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ge entdeckt man den Ritzen und

OJL-'fpovt

Aus der engeren Heimat

ufmäßig da gibt es keine Neugierde, )ses Bedauern, keine unaufrichtig gemein»

feiten beri

(Nachdruck verboten.)

48. Fortsetzung.

[Uten am meisten

klarer lächelt vor

Die Dominiks.

Roman von Hellmuth M. Böttcher.

Es kommt nicht darauf au, datz wir kauen, sondern wie wir kauen, und das hängt von unseren Zähnen ab.

Amtsverschwiegenheit verpflichtet. Da ist sie gesichert legen Klatsch und- Verdächtigungen, gegen eine Preisgabe ihres Selbst.

Martha Lind macht sich fertig, um zu Dr. Klarer zu gehen. Der wird als tüchtig und gewissenhaft geschildert. Auch Friedrich Dominik arbeitet ja mit ihm. Schon das ist in ihren Augen eine Empfeh­lung.

Und dann fort ganz fort Nie wieder einen Fuß in dieses Haus setzen müssen! Irgendwohin, wo man sich verstecken kann ... sie legt ihren Schmuck, ihr Geldkästchen, Wäsche in einen Koffer.

Ob sie Brigitte vorher etwas sagt?

Nein, nicht jetzt. Erst muß sie selbst Klarbeit haben. Wozu das Kind noch mehr belasten? Am besten ist es, Brigitte weiß überhaupt nichts Nähe­res. Sie braucht ihren Vater mehr als ihre Mutter. Mag sie also denken, datz ein Unrecht die Mutter aus dem Hause treibe. Irgendwann wird sich dann schon das Rechte erweisen.

Aber eine kurze Nachricht will sie ihr doch da­lassen. ? .

Martha Lind schreibt ein paar Zeilen auf einen Bogen. Die Tränen laufen ihr dabei wieder übers Gesicht. Schnell steckt sie noch Brigittes Bild ein, legt den Brief auf die Schreibtischkante. Dort wird Brigitte ihn nachher schon finden

Leise huscht sie über den Teppich, zieht die Tür hinter sich zu. Das Schloß knackt laut. Sie weiß selbst nicht, worüber sie erschrickt.

Dann verläßt sie das Haus über die Hintertreppe.

Vorne könnte ihr vielleicht jemand begegnen, und sie mag jetzt keinen Menschen sehen. Keinen.

Scheidungsgründe! Falls zum ..

feine Ehepflichten schwer verletzt oder durch ehrloses Verhalten eine so tiefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses verschuldet hat, daß dem andern Teil die Fortsetzung der Ehe nicht zugemutet werden

kein taktloses Bedauern, keine unaufrichtig gemein­ten Ratschläge. Da gibt es nur ein kaltes, geschäfts­mäßiges Wägen, ein juristisches Prüfen, ein nüch­ternes Erkennen. Außerdem ist der Anwalt zur

feinen 7 5. Geburtstag feiern. Wir wünschen den Jubilaren noch einen recht langen, gesunden Lebensabend.

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Der Schild des Gobieski

Oer Sternhimmel im August.

Von Dr. Erwin Kossinna.

kann."

Und diese relativen Scheidungsgründe liegen die hier vor?" fragt Martha anAtooll.

Dr. Klarer zieht die Achseln hoch.

Tja, meine sehr verehrte gnädige Frau, das ist Anschauungssache. Ihr Mann wird einwenden: Meine Frau hat mich gereizt Dinge geduldet und gefördert, die ich nicht wünschte. Und Sie müß­ten Ihrerseits also beweisen, daß eine von Ihnen nicht verschuldete Pflichtverletzung Ihres Gatten gegen Sie vorliegt ..

Das bedeutet also", fragt Marcha fassungslos, ,daß mein Mann die Möglichkeit hätte, all das, was er mir zu Hause vargeworfen hat, vor Gericht zu wiederholen--?"

Jawohl. Und sogar: unter Beweis zu stellen. Er könnte Herrn Dominik als Zeugen für die Dinge benennen, die damals im Anschluß an Ihr Hochzettsfest geschehen oder nicht geschehen sind."

Rechtsanwall Dr. Klarer ist ein nüchterner Mann. Ihn interessiert am Fall Lind nur die juristische Seite. Er fragt behutsam und scheinbar unbeteiligt. Er verliert dadurch gleichsam einen Teil seiner menschlichen Wesenhaftigkeit, und das, was Martha Lind spricht, wird mehr zu einem Selbstgespräch als zu einer Anklage. Sv kann sie in die geheimen Ab­gründe ihrer Ehe hinableuchten, kann anbeuten, wo

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Oas Silberfischchen, ein Schädling in unseren Wohnungen.

Trotz feiner Verbreitung und seines häufigen Auftretens ist dasSilberfischchen" in wei­ten Kreisen als Hausschädling^ wenig be­kannt.Ein niedliches und harmloses Tierchen , so lautet die Meinung vieler, wenn es blitzschnell ein­mal vorüberhuscht. Und dach kommt eine große An­zahl von Schäden in unseren Wohnungen an Tape­ten, Möbelbezügen, Wäsche und Lebensrnitteln allem auf fein Schuldkonto. Da das Silberfischchen aus- chliehlich des Nachts auf Nahrungssuche geht, steht manche Hausfrau dem so angerichteten Schaden ratlos gegenüber, ohne daß sie weiß, daß dieses kleine, nur etwa 1 cm lange Tierchen daran

letzte Grund Ihres Besuches, gnädige Frau, genau der gleiche Streit ... und immer ist es, wie beim Schachspiel, die Dame, bie bie Figi durcheinanber wirbelt ..." Dr. Kl

sich hin. Er freut sich über seinen Vergleich, ben er für geistvoll hält.Herr Linb hat bei seiner Partie offensichtlich Pech. Auch gestern stand er stark im. Schach, und für heute hat sich der Herr Direktor Dominik bei mir angesagt, um mit mir das Weitere zu besprechen. Wahrscheinlich wartet er sogar schon- draußen im Vorzimmer ..."

30. Deutsches Meisterschastsruderu.

Das 30. Deutsche Meisterschasts- rudern in Berlin-Grünau brachte folgende Er­gebnisse:

Frauen-Einer: 1. Friedel Haack (Postsport Frankfurt a. M.) 3:45,3; 2. Susi Foglar (Brünner RK. Bruna) 3:48; 3. Inge Oehlenschlciger (Lübecker Frauen RG. 07) 3:52. Leichtgewichts- Vierer o. St.: 1. Bremer RV. 1882 5:57,4; 2. Renngem. Sport Borussia-Märk. Wassersport-Ber­lin 6:01,3; 3. RV. Collegia Charlottenburg 95 6:06,2; 4. frankfurter RG. Oberrad 79 6:08,2. Zweier m. St.: 1. Frankfurter RG. Germania (Oskar Glock-Ludwig Rumbler, St. Willy Günther) 6:37,3;; 2. Dessauer RV. 87 6:44,3; 3. RV. Friesen Berlin 6:50,3. Doppelzweier: 1. RC. Ti­tania Charlottenburg 5:42,3; 2. Renngem. RV. Rüsselsheim-DRV. Amsterdam 5:47,3. Dop­pelvierer m. St.: Frauen: 1. Erster Frauen- NC. Hannover 28 3:07,4; 2. Frankfurter RV. 65 3:08; 3. Froh Volk Berlin 3:13,3. Achter: 1. Berliner Ruder-Club 5:05; 2. Renngem. Allianz 5:06,6; 3. Renngem. Wien 5:10.

Fußballblihiurnier in Leihgestern.

Anläßlich des 15jährigen Bestehens veranstaltete die Spielvereinigung 1926 Leihgestern am vergan­genen Sonntag ein Jugendblitzturnier. An diesem Turnier nahmen teil: Großen-Linden, Klein-Lin­den, Niederweisel, Watzenborn-Steinberg, Grün- berg, Stadtjugendmannschaft Gießen und außer Konkurrenz Leihgestern. Die ganze Veranstallung war ein voller Erfolg. Der Vereinsführer der Spiel­vereinigung Leihgestern begrüßte die Gäste. An­schließend wurde der gefallenen Kameraden der Spieloereinigung 1926 Leihgestern K. Laux, K. Heß und R. Wedemann gedacht.

Tv. Großen-LindenTeutonia" W.-Steinberg 3:0.

Beide Mannschaften traten in stärkster Aufstellung an. Großen-Linden zeigte das bessere Spiel und gewann verdient. Watzenborn-Steinberg spielte zer­fahren und fand sich zu keiner geschlossenen Leistung zusammen.

Leihgestern 1. Nieber-Weifel 1. 5:0.

Dieses Spiel war von Anfang an temperament­voll und schnell. Das Resultat entspricht dem Spiel­geschehen, denn die 1. Jugend von Leihgestern führte ein Spiel vor, wie man cs in den vergan­genen Verbandsspielen von ihnen gewöhnt war. Nieder-Weisel kämpfte tapfer und ließ sich nicht entmutigen, konnte aber nicht verhindern, daß der Sturm von Leihgestern zu 5 Erfolgen kam.

Tv. Großen-Linden 1. Grünberg 1. 4:3.

Grünberg, das in den Vorspielen Freilos gezogen hatte, traf nun in seinem ersten Kampf auf den Sie­ger des ersten Spieles Großen-Linden. Dieses Spiel

men die Tierchen aus ihren Verstecken heraus und gehen auf Nahrungssuche.

Dann werden die Tapeten von der Rückseite wegen des stärkehaltigen Kleisters benagt und oft auch von der Vorderseite her in Nähe der Scheuer, leisten, Türpfosten und Lichtleitungen angefreffen. Auch vor Lederwaren, Büchern, Woll- und Seiden­stoffen und was besonders unangenehm ift auch vor Lebensrnitteln wie Mehl, Graupen, Grieß und Haferflocken machen sie nicht halt.

Buhbach-Licher Eisenbahn AG.

* Butzbach, 4. Aug. ImHessischen Hof" fand dieser Tage die diesjährige Generalversammlung und die Aussichtsratsfitzung der Butzbach- LicherEisenbahnAG. statt. Beide Tagungen wurden von dem Vorsitzer des Aufsichtsrats mit Gedenk- und Dankwort für den verstorbenen stell­vertretenden Vorsitzer Oekonomierat Hofmann eröffnet. In der Tagung konnte festgestellt werden, daß bei dem Betriebsüberschuß von rund 180 000 Reichsmark im Jahre 1940 dem Erneuerungsfonds 144 000 RM. zugewiefen werden konnten. Der Ge- fchäftsbericht wurde gutgeheißen. Für die Allgemein­heit von Interesse sind die Fahrplanbespre­chungen. Dem Vertreter des Landratsamts Fried­berg konnte für die Wünsche, die er aus feinem Be­zirk vorbrachte, Entgegenkommen ßugefagt werden. Auch den an der Strecke LiehGrünberg liegenden Gemeinden, denen jede Frühverbindung fehlt, wurde in Aussicht gestellt, daß an die Einrichtung eines Triebwagenoerkehrs gedacht werden soll. Eine Ver­wirklichung ist aber in der gegenwärtigen Zeit nicht möglich. Da darauf hingewiesen wurde, für den Winterfahrplan fei unbedingt dafür zu sorgen, daß die fünf Streckengemeinden mindestens an einigen

bie Erfahrung des Juristen ausdeutet, kann beken­nen, wo der Anwalt erkennt.

Als sie fertig ist, holt er eines seiner dicken Bücher hervor, legt, ohne hineinzusehen, feinen Finger zwischen zwei Seiten und faßt dann seine Meinung zusammen:

An sich sind die Ehegatten einander nach dem Gesetz zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet. Stellt sich aber das Verlangen eines Ehegatten nach Herstellung dieser Gemeinschaft als Mißbrauch seines Rechtes dar, so braucht der andere Ehegatte dem Verlangen nicht Folge leisten. Das gleiche gilt, wenn dieser berechtigt ist, auf Scheidung zu klagen." Martha atmet erleichtert auf. Es gibt also für sie Rechtsbestimmungen, die sie schützen.

Klarer hebt die Hand, als wolle er vor über­eilten Schlüssen warnen.

Ob Sie auf Scheidung klagen können, ist nicht mit einem Satze zu beantworten. Der Gesetzgeber hat zwar eine Anzahl von Voraussetzungen benannt, bei denen die Ehe ohne weiteres zu trennen ist: Lebensnachstellung, bösliche Derlassung, Ehebruch, aber dergleichen liegt offenbar bei Ihrer Ehe, nicht vor. Es bleiben also die sogenannten relativen Beispiel ein Ehegatte zt oder durch ehrlt'

war wohl das ausgeglichenste und temperament­vollste. Hier wurde Großen-Linden glücklicher Sie» ger.

Sladkmannfchaft 1. Leihgestern 1. 4:1.

Leihgestern, das außer Konkurrenz spielte, strengte sich sichtlich nicht mehr an, um für das Freund» schaftsspiel gegen Butzbach einigermaßen gewappnet zu sein. Trotzdem brauchte das Spiel nicht verloren zu gehen, wenn man nicht allzu leichtsinnig gespielt hätte. Gießen gewann auch hier verdient, wenn auch zu hoch.

Leihgestern 2. Jugend Buhbach 2. 7:1.

In einem sehr schönen Freundschaftsspiel blieben die kleinen Leihgesterner hoch mit 7:1 Sieger.

Stadlmannschaft 1. Großen-Linden 1. 2:0.

Großen-Linden, das seinen Mittelläufer ersetzen muhte, war somit gezwungen, das Endspiel ge­schwächt zu bestreiten. Beide Mannschaften spielten zuerst sehr zerfahren. Gießen kam zum Schluß besser durch und konnte mit 1:0 in Führung gehen. Nun setzte Großen-Linden alles auf eine Karte, aber das Glück war bei den Gießenern, die mit einem zweiten Treffer das Spiel beendeten.

Leihgestern 1. Jugend Buhbach 1. Jugend 3:0.

Dieses Spiel war wohl der schönste sporlliche Abschluß des Turniers, es war ein schneller und technisch hochstehender Kampf, den Leihgestern ver- dient gewann. Das Spiel hatte in dem Schiedsrich­ter Schlitz (Gießen) einen aufmerksamen und ge- rechten Leiter. Auch die beiden Kampfrichter Wie- nabt und Geißler leiteten die Turnierkämpfe einwandfrei und sicher. Sämtlichen beteiligten Mannschaften gebührt ein Gesamtlob für den vor­bildlichen Sportgeist, den jeder einzelne Spieler an den Tag legte.

Nachdem die Kämpfe ihren Abschluß gefunden I hatten, übergab der Vereinsführer von Leihgestern dem Sieger den Pokal. Bannfachwart Schlitz, un­ter dessen Aufsicht das Turnier stattfand, überreichte dem Bannmeister Leihgestern die Bannmeisterehren- I urkunde.

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Frau Lind hebt ben Kopf.

Das würde mich rechtfertigen!"

Der Anwalt macht wieder seine behutsame Hand- beroegung.

Dor Gericht, ja, gnädige Frau. Wer vor der Oeffentlichkeit? Die Oeffentlichkeit pflegt über die Zu­verlässigkeit solcher--- Kavalierseide sich ihre

eigene Meinung zu bilden. Ich halte es für meine Pflicht als Jurist, auch die menschlichen Momente mit meinen Klienten zu besprechen und auf bie \ immerhin bedenklichen Möglichkeiten hinzuweisen. An sich hätte ich am allerwenigsten Grund, Herrn Lind zu schonen, nachdem er mir gestern in öffent» , kicher Versammlung Andeutungen gemacht hat, bie Dr. Klarer schnappt aufgeregt nach Luft.Anbeu- . hingen", wiederholt er,Andeutungen, die mit einer bloßen Verärgerung nicht entschuldbar sind. Uebrigens ist es interessant, wie sich hier immer wieder dieselben Kreise überschneiden. Gestern, in der Generalversammlung, ging es um ben Streit Linb Dominik, unb heute, scheint mir, ist der

Martha muß sich Zwang antun, um nicht zeigen, wie sehr diese Mitteilung sie erschreckt. Seid Jahr unb Tag ist sie jeder Begegnung mit bent Manne ausgewicyen, bem sie ihr Wort gegeben: unb gebrochen hat und den sie dennoch geliebt hat.- Unb nun vielleicht sitzt Friebrich Dominik im Neben- zimmer?

Gerabe heute, wo sie sich von Lind trennen toiiu da ist Friebrich Dominik da, unentrinnbar, vom Schicksal bestellt ... ,

Was raten Sie mir nun in meiner Sache?

wendet sie sich wieder an Dr. Klarer.

Der Anwalt legt sein Gesetzbuch vor sich auf dem Tisch und packt die Hand schwer darauf.

(Fortsetzung folgt)

Marcha Lind hat sich in ihrem Zimmer einge- schlossen. Sie muß mit sich allein fein, ganz allein, wenn sie sich über ihre Entschließungen klar werden will.

Was nun?

Unmöglich, noch eine Nacht im Hause Mattheus Linds zu verbringen, sich neuer Schmach, neuer Be­leidigung auszusetzen. Also muß sie fort Noch heute. Am besten gleich.

Aber wohin? Verwandte hat sie nicht, wenigstens keine, die ihr nahe genug ständen, baß sie bei ihyen Zuflucht suchen könnte. Ihr Vermögen verwaltet Lind. Sie hat also nicht einmal bie Mittel, sich unabhängig von ihrem Manne zu halten. Sie weiß nicht einmal, wie groß ihr Vermögen eigentlich ist.

Freunde, die sie beraten können, besitzt sie auch nicht. Dann müßte sie erklären, beschreiben, an» klagen, ober gar sich entschulbigen, ba, wo keine Schuld für sie besteht.

Sie sieht bas mitleidige Achselzucken ihrer Be­kannten schon jetzt. Hört die Antworten ihrer Be- ^schrecklich! Schrecklich! Wer hätte so etwas gedacht! Da ist schwer zu raten. Das beste wäre, meine sehr verehrte gnädige Frau, Sie vergäßen die Szene vom Dormittag^imd täten, als ob nichts geschehen märe. Glauben Sie mir, es wäre wirklich das beste. Wo Sie so lange mit Ihrem Gatten glücklich und zufrieden gelebt haben ..."

Hllfe fände sie bei all diesen Menschen natürlich erst recht nicht. Wer würde es wagen, sich mit Mattheus Lind zu verfeinden?

In der ganzen Stadt gäbe es bloß einen einen einzigen, der wirklich helfen könnte und helfen würde. Aber dieser eine einzige kommt natürlich erst recht nicht in Frage, er am wenigsten von allen _

Ob man sich einem Rechtsanwalt anvertraut? Er hat Erfahrung, und er behandelt Ehestreitig-

Da das Leben der Silberfischchen an eine gewisse Feuchtigkeit der Räume gebunden ist, besteht die ein­fachste und zweckmäßigste Bekämpfungsmaßnahme in der Erzeugung trockener Hitze. Man schließt z. B. im Hochsommer in den befallenen Raumen die Türen unb Fenster unb unterhält ein kräftiges Holz­ode r Koksfeuer solange, daß die Wärme mindestens volle 24 Stunden einwirken kann. Auffallend feuchte Stellen an den Wänden werden mit Hilfe elektri- scher Heizsonnen planmäßig ausgetrocknet, um ben Silberfischchen bie Brutplätze zu nehmen. Danach müssen alle Löcher in Ritzen, Dielen, Balken, Scheuerleisten unb Wänben sorgfältig verkittet, aus- gegipst ober sonstwie abgebichtet werben. Mit gutem Erfolg kann man auch frisches Insektenpulver an ben Stellen ausstreuen, wo bie Tiere hervorkom­men. Sie müssen dann burch bie gestreute Pulver» I schicht und gehen auf ®runb der bei dem ^Durch-

Wochentagen eine Frühfahrgelegenheit haben müssen, wenn sie in der ungünstigen Jahreszeit nicht vom Verkehr ausgeschaltet werben sollen, würbe ver­sprochen, baß bie nötigen Verhandlungen alsbalb geführt werben, um ben bescheidenen Wünschen ber Anliegergemeinden, die für die Bahn große Opfer gebracht Haden, Rechnung zu tragen, so daß ber Winterfahrplan bie erhoffte Besserung bringen wirb, unb spätere, günstigere Zeiten alle berechtigten Wünsche ber Gemeinden erfüllen. Zum stellver- tretenben Vorsitzer bes Aufsichtsrats würbe Bürger­meister Dr. Mörschel aus Butzbach gewählt.

Kreis Dehlar.

* Wißmar, 4. Aug. Am vergangenen Sams­tag brachte bie Gaufilmstelle der NSDAP, ben TonfilmE i n Leden Ian g". Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Mit großer Span­nung wurden die Wochenschau sowie der Hauptfilm von den Besuchern verfolgt. Joh. Heinr. Wag­ner konnte in geistiger und körperlicher Frische sei­nen 8 3. Geburtstag feiern. Der Jubilar nimmt noch regen Anteil an ben Geschehnissen ber jüngsten Zeit, auch ist er noch bei landwirtschaft- lichen Arbeiten tätig. Ebuarb Bechtholb, Werkmeister i. R., konnte ebenso in aller Frische

Im August macht sich die Abnahme der Tages­länge bereits sehr bemerkbar. Um nahezu zwei Stunben ist ber Tag am Enbe bes Monats kürzer als am Anfang. Mit ben länger merbenben Aben­den verschwindet auch ber nächtliche Dämmerungs­schein, ben wir im Juni unb Juli im Norben beob­achten konnten und ber bie schwächeren Sterne unseren Blicken entzog. Wenn kein Monbschein herrscht was in diesem Monat nach bem 10. ber Fall ist, tritt an klaren Abenben etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang ber Fixsternhimmel mieber prachtvoll in Erscheinung. In großem Bogen überspannt bas feingeglieberte, glitzernbe Banb ber Milch straße den ganzen Himmel vom Per­seus im Norbosten bis zum Schützen im Südsüd- westen.

Heber dem Bild des Schützen bemerken wir m der Milchstraße eine auffallend Helle Sternenwolke, die diesem Teil des Himmels ein besonderes Ge­präge verleiht und einen ständigen Schmuck der Spätfommernächte bildet. Es ist die sog.Schild- wolke", welche die Form eines dreieckigen Schildes hat. Scharf hebt sie sich gegen die dunklere Um­gebung ab. Ihren Namen verdankt die Schildwolke dem Danziger Astronomen H e w e l i u s , der sie zu Ehren feines Gönners, des Polenkönigs Johann ©obieffi,Schild des Sobiefki" nannte.

Damals, vor über 200 Jahren, ahnte man freilich nicht bie ungeheure Ausbehnung dieser großen Sternensammlung. Erst die genauen Messungen ber moberneren Astronomie unb bie photographischen Ausnahmen Haden uns eine Vorstellung von bem Bau unb bem Ausmaß der Hellen Milchstraßenwol­ken gegeben. Auf Grund von 105 Aufnahmen, die alle Sterne bis herab zur 19. Größenklasse zeigen, sand Krieger für ben Durchmesser ber Schild­wolke 1500 Lichtjahre, als Entfernung rund 9000 Lichtjahre (1 Lichtjahr - 9% Billionen Kilometer). Von der Sternwolke, der unsere Sonne angehört, ist die Schildwolke durch einen breiten, äußerst sternarmen Raum getrennt. Die Dichteverteilung ber Sterne in ber Schildwolke ist eine ähnliche wie in der Sonnenumgebung; wie hier ist auch bie Zahl ber Zwergsterne erheblich größer als bie ber Riesen. Die Gesamtzahl aller in ber Schilbwolke vereinigten Sterne beträgt etwa eine Million. Ein lichtstarker Feldstecher zeigt uns den glänzenben Sternhaufen M11 am Nordrand ber Schilbwolke, wo also bie Sterne erheblich bichter stehen als in ber übrigen Wolke. Trotzdem ist auch hier ihr gegenseitiger Ab­stand so groß, daß ein innerhalb des Sternhaufens befindlicher Beobachter bie Sterne genau so punkt­förmig sehen würbe, wie uns bie hellsten Fixsterne an unserem Himmel erscheinen.

Die Schilbwolke liegt in bem linken helleren ber beiben Arme, in bie sich die Milchstraße südlich vom Schwan gabelt. Diese Aufspaltung des leuchtenden

Bandes wird durch ausgedehnte kosmische Staub­massen hervorgerufen, die das Licht der hinter ihnen stehenden Sterne abschirmen. Die Trennung in zwei Arme ist also nur scheinbar.

Am Westrande der Milchstraße strahlt die bläu­lich weiße Wega in der Leier. Mit Deneb im Schwan und Atair im Adler bildet dieser hellste Stern des Sommerhimmels ein langgestrecktes Dreieck. Westlich davon bemerken wir das große Sternbild des Herkules, den zierlichen Halbkreis der Nördlichen Krone und schon ziemlich tief im Westen den gelben Riesenstern Arktur im Bootes.

Wenden wir unseren Blick nach Osten, so sehen wir nahe der Milchstraße die große, aus einem Sechseck und einem Quadrat bestehende Figur des Pegasus, an den sich nach links die leicht geschwun­gene Sternlinie der Andromeda anschließt. Em milchiger Lichtfleck über dem zweiten Stern dieser Reihe, von links gerechnet, verrät schon dem freien Auge die Lage des berühmten Spiralnebels in der Andromeda. Darüber erblicken wir die Kassiopeia, deren helle Lichtpunkte ein lateinisches W an den Himmel zeichnen. Hier und in dem nach links unten folgenden Perseus ist die Milchstraße besonders reich an helleren Sternen. Tief im Nordosten fun­kelt die Kapella, der Hauptstern des Fuhrmanns.

Den Himmelswagen im Großen Bär finden wir im Nordweften, wo er rückwärts rollend, mit fort­schreitender Jahreszeit tiefer sinkt und sich der Nordrichtung nähert. Um den vom Polarstern her­abhängenden Kleinen Wagen schlingt sich die ge» gewundene Sternlinie des Drachen.

Von den Planeten kann Merkur in der ersten Augustwoche kurze Zeit während ber Morgendäm­merung tief im Ostnordosten beobachtet werden. Venus ist Abendstern, jedoch nur eine halbe Stunde lang sichtbar. Mars geht Mitte August bereits um 21 Uhr Ortszeit auf. Sein Abstand nimmt während des Monats von 93 Mill, auf 70 Mill. Kilometer ab, die Helligkeit des Planeten wächst dementsprechend merklich an. Jupiter und Saturn erscheinen Anfang des Monats gegen Mitternacht, Ende August bald nach 22 Uhr Som­merzeit im Osten. Um die Mitte bes Monats bilben Mars, Jupiter unb Saturn zusammen mit bem ab- nehmenben Monb eine prachtvolle Konstellaltion am Osthimmel.

Die Nächte vom 10. bis 13. August bringen erfahrungsgemäß eine Häufung von Stern­schnuppen, bie scheinbar aus bem Perseus ausstrahlenben Perseiben, winzige Meteore, die mit einer Geschwinbigkeit von 60 Kilometer in ber Se- Eunbe in bie Atmosphäre einbringen unb bereits in über 100 Kilometer Höhe aufleuchten.

Der Monb zeigt folgenbe Hauptlichtgestatten: Vollmonb am 7., letztes Viertel am 15., Neumond am 22., erstes Viertel am 29. August.

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Seinen Namen verdankt das Silberfischchen ein­mal seiner locker sitzenden silbergrauen Beschuvpung der Körperoberseite, andererseits führt es ähnliche chlängelnde Bewegungen aus wie ein auf das Trockene geratener Fisch. Am Tage entdeckt man es höchst selten, weil es sich in " .u.lu,4 unv ........

Spalten des Fußbodens, der Balken, Ql.ntcr [aufen erfolgenden Bestäubung ein. Scheuerleisten, Tapeten und allen möglichen Kisten und Kasten verborgen hält. Jedoch des Nachts kom-1