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Die Iagd im Dezember.
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(Nachdruck verboten.)
L Fortsetzung.
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Zu Ehren des in der Reichshauptstadt weilenden chgarischen Finanzmimsiers iand im Kaiserhof em
1 *ipfang durch den Reichsfinanzminister Graf ^hrverin von Krosigk statt, an dem Reichswirt- stafts-mimster Funk sowie zahlreiche Persönlichkei- in aus Staat, Partei, Wehrmacht und Wirtschaft tiln ahmen.
wenn er nachdcnkt." .
Michel mußte lächeln. Frauen waren m solchen Dingen bessere Beobachter als Männer. „Und jetzt wollen wir einmal zusammenfassen. Du stellst drei Behauptungen auf. Erstens, Herr Kaspar und Fraulein Barkow haben wider besseres Wissen als Zeugen vor Gericht ausgesagt, Herr Kaspar habe am 11 Mai, dem Unglückstage, bereits um einhalb
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Der Führer hat dem früheren Direktor der ächsischen Landesbibliothek in Dresden, Professor r.z Martin Bollert, in Würdigung seiner Der- ?nste um das Büchereiwesen die Goethe-Medaille ir Kunst und Wissenschaft verliehen.
Zimmer der Chefs nach dem Korridor und nach den Personalräumen Doppeltüren haben. Rur zwischen den beiden Direktorzimmern ist eine einfache Türe." „ f £ x .
„Wann Herr Wand von Herrn Kaspar fortgmg, hast du wohl nicht feststellen können?"
„Als ich um ein Uhr über den Korridor zum Garderobenraum ging, kam Herr Wand den Gang entlang. Er murmelte vor sich hin und riß dabei an dem Knopf seines Jacketts, was er immer tut,
auch nichts." .
„Gewiß." Frau Mathilde Eberhardt nickte nachdrücklich. v r ,
„Ich fahre jetzt aufs Präsidium und suche Herrn Kriminaldirektor Doktor Ball auf. Er ist zuständig. Falls er auf Grund meines Berichtes ein Eingreifen für notwendig hält, wirst du deine Aussaaen ordnungsgemäß zu Protokoll geben. Ich bin bald wieder hier." , , .
Michel Crusius stand auf, gab seiner Bärbel einen herzhaften Kuß, drückte der Schwiegermutter die Hand und verschwand eilig.
reaung und Verwunderung darüber gezeigt, daß nirgends mehr Unterlagen über die Konstruktionen gefunden wurden, obwohl die Pläne von großer Bedeutung für eure Firma sind."
Richtig!" sagte Bärbel strahlend. „Du verstehst es" besser als ich, die Dinge sachlich klarzulegen. Sie lächelte ihn freundlich an.
Nun will ich dir und deiner Mutter etwas ans legen." Er wurde sehr ernst und wandte sich an die beiden Frauen. „Was deine Behauptungen zu bedeuten haben, können wir hier nicht entscheiden.
Auto sahen, aber nicht erwähnt, daß Ihre Braut auf diesen Punkt noch einmal zu sprechen gekommen ist. Meint sie, daß irgendwelche verborgenen Be- Ziehungen zwischen den beiden bestehen?'
„Das weiß ich auch nicht, Herr Kriminaldirektor.
„Weiter. Wie kam es in der Verhandlung überhaupt zur Sprache, um welche Zeit Herr Kaspar am 11. Mai das Wert verlassen hat?"
„Herr Kaspar war einer der beiden Menschen, die den tödlich verunglückten Ingenieur Wand zuletzt gesehen haben."
„Richtig. Aber deswegen brauchte doch der Richter nicht auch die Sekretärin danach zu fragen. Können Sie genau angeben, wie es zur Erörterung dieser Dinge kam?" , Ä ,
„Jawohl, Herr Kriminaldirektor, Herr Kaspar wurde zuerst über den L"!M'-nd und hio Zuverlässigkeit des angeklagten Werkmeisters Möller befragt und stellte diesem das beste Zeugnis aus."
„Er machte dabei keine Einschränkungen?"
„Nicht die geringsten", gab Michel zu und stellte innerlich fest, daß dieser Umstand aeeiqnet sei, Kaspar zu entlasten. Falls dieser selbst schuldig war, hätte er kaum soviel Wärme aufgebracht, als er seinen Angestellten zu decken versuchte. Ein wenig verwirrt fuhr Michel fort:
„Dann fragte der Vorsitzende der Strafkammer danach, ob Herr Kaspar eine Vermutung über die Ursache des Unglücks habe. Der Zeuge antwortete, es gebe soviel Möglichkeiten, daß er nicht eine einzelne hervorheben könne. Kaspar habe einen neuen Apparat für Sprengungen konstruiert, der mit I Nitroglyzerin arbeite und die Gefahren auf ein ; Minimum herabmindere, die bei der Anwendung dieses Sprengstoffes bestehen. Er verbreitete sich ausführlich über die Eigenart des Nitroglyzerins, schilderte, daß die Flüssigkeit schon bei leichtem Anprall explodiere und nur mit allergrößter Vorsicht zu behandeln sei. Wand habe seit Jahren überlegt, wie man diese Gefahren ausgleichen und Nittogly» zerin zu 'einem Sprengmittel machen könne, das ebenso gefahrlos transportiert und abgefüllt werden könne wie zum Beispiel Dynamit. £)b und in- wieweit Herrn Wand diese Erfindung gelungen fei, wisse er nicht. Herr Wand sei immer sehr schweig- sam und zurückhaltend gewesen und habe nicht gesprochen, bis seine Konstruktionen fertig waren.
(Fortsetzung folgt)
Sportamf KdF.
Schwimmen: jeden Dienstag 20—21 Uhr jeden Freitag 20.30—24.30 21.30—22.30.
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Gießener Konzertrmg
Orchester-Konzert mit Professor Hermann Abendroth.
ixplosion in Raum5
Roman von H. C. Hansen
hpyrlyht by Prometheus-Verlag Dr.Eldiadter, Gröbenrell b.MOndien
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Eine Stunde später beendete Michel seinen Bericht, den er Kriminaldirektor Dr. Ball in Gegenwart des Kommissars Kammin erstattete.
„Ganz ausgezeichnet dargestellt, Herr Crusius. Da Sie nun schon einmal in die Sache hinemgestiegen sind, können Sie gleich hierbleiben." Er wandte sich an Kammin. „Was halten Sie davon?"
„Ich halte von jeder Anzeige etwas, die sich auf Tatsachen stützt. Jedenfalls müssen wir der Ange- legenheit nachgehen."
„Ganz recht Und nun, Herr Crusius, mochte ich Sie auf einige Lücken aufmerksam machen, die Ihr Bericht aufweist,. und die Sie vielleicht noch durch Antworten auf meine Fragen' ausfüllen können. Erstens: Welckes Motiv schiebt Ihr Fraulem Braut Herrn Kaspar für eine Mordtat zu? Eme Frau ist meistens sehr schnell dabei, eine Verdächtigung handfest zu untermauern." „
„Darüber habe ich mit ihr gar nicht gesprochen Michel machte ein betrübtes Gesicht, sobald er sich bewußt wurde, baß er wie ein blutjunger Anfänger gehandelt und diefe selbstverständliche Frage nicht an Bärbel gestellt hatte. „
Sie brauchen sich keine Dorwurfe zu machen , begütigte Doktor Ball. „Das passiert jedem einmal, zumal wenn er noch nicht lange in der Praxis steckt Nun zweitens: Sie haben uns geschildert, daß Sic auf der Heimfahrt von der Gerichtsverhandlung Herrn Kaspar und Fräulein Barkow zusammen im
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Die Sowjets im Iran erweitern die Hafenanlage int Dender Schah am Kaspischen Meer, während i'2 Engländer unter der Geltung von General ühodes den Hafen Dender-Schah pur am Persischen kolf ausbauen.
Die französische Regierung hat zwei neue Gesetze l-gen die Juden erlassen. Das eine Gesetz unter- egt den Juden mit Grundstücken zu spekulieren, i 5 andere ordnet an, daß alle Juden in einem be- rnderen Verband zusammengefaßt werden.
Fuchsbala ist nun vollwertig, Füchse sind genug vor- Händen, Jagd und Fang lohnen die Mühe. Dazu kommt, daß kaum eine Wildart so viel abwechslungs- reiche Jagd verspricht. Es brauchen ja gar nicht immer eine Mehrzahl von Schützen und eine große Schar von Treibern zu sein. Wer sein Revier und seine Fuchspässe kennt, schießt seine Fuchse viel sicherer mit wenig Flinten und evtl. verlappten, unbesetzten Pässen und einem oder zwei Treibern, die den Fuchs rege machen. Ein anderer zieht das Reizen mit der Hasenklage oder dem Mäusepfeifchen vor und verschafft sich damit erhöhten Jagdgenuß. Dabei ist es gar nicht nötig, auf Schnee zu warten. Ein hungriger Fuchs steht natürlich besser xu, aber auch zu Zeiten offenen Wetters kann Erfolg belieben sein. Der Abschuß am Luderplatz ist bet uns wenig geübt, aber durchaus erfolgversprechend. All diese Methoden waren, ja unseren Vätern viel bekannter und gerieten nur durch das heute verbotene Tellereisen in Vergessenheit. Kleine Stöberhunde können mit bestem Erfolg zur Fuchsjagd ver- wendet werden, während die Hauptzeit der Bauhunde erst im Januar während der Rollzeit beginnt.
Neben dem Fuchs sind im Dezember auch unsere edelsten Pelzträger, die M a r b e r , frei, deren Zahl sich unter den Auswirkungen des Reichsjagdgesetzes offensichtlich schon gehoben hat. Auch ihre Jagd kann vielseitig gestaltet werden. Neben dem „Ausneuen kann die Reizjagd zum Erfolge führen. Meist aber wird die Knüppelfalle dem Gelb- ober Weißkehlchen zum Verderben werden. Auch der Stänker Iltis trägt ein begehrtes Rauhwerk. Zum Graben des Dachses ist eb hohe Zeit. Bald bringt die Fähe
erledigt werden sollten. Ich ging über den Korri- j bor in mein Zimmer. Die Türe zu ber Barkow stand genau so auf wie am 11. Mai, als ich die Ueberstunden machte. Don dieser Seite aus war von bem Streit aber nichts zu hören, weil bie
Das türkische Unterrichtsministerium b-fchloß, in eher Aerzte nach Deutschland und der Schweiz i schicken, wo sie vier Jahre lang ihre Studien cxtsetzen sollen, um bann Lehrstühle an türkischen Imnerfttäten zu erhalten.
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Der Beauftragte für außenpolitische Fragen beim krvollmächtigten des Deutschen Reiches in Kopen- : gen, Gesandter v. Kotze, ist dort nach langem duneren Leiden im Alter von 50 Jahren verstorben. Dch einer Trauerfeier in der deutschen St. Petri- Kirche werben die sterblichen Ueberrefte des Der- vrbenen nach Deutschland übergeführt.
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•• Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Der Dachdecker Friedrich Pfeiffer, Schwarüachweg 37 wohnhaft, z. Z. Gefreiter in einem Infanterie-Regiment im Osten, erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz II. Klasse, außerdem das Derwundeten-Abzeichen.
** Hans Albert Schewe, der zur Zeit als Oberspielleiter des Schauspiels in-Memel wirkt und vorher zwei Jahre am Stadttheater in Gießen tätig war, wurde mit Beginn der nächsten Spielzeit vom Generalintendanten Alfred Roller für mehrere Jahre als Spielleiter an die Hamburgische Staatsoper verpflichtet.
♦* Kanarienzüchterverein Gießen. Am vorigen Sonntag führte der hiesige Kanarien- zuchtverein feine diesjährige Prämiierung durch den Preisrichter L. Kreß (Frankfurt a. M.) mit folgendem Ergebnis durch: A. Selbstzuchtklasse 1941: 1. Sieger Heinrich Schmidt, Gießen, 294 Punkte; 2 Peter Reinhardt, Eckelshausen, 279 P.; 3. Hugo Schmidt, Gießen, 192 P. B. Allgemeine Klasse: 1. Johann Gerlach, Silberg, 312 P.; 2. Heinrich Schmidt, Gießen, 303 P.; 3. Hugo Schmidt, Gießen, 300 P.; 4. Karl Becker, Gießen, 285 P.
*♦ ©äfte im Lustschutzräum. Es kann geschehen, daß Straßenpassanten bei Fliegeralarm einen ösfentlchen Luftschutzraum nicht mehr erreichen, bevor die Flak schießt oder Bomben fallen. Sie dürfen dann den nächstgelegenen privaten Luft- schutzraum aufsuchen. Die Schutzsuchenden als Gaste aufzunehmen ist selbstverständliche Menschenvflicht. Außerdem macht sich nach § 330 des Strafgesetzbuches jeder strafbar, der „bei Unglücksfall ober gemeiner Gefahr ober Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies nach gesundem Dolksempfinden seine Pflicht ist". So unterrichtet „Die Sirene", die illustrierte Zeitschrift d-s Reichsluftschutzbundes, im neuesten Heft ihre Leser.
Aus der Stadl Gießen.
Oer Zrontsoldat sieht auf Dich!
Dafür, daß die militärischen Entscheidungen, die durch die Gewalt unserer Waffen im Laufe des vergangenen Kriegsiahres getroffen wurden, in ihrer atemraubenden Größe fast an das Wunderbare zu reichen scheinen, gibt es nur eine Erklärung, lieber die Forderung des Pflichtbewußtseins hinaus hat das deutsche Dolk, hat jeder einzelne an seinem Platz getan und geleistet, was in seinen Kräften stand. Der deutsche Mensch, auch wenn der heiße Atem unseres großen Waffenganges ihn noch nicht unmittelbar berührte, hat die Tiefe dieses Kampfes verstanden. Denn dieser Kampf ist nichts anderes als das erbitterte Ringen zweier Welten. Der Idealismus steht in Gestalt des deuten Sozialismus dem Materialismus einer untergruben Welt- orbnung gegenüber. , Ä
„Wer bie Welten gestalten will, muß-^rzichten, sie zu genießen", sagt einer unserer Große^Das deutsche Dolk hat in unserem Krieg nichts Mveres getan, als biefe Worte erfüllt. Nicht bie englischen Plutokraten, nicht ber aus jübifcher Inspiration geborene Bolschewismus, fonbern der deutsche Mensch ist es, der fortan das Angesicht des neuen Europa prägen wird.
Jetzt ist nicht die Zeit, zu genießen. Opfer und Einsatz und Einsatz und Opfer sind die harten Forderungen unseres Ringens. Gegen unseren deutschen Sozialismus haben die englischen Shylocks und Börsenjobber das Kriegsfeuer über Europa angezündet. Und gerade zu diesem unserem Ideal wollen wir uns Tag für Tag durch immer erneuten Einsatz bekennen und sie mit jedem Opfer ins Genick treffen. Nicht ber Klang des Geldes an sich ist das Entscheidende, sondern das Opfer selbst. Jedes Opfer erinnert uns und bindet uns von neuem an die Gemeinschaft des deutschen Volkes und macht uns stark im Glauben an seine große Sendung. Und dieser Glaube wird den siegreichen Fahnen unserer Soldaten den Weg bereiten. Dor dem Führer und vor aller Welt wollen wir ihn bei jeder Sammlung neu beweisen, auch zum 4. Opfersonntag des Kriegs-WHW. am 7. Dezember!
VS-SmelliWsl M Statt önnö Me
Auf Einladung des Reichsorganifationsleiters )r. Ley traf der rumänische Arbeitsminister Dr. anulescu zum Besuch ber Deutschen Arbeitsamt unt> zur Information über sozialpolitische nrichtungen in den deutschen Betrieben in Ber- i ein.
Mit dem Julmonib beginnt die Winterjagd. Im Dezember, wenn die Felder gangbarer geworden sind und der Hase nach Einkehr ber Ruhe m ber Feldflur wieder mehr auf dem Acker als im Holz liegt, ist die Zeit der Feldtreiben gekommen. Das Ergebnis der seitherigen Jagden auf den Hasen ist sehr mäßig. Der Wiederausstieg hat zur Daraus- setzung, daß noch ein dafür ausreichender Besatz vorhanden ist. Große Treiben, nicht nur Kessel, sondern auch Stanbtreiben, und Liegenlassen von Teilen des Reviers, dazu sichere Schützen, die nur auf waidmännische Entfernungen schießen, sind alterprobte Rezepte für schlechte Jahre. Dann bleibt meist noch genug Wild liegen ober ergreift gesund das Hasenvanier. Wenn bann, wenn es nötig wird, noch eine Winterfütterung einfetzt, dann hat der Jäger getan, was er tun kann.
Im Schalenwildrevier ist der Abschuß in vollem Gang. Unter unseren einheimischen Verhältnissen gilt er vor allem dem roeibticben Rehwild. Auch hier ist es gut, wenn er alsbald zu Ende geführt wird. Im Hochwildrevier find bie Wildjagden im Gange.
Sauen stehen in der Raufchzeit. Ihre Jagd wird sehr erleichtert werden, wenn Schneefall einsetzt. Dann ist regelmäßiges Kreisen Pflicht in allen Revieren, in denen im Sommer und im Herbst Schwarzwild zu Schaden ging und, durch die äußeren Verhältnisse begünstigt, den Bemühungen ber Jäger meist spottete.
Auf eine „Neue" wartet auch ber Raubw i l b - jager. Denn sie verrät ihm, wo ber Fuchs schnürte, ber Marber holzte ober ber Iltis sich steckte Der
sichert, und so schwoll ber Beifall in hohem Maße an, als der Komponist (in Feldgrau) sich zeigte.
Beethovens einziges Violinkonzert wurde zu einer Offenbarung durch bie Art, wie mir es hören konnten. Was an Werten allein in dem Orchesterpart liegt, das lieh H. Abendroth mit einer inneren Weitung und Eindringlichkeit bem Hörer bewußt werben, bie ihn innerlich ergreifen mußte. Dazu führte Guila Bustabo ben Solopart so durch, wie wir ihn in Gießen noch nicht gehört haben. Es erscheint nicht zu hoch gegriffen, wenn man hier mit Berechtigung von einem geigerischen Genie, ja von einem Phänomen spricht. Eine höchste technische Dollenbung wirb hier das Ausdrucksmittel einer Einfühlungsgabe, bie selbst bie unbeachtetste Note nicht nur als organisches Glied erfaßt, sondern sie auch wirklich so erleben läßt: ein Durchfühlen aus dem Geiste der Musik heraus, wie man es nur sehr selten antrifft. Eine Nachgiebigkeit in der Modulation des Tones, die man kaum anders als seelenvoll bezeichnen kann. Was die Geigerin als solche zu geben hat, dafür zeugten die Kadenzen, zumal im ersten Satz mit der imitatorischen Verknüpfung des Gesangthemas; ein aeigerisch-musi- kalisches Erlebnis. Wie aber Begleitkörper und Solostimme sich ineinander fügten in ber Eingliederung als Organismus, wie etwa das Larghetto sich ausspannte in entrückter Klanglichkeit und tiefstem Erfühlen, das war ein Akt höchster Weihe. Endlos war der Beifallssturm der ergriffenen Hörer.
Zum Schluß bie lebensfreudige Symphonie in F-dur op. 9 des aus der Höhe seines Schaffens durch ein tückisches Lungenleiden im Alter von kaum 36 Jahren herausgerissenen Hermann Götz (1840—1876). Die Frische des Kopfsatzes mit seinem lebensbejahenden Cellothema war im ständigen Aufblühen bis zur grandios gesteigerten Coda. Das Intermezzo wurde bildhaft plastisch als das romantische Erleben einer Sonntagswanderung mit Wal- desrauschen und Orgelklang. Im Adagio mit seinem Ringen und Aufwallen wurde das persönliche Bekennen des Schaffenden im Kampfe mit Jeinem Schicksal wach; im Finale ein drängendes Stürmen, ein schwelgendes klangseliges Sich-Ergehen. Ein Durchleben des Ganzen im besten musikantischen Sinne, ein Einsetzen der Ausdruckskräfte des Orchesters, bis zum Letzten plastisch und klangschön.
Der Dank des Hauses erhob sich zu höchsten Aus- maßen. Dr. Hermann Hering.
Welche unübersehbare Bedeutung die Persönlichkeit des Dirigenten besitzt, um die geistige Brücke zwischen Werk und Ausführenden zum Hörer hin zu schlagen, das bestätigte aufs Ueberzeugendste das Konzert des Rhein-Mainischen Landes- Orchesters unter Prof. Hermann Abendroth. Das konnte diesmal um so stärker in Erscheinung treten, als er gerade zwei hier noch nicht bekannte Werke vermittelte, eine Erstaufführung von Albert L u i g und ein in der Ueberfülle des musikalischen Betriebes zu Unrecht oft übersehenes, ja fast vergeh jenes Werk.
Die erste Suite für großes Orchester op. 51 von Albert Luig steht ganz und gar auf modernem Boden; in den Mitteln der Ausführung zieht es das vollbesetzte Orchester heran, in der Gestaltung aber geht Luig seine eigenen Wege. „Erinnerungen an eine Winterreife", so bezeichnet sein Untertitel den Geschehenskreis des Werkes, es sind BildWmit stärkstem Eindrinaen erschaut und erfühlt, ausschwingend .zu tiefer Ausbreitung des Impulses. Das grundlegende Element des Erlebens, besonders aber der Darstellung, ist hier der Rhythmus, nicht in bizarrer Exponiertheit, sondern als die Basis, aus der das Melodische erblüht. Nicht immer sind seine Motive und Themen leicht eingängig, aber eins zeichnet sie aus: sie sind einem eind ringenden Erleben erwachsen voll drängendem Ausdruckswillen, nicht allein gekonnt, nein, gemußt. Diese Gesühlsemanationen stufen sich in allen Graden ab vom sensibelsten klanglichen Hauch bis zu monumentaler Ekstase; in gewähltester Klangfarbe, nicht intellektuell konstruiert, sondern aus einer unmittelbaren Klangsinnlichkeit heraus geboren; oft geradezu überraschende Werte, die aus dem Orchester aufflingen. Die Gruppe der Bilder, als Ganzes genommen, läßt im einzelnen erahnen, wo es sich um ein ad schildernd es Naturerleben handelt ober wo persönliche Momente ausstrahlen, wie in dem Moderato con moto oder der schwindende rhythmische Impuls im Presto. Sublimierte Klänge im Adagio, und im Allegro molto das Ganze zum Schluß zu größter Steigerung führend. Es liegt in dieser Musik von Albert Luig ein urgesunder Kern, trotz der bisweilen eigenartigen Klanglicbkeit; man hatte die Ueberzeugung, daß hier jemand etwas Besonderes aus einer urtümlichen Kraft heraus zu verkünden hatte. Durch die Wiedergabe unter Prof. Hermann Ab enLiroth wurden allerdings auch die günstigsten Bedingungen für das Erleben des Werkes ge-
hitreibt Heinrich aus Trotz die Trennung ber eng- Kchen Kirche von der päpstlichen Macht, und auf ber »rsuchten Ausdeutung dieser Tat beruht Rehbergs Lchauspiel, das den historischen Vorgängen ziemlich gmau folgt. Wenn es ihm auch nicht darum geht, I'dividualpsychologie zu treiben, sondern die Fol- «n dieser Handlung aufzuzeigen, so überwuchert dlnnoch angesichts der beiden Titelhelden — des sirnlichen und egoistischen Königs und der frivolen iitb rücksichtslosen Anna — das Liebesdrama die pklitilche Wirkung. Es bleibt mit dem Schlußwort 1X3 Königs nach Annas Hinrichtung: „Wen hat sie giliebt?" ja auch nur die Frage des Liebhabers, nicht bie nach ber politischen Tat. Trotzbem bleibt des Schauspiel bedeutend, soweit es die Entwicklung und den tragischen Ausgang des Liebeshandels in meisterhaften Szenen zum Vorwurf hat. Reh- btrgs Sprache weiß Lichter aufzusetzen oder Dunkel 38 geben, und man spürt den Mann des Theaters, d«r in vielen historischen Dramen bewiesen hat, daß d bie Dinge an der Wurzel ersaßt und mehr ist als eh geschickter Bühnenroutinier. Ludwig Beil.
Kleine politische Nachrichten.
Die Reichsuniversität und die Deutsche Techni- d-e Hochschule in Prag, sowie die Deutsche Tech- lsche Hochschule in Brünn, an denen feit ihrer Übernahme in bie unmittelbare Reichsverwaltung 8ich ben gleichen Stubien- und Dorlesungsplänen re an allen deutschen Hochschulen gelehrt wird, khren ben Lehr- und Forschungsbetrieb im vollen tmfange durch. Es ist Vorsorge getroffen roorben, - h jeder Student und jede Studentin in Prag ler Brünn eine geeignete Wohnung findet.
„lieber was sie alles gesprochen ober, besser geegt, gestritten haben, weiß ich nicht. Aber es war tron höchst merkwürdig, daß Herr Wand über- hcupt laut wurde. Ich bin letzt fünf Jahre im faufe und habe noch nie gehört, daß Herr Wand erregt gewe|en wäre. Das sagen die anderen auch a. e, die ihn noch viel länger kannten. Ich war bet fcrrn Kobelt zum Diktat, als der Krach begann, las muß um zwölf Uhr gewesen sein. Herr Kooelt unterbrach das Diktat für wenige Augenblicke, bt rchte neugierig auf und diktierte dann weiter. Eobalb er mit dem einen Brief zu Ende war, ließ mich sitzen und machte die Türe auf, um ZU fcrrn Kaspar ins Zimmer zu gehen. Ich satz bim Rücken zur Türe und wollte mich nicht um» Men, um nicht neugierig zu erscheinen. Aber gr- biTt habe ich ganz deutlich, daß $crr ®a'?ar J1!1! toter Stimme erklärte, nicht Herr Wand allem Qm ---------
bilde über bie Erfindung zu verfugen, sondern ote ,. , u- ba9 $QU5 verlassen, wahrend er erft um fama, und bas seien alle drei Inhaber Daraus ^jnhalb sieben gegangen ist. Zweitens, Zwischen bem crie Herr Wcmb, ich sage ausdrücklich, er schne, ^dUch verunglückten Erfinder, Herrn Wand, und Tsil man es nicht anders bezeichnen kann, in &em anderen Mitinhaber der Firma, Herrn Kaspar, bi-lem besonderen Falle müsse er sich ferne Ent- e9 am ersten ober zweiten Samstag nach Ostern ’dnüHe vorbehalten. Sprengungen mit bem neuen einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Moparat könne auf absehbare Zeit nur er selbst! «Aemerkenswert daran ist, daß Herr Wand im r.sführen, später vielleicht noch Leute die er oe- @ n|at^ feinem sonstigen Verhalten sehr erregt lonbers ausbilde Er habe bas Gefahrenmomeirt (mu»be Drittens, Herr Kaspar hat eigenartigerweise, iir Nitroglyzerin auf ein Minimum vermindert, bqe|ef)en DOn der falschen Zeitangabe, kerne Er- ther er bülhe nicht, baß der Apparat für ben all» » -------------- bafc
Jimeinen Gebrauch freigegeben werde.
„Daran erinnerst bu dich so genau.
„Jawohl, weil ich es genau gehört habe. 3d) bntte bis jetzt nicht davon erzählt, weil ich Z r-manbem über vertrauliche Dinge aus der ftirma
Die weithin bekannte deutsche Heilstätte in Davos, r bereits vielen Lungenkranken Heilung gebracht et, beging bas Fest des 40jährigen Bestehens.
♦
Der Führer hat dem Direktor ber Deutschen tzchiff. und Maschinenbau AG. in Bremen, Prof.
r. Gustav Bauer aus Anlaß seines 70. Geburts- qes den Adlerschild des Deutschen Reiches mit der ibmung „dem großen deutschen Schifssmaschinen- fctier" verliehen.
nach einer Viertelstunde kam Herr Kabelt heraus, Sollten le aber wirklich einen -"sten tzmtergrund war sehr erregt, wischte sich mit dem Taschentuch besigen, so ernst, wie du, Bärbel, es vermut^, dann über die Stirn und schickte mich wetz, ahne die muh unbedingt darüber geschwiegen werden, ^zu anderen Briese zu diktieren, die ursprünglich nach > sedermann, auch zu Vater und Kurt Verstanden^ erlediat werden sollten. Ich ging über den Korri. i „Ial" Bärbel war ganz willig. „Mutter, du sagst


