Planerische Vorbereitung und praktische Durchfüh- rung des Neuausbaus in den neuen Reichsteilenaber sind bis in die kleinsten Einzelheiten festgelegt und umrissen durch die Erkenntnisse, mit denen die nationalsozialistische Weltanschauung unser deutsches Leben revolutionierend befruchtete. Diese Haltung verbietet es von selbst, daß sich etwa die letzten Trümmer und Reste volkspolitischer Rückständigkeit und volkstumsmäßiger Schwächlichkeit, wirtschasts. liberalistischer Eigennützelei und gesellschaftlicher Eigenbrödelei aus dem Altreich in den Neuraum retten könnten.
9m Mittelpunkt aller Erörterungen und Durch- führung in den neuen Bereichen wird der volks- politifche Gedanke, also die Festigung und Neuschaffung deutschen Volkstums im Dlenste der Verwirklichung wahrer Volksordnung stehen müssen. Dieser Gesichtspunkt behauptet allen rein staats- und wirtschaftspolitischen Erwägungen gegenüber den selbstverständlichen Vorrang. — Aller Aufbau vom Volkspolitischen her ist nur vorstellbar, wenn er vom Boden und somit von der ländlichen Ordnung her seinen Ausgang nimmt. Eine gesunde, auf einer überwiegenden Mehrheit bäuerlicher und großbäuerlicher Betriebe ausbauende Bodenordnung, die über das Bekenntnis zum Bauerntum hinaus die bäuerliche Lebenshaltung in allen Gliedern des Landvolkes fordert und ermöglicht, schafft nicht nur die notwendigen Voraussetzungen für das Gewinnen des Volkstumskampfes in den Grenzmarken, sondern stellt darüber hinaus auch die Vorbedingung dafür dar, die deutsche Volksord- nung der Zukunft beruhen zu lassen auf der tragenden Schicht biologisch gesundeter und wirtschaftlich lebensfähiger Bauernschaften.
Gestattung im neuen Reichsgebiet bedeutet nach allem somit in ihren letzten Zielen Ansatz und Auftakt zur Verwirklichung nationalsozialistischer Dolksordnung und bedingt, Altreich und völkischen Neuraum zu betrachten als eine in sich geschlossene, gleich bewertete und gleich behandelte Einheit eines wohlgegliederten gesamtdeutschen Großraumes.
Neujahrsglückwünsche des Auslandes.
relegrammwechsel zwischen Führer und Duce.
Berlin, 2. Jan. (DNB. Funkspruch.) Aus An- laß des Jahreswechsels hat zwischen dem Führer und zahlreichen Staatsoberhäuptern und Regierungschefs des Auslandes ein telegraphischer Austausch von Neujahrsglückwünschen stattgefunden. Zwischen dem Führer und dem König von 9 t a- lien und Albanien, Kaiser von Aethiopien, wurden herzliche Glückwunschtelegramme gewechselt. An den Duce hat der Führer nachstehendes Telegramm gesandt: „Beim Eintritt in das neue 9ahr aedenke ,ch 9hrer, Duce, in herzlicher Verbundenheit. Das kommende 9ahr wird das national ozia- l-stlfche Deutschland und das faschistische 9talien in unerschütterlichem Glauben und eiserner Entschlaf- senheit bis zur endgültigen Niederringung des Feindes kämpfen sehen. 9n diesem Sinne grüße ich Sie Duce. Adolf Hitlers - Mussolini antwortete: „9ch danke 9hnen für die Grüße und Wunsche, die Sie mir gesandt haben und die ich mit gleicher Herzlichkeit erwidere. Auch im 9ahre 1941 werden unsere Revolutionen und unsere Völker nach wie vor in bewährter brüderlicher Käme- radschaft gemeinsam bis zum Sieg marschieren und kämpfen. Mussolinis
9üfolge des Krieges wurde auch in diesem 9ahr von dem großen N e u i a h rs e mp f an g des gesamten diplomatischen Korps ebenso wie von sonstigen feierlichen Neujahrsempfängen abgesehen Durch Eintragung in das in der Präsidialkanzlei des Führers ausliegende Besuchsbuch brachten die in Berlin anwesenden Botschafter, Gesandten und Geschaftstraaer als erster der Königlich 9talienische Botschafter A l fi e r i mit seinem Stabe dem Füh- rer die Glückwünsche der von ihnen vertretenen Staatsoberhäupter, Regierungen und Völker zum Ausdruck. Der Reichsaußenministzr v o n R i b b e n- tro p hat anläßlich des 9ahreswechsels telegraphisch Gruße und Glückwünsche an den Duce, an den japanischen Ministerpräsidenten Fürst Konoye, an den italienischen Außenminister Graf Ciano und den japanischen Außenminister Matsuoka gerichtet Ferner hat der Reichsaußenminister Glückwünsche des rumänischen Staatsführers Antonescu, des flo- waklschen Ministerpräsidenten Tuka und des unga- nschen Außenministers Graf Csaky herzlich erwidert.
Die Glückwünsche Hessen-Nassaus.
71SG. Anläßlich des Jahreswechsels sandle Gan- leller und Reichsstatthalfer Sprenger deH Jüh. rer telegraphisch folgende Glückwünsche:
Nein Führers
Für das entscheidungsgewallige Jahr 1941 bitte id) Sie, meine besten Dünsche entgegenzunehmen. Angesichts der großdeutschen Biachtenffaltung darf ich Ihnen versprechen, daß der Gau Hessen-Nassau Ihrem wetteren Marschbefehl zur Niederbrechung des letzten Gegners mit entschlossenem Dillen und tapferen Herzen freudig folgen wird. Mögen die Taten und Leistungen des kommenden Jahres den heroischen Waffengang der Nation sieghaft krönen!
heil, mein Führer!
Gez.: Sprenger.
Der Führer antwortete dem Gauleiter:
Für die mir zum Jahreswechsel übermittelten guten Dünsche sage ich Ihnen meinen besten Dank. Ich erwidere sie herzlich für Sie selbst und Ihren Gau.
Mit Deutschem Gruß!
Gez.: Adolf Hitler.
Oer Gauleiter dankt.
Anläßlich der Jahreswende find mir zahlreiche Glückwünsche für dos enkscheidungsschwere Kampf- sahr 1941 zugegangen. Ich bitte, auf diesem Dege meinen Dank entgegenzunehmen.
Gez.: Sprenger Gauleiter und Reichsstatthalter.
Oie Wende in Rumänien.
Bukarest, 2. 9an. (Europapreß.) Die Neu- j a h r s f e i e r l n S i n a i a begann mit einem Te- veum im Kloster, an dem der König, Ministerpräsi. deut General Antonescu und Horia Sima teilnah. men Bei der Gratulationskour im Schloß Peles h'tlt General Antonescu folgende Ansprache:
ln schwerer Prüfungen und grausamer Schlage für das rumänische Volk, für seine Führer
Dynastie ist vorübergegangen. Die Geschichte wird dre großen und die kleinen Schuldigen
hart und unparteiisch aburteilen. 9ndem wir mit schmerzerfülltem Herzen die Seite der Vergangenheit umblättern, treten wir in das neue 9ahr mit einem Schwur und einer Gewißheit. Unier Schwur ist, dem Volke und seinem König zu dienen, so wie es das Schicksal und das Gebot seiner Ahnen von uns fordert. Unsere Gewißheit ist, daß wir Erfolg haben werden, weil wir mit Entschlossenheit und dem Wunsche, jedes Hindernis zu beseitige^, an hie Arbeit gegangen sind. 9ch versichere Eurer Majestät ehrerbietigst, daß wir unseren Eid hatten wer
den und daß unsere Zuversicht von keiner Schwierigkeit besiegt werden wird. 9n diesem Sinne entbiete ich 9hnen im Namen des national-legionären Rumänien, seiner Regierung und meiner selbst die heißen Glückwünsche, damit die Herrschaft Eurer Majestät in der Geschichte des Volkes neuen Aufstieg und neuen Ruhm bringe.*
König Michael dankte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nach dem 9ahr der Buße das neue 9ahr ein solches des Sieges und des nationalen Wiederaufstieges werden möge.
3i/2%ige Gchatzanweifungen.
Vom 2.9anuar 1941 liegen 3'/rprozentige Schatzanweisungen mit ISjähriger Laufzeit zum Kurs von 983/< v. H. zur Zeichnung auf. Das ist ein gutes Zeichen für das neue 9ahr. Es fei nur darauf hin- gewiesen, daß unlängst noch 4V2prozentige Schatzanweisungen ausgegeben wurden, daß das Reich dann zum 4prozentigen Typ übergehen konnte, und daß die neuen ZV-prozentigen Schatzanweisungen eine weitere wesentliclje Ersparnis für den Reichssäckel bedeuten. Während des Weltkrieges waren alle Anleihen mit 5 v. H. Zinsen ausgestattet. Wenn die sehr vorsichtige und gewissenhafte Reichsfinanz- Verwaltung zum Jahreswechsel — auch politischmilitärisch: „Zwischen den Zeiten" — zu der 3V2- prozentigen Schatzanweisung übergeht, so liegt darin der Beweis einer sicheren Siegeserwartung.
Die weithin wirkende Bedeutung der neuen Zins- senkung wird sich aber auf einem ganz anderen Gebiete erst voll auswirken: Hohe Zinsen verlocken immer zu einem bequemen Rentnerdasein; niedrige Zinsen treiben zur Suche nach gewinnbringenderen Anlagen. Und diese Gegenüberstellung der seelischen Auswirkung von hohem und niedrigem Zinssatz ist in diesem Augenblick, am Eingang zum neuen 9ahr £ür uns der gewichtigste Tatbestand. Rein wirtschaftlich läßt sich unendlich viel zu dem Thema sagen; es sei auch nicht verschwiegen, daß die Zinssenkung die Berechnungsgrundlagen von Versicherungen berührt. So einfach sind die Dinge also nicht, daß sie sozusagen im Galopp erledigt werden könnten. Aber die Pflege des Geld- und Kapitalmarktes durch die Reichsregierung ist so besonnen und so sehr auf weite Sicht eingestellt, daß wir die rein fachlichen Umstände in diesem Zusammenhang zunächst zurückstellen können.
Wichtiger ist der Auftrieb, der für alles kaufmännische und technische Wagen von einem niedrigen Zinsfuß ausgeht. Es ist fo, daß jeder Geldbesitzer zwei Gesichtspunkte in Rechnung zu stellen pflegt: einmal die Sicherheit und dann die Höhe des Nutzens. Daher pflegen Geldanlagen auch „gemischt* zu werden, ein Teil des Geldes wird mündelsicher angelegt und dafür begnügt man sich mit einem niedrigen Zinssatz; und ein anderer Teil des Geldes wird wagemutiger eingesetzt, und nun erwartet man auch einen höheren Nutzen. Diese Ausstrahlung erfaßt unser ganzes volkswirtschaftliches Dasein, wenn auch in verschiedenen Intensitätsgraden. Für jeden Erfinder, für jeden rührigen Techniker, für jeden Kaufmann von Fingerspitzengefühl ist es von entscheidender Bedeutung, Geld zur Verfügung zu haben. Der Kredit — und besonders der billige Kredit — ist nicht nur eine finanztechnische Gegebenheit, sondern eine der stärksten sozialpolitischen Auftriebskräfte, über die wir überhaupt verfügen. Länder mit billigem Geld sind auch immer fcihia, wirtschaftliche Aufgaben anzu- packen und zu löje«, die außerhalb ihrer Grenzen liegen. Das Geld, das jenseits der Grenze arbeitet, wird wiederum zu einem Faktor der eigenen Auslandspolitik. Dr. Ho.
Oer italienische Bericht vom Donnerstag.
Rom, 2. Jan. (DRV.) Der italienische Wehr- m -chlbericht hat folgenden Wortlaut:
Im Grenzgebiet der Lyrenaika Artillerie- und Streifentätigkeit an der Bardia-Front. Im Gebiet von Giarabub haben wir an der Stelle des im gestrigen Wehrmachtbericht verzeichneten Kampfes vom Feind zurückgelassenes Kriegsmaterial, Munition und Lastwagen erbeutet. Feindliche Einflüge in unsere Luftstützpunkte in der Lyrenaika verursachten bei wirkungsvollem Eingreifen der Jagdflugzeuge und der Flak geringen Schaden und forderten keinerlei Opfer. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Unsere Kampf- und Jagdverbände haben zahlreiche motorisierte Gruppen sowie eine feindliche Feldbefestigung mit Bomben und Wl^.-Feuer belegt. Alle unsere Flugzeuge sind zu- rückgekehrt.
An der griechischen Front Operationen örtlichen Charakters. Trotz ungünstiger Witterungs- Verhältnisse haben unsere Lustverbände feindliche Stellungen erfolgreich mit Bomben belegt.
In Oftafrifa örtlich begrenzte Streifen- und Artillerieakfionen. Feindliche Flugzeuge haben Ortschaften in Aethiopien erfolglos bombardiert.
Oie italienische Lustwaffe in Afrika.
Rom, 30. Dez. (Europapreß.) „Die italienisch- Luftwaffe kontrolliert weiterhin den Himmel Afrikas", so erklärt „(Biornate d'9talia", und führt zum Beweis an, ein Geschwa^r italienischer „Falken* habe am 27. Dezember bei Ghedaref ein Geschwader. von fünf gerade startenden Gloucester-Flugzeugen angegriffen und vier davon zerstört. Darauf hätten die italienischen 9äger auf einem chon früher zerstörten Flugplatz eine englische Reiter-Einheit überrascht, mit Maschinengewehrfeuer angegriffen und zersprengt. Ferner seien ein langer Materialzug auf einer Eisenbahnstation und vier Autolastzüge zerstört worden.
Meine politische Nachrichten.
Der Stabschef der SA. Lutze teilt mit: Dl» Fülle der anläßlich meines Geburtstages eingegangenen Glückwünsche ist so groß, daß ich leider nicht jedem einzelnen dafür danken kann. 9ch bitte deshalb auf diesem Wege meinen aufrichtigenDank entgegenzunehmen, womit ich gleichzeitig die besten Wünsche für das neue 9ahr verbinde.
*
Am Neujahrstage verstarb in Berlin der Parteigenosse Oberstleutnant a. D. Richard Ribbentrop, der Vater des Reichsaußenministers, im 82. Lebensjahre. Er trat 1879 in das Magdebur- aische Feldartillerie-Regiment Nr. 4 ein und war in einer letzten aktiven Dienststellung Abteilungskom- manöeur im Feldartillerie-Regiment 34 in Metz. 9m Weltkrieg war er Abteilungskommandeur im Reserve-Artillerie-Regiment 49 an der Durchbruchs- schlacht von Brzeziny hervorragend beteiligt.
Der Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes hat den Leiter des Fachamtes „Fremdenverkehr" in der Deutschen Arbeitsfront, Oberbereichs« toter der NSDAP. Georg Gallert, in den Beirat des Reichssremdenverkehrsoerbandes berufen.
Die portugiesische Regierung hat den Lissaboner Vertreterder LondonerTimes auf- Sfordert, das Land bis Freitagabeich zu verlassen, nlaß zu dieser Ausweisung waren Artikel, di« de» tetue&e. $Qrhts4l« ,
Südamerikas Neutralität
Brasilien.
Rio de 9a nei r o, 2.Jan. Heer und Marine Brasiliens veranstalteten am Silvestertag ein Bankett zu Ehren des Präsidenten Vargas, an dem 1200 Offiziere teilnahmen. Präsident Vargas wies auf die tiefe Wirkung des Krieges hin, der Brasilien die europäischen Märkte verschlossen habe. Unter Betonung der Wichtigkeit der Rolle der bewaffneten Macht bei der Aufbauarbeit Brasiliens wies Vargas auf die systematische Aufrüstung hin, die längst vor dem Kriege von Brasilien eingeleitet worden fei. Er erwähnte dabei gewisse Vorkomm nisse der letzten Zeit, indem er feftfteUte: „Kriegsmaterial, das wir bestellt haben gehört uns und kostet unser Geld. Es wäre eine Verletzung unserer Rechte, verhindern zu wollen, daß es in unsere Hände gelangt. Wer das versucht, kann von uns fein Entgegenkommen und keine Gesinnung freundschaftlicher Zusammenarbeit erwarten."
Nach einem Rückblick auf die wirtschaftliche Auf- bauarbeit betonte der Präsident, daß wertvolle ar- beitsame Einwanderung weiter erwünscht fei Unerwünscht seien aber die, die in Brasilien einen falschen und bequemen Internationalismus infil- trieren wollten, der patriotische Energien zerstöre und bereit fei, je nach Preis und Opportunität allen und jedem zu dienen. „Diese Elemente werden nicht mehr in das Land gelassen." Den Zustrom von Auslandskapital bezeichnete Vargas als willkommen. Es sei jedoch die Zeit der Kolonialausbeutung brasilianischer Arbeiter und brasilianischer Naturschätze längst vorüber und nur solches Kapital willkommen, das am Fortschritt Brasiliens mitarbeite.
Auf der Grundlage seiner christlichen Traditionen und seiner Qualität als arbeitfames friedliebendes SSolf baue Brasilien sein Nationalleben zu einer bihiplimerten Einheit aller Brasilianer aus, im Willen eine blühende Nation zu bilden, die imstande ist, sich Achtung zu verschaffen. Die Freiheit, sich selbst zu regieren, sei ein unveräußerliches Attribut
Souveränität, von dem Brasilien Gebrauch mache, ohne die Absicht, in bas 9nnenleben anderer Bolter emjugreifen, Brasilien halte feine Neutra, htat aufrecht und verlange, daß sie geachtet werde, wie es die Rechte der Kriegführenden achte ohne Vorzüge und Sympathien, weil dies Pflicht gegen, über den Konflikten außerhalb des Kontinents sei.
Zu der Erklärung de, Präsidenten Barg»,, daß Brasilien ensichloffen sei, d!e Neutralität gegenüber den kriegführenden europäischen Staaten aufrecht- zuerhalten und ihre Beachtung durch alle anderen Regierungen durchzusetzen, schreibt „Giornale d'9ta- lia .' Diese Worte bestätigen ebenso die Macht und den Stolz der Unabhängigkeit wie die Weisheit der großen brasilianischen Nation." Sie seien ein »tchttg«r Gegengewicht gegenüber pofr
64155 ART. im Pazifik versenkt.
Der Wehrmachtbericht vom Donnerstag.
Berlin, 2. Jan. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Ein im Pazifischen Ozean operierendes deutsches Kriegsschiff meldet als Teilergebnis feiner Erfolge die Versenkung von 10 feindlichen oder im Dienste des Feindes fahrenden Handelsschiffen mit insgesamt 64155 BHI. Die Besatzungen der versenkten Schiffe wurden durch das deutsche Kriegsschiff auf einer Südfeeinfel in Sicherheit gebrächt.
Londons „furchtbarste Nacht".
gebäubes den Geschäftsverkehr an einer anderen Stelle fortfetzen zu können. Arn Bonnerstagmorgen ist unter bem Vorsitz bes Bürgermeisters der Londoner City (Lordmayor) ein Ausschuß zusammengetreten, der sich mit der Frage zu beschäftigen hat, in welchem Rahmen es möglich fein wird, die City wieder aufgubauen.
Fleisch und Fische kommen nicht herein.
England spürt den Ausfall vonKühlschiffen
Berlin, 2.9an. (DNB.) lieber die Ncchrung^- mitteleinschränkungen in England, die durch den Mangel an Kühlschiffsraurn bedingt sind, teilt der 9nhaber einer großen Fischeinfuhrgesell- schaft in einer Zuschrift an den Daily Telegraph eine bezeichnende Einzelheit mit: Früher habe seine Firma allein aus Neuschottland jährlich mehr als 2 5 0 0 000 Pfund Fischfilets nach England ein»geführt. 9etzt feien feiner Firma als Kontingent insgesamt 200 Dosen! Fischfilets zur Verfügung gestellt worben, mit bem sie alle ihre Kunden zufriedenstellen soll. ,Lies", so sagt er, „ist einer der Gründe, warum die Hausfrau vergeblich nach Fischfilets Herumlaufen muß, für die man von der Regierung fo ausgedehnte Reklame gemacht hat."
Aehnlich große Schwierigkeiten liegen auch auf dem / Gebiet der Fleifchverforgung vor. So herrscht in den Häfen der Südküste von Sussex, wie Brighton und Worthing ausgesprochener Fleischmangel. 9n Worthing, so meldet „New Port Herald Tribüne", gebe es wöchentlich pro Kopf nur Fleisch im Werte von sieben Pence (28 Pfennige), was bei der in England herrschenden Teuerung bedeutet, daß die Bevölkerung praktisch überhaupt fein Fleisch bekommt. Auch in anderen Bezirken Südenglands fei bereits seit einigen Wochen kaum noch Fleisch zu haben. Die Fleischer feien bereits am Vormittag ausverkauft. Fleischgerichte feien von der Speisekarte der Restaurants in Brighton ganz verschwunden.
tischen Kundgebungen aus anderen Teilen der westlichen Hemisphäre. Brasilien beweise seinen Willen, seine 9nteressen selbst und ohne fremde Bevormundung zu vertreten. Auch Argentinien habe verschiedentlich seinem Willen Ausdruck gegeben, eine unabhängige Politik zu betreiben und sich der Neutralitätsoerpflichtungen bewußt zu fein.
Oie La-plata-Stützpunkte.
Mailand, 2. 9an. (Europapreß.) 9n einer Kabinettssitzung wurde, wie die Blätter aus Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, berichten, einmütig die Politik der Landesverteidigung gebilligt. Ferner wurde das Abkommen mit Argentinien über die Errichtung von Stützpunkten am La Plata und die gemeinsame Verwendung der bewaffneten Kräfte zur Verteidigung gegen etwaige ausländische Angriffe gut- geheißen.
England hat feine Besatzungen für die amerikanischen Zerstörer.
Rom, 2. San. (Europapreß.) Sn einer Funk- metoung berichtet der Vertreter des „Giornale d'9talia" aus Neuyork, die Mannschaft des in Neu- porf eingetroffenen Handelsdarnpsers „Dromore" habe erklärt, daß in den Hafen Halifax und St. 9ohn a u f N e u f u n d l a n d elf der von den USA. an England abgetretenen Zerstörer vollkommen abgerüstet lägen, weil die Engländer keine Besatzungen für diese Zerstörer hätten.
Japans Feinde im China-Konflikt.
. T o k i o , 2.9an. (DNB.) Der frühere Botschafter m Rom, Schiratori, erklärt in der Neujahrsausgabe von Tokio Asahi Schimbun, von der Fest- ftelhing des Führers ausgehend, daß über das Schicksal Deutschlands für die nächsten 1000 Fahre entschieden werde, „ber Krieg zwischen Deutschland und England ist ein Krieg zwischen 9apan und England, denn der Ausgang des Krieges bestimmt das Schicksal Japans". — Der Ausgang bes Krieges fei bereits klar. 9apan mülle aber Deutschland Hilfe leisten, wie Amerika England. Der wahre Gegner im Chinakonflikt fei Eng- IaPVunb Amerika, nicht Tschungking, was auch für den neuen ostasiatifchen Wirtschaftsraum 3utreffe, den England und Amerika aus kapitalisti- ichem 9nteref|e nicht anerkennen wollten. Deshalb müsse 9apan mit Hilfe seiner Flotte d i e s ü d l i ch e Ausdehnung s i ch e r st e l l e n ; denn Hilfs- quellen zu haben sei notwendig. Hinter der Diplo- matte muß immer etwas Starkes stche».
Madrid, 2. 9anuar. (DNB.) Unter riesigen Schlagzeilen veröffentlicht am Donnerstag die Zeitung „ABC" den mit großer Verspätung inMadrid eingetroffenen Bericht ihres Londoner Berichterstatters Calvo über den deutschen Luftangriff auf die englische Hauptstadt in der Nacht zum 31. Dezember. Die letzte Nacht sei ohne jeden Zweifel „die furchtbarste" der Londoner Nächte gewesen. Der Angriff sei kurz gewesen, denn um Mitternacht sei das Werk der Zerstörung bereits vollbracht gewesen. Am Morgen des 31. Dezember, als sich die Londoner in ihre Büros in der City begeben wollten, hätten sie sich durch kilometerlange Schlauchleitungen ber Feuerwehren, rauchende Trümmer, Schutt und Asche ihren Weg bahnen müssen. Sobald sie aus den U-Bahnschächten herausgekrochen seien, hätten sie in Richtung nach Osten einen von Bränden hell erleuchteten'Himmel gesehen. Mit Hilfe von Dachbeobachtern hätten die Feuerwehrleute fieberhaft gegen die Flammen gekämpft. Viele von ihnen seien ums Leben gekommen. Mit aufgesetzten Rauchmasken hätten die Feuerwehrleute schtteß- lich eine große Anzahl von Gebäuden mit Dynamit sprengen müssen, um das rasend um sich greifende Feuer eindämmen zu können. Die oeutschen Flieger hatten wahre Sturzbäche von Tausenden von Brandbomben über ber Stabt ausgeschüttst. Der Motorenlärm, das Pfeifen der Bomben, das Krachen der Explosionen und des Knattern der Brände fei furchtbar gewesen, nur im September hätte man in London bei einem Angriff ähnliches erlebt.
Am Donnerstag haben Pioniertruppen mit der Sprengung der in der Londoner City übriggebliebenen Häuserruinen begonnen. 9n diesem Zusammenhang wird mitgeteilt, daß die Börse einen Volltreffer erhalten hat und zerstört wurde. Es ist anzunehmen, daß besonders wichtige Börsendokumente nicht vernichtet wurden; denn bereits kurz vor Ausbruch des Krieges ließen die zuständigen Behörden Duplikate von allen wichtigen Papieren Herstellen und brachten sie in die Provinz. Außerdem waren Vorkehrungen getroffen worden, um im Falle einer Vernichtung des Börfen-
Bel ber bewaffneten Aufklärung am 1. Januar wurden in ber Nahe von Aldebourgh ein englisches Vorpostenboot und ein anderes ostwärts Ramsgate durch Bombenvolltreffer beschädigt.
In ber Nacht zum 2. Januar belegte« beutsche Kampfflugzeuge zahlreiche kriegswichtige Ziele in Witt el- und Sübostengland erfolgreich mit Bomben.
Britische Flugzeuge warfen in ber letzten Nacht in Ndrbwestbeutschlanb an brei Stellen Bomben au Fabrikanlagen, bie einigen Schaben verursachten. Fünf Personen wurden getötet, mehrere verletzt. Ein feindliches Flugzeug vom Bluffer Vickers-Del- lington wurde im Luftkampf abgeschossen.


