Ausgabe 
1.10.1941
 
Einzelbild herunterladen

Oie Jagd im Oktober

ntiidp I]

rauschenden Beifall.

^Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

kritischen Blicken die Parade ab Soldat!" ...Da hinten der auch! kommen die nächsten zehn.

,Der wird , und jetzt y

ifen Der. untt ©er- daß vor sind, iegs- alr mde )urch lasen i der inter gl«, von lalie-

Bekanntmachung des Landrats:Am Mon­tag ... findet in Gießen eine Musterung von Hunden für Wehrmachtszwecke statt. Vor^u- fuhren sind Hunde aller Rassen, die über 50 cm Schulterhöhe haben, und die am Muste­rungstage wenigstens ein und höchstens fünf Jahre alt find. Evtl, vorhandene Papiere (Ahnentafel usw.) des Hundes find mitzu- bringen. Die Hunde find an einer starken Seine oder Kette vorzuführen ..."

Am Montagvormittag waren die Gemeinden von A bis K an der Reihe. Der Weg zum Musterungs­platz, der Bahn des Univerfitäts-Reitinstituts am Brand, ist gar nicht zu verfehlen: von weitem schon hört man die zur Musterung Aufgerufenen bellen und jaulen. Bor dem Tor der Reitbahn haben sich die Besitzer eingefunden und halten ihre Schütz­linge an der Kette oder an der Leine. Die Schütz­linge wundern sich, so Dielen ihresgleichen auf einem Haufen zu begegnen. Fast allen spürt man eine gewisse Aufregung oder Unruhe an: sie haben wohl begriffen, daß heute ein besonderer Tag in ihrem Dasein ist, und daß eine Entscheidung von ziemlicher Tragweite bevorsteht. Zwischen einem Jahr und fünf Jahren, und über 50 cm Schulter­höhe: das sind die allen gemeinsamen Merkmale und Voraussetzungen, aber sonst ergibt sich ein bun­tes Bild; die verschiedensten Rassen sind vertreten: Schäferhunde in der Mehrzahl, Jagdhunde, Dober­männer, Airedales, Boxer und Hirtenhunde ...

Hinter der hohen Mauer, auf der die Buben hocken sie haben Ferien und wollen sich das nicht alltägliche Schauspiel keineswegs entgehen lassen, steht der Musterungsoffizier mit feinen Leuten. Er winkt dem Polizeimeister am Tor: zehn Hunde! Das Tor öffnet sich, ein heftiger Andrang setzt ein, die Polizeibeamten zählen gewissenhaft und ver­ständnisvoll ab:Laß den noch mit rein", meint einer,der kann ihn kaum noch halten", und schiebt den Buben mit seinem mächtigen, am Hals­band zerrenden Wolfshund in die Bahn.

Dann wird das Tor geschlossen, und die Muste­rung beginnt. Jeder Hund wird einzeln von seinem Besitzer vorgeführt und muß ein paar Meter an der Leine laufen; bann müssen sich alle, Herr und

Verdunkelungszeit

1. Oktober von 18.59 bis 7.20 Uhr.

tie he en !IN rei ite ien 'en be. lei- sich ;nn ich' der inb "p> vir !ln. für ffe, em hen

)ik. ttel.

;anj hig­hen ung usig all;

>enn ibet mit ums ahlt ifche inb. ieni« !agr ist- die bilj. Selb land :abb chn tbon

die

. im Be. ) ab. eben ontes jette n bk ander fit an i dos :eN 2 der * i und

Bit ötti -WmngkMtc

Vornan von Horst Hiernach

16 8'' einen ie do­st, die

inzäh' n das st aber

Karo kommt zu -en Soldaten

Musterung von Hunden für die Wehrmacht.

\ von nstilie"'

ich *

W'

ie

, ein«3 ber^

fi

fe i? 5

bietet in feinem Gehörn einen gewissen Anhalts­punkt für die Abschußauswahl, bei dem weiblichen Wild gehört zu richtigem Abschuß vor allem Re­vierkenntnis. Es gibt Ecken, in denen immer schlechte Böcke stehen. Dort spielt auch die Ver­erbung durch die Ricken eine besondere Rolle, und man wird gut tun, dort möglichst tief einzugreifen in den Bestand. Weiß man dagegen, oaß irgendwo ein sehr guter Bock während der Blattzeit seine Pflicht tat, so wäre es ausgemachter Unsinn, nun gerade dort die Ricken abzuschiehen, deren nächst­jährige Kitze voraussichtlich das Erbteil dieses Vaters in sich tragen. Das Hegeziel sind Böcke mit starken, guten Stangen und allgemein ein an Wild­bret starkes Wild. Man wird deswegen kaum fehl­gehen, wenn man sich bemüht, alles an Körper­gewicht besonders abfallende Wild abzuschießen. Das muß schon beim Kitz einsetzen. Ueberlegungen, daß der wirtschaftliche Wert eines geringen Kitzes zu gering fei, wie man sie manchmal hört, sind fehl am Platze. Im strengen Winter wird der Fuchs allein volles Verständnis für seinen wirt­schaftlichen Wert haben, für den Jäger aber stellen diese Stücke die Masse des Fallwildes. Schwache Mütter müssen mit ihren Kitzen fallen, starke wer­den geschont. Wird ihnen von zwei Kitzen eines weggenommen, so kommt der mütterliche Bom einem allein um so mehr zugute. So wie der Wahlabschuß des Bockes feine Zeit erfordert und manche Fehlpirsch bedeutet, ist auch beim Ricken­abschuß nicht jeder Jagdtag ein Fangtag, wenn nicht einfach wahllos auf das erste beste Stück ge­halten wird. Drum ist es gut, die Herbstzeit zu nutzen. Kommt einmal der Laubfall und kracht später -das Fallaub im Frost, dann ist es mit dem Pirschen in unseren Laubholzrevieren meist vor­bei. Es gibt dann Zeiten, wo die Abschußkurve, wie sich aus den Abschußmeldungen ergibt, ganz steil fällt. Erfüllt werden muß in diesem Jahre der Ab- schuß, während im Vorjahre dem vorhergegangenen

Aus -er Gia-1 Gießen.

Oktober.

Die letzten reifen Herbsttage sind jedes Jahr ein großes Geschenk der Natur. Der Oktober pflegt uns immer noch eine Reihe sonniger Tage zu spenden, und sie sind sogar besonders köstlich, wenn da­zwischen herbstliche Kälte und Stürme geherrscht naben, denn dann entzündet die Sonne das Farben- feuer in den gelben, roten und braunen Baum­wipfeln. Kein Monat ist so verschwenderisch bunt und festlich in seinen Farben wie dieser letzte vor der «roßen Stille des Winters. Und wenn auch die Oktobernächte manchmal schon kalt sind, schon Reis und Frost bringen, so können die Mittage doch noch von einer köstlich feierlichen Stille und milden Durchsonntheit sein.

Aber auch durch die für uns Menschen weniger angenehmen Tage brauchen wir uns nicht die Freu- den dieses Monats vergällen zu lassen. Und der Monat hat viele Freuden! Für den Bauern, der Ernte und Wiesenschnitt glücklich in den Scheunen

'pii Gastrolle gegeben hatte.

»..Zunächst möchte ich mein Rasierwasser haben! |p;e er schlecht gelaunt. Eine Viertelstunde spater Iflfe er den Wagen aus der Garage und fuhr zur IW. Oben bezog Kathi die Betten. Söhnchen ®-rie die Kopfleisten einziehen. Später plünderten

3 V den Garten und schnitten Zinnien, Helianthus " den letzten Phlox, genug, um alle Vasen im IMe verschwenden ch zu füllen.

I eatrix erwartete Hellwang in dem Nebenraum

zwischen ihnen überhaupt keine Ähnlichkeit finben. Selbstverständlich hatten sie beide das gleiche, dichte Haar, die schweren Flechten, die im Sonnenlicht wie Helme aus altem Golde leuchteten. Und, zuge­geben, auch außerordentlich ähnliche Stimmen, die Penüigsche Familienstimme sozusagen. Aber sonst im Gesichtsschnitt und im Wesen unterschieden sie sich wie wie Artemis von Athene; wie die beschwingte, heitere Göttin der Jagd von der stillen, besinnlichen Schätzerin des Herdfeuers und der Künste des Friedens.

Trix sah ihn durch die Drehtür treten und erhob sich. Sie war auf diese erste Begegnung gespannt, und nun, da sie ihn erblickte, fast enttäuscht, ihn genau so wiederzufinden, wie sie ihn in der Er­innerung behalten hatte. Er wirbelte das Kettchen mit den Wagenfchlüsseln um die Finger und sah sich suchend nach ihr um. Sein Gesicht war noch immer braun. Vielleicht ein wenig magerer als früher. Die Backenknochen traten schärfer hervor. Sie winkte ihm zu und ging ihm einen Schritt entgegen. Hallo Konrad!"

Er reichte ihr die Hand und ließ sich zu ihrem Tisch führen.Komm, setz dich noch einen Augen­blick, bis ich meinen Kaffee getrunken habe. Ich habe ihn wirklich nötig." Er warf den Hut auf einen freien Stuhl und nahm Platz. Sie bemerkte, daß sein Haar feit langer Zeit mit keiner Schere in Berührung gekommen war. Es lockte sich über den Ohren und schob sich in Heinen Büscheln über den Kragen. Aber sonst? Sie konnte keine Veränderung an ihm entdecken und spürte, wie sie ein leises Gefühl der Unsicherheit überkam. Hatte Kathi viel­leicht ein wenig übertrieben? Die überstürzte Reise kam ihr plötzlich etwas töricht vor. Es war, als sei sie einem Erttinkenden mit kühnem Kopfsprung nachgesprungen, um hinterher zu merken, daß es kein See, sondern eine Pfütze war.

Daß du gar keine Nachricht geschickt hast ..."

Ich sagte dir ja schon, daß der Entschluß für mich selbst überraschend kam, Konrad."

Er nickte. Sein Blick fiel auf ihr Gepäck.Alles deins?" fragte er; es klang merwürdig. Es klang genau so, als hätte er gefragt. Ja zum Teufel, wie lange gedenkst du denn eigentlich zu bleiben?

Oh , sagte sie verschüchtert,ich komme doch nicht etwa ungelegen?"

des Wartesaals erster Klasse. Die großen, offenen Bögen zum Hauptraum waren mit Rupfen ver­hängt. Drüben waren Maler und Stukkateure am Werk, die verräucherten Wände und Decken auf neu herzurichten. Erst bei diesem Anblick war Trix der famose Einfall gekommen, die unerwartete Aende- rung ihrer Ferienpläne dem Umstand zuzuschreiben, daß daheim Ofensetzer und Maler ihr Schreckens­regiment aufgerichtet hätten. Sie hatte lange genug vergeblich darüber nachgedacht, wie sie Hellwang ihre überraschende Ankunft stichhaltig erklären solle. Kathis Brief hatte sie erreicht,als sie sozusagen schon mit einem Fuß auf dem Schlesischen Bahnhof stand. Die Aenderung ihres Entschlusses war im gleichen Augenblick erfolgt, in dem sie Kathis Zeilen gelesen hatte. Zwei Stunden später fuhr sie mit ihren Kof­fern und der umgeschriebenen Fahrkarte bereits vom Anhalter Bahnhof in südlicher Richtung ab. Ihre Eltern, von denen sie erwartet wurde, hatte sie tele­phonisch benachrichtigt, daß sie sich in letzter Minute entschlossen habe, einer Einladung Hellwangs zu folgen.

Nun saß sie also hier. Ihr Gepäck war zu einem ansehnlichen Berg neben ihrem Stuhl aufgestapelt. Es bestand aus zwei großen Koffern, zwei Köffer­chen, einer Hutschachtel und einer Handtasche, deren Nickelbügel weit offen standen und freigebig Ein­blick in das Innere gewährten. In ein wildes Durcheinander von Drangen, Fahrkarten, Aepfeln, Briefen, Zeitschriften und Gegenständen aus Metall, Glas und Leder, die mit einer Schaufel von ihrem Toilettentisch hineingekehrt zu sein schienen. Es war ein Chaos, jenem vergleichbar, das stets airj Hell- nxmqs Schreibtisch herrschte; aber wie er sich dort zurechtfand, so fand Trix sich hier mit blinder Si­cherheit zurecht.

Sie war jetzt fünfundzwanzig Jahre alt Die durchwachte Nacht in dem überfüllten Abteil hatte die rischen Farben ihres Gesichtes nicht zerstören können. Immer sah sie wie ein Hirtenmädchen aus oder wie eine Jägerin, die, vom Wind erhitzt und von Aesten zerzaust von der Pirjch heimkehrend, nur wenig Zeit gesunden hat, das Jagdgewand mit einem städtischen Kleide zu vertauschen

Fremde behaupteten oft, zwischen Luisa und Tnx beständen große Aehnlichkeiten. Es waren Leute, die nach Hellwangs Meinung entweder Tnx oder Luisa nur sehr flüchtig gekannt hatten. Er konnte

Hund, in Linie an der Mauer aufstellen, und nun wird es ernst, jetzt kommt eine Prüfung auf Herz und Nieren: einer der Soldaten hebt auf einen Wink des Offiziers einen Karabiner und feuert in kurzer Folge eine Anzahl Schüsse in die Luft. Es knallt beachtlich, und die Wirkung des Geballers ist sehr lehrreich; das Echo besteht in einem viel­stimmigen Hundekonzert: zehn Solisten diesseits und großer Chor jenseits der Mauer. Alle Ton­arten und Lautstärken sind vertreten, vom wilden, atemlos heiseren Gebell bis zum dumpfen, gefähr­lichen Knurren. In der Reaktion auf das kriege­rische Getöse zeigen sich schon deutlich die Indivi­dualitäten der vorgeführten Tiere. Etliche klemmen den Schwanz zwischen die Beine, andere gebärden sich so aufgeregt, daß Herrchen sie kaum zu bändigen vermag, und welche schnuppern nur ein bißchen nach den lichtblauen Rauchwölkchen, die über Der Reitbahn wehen, und tun so, als ob rein gar nichts geschehen sei.

Vielleicht ahnen sie auch schon, daß ihnen noch eine andere Prüfung bevorsteht. Nach der Knallerei setzt sich die Liniezu einem" abermals in Be­wegung, und nun wird jeder Hund, vom Besitzer an der Leine gehalten, unter den kritischen Blicken des Musterungsoffiziers einem letzten Examen unterworfen. Hier kann man am deutlichsten und handgreiflichsten erkennen, was in dem Tier steckt: ein Soldat im Drillichzeug, in der linken Hand eine Hundepeitsche, den rechten Arm mit einem Sack oder Lederschutz bewehrt, springt auf den Hund los und reizt ihn zum Angriff. Das ist die beste Probe auf Charakter und Temperament der Tiere; und hier ist kaum einer dabei, der nicht zupackt ober gar sich abwendet: die meisten springen, wild an Halsband und Leine zerrend, bellend und knurrend, auf den unvermutet auftauchenden Gegner zu, und wenn das Herrchen die Leine nicht fest am Handgelenk hätte, könnte man für die Hosenbeine des Soldaten kaum garantieren ...

Dänn ist die Musterung für diese zehn beendet. Eilig streben Herr und Hund dem Ausgang zu. Die Polizeibeamten am Tor nehmen noch einmal mit

1 DD innert Wie:- I

I

>i un- 1 Troßen 3 t D-- 1 7 N | i | W- Kern- ( L M ri U instck' schone, [ Shader @re-

,Mnh origen-

Er schüttelte den Kopf eigentlich war es we­niger ein Schütteln als ein Wiegen:Nein, nein, durchaus nicht! Wie kommst du darauf?" Jedoch es steckte ein Aber dahinter; Trix spürte es genau und sah ihn fragend an.

Nun ja", murmelte er,ich meine, ich werde mich leider nicht allzuviel um dich kümmern können..." Er sah sie dabei nicht an und spielte nervös mit den klirrenden Schlüsseln,ich stecke nämlich bis über beide Ohren in der Arbeit, ja ..."

So? Ein neues Buch? Das ist ja großartig. Worum handelt es sich denn dabei?"

Welser ...", er starrte auf seinen Daumen und versuchte, ein Stückchen loser Nagelhaut abzureißen: das heißt, ich bin noch bei den Vorarbeiten ..."

Du kannst unbesorgt sein, ich werde dich nicht stören!" Sie sagte es kühl und leicht gereizt.Und außerdem komme ich ja hauptsächlich, um mich ein wenig nach den Kindern umzuschauen!"

Bitte, bitte, Trix, versteh mich nicht falsch", lenkte er eilig ein,selbstverständlich bist du mir herzlich willkommen! Ich glaube wirklich, du hast aus meinen Worten etwas herausgehört, was ich hineinzulegen nie beabsichtigt hatte. Du kennst mich ja ... Ich wollte dich nur an meine unangenehme Eigenschaft erinnern, daß ich nicht der bequemste Umgang bin, wenn ich arbeite. Und leider geht die Arbeit nicht so vorwärts, wie ich es wünschen möchte ..." Er malte Kringel und Kreise auf den Tisch.

Der Kellner strich heran, er reckte den Kops und schielte über Hellwangs Schulter in Trixens Tasse. Hellwang suchte nach seiner Börse:Gehen wir?"

Willst du dir nicht etwas bestellen, Konrad?" fragte Trix versöhnt.

Dunkel oder hell, Herr?" flüsterte der Kellner.

Hellwang zögerte, er warf Trix einen raschen Blick zu.Weiß der Teufel", murmelte er mit ver­zogenem Gesicht und deutete mit den Fingerspitzen in die Magengegend,mir ist heute gar nicht be­sonders extra ..."

Nimm doch einen Kaffee", riet sie ihm. Er schüt­telte den Kopf:Kaffee? Ach nein, weißt du, ich glaube, das Gescheiteste wäre fast ... hm, geben Sie mir doch mal die Getränkekarte!"

Der Kellner beugte sich vor:Rum, Weinbrand, Kirsch, Kümmel, Zwetschenwasser, Wacholder..."

(Fortsetzung folgt.)

geborgen hat, bringt der Oktoberanfang das große Fest seines Jahres, das Erntedankfest, das längft zu einem Fest des ganzen deutschen Volkes gewor­den ist. Freilich dürfen die fleißigen Hände auch jetzt noch nicht ruhen. Im Oktober ist die Kartoffel­ernte auf dem Höhepunkt, noch einmal eine der ar­beitsreichsten Zeiten des ländlichen Jahres, sogar die Zeit, die am tiefsten in das persönliche Leben jeder einzelnen ländlichen Familie eingreift, weil es vor­zugsweise eine Arbeit der Frauen und Kinder ist, Die ganze Familie, bis hinab zu den Vierjährigen, die wenigstens zum Essentragen schon verwendet werden, daran teilnimmt und es in diesen Wochen den fast ausschließlichen Inhalt des Lebens bildet. Und nach den Kartoffeln kommen noch die Rüben an die Reihe, und dann erst, im November, tritt so etwas wie Winterruhe für den Dauern ein.

Die wichtigste Zeit des Jahres ist der Oktober auch in den Weingegenden. In den großen Wein­dörfern des Rheins und der Mosel wird der Beginn der Lese oder desHerbstes", wie die Weinernte auch heißt, meist gemeinsam festgesetzt, die letzten Wochen vorher bleibt der Weinberg geschlossen, so­gar für den eigenen Besitzer, der ihn nur in Be­gleitung eines Ehrenwächters betreten darf. Bei der Lese ist es in vielen Gegenden Sitte, daß alle Nach­barn und Freunde zuerst den Weinberg des einen Bauern gemeinsam abernten und sie dafür nachher wieder die gleiche Hilfe empfangen. Auf diese Weise sind in jedem Weinberg immer viele fleißige Hände tätig, besonders die vieler junger Buschen und Mäd­chen, und Wetteifer, Scherz und die gesunde Freude an dem Bergen des reichen Segens beflügeln die Arbeit und geben ihr etwas festlich Frohes.

Für den Jäger bringt der Oktober eine der Höhe­zeiten des Jahres mit der Hirschbrunst, die Ende September schon einsetzt, aber, besonders in kälteren Gegenden, bis in den Oktober hinein /sich hinzieht. Und dann geht auch die Jagd auf das Niederwild auf, die für den Jäger ihre eigenen Reize hat und auch dem Städter manchen willkommenen Braten auf seinen Tisch liefert. Das Obst endlich, besonders die Aepfel, und die letzte bunte Blumenpracht unse­rer Gärten, Herbstastern und Dahlien, vollenden die guten Gaben, die der Oktober aus seinem Füllhorn über uns ausschüttet. C. K.

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Stadttheater: 19 bis 22.15 UhrDie Zauberflöte". Gloria-Palast, Seltersweg:Annelie". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Krach im Vorderhaus".

Gießener Gchjachtviehmarkt.

Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der ViehverfteigeX rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 35 bis 41,5, Bullen 33,5 bis 43,5, Kühe 15 bis 43,5, Färsen 35,5 bis 48, Kälber 30 bis 57, Schafe 12 bis 35 Rpf. je Vi kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,24 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,24, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,22, c (100 bis 119,5 kg) 1,18, d (80 bis 99,5) 1,12, ef (unter 80 kg) 1,08, gl (fette Specksauen) 1,24, i (Altschneider) 1,22, g2 (andere Sauen) 1,12, h (Eber) 1,12. Marktverlauf: regelmäßig, alles zugeteilt._________________

kr 1936 in geschichtlicher Treue zeigt. In künstle- Mer Vollendung ist hier unter der Spielleitung iKlljufto © e n i r a 5 den Helden des Alkazar ein hriirbiges Filmdenkmal gesetzt worden, dessen Ge- fi) l)en mit dramatischer Wucht gestaltet worden ist.

2o> einzigartige Schicksal dieser Menschen erreicht seiren Höhepunkt in der Szene, da der Oberst Mos- ; caöo von den Belagerern aufgefordert wird, sich ||ne seinen Soldaten zu ergeben, andernfalls sein CHn, der in die Hände der Roten gefallen ist, er- süssen werde, und Moscardo dieses Ansinnen ab- llhit. Erschütternde Bilder aus dem Leben der im Nazar eingeschlossenen Frauen und Kinder, und fynen von den erbitterten Kämpfen um dieses hel- krljaft verteidigte Bollwerk der nationalen Er- Jätung sind der Kamera besonders lebensecht ge- ilfcgen. Ungeheuer ist der Eindruck dieses Fil- tti, der von Anfang bis zu Ende die Zuschauer in Men Bann zieht und sie das nachempfinden läßt, tos die Helden des Alkazar in ihren schwersten aber I Ui!) stolzesten Tagen durchlebt haben. Der Film

Wenn im Gilbhardt der Maler Herbst beginnt, all die vielen bunten Farben seiner Palette über den Wald auszustreuen, dann ist die große Zeit des Jägers gekommen. Gar vielseitig ist die Möglich­keit zum Jagen, die der Oktober ihm bietet. Denn vor allem ist im Rotwild reoier die Brunft noch im Gange, um gegen Monatsmitte hin im allge­meinen ihr Ende zu finden. Die Rücksicht auf die Jagd auf den Brunfthirsch mag in Revieren mit Brunftplätzen den Abschuß von Kahlwild in den letzten Wochen verboten haben.' Nun aber kommt neben dem Weidwerken auf den Geweihten vor allem die Wildjagd xu ihrem Recht. Die Abschüsse an Rotwild, an sich schon ansehnlich, sind noch all­gemein erhöht worden, und Erfüllung wird er­wartet und verlangt. Da heißt es sich herangehal- ten, da der Herbst auch noch zu anderem Jagen den Jäger erwartet.

Auch das Damwild steht jetzt in der Brunft, und der starke Schaufler verspricht eine gute Trophäe.

Der Muffelwidder war bereits im Sep­tember freigegeben. Weibliches Wild und Lämmer dieses Wildschafes erweitern ab Monatsmitte den Jagdkalender.

Sauen, die gleich dem vorgenannten Wild zur hohen Jagd gehören, werden an des Herbstes reich besetzter Tafel feist und sollen betagt werden, wo es irgend möglich ist.

Die Schußzeit des R e h b o ck e s endigt mit dem 15. Oktober. Dafür gilt es dann im Rehrevier den Abschuß an weiblichem Wild und Kitzen verstärkt durchzuführen. Der Rickenabschuß galt früher bei vielen Jägern als minderes Weidwerk. Vielleicht gibt es auch heute noch solche Käuze. Dabei haben alle Bemühungen um eine Bestandsverbesserung keinen Sinn, wenn nicht auch das weibliche Wild genau so überlegt besagt wird wie das bei dem männlichen erwartet wird. Das männliche Wild

| ,Du scheinst dich aber mächtig zu freuen", kicherte Istbist du bei deinen Begrüßungsansprachen ;I iiner so herzlich und wortreich?"

j -Entschuldige schon", knurrte er,aber diese Mel- löttg (am denn doch etwas plötzlich und über- r:s©end. Von wo aus sprichst du überhaupt?"

I ,Vom Hauptbahnhof, und ich habe gerade nach- Wen, daß er nächste Zug nach Greiffing erft in emr Stunde geht. Und weil ich ziemlich viel Ge- bk mithabe, das du sowieso abholen müßtet, ;! Heine ich, daß es am gescheitesten ist, wenn du dich ,,ti Den Wagen setzt und mich gleich abholst, ein- brtanden? Ich erwarte dich im Bahnhoss- pfuurant. Aus Wiedersehen bis dahin!" Es gab ko leises Knacken in der Leitung. Trix hatte abge- mt. Hellwang drückte den Hörer langsam m Die y w el.

». »Holen Sie Ihre Schwägerin ab, Herr Doktor?" .3a, antwortete er gereizt und fuhr sich mit der über Das kratzende Kinn.Bringen Sie mir «s Rasierwasser ins Badezimmer!"

-Bleibt Fräulein Trix für längere Zeit bei uns?" Gr zuckte die Achseln.Ich glaube, sie hatte Die Mcht ..." seine Wangenmuskeln traten eckig her- Jr es war ihm deutlich anzumerken, daß dieser

I *hd) ihm äußerst ungelegen kam und daß er gleicht schon den Weg überlegte, wie er ihn auf I anständigste Art los werden könnte...

2nnn werde ich für Fräulein Trix das Zimmer y ^Nichten." Es handelte sich um das Gastzimmer d ersten Stock, in dem einmal Fräulein Zögling

aif die großen Siege, die es im Mittelmeer immer lieber erringt und die der britischen Kriegsmarine uiD der britischen Handelsschiffahrt empfindliche I Schlappen zugefügt haben. Nicht England beherrscht hrdte die strategische Lage im Mittelmeer, sondern ßjüien beweist immer wieder, daß es wachsam auf title Wege schaut, die der Brite heute aus Prestige­gründen noch gehen zu können glaubt, und daß es hart und unerbittlich zuschlägt, wenn derbritische

£jme" sich aus seiner Höhle wagt. Bk.

Arbeitstagung der Leiter kr Reichspropagandaämter.

Dr. Goebbels sprach über die politische Lage I Berlin, 30. Sept. (DNB.) Am Montag und ! Dienstag versammelten sich die Leiter der Reichs- i pppaganbaämter in den Räumen des Reichs- iWnifteriums für Volksaufklärung und Propaganda ; in einer Arbeitstagung, bei der eine Reihe von Referaten zu wichtigen Tagesfragen gehalten wur- Ifctn.

I 3m Mittelpunkt der Tagung stand eine groß- angelegte Rede von Reichsminister Dr. Goeb- fcils. 2er Minister gab einen Ueberblick über die poitische Lage des Reiches, schilderte die überwälti- I Amben Erfolge der deutschen Kriegführung im £fen und entwickelte dann vor den Reichsprova- E.daleitern die sich hieraus für die politische Ar­beit in den Gauen ergebenden Fragen.

Auf der Arbeitstagung, die von Staatssekretär Sutterer eröffnet wurde, sprachen u. a. Staats­sekretär Dr. Conti über die ärztliche Versorgung fe deutschen Volkes, Oberbefehlsleiter Hilgen- jel b über die Aufgaben der NSV. und des M)W. im kommenden Winter, sowie Ministerial- diiektor Moritz über die deutsche Ernährungs- loie.

in der Tagung nahmen neben den Abteilungs- leiem und Referenten des Ministeriums die Haupt- re'?renten der Reichspropagandaabteilung, Die In- tränten Der Reichssender des aroßdeutschen Rund- Ifurts und die Kreisleiter des Gaues Berlin statt.

Kunst und Wissenschaft.

ii Oer italienisch-spanische Gemeinschafts­filmAlkazar".

Die ReichshauDtstadt erlebte am gestrigen Diens- k( mit Der Deutschen Erstaufführung, des italienisch- stmischen Gemeinschaftsfilms ,2l lkazar", Der tnr der Internationalen Filmkunstschau in Venedig m dem Mussolini-Pokal ausgezeichnet rourDe uno Da höchste deutsche Prädikat erhalten hat, ein Film- enignis ersten Ranges.

Der festlichen Aufführung wohnten führende Per- sörlichkeiten von Partei, Staat und Wehrmacht bei, Hinter ihnen Reichsminister Dr. Goebbels, Alchsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsprefse- M Dr. Dietrich, Staatssekretär G u 11 e r e r jööie Reichssportführer von Tschammer und Li en, vom Diplomatischen Korps u. a. der italie- rilhe Botschafter Al fier i sowie Vertreter der hmischen Botschaft und der Blauen Division, fer- Ipitt diplomatische Vertreter verschiedener ibero- ; afrikanischer Staaten. BeethovensEgmont"- Dioertüre, vom Berliner Philharmonischen Orchester prer Leitung Des Generalmusikdirektors Eugen i !st ch u m gespielt, leitete von der neuesten Film- vichenschau zu dem packenden Filmepos über, das A ki heldenhaften Kampf der Verteidiger des Al- j r Ifliar in Toledo in den ersten Wochen der spanischen Zonalen'Revolution vom Juli bis zum Septem-