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Judentums ein Charakteristikum für die Krankheit des Nachweltkriegseuropa war, fo wird die Be­endigung dieser Vorherrschaft ein Charakteristikum für die Gesundung des kommenden Europa sein.

In einem großen, zusammengefaßten Ueberblick schilderte Dr. Goebbels, wie der Anlaß eines Krie­ges niemals gleichzeitig auch seine Ursache zu sein braucht. Alle alten, nie oder doch nur unzulänglich gelösten Probleme Europas brachen auf, als die mehr als bescheidenen deutschen Forderungen auf Danzig sowie einen Korridor durch den Korridor im August 1939 von unseren Feinden zum frivolen Anlaß des Krieges gemacht wurden. Es ist der Ver­such der ab sterbend en Plutvkratien, Deutschland und seine Verbündeten auf viel zu engen Raum ein­zusperren und durch eine Reihe von Trabanten das Leben unseres Erdteils ewig zu beunruhigen. Es ist andererseits das Problem des Bolschewismus, der 180 Millionen zu einem Elendsdasein verurteilte, um eine kontinentbedrohende bolschewistische Wehr­macht aufzubauen. Alle diese Probleme sind zur Lösung fällig ob wir wollen oder nicht. Europa muß sich entscheiden, ob es leben aber im Chaos versinken will.

Die Chance, die die deutsche Ration heute besitzt, ist eine einmalige, aber auch ihre größte. Daran muß der Soldat denken, wenn er in die Schlacht zieht. Daran muß der Arbeiter denken, wenn er ans Derk geht, daran muh der Dauer denken, wenn er dem Acker das "

tägliche Drok für fein Volk abringt, daran muh der Ingenieur, der Wissenschaftler, der Beamte, der Arzt, der Künstler denken, wenn er der Ra­tion an seinem Platze dient. Das muh unser Gebet am Dörgen und am Abend sein. Dir müssen siegen, und wir werden siegen. Aber hat jemand geglaubt, dah uns die historische Auf­gabe der Reuordnung eines Kontinents leicht und fast unverdient in den Schah fallen würde? Die Geschichte verschenkt nichts, sie bietet alles nur an. Wer da nicht zugreift und festhält, wird alles verlieren. Es liegt an uns, ob uns dieser Krieg verflucht oder segnet. Er fordert das Letzte von uns, aber er gibt uns auch alles, wessen wir für unsere nationale Zukunft bedürfen.

Wer von uns möchte, wenn er die Wahl hätte, von dieser Zeit in eine andere, ruhigere, dafür aber auch inhaltlosere entlassen werden. Einmal werden auch unsere Sorgen und Nöte zu Ende sein und wer­den auch uns die Glocken das Ende des Krieges und den Sieg einläuten. Diese Stunde ist dann für uns alle der Preis. Zeder einzelne wird gewogen in seinen Handlungen und Unterlassungen, und dann treten wir als Volk vor den Richterstuhl der Ge­schichte. In Demut vor einem gewaltigen Schicksal, das uns aufgebürdet war und dessen wir Herr wurden, neigen wir unser Haupt, um den Lorbeer zu empfangen.

Des deuischen Volkes Antwort.

Das Ergebnis der 3. Veichsstroßenfammlung 46 Prozent mehr als im Vorjahre.

Berlin, 1.Dez. (DRB.) Das vorläufige Er­gebnis der 3. Reichssiraßensammlung am 15. und 16. Rovember 1941 beträgt RM. 29 638 593,37. Sammler und Sammlerinnen der DAF. haben ge­genüber der gleichen Sammlung des Vorjahres eine Steigerung von RD. 20 300 476,98 um Reichs­mark 9 338 121,39 gleich 46 Prozent auf Reichs­mark 29 638 598,37 erzielt.

Das Ergebnis d-er letzten Sammlung für das Winterhilfswerk ist um vieles, vieles höher gewor­den, als das der früheren. Dies Sammel ergebms hat einen tiefen Sinn. Das deutsche Volk hat damit eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß es voll fester Entschlossenheit und Zuversicht hinter dem Führer steht und daß es voll Dank an den Führer und an seine Soldaten bereit ist, auch selbst jedes Opfer zu bringen, um den harten Kampf gegen den bolsche­wistischen Weltfeind siegreich beenden zu helfen. Das Sammelergebnis ist eine stille, schweigende, aber

desto überzeugendere Antwort an Moskau, den Bol­schewismus und die mit ihm verbündeten plutokra- tischen Mächte, nicht nachzulassen in diesem Kampfe, bis der Sieg errungen ist. Es ist nicht die größere Summe, die dem Ergebnis seine Bedeutung gibt, sondern der gesteigerte Opferwille, der sich hier ma­nifestiert hat und der die unerschütterliche Geschlos­senheit im Kampf bis zum Sieg zum Ausdruck bringen wollte. Das deutsche Volk in seiner Gesamt­heit hat hier dokumentiert, daß es aus ganzem Her­zen dem Führer und seiner unvergleichlichen Wehr­macht dankt, recht,zeitig vor dem furchtbaren und entsetzlichen Geschick bewahrt zu sein, das ihm ge­wiß gewesen wäre, wenn der Führer die Gefahr nicht rechtzeitig erkannt und beseitigt hätte. Die ent« scheidenden Schläge sind bereits getan. Wenn wie­der der Appell an uns ergeht, für das Winterhilfs- werk zu geben, erinnern wir uns dessen, was uns erspart geblieben ist, und geben wir doppelt!

England spürt die Konkurrenz -er LkGA.

Stockholm, 2. Dezember. (DRB. Funkspruch.) Die LondonerFinancial News" fordert die Auf­hebung der amerikanischen Treuhand­verträge und anderer Abmachungen, die eine Beschlagnahme von britischem Privatkapital in den Vereinigten Staaten zugunsten des Empire ver­hindern. Das Blatt erklärt, die Devisenlage fei weit ernster, als die meisten Leute glaubten. Die Fest­stellung des Premierministers, die Regierung habe vor einem Jahr nicht gewußt, an wen sie sich wen- den solle, um nur einen einzigen Dollar zu er­halten, sei das erste amtliche Eingeständnis, daß die britischen Dollarreseroen Ende 1941 erschöpft wären. Das englische Schatzamt müsse neue Dollar­reseroen ansammeln und zu diesem Zweck auch die nach den Vereinigten Staaten verschobenen oder geschmuggelten Kapitalien reicher englischer Privat­leute angreifen.

Auch aus der Londoner City wird bekannt, daß sich der britischen Exporteure und Banken immer größere Unruhe bemächtigt, da sich die Vereinigten Staaten im Zuge ihrer politischen und wirtschaft­lichen Ausweitungspolitik immer stärker auf den Märkten des Empire festsetzten und die Nach- krieqswirtschaft ein ausgesprochen amerikanisches Gesicht tragen könnte; vor allem ist man in kon­servativen Kreisen in Sorge Über die Entwicklung der britischen Finanz- und Währungsverhältnisse durch die gesteigerten Kriegsanforderungen und die Unsicherheit über d i e Verpflichtun­gen aus dem Pacht- und Leihge'setz gegenüber den Vereinigten Staaten. Die politische Seite der USA.» Stützpunktpolitik wird heute in London beinahe

weniger schwerwiegend für die Zukunft Großbri­tanniens gewertet als die wirtschaftlichen Auswirkungen des immer stärkeren Vorrückens der Vereinigten Staaten.

Erfundene Aazi-Bedrohung"Guayanas

Berlin, 1. Dezember. (DNB.) Roosevelt hat die Besetzung Niederländisch-Guayanas durch USA.» Truppen damit begründet, daß er Guayana gegen eine Nazi-Bedrohung in Schutz nehmen müsse. Das Kriegsdepartement gab bekannt, daß die USA.-Truppen auf Niederländisch-Guayana das ehemalige deutsche Hauptquartier be- setzt hätten, und daß der Naziführer, ein gewisser E r d m a n n , -er nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Holland versackst habe, die holländische Regierung auf Niederländisch-Guayana abzusetzen, sich im Konzentrationslager befinde.

Diese Verlautbarung soll den Eindruck erwecken, als ob für Niederlandisch-Guayana tatsächlich so etwas wie eine Nazibedrohung bestanden habe und als ob nur durch das Auftreten der USA.-Truppen diese Gefahr beseitigt worden sei. In Wirklichkeit handelt es sich bei dem erwähnten Erdmann um einen ehrsamen und in holländischen Kreisen Gua­yanas hochangesehenen deutschen Kaufmann, der wie alle Deutschen, die sich aus beruflichen Gründen zur Zeit des deutschen Einmarsches in Holland in Niederländisch-Guayana befanden, bereits am 10. Mai 1940verhaftetund interniert

Mittel gegen den Lindwurm.

Von Johann Peter Hebel.

Reiche Leute haben trotz ihrer gelben Vögel doch manchmal auch allerlei Lasten und Krankheiten aus­zustehen, von denen gottlob der arme Mann nichts weiß, denn es gibt Krankheiten, die nicht in der Luft stecken, sondern in den vollen Schüsseln und Gläsern, und in den weichen Sesseln und seidenen Betten, wie jener hautreiche Amsterdamer ein Wort davon reden kann. Den ganzen Vormittag saß er im Lehnsessel und rauchte Tabak, wenn er nicht zu faul war, oder hatte Maulaffen feil zum Fenster hin­aus, aber zu Mittag doch wie ein Drescher, und die Nachbarn sagten manchmal:Windet's draußen, oder schnauft der Nachbar so?" Den ganzen Nachmittag und trank er ebenfalls bald etwas Kaltes, bald etwas Warmes ohne Hunger, aus lauter Langeweile bis an den Abend, also, daß man bei ihm nie recht sagen konnte, wo das Mittag­essen aufhörte und wo das Nachtessen anfing. Nach dem Nachtessen legte er sich ins Bett und war so müde, als wenn er den ganzen Tag Steine abge­laden oder Holz gespalten hätte ... Davon bekam er zuletzt einen dicken Leib, der so unbeholfen war, wie ein Maltersack. Essen und Schlaf wollten ihm nimmer schmecken, und er war lange Zeit, wie es manchmal geht, nicht recht gesund und nicht recht krank, wenn man aber ihn selber hörte, so hatte er 365 Krankheiten, nämlich alle Tage eine andere. Alle Aerzte, d e in Amsterdam sind, mußten ihm raten. Er verschluckte ganze Feuereimer voll Mix­turen und ganze Schaufeln voll Pulver und Pillen wie Enteneier so groß, und man nannte ihn zuletzt scherzweise nur die zweibeinige Apotheke. Aber alles Doktern half ihm nichts, denn er befolgte nicht, was ihm die Aerzte befahlen, sondern sagte:Fouder, wofür bin ich ein reicher Mann, wenn ich soll leben wie ein Hund, und der Doktor will mich nicht ge­sund machen für mein Geld!" Endlich hörte er von einem Arzt, der 100 Stunden weit weg wohnte, der sei so geschickt, daß die Kranken gesund würden, wenn er sie nur recht anschaue, und der Tod geh' ihm aus dem Weg, wo er sich sehen lasse. Zu dem Arzt faßte der Mann ein Zutrauen und schrieb ihm feinen Umstand. Der Arzt merkte bald, was ihm

fehle, nämlich nicht Arznei, sondern Mäßigkeit und Bewegung, und sagte:Wart, dich will ich halb kuriert haben." Deswegen schrieb er ihm ein Brief­lein folgenden Inhalts:Guter Freund, Ihr habt einen schlimmen Umstand, doch wird Euch zu helfen sein, wenn Ihr folgen wollt. Ihr habt ein bös' Tier im Bauch, einen Lindwurm mit sieben Mäu­lern. Mit dem Lindwurm muß ich selber reden, und Ihr müßt zu mir kommen. Aber fürs erste dürft Ihr nicht fahren oder auf dem Rößlein reiten, sondern auf des Schuhmachers Rappen, sonst schüt­telt Ihr den Lindwurm, und er beißt Euch die Ein­geweide ab, sieben Därme auf einmal ganz entzwei. Fürs andere dürft Ihr nicht mehr essen als zweimal des Tages einen Teller voll Gemüse, mittags ein Bratwürstlein dazu und nachts ein Ei und am Morgen ein Fleischsüpplein mit Schnittlauch drauf. Was Ihr mehr esset, davon wird nur der Lindwurm größer, also daß er Euch die fieber verdrückt, und der Schneider hat Euch nimmer viel anzumessen, aber der Schreiner. Dies ist mein Rat, und wenn Ihr mir nicht folgt, so hört Ihr im anderen Früh­jahr den Kuckuck nimmer schreien. Tut was Ihr wollt!"

Als der Patient so mit sich reden hörte, ließ er sich sogleich den anderen Morgen die Stiesel salben, und machte sich auf den Weg, wie ihm der Doktor befohlen hatte. Den ersten Tag ging es so lang­sam, daß perfekt eine Schnecke hätte können sein Dorreiter sein, und wer ihn grüßte, dem dankte er nicht, und wo ein Würmlein auf der Erde kroch, das zertrat er. Aber schon am zweiten und am dritten Morgen kam es ihm vor, als wenn die Vögel lange nicht so lieblich gesungen hätten wie heut', und der Tau schien ihm so frisch und die Korn­rose im Felde so rot, und alle Leute, die ihm be­gegneten, sahen so freundlich aus und er auch, und alle Morgen, wenn er aus der Herberge ausging, war's schöner, und er ging leichter und munterer dahin und als er am achtzehnten Tage in der Stadt des Arztes ankam und den qnderen Morgen auf­stand, war es ihm so wohl, daß er sagte:Ich hätte zu keiner ungeschickteren Zeit können gesund werden als jetzt, wo ich zum Doktor soll. Wenn's mir doch nur ein wenig in den Ohren brauste, oder das Herzwasser lief mir." Als er zum Doktor kam, nahm ihn der Doktor bei der Hand, und sagte ihm: .Letzt erzählt mir denn doch einmal von Grund

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und die dadurch ein getretene Verhärtung der vor-

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her tief verschlammten Wege keine unüberwindlichen Hindernisse für weitere deutsche Angriffe darstell­ten. Unter besonders schwierigen Verhältnissen trat

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Das Hessische Landestheater brachte unter Franz Everths Spielleitung als Uraufführung Hans Rehbergs SchauspielHeinrich und 21 n n a". Heinrich VIII. von England läßt sich von seiner Gemahlin scheiden und erhebt die junge un­schöne Anna Boleyn zur Königin. Da Papst Cle­mens die Erlaubnis zu dieser Scheidung verweigert,

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von Hlllda Hofmiller. 368 Seiten. Geb. RM. 7,50. Karl Rauch Verlag, Dessau. (64.) Der 1933 als Konrektor und Gymnasialprofessor in Ro­senheim bei München verstorbene Josef Hofmiller ist einer der nicht eben zahlreichen deutschen Es­sayisten von Rang gewesen: neben fernem Schul­amt (als Lehrer für Englisch, Französisch und Spa­nisch) entfaltete er eine überaus reiche und frucht­bar anregende literarische Tätigkeit als Publizist, als Herausgeber. Ueberfetzer, Kritiker und Literar­historiker, ein Mann von profundem Wisien, von einer wahrhaft humanistisch zu nennenden Bildung des Geistes, von bestechender Klarheit und Eleganz des Stiles ein Mensch überdies von höchst ausge­prägtem Charakter und einer fo noblen wie an­ziehend-erfreulichen Gesinnung. Das reizvoll intime Bild feiner Persönlichkeit spiegelt sich in den Brie­fen, welche seine Witwe mit liebevollem Verständnis gesammelt, ausgewählt und herausgegeben hat, und von denen nun, das letzte Lebensjahrzehnt als Her­ausgeber und Essayist in Rosenheim von 1922 bis 1933 umspannend, der zweite Teil als VI. Band der gesammelten Schriften in einer gediegenen Ausgabe vor uns liegt. Das literarische fiebenswerk Hofmil-

Diesem wie auch dem ebenfalls in die Angelegenheit verwickelten früheren Wirtschaftsattachä der franzö­sischen Gesandtschaft in Sofia, Gervi 11er, ist es gelungen, aus Bulgarien zu fliehen. In dem Prozeß haben sich zu verantworten ein Franzose namens (3 o ff e I i n, drei Juden fremder Staatsangehörig­keit und drei Bulgaren. Die Anklage wirft den An­geklagten vor, daß sie mit dem Oberst Roß in Ver­bindung gestanden und versucht haben, Sabo­tageakte zu verüben. Ferner werden die Ange­klagten beschuldigt, dem englischen Geheimdienst Mit­teilungen über die bewaffneten Streitkräfte Bulga­riens gemacht zu haben.

Frisch aufgefüllte Gowjetdiviflonen geschlagen.

Berlin, 1. Dez. (DNB.) Der neuerliche Erfolg einer deutschem Infanteriedivision im mittleren Abschnitt der Ostfront beweist, daß starke Kälte

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worden mar. Don einer Bedrohung Niederländisch- Guayanas durch diese Deutschen kann also keine Rede sein. Die an sich schon unglaubwürdige Be­gründung für die Besetzung Niederländisch-Gua­yanas durch USA.-Truppen kann also durch diese Erklärung des Kriegsdepartements nur noch mehr in Mißkredit geraten.

Früherer britischer Militärattache in Sofia im Mittelpunkt eines Spionageprozeffes.

aus, was Euch fehlt." Da sagte er:Herr Doktor, mir fehlt gottlob nichts, und wenn Ihr fo gesund seid wie ich, so soll's mich freuen." Der Doktor sagte:Das hat Euch ein guter Geist geraten, daß Ihr meinem Rat gefolgt habt. Der Lindwurm ist jetzt abgestanden. Aber Ihr habt noch Eier im Leib, deswegen müßt Ihr wieder zu Fuß heim­gehen und daheim fleißig Holz sägen, das niemand sieht, und nicht mehr essen, als Euch der Hunger ermahnt, damit die Eier nicht ausschlüpfen, so könnt Ihr ein alter Mann werden" und lächelte dazu. Aber der reiche Fremdling sagte:Herr Doktor, Ihr seid ein feiner Kauz, und ich versteh' Euch wohl" und hat nachher dem Rat gefolgt und 87 Jahre, 4 Monate, 10 Tage gelebt, wie ein Fisch im Wasser so gesund, und hat alle Neujahr dem Arzt 20 Dublonen zum Gruß geschickt.

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Kampf wurde die Stadt genommen, obwohl das umliegende Gelände völljg vermint war und ganze Häuserblocks zur Sprengung vorbereitet waren. 14 Geschütze, 66 Maschinengewehre und 1100 Gefan­gene fielen in deutsche Hand.

Ritterkreuzträger Major Vitter starb den Heldentod.

Berlin 1. Dezember. (DNB.) An der Front vor Moskau ist der Münchener Ritterkreuzträger Major Ritter, Kommandeur eines Infanterie- Bataillons, beim Angriff gefallen. Er kämpfte im Verbände eines Panzerkorps und wurde für die Einnahme einer Stadt mit dem Ritterkreuz aus- gezeichnet. Durch fein entschlossenes Handeln gelang es einer seiner Kompanien, ohne jede Unterstützung im Handstreich eine schwere sowjetische Flakbatterie zu nehmen, die den Angriff der Division aufzu­halten drohte. Tief stieß er in den Rücken des weit überlegenen Gegners und verteidigte seine Stellung in zäher Abwehr, bis die Masse der Division durch gestoßen war. Die Verleihung der hohen Auszeich nung konnte Major Ritter nicht mehr erfahren'; kurz nach seiner Waffentat traf ihn der tödliche Splitter.

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Teil: 1922-°1933. Ausgewählt und herausgegeben

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phoniker unter Leitung des Staatsopern-Kapell« Meisters Rudolf Moralt der Mozartwoche als würdigen Beitrag hinzufügte. Er wählte außer dem glänzendenKrönungskonzert" das ganz auf lieb­liche Anmut gestellte A-dur-Konzert. Doll inniger Wärme blühte die Kantilene auf, das feine Filigran der Passagen glitzerte in virtuoser Brillanz. Bedeut­sam rauschten die Akkordzerlegungen zu Beginn der selteneren der beiden c-moll-Phantasien auf. Von leichter Spielfreude war der Vortrag der C-dur-Sonate (Köchel-Verzeichnis 330) durchbebt. Die beyeisterte Zuhörerschaft rief den großen Pia­nisten immer wieder auf das Podium.

Roland Tenschert.

lers, das feine pädagogische Berufsarbeit über­dauerte, bezeichnet sich, neben einer Fülle in Zei­tungen und Zeitschriften wie denSüddeutschen Monatsheften", derDeutschen Zeitschrift" und der Corona" verstreuter kleinerer Arbeiten in Werken wie denVersuchen", denWan-derbildern und Pil­gerfahrten", denFranzosen", demRevolution^ tagebud) 1918/19", demUmgang mit Büchern", der Prosafassung der mittelhochdeutschen Novelle vom Meier Heimbrecht, um einige der bekanntesten zu nennen. Aus dem Briefbande ergibt sich fo et­was wie der Kommentar zu einem Lebenswerke, den die ganze liebenswerte Ursprünglichkeit von Hofmillers betont südbayerischer Persönlichkeit auf jeder Seite, fast in jeder Zeile kennzeichnet. Man begleitet ihn bei der Arbeit, man lernt einen Mann von glänzendem Wissen und Können, von unheim­licher Belesenheit, erstaunlichem Fleiß und immer neu entzündeter Arbeitslust kennen, aber auch einen vorbildlichen Familienvater und treuen Freund, einen begeisterten Bergsteiger und Wan­derer, weitab vom blassen, vergrabenen Stubenge­lehrtentum, dem Umgang und Aussprache mit Gleichgesinnten ebenso Bedürfnis war wie die Ent­deckungsfahrten durch die geliebte, gesegnete engere Heimat. Den Zugang zu Hofmillers Werk und Welt wird man am besten und unmittelbarsten in feinen Briefen finden; sie sind eine ungewöhnlich anre­gende, belehrende und amüsante Lektüre.

Walter Bauer: T a g e b u chb l S tt er aus Frankreich. 99 Seiten. Kart. RM. 2,50. Karl Rauch Verlag, Dessau 1941. (77.) Auf- Zeichnungen eines Soldaten in Frankreich. Begeg­nungen mit den Dingen am Rande des Krieges, die man gemeinhin weder in den PK.-Berichten noch in der Wochenschau findet: bie JtiHe Erschütterung im Anblick von Verdun wie im Anblick der Kathe­drale von Chartres; (Erinnerung an Dichter und Maler, winzige Erlebnisse mit fremden Kindern un­gefallenen Kameraden; Stimmungen am Meer und im Urlauberzuge, Träume vom Frieden und der künftigen Heimkehr. Schlichte, nachdenkliche Prosa, eine Anzahl Gedichte dazwischengestreut. Das Ganze als Bekenntnis des geistigen Menschen im Kriege, der im Alltag der soldatischen Wirklichkeit nach dem Unverlierbaren und Unzerstörbaren sucht.

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menalen Mailänder Virtuosen Luigi Amodio das Klarinetten-Quintett spielt, dann bestrickt neben der hinreißendei^Ausführung der Musik und dem Ge­halt der Werke auch der Zauber der Säle, m deren Raumform und Ornamentik die Mozartsche Musik ihren Widerschein findet. Ganz nahe war man schließlich dem geschichtlichen Mozart, als einige seiner Kammermusikwerke im Palais Pallavicini sogar auf den Instrumenten der damaligen Zeit vor- getragen wurden, ober im Festsaal der National- Bibliothek, wo Mozart einst selber Konzerte seines Gönners von ©mieten dirigierte und jetzt eine un­vergleichliche Schau von Dokumenten seines Lebens und Schaffens aufgebaut ist, darunter die Urschrift ten derFigaro"-Partitur und desDon Giovanni", die neben vielen anderen Leihgaben mit den eige­nen Beständen der Wiener National-Bibliothek zu einer das Klangerlebnis dieser Festtage historisch vertiefenden Schau vereinigt wurden.

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Wilhelm Backhaus auf der Wiener Mozartwoche.

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Acht Tage lang steht Wien, die Stadt der deut­schen Musik, im Zeichen Mozartscher Klänge. Die mitten ick? Kriege einzigartige Huldigung für einen der deutschesten Musiker hat schon in den ersten drei Tagen eine schier überwältigende Fülle von künstlerischen Ereignissen mit sich gebracht. Allabend­lich steht im Mittelpunkt die Staatsoper. Die Spra­chen fast ganz Europas mischen sich zu einem schwir­renden Chor mit dem Deutschen und seiner boden­ständigen Wienerischen Form. Dielgesichtig sind auch die Eindrücke von der Bühne her. Den Hauptteil liefert die Wiener Staatsoper selbst. IhreEnt­führung aus dem Serail" bekam von bem Dresdner Gastdirigenten Karl Böhm kristallische Klarheit alles Orchestralen. Oskar Fritz Schuh und Wilhelm Reinting formten Bild und Bewegung der Szene und neben den Wiener Solisten feierten die Berliner Kammersängerinnen (Erna Berger und Irma Seilte Triumphe mit ihren glitzernden, makellosen Koloraturstimmen. Mit musikdramatischer Wucht versuchte dann Hans Knappertsbusch demDon Giovanni" beizukommen und wurde von den Szenerien Josef Fennekers mit ihrer kühlen Großartigkeit und den schweren, die Dämonie des Geschehens andeutenden Schatten unterstützt. Unter den Sängern dominierte Paul Schäffler als ein zwar weniger dämonischer, aber mit kerni­gem Bariton singender, beweglicher Don Juan. Mel diskutiert wurde die glanzvolle Gastvorstellung der Münchener Staatsoper, die unter Clemens Krauß' subtil ausfeilender Musikleitung prunk­vollste Stimmen und ein von Rochus ©liefe rea­listisch aufgebautes Venedig ins Treffen führte für die spielerische RokokokomödieKofi f a n t u 11 e". In der Münchner Auftassung unter der Regie Ru­dolf Hartmanns wurde sie mit schwerer barocker Pracht und innigster Beseelung dargeboten.

Die Symphonie-Konzerte stellten zunächst die be­rühmtesten Hauptwerke Mozarts heraus. Nachdem Böhm mit den Wiener Symphonikern schon bet der Eröffnungsfeier u. a. die strahlende Jupiter- Symphonie gespielt hatte, bezwang Knapperts­busch s Darstellung der berühmten Symphonie in Es=Dur und Q-Moll mit den Wiener Philharmo­nikern durch die geballte Kraft der Interpretation. Dazwischen entzückte Georg Kulenkampff mit dem eleganten und tief erfühlten Dortraa des Dio- linkonzertes in A-Dur (K. D. 219). In einem kost­baren Rahmen wie kaum eine andere Stadt vermag Wien die Kammermusik zu stellen. Wenn Edwin Fischer als Pianist und zugleich als Dirigent der Wiener Symphoniker eine Serenade im Schloß zu Schönbrunn gibt ober das Strub-Quartett im Pallavicini-Palais einige der sogenannten Haydn- Quartette Mozarts und zusammen mit dem phäno-

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© o f i a 2. Dez. (DNB. Funkspruch.) Dor Sofioter Bezirksgericht begann der Prozeß in einer Spionageaffäre, Deren Mittelpunkt der frühere eng­lische Militärattache in Sofia, Oberst Roß, bildet.

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Bei der bewußten Gestaltung, die das Spiel von Wilhelm Backhaus auszeichnet, steht dem Künstler jeder Darstellungsstil offen. In der Kunst eines Beethoven und Brahms besonders heimisch, findet sich dieser klare Geist doch auch in der Welt Schu­berts und Chopins zurecht. Aehnlich ist es mit Mo­zart. Dies erwies sich bei einem Festabend, den |n^ Ley Backhaus mit dem Stadtorchester der Wiener Sym» {({gnul