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Fleet in being", also in ein Instrument, das nicht mehr dem offenen Kamps dienen, sondern allein durch seine bloße Existenz beherrschend wirken sollte, bedeutete ebenfalls einen nicht zu überschätzenden Krästeverlust, der nur in derimperialen Defensive" eine Parallele besitzt, und wie diese- als Ausdruck der fortschreitenden Ueberalterung zu werten und zu verstehen ist. Der Angriffsgeist der deutschen Kriegsmarine und die überlegene deutsche militä­rische Führung haben trotzdem die Flotte zum Kampf gestellt.

Die Komponente derFleet in being", die Wirt­schafte und Hungerblockade, zeugt schließlich vollends für den Verfall des kämpferischen Geistes in England. Nur die britische Agitation vermag in alledem einen Ausfluß englischerFriedensliebe" zu erblicken. Die klar und unvoreingenommen den­kende übrige Welt sieht hierin allerdings ausschldeß- lich Merkmale einer bedenklichen Altersschwäche, die in ihren Methoden und Erscheinungsformen der Umstellung eines gealterten Wilderers von der Büchse auf die Schlinge ähnelt.

Aber auch das für den modernen Krieg entschei­dend wichtige wirtschaftliche Wesensgefüge wies bei Britannien bereits vor Beginn des gegenwärtigen Entscheidunaskampfes mannigfaltige Zeichen eines dekadenten Abstieges aus. Man braucht nur die Ent­wicklung der Ein- und Ausfuhrzahlen der letzten Jahrzehnte miteinander zu vergleichen, um zu er­kennen, daß die wirtschaftliche und agrarpolitische Grundlage Englands keinerlei Lichtblicke für die Zukunft zuließ. Noch 1913 konnte man von einer gesunden" englischen Wirtschaftsordnung sprechen; denn der damals bestehende Einfuhrüberschuß wurde immerhin durch die Einkünfte aus den Kolonien, der Schiffahrt, dem Nachrichtenmonopol, dem Ver­sicherungswesen und vor allem durch die Zinsen der im Ausland angelegten englischen Kapitalien gedeckt. In dem letzten Jahrzehnt stieg die Einfuhr nach dem Mutterland jedoch derart, daß eine Deckung der passiven Bilanz unmöglich wurde, und England folglich von seinem Auslandskapital, dessen Zins- einkünfte das Fundament des britischen Außenhan­dels überhaupt lieferten, beträchtlich zu zehren be­gann.

Britannien produzierte schließlich vor Beginn des gegenwärtigen Krieges nur noch nahezu den halben Gegenwert feiner gewaltigen Einfuhr, die fast 80 vom Hundert des vom Mutterland benötigten wirt­schaftlichen Gesamtbedarfs ausmacht. Diese unge­sunde Entwicklung zwischen sinkender Produktion und steigendem Konsum bildete gleichfalls einen be­achtlichen Teil der sich kontinuierlich vollziehenden Katastrophe.

Bei einer so verbauten Volkswirtschaft, der oben­drein noch durch den ständigen Rückgang der eigenen Landwirtschaft jegliche Sicherung der nationalen Er- nahrungsbasis fchlte, muß man sich insbesondere während langer und kostspieliger Kriegszeiten auf mancherlei unliebsame Ueberraschungen gefaßt machen. DieUeberraschungen" blieben denn auch nicht aus. England kann seine Material- und Sach­bestellungen im Ausland bereits jetzt nicht mehr in Gold, Wertpapieren oder Devisen bezahlen und ist daher völlig von fremder Hilfe abhängig, während gleichzeitig im Inneren die Lebensmittelrationen durch die deutsche Gegenblockade immer spärlicher werden.

Wie die militärische, so sprach auch die wirtschaft­liche Strukturveränderung Britanniens gegen einen Krieg. Auch das kann selbst beim besten Willen nicht als Beweis britischerFriedfertigkeit" ausge­legt werden. Albion befand sich vielmehr unter sei­ner plutokrcttischen Führung seit langem auf dem abschüssigen Weg zum Rentnerstaat. Die einfluß­reichen politischen Hasardeure, wie Churchill und Genossen, glaubten dennoch blindlings an ihr Kriegsglück. Die Lebensansprüche überfliegen einfach in jeder Beziehung die vorhandenen Einkünfte. Nur Größenwahn, Bequemlichkeit und mangelndes Denk­vermögen konnten den Briten die Illusion ein­impfen, daß gerade die Wirtschaft ihrestarke Seite" wäre.

Es ist selbstverständlich, daß derartige Verfalls­erscheinungen ihre tieferen Wurzeln haben. Die imperiale, militärische sowie wirtschaftliche Dekadenz ist mithin ohne die volkliche undenkbar. In England hat sich feit der Beendigung des Weltkrieges ein außerordentlich starkes Ruhe- und Genußbedürfnis breitgemacht. Das englische Volt gehört im schar­fen Gegensatz zu den Völkern der Achse und des Dreierpaktes zu den sterbenden, deren innere volkliche Vergreisung unabwendbar ist. Aus dieser volklichen Dekadenz resultiert auch die geistige Er­starrung und Verkalkung, die zwangsläufig in einer Zeit großer Auseinandersetzungen einerseits zur hysterischen Despotie und anderseits zu der bekann­ten Jllusionskrankheit aller Gestrigen führte. Der englische Historiker Seeley wies schon vor rund 50 Jahren auf die Folgen und Gefahren dieser Ent­wicklung mit der Feststellung hin:

Unser Mangel irgendeines hohen Ideals, die Gewöhnlichkeit unseres Lebens und unserer Ziele, der Verfall jener starken Individualität, die einst unser Stolz war, unser Mangel an jeglicher mora­lischer Große, welche der weiten Ausdehnung der englischen Rasse entspräche, all das kann uns wohl in Schrecken fetzen und uns mit der Ahnung eines schmählichen nationalen Untergangs erfüllen."

Seeley hat die Morschheit des Britischen Empire und seine tieferen Mängel sowie Schwächen richtig erkannt.Der schmähliche nationale Untergang" ist heute bereits zur unabwendbaren Gewißheit gewor­den. Er wurde durch die Engstirnigkeit und den Vergewaltigungswahn der regierenden plutokrati- schen Oberschicht unwiderruflich zu einem infernalen Schlußakt gedrängt.

Ein Volk, das weder über die moralischen noch über die geistigen Kräfte verfügt, um wenigstens im eigenen Lande mit der sozialen Ungerechtigkeit, der Arbeitslosigkeit, den Elendsvierteln, der Verstädte­rung, der jüdischen Verbastardierung und der poli­tischen Korruption fertig zu werden, ein solches Volk hat nicht das Recht, irgendeinen Führunas- ober Herrschastsanspruch zu erheben. Morsches muß zer­brechen, damit das Junge Platz hat, feinen Wog zu bahnen.

Oie deutsche Gegenblockade.

Versenkte englische Post.

Rom, 6. Juni. (Europapreß.) Die englische Post- verwaltung hat nach einem Bericht der römischen Abeichpresse mitgeteilt, daß alle in der Zeit vom 1. bis 25. April in England mit der Bestimmung nach Südamerika und Südgeorgien aufgegebenen Postpakete infolge der Versenkung der Postdampfer verloren gegangen sind. Für Versendungen nach Kanada, Neufundland und den USA. lehne die Post jede Verantwortung ab. Auch die in der letzten Aprilwoche und in den ersten Tagen des Monats Mai nach den nordirischen Provinzen aufgegebenen Briefe hätten als verloren zu gelten.

Englands Enttäuschung über Kreta

und zutiefst beunruhigt.

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»Das Land ist ernsthaft betroffen

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Genf, 5. Juni. (D9c^>.) Die Londoner Donners­tagspresse gibt sich in fpaltenlangen Berichten und Darlegungen über die Kampfhandlungen auf Kreta alle Mühe, die Frage zu klären, wer und was schuld an diesem neuen Rückzug für die Engländer gewesen fei?

So schreibt dieTime s", auf Kreta habe sich zum vierten Male in diesem Kriege ein Rück­zug der Engländer auf dem Seewege abaespielt. Der genaue Umfang der britischen Verluste sei noch nicht bekannt, zweifellos aber seien die englischen Schiffsverluste bei der Verteidigung der Insel äußerst schwer gewesen. Die Hauptwaffe der Deut­schen sei das Flugzeug, schreibt das Londoner Blatt. Wie die Deutschen ihren Sieg ausnützten, und er werde ganz sicher ausgenutzt, sei im Augen­blick ungewiß. Sicher sei aber, daß die deutschen Truppen auf Kreta gute Stützpunkte für Luftangriffe gewonnen hätten. Für die eng­lische Flotte fei nun die Schwierigkeit entstanden, daß sich eine neue gefährliche M «erenge zwiscyen Kreta und der Cyrenaika gebildet habe, bei deren Durchfahren die englischen Kriegs­schiffe in Zukunft in jedem Augenblick auf Luftan­griffe gefaßt sein müßten. DieTimes" kommt Ichließlich zu dem Schluß, daß es nicht nur die Un­zulänglichkeit in der Ausrüstung fei, die den Eng­ländern keinen längeren Widerstand ermöglichte. Im wesentlichen hätte die Kampfart, zu der die Engländer durch die Methode des deutschen An­griffes gezwungen worden seien, einen Erfolg Eng­lands auf Kreta unmöglich gemacht.

Daily H e r a l d" läßt sich von seinem Son­derkorrespondenten aus Kairo zur Niederlage auf Kreta dahin unterrichten, es hätten nicht nur Flugzeuge gefehlt, sondern ganz allgemein habe es den verantwortlichen militärischen Stellen der Engländer an der erforderlichen Voraus­sicht gemangelt. Bereits zu Beginn des Kainpfes fei klar gewesen, daß englischer­seits die erforderliche Unterstützung aus der Luft nicht gewährt werden konnte. Es sei ein großer Fehler deshalb gewesen, daß man sich dennoch entschloß, um die Insel zu kämpfen. Im Leitartikel geht das Blatt noch näher auf diese Bemerkungen feiner Kairoer Korrespondenten ein und schreibt gleich einleitend,wir sind mehr als einmal Narren in diesem Krieg gewesen". Den Rückzug nennt das Blattim höchsten Maße be­unruhigend", und zwar nicht nur, wie es schreibt, wegen der unmittelbaren militärischen Folgen, sondern weil damit die Frage aufgeworfen werde, ob England überhaupt über eine wirkliche Kriegs­strategie verfüge. Man habe beretts mehrmals selbst an zuständiger Stelle die feindliche Stärke erheblich unterschätzt. Noch am 22. Mai habe, bestimmt nicht ohne Genehmigung des britischen Oberkommandos der Luftwaffe, Lust­kommodore Goddard in einer Rundfunkrede ge­sagt, daß Luftlandetruppen niemals Kreta ein» nehmen konnten, jetzt aber hätten Luftlande- truppen Kreta erobert

News Chronirle" schreibt, das ewige Gerede in den amtilchen Erklärungen, als könne sich diese oder jene britische Niederlage nicht wiederholen, solle endlich aufhören. Man solle vielmehr begangene Fehler einsehen und endlich versuchen, wenn auch sehr verspätet, besser zu machen. Der militä­rische Korrespondent desNews Chronicle" ver­sucht, alle Schuld für die Niederlagen dieses Krieges auf die Schultern des britischen Schatzam­tes zu legen und schreibt u. a., daß unter der gro-

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ßen Öffentlichkeit in England wenige Menschen seien, die sich darüber im klaren seien, daß das britische Schatzamt nych immer von denselben düro» kratischen Lords der Friedenszeit verwaltet werde, die jede Kriegsanstrengung des Landes unnötig auf­hielten.

Der bekannte englische Militärschriftsteller Li- b e LI Hart kommt in einer längeren Betrachtung in derDaily Mail" zur Niederlage auf Kreta zu dem Ergebnis, daß das britische Ober­kommando immer noch viel zu lang­sam denke. Die Vertreibung der Engländer von Kreta, so bemerkt er wörtlich, sei in verschiedener Hinsicht der sch w e r ft e Schlag, der Großbritan­nien bisher von den, Deutschen versetzt worden sei. Man könne nicht mehr beschönigen, sondern brauche vielmehr Klarheit und Offenheit, um den Tatsachen schonungslos ins Auge zu sehen. Jrn Leitarttkel macht das Blatt der englischen Regierung schwere Vorwürfe, daß die einzelnen Ministerien zu schleckst organisiert feien. Das Land fei ernsthaft betroffen über die Entwicklung, die die mili­tärischen Dinge nehmen. Man frage sich, ob Chur­chill wisse, daß die Bevölkerung Englands bereits über Griechenland entsetzt gewesen sei. Vielleicht könne man ihn jetzt dazu bringen, daß er erkenne, wie zutiefst beunruhigt seine Engländer über die Niederlage auf Kreta feien. Großbri­tannien brauche neue Ideen. Während Englands Soldaten mehr Schiffe und Ausrüstungs­gegenstände, als sie zur Zeit besäßen, benötigten, verschwende man in England selbst in Rüstungs­betrieben die Arbeitskräfte.

Bei Kreta versenkt.

Berlin, 5. Juni. (DNB.) Der britische ZerstörerEncounter" ist nach Aussagen Gefangener in den Luft- und Seekämpfen bei Kreta durch deutsche Kampfflieger versenkt worden.

Die britische Admiralität, die bisher nur die Ver­senkung von drei Kreuzern und vier Zerstörern in den Kämpfen bei Kreta zugegeben hat, hat den Verlust derEncounter" ebenso.wie die Vernich­tung einer Anzahl weiterer Kreuzer und Zerstörer noch nicht eingestanden.

EnglandsEchiffslazarett^ Gibraltar

La Linea, 5. Juni. (Europapreß.) Im Mili­tärhafen von Gibraltar liegt eine größere Anzahl ft ä r t e r e r Marine-Einheiten. Es befinden sich dort drei Flugzeugträger, ein Schlachtschiff und zahlreiche Zerstörer und U-Boote. Sämtliche Einheiten haben sich an den Kämpfen um Kreta oder gegen dieBismar ck" betei­ligt und müssen, wie die spanischen Berichterstatter aus La Linea melden, erhebliche Schäden ausbessern. Zwei der Flugzeugträger haben be­schädigte Flugzeuge abgeladen und neue an Bord genommen. Gerüchtweise verlautet, man warte in Gibraltar auf die Ankunft mehrerer Truppentransporter, die sich auf der Flucht von Kreta befinden.

Im Hasen von Alexandrien sind drei stark beschädigte englische Zerstörer eingetroffen.

Luftangriff auf Alexandrien.

Stockholm, 5. Juni. (DNB.) Wie Reuter aus Kairo meldet, wurde in der Nacht zum Donners­tag auf_ Alexandrien ein Luftangriff durckgeführt. Bei dem Angriff feien über hundert Personen getötet worden.

Neue Träger des Ritterkreuzes

Der I.Artillerieoffizier derBismarck".

Berlin, 5.Juni. (^)NB.) Der Führer uni)' Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf den ihm durch den Oberbefehlshaber der Kriegs­marine, Großadmiral Ra ed er, vorgelegten Am trag des Flottenchefs, Admiral, ßütjens, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Korvettenkapitän Schneider, bem 1.Artillerie­offizier des SchlachtschiffesBismark". Die Ver­leihung erreichte Korvettenkapitän Schneider auf funkentelegraphifchem Wege. Er hat durch den glän­zenden Einsatz der schweren Arttllerie des Schiffes den brittfchen SchlachtkreuzerHood" beretts nach fünf Minuten vernichtet und ach fließend sofort nach dem Zielwechsel auf das britvfdje Schlachtschiff Prince of Wales" Treffer erzielt,'die den Feind zum Abdrehen zwangen.

Korvettenkapitän Ad albert Schneider wurde am 10. März 1904 in Halle geboren. Am 30. März 1922 trat er als Freiwilliger in die Kriegsmarine ein. Nach der Fähnrichszeit auf dem Linienschiff Hannover" und nach einem Kommando als Leut­nant zur See auf dem LinienschiffSchleswig-Hol­stein" kam er als Wachoffizier zur Torpedoboots­waffe. 1934 bis 1936 hatte er ein Kommando als Artillerieoffizier auf dem schweren KreuzerDeutsch­land", während dieser Zeit erfolgte seine Beförde­rung zum Kapitänleutnant. 1937 war er als Artil­lerieoffizier auf dem KreuzerNürnberg" und wurde anschließend in das Dberfommaiwo der Kriegsmarine als Referent berufen. Dann wurde der 1938 zum Korvettenkapitän beförderte Offizier 1. Artillerieoffizier auf dem SchlachtschiffBismarck". Für besondere Verdienste an allen Fronten.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh ferner auf Vorschlag des Ober­befehlshabers des Heeres, Generalfeldmarfchall von B r a u ch i t f ch , das R i 11 e r k r e u z d e s E i s e r- nen Kreuzes an:

Generalmajor von Greiffenberg, Chef des Generalstabes einer Armee; Oberst i. G. Zeitz- l e r, Chef des Generalstabes einer Panzergruppe.

Generalmajor von Greisfenberg, zu Be­ginn des Krieges Chef der Operationsabteilung im Generalstab des Heeres, hat an den großen Erfolgen des Heeres in den Feldzügen gegen Polen und Frankreich hervorragenden Anteil. Seine großen Fähigkeiten kamen erneut bei der Durchführung des Balkanfeldzuges zum Ausdruck, bei dem er sich als Chef des Generalstabes der Armee des Generalfeld­marschalls List besondere Verdienste erroürb. Per­sönliche Tapferkeit und Einsatzbereitschaft verbinden sich in der Person des Generals mit hohen Führer­eigenschaften.

Oberst i. G. Zeitzler, Chef des Generalstabes einer Panzergruppe, hat sich nach dem Polenfeldzug im Westfeldzug besondere Verdienste erworben Mit unerhörter Tapferkeit und Vertrauen auf das Ge­lingen traf er die erstmalige Vorbereitung einer Panzert)ewegung bisher nie dagewesenen Ausmaßes, die zum vollen Erfolg führte. Wie im Westfeldzug,

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Die Hälfte der LlSA.-Küstenschiffahri für die Englandhilfe.

Washington, 5. Juni. (Europapreß.) DU nordamerrkanischen Küstenreedereien wurden von der Marinekommisfion aufgefordert, die Hälfte ihrer Kustenschi'7fe sofort für Fahrten im Dienstder Englandhilfe zur Verfügung zu tellen. Dadurch kämen weitere 65 Schiffe mit msge* samt 377 00 BRT. zu den bereits übernommenen 900 Fahrzeugen hinzu, was die Dringlichkeit des englischen Tonnagebedarfs beleuchtet. Präsident Roosevelt hatte Anfang Mai jedoch 2000 Kusiew fahrzeuge gefordert.

Portugal beugt vor.

Truppenverstärkungen für die Kolonien.

Lissabon, 5. Juni. (DNB.) Portugiesisch« Flieger- und Nachrichtentruppen verließen am Mitt­woch mit dem DampferMirandella" (5179 BRT) Lissabon, um die Garnisonen auf den Azoren 3u verstärken. Kriegsmaterial und Flugzeuge be* finden sich an Bord. Weitere Verstärkungen an Infanterie werden im Laufe des Monats Juni die Reise nach den Azoren, den Kapverden uni nach Portugiesisch Afrika zur Verstärkung der dort stehenden Garnisonen antreten.

EnglischeHumanität".

Verbrechen

einer englischen N-Boot-Besatzung.

Rom, 5. Juni. (DNB.) Ein italienisches ll-Boot unter dem-Befehl von Kvrvettenkapttän Doca- t u r o, das im Atlantik einen 12 000-Tonnen-Danw' fer versinkt hatte, fand späterhin zwei Schiff' brüchige des französischen Fifchdampfers Notte Dame de Chatelet", die feit sechs Tagen ohne Nahrung und am Rande ihrer Kräfte waren Hierbei kam man einem neuen Verbrechen der britischen Kriegsmarine auf die Spur. Der französische Fifchdampfer war von einem englischen U-Soot angeh alten und durch' sucht, dann aber wieder freigelassen worden. Wenig später jedoch wurde der Dampfer ohne irgendeine vorherige Warnung versenkt. 15 Mann der 29k op sigen Besatzung, darunter der Kapitän, wurden getötet, während die übrigen in die beiden Retz tungsboofe gingen. Das kleine Boot mit fünf Schiffbrüchigen wurde von dem U-Boot unter Ma» schinengewehrfeuer genommen und sank, wobei alle fünf Insassen den Tod fanden. Don den übrigen neun verübten sieben im Laufe der schreckenstage, die die Schiffbrüchigen allein mit nur knappstem Proviant und wenigen Litern fer durchlebten, in einem Wahnfinnsanfall Selbftz mord.

Gonderkonferenzen in Tokio.

Tokio, 6. Juni. (DNB.) In der Amtswohnunz des Ministerpräsidenten fand am Donnerstagvornm- tag die sogenannten Le rbindungs ko n ferenz des Ko. binetts und der Chefs der Armee und der Manm statt. Kriegsminister T o j o begab sich anschließend in den Palast des Tenno, um über die Fraaei seines Dienstbereiches zu berichten. Außenminister M a t f u o k a , der ebenfalls der Derbindungskow ferenz beiwohnte, hatte später längere Besprechungen mit den Chefs des Büros für Milttärangelegenheiiei im Kriegs- bzw. Marineministerium, Generalmajor M u t o und Konteradmiral Oka. Außerdem faiü am Donnerstag eine Konferenz des Kabinettsrater statt, in deren Verlauf der Chef des Büros für LhinaMngeletzenhetten über Fragen des China konstiktes berichtete.

In der Amtswohnung des Minifterpräfidenür Fürst K o n o y e fand am heutigen Freitagmorae« wieder eine So nderkon ferenz zwischen der Regierung und der Führung der Armee und Ma rine statt. In mehr als einstündiger Konferenz wur­den, wie die Agentur Domei berichtet,verschieden-? Probleme behandett, denen Japan augenblicklich gegeijl übersteht".

Winants Besuch in Amerika.

Protest und Hilfruf Churchills.

Washington, 5. Juni. (Europapreß.) Der USA.-Botschatter in London, Winant, der zm Zett in Washington weilt, verhandelte mit HuU und Roosevelt. In der USA.-Oesfenttichkett wird der Besuch stark beachtet. Der gewöhnlich gut unter­richtete Washingtoner Korrespondent derNew Dock Daily News" schreibt u. a., Winant habe aus Lon­doneinen bitteren Protest Churchills mitgebrächt über das Versäumnis der OSA.-Regie- rung, die den Jugoslawen und Griechen in Aus­sicht gestellte Hilfe in die Tat umzusetzen, wodurch der Zusammenbruch dieser beiden Balkanstaaten nm verursacht worden sei".

Aufschlußreich über die Beurteilung der Lage Englands durch die USA. ist ein von item glei­chen Korrespondenten als in Washington umlaufen!) bezeichnendes Gerücht zu nennen, wonach Eng­land kaum in der Lage fei, aus eigener Krask bis 1942 durchzuhalten. Der außenpolitische Mitarbeiter des Scripps-Howard-Konzerns, Wil­liam Philip Simms, veröffentlicht imNew Nork World Telegram" und anderen Zeitungen des Kon­zerns einen Bericht, wonach ®inant dem Präsiden­ten im Auftraae Churchills die schwierige Sagt: Englands geschildert habe, das sofortige effek­tive Hilfe notwendig brauche, um sich, halten zu können. Simms bemerkt abschlie- ;end, Roosevelt stehe jetzt vor einer heiklen Elü- cheidung, weil die Bereinigten Staaten nicht aus' den Kriegseintritt vorbereitet seien.

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so zeichnete er sich auch in dem Baltanfeldzug durch rücksichtslosen Einsatz der eigenen Person besonders aus.

Dank an die Bulgaren.

Sofia, 5. Juni. (DNB.) Der Oberkommandie- rende der 12. deutschen Armee, Generalfeldmarschall List, hat an den bulgarischen Innenminister G a b r o w s k i ein Schreiben gerichtet, in dem der Dank für die Aufmerksamkeiten und die Gaben, die die bulgarische Bevölkerung den deutschen Trup­pen geschenkt hat, zum Ausdruck gebracht wird. In bem. Schreiben wird hervorgehoben, daß da­durch bei den Soldaten der 12. Armee die Erinne­rung an die große Zeit der Erneuerung der deutsch­bulgarischen Waffenbrüderschaft für immer wach­gehalten werde. Der Generalfeldmarschall bittet den Innenminister, den bulgarischen Gemeinden feine Dankbarkeit auszusprechen.

Bardoffys Besuch in Rom.

Enge Freundschaft mit Deutschland und Italien.

Rom, 5.Juni. (DNB.) Bei dem zu Ehren des ungarischen Ministerpräsidenten veranstalteten Emp­fang hielt Mussolini eine Ansprache, in der er u. a. erklärte, die Teilnahme Ungarns am Drei­mächtepakt habe der engen Freundschaft mit Ita­lien und Deutschland die Weihe gegeben und einen wertvollen Beitrag für die Formung des neuen Europas gebildet. Mit besonderer Genugtuung sehe Italien die Verwirklichung der berechtigten An­sprüche Ungarns, die es stets und herzlich begün­stigt habe. In der neuen Ordnung, die sich in Eu­ropa vorbereite, werde Ungarn, entsprechend der Gerechtigkeit, die notwendigen Bedingungen zur natürlichen Entwicklung seines nationalen Lebens und neue Motive zu engeren Beziehungen und zur Solidarität mit den befreundeten Mächten finden.

In feiner Antwortrede betonte Ministerpräsident Bardoffy, das ungarische Volk zolle feine tiefe Bewunderung der heroischen Ansttengung, dem Opfergeist, den die gesamte italienische Nation und sein Heer im Interesse einer besseren europäischen Ordnung bezeugten. Die ungarische Regierung und die Millionen Ungarn, die sich um sie scharten, seien fest überzeugt, daß nur durch die Zusammen­arbeit mit Italien und Deutschland eine Neuord­nung des Donauraums erreicht werden könne.

Am Donerstagnachmittag empfing der P a p st den ungarischen Ministerpräsidenten. Anschließend hat von Bardosiy auch dem Kardinalstaatssekretär M a g l i o n e einen Besuch abgestattet, den dieser kurz darauf in der Villa Madama erwiderte. Mit­tags nahm der ungarische Ministerpräsident mit seinem Gefolge an. einem ihm zu Ehren vom.Groß­meister des Malteser-Ordens gegebenen Frühstück teil. Am Nachmittag besichtigten von Bardosiy und sein Gefolge die Sehenswürdigkeiten Roms. Am Abend fand auf der ungarischen Gesandtschaft beim Quirinal ein Essen zu Ehren des ungarischen Mi­nisterpräsidenten und Außenministers statt, an dem u.a. der italienische Außenminister Gras Ciano

und der Generalstabschef der italienischen Web» i macht, General Cavallero, teilnahmen. UH I 23 Uhr hat Ministerpräsident B ardossy iy | Sonderzug Rom wieder verlassen.

Der italienische Bericht.

Rom, 5. Juni. (DNB.) Der ttalienische Weh» Machtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wort, laut:

In Nordafrika hat das Feuer unserer Atz tillerie in den Verteidigungsanlagen von Tobruk beträchtlichen Schaden angerichtet. Unsere Füi- zeuge haben erneut Schiffe und Anlagen diese, Stützpunktes bombardiert.

Im Aegäischen Meer haben feindliche FlußI zeuge in der Nacht zum 4. Juni die Insel Rhodos bombardiert und einigen Schaden verursacht.

In Ostafrika wurden im Gebiet von Gall­und S i d a m o feindliche Kräfte durch eine ze. meinfame Aktion zweier Kolonnen in die Flucht geschlagen. Ein weiterer Angriff unserer Kolonia!, j abteilungen hat dem Nigeria-Regiment schwere Verluste beigebracht. Unsere^er haben eine Hurricane abgeschossen. Ein weiteres Flugzeuz i wurde durch MG.-Feuer abgeschossen.