hat sich bei den Haus- und StUlßensammlungen des vergangenen Sommers von Monat zu Monat übertroffen und wird auch im zweiten Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kkeuz seinen ganzen Ehrgeiz darein setzen, den höchsten Erfolg sicherzustellen.
Am kommenden Sonntag, 8. Juni 1941, wird bie dritte Haussammlung burchgeführt. Die deutsche Wehrmacht hat in diesem Jahre bereits wieder unvergängliche Waffentaten vollbracht. Sie marschiert unermüdlich weiter auf dem Wege bes Sieges. Die Heimat sieht ihre schönste Pflicht darin, alles zu tun, um den Kämpfern ben Weg zu erleichtern. Dazu gehört auch, baß wir dem Deutschen Roten Kreuz bie notwendigen Mittel sichern, damit es seine Aufgaben im Sinne des Führers erfüllen kann. Wir dürfen nicht vergessen, daß unsere kleinen Geldopfer in ber Heimat niemals in einem Verhältnis stehen zur täglichen Bereitschaft des Soldaten, fein Leben für die Heimat einzufetzen. Der deutsche Soldat fordert von uns keine kleinliche Spende, sondern großzügige Opferbereitfchaft. H. G.
Mgsbelreuvng der arbeitenden lugend.
Arbeit schadet nicht. — Ein Appell an Frauen und Mädchen.
Im Verlaufe des Krieges hat sich im Rhein- Main-Gebiet die Zahl der Jugendlichen in den Betrieben durch vermehrten.Einsatz, vornehmlich der bisher nicht berufstätigen weiblichen Jugend, wesentlich erhöht. Der verstärkte Einsatz macht nun auf der anderen Seite eine verstärkte Betreuung notwendig. Im Rahmen dieser Kriegs- betre.uung der deutschen Jugend, in erster Linie der betrieblichen, — entfällt ein wesentlicher Anteil auf die Jugendarbeit. Die Betriebs- jugenbroalter, die als Träger der Jugendarbeit den berufstätigen Jugendlichen unmittelbar am Arbeitsplatz betreuen, fielen zu einem Teil aus. Für alle diese fehlenden Kräfte mußte Ersatz einspringe.a, der teils schon in Friedenszeiten vorgesehen und dementsprechend vorgeschult war. Dieser Ersatz hat sich durchaus bewährt. Kürzlich konnte ber Leiter des Jugendamtes der Deutschen Arbeitsfront und Chef des Sozialamtes ber Reichsjugenbführung, Schröder, die erfreuliche Feststellung treffen, baß bie Jugenbarbeit ber DAF. auf festen Grundlagen steht und sich voll auf die Kriegsverhältmsse eingespielt hat. Nicht nur der alte Bestand an Kräften konnte gehalten werden, sondern es ist gelungen, bie Zahl ber Betriebsjugendwalter und
Betrieb^ugendwalterinnen während des Krieges sogar noch^u vermehren.
Erhöhter Schuh arbeitender Jugendlicher.
Recht aufschlußreich sind die Ziffern über ben Einsatz ber Betriebsjugendwalter und -Malierinnen. Ende 1938 waren weit über 20 000 Betriebsjugendwalter unb fast 14 500 Betriebsjugendwalterinnen tätig, insgesamt also beinahe 35 000 Kräfte. Ende 1939 ist die Zahl ber Betriebsjugenbwalter etwa um weitere 5000 gestiegen, unb bas zu einem Zeitpunkt, in dem e*n verhältnismäßig großer Prozentsatz sämtlicher Be- triebsjugendwaiter ben Dienst mit ben Waffen versah. Hieraus ist somit ber erfolgreiche Einsatz von Ersatzkräften ersichtlich. Ende 1940 betrug die Zahl der Betriebsjugendwalter sogar 25 735. Bei diesen Zahlen handelt es sich selbstverständlich zu einem großen Prozentsatz um Ersatzkräfte; entscheidend ist aber, daß in 25 735 Betrieben Mitarbeiter stehen, bie sich der berufstätigen Jugendlichen annehmen. Eine erhöhte Schulung und laufende Unterrichtung durch bas Jugendamt ber DAF. befähigt
roorbenen Kunst eine Lücke gerissen, die unausfüll- bar ist. Wir meinen bie restlose Vernichtung ber 110 Romanti kergemälbe, bie unter dem Titel „Deutsche romantische Malerei von Caspar David Friedrich bis Moritz von Schwind" zu einer höchst repräsentativen Svnderausstollung vereinigt waren, mit der man im größeren Rahmen der Jahresschau bie Bemühungen ber beutschen Kunstwissenschaft um bie Erforschung ber romantischen Malerei zu einem gewissen Abschluß zu bringen und gleichzeitig bie Anziehungskraft ber Gesamtausstellung zu steigern gedachte.
Viele deutsche öffentliche Museen und Pripat- sammlungen hatten sich beeilt, dorn Ruf ber Kommission Folge zu leisten und das Wagnis aus sich zu nehmen, das mit der leihweisen Hergabe so unersetzlicher Besitztümer immer verbunden ist. Der Ehrgeiz der Veranstalter ging dahin: es sollten nur Meisterwerke gezeigt werden! In drei großen Sälen waren die Bilder gehängt, nach Orten und Kreisen geordnet. Don Josef Anton Koch, dem ,/Stammvater der Deutsch-Römer", führte die Linie einerseits zu ber norbbeutsch-frühromantischen, anderseits zu der sie vielfach überschneidenden beutsch-römischen Bewegung. Runge unb Friebrich stauben im Mittelpunkt ber Hamburger unb Dresdener Schule, Carus, Janssen, Kersting, Wasmann reihten sich an. Die Lu kasb rüder bildeten den religiösen Flügel der Romfahrer, die romantische Landschaft ber Fohr, Olivier, Fries, Schnorr, H o r n y und Rohden ben anberen. Am Ausgang ber Epoche waren Schwinb unb Lubwig Rich - t c r anzutreffen — um von ben vielen, uns teuren Namen nur bie wichtigsten zu nennen.
Um eine Vorstellung von der Größe des Verlustes zu geben, darf hier wohl einmal bie sonst wenig beweiskräftige Zahl herangezogen werben. Von ben 110 Bildern, von denen nicht eins gerettet werden konnte, entfallen je neun auf Friedrich — darunter ber ©reifsmalber Hafen und die Auguftusbrücke zu Dresden — und Jos. Ant. Koch, darunter der „Grimselpaß" aus Leipzig und die „Landschaft bei Olevano" aus Hamburg. Mit den drei Bildern von Runge ging das herrliche Hamburger Famllienbild- nis „Wir drei", mit ben sechs Schwinbs „Ritter Kurts Brautfahrt" in Karlsruhe verloren; Ludwig R'chter und Rottmann standen mit je vier Werken auf der Verlustliste. Unter ben Leihgebern würbe bie Hamburger Kunsthalle mit 16 Bilbern am härtesten getroffen; bas Darmftäbter Museum büßte sechs, die National-Galerie fünf, bas Museum in Leipzig vier Gemälde ein. Wir müssen in der
Zeit sehr weit zurückgehen, um uns einer Katastrophe zu erinnern, bie mitten im Frieden ben nationalen Kunstbesitz so surchlbar bezimiert hat wie ber Münchener Glaspalastbrand vor zehn Jahren.
Hochzeit machen.
Eine afrikanische Geschichte
vonF.G.SParwasser.
Hochzeit machen das ist wunderschön — aber nicht immer ganz einfach.
Meinem Freunde Frölich, den sie drüben in Afrika Bwana Heinsi nannten, ist da eine seltsame Sache passiert.
Er war noch drüben, so vor vier oder fünf Jahren, da traf er sie, die Einzige, welche — na, Sie/ wissen schon. Alle Vorbereitungen zur Hochzeit werden getroffen, alles ist an dem .feierlichen Tage versammelt, nur ber Standesbeamte fehlt. Der hat sich in ein Flugzeug gesetzt, um mal so ein bißchen spazieren zu bummeln. Mit zwei Stunden Verspätung trifft er ein, auch nicht mehr ganz nüchtern. Mit großer Beschleunigung steigt bie Trauung, bie Braut unterschreibt zum ersten Male mit ihrem neuen Namen, man geht noch irgenbroo zusammen essen, bann zieht sich alles zurück.
Soweit ist das nichts Außergewöhnliches.
Wer nach einiger Zeit wird Bwana Heinsi gebeten, als Trauzeuge bei einer Hochzeit zu fungieren. Als es ans Unterschreiben kommt, sieht er, daß bie Braut mit ihrem Mädchennamen unterschreibt. Nach dem zeremoniellen Teil nimmt er das junge Paar auf die Seite und klärt sie über den Fehler auf. Aber die beiden meinen, sie wüßten es bestimmt, daß die Braut mit ihrem Mädchennamen unterschreiben müsse, das hätte schon seine Richtigkeit. Na, denkt Bwana Heinsi, mir kann's ja egal sein.
Wiederum nach einem Jahr ober auch mehr macht er nochmals ben Trauzeugen. Wieber sieht er zu feinem großen Erstaunen, daß bie Braut mit ihrem Mäbchennamen unterzeichnet.
„Himmel", sagt sich da Bwana Heinsi, „da kann was nicht stimmen!" Sagt aber nichts laut. Nach ein paar Monaten trifft er den Beamten, der 'hn getraut hatte, im Busch. „Mit welchem Namen muß eine Braut bei der Trauung unterschreiben?" platzt er heraus.
„Mit dem Mädchennamen!" kommt es prompt zurück.
8rettag,6.Zum 1941
sie mehr und mehr, ihrer Aufgabe voll gerecht zu werden. In Hunderten von Wochenschulungen, Wochenendlehrgängen und Abendschulungen wurden die in der Jugendarbeit tätigen Kräfte auf ihre Aufgaben ausgerichtet.
Wie bei ber Betreuung ber männlichen Jugend, so zeigt sich bei der weiblichen Jugenb die gleiche Entwicklung. Gegenüber 1938 mit fast 14 500 Ve» tricbsjugenbroalterinnen betrug bie Zahl am 31. Dezember 1939 19 769, unb heute micberum nach dem Kriegsjahr 1940 arbeiten 20 774 Betriebs- jugcnbmaltcrinnen an der Betreuung unserer schaf- fenben Möbel in ben Betrieben. Durch diesen Mitarbeiterstab von insgesamt 46 509 Betriebsjugend- roaltern und Betriebsjugendwalterinnen werden heute über 2,5 Millionen berufstätiger Jugendlicher in ausgerichteter Betreuungsarbeit am Arbeitsplatz erfaßt. Schließlich (ei noch darauf hingewiesen, daß dieselbe Zahl von Jugendlichen, die vornehmlich in Kleinbetrieben des Handels und Handwerks sowie in freien Berufen tätig find, in 33 491 Drtsjugenämnfftinqen durch Drtsjugenbroalter und Ortsjugendreferentinnen am Arbeitsplatz erfaßt und betreut wird.
Verstärkte Gesundheitsführung während des Krieges.
Neben einem erhöhten Betreuungseinsatz durch die Jugendarbeit ber DAF. steht bie gesundheitliche Betreuung der Jugend im Betrieb im Vordergrund. Es wäre ein Irrtum, anzunehmen, daß die gesundheitliche Betreuung der Jugend im Betrieb durch eine gute Gesundheitsfühvimg infolge des Krieges etwa nachgelassen hätte. Im' GaAenteil, diese Gesundheitsführung ist verstärkt worden aus der Erkenntnis heraus, daß nur gesunde Menschen etwas leisten können. Das gilt besonders in be^ug auf eine Leistungssteigerung der Jugendlichen. Zudem muß stets bedacht werden, daß bei dem erhöhten Arbeitstempo und der vermehrten Arbeitsleistung in der Kriegsproduktion, von der auch der Jugendliche mittelbar ober unmittelbar erfaßt wird, die Gefahr der körperlichen Ueberanftrengung ober sonstigen Gesundheitsschädigung besonders akut ist.
Im Rahmen der gesundheitlichen Betreuung der Jugend im Betrieb kommt dem Betriebsarzt und HI.-Arzt eine besondere Bedeutung zu. Sie wirken im Betried zusammen und sichern durch sich ergänzende Maßnahmen eine fortlaufende Überwachung der Jugendllichen, eine Tatsache, die besonders wichtig ist im Hinblick auf die gesundheitliche Betreuung ber weiblichen Jugend, bie heute in sehr vielen Fällen an Arbeitsplätzen steht, die bislang von Männern eingenommen wurden. Um bie gesundheitliche Betreuung gerade ber weiblichen Jugend jetzt im Kriege noch zu untermauern, hat man eine große Anzahl von Gesundheitsdienst- möbeln, bie eine sorgfältige Ausbildung genießen, zusätzlich eingesetzt, bereu Aufgabe darin besteht, als Helferinnen in den Gesundheits-- trupps ber Betriebe tätig zu fein. Im Jahre 1939 betrug die Zahl dieser Helferinnen bereits fast
Das »flauet«-Kreuz ist weil über die Erde verbreitet. Es ist ein Kennzeichen deutscher Arzneimittel, die die Achtung der infer. nationalen Wissenschaft und das Vertrauen von Ärzten in der ganzen Welt gewonnen haben. Arzneimittel mit dem -Kreuz sind deutsche Heilmittel von Weltruf.
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„Und wenn sie ihren neue» Namen unterschreibt?"
„Dann ist die Trauung ungültig!"
Völlig durcheinander kommt Bwana Heinsi nach Hause. „Fräulein Schmidt", sagt er zu seiner Frau, „ich denke, wir könnten nun mal gelegentlich heiraten ..."
Seine Frau, das heißt eigentlich Fräulein Schmidt, sieht ihn entgeistert an. Soweit sie sich erinnern kann, ist sie seit fast drei Jahren verheiratet und hat schon zwei Kinder.
Na, er erklärt ihr die Sachlage. Dann bestellen sie ein Aufgebot und werden nun richtiggehend getraut. Nun hätte Bwana Heinsi an die ganze Sache nicht mehr gedacht, wenn er nicht nach Deutschland gekommen wäre. Hier bekommt er eine Vorladung.
„Sagen Sie, Herr Frölich, hoben Sie nicht die Absicht, Ihre beiden Kinder mal zu adoptieren?'"
Bei dieser Frage hätte den guten Bwana Heinsi bald der Schlag gerührt...
Zeitschriften.
— Dem Juni-Heft der Monatsschrift „Die Kunst" (Verlag F. Bruckmann, München) ist eine farbige Wiedergabe des Gemäldes von Peter von Heß „Am Chiemsee" vorangestellt. I. H. Schmidt zeigt eine Reihe Zeichnungen aus der römischen Campagna von Oswald Achenbach. Ulrich Chri- staffel referiert über die Münchener Kunstausstellung 1941 im Maximilianeum. Neue Retiefs von Alfredo > Biagini ' an einem Gebäude des Palazzo dell’ Istituto Nazionale Fascista di Pre- videnza Soziale in Rom geschaffen und in Marmor gehauen, sprechen von einem ursprünglichen plastischen Empfinden und der Sorgfalt des unbestechlichen Arbeiters. Zum 80. Geburtstag von Carl Moll bringt das Heft neben einer kurzen Würdigung Abbildungen einiger feiner Werke. Weiter interessiert der Bericht über die Gestaltung eines Landhauses in Italien, von Professor Breu- haus in einem anmutigen Hügelgelände vollendet geschaffen. Neben einem in Naturstein aufgeführten Wohnhaus des Stuttgarter Architekten Thoma wird ein Einfamilienhaus von Architekt C. A. Westphalen, Köln, gezeigt, das zugleich die nötigen Büroräume enthält. Die neuen Malereien von Elfe Möckel auf Porzellanoasen der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Berlin sind beispielhaft in rhrec künstlerischen und handVerklichen Gestattung.


