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Mittwoch. 1-Gktober IM

Gies,euer Anzeiger

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l$ie wesentlichste Folge des Weltkrieges für Bra-

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letzten Wochen etwa 15 feindliche Flugzeuge geschossen.

KreuzerLeipzig" undEmden" beschoffen Sowjetfeldstellungen.

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fi? auch selbst nach außen hin ihren Charakter als oitoritäre Staaten wenig betonen. Selbstverständ^ I>5) besagt das nicht, daß den ,Hohen Priestern" Ikr Demokratie in London und Washington die

Heftige Schläge der italienischen Divisionen.

Rom, 30. Sept. (DRB.) Das italienische

tet oder schwer beschädigt. Im gleichen Abschnitt wurden in Luftkämpfen zwölf Sowjetflugzeuge am Montag abgeschossen und weitere sechs Flugzeuge am Boden zerstört.

B e r 11 n, 30. Sept (DltB.) Einheiten derdeut - scheu Kriegsmarine griffen wiederholt in den letzten Tagen mit großem Erfolg Landzlele im nördlichen Abschnitt der Ostfront an. Dabei be­schossen die deutschen KreuzerLeipzig" und Emde n sowjetische Feld- und Artilleriestellungen mit wirksamem Feuer.

Oer italienische Bericht.

Rom, 30. September. (DRB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:

In Nordafrika wurde an der Tobrukfront ein durch Artilleriefeuer vorbereiteter feindlicher Angriffsversuch glatt zurückgeschlagen. Deutsche Flugzeuge bombardierten am 27. September Zelt- und Materiallager von Tobruk, wodurch beträcht­liche Explosionen und Brände entstanden. Unsere Flugzeuge bombardierten in der Nacht zum 29. Sep­tember militärische Ziele im Gebiet von Tobruk und Marsa Matruk mit sichtlichen Ergebnissen.

In O st a f r i k a intensive Tätigkeit unserer vor­geschobenen Stellungen in den verschiedenen Stütz­punkten des Abschnitts von G o n d a r. Feindliche Flugzeuge belegten am Montag die Flughäfen von Cagliari und Catania mit MG.-Feuer und Splitterbomben. Es entstand einiger Schaden, je­doch sind Opfer nicht zu beklagen. Bei Cagliari wurde ein Flugzeug von der Bodenabwehr und eines von Jägern abgeschossen.

Im M i t t e l m e e r hatte eines unserer See-Er- kundungsflugzeuge ein heftiges Gefecht gegen sechs britische Jäger zu bestehen und schoß drei davon ab. Schließlich unterlag es der Uebermacht. Ein Teil der Besatzung wurde gerettet. Ein anderes Flugzeug der See-Erkundung wurde von zwei Blenheim an­gegriffen, schoß eines der Blenheim-Flugzeuge ab und kehrte unversehrt zurück.

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ditionskorps in der Sowjetunion stand nach einer amtlichen Meldung in den letzten Tagen zwischen dem Dnjepr und einem seiner Zuflüsse im Kampf. Bei der mehrere Tage währenden Aktion haben sich die italienischen Divisionen mit äußer st er Energie geschlagen. An der Front einer der italienischen Divisionen ist das Gelände mit sow­jetischen Gefallenen übersät. Die Säuberung des Gebietes von Streitkräften vier bolschewisti- scher Divisionen geht weiter. Die Zahl der vom italienischen Korps gemachten Gefangenen be­läuft sich bis jetzt auf über 5000, während das er­beutete beträchtliche Material zur Zeit noch ge­zählt wird. Die italienische Luftwaffe hat in den

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Stärkere Sowjetkräste von italienischen Truppen aufgerieben Wirksame Luftangriffe gegen Bahnanlagen im sowjetischen Hinterland. Britische Zerstörer durch Bombentreffer versenkt.

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Nachlässen

Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenftaffel B Plaboorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/« mehr

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Ein lusitanischer Block als Ausweg?

Von unserem P. E.-Berichterstatter.

SchlachtschiffNelson" schwer getroffen.

Stockholm, 30. Sept. (DNB.) Bei der erfolg­reichen Aktion italienischer Torpedoflugzeuge gegen einen britischen Flottenoerband im Mittelmeer wurde, wie aus der Sondermeldung des Haupt­quartiers der italienischen Wehrmacht hervorgeht, u. a. auch ein Schlachtschiff durch einen Torpedo getroffen. Wie Reuter nunmehr aus amtlicher Quelle zugibt, handelte es sich dabei um das Schlacht­schiffNelson", das mit einer Wasserverdrän­gung von fast 40 000 Tonnen und einer Besatzung von 1320 Mann zu den mächtigsten Kriegsschiffen der englischen Flotte gehört.

Die anderen schweren Verluste der Mittelmeer­flotte die Versenkung von zwei Schweren und einem Leichten Kreuzer, die Beschädigung von sieben weiteren Kriegsschiffen und der Vertust von vier Handelsschiffen werden der britischen Oeffentlich- keit bezeichnenderweise bisher wie üblich vollkommen verschwiegen.

Wieder britische Bomben auf Wohnviertel deutscher Städte

Berlin, 1. Ott. (DNB. Funkspruch.) 3n der Nacht zum 1. Oktober griffen einige britische Bomber Städte an der Deutschen Bucht und O st f e e an. Die auf Wohnviertel abgeworfe­nen Spreng- und Brandbomben verursachten einige Zerstörungen und Beschädigungen von Wohnhäu­sern und forderten eine Anzahl Opfer an Toten und Verletzten unter der Zivilbevölkerung. Einzelne Flugzeuge, die Berlin anzugreifen versuchten, wurden durch die Flakabwehr zum Abdrehen ge­zwungen. Ein feindliches Flugzeug wurde durch die Flak abgeschojsen,

Nutzloser Dreh ÄoosevellS.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Die öffentliche Kritik in Volk und Parlament an den kriegshetzerischen Maßnahmen Roosevelts scheint die Methoden dieses Präsidenten zu bestim­men. Er war, wie er kürzlich in einem Aufsatz, den eine Hetzzeitschrift veröffentlichte, zugab, schon im Sommer 1939 für die Aufhebung des Neutralitäts­gesetzes eingetreten, das er selbst unterzeichnet hatte und damals als die einzige Sicherung gegen einen Rückfall in die verhängnisvolle Wilson- unb sonstige Kriegsgewinnstler-Politik des Weltkrieges erachtete, die dem amerikanischen Volk einen glatten wirt­schaftlichen Zusammenbruch eingebracht hat. Das Neutralitätsgesetz ist aus den amerikanischen Be­dürfnissen heraus entstanden, und die Spannung zwischen Deutschland und hen USA. wäre niemals eingetreten, wenn sich Roosevelt als Sachwalter der amerikanischen Interessen auf dieses Neutralitäts­gesetz gestützt hätte. Er hat das Gegenteil getan. Er hat dieses Neutralitätsgesetz fortwährend durch­löchert, die Monroe-Doktrin als einen Fetzen Papier angesehen und tatsächlich kriegerische Handlungen zugunsten Englands unternommen, die mit logischer Folge die USA.-Bevölkerung, die nichts will, als in Frieden leben, in den Krieg hineinzerren. Die Freiheit der Meere", wie Roosevelt sie verkündete, ist in Wirklichkeit nicht nur ein Bruch der simpelsten völkerrechtlichen Bestimmungen, sondern eine echt jüdische Garantierung der Raubzüge der jüdisch- plutokratischen Rüstungsfabrikanten der USA. auf die Taschen des eigenen Volkes. Es ist wohl ein­malig, daß das amerikanische Volk ungeheure Steuerlasten auf sich nehmen muß, nur, damit seine Rüstungsjuden schwer verdienen und an Eng­land Rüstungslieferungen in Höhe von vielen Mil­liarden Dollar gemacht werden können.

Das Neutralitätsgesetz war im Sinne dertradi­tionellen Politik der USA.", wie immer wieder be­tont wird. Man kann aber unmöglich nach diametral entgegengesetzten Grundsätzen die Außenpolitik eines Landes gestalten, und Roosevelt kann es auch nicht. Die Versuche, die Aufhebung des Neutralitäts­gesetzes zu erreichen, haben anscheinend im Kon­greß und in der amerikanischen Öffentlichkeit einen so starken Widerstand gefunden, daß Staatssekretär Hüll jetzt in Roosevelts Auftrag sich vor amerika­nischen Pressevertretern dahin aussprach, man solle doch das Neutralitätsgesetz abändern, statt es gänz­lich aufzuheben. Wie auch das Gesetz abgeändert werde, eins steht fest: Eine Abänderung ist gleich­bedeutend mit der völligen Aufgabe der nur noch auf dem Papier stehenden Neutralität der USA., und die inneramerikanischen Gegner Roosevelts, die ihm vorwerfen, durch solche Methoden werde die USA. noch weiter auf die verhängnisvolle Kriegs­laufbahn dieses Präsidenten gedrängt, haben wohl nur zu sehr Recht. Daß wir gegenüber allen Er­eignissen gewappnet sind, ist Roosevelt ganz deutlich zu verstehen gegeben worden, denn seine Rolle als Kriegshetzer datiert ja nicht erst seit diesem Kriege, und die Propagandatätigkeit seines jüdi­schen Gehirntrustes hat seit langem gezeigt, was Roosevelt möchte.

Die Schwierigkeiten, die Roosevelt bei der Er­füllung seines freigebigen Hilfsversprechens findet und die anscheinend zu einer gewaltigen Konfusion im Weißen Hause.geführt haben, lassen wohl die Absicht erklärlich erscheinen, zu propagandistiscken Zwecken einen Riesenbluff zu landen. Aber die Auf- Hebung oder Abänderung des Neutralitätsgesetzes würde diese Schwierigkeiten nicht beseitigen. Gerade die Moskauer Konferenz ist ein Beispiel dafür. Was ist aus den dicken Zusagen Roosevelts an Stalin geworden? Nichts! Die USA., deren Rüstungskapa- zität durch astronomische Propagandaziffern nicht gesteigert werden kann, ist bekanntlich nicht einmal in der Lage gewesen, dem englischen Hilfegeschrei Genugtuung zu geben. Lord Beaverbrook, der jetzt in Moskau sitzt, hatte kürzlich in den USA. einfach alles für die Engländer verlangt und gesagt, die ameri-

tatoritäre Regierungsform in den beiden portu- gefisch sprechenden Ländern weniger verhaßt ist, fcs in den anderen Teilen der Welt. Denn schließ- f3) haben Carmona und Salazar ihr Land von der Ichrhundertelangen Finanzverklavung an die ton= hner City frei gemacht. Getulio Dargas darf für jjf) das Verdienst in Anspruch nehmen, auf anderen liegen und unter schwierigsten Verhältnissen eine Abständige brasilianische Politik eingeleitet zu h-ben.

Bei Beginn des Weltkrieges war der englische ^upitaleinfluß in Brasilien schon so mächtig, daß in London recht unverblümt Brasilien als eine ®-t englische Kolonie betrachtete. Der handelspoli- t''che Druck, den England im Jahre 1915 in Bra- ! flien ausübte, läßt deutlich erkennen, daß man dem Linde keine Souveränitätsrechte zugestand. Doch tt_trbe Englands Kraft durch den Krieg so sehr m ftmspruch genommen, daß in den folgenden Knegs- l^ren ein breiter Einbruch der Vereinigten Staa- «N in dieses britische Handelsgebiet nicht zu ver- pbem war. Der im Jahre 1917 von beiden an geb '.^fischen Mächten auf Brasilien ausgeübte Druck lehrte schließlich dazu, daß Brasilien sich als mit "utschland im Kriegszustand befindlich erklären Mite.

(9b Jahrgang Ur. 235

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Industrieunternehmen könnte erhebliche soziale Stö­rungen verursachen, wodurch die Regierung in größte Schwierigkeiten geraten würde, ist die Lage Brasiliens den USA. gegenüber ungewöhnlich heikel.

In den eben geschilderten Zusammenhängen ge­winnen gewisse nordamerikanische Pläne, die por­tugiesisch-brasilianische Freundschaft der Roosevelt- Politik dienstbar zu machen, eine sehr ernste Bedeu­tung. Bekanntlich suchen Washington und London seit langem nach einem Vorwand, sich der portu­giesischen Atlantikinseln "zu bemächtigen. Da man vor einem offenen Gewaltstreich, wie im Falle Island, zurückschreckt, wurde der Plan lanciert, Portugal möge diese Besitzungen der befreundeten Schwesternation für die Dauer des Krieges zu treuen Händen überantworten. Mit Brasllien werde man sich dann noch verständigen. So falsch es wäre, Portugal und Brasilien zu unterstellen, daß ihre Haltung derartigen Plänen entgegenkäme, so verkehrt wäre es, in diesem Plan nur die Idee eines ganz belanglose^ USA.-Journalisten zu sehen. Die Londoner und die Washingtoner Politik der letzten Jahre verdienen den Vorwurf nicht, mit Skrupeln irgendwelcher Art belastet zu sein. Ver­spricht ein Plan irgendeinen tatsächlichen oder auch nur einen Prestigeerfolg, dann wird er sicher überall dort ausgeführt, wo man die Machtmittel in der Hand hat, seine Durchführung zu erzwingen. Die Druckmittel Der USA., sich Brasilien gefügig zu machen, sind so stark, daß sie an den Bestand der Regierung rühren. In England und in Nordamerika ist ja die Vorstellung lebendig geblieben, daß Bra­silien im Grunde nichts weiter sei als ein Staats­gebilde, das in kolonialer Abhängigkeit sich den An­sprüchen derHerren der Welt" zu fügen hat. Als solches ist Brasilien mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wieder in die Berechnungen derAtlantikkonfe­renz" einbezogen worden. Die kommenden Monate werden zeigen, in welcher Art Washington sie aus­zuführen gewillt ist. Der portugiesische Staatsbesuch in Rio de Janeiro hat jedenfalls in seinen Aus­wirkungen im Schatten dieser Konferenz gestanden, die ihre Pläne gewiß mit allen Mitteln der wirt­schaftlichen und militärischen Gewalt durchsetzen wird.

Oer Wehrmachibericht.

DNB. Aus dem Führerhauplquarlier, 30. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bei der Durchführung der Operationen o ff - warte des Dnjepr haben italienische Truppen stärkere Kräfte des Feindes aufgerieben und dabei mehrere taufend Gefangene gemacht. 3m nörd­lichen Abschnitt der Ostfront führte eine 3n- fanferieöioificn am 28. und 29.9. einen erfolgreichen Angriff auf eine zäh verteidigte Stellung durch. Sie erstürmte hierbei 210 feindliche Bunker.

Berbänbe der Luftwaffe bekämpften wirksam Bahntransporte im Raum um Charkow und setzten die Zerstörung des Bahnnehes ostwärts von Leningrad sowie von Anlagen der 2Hur- mansk-Bahn fort.

3m Kampf gegen Großbritannien ver­nichtete die Luftwaffe in der vergangenen Nacht ostwärts Great Darmoufh einen Frachter von 8000 BRT. und versenkte im gleichen Seegebiet aus einem größeren Zerstörerverband heraus eines der Kriegsschiffe durch Bombentreffer. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafengebiefe an der schotti­schen Ostküste und im Südosten der 3nsel.

3n Nordafrika bombardierten Sturzkampf­flugzeuge Berladeeinrichtungen und Munitionslager in Tobruk. Kampfflugzeuge beschädigten im Wit­telmeer ein Handelsschiff und schossen einen briti­schen Bomber ab.

Der Feind flog in der letzten Nacht in das nord­deutsche Küstengebiet ein und drang mit einzelnen Flugzeugen bis in die weitere Umgebung der Reichs- Hauptstadt vor. Durch Bombenabwürfe auf Wohn­viertel, vorwiegend in Hamburg, halte die Zivil­bevölkerung Verluste an Toten und Verletzten. Die britische Luftwaffe verlor gestern und im Verlaufe dieser Nacht insgesamt 11 Bombenflugzeuge.

Vernichtende Angriffe

der deutschen Lustwaffe im Osten.

Berlin, 30. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die deutsche Luftwaffe setzte an der Ostfront ihre Angriffe an allen Abschnitten mit starken Ver­bänden fort. Im Gesamtbereich der Front galten die Einsätze vor allem den Verkehrsverbindun- gen und Verkehrseinrichtungen des Feindes. Die Angriffe waren vielfach von ver­nichtender Wirkung. Wichtige Eisenbahn­strecken wurden mehrfach unterbrochen Volltreffer auf Bahnknotenpunkte zerstörten wesentliche An­lagen. An einigen Stellen konnte die Luftwaffe feindliche Truppenansammlungen mit durchschlagen­dem Erfolg angreifen. In allen Einsatzräumen beherrschten die deutschen Kampf- und Jagdflieger­verbände den Luftraum über dem Feind.

Im Süd abschnitt der Ostfront griffen am Montag, 29. September, wieder starke Kräfte der deutschen Luftwaffe in den Erdkampf ein. Eisen­bahnlinien um Charkow wurden in gro­ßer Ausdehnung zerstört. Dabei wurden 33 T r a n s- port- und Versorgungszüge vernich­

shwer, auch gleichlautende Urteile prominenter Politiker aus Roosevelts Umgebung über Getulio Targas und seine Mitarbeiter anzuführen. Eine tochflut derartiger Aeußerungen, die in London er Echo fanden, war immer dann zu beobachten, renn Brasilien und Portugal zeigten, daß sie in ...... _ kirer Politik eigene Interessen und nicht fremde e,FB' | Mange wahren wollten. So unverkennbar dies || ^streben war, seiner Betätigung haben sich mehr »00 R l ind mehr Erwägungen und Bedenken entgegenge- ffreital!lHt, von denen sich die Regierungen beider Län- || hr nicht frei machten konnten. Das hat dazu ge- .MüiS f. hrt, daß heute die autoritären Staaten Brasilien W Hlnb Portugal weder bei Churchill, noch bei Roose- : M offen als solche angesprochen werden und daß

daß die USA.-Kapitalanlagen in Brasilien allein in den 16 Jahren von 1913 bis 1929 von 50 Mil­lionen Dollar auf über 476 Millionen Dollar ge­stiegen waren, gibt ein klares Bild der neuen Lage. In dem Jahrzehnt bis zum Ausbruch des jetzigen Krieges ist diese Entwicklung ständig weiter fort­geschritten, so daß im Jahre 1939 die USA. in Bra­silien auf den Kapitalmarkt als Käufer und Liefe­rant England weit hinter sich« gelassen hatten.

Einen neuen, ungeheuren Ausschwung dieses Vor­dringens der Vereinigten Staaten von Nordame- rika in Brasllien haben die letzten beiden Jahre gebracht. England, das im Weltkrieg wenigstens eine Reihe seiner wichtigsten Stellungen noch hal­ten konnte, muß jetzt auch seine letzten stärkeren Positionen an das Neuyorker Kapital abtreten. Brasilien hat nun versucht, durch eine neue Gesetz­gebung den politischen Einfluß des fremden Kapi­tals in erträgliche Grenzen zurückzudrängen. Aber feit 1914 hat die Lage des Landes eine einschnei- dende Veränderung dadurch erfahren, daß das bis dahin industriearme Brasilien sich eine recht be- achlliche eigene Industrie aufgebaut hat. Für viele Rohstoffe, vor allem Eisen und Aluminium, vor allem aber für Kohle, Oel und Treibstoffe ist diese Industrie auf die Einfuhr angewiesen. Weder Eng­land noch Europa sind jetzt fähig, den brasiliani­schen Markt zu beliefern. Die gesamten, für das Weiterarbeiten der brasilianischen Industrie nöti­gen Rohstoffe und Halbfabrikate müssen aus Nord­amerika bezogen werden.

Die USA. haben indessen unter Hinweis auf ihr Rüstungsprogramm diese Lieferungen bereits stark eingeschränkt und machen die Bewilligung weiterer Lieferungen für die brasilianische Industrie von der Erfüllung amerikanischer Forderungen wirtschaft­licher und politischer Art, vor allem in der Frage der Flugstützpunkte, abhängig. Da das Wei­terarbeiten der Industrie für Brasilien nicht nur ein wirtschaftliches, sondern in hohem Maße ein inner- politisches Prdblem ist die Stillegung wichtiger

nneng politische Lage ist zweifellos das An­wachsen des nordamerikanischen (£ in = ' u H c 9 auf Kosten des englischen. Die Tatsache,

vrShlschr U»iverß12tiönickerei B. Large General-Anzeiger für Oberhessen *

I (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Lissabon, Ende September 1941.

Durch eine Sondermission hat Portugal kürz- !ich die Beziehungen zu seiner großen südarnerika- inschenTochternation" Brasilien zu festigen -ersucht. Die portugiesische Mission hat in Rio de Janeiro begeisterte Aufnahme gefunden. Die Be­richte über ihren Erfolg erzählen, daß Brasilien ge- villt sei, im Zeichen der lusitanischen Kultur mehr lls je die Bande zum alten Mutterlande zu pfle­gen und ihm vor allem in der kritischen Lage, in )ie es durch den europäischen Krieg geraten ist, mit rllen verfügbaren Mitteln zur Seite zu stehen. Ein Sonderstatut, das den zahlreichen in Brasilien an- lässigen Portugiesen eine bevorzugte Stellung in- irerhalb des brasilianischen Staates gewährt, soll lusgearbeitet sein. Obwohl hierüber Einzelheiten ücht bekannt geworden sind, lassen die Stimmen * ins Lissabon und Rio de Janeiro erkennen, daß otsächlich auf beiden Seiten der feste Wille bekun­det wurde, eine Kultur- und Interessengemeinschaft ns Leben zu rufen, wie sie seit den Tagen, als Brafilien sich unabhängig machte, zwischen beiden Ländern nicht mehr bestanden hat.

Die neue lusitanische Kulturgemeinschaft würde !und sechzig Millionen Menschen gleicher , Sprache, gleicher Religion und gleicher sozialer An- , chauung umfassen, den Einfluß Portugals in gei- rigen Dingen wesentlich heben und ein Gegenge­wicht gegen die Ueberschwemmung Südamerikas mit ler wesensfeinülichen, sozial destruktiv wirkenden S l)ankeezivllisation bedeuten. Wirtschaftlich böte eine | Annäherung der beiden lusitanischen Völker für die Partner Vorteile, hinter denen die Nachteile line gewisse Konkurrenz mancher Produkte der por- ügiesischen Kolonien und Brasiliens auf dem Welt- narft sehr zurüLtreten würden. Milllärisch ge- fhen, sind weder Brasllien noch Portugal» Groß- ^nächte; seit aber von englischer und USA.-Seite im- ner unoerhüllter Absichten auf die portugiesischen infein im Atlantik geäußert werden, die für die Iberkehrsverbindungen von Portugal nach Südarne- r!a von entscheidender Bedeutung sind, und auch iteAnsprüche" der USA. auf Natal und andere irasllianische Küstenplätze nicht an Lautstärke ver­irre n, wird beiden Ländern die wechselseitige Ga- tantie dieser Besitzungen nicht ohne Wert sein.

In dem eben kurz umrissenen Rahmen würde Vts brasilianisch-portugiesische Freundschaftsverhält­nis als durchaus erfreuliche Tatsache und konstruk­tiver Beitrag zur politischen und wirtschaftlichen Ivnsolidierung der Lage beider Länder zu sehen |iin Angesichts der allgemeinen Haltung und wie- ^rholter ausdrücklicher Erklärung maßgebender stellen in beiden Ländern darf nicht bezweifelt wer­fen, daß dieses Ziel beabsichtigt und ehrlich erstrebt Pird. Wer jedoch die Dinge nur im Blickpunkt von Brasilien und Portugal sieht, löst die Beziehungen ter beiden Länder aus dem großen weltpolitischen Zusammenhang, überschätzt die Möglichkeiten und cerät in die Gefahr, durch fast zwangsläufige Ent- II r icklungen von unvorhergesehenen Ereignissen über« II lischt zu werden.

\ Ganz gewiß darf weder derNeue Staat", den II tetulio Bar gas in Brasilien geschaffen hat, noch hs Portugal Salazars zu den Demokratien »^rechnet werden. Beide Staatsmänner haben das MLiederholt sehr deutlich abgelehnt. Wenn sich Ge- Dligenheit fand, hat die USA.-Presse auch keine Be- , 11 tenPen gehabt, beiden Staatsmännern ein Zeugnis cusgufteUen, das sie durchaus mit denfafchisti- , II shen Diktatoren" in eine Linie stellt. Es ist nicht