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Riga in deuifcher Hand

Flügelaltar eines Lübecker Meisters vom Jahre 1524 mit den Bildnissen eines Lübecker Ratsherren und seiner Gattin geschmückt. Es wird festzustellen sein, wo diese unschätzbaren Kunstwerke geblieben sind. Wenn vielleicht die Letten sie noch aufbewahrt haben mögen, so ist doch kaum damit zu rechnen, daß sie von der bolschewistischen Zerstörungssucht übersehen worden sind, bestenfalls hat man sie zu Geld gemacht, nach Amerika verkauft oder wegge­schleppt.

Seltsam und ungewöhnlich war die Geschichte dieser Stadt. Sie hat jahrhundertelang Fremden ge­hört, paßte sich den äußeren Formen ihrer Herr­schaft an und blieb doch unveränderlich deutsch. Diese Stadt gehörte zu einem fremden Staat, aber sie gehörte uneingeschränkt zum geistigen Deutsch­land, als es noch kein anderes als ein geistiges Deutschland gab. Es war die Zeit der Hamann, Herder, Lenz, Klinger bis in die Zeit des jungen Kapellmeisters Richard Wagner, der hier in Riga in der Petersburger Vorstadt wohnte.

Run sind wieder die Deutschen in Riga einge-

3m Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge ein größeres Handelsschiff schwer. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen den Versorgungshafen Cardiff sowie gegen Hafenanlagen an der britischen Ost- und Süd- k ü st e.

3n Nordafrika warfen deutsche Sturzkampf­flugzeuge vor Soll um einen britischen Zerstörer in Brand und bombardierten in Tobruk Hafen­anlagen und Ansammlungen von Kraftfahrzeugen des Feindes.

Britische Kampfflugzeuge warfen gestern unter dem Schuhe tiefliegender Wolken und unsichtigen Wetters auf Wohnviertel im norddeutschen Küsten­gebiet Bomben. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Mehrere Gebäude wurden zerstört oder beschädigt. Bei diesem Angriff und bei Einflugver­suchen des Feindes in die besetzten Gebiete am Ka­nal schossen 3äger und Flakartillerie 11, Marine­artillerie 5 britische Flugzeuge ab.

Bei feindlichen Luftangriffen, die sich in der letz­ten Nacht gegen Westdeutschland richteten, wurden u. a. in K ö l n einige Zivilpersonen getötet oder ver­letzt. Wehrwirtschaftliche oder militärische Schäden entstanden nicht. Durch nächtliche Jagd- und Flak­abwehr wurden drei britische Flugzeuge zum Absturz gebracht. Marineartillerie schoß in der Nacht zum 30. Juni vier feindliche Flugzeuge ab.

In den siegreichen Luftschlachten im Osten errang das Jagdgeschwader unter Führung von Oberstleut­nant Mölders 110 Abschüsse, das Jagdgeschwader unter Führung von Major T r a u t l o f t 65 Ab­schüsse. Oberstleutnant Mölders erzielte seinen 82., Hauptmann Ioppien seinen 52. Luftsieg.

3m Kampf um die feindlichen Grenzbefestigungen zeichneten sich der Kommandeur eines Pionierbatail­lons, Major Schütter, der Oberleutnant und Kompanieführer in dem gleichen Bataillon Hor­nung und der Leutnant und Führer eines Infante- rie-Pionierzuges 3ohannes Müller besonders aus. Der Leutnant haaf eines Lisenbahn-Pionier-Re- giments verhinderte die Sprengung einer besonders wichtigen Eisenbahnbrücke. Der Gefreite Reiser eines Artillerie-Regiments vernichtete als Richt­kanonier mit seinem Geschütz in kurzer Zeit 14 feindliche Panzer.

Der Führer und die neuen Eichenlaubträger im Führerhauptquartier.

Eine Kampffliegergruppe unter Führung von Major Busch versenkte im Einsatz gegen Groß­britannien bis zum 15. 3uni 1941 einen Kreu­zer, einen Zerstörer und 21 kleinere Kriegsfahrzeuge sowie 436188 BRT. feindlichen Handelsschiffsraum. Außerdem wurden zahlreiche Handelsschiffe durch Bombentreffer schwer beschädigt.

Oie große Luftschlacht bei Oünaburg.

Von Kriegsberichter Harry Gehm.

(DRV.) . . . ., 1. Juli. (PK.) Das war die größte Luftschlacht, die im Verlauf des Krieges bisher ge­schlagen wurde. Innerhalb weniger Stunden griffen die Bolschewisten den von uns gesicherten Raum mit chren modernsten Kampfflugzeugen achtmal an. Achtmal rasten die schnellen Messerschmitt-Maschinen des Jagdgeschwaders Trautloff trotz des Bomben­hagels über die Startbahn unseres Feldflugplatzes. Kein einziger der bolschewistischen Bomber ent­kam. Bereits am frühen Morgen war von zwei Gruppen des Geschwaders die Zahl von 6 0 Ab­schüssen erreicht!, eine Abschußzahl, wie sie im Verlauf des Krieges bisher noch von keinem ande­ren Jagdgeschwader erreicht werden konnte.

Wir befinden uns auf dem am weitesten vorge­schobenen Feldflugplatz unserer Luftwaffe im Osten. Drüben, jenseits der Düna, liegt die Stadt Düna- burg, deren weiße Kathedrale zu uns herüber­leuchtet. Als wir auf diesem Platz am Morgen des 27. Juni als erste landeten, um ihn für unser Ge­schwader zu belegen, da brannte Dünaburg noch, und dichte Rauchschwaden zogen über das von den Bolschewisten völlig verwahrloste Rollfeld. Uber 30, 3um Teil völlig startbereite Maschinen mit vollen Tanks und voller Bewaffnung, hatten die Sowjets bei ihrer überstürzten Flucht zurück­lassen müssen.

Diesen Raum zu sichern, war die Aufgabe un­seres Geschwadern, denn die im baltischen Raum eingeschlossene bolschewistische Armee unternahm immer wieder den Versuch, den Vormarsch der deutschen Divisionen aufzuhalten. Immer wieder griffen sie die Vormarschstraßen an, aber jedesmal wurden sie von unseren Jägern dabei erwischt, und nur wenige kehrten zu ihren Ausgangshäfen zu­rück.

Heute nun, am 30. Juni, galt ihr großer Schlag uns selbst, dem- Jagdgeschwader Trautloff. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend rollten die Angriffe der Sowjetbomber über unseren Flugplatz

Oie Entscheidungsräunie.

Der Wehrmachtbericht vom 1. Juli stellt sehr klar die drei großen Entscheidungsräume an der Ostfront vor das Auge der Heimat. Er beginnt auf dem südlichen Flügel: Deutsche und slowakische Truppen kämpften sich in dem gut 400 Kilometer (in der Luftlinie) breiten Raum zwischen den R o -- k i t n o - S ü m p f e n und den Karpathen vorwärts. Es ist eine aus den Fingern gesogene Kombination der anglo-amerikanischen Presse, daß die Sowjretrussen Lemberg in den letzten Tagen nur mit starken Nachhuten gehalten hätten. Denn ausdrücklich wird im deutschen Wehrmachtbericht hervorgehoben, daß die deutsche Luftwaffe über die Rückzugsstraßen fegt, auf denen sich zwei oder drei Kolonnen nebeneinander gegen das Innere Ruß­lands flüchtend vorwärtsbewegen Oder: zu bewegen suchen. Was unter solchen Umständen eineVer­stopfung" der Rückzugsstraßen bedeutet, braucht nicht ausgemalt zu werden.

Der zweite Entscheidungsraum wird dahin um­schrieben, daß er zwischen Bialystok und Minsk liege. Es ist derselbe Raum, der in den Sondermeldungen vom Sonntag als östlich von Bialystok" charakterisiert wurde. Hier sind .zwei owjettussische Armeegruppen eingeschlossen. Der Wehrmachtbericht vom 1. Juli teilt mit, daß die Sowjetrussen Durchbruchsangriffe 8 bis 12 Glieder tief und unter Einsatz schwerster Kampfwagen ver- uchen. Hinter dieser Feststellung verbirgt sich das Grauen. Dann folgt der Satz kurz und präzise daß hinter Minsk die Beresina erreicht ist. Die Entfernung von Minsk bis zur Beresina beträgt etwa 100 Kilometer. Die Gegenüberstellung der russischen Durchbruchsversuche in dem Raum BialystokMinsk mit der Meldung von dem Er­reichen der Beresina ist vielsagend.

Der dritte Entscheidungsraum liegt zwischen der O st s e e k ü st e im Westen und den über KownoWilna an d i e Düna vorgestoßenen deutschen Truppen. Die Düna ist in breiter Front erreicht und an verschiedenen Stellen überschritten wobei ebenfalls die Luftwaffe in den Kampf macht­voll eingegriffen hat. In einer Sondermeldung heißt es, daß bei Dünaburg von 40 angreifenden Sowjet­flugzeugen alle 40 vernichtet worden sind. Hier ver­bietet die Einmaligkeit eines solchen Kampfaus­ganges jede Erläuterung. Man kann hier nur in Zahlen sprechen. Worte bedeuten eine Abschwächung. Insgesamt buchte das Jagdgeschwader des Oberst­leutnants Mölders 110 und das des Majors Traut­loff 65 Abschüsse. Wenn das Jagdgeschwader Traut­loff über Dünaburg operierte, so das Jagdgeschwa­der Mölders im Raumostwärts Minsk und Ba­brujsk"; hier wurden von 100 angreifenden Sow­jetflugzeugen 80 abgeschossen! Babrujsk liegt auf dem hohen rechten Ufer der hier 100 Meter breiten Beresina und deckt die Brücke der Bahn Wilna MinskGomelCharkow über die Beresinck.

DieTimes" beugt vorsorglich einer allzu großen Enttäuschung vor und schreibt im Gegensatz zu dem sonstigen anglo-amerikanischen Gewäsch:Die Sow­jetstreitmächte, die durch diese Vorstöße (über Bia­lystok, Baranowitschi und Minsk) in der Flanke ge­faßt wurden, befinden sich irt großer Gefahr. Das Schicksal der Streitkräfte beiderseits Minsk muß noch durch den Kampf entschieden werden.. Wenn die deutsche Hauptmacht sich einen Weg über Minsk hinaus bahnt, dann wird der Feind einen großen Sieg errungen haben." Dr. Ho.

Oer Wehrmachtbericht.

Aus dem Führerh au ptquartier, 1. 3 uli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Zwischen den Karpaten und den Pripjet- Sümpfen kämpfen sich die Verbände des deut­schen Heeres im Verein mit slowakischen Truppen in der Verfolgung des geschlagenen Feindes beiderseits Lemberg vorwärts.

Die zwischen Bialystok und Winfkeinge- fchlossenen Sowjet-Armeen unternahmen vergeblich während des ganzen Tages verzweifelte Versuche, aus der Umklammerung auszubrechen. Die vielfach in acht bis zwölf Gliedern tief geführ­ten und von schwersten Panzern unterstützten A u s- bruchverfuche des Feindes brachen un­ter ungewöhnlich blutigen Verlusten zusammen. Weiter ostwärts wurde die Beresina er­reicht.

Zwischen Dünaburg und R i g a ist die D ü n a in breiter Front erreicht und an verschiedenen Stellen überschritten worden. Auch hier schei- fetten erbitterte Gegenangriffe des Feindes.

Verbände der deutschen Luftwaffe griffen mit durchschlagender Wirkung in den Erdkampf ein. Sie bombardierten die ostwärts Lemberg zum Teil in zwei und drei Kolonnen auf einer Straße nebeneinander zurückweichenden feindlichen Kolon­nen, brachten den zwischen Bialystok und Winsk eingeschlofsenen Sowjettruppen s ch w e r st e V e r l u st e bei und griffen den über Riga zurückgehenden Feind in rollendem Einsatz an. Bei diesen Operationen wurden zahl­reiche Panzerwagen und Hunderte von Lastkraft­wagen vernichtet, feindliche Batterien zum Schwei- gen gebracht und Transportzüge zerschlagen.

Besondere Erfolge erzielte die deutsche Luftwaffe am gestrigen Tage im Kampf gegen die Sowjet- Fliegertruppe. Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, verlor der Feind am 30. Juni 2 8 0 Flugzeuge, davon allein 216 in Luftkämpfen.

Südlich der F i s ch e r - H a l b i n s e l ist ein Sowjet-Zer st örer durch Bombentreffer v e r- s e n k t und ein weiterer Zerstörer schwer beschädigt worden.

zogen. Wir verzichten darauf, vorauszusagen, was aus diesem mit den Waffen eroberten Teil der deut­schen geistigen Heimat in Zukunft werden soll. Auf jeden Fall aber haben die furchtbaren Leiden der letzten Monate ein schnelles Ende gefunden, wie wir hoffen dürfen, ein Ende für immer.

H. von Mühlen.

Oas Echo in Rom.

Rom, 2. Juli. (DNB.°Funkspruch.) Die Be­setzung von Riga und die Erreichung der Be­resina während des unaufhaltsamen Vormar­sches der deutschen Truppen im Osten bilden das Hauptthema der römischen Presse. Roch stärker als Moskau erscheint, so schreibtMessaggero", nach dem Vordringen der deutschen Truppen im Abschnitt von Riga jetzt Leningrad bedroht zu sein.

Avvenire" schreibt, man könne natürlich noch nicht von einem endgültigen Erfolg sprechen. Aber es ergebe sich schon jetzt, daß die Kriegsmaschine Stalins an Elephantiasis leide. Durch die Ueberlegenheit der deutschen Luftwaffe und die ver­schiedenen Abschnürungen an der Ostfront sei die Elastizität der sowjetrussischen Kriegführung bereits ernstlich erschüttert.

DRV. Musbern Führerhauptquarliek, 1. 3uli. Das OKW. gibt bekannt:

Heute vormittag nahmen Truppen des deutschen Heeres Riga, nachdem bereits am 29. Juni weit vorausgeworfene Kräfte unter Führung des Ober­sten Lasch in raschem Vorstoß über Mitau kämp­fend in den Südwestteil der Stadt eingedrungen waren.

Seit Bischof Albert, Domherr zu Bremen, 1201 am Ri geb ach an der Düna den Grundstein von Riga legte, ist die Stadt ein Dutzend mal belagert worden und hat dem Gegner sechsmal die Tore öffnen müssen. Jetzt hat wieder das Banner ge­wechselt. Die Sowjetflaage ist verschwunden, und an dem edelsten Denkmal mittelalterlichen Baukunst, dem Schwarzhäupterhaus, weht die deutsche Kriegs­flagge. Der Feind ist abgezogen, die Besteier der Stadt sind, mit Jubel begrüßt, einmarschiert.

Das letzte Vierteljahrhundert hat viele und schwere Kämpfe um Riga gesehen. Zu Anfang des Monats September 1915 hat nach zweitägiger Schlacht die achte deutsche Armee unter Führung des Generals der Infanterie von Hutier, das an mehreren Stellen brennende Riga von Westen und Südosten her genommen. Wie es im damaligen Heeresbericht hieß, brachen unsere kampfb ernährten Truppen überall den russischen Widerstand und überwanden in ungestümem Drang nach vorwärts jedes Hinder­nis, das Wald und Sumpf boten. Der Russe hatte seinen ausgedehnten Brückenkopf westlich der Düna in größter Eile geräumt, dichte ungeordnete Heer­hausen drängten sich in Tag- und Nachtmärschen auf allen Wegen von Riga nach Nordosten. Die Russen fühlten sich damals durch die weiten Sümpfe, die die Stadt im Westen schützten und dem breiten, von sanddurchsetzten Sumpfufern ein­gefaßten Dünastrom vor jeder deutschen Ueber- raschung vollkommen sicher. Der natürliche Schutz der Stadt hat den Russen im Jahre 1915 ebenso wenig geholfen wie den Bolschewisten im Jahre 1941.

In der Zwischenzeit ist noch einmal um den Be­sitz dieser Stadt gekämpft worden, nämlich als deutsche Freikorpsttuppen im Jahre 1919 Riga ent­setzten und von der Bolschewistenherrschast befrei­ten. Durch einen Handstreich kam die Stadt damals in deutschen Besitz, es war aber auch höchste Zeit, denn die Bolschewisten, die in dieser Stadt schon so viele Grausamkeiten verübt hatten, waren drguf und dran, weitere Grausamkeiten zu begehen. Die Letten haben dieses deutsche BesteiUNgswerk leider nicht immer so anerkannt, wie es sich geziemt hätte. Sie haben dafür bitter büßen müssen, und wir haben gerade in den letzten Tagen gesehen, wie furchtbar die Bolschewisten, nachdem sie Lettland überfallen hatten, wieder 'in Riga gehaust haben. Jetzt ist aber die Leidenszeit auch für Riga zu Ende.

In weiser Voraussicht hat der Führer, der ja die Bolschewisten kannte, das Deutschtum in Riga recht­zeitig auffordern lassen, nach Deutschland zurück­zukehren. So haben die Deutschen Rigas, denen der Abschied aus der alten Heimat gewiß schmerzlich ge­wesen ist, wenigstens diese letzte Bolschewistenzeit nicht miterleben müssen. Wenn auch heute in Riga deutsche Soldaten nicht von Deutschen begrüßt wer­den, so ist das deutsche Gepräge des Stadtbildes doch noch unverkennbar. Die alte deutsche Reichs­stadt Riga, die stolze Stadt deutschen Bürgerfleißes und deutscher Wissenschaft, hat auch in den harten Zeiten der Verrussungspolitik nicht aufgehört, ihr Gesicht nach Westen zu richten.

Die Verfassung Rigas war vorbildlich für die baltischen Staaten, deren Bürgerschaften, dem Bei­spiel Rigas folgend, schon früh danach trachteten, in Recht und Gericht, Verwaltung und Steuerrecht unabhängig von den im Lande gebietenden geistigen Herren und dem Orden zu werden. Natürlich hat die alle Verfassung Rigas unter der russischen Herrschaft viele Wandlungen durchmachen müsfen, aber der Geist eines starken, selbstbewußten Bürgertums war in Riga noch lebendig bis in unsere Tage. Es war eine Ironie der Geschichte, daß die Russifizierungs- bestimmungen dann von den lettischen Nationalisten in ihrem Sinne übernommen wurden.

Wenn auch die deutschen Menschen nicht mehr reden, die Steine reden auch heute noch eine deutsche Sprache. Wer aus dem Westen zum erstenmal an das baltische Gestade gelangt, der ist überrascht von dem Anblick dieses Stadtbildes, das sich an dem weiten Dünastrom aufbaut wie eine der alten Hansa- stcidte an der Küste des Deutschen Reiches. Nur der wundervolle Schattenriß von Reval wirkt auf bal­tischem Boden noch mittelalterlicher, noch mehr deutsch als der Anblick Rigas. Wie bei allen alten Städten geben gewaltige Kirchtürme dem Stadtbild sein besonderes Gepräge. Der schönste dieser Türme ist der der St.-Petri-Kirche. Er wird an der ganzen Ostseeküste nur noch' vom Turm der Olai-Kirche in Reval übertroffen. Manches alte hochgegiebelte Kaufhaus in der winkligen, anheimelnden Stadt hätte genau so an einer Straße des Reiches stehen können. Als 1915 jedoch deutsche Truppen nach Riga kamen, durften dort öffentlich kein Wort deutsch mehr gesprochen werden und diesmal wird es kaum anders gewesen fein.

Die Hauser der großen und kleinen Gilde der Kaufleute und Handelsherren nach den ersten Bürgern der StadtStuben von Münster und Soest" genannt, bargen mannigfache Kunstwerke. So enthielt der Saal der großen Gilde das Bruch­stück eines deutschen Schnitzaltars vom Ende des 15. Jahrhunderts mit einer Darstellung des Todes Marias, lieber einen herrlichen Silberschatz verfügte das damalige städtische Gildenhaus. Hier wäre eine von dem Lübecker Goldschmied Heynemann 1507 vollendete Silberstatue des heiligen Georg als Dra­chentöter zu nennen. Im Stadtbild hob sich beson­ders das 1765 vollendete Rathaus hervor, der Marktplatz war reich an Ueberbleibseln alter deut­scher Bauwerke. Aus der Glanzzeit Rigas wahrend seiner Zugehörigkeit zum Hansabund stammte oer

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing am 29. Juni die Unterseebootskomman­danten Kapitänleutnant Liebe, Kapitänleutnant Schultze und Oberleutnant z. S. Endraß (von links nach rechts) und überreichte ihnen das anläßlich der Versenkung von mehr als 200 000 Tonnen feindlichen Handelsschiffsraumes verliehene Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. (Presse-Hoffmgnn-M.)

Oie Beresina erreicht.