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bl. Jahrgang Nr. 132

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General-Anzeiger für Oberhessen "«ssss

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LJen j : Zwischen dem Pfingstsamstag 1941, wo in Vichy _ 1: <in l englisch-französische Bündnis endgültig zu j

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Die Gefangenen- und Veutezahlen auf Kreta er­höhen sich weiter.

In Nordafrika nahmen Batterien des deut­schen Afrikakorps feindliche Fahrzeugansammlungen bei Tobruk sowie mehrere im Hafen liegende britische Transporter unter wirksames Feuer. An der Sollum-Front wurde ein feindlichet Stoßtrupp abgewehrt. Deutschs Flakartillerie und Jagdflieger wehrten am 2. Juni britische Angriffe auf einen Flugplatz bei Tobruk ab und vernichteten drei der angreifenden feindlichen Jagdflugzeuge.

Der Feind versuchte in den gestrigen Nachmittags­und Abendstunden in die besetzten Gebiete einzu­fliegen. Ls kam hierbei zu verschiedenen Luft- kämpfen. in deren Verlauf sechs feindliche Kampfflugzeuge abgeschosfen wurden. Lin einzelnes Flugzeug drang bis nach Schleswig- Holstein vor. Während der Nacht flog der Feind weder in das Reichsgebiet noch in die besetzten Ge­biete ein.

Der Wehrmachtbericht.

Berlin. 5. Juni. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Unterseeboote versenkten im Nord- und Wittelatlantik feindliche Handelsschiffe mit zusammen 24 400 BRT.

Schnellboote griffen an der e n g l i s ch e n K ü st e einen Verband leichter britischer See- ff reifte äffe an und versenktem aus diesem in kühnem Vorstotz ein durch Zerstörer stark gesicher­tes britisches Hilfskriegsschiff von etwa 6000 BRT. Gegenangriffe der feindlichen Zerstörer blieben er­folglos.

Die Luftwaffe bombardierte in der letzten Nacht kriegswichtige Anlagen in Wittel- und S üb­en g t a n b. Besonders wirkungsvoll waren An­griffe auf die Industrieanlagen von Birming­ham und die Hafenanlagen von Chatham.

Bei Tage wurde an der schottischen Ostküste der Flugplatz Wick erfolgreich mit Bomben belegt. Bei einem Angriff auf eine Fabrikanlage in Nord-

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gesucht war. Der feste, männliche Grundton überwog und begleitete die präzisen, unumstößlichen , Fest­stellungen, mit denen Frankreich seinen Weg in das neue Europa sucht.

Die Pfingstdotschaft aus dem Friedenshotel in Vichy hörte sich an wie die Probebilanz einer neuen Zeit ...

Beirut erneut bombardiert.

Beirut, 6. Juni. (Europapreß.) Britische Bomber griffen erneut den Hafen von Bei­rut an. Dabei wurde ein Oeltank der Shell-Gesell­schaft getroffen, der in Flammen aufging. Es ge­lang, ein Ueberspringen des Brandes auf die be­nachbarten Tankanlagen zu verhindern. Der Scha­den ist nicht erheblich. Durch diesen neuen britischen Angriff ist die antibritische Stimmung unter der Bevölkerung aus den Siedepunkt gestiegen, zumal die Briten nach dem Angriff Flug zettel ab­warfen, in denen sie betonen, sie hätten nicht die Absicht, die Bevölkerung und ihre Städte zu bom­bardieren, sondern sie wollten nur diedeutschland- hörigen" Franzosen strafen und militärische Anlagen vernichten.

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Tiotgelandet, beschossen, beraubt

So hausten die Engländer auf Kreta.

Von Kriegsberichter Anton Dietz.

(PK.) ...., 5. Juni. (DNB.) Nun steht Kamerad Unteroffizier K. wieder unter uns. Frei! Der erste Tag des Kreta-Einsatzes hatte für eine Besatzung, die zum Tiefangriff auf heraklion angesetzt war, ein bitteres Ende gefunden. Schwer ange­schlagen sind die Motoren und der Rumpf des Flugzeuges. Der lahmgsschossene Vogel mußte zur Notlandung ansetzen, die Besatzung blieb bis auf einen Mann unv erlebt. Dann aber erst be­gann ein Leidensweg, von dem nur einer noch sprechen kann. Unteroffizier K. Die anderen umhüllt das Schweigen des Todes. Gespannt folgen wir der eidlich bekräftigten Schilderung des durch die Flucht der Engländer aus Kreta frei gewor­denen Kameraden.

Gilt Völkerrechtsbruch?

Nach erfolgreichen Bomben- und Tiefangriffen auf den englischen Flugplatz und auf Stellungen bei heraklion mußte unsere Maschine niedergehen, Notlandung! Bitter genug, die anderen Kameraden nach erfolgreichen Angriffen nach Hause fliegen zu eben. Verhältnismäßig glatt landen wir auf dem sehr schwierigen Gelände. 400 bis 500 Meter von der Rollbahn des englischen Flughafens entfernt. Nur der Flugzeugführer hatte eine, stark blutende Beinverletzung davongetraaen. Sofort verbinden wir ihn angesichts des knapp hundert Meter von uns in Stellung liegendes Feindes,, der uns zunächst unbe­helligt läßt. Augenblicke nur, dann sprüht uns aus MGs und leichter Flak fürchterliches Feuer entgegen. Mit unseren schnell ausgebauten Bordwaffen bleiben wir dem Feind nichts schuldig, bis die Muniüon zu Ende ist. Nun hilft nichts anderes, als sich in das unvermeidliche Schicksal einer Gefangenschaft zu begeben. Der Gefreite h. zeigt auf eine der Tragflächen des Flugzeuges und winkt mit einer Schwimmweste. Auch drüben steht ein Mann auf und bedeutet uns von der Maschine wegzugehen, einer Aufforderung, der wir auch fol­gen. Ritterlichkeit, wir müssen uns belehren lassen. Wenige Schritte weit sind wir gekommen, als der Engländer von neuem mit seinem Feuer einsetzt. Oberleutnant Schm, bleibt schwer verwundet liessen, verwundet auch der Ge­freite h. und Unteroffizier M. Ich selbst drücke mich, Deckung suchend, in einen Bombentrichter, wo ich in fortdauerndem Feuer bis zum Abend verharre. Draußen auf freiem Feld liegen die Verwundeten. Was schert dies den (Engländer! Völkerrecht bei denen da? Ein hohn, es zu erwarten.

Gefangennahme nach vergeblicher Flucht.

Die Nacht ist hereingebrochen. Ich gehe zur Ma­schine zurück. Ausgebrannt, als einen wüsten Trüm­merhaufen finde ich sie wieder. Schnell fort von dieser Stätte. Ich wende mich nun zunächst nach Süden und dann nach Westen, um dort vielleicht zu unseren Fallschirmtruppen durchzukommen. Bis

Darlans pfingfibotschast

Von Eugen Fleischer.

Ll-Boote versenkten im Atlantik rund 25000 BRT

Deutscher Schnellbootangriff auf leichte britische Seestreitkräste.

ftm. Bündnisse und ihr Begräbnis haben immer ihoas vom Hauch des Krieges an sich. Damals im Hcris der Jahrhundertwende hallte noch der Lärm lei Burenkrieges in die Besuche des Prinzen von Ales hinein, Frankreich war burenfreundlich und ni; landfeindlich gewesen, die Atmosphäre des strah- leröen Paris trug noch etwas von dem Ganz der Ltttausstellung von 1900 in sich; sie erwies sich nit ihrem gefälligen Lächeln wie eine hilfsbereite ^gebereiterin der lockenden Versprechungen des srnzlichen englischen Diplomaten.

welcher Kontrast zu heute ... Die bürgerliche Blt ist eingestürzt, aber es ist nicht nur der Krieg, ki das alles gewandelt hat, auch in Frankreich.. Yv soziale Revolution macht vor nichts t auf dem europäischen Kontinent, Auch die Atmosphäre dieses Pfingstsamstags in Vichy legte i-fmbroie Zeugnis davon ab, unmerklich vielleicht, ibir es ist das große Glück für die Zeugen solcher Seegänge, daß sie dem Keimen von Dingen bei- ji Khnen können, die weit in die Zukunst weisen, i. Äm Mittag waren das Alpenjäger-Bataillon und W. volkstümliche 152. Infanterie-Regiment, die sich Inseitig ablösten, mit klingendem Spiel an dem du Parc" und demHotel de la Paix ror^ IST ,... X« SHntr"

Herumtragen. Marion, den das Geschick zum Sprach­rohr der neuen europäischen Politik Frankreichs be­stimmt hat, weist in seiner Entwicklung Züge auf, wie sie auch so manchen anderen französischen Po­litikern und Schriftstellern gemeinsam sind. Der po­litische Extremismus, in dem eine überschäumende Jugend ihr Glück suchte, ist zugunsten einer reiferen Betrachtung aufgegeben und hat einer ern st h a s - t e n Beschäftigung mit den wirklichen Verhältnissen in den Nachbarländern, vor allem in Deutschland, Platz gemacht. Die Vor­urteile, die eine jahrelange Propaganda in Frank­reich auf getürmt hatte, werden vielleicht langsam dahinschwinden ...

Marion ist ein guter Redner. Als er die Er­klärung des Admirals Darlan verlas, schwang seine Stimme zu einem ganz leichten, unauffälligen Tremolo empor, aber es war kein Theatereffekt, der

| Miß ist nunmehr voll...

Die Abrechnug ging noch weiter. Alles, was sich en Bitterkeit unter dem Weihrauchschleier der Wnzig Jahreentre-deux-guerres", der Zeit ' Mischen den beiden Kriegen, in dem Verhältnis Frankreichs zu England angesammelt hatte, brach I spontan hervor, der Verrat in Sizilien, in Syrien, , in Marokko, wo englische Agenten fremde Völker- i Haften gegen Frankreich aufstachelten, die zwei- ; ititige, scheinheilige Haltung der englischen Diplo- i j ntie, die riesige kommerzielle Vorteile für Groß- I j brtannien einstrich und Frankreich in einem trü­gt ischen europäischen Gleichgewicht die undankbare in kostspielige Rolle des Gendarmen zuwies, die imlunfl ! ! Stellung, die England den wortreichen Poli- Von' I iihrn der Volksfronttendenzen gewährte, um die traft Frankreichs auszuhöhlen ...

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zum Morgen tappe ich mich durch unwirtliches bergiges Gelände. Auch der folgende Tag sieht mich noch allein. In einem Haus glaube ich mich ver­stecken zu können. Mühsam arbeite ich mich heran bis auf zwanzig Meter. Da öffnet sich auf einmal die Tür des Hauses und heraus treten drei be­waffnete englische Soldaten. Mich sehen und g e - fangennehmen mar eins. Zu einem eng­lischen Unterstand geführt, verbringe ich in Son­nenglut und räumlicher Enge einen langen Tag und eine lange Nacht.

Witten im Höllenfeuer eigener Bomber.

Am zweiten Tage meiner Gefangennahme be­finde ich mich in Begleitung eines englischen Feld­gendarmen auf dem Wege zum Gefangenen­lager, einer nächst dem Hafen heraklion gele­genen Fabrik, wo schon andere Fallschirmjäger Hausen. Englische Feldpolizei ist auch hier die Be­wachung.

Stunden sind wir schon hier, da scheint auf ein­mal die Hölle um uns loszubrechen: ein Angriff deutscher Sturzkampf- und Bomber­maschinen ist im Gange. Rund um uns bebt die Erde. Häuser fallen ein, ganze Straßenteile. Von unserer Fabrik reißt der Luftdruck explodie­render Bomben den Dachstuhl hinweg. Ich bitte den Wachkommandanten, einen Oberleutnant, doch im Sinne des Völkerrechtes unser Gebäude als Gefangenenlager zu markieren. Er zuckt mit den Achseln, lächelt und geht weiter. Erst auf wieder­holtes Vorhalten bequemt er sich, uns anzuhören. Er würde uns schon von hier weitertransportieren, meint er, könne das aber nicht am Tage verant­worten, da uns wahrscheinlich die kretischen Ein­wohner trotz der Wachmannschaft vom Lastwagen herunterschießen würden.

3m Zuchthaus unter Räubern.

Am Abend des folgenden Tages wandern wir dann von unserer Fabrik in ein neues Quartier, in ein noch nicht ganz fertiggestelltes Zuchthaus, das zwischen der Stadt heraklion und dem Flug­platz liegt, hier scheinen wir unter Räuber geraten zu sein, als die sich die uns bewachenden englischen Soldat en entpuppen. Allen Ge­fangenen nehmen sie Uhren und sonstige Wert­sachen ab. Der Oberleutnant der Bewachung weiß, als ihm hiervon Mitteilung gemacht wird, nichts anderes antworten als:Ich weiß davon, nichts, und selbst wenn es so märe, müßten wir verstehen, daß ein Vorgehen gegen die eigenen Truppen un­möglich fei."

Befreit aus zugenagelten Zellen.

Am Abend des 28. Mai bemerkten wir starke Unruhe unter der englischen Bewachungsmannschaft. Ein darum befragter englischer Soldat teilte uns mit, daß soeben ihrFirst Commander", der englische Dbertommanbierenbe aus Kreta fort»

Vichy, 4. Juni 1941.

Henau ein Jahr mar vergangen seit der Tragödie xn D ü n k i r ch e n, wo die französischen Divisionen ud die französischen Torpedoboote sich aufopferten, iinben schmählichen Rückzug der Eng­ender vom Kontinent zu decken. Jetzt hat M französische Rundfunk in immer wiederholten i nbungen die Erinnerung an jene schmerzdurch- zihlten Tage aufgefrischt, und jeder konnte sich j ger den Verrat Englands Rechenschaft ab- fcen, wenn er aufs neue den Wortlaut der enttvür- Izenden Hilferufe las, die damals von den Gene- r.enFrankreichs, von Admiral Darlan selbst, an i'^oßdritannien gerichtet werden mußten, damit die xglische Flotte aus ihren Schlupfwinkeln hervor- : irn, um sich wenigstens den Anschein einer Aktion i s geben.

Damals ist das englisch-französische . |ün b n i s geftorbe n,'nachdem es vierzig Jahre ! «Men und die Welt in ein Meer von Blut ge= [liebt hatte. Jetzt ist es zu Grabe getragen, und die ! gitschaft des Admirals Darlan hat noch mehr ipgt. Sie hat angekündigt, daß Frankreich aiber Errichtung der neuen Ordnung ! tzilnehmen will. Admiral Darlan hat wei- | gesagt, daß Frankreich entschlossen ist zu han- In, um die Stunde des Friedens zu beschleunigen, Inn, wenn der britische Imperialismus den Krieg diiucht, um Europa zu zerstören Frankreich hat bii Frieden nötig, um zu bestehen und zu wachsen al? einer der wesentlichsten Bestandteile biefcs Eu- fijas."

Das besiegte Frankreich hat lange geschwiegen. Jzt, ein Jahr nach Dünkirchen, hat es gesprochen, -sprachen mit der Kraft der Ueberzeugung, welche #: einjährigen brutalen britischen Ueberfälle auf li Besitz und die Selbstbarstellung Frankreichs fr Imperium und auf ben Meeren allem früheren 11-recht und der einfachen politischen Ueberlegung ikjugefügt haben, hundertzwanzig Milliarden Fanken sind die 792 000 BRT. Schiffsraum wert, bl England seit dem Waffenstillstand Frankreich graubt ober zerstört hat. Das ist mehr als bas, 0 s Frankreich an Deutschland bezahlen mußte .. * Der Nebelschleier, den die geschwätzigen Churchill 110 Eben um die Welt legen wollten, als sie von Frankreich sprachen, ist zerrissen. Es genügte, daß imiral Darlan mit einer einfachen Geste auf die immstößlichen Tatsachen hinwies, auf die hunger- tlirfabe gegen Frankreich, auf die zynischen Luft- togriffe auf exponierte Punkte des französischen Monialreichs, auf die Besetzung ferner, wertvoller Manien in einem Augenblick, als Frankreich durch Sglanbs Schuld machtlos am Boden lag. Das

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fr I I ^gezogen. Am Abend verlas imHotel de la Paix rf | kr Leiter des Jnformationsamtes, Generaliekretar e aW L fiirion, die inhaltschwere Erklärung des Adnu-

| bfls Darlan vor ben Vertretern der französischen : int! der ausländischen Presse. Ein bescheidener Rah- 11 nett, biefesFriedens-Hotel", wo das Jnformations- I W: fein Quartier aufgeschlagen hat und wo 18 I Stimben lang am Tag die Schreibmaschmen klap- ! I#rn und die Vervielfältigungsapparate lausen. In km etwas luftigen, sommerlichen Dekor drängten I fh Franzosen und Journalisten aus allen Landern Ihn ben Generalsekretär Marion. Admiral Dar° In, der Mann, der neben dem Marschall p e - ; h n den Kurs der französischen Politik bestimmt, j N ernst und schweigsam; er hat den von Cnglano en vorigen Jahr bei Dünkirchen an Frankreich ge- üblsn Verrat aus nächster Nähe miterlebt und wird H seines Lebens die Erinnerung daran mit stcy

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Das morsche Empire.

Das über den ganzen Erdball verstreute britische Empire kann selbst bei oberflächlicher Untersuchung durchaus nicht als eine harmonische und organische Einheit bezeichnet werden. Aus dem Gefüge des bri­tischen Weltreiches spricht nicht ein großer schöpfe­rischer Plan, wohl aber erkennt man unschwer aus seiner bunten Zusammensetzung eine Kette von Zu­fälligkeiten, deren einzige verbindende ,^)dee" durch Raub- und herrschinstinkte verkörpert werden. Dar­um weift die Geschichte des Imperium Britannicum auch eine ständige Folge von regierungs-, verwal- tungs- und sührungsmäßigen Wandlungen auf.

Der Weltkrieg hinterließ in dem britischen Em­pire eine Reihe von gefährlichen Spannungen. Die um die Früchte ihrer Kriegsopfer betrogenen Völker begehrten in steigendem Maße nach der ihnen ver­sprochenen Freiheit. Das ganze Konglomerat von Kronkolonien, Protektoraten, selbständigen und halb- selbständigen Reichsgliedern war in Gärung ge­raten. Dieser Entwicklung konnte man in London nicht einfach mit nackter Gewalt begegnen, wollte man die zum Durchbruch gekommene Tendenz des Auseinanderstrebens nicht noch fördern. Man mußte daher eine neue Kompromißlösung zwischen dem Freiheitsdrang der Unterdrückten und dem Verge­waltigungswillen der britischen Plutokratie suchen. Man glaubte sie in der Proklamierung desBritish Commonwealth ok Nations" gefunden zu haben, das als eine Art genossenschaftlicher Skatend und allen am Empire Beteiligten neue Freiheiten zuge­stand und zugleich wesentliche Vorteile sichern sollte.

Mit jener erzwungenen Kompromißlösung tat London den bedeutsamsten Schritt von der souve­ränen Beherrschung zur imperialen Defensive. Wie die fpäteren Aufstandsbewegungen und die poli­tischen Auflehnungen während des jetzigen Krieges in Palästina, Aegypten, Indien, Südafrika ufw. be­weisen, wurden durch jeneWundpflasterpolitik" die entstandenen Spannungen jedoch keineswegs aus der Welt geschafft. Ja, man darf sagen, daß alles, was sie an äußerer Schärfe verloren, sich in den Wurzeln verstärkte und ausbreitete.

Schon aus diesen Gründen hätte England jeden ernsthaften Krieg zu vermeiden suchen müssen. Ge­legenheit gab es hierfür übergenug. Die wieder­holten Vorschläge des Führers hätten Britannien den so notwendigen Frieden einer ruhigen Ent­wicklung sichern können. Allein man lehnte ab und wählte denreizenden" Krieg, um das Reich zu vernichten. Ein Beweis nicht nur für die totale Ver­kennung der machtpolitischen Gegebenheiten, son­dern auch für die politische Senilität Englands, die nicht einmal mehr das Erkennen sowie Jnrechnung- stellen der eigenen Schwächen erlaubte.

In diesem Zusammenhang bedarf es auch eines kurzen Seitenblicks auf die militärische Dekadenz, der für England selbst heute noch ausschlaggebend­sten Waffe: der britischen Flotte. Sie war in allen bisher von den Engländern geführten Kriegen stets der bedeutendste Machtfaktor. Ihre Erfolge waren in ihrer überlegenen Schlagkraft begründet. Die Um­wandlung dieser früheren Angriffswaffe in eine

geflogen sei ... Bei Einbruch der Dunkelheit nageln nun die Bewachungsmannschaften unsere Zellen zu, in denen je sechs bis acht Gefangene zu Haufen hatten, auf den Gängen errichteten sie Stachel- drahwerhaue. 22 ober 23 Uhr mag es gewesen fein, als wir bemerkten, wie drei Schiffe, jedes etwa 2000 Tonnen, darunter ein Zerstörer, in den Hafen einlaufen und mit Leichtern die inzwischen abge­zogenen englischen Truppen an Bord nehmen. Zwi­schen 3 und 4 Uhr morgens läuft dann der Ver­band aus. Sofort versuchen wir, unsere schwer per» barrifabierten Zellen aufzubrechen, was uns schließ­lich bei Morgengrauen gelingt.

Wil einem Gewehr bewaffnet beim Vorstoß.

W i r sind frei und können es kaum glauben. Mit einem von den Engländern zurückgelassenen Gewehr mit wenigen Schuß Munition geht zu» nächst ein Stoßtrupp von fünf Mann vor und trifft auf eine verlassene englische Flakstellung. Bald ist auch die Funkstation besetzt und schließlich kann schon ein stärkerer Trupp mit weiteren gefundenen Waffen zum Flugplatz vorgehen, wo wir mit Luft­landetruppen zusammentreffen. Ich selbst suche noch einmal unser Flugzeug auf, neben dessen Trümmern ich Oberleutnant St. und Oberleutnant Sch. tot vorfinde. Don den anderen beiden Kameraden keine Spur.

Das Ende Kretas. Die Insel in deutscher Hand.

Was nun folgt sind Wunder der Schnelligkeit. Stürmisch drängen unsere Truppen nach allen Sei­ten vor. Der noch im Süden, Osten und Westen stehende Feind weicht zurück, und unaufhörlich er­geben sich ganze Züge und Kompanien. Der letzte Widerstand des Feindes ist gebrochen. Was übrig bleibt, gleicht mehr einer Polizeiaktion als einem kriegerischen Vorgehen. Die englische Herrschaft über Kreta ist zu Ende. Die Insel ist in deutschen Hän­den.

Lügner Churchill am Pranger

Englische Feststellungen.

Stockholm, 5. Juni. (DNB.) Keiner der britischen Soldaten, die sich auj Kreta befanden, so drahtet der Kriegsberichter derDaily Mail", Clif- forb, aus Kairo, habe Churchills Behauptung bestätigen können, daß deutsche Fallschirm­jäger in neuseeländischen Uniformen abgesprungen wären. Allgemein sei ihm versichert worden, daß die Fallscksirmjäger beim Absprung vorschriftsmäßig grünleinene Ueber- kleid er mit Reißverschluß trugen, deren sie sich bann entledigten und in ihren" Uniformen kämpften.

Mit diesem Schlag ins Gesicht gibt Clifford seinem Ministerpräsidenten' die gebührende Zurechtweisung für die Niederträchttgkeit, sogar vor dem versarn- melten Unterhaus es zu wagen, mit gemeinsten Lügen die Ehre der deutschen Truppen onzutasteL