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M- Jahrgang Nr. 2U

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zreitag, 5. September 1941

Gietzener Anzeiger

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vrühlsche Union sttätLdruckerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen SW6it6tH^S*ul#ta6t7-9

Der Augusterfolg in der Atlantikschlacht.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Die Schlacht auf dem Atlantik nimmt weiter ihren für Deutschland erfolgreichen Fortgang. Im Monat August haben unsere U-Boote und un­sere Flugzeuge trotz der kurzen Nächte und trotz der Schwiergkeiten, die damit dem Anpirschen und Verfolgen feindlichen Schiffsraums bereitet wer­den, nicht weniger als über eie halbe Million BRT. feindlichen Schiffsraums versenkt. Dieser Schlag trifft England um so härter, als es gehofft hatte, der Einsatz aller deutschen Waffen im Osten werde den furchtbaren Druck auf die englischen Versorgungswege entlasten. Die Versenkungsziffer spricht nur von einwandfrei versenkten Schiffen. Alle schwerbeschädigten und sonst lädierten eng­lischen Schiffe sind in dieser Zahl nicht enthalten, aber die dadurch ausfallende Tonnage muß eben­falls sehr erheblich sein. Gleichfalls sind die Ver­luste durch Minen nicht mitgezählt. Es steht also fest, daß seit Kriegsbeginn mehr als 13 Mil­lionen Tonnen, also mehr als die Hälfte des englischen Schiffsraums, von deutschen Waffen zu den Fischen geschickt wurde. Der Neubau an Ton­nage spielt demgegenüber keine Rolle, er kann die ständigen Verluste nicht ersetzen, und so kommt einmal der Tag, da England unter dem deutschen Würgegriff der Atem ausgehen wird. Englische Zeitungen haben geschrieben, die Versenkung bri­tischen Schiffsraums sei die Achillesferse Englands. Es ist der Punkt, an dem England sterblich ist.

Jedes jetzt versenkte Schiff wiegt doppelt und dreifach, denn die über 13 Millionen BRT., die be­reits versenkt wurden, fehlen den Engländern und mit jedem Schiff, dos versenkt wird, wachsen die britischen Schwierigkeiten. Der Ausfall der über 13 Millionen BRT. macht sich jetzt auf den Ozeanen insofern stark bemerkbar, als unsere U-Boote, die Tag und Nacht auf der Lauer liegen, kaum noch Schiffe antreffen, die nach England fahren. Einmal trafen sich, wie Kapitänleutnant Kell schildert, z. B. nicht weniger als sechs deutsche U-Boote, die vergeblich nach feindlichem Schiffsraum Ausschau gehalten hatten. Wenn der Engländer die See be­fährt, dann nur in Gestalt von stark gesicherten Ge­leitzügen, die aber ttotzdem eine Beute unserer U-Boote werden. Diese Geleitzüge sind sehr groß, also reichlich unbeholfen, ihr Schutz besteht aus zahl­reichen Zerstörern und vor allem aus Korvetten, die mit den modernsten Abwehrgeräten, Wasser-

Großbritannien verlor bisher weit über 13 Millionen BRT.

Berlin, 4. Sept (BBB.) Die deutsche Kriegs­marine und die Luftwaffe vernichteten nach dem Be­

wertvoller Prisen, die die deutschen SecffreU- kräfte in deutschen Stützpunkten eingebracht haben.

n e rh e i m der finnischen Armee für die Errungen­schaften bei Viipuri und auf der Karelischen Land­enge. Der Tagesbefehl schließt mit den Worten: Von uns wird weiterhin Ausdauer gefordert. Die Zeit ist noch nicht da, um das Schwert mit dem Pflug zu vertauschen. Ein neuer Morgen steigt im­mer klarer vor uns auf und verleiht uns neue Kräfte, um uns aus dem gegenwärttgen Welten­sturm zu einem dauerhaften Frieden hindurchzu-

rlcht des OKW. vom 4.9. im Monat August 537200 BRT. britischen und in britischen Dien­sten fahrenden fremden Handelsschiffsraumes. Sie beschädigten überdies eine große Anzahl feindlicher Handelsschiffe schwer. Zahlreiche weitere Schiffe wurden durch Minenoperationen verfenkt oder be­schädigt.

Großbritannien verlor damit während der zwei Jahre des von ihm angezettelten Krieges durch

die deutsche Kriegsmarine 9 532 700 BRT. die deutsche Luftwaffe 3 555 583 BRT.

insgesamt also 13 088 283 BRT. eigenen oder in seinen Diensten fahrenden fremden Handelsschiffsraumes. Die wahre Berluftziffer stellt sich noch bedeutend höher, denn in der Zahl von 13 088 283 BRT. sind die sehr beträchtlichen Berluste durch den Minenkrieg sowie alle Bernichtun- gen, die nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnten, nicht enthalten. Auch die große Zahl der schwerbeschädigten Schisse, die für den Han­delsverkehr stets lange Zeit ausfallen, ist nicht mit­gerechnet. Und schließlich auch nicht die große Zahl

Der Wehrmachtbericht.

DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 4. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Oft en verlaufen die Kampfhandlungen wei­terhin erfolgreich.

In der letzten Rächt versenkte die Luftwaffe im Seegebiet von The Dash zwei britische Frachter mit zusammen 10 000 BRT. Andere Kampfflugzeuge bombardierten Hafenanlagen an der O st k ü st e der Insel.

Ein Angriff deutscher Kampfflugzeuge in der Rächt zum 4. September auf den Flugplatz Abu Sueir am Suezkanal war besonders erfolg­reich. Bombenvolltreffer zerstörten das Rollfeld und setzten Unterkünfte sowie Munitionslager in Brand.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichs­gebiet fanden weder bei Tage noch bei Rächt statt.

Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten im Kämpf gegen die britische Bersorgungsschiffahrt im Monat August 537 200 BRT. feindlichen Han­delsschiffsraum.

It:

jeder 25 Wien im Küstengebiet abgeschoffen.

Unverminderte Aktivität der deutschen Lustwaffe an allen Fronten.

B e r H n , 5. Sept (DRB.) Donnerstag nachmittag erlitt der Feind in Luftkämpfen über dem Kanal und im französischen Küstengebiet schwere Berluste. Jagdflugzeuge schossen 21 britische Jäger und ein Bombenflugzeug ab. Zwei weitere Bomben­flugzeuge und ein Jäger wurden durch Flakartillerie zum Absturz gebracht. Eigene Berluste traten nicht ein.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen Großbritannien weiter an. Im Einfuhrhafen hüll wurden schwere Zerstörungen in Dockanlagen, Bersorgungsbetrieben und Lagerhäusern durch Bombentreffer angerichtet. In der Grafschaft Lincolnshire wurden eben­falls Hafenanlagen, Bersorgungsbetriebe und Flug­plätze bombardiert und zwei britische Bomber im Luftkampf abgeschossen. Die Ostküste wurde mit ihren Hafenanlagen, die Flugplätze in den Midlands und der Bersorgungshafen R e w c a st l e am Thyne wurden erfolgreich getroffen.

Auch in Nordafrika erzielten deutsche Sturz­kampfflugzeuge in den letzten Tagen bei Tobruk Bombenvolltreffer in britischen Artilleriestellungen und Truppenlagern. Kampfflugzeuge griffen die militärischen Anlagen der britischen Flottenstütz­punkte Alexandria und Port Said wirksam an. Be­sonders weit reichten die Angriffe der deutschen Luft­waffe an der Ostfront. Reben der ständigen Einwirkung auf den Erdkampf stießen sie bis in den Raum von Eharkow und südwest-

l i ch Moskau vor und zerstörten hier die Eisen­bahnstrecken. Auf dem Dnjepr versenkten Sturz­kampfflugzeuge ein fowsetisches Kanonenboot und warfen drei weitere in Brand.

Britische Vorstöße an der Tobruk-Front

im Feuer der deutsch-italienischen Artillerie zusammengebrochen.

B e r I i n , 5. Sept (DRB. Funkspruch.) In Rord- afrika unternahmen die Briten am 2. September i m 0 ft a b i d) n i 11 von T o bruk einen durch Pan­zerkampfwagen unterstützten B o r st o ß gegen die deutsch-italienifchen Stellungen. Der Angrifssversuch blieb im zusammengefaßten Feuer der deutsch-italie­nifchen Truppen stecken. Die Briten mußten sich, ehe sie die Borposten der Achsentruppen erreicht hatten, zurückziehen. Im Weslabschnitt versammelten die Briten eine Anzahl Panzerkampf­wagen, um auch hier ein gewaltsames E r- kundungsunternehmen gegen die deutsch- italienischen Stellungen vorzutragen. Roch vor Be­endigung dieser Borbereitungen wurde die Ansamm­lung der Panzerspähwagen von deutsch-italienischer Artillerie beschossen. Die Briten mußten mit ! ihren Fahrzeugen den Abstellraum nach verschiede- I nen Richtungen räumen.

Erfolgreiche Kämpfe an allen Teilen der Ostfront.

Berlin, 4. Sept. (DNB.) Die deutschen Trup­pen setzten am Mittwoch ihren Angriff im Nord­abschnitt der Ostfront erfolgreich fort. In dresem ©ebiet warf eine Division die Bolschewisten aus gut ousgebauten Feldstellungen. Infolge ihres zähen Widerstandes hatten die sowjetischen Ver­bände große Verluste an Menschen und Material. Der Widerstand wurde überall in oftmals heftigem Nahkampf gebrochen. Die im e st n i f ch e n Kampf­gebiet eingesetzten deutschen Truppen haben den Raum um Reval von versprengten Sowfetsol- daten gesäubert. Vereinzelt auftretender örtlicher Widerstand wurde schnell gebrochen.

An mehreren Stellen der mittleren Ost­front kam es am 3. 9. erneut zu heftigen Kämpfen, in deren Verlauf die Bolschewisten wiederum ver­geblich starke Panzerverbände einsetzten. Im Zusammenwirken aller Waffengattungen wiesen die deutschen Truppen alle Angriffsversuche unter schweren sowjetischen Verlusten ab. 95 Panzer­kampfwagen, darunter sechs schwere Panzer, wur­den vernichtet bzw. erbeutet. Die 293. sowjetische Schützendivision versuchte, den Vormarsch der deut- fchen Panzerkräfte durch einen flankierenden An­griff zum Stehen zu bringen. Das Vorhaben wurde ledoch rechtzeitig erkannt. In kühnem Entschluß schwenkten die deutschen Panzerkampfwagen ein und nahmen ihrerseits die sowjetische Division in die Zange. Die Bolschewisten wurden vernich­tend geschlagen. Eine von ihnen besetzte Ort­schaft wurde genommen. Die Bolschewisten hatten schwere blutige Verluste. 1500 Gefangene wurden eingebracht und große Mengen Kriegsgerät erbeu­tet, darunter 37 Geschütze, zahlreiche Panzerkamps­wagen und andere Fahrzeuge und Waffen.

Im Gebiete des unteren Dnjepr beschotz deutsche Artillerie besonders erfolgreich die sow­jetischen Feldbefestigungen ostwärts des Stromes. Es wurden zahlreiche Volltreffer m Mu­nitionslagern erzielt. Sowjetische Stoßtrupps un­ternahmen in den frühen MorgenstuiFen des 3. 9. Versuche, auf das Westufer des Dnjepr überzusetzen. Einigen Stoßtrupps gelang es, im Schutze der Dunkelheit und des unübersichtlichen Ufergeländes das Westufer zu erreichen. Hier wur-

den die sowjetischen Stoßtrupps jedoch schnell aus- gerieben und vernichtet. Die übrigen sowjetischen Stoßtrupps wurden noch auf dem Strom von den Garben der Infanterie-Waffen und den Lagen der Artillerie erfaßt und vernichtet, bevor sie das Westufer des Dnjepr erreicht hatten. Alle sowjetischen Uebersetzugsversuche endeten mit schweren blutigen Verlusten für die Bolschewisten. In der Nacht zum 2. 9. versuchten bolschewistische Truppen auch eine Landung an der von deutschen Truppen besetzten S ch w a r z m e e r k ü st e. Im Schutze der Nacht näherten sich fünf Boote unter Begleitung eines Kanonenbootes und zweier Schnell­boote. Die deutsche Küstensicherung entdeckte sie frühzeitig und zwang sie durch gut liegende MG.- Salven zum Abdrehen.

Auf dem karelischenFsthmus völlig geschlagen.

Helsinki, 4. Sept. (DNB.) Aus dem finnischen Hauptquartier wird gemeldet: Der Feind, der sich zäh verteidigte, ist auf d e m karelischen I st h- mus völlig geschlagen worden. Die alte Reichsgrenze ist auf der ganzen Länge erreicht worden. Die Kriegsbeute, ist beträchtlich. Bisher sind registriert worden: Viele Hunderte von Autofahrzeu­gen, nahezu 2000 Pferde, viele Dutzende von Kampf­wagen, etwa 300 Geschütze, unzählige Mengen leich­ter Waffen. Die Zahl der Gefangenen erreicht bereits gegen 10 000. Die jpiuberung des westlichen karelischen Isthmus von zerstreuten feindlichen Ab­teilungen wird fortgesetzt. Im Finnischen Meerbusen beträgt die Zahl der versenkten und beschädigten Sowjetschiffe annähernd 200. -ferner sind feindliche Schiffe bei der Besetzung der Inseln in der Bucht von Viipuri und des Hafens von Koivisto (Bjoerko) versenkt und beschädigt wor­den, darunter ein Transportschiff von 2000 BRT., ein' Dreimastsegler und zwei große Prähme mit Munition und anderem Material, u. a. optischen Apparaten und Maschinen voll beladen.

In einem Tagesbefehl dankt Feldmarschall 501 an-

kämpfen."

Mit her Knegsverdienstmehaille ausgezeichnet.

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Der Führer verlieh einer Anzahl von Frauen in Rüstungsbetrieben, die unter besonders schwierigen Verhältnissen kriegswichtige Arbeit leisten, die Kriegsverdienstmedaille. Die llebergabe der Me­daille erfolgte durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Rechts sieht man Reichsfrauenführerin Frau Scholtz - Klink.

Auf den Schlachtfeldern von gestern.

Von unserem Dr.P.-Korrespondenten.

Brüssel, September 1941.

I

Straßen des Sieges.

Nur ein Jahr ist es her. Da drängten sich noch auf dieser breiten Straße vor uns Marschkolonnen singender Soldaten mit Stahlhelm und Karabiner, Panzer, Züge von Lastkraftwagen, dampfende Pferde und knarrende motorisierte Verbände. Das Geröll der zusammengebrochenen Häuser war not­dürftig von der Mitte der Dorfstraße beiseitegefegt. Draußen, vor den Dörfern hielten staubüberkrustete Privatwagen, bepackt mit zerbeulten Koffern, Bün­deln und Betten, besetzt mit Flüchtlingen, die ge­rade aus Südfrankreich nach Belgien zurückgekehrt waren. Es roch nach Staub und Schweiß, nach dem letzten schwelenden Brandgeruch des Krieges.

Zwölf Monate genügten, um das Bild dieser belgischen und nordfranzösischen Straßen und Städte gründlich zu verändern. Dort, wo damals der Kriegslärm tobte, Flugzeuge über die Landschaft donnerten und die Kirchglocken in den Dörfern Sturm läuteten'* öd),)! nur hin und wieder ein Holzkarren, der die Bauern zur Feldarbeit hinaus­bringt. Vielleicht kommt einmal ein grau gestriche­ner Militärwagen in fliegendem Tempo herange- brauft, aber gleich wieder wird es still. Eine heiße Sonne brennt auf die Felder, deren Ernte jetzt ein­gebracht ist. Das Heu am Straßenrand duftet, und das Gezirp der Vögel übertönt den surrenden Mo­tor unseres Wagens.

Eine friedliche Landschaft, wenn die Denkmäler nicht wären. Aber stille, ernste Denkmäler im freien Felde zeigen, daß diese Wie­sen und Kornfelder immer wieder Aufmarschge­biete waren, daß zwischen den Weiden und Ka­nälen Flanderns, unter dem mattblauen Himmel Frankreichs, an dem hier im Norden ständig sanfte weiße Wölkchen entlang ziehen, stets die Spannun­gen Europas zum Austrag kamen. Dicht hinter Brüssel schon steht auf einem steilen, künstlich auf­geschütteten Hügelder Löwe von Water- l o o", in Stein gehauen, das Wahrzeichen der vielbe­rühmten Entscheidungsschlacht. Unweit davon be­finden sich die Denkmäler der damals Alliierten. Auch die alte wallonischeFerme", ein großer weißgekalkter Bauernhof, steht, noch gerade so da, wie ihn Stendhal beschrieben hat, als dorthin nach der historischen Schlacht die Verwundeten ge­tragen wurden. Ein Dutzend Kilometer weiter er­hebt sich ein weiteres Denkmal,Friedrich Wil­helm, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg kämpfte und fiel unweit dieser Stätte an der Spitze seiner Truppen am 16. Juni 1815", steht auf der einen Seite des hohen Steinblocks, der mit dem braunschweigischen Löwen gekrönt ist, und auf der anderen Seite heißt es:Dem Andenken des Helden und seiner mit ihm für Deutschland gefalle­nen Krieger. Das dankbare Vaterland." Möglich, daß der eine oder der andere im vorigen Jahr aus feinem Wehrmachtwagen stieg, um dieses hart an der Straße und mitten in den Feldern liegende Denkmal zu betrachten, das an die Tage erinnern soll, an welchen genau vor 125 Jahren viele an

dieser Stelle hier glaubten, das Gesicht Europas bestimmt zu haben.

Wieder kommen Felder, Weiden, Dörfer und Städtchen, und schon werden auf den Hügeln in der Ferne die großen weißen Erinnerungstafeln sichtbar, die an die T o t e n d e s Weltkrieges mahnen, mit französischen, deutschen und englischen Inschriften. Zu diesen nun auch schon historisch ge­wordenen Vermächtnissen kommen die neuen Erinne­rungszeichen, Male des Sommerfeldzuges von 1 940. Vorläufige Gräber, geschützt voff einem Holzgitter, säumen rechts und links den lPegrand. Da liegen Panzerschützen, die wahrscheinlich aus der grünen Schlucht dort drüben, in deren Gestrüpp jetzt die Brombeeren reifen, damals beschossen wurden. Noch stecken die schwarzen Mützen der gefallenen Panzerschützen auf den kleinen Holzkreuzen. Der Schnee, der Regen und die Sonne haben die Mützen ein wenig gebleicht. Doch allein ihr Vorhandensein genützt, um zu zeigen, wie neu, wie jung, wie frisch diese Vergangenheit ist, die sich über die Geschehnisse dieser Straße gebreitet hat, auf der die deutschen Truppen in so atemraubender Schnelligkeit vor- wärtsdrangen. Was an Resten der Schlacht übrig blieb, dient heute anderen Bestimmungen. Ein Pan­zer auf freiem Felde wurde zur Wohnung eines Einsamen. Ein anderer dieser stählernen Kampf­wagen, den die Engländer am Dorfrand festfuhren, ist heute eine Burg kindlicher Spiele. Und die wilden Kaninchen, die aus den Bunkern der verlängerten Maginotlinie hinausschauen, finden, daß man ihnen noch nie so kostspielige Wohnungen errichtet hat, wie in der fortgeschrittenen Zeit des 20. Jahrhunderts.

Deutsch-flämische Zusammenarbeit.

Brüssel, 4. Sept. (Europapreß.) Die deutsch- flämische Arbeitsgemeinschaft kann auf ihr einjahri- ges Bestehen zurückblicken. Es handelt sich um einen Kreis reichsdeutscher und flämischer Personen, die sich nach Beendigung des Krieges in Belgien zusam­menfanden, um das kulturelle Leben auf einer ger­manischen Grundlage in Belgien zu festigen. Um dies zu erreichen, wurde eine Monatsschrift De V l a g" begründet, die in deutscher und flä­mischer Sprache erscheint. Ferner werden Konzerte, Theateraufführungen und Vortragsabende veranstal­tet, die sich einer wachsenden Anteilnahme bei der Bevölkerung erfreuen. Nachdem im Anschluß an die deutsche Industrieausstellung in Brüssel eine Aus­stellung der flämischen Industrie und des flämischen Handwerks stattfand, ist jetzt die Herausgabe einer wirtschaftlichen Wochenschrift sowie Studienreisen flämischer Wirtschaftler nach Deutschland vorgesehen. Damit vor allem auch die Jugend im Gedanken der deutsch-flämischen Zusammenarbeit erzogen wird, sollen die Kinderverschickunaen nach Deutschland, die in diesem Jahr einen Umfang von 10 000 Kindern annahmen, ausgedehnt werden. An den Universitäten Brüssel, Gent und Löwen wurden Arbeitszellen unter den Studenten einge­richtet, die einen deutsch-flämischen Studenten­austausch vorbereiten.