von den Briten von vornherein als ein Prestigekrieg gedacht war. ins Werk gesetzt. Aber mit welchen Mitteln! Fast die gesamten Streitkräfte des Empire, der größte Teil der Kriegsflotte und sehr viele Transportschiffe mußten eingesetzt werden. Die militärischen Erfolge dieser zusammengeballten Kriegsmittel nehmen sich demgegenüber recht bescheiden aus. Dor allem gelang es den Engländern nicht, die italienische Kampfkraft auch nur im geringsten zu erschüttern. Vielmehr ist die fanatische Entschlossenheit des faschistischen Italien, trotz örtlicher und gelegentlicher Mißerfolge, den Krieg bis zum siegreichen Ende weiterzufuhren, angesichts' der im Kampf gegen feindliche Uebermacht bewiesenen Tapferkeit und Opferfreudigkeit kleiner italienischer Abteilungen nur noch gewachsen.
Was aber kriegspolitisch noch wichtiger ist, ist die Tatsache, daß das englische Mutterland nun alle jene menschlichen und materiellen Kriegsmittel entbehren mutz, die der mittelmeerische und afrikanische Kriegsschauplatz in immer wachsendem Maße bindet. Wenn also überhaupt von einem Zweifrontenkrieg und einer Zersplitterung der Kräfte die Rede ist, dann trifft dies voll und ganz auf Eng- land selber zu! Und es nichts als eine dummdreiste Verdrehung der Wahrheit, wenn den Inselbriten, die in erster Linie unter dieser Kräftezersplitterung seelisch und körperlich zu leiden haben, erzählt wird, Winston Churchill yade Deutschland einen Zweifrontenkrieg aufgezwungen.
Wir kennen nur eine Front: die Front gegen England! Und es ist uns herzlich gleichgültig wo die englischen Schiffe auf den Meeres- gründ sinken, ob im Atlantik oder im Mittelmeer, und wo die englischen Flugzeuge zu Boden stürzen, ob über der Insel oder über der afrikanischen Wüste. „Wo wir England schlagen können, werden wir England schlagen", sagte der Führer am 30. Januar, und dieses Prinzip beherrscht ausschließlich unsere Handlungsweise. Dabei befinden wir uns in der glücklichen Lage, mit unserem Achsenpartner zusammen auf der inneren Linie operieren zu können, während die Engländer nur auf weiten, gefährlichen Umwegen zu ihren Kriegsschau, platzen gelangen können. Hier der kompakte, unan- greifbare, geschlossene Block der Achsenmächte mit ihrer ungeheuren potentiellen Kriegsmacht — dort die von allen Seiten blockierte, vielfach heimgesuchte Insel und ihre zusammenhanglosen, weitverstreu- ten Außenpositionen, die jede für sich im höchsten Maße vorwundbar sind; das ist der „Zweifronten, krieg" im Jahre 1941! H. Ev.
Ein Dementi -er TAGG.
Englische Lügen am Pranger.
Moskau, 4. Febr. (DRV.) Die TASS-Agentur veröffentlicht heute folgendes amtliche Dementi:
„In der ausländischen, insbesondere der englischen Presse, wird die Nachricht verbreitet, daß zwischen der UdSSR, und der Türkei ein Geheimabkommen abgeschlossen worden sei, nach dem die UdSSR, verpflichtet sei, die Türkei für eine Gegenaktion im Falle einer deutschen Aktion auf dem Balkan mit Waffen zu versorgen. Im Zusammenhang damit soll eine tür- tische Kommission zum Einkauf von Waffen sich noch Moskau begeben. Die TASS, ist ermächtigt zu erklären, daß weder ein geheimes noch öffentliches Abkommen des genannten Charakters der UdSSR, und der Türkei abgeschlos- fen wurde, auch nicht beabsichtigt wird, ein Abkommen dieser Art zu schließen, und daß keine türkische Kommission zum Einkauf von Waffen sich in Moskau befindet. Diese Nachrichten der ausländischen Presse sind frei erfunden."
Dem obigen Dementi dürfte eine Meldung des Londoner „Daily Expreß" vom 23. Januar zu- Srunbeließen, die besagte, daß in diplomatischen treffen Londons ein Gerücht über einen Geheimvertrag zwischen Sowjetrußland und der Türkei umlief. Der Vertrag sei bereits vor einer Woche abgeschlossen worden und habe die Haltung der Türkei gegen Deuffchland beträchtlich verschärft.
Neuorganisation
des russichen I'nnenkommiffariatS.
Moskau, 4. Febr. (Europapreß.) Durch Erlaß des Präsidiums des Obersten Rates der Sowjetunion vom 3. Februar ist das Jnnenkommissariat in zwei Volkskommissariate, nämlich eins für innere Angelegenheiten und eins für die
Gießener Gtadttheater.
Emmerich Nutz: „Das Ferienkind".
Die dreiaktige Geschichte vorn ostrnärkischen Ferienkind Toni ist die lustspielmäßige Geschichte der Erziehung einer Heidelberger Fabrikantenfamilie zum Nationalsozialismus ober mindestens zu einem ordentlichen Familienleben. Im ersten Akt ist Krach: der Babba will an den Stammtisch, die Mamma will ins Kino, die Tochter will in ihren Klub, wo sie wahrscheinlich einen gewissen jungen Mann treffen wird. Daheimbleiben will jedenfalls niemand. Es herrscht überhaupt eine dicke Luft und ein Umgangston und ein Temperament, das nicht ausschließlich im Süddeuffchen begründet ist. Da paßt es ja großartig, daß am Abend die NSV. atz- ruft: am Bahnhch sei ein Ferienkind abzuholen, der neunjährige Toni aus Wien, den man der Familie Lämmerhirt zugedacht hat.
♦
Im zweiten Akt ist (noch) kein Krach. Das Ferienkind ist ein herziger Bub, der alle Herzen gewonnen und die streitbaren Gemüter besänftigt hat. Der Babba hat das Hausröckelchen an und spielt mit der Eisenbahn. Und die Tochter nimmt die Gelegenheit wahr und schüttet dem Dati ihr Herz aus: wie sie unter dem ewigen Streit im Elternbaus leide, daß sie überhaupt kein Elternhaus habe, daß sie in Angst und Schrecken lebe, die Eltern möchten sich scheiden lassen, und übrigens :st sie kein Schulmädel mehr, und nebenan wohnt ein netter junger Mann. Der alte Herr nimmt sichs zu Herzen, aber nicht umsonst ist verweile über bem Neckartal ein Gewitter aufgezogen, und als die Mutter von der verregneten Schloßbeleuchtung heimkommt, ist sie allein: den Buben hat sie unterwegs verloren. Ihr Mann, der durchs Telephon erfahren hat, was sie nicht weiß (daß der Bub wohlbehalten bei Nachbarsleuten ist), macht ihr einen Krawall, viel schlimmer noch als im ersten Akt, fo daß sie ganz klein wirb.
«*
Im dritten Akt herrscht tiefe Trauer: der Bub ist wieder abgereist in seine Heimat, und jetzt konnte eigentlich Ruhe fein, aber es gibt zum drittenmal Krach, denn die Frau hat den Streich nicht vergessen, den ihr Mann ihr gespielt. hat, und Zohlts ihm heim: mit allerlei Redensarten von Ausgehen und Kleidern und CafL und Tanz bringt
LtalienischeTorpedobooteimRotenMeer
Rom, 4. Febr. (DRV.) Dao Hauptquartier bet Wehrmacht gibt bekannt:
An der griechtschea Front durch schlechte Witterungsverhältnisse beeinträchtigte Artillerie- unb Spähtrupptätigkeit.
In Nordafrlka lebhafte beiderseitige Flieger- täligkeit.
In Ostafrika haben unsere Truppen an der Nordfront östlich von Agordat und Varenlu eine neue Linie bezogen, auf der ein Angriff von Tanks und ein weiterer von gemischten englischen und indischen Abteilungen glatt abgewiesen wurde, die auf dem Rückzug Waffen und Gefangene zurückliehen. — An der Südfront haben andere Dubat- Abteilungen (Lingeborenenlruppen) feindliche Truppen angegriffen und zum Rückzug gezwungen, wo
bei sie ihnen empfindliche Verluste belbrachten. Die Luftwaffe hat Luftangriffe auf einige Ortschaften von Lritrea sowie auf Wogadlscho durchgeführt. Einiger Schaden und viele Opfer unter der Eingeborenenbevölkerung. Ein englisches Flugzeug wurde abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge sind nicht zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt.
In der Rächt zum 3 Februar sichteten unsere Torpedoboote auf einer Fahrt im Roten Rleer einen durch Kreuzer und Torpedobootzerstörern stark gesicherten feindlichen Geleitzug. In entschlossenem Angriff wurden insgesamt neun Torpedos ubgeschossen, von denen sieben die Schiffe trafen. Trotz heftiger feindlicher Reaktion gelang es unseren Einheiten, sich vorn Feind zu lösen und unversehrt zu ihrem Stützpunkt zurückzukehren.
Staatssicherheit, aufgeteilt worden. Das erste leitet der ehemalige GPU.-Chef und Innen- kommissar Berija, das zweite wurde Merkulow übertragen. Gleichzeitig wurde die Ernennung Berijas zum stellvertretenden Minister- präfibenten, d. h. Stellverteter Molotows, bekanntgegeben.
Japan und Niederlän-isch-Fn-ien.
Tokio, 4. Febr. (Europapreß.) Die japanische Presse wendet sich außerordentlich scharf gegen eine Note der holländischen Emigrantenregierung in London an die japanische Regierung, in der gegen die Einbeziehung Niederländisch-Indien r in die japanischen Neuordnungsbestrebungen in Ostafien „protestiert" wird. Die Presse erinnert an die Rede des damaligen Außenministers Arita vom April 1939, in der es hieß, daß Japan einer Aenderung des Status von Niederländisch-Indien nicht gleich- gültig gegenüberstehen könne. „Vomiuri Shimbun" sieht in der holländischen Note den Beweis für die völlige Abhängigkeit der' geflüchteten holländischen Regierung von England, um ein Asyl in England zu erhalten, habe die Emiarantenregierung ihre außenpolitische Handlungsfreiheit aufgegeben. „Chu- gay Shogyo Shimbun" ermahnt die japanische Regierung, Die japanische Politik nicht von Rücksichten auf die Vereinigten Staaten beftimmen zu lassen, sondern Kühncheit in der Süd Politik und insbesondere gegenüber der anmaßenden Haltung Holländifch-Jndiens zu zeigen.
Maisuoka warnt die LtGA.
Tokio, 4. Febr. (DND.) Im Hauptausschuß des Unterhauses stellt der japanische Außenminister M a t s u o k a fest: Der Dreierpakt ist ein Friedenspakt, der auf die Verhinderung des Krieges abzielt einfchl. eines Krieges zwischen Japan und den USA. Wenn die USA. ober andere dritte Staaten den Sinn dieses Paktes mißverstehen, fo wünschen wir sie hierüber aufzuklären. Die Vereinigten Staaten verstehen Japans wahre Absichten nicht und machen sich über unsere Stärke falsche Vorstellungen. Deshalb wird es notwendig fein, den USA. die Stärke unserer Wehrmacht und unserer nationalen Kräfte deutlicher ver- ständlich zu machen, gleichzeitig aber auch unsere Entschlossenheit. Wir haben nach Abschluß des Dreierpaktes eine Verschärfung her Einstellung der Vereinigten Staaten gegenüber Javan durchaus erwartet. Wir werden aber fortfayren, den USA. den Dreierpart als Friedensvakt verständlich zu machen, der den Krieg verhindern soll.
Landung japanischer Truppen bei Hongkong.
Schanghai, 5. Febr. (Europapreß.) Nach einer Mitteilung aus amtlicher javanischer Quelle wurden am Dienstag in der Mirs-Bay bei Hongkong Überraschend japanische Truppen gelanget, um den Dersorgungsweg Hongkong— Shuichow zu unterbrechen. Die Mirs- Bay ist dem Festlandsgebiet der britischen Kronkolonie Hongkong unmittelbar östlich vorgelagert.
Völkisch-nationale Gammlnngspartei in Paris.
Paris, S. Febr. (DNB.) In Paris wurde von einer Gruppe französischer Politiker, Sozialpolitiker und Schriftsteller unter Beteiligung aller Schichten der französischen Bevölkerung eine völkisch-nationale Sammlungspartei „Reffem- blement Nationale Populaire" gegrün« bet, deren Programm Ziele des nationalen Aufbaues enthält unter Betonung der Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit Deutschland. Der Partei gehören u. a. an der bekannte Schrift- stller Chauteaubriand, der Journalist Marcel Deat, der Führer der ehemaligen Frontkämpfer G o y, der frühere Minister S p i n a f f e der Journalist Fontenoy, der frühere Minister C a t h a l a und der Vertreter der Pariser Arbeiter Roy.
Ministerrat in Bukarest.
Bukarest, 4. Febr. (Europapreß.) Unter dem Vorsitz von General Antonescu sand in Bukarest ein Ministerrat statt. Es wurde beschlossen, alle in den letzten Monaten neu eingesetzten ober ent» fernten öffentlichen Beamten zu überprüfen und im Staatsdienstalle jene Personen mit guter Ausbildung, Arbeitseifer und Ordnungssinn zu de- halten. Weiter wurde beschlossen, in Anvetracht der antinationalen Haltung des rumänischen Botschafters in London, Tilea, der eine den Interessen des rumänischen Staates feindliche Tätigkeit entfaltet, diesem die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Ferner wurde beschlossen, die R e» organifierung der Ministerien bis 1. März zu beenden. Die Rumänisierung des Wirtschaftslebens soll mit solchen Mitteln fortgesetzt werden, die nicht die Produktton des Landes gefährden. Der Staat wird befähigten'rumänischen Bürgern, die nachweisen, daß sie eine gute Vorbildung für wirtschaftliche Betätigung Haven, seine ganze Unterstützung angedeihen lassen.
Ein neuer Begriff des Journalismus.
Eine jugoslawische Zeitung über die PK.-Männer.
Belgrad, 4. Febr. (DNB.) Zweifellos anae- regegt durch den dokumentarischen Film „Sieg im Westen", würdigt der Berliner Vertreter der „Politika" die Leistung der deutschen Kriegsberichter, die er in Anerkennung ihrer soldatischen Haltung eine neue Waffengattung nennt. Schon die ersten Tage des gegenroärtiaen Krieges hätten gezeigt, wie wertvoll die Arbeit der Manner wäre. Sofort hätten sich die ©palten der deutschen Blätter mit lebendigen Kampsschilderunaen von Gefechten auf dem Lande, zur See und tn der Luft gefüllt, die wahre und lebendige Schilderungen gewesen wären und sofort den Eindruck vermittelt hätten, aus der Feder von unmittelbaren Augenzeugen und zugleich von Berufsjournalisten zu stammen. Denn in den 17 Kriegsmonaten sei auch kein größerer Kampf noch irgendwelcher bedeutsame Luftangriff, noch ir-
sie ihn langsam aber sicher zum Kochen. Schon zittern wieder die Wände — da stellt sich Gott fei Dank heraus, daß es nur Spaß war und Wurft wider Wurst, und es wirb eine Flasche aus bem Keller geholt, unb wir bleiben gemütlich daheim, und vor dem Fenster hat der junge Mann gepfiffen, und die Verlobung kann gar nicht weit sein. Und wem verdanken sie das alles, diese drei, Familie Lämmerhirt in Heidelberg? Dem kleinen Toni aus Wien, dem Ferienkind. —
♦
Den Leuten macht es Spaß, dem Dauerkrach zuzuhören und der Erziehung durch Toni (den übrigens während der drei Akte nicht sichtbar wird, obwohl er alles ringsum bewegt) beizuwohnen; vermutlich wird sich auch, da es sich ja um ein Lustspiel handelte, niemand darüber Gedanken gemacht haben, wie lange diese Erziehung reichen unb der Frieden im trauten Kreise vorhalten wird. Manchmal weiß man nämlich nicht ganz genau, wieviel von der ganzen Geschichte ernsthaft und wieviel als Spaß gemeint ist, denn es werden auch wirkliche Probleme gestreift, z.B. bas Verhältnis der Generationen zueinander, aber eben auch nur gestreift. Der Spielleiter, Herr Geißler, war jedenfalls sichtlich bemüht, Peinlichkeiten zu vermeiden, sein Schfffchen auf Lustspielkurs zu halten und Abstecher in die Posse wie in die Familientragödie zu verhindern.
♦
Herr Löffler hatte ein hübsches, geräumiges Zimmer mit schöner Aussicht auf den Neckar entworfen. Herr Geiger als Familienoberhaupt war in der Mundarck von Haufe aus am besten bran unb machte einen Pfälzer Krischer, daß es eine Lust mar; Temperament wie ein Gockelhahn, aber ein Gemüt wie Olivenöl. Hilde Kneip mar die Mutter und zog alle Register beleidigter Weiblichkeit; sie legte, sobald sie obenauf mar, los, daß einem himmelangst wurde, unb machte Szenen, bie an Natürlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Hannelore Hinkel als die junge Tochter, mundartlich etwas nördlicher beheimatet, hatte es mit ter schlichten Natürlichkeit erheblich leichter als mit bem schweren Geschütz, das sie als vernachlässigte und seelisch vereinsamte Tochter zunächst auf ihre armen Eltern loslassen mußte. —
♦
Die kleine Neuigkeit wurde sehr freundlich entgegengenommen, Hans Thjrriot
©er böse Vorsatz.
Von Karl Lerbs.
Aus die Gefahr hin, von vielen Lesern hinfort mißachtet zu werben, bekenne ich, daß mir das Wissensgebiet der Mathematik in meinen Schuljahren völlig verschlossen war. Infolgedessen betrachte ich es heute mit jenem scheuen Seitenblick, mit dem man Dinge ansieht, die man als ehrgeiziger Mensch eigentlich begreifen müßte, weil sie irgendwie maß. gedliche Voraussetzungen des Daseins sind — die einem aber nun einmal nicht in den Kopf gehen. Wer daran schuld ist, der Kovf oder die Leute, denen er in feinen weniger reifen Jahren anoertraut war, ist schwer zu ergründen. Lassen wir's.
Ein guter Vorsatz, der Gutes zeitigt, ist ein sogenannter Schulfall. Ein guter Vorsatz, der Böses zeitigt, würde, in Erzählungsform gekleidet, von der Schriftleitung mit Recht abgelehnt werden. Ein böser Vorsatz, der Böses zeitigt, gehört, sofern er überhaupt vor kommt, ehestens vor die Staatsan. waltschaft. Ein böser Vorsatz, der Gutes zeitigt, ist ein weltanschauliches Paradestück.
Für den bösen Vorsatz, den ich faßte, habe ich als mildernden Umstand lediglich die Tatsache an. zuführen, daß ich mich damals in Untersekunda be- sand. Er bestand darin, daß ich mich der Beteili. gung an einer mathematischen Klassenarbeit („Ex. temporale") durch eine vorgetäuschte Erkrankung zu entziehen gedachte. Dom Ausfall dieser Klassenar. beit sollte es abhängen, ob ich zum Obersekundaner befördert wurde ober nicht. Ich wollte dieser Ent- scheidung ausweichen. Dergleichen hatte ich schon früher dann und wann mit wechselndem Erfolg versucht. Diesmal schlug es fehl. Mein Vater durchschaute mich. Er lehnte es ab, mein tagelang allmählich sich steigerndes Uebelbefinben zu beachten. Ich tat mein möglichstes und geriet dabei in einen Zu stand, in dem ich selber nicht mehr recht wußte, ob ich gesund ober krank war. So gelang es mir vortrefflich, am entscheidenden Morgen die Merk» male einer akuten Magenerkrankung vorzuführen. Mein Vater sah mir mit jener Anteilnahme zu, mit der man eine hervorragende schauspielerische Leistung würdigt. Aber sein Herz verharrte in Härte. Ich mußte wandern. Doll wilder und verzweifelter Pläne schlarrte ich treppab.
Hier nun nphm mich das Schicttal beim Genick und stieß mich dis letzten sechs Stufen hinunter.
-.7,
galten.
jklti«
nicht die letzten fein. In unserer oolksttimlichei Vorstellung ist Südafrika meist ein Land, in den
des Kolonialkapitalismus teilweise gelockert wutfo Diel schlimmer ist es mit den Engländern, wo eine! zahlenmäßig dünnen, aber sehr reichen, vielfach nis jüdischen Elementen durchsetzten Oberschicht bet „Arme Weiße" (Poor white) gegenübersteht, lk;
i Wir
ßien, vl»
Der M s W' M,,u
B
auf ö'
W6'
Raffenanarchie in Südafrika. &
Die Unruhen, die in Südafrika ausgebroche, sind, sind nicht die ersten gewesen und werde, W.«tt
sich Engländer und Buren als feindlich, Elemente begegnen. Aber damit ist es noch nich S. Die Südafrikanische Union ist geradezu da, rbeispiel von Nationalitäten-, ja Rassen kämpfen auf jungfräulichem überseeischem Boder. Das Land ist mehr als doppelt so groß als Deutsch land und fünfmal größer als das englische Mu:, terlanb. Es zählt aber nur etwa 7 Millionen Ein, wohner. Davon find etwas mehr als 1,5 Millio. nen Weiße. Und hier kommen wir zu der g<in| scharfen Problematik zwischen „W e i ß e n" unü „Farbige n", wie die ursprünglich englische Fachausdrücke lauten. Die farbige Bevölkerung mir) zum größten Teil von einheimischen Bantu-Ne. gern gebildet. Daneben gibt es aber noch fast ein, Million Hottentottenmischling eund ins. besondere auch fast 170 000 Asiaten, vorzüglich I n < der und Chinesen. Sie wurden ursprünglich af, Arbeitskräfte eingeführt, haben aber einen Guttej des Zwischenhandels an sich gebracht. Die Englän. der behandeln die Bantu-Neger ganz als Farbig bie Hottentottenmischlinge und Asiaten werden etwas glimpflicher ungefaßt. Nun kommen dazu abei noch gut 70 000 Juden, hauptsächlich Ostjuden, die sich ebenfalls auf den Handel und verwandü Enverbszweige wie Gastwirtschaften oder Kino, 8uf611 stürzen. 1
Innerhalb der weißen Bevölkerung, die nur en knappes Viertel, fast nur ein Fünftel der Gesam, I jie'W bevölterung bilden, ist einmal zwischen ben 85000») ; ?i^We Buren und den 550 000 Engländern 3u un. terscheiden. Dann sind aber die Gegensätze in bei sozialen Schichtung innerhalb der weißen Beoölks rung ungeheuer groß. Die burische Bevölkerung verhältnismäßig bodenständig, wenn auch ibn Landverbundenheit durch die ausgeprägten Form,
waren ja vielfach englische Abenteurer, die ins Santi kamen, ihre Haßinstinkte der Erfolglosen roerbti von der englischen Oberschicht ganz systematisch g» ' gen die burischen Farmer abgelenkt, obwohl die füb, afrikanische Landwirtschaft unter hohen Frachtn und phantastischen Preisen für IndustrieprodM schwer seufzt. Dazu kommen nun noch die Erschn- nungen eines extravaganten Hochkapitalismus, bei - sich auf die Ausbeutung der Diamanten- und Gold | selber stützt. So bietet Südafrika in seiner Gesamt. J heit das Bild einer raffenmäßig, nottonal und se> i zial vollkommenen Anarchie, obwohl das Land nift \ nur an Diamanten und Gold, sondern auch n Kohle und hochwertigen Eisenerzen überreich ist.
Dr. Ho.
gend ein anderes gefährliches Unternehmen be: deutschen Marine geführt worden, ohne daß nitPl auch schon am nächsten Tag die Leser von diesen: Ereignis unterrichtet worden wären. Es gehör, eine ganz besondere Ausbildung dazu, um solch, Leistungen vollbringen zu können.
Die öeuffche Kriegsberichterstattung fei aus dem Zeitgeschehen überhaupt nicht mehr wegzudenkm. Die PK.-Mönner seien als erste in Danzig ein- gezogen, sie hätten mit der deutschen Gebirgstruvivi in Narvik gekämpft, sie hätten die gefährlicher^ großen Schlachten in Belgien, Hollandund Frankreich miterlebt. Diele von ihnen fjätiti schon mehr als 100 Einflüge über der eno:< lischen Insel hinter sich. Die Kriegsberichl- erstatter hätten einen ganz neuen Begriff von Jom- nafismus in Kriegszeiten geschaffen. Sie hätten Ihc:, Leben eingesetzt und seien sich vor allem im jehign totalen Krieg bewußt, wie wichtig ihr Derhaltri für die ständige enge Verbindung zwischen bei kämpfenden Truppe und dem Heimatlande sei.
Oie Ausländer
sollen für <8nglanS kämpfen.
Bern, 4. Febr. <DNB.» „Daily Mail' fdjreW Alle „befreundeten" Ausländer würden in Kürz',« eingezogen, um für Großbritannien zu al> beiten ober z u kämpfen. Die Einschreiber erfolge zwangsmäßig. Die Behörden feien enit
Ich krachte mit dem Kopf gegen den Flurtisch, uniil es ergab sich eine gigantische Beule.
Das Weitere wartete ich nicht ab. Ich raste -ml Schule. Das Ereignis hatte in mir einen neueit^ einen entgegengesetzten bösen Vorsatz entstehttl lassen. Jetzt, mit diesem halbzertrümmerten Kopf, wollte ich die Klassenarbeit mitmachen. Das Ergck- nis mußte ja schauerlich werden. Dann sollte mein Vater sich vor den Folgen seiner Grausamkeit fei)tm An diesem Tage schrieb ich in der MathemcM die erste und einzige Eins meines Lebens. 3Ä wurde versetzt. Ein Jahr meines Daseins war fl» rettet. Das Schicksal hatte meinen bösen Borscis dazu benutzt, mir eine herrliche Lektion zu erteile Es duldet nicht, daß ich Entscheidungen ausweich«- Wenn ich es versuche, stößt es mich ins Genick uni! gibt mir eins vor den Kopf. Und dann ist meistens alles gut.
Ich bin in der Versuchung, hinzuzufügen, daß icti Tage später zufällig belauschte, wie mein DcM über feine durch Vererbung begangene Mitschuld durchaus im klaren, heimlich zu meiner Mutts sagte: Das Ergebnis habe ihm gezeigt, daß nun in der Mathematik die Leistungen doch wohl bann vollbringe, wenn man auf den Kopf gefallen Ader diese Bemerkung gefährdet die sittliche ffljj kung der Geschichte, uno deshalb wollen wir ff verschweigen.
Zeitschriften.
— „I n 'n e n - D e k o r a t i o n" Zeitschrift für bjj hagliches Wohnen, bringt in ihrem Januarheft M (Preis RM. 2.50, Derlagsanstalt Alexander JM G.m.b.H., Stuttgart) in interessanter Gegenüber stellung eine italienische „Villa am Seeufer neoei zwei deutschen Lösungen ähnlicher Bauaufgabcn, Heiter, frei und südlich erhebt sich das von bttn Bologneser Architekten Alberto ßegnani erbaut Landhaus an einem vorspringenden Punkt des o'1' gestades, nordisch ist die Haltung und Umgebung veiden Wohnbauten, welche Prof. F. A. Breuhour am Ufer des Starnberger Sees und des ©roße1 Lankensees bei Berlin errichtet hat. Eine Serie V»' zelmöbel aus den Deutschen Werkstätten Hellerau bedeutet einen wertvollen Beitrag zur Fördert der Wohnkultur. Man sieht gut gearbeitete Klapp' und Abstelltische von Hildegard Geyer-Raack,
I Polstersessel verschiedener Art von Josef HillerbraM von diesem stammen auch die Enttvürje einiger
i maltet Flnrjchränke,
MI IlWgelvi !ioni|d)e rolknjia ben. Gd); un? übei 'diaulpie an byen cen- und Wanfen San der dessen \A ... front ist.
Iren € ach e > link aucht inlich Mr llanb ifam te M nen . r nä irer.: rflieg n Pa tig e Tb de | Der L Ohend unb gehi Ken Sä hlb, dem feiche ita muntert RPloj ■Wn An uoftorer l'nn (Bei "iche Ar Dir ein Sollerieft vo mir
Jr gar Nt get M unb I
Bir !t
Wch
Ich
b'.owil »baf ^le r»
%
yu jj, fe
er!
bl Md« Ju9- um S di ? n°i S^eifi Ä h Mptkfi


