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Schalke bleibt im Pokal

3m letzten noch ausstehenden Tfchammer-Pokal- Spiel der dritten Schlußrunde trug am Sonntag vor 20 000 Zuschauern in Essen Schalke 04 über Schwarz-Weiß Essen mit 5:1 (2:1) einen sicheren Sieg davon. Die Königsblauen" ohne Otto Ti- bulski bezwangen mit ihrem reiferen und technisch oefferen Spiel einen sich tapfer und gut wehrenden Segnet. Eppenhof und Kuzorra legten für die Königsblauen" zwei Tore vor, aber nach einem verschossenen Elfmeterball konnte Trimhold einen zweiten Strafstoß doch zum ersten Treffer für Schwarz-Weiß auswerten. Alle drei roeiferen Tore nach der Pause erzielte gleichfalls Eppenhof, wäh­rend Schwarz-Weiß zu keinem Tor mehr kam.

Vom Fußball.

Reichsbahn S.7L Bad Homburg DfB.-Reichs- bahn Gießen 10:4 (4:1).

Eine unerwartet hohe Niederlage mußte DfB.- Reichsbahn im Freundschaftsspiel in Bad Homburg hinnehmen. Mit einem nicht unwesentlichen Han­dikap mußte VfB.-Reichsbahn den Kampf bestreiten. Wenn man bedenkt, daß nicht weniger als 7 Stamm­spieler der Elf fehlten und diese restlos durch Ju- gendspieler ersetzt werden mußten, wird die hohe Niederlage schon verständlicher, hinzu kam noch, daß der Torwart ausblieb und ein Spieler das Tor hütete, der noch nie «zuvor zwischen den Pfosten stand. Konnten die Gäste in der ersten Halbzeit noch einigermaßen Widerstand leisten, so wurde der Bann in der zweiten Halbzeit restlos gebrochen. Den Anforderungen des Spieles genügten nur Eh- mann, Weniger und der Jugendliche Ebert.

Sofort mit dem Anpfiff übernahmen die Platz­besitzer das Kommando, es schien so, als hätten sie sich etwas Besonderes vvrgenommen, denn bereits nach 5 Minuten Spielzeit führten sie schon 1:0. Kaum hatten die Gäste den vielbejubelten Ausgleich erzielt, lag auch schon wieder der Führungstreffer der Platzbesitzer in ihrem Netz. Und als VfB- Reichsbahn dem zweiten Treffer greifbar nahe war,

erzielten die Platzbesitzer überraschend ihr drittes Tor. Durch diese überraschenden Erfolge und zwei von den Gästen regulär erzielte Tore, die aber von dem Schiedsrichter nicht anerkannt wurden, geriet die Mannschaft vollständig aus dem Konzept. Durch ein weiteres Tor führten die Platzbesitzer bereits bei der Pause mit 4:1.

Nach dem Wechsel waren die Platzbesitzer drückend überlegen, während die Miste einen abgekämpften Eindruck machten, hier waren es besonders die Jugendlichen, die dem schnellen Tempo zum Opfer fielen. Als dann noch Schlitz den Platz verließ, wurde jede Hoffnung, wenigstens ein günstiges Ab­schneiden zu erzielen, zunichte gemacht. In kurzen Zeitabständen können die Platzbesitzeir noch sechs weitere Tore erzielen, denen die Gäste nur noch 3 Gegentreffer anzurei-hen vermochten.

Schiedsrichter war der bekannte Spieler Eufinger von Rot-Weiß Frankfurt, mit dessen Leistungen man nicht immer zufrieden sein konnte.

Handball im Tv Klein-Linden.

Klein-Linden I Heuchelheim I 10:6 (6:4).

Das Spiel wurde auf beiden Seiten in sehr schnel­lem Tempo ausgetragen. Heuchelheim zeigte schönes Zusammenspiel und war technisch auf der höhe. Klein-Lindens körperlich stärkere Mannschaft glich durch großen Eifer aus. In der ersten Halbzeit er­zielten die Gastgeber gleich in den ersten Minuten zwei Tore. Heuchelheim konnte aber zu schönen Tor­erfolgen kommen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Gäste gut auf. Aber wieder wurden eine Anzahl Torschüsse gehalten, und innerhalb fünf Minuten war der Gästetorwart dreimal gezwungen, den Ball aus dem Netz zu holen.

Klein-Linden Jgd. Heuchelheim Jgd. 17:2 (12:0).

Die Jugendlichen von Heuchelheim traten mit nur neun Mann an. Nach der ersten Halbzeit, in der die Gäste ihre Mannschaft ergänzt hatten, tarn Heuchelheim zu zwei schönen verdienten Torerfolgen. Dann aber rissen nach kurzem ausgeglichenen «spiel die Gastgeber das Spiel ganz an sich.

V.Somnmkanipsspiele der HZ.

Festlicher Ausklang.

Die V. Sommerkampfspiele der Hitler-Jugend und die erstmals mit ihnen verbundenen Iugendländer­kämpfe fanden am Sonntagnachmittag vor 50 000 Zuschauern in der Schlesier-Kampfbahn in Breslau ihren Höhepunkt und Ausklang. Aus dem farben­frohen Bild der Uniformen der Jugend hoben sich neben dem das Feld beherrschenden Glockenturm an beiden Seiten zwei große V, gebildet aus den braunen Uniformen der Hitler-Jugend und dem blendenden Weiß der Blusen des BDM., weithin sichtbar ab. Die Vorführungen der Jungen im Bo­denturnen und der Grundgymnastik, die anmutigen Darbietungen der Bewegungsgestaltung der Mädel in ihren prachtvollem Herz und Augen erfüllenden Bildern wechselten mit den packenden Kampfszenen der letzten Entscheidungen der Jugendmeisterschaften der Hitler-Jugend und den Mannschaftskämpfen ab. Zum Schluß der Kämpfe marschierten die Mann­schaften der teilnehmenden Nationen in der Reihen­folge Italien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Flamland, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Ru­mänien, Spanien, Slowakei, Ungarn und Deutsch­land in die Kampfbahn ein. '

Stabsführer Möckel ehrte die Sieger durch Handschlag und hob in feiner Schlußansprache her­vor, daß von den eingeladenen Nationen nur Schwe­den und die Schweiz fehlen. In Breslau sei aber die Jugend aller Länder versammelt gewesen, die sich um den Aufbau einer neuen Jugendbewegung bemühe. Die Kämpfe hätten gezeigt, daß sowohl die deutsche als auch die europäische Jugend bereit sind, das Werk zu beginnen. Die eindrucksvolle Feier schloß mit der Führer-Ehrung und der Ehrung der Staatsoberhäupter der vertretenen 14 Nationen und den nationalen Liedern.

Im Jugend-Länderkampf der Schützen war am Samstag die Hitler-Jugend in Breslau stark über­legen. Deutschland siegte mit 2688 Ringen vor Un­garn (2545), Finnland (2421), Italien (2382) und Bulgarien (2094) Ringe. Deutschland stellte zudem

noch in Walter und Fechter die besten Einzel- schützen.

Die Schwimm-Länderkämpfe der euro­päischen Jugend in Breslau wurden beide von Deutschland überlegen gewonnen. Bei den Jungen siegte die HI. mit 72 Punkten von Ungarn (33) und Italien (24), bei den Mädeln mar der BDM. mit 65 Punkten vor den Niederlanden (36) und Italien (31) erfolgreich.

Gebiet O st land schlug Baden 11:8 (8:2) und wurde damit in Breslau Deutscher Jugendmeister im Handball der Hitler-Jugend. Die Badener wären im Felde besser, aber zu.schwach im Wurfkreis.

Jugendmeister im Fußball wurde das Gebiet Westfalen durch einen 5:1 (2:0)-Sieg über Wien, Sachsen erkämpfte sich den dritten Platz gegen Franken mit 4:2 (3:0) Toren.

Im Endkampf um die Deutsche Jugendmeister­schaft im Wasserball siegte das Gebiet Berlin über das Gebiet Franken mit 5:4 (3:2) Toren.

Im Leichtathletik-Länderkampf der europäischen Jugend siegten, wie schon bei den vor- ausgegangenen Ländertreffen der V. Sommerkampf­spiele, die deutschen Vertretungen. Sowohl bei den Jungen als auch bei den Madeln belegte Italien den zweiten Platz vor den Finnen.

Die neuen Jugendmeister im Tennis sind bei der HI. der Sudetenländer Fischer, der den End­kampf gegen den Titelverteidiger Jürgen Günther (Hessen-Nassau) 7:5, 6:3 gewann, im HJ.-Doppel Günther-Wissenbach, beim BDM. Lotte Tegtmeyer (Düsseldorf), im BDM.-Doppel die Hamburgerinnen Obst-Weidenhaas.

Der Obergau Hessen-Nassau erkämpfte sich in Breslau die Jugendmeisterschaft im Hockey durch einen erst in der Verlängerung erzielten End­spielsieg von 2:1 über den Obergau Mittelelbe. Die Meisterschaft der Jungen muß später nachgeholt wer­den, da die Begegnung zwischen Hochland und Ruhr-

Unter Beteiligung von 22 Mannschaften wurde auf der Rundstrecke BreslauTrebnitzObernigt das 100-lcm-Mannschaftsfahren der HI. entschieden. Obwohl die Strecke mit bösen Steigungen schwer war, gab es nur drei Ausfälle, Thüringen, West- mark und Sudetenland erreichten nicht das Ziel. Nachdem anfangs Württemberg «geführt hatte, hol­ten später die radsportlich starken Gebiete Sachsen, Hochland und Franken auf und belegten in dieser Reihenfolge die drei ersten Plätze.

Auf der Friesenwiese und auf der Schlesier­kampfbahn in Breslau traten gleichzeitig die besten Kameradschaften der HI., Jungenschaften des DJ., Mädelschaften des BDM. und Jungmäbel- schaften der IM. zum R e i ch s e n t s ch e i d des all- umfasienden Reichs sportwettkampfes an, dem Leistungsappell im Gewand eines volkstüm­lichen Dreikampfes (Lauf, Sprung und Wurf), lieber Bann- und Untergau-, Gebiets- und Ober­gau-Sportfesten setzten sich diese sechs besten Mann­schaften für den R^ichsentscheid in Breslau durch. Die Wanderpreise des Reichsjugendführers ge­wannen Westfalen bei der HI., Sudetenland beim DJ., Württemberg beim BDM. und Nordmark bei den Jungmädeln. Die Ergebnisse:

Hitler-Jugend: 1. Westfalen 3092; 2. Ber­lin 2919; 3. Niederschlesien 2718. Jungvolk: 1. Sudentenland 2657; 2. Westmark 2653; 3. Mark Brandenburg 2567. BDM.: 1. Württemberg 2728;

2. Berlin 2566; 3. Pommern 2526. Jungmädel: 1. Nordmark 2634; 2. Berlin 2495; 3. Bayerische Ostmark 2408.

Die Jugendmeisterschaften im Rollschuh-Kunst­laufen wurden zu einem großen Triumph der Jungen und Mädel aus Hessen- N a s s a u, die bei den Mädeln die ersten sechs Plätze belegten und im Paarlaufen die Sieger und die Zweiten stellten. Ergebnisse:

BDM. - Meisterschaft: 1. Alexa Hahn 5/221,4; 2. Irma Fischlein 10/217,5; 3. Marga Schäfer 16/211,3 (alle Hessen-Nassau). Paar- laufmeisterschaft: 1. Irma Fischlein-Müller (Hessen-Nassau) 5/11,6; 2. Marga Schäfer-Jacob (Hessen-Nassau) 11/10,9; 3. Hohmann-Brückner

(Mittelelbe) 14/10,4.

Jugendmeister im 1000-m-Malfahren wurde Hans Höschen (Ruhr-Niederh.) vor Ludwig Schmück (Franken). Höschen gewann die beiden Endläufe gegen Schmück mit 3/4 bzw.- IVt Längen. Das Vierer-Mannschaftsfahren über 4000 m wurde in zwei Läufen nach Zett entschieden. Im ersten Rennen siegte Köln-Aachen in 5:19,6 über Baden mit 5:27,5 Pkt. Jugendmeister wurde jedoch im zweiten Lauf Niedersachsen mit Vio Sek. Vorsprung in 5:19,5 gegen Franken mit 5:30,1. Ein als offenes Rennen 'durchgeführtes 30-Runden-Punktefahren wurde von Heinz B i ft (Düsseldorf) mit 20 Punkten vor Schwalda (Nordsee) mit 8 Pkt. gewonnen.

Die Jagd im September.

Der Herbst, die Erntezeit des Jägers, ist heran- gekommen, und mannigfaltig ist das Bild, das der September als Jagdmond bietet.Zu Aegide tritt der Hirsch in die Brunft" sagt eine" alte Jägerregel. Zwar ist dieser Tag für die eigentliche Brunft noch zu früh, aber schon beginnen die Feisthirschrudel sich aufzulösen, der Hirsch tritt zum Kahlwild, und die Brunftrudel bilden sich und wechseln dann bald nach ihren gewohnten Brunftplätzen, bis dann nach kal­ter Nacht zum ersten Male das Schreien der Hirsche den Beginn der ,chohen Zeit" des Rotwildes verkündet. Naturgemäß steht nun der Brunfthirsch im Vordergründe jagdlicher Wünsche. Neben dem Hirsch hat in der ersten Monatshälfte auch nicht- führendes Kahlwild Schußzeit, während mit dem 16. alles weibliche Wild nebst Kälbern beiderlei Ge­schlechts frei ist. Dasselbe gilt für weibliches Dam­wild, während mit Monatsbeginn auch die Jagd auf den Schayfler aufginch der in freier Wildbahn in feiner Feiste den Jäger vor schwierige Aufgaben stellt.

Wo das Muffelwild bei uns eine Heimat fand und freigegeben wurde, stellt der starke Widder eine erstrebenswerte Beute dar.

Nachdem die Brunst des Rehwildes abge­klungen ist, hält der Rehbock nach Zeit und und Ort wieder brav feinen Wechsel wie im Mai, so daß der noch nicht voll durchgeführte Abschuß be­endet werden kann. Um die Monatsmitte beginnt auch der Abschuß von weiblichem Rehwild und Kitzen, der möglichst in den Herbstmonaten durch­geführt werden soll. Wo er zahlenmäßig hoch ist, empfiehlt es sich, bald damit zu beginnen. Verkehrt wäre es, ihn nur an Schmalrehen erfüllen zu wol­len. Denn dann wird der Hegeabschuß niemals zum Erfolg führen. Diese Schmalrehe sind die Töchter von Vätern, die zum größeren Teil als zuchtwert­voll geschont wurden. Sie tragen ihr wertvolles Erbgut, das sich nur weitervererben kann, wenn dis Trägerinnen leben bleiben, ßebenlaffen starker Stücke, Abschuß geringer Ricken samt ihren Kitzen führt am sichersten zu starkem Wild, wie wir es anstreben.

Das Schwarzwild findet überall gedeckten Tisch. Wo es zu Schaden geht, muß der Jäger um Abhilfe nach Möglichkeit bemüht sein.

Der Hase erfreut sich im September zum letzten Male der Schonzeit, sein kleiner Vetter, das K a - ninchen, dagegen kann besagt werden.

Eigentlich müßte der September der Monat der Hühnerjagd im Feldrevier sein. Doch geht diese aus bekannten Gründen auch in diesem Jahre erst am 16. September auf. Da sie nur einen Monat dauert, heißt es dort, tuu es hühn:r gibt, sich daranhalten. Darum ist es zweckmäßig, schon vor­her einmal mit dem Hund zu suchen, ihn an die kommenden Anstrengungen zu gewöhnen und die Hühner zu bestätigen. D.as erspart dann manche verlorene Stunde und manchen Aerger.

Gelegentlich der Hühnerjagd pflegt auch manche Ringeltaube an den Galgen zu kommen.

Ein Gang nach dem Bach oder Teich kann sich

lohnen, denn die Enten sind nun alle so, daß sie den Schuß voll lohnen.

Aber auch die Waldschnepfe ist auf dem Zuge nach Süden und lohnt als starke Herbst- schnepse die Jagd viel mehr als zur Zeit des Früh­jahrszuges. Ihre Verwandten, die mancherlei Sumpfschnepfen und Brachvögel, sind gleich ihr frei.

Der Fasan dagegen ist noch bis zum Oktober, bis die Hähnegeschildert" haben, mit der Jagd zu verschonen.

Ein Wild, das früher zur Zeit des Dohnen- ftieges hochgeschätzt war, die Drosseln findet bei den meisten Jägern nur geringe Beachtung. Dabei ist ihre Bejagung wegen ihrer Vorliebe für Beeren­obst und Weintrauben oder Kirschen sehr erwünscht und ihre Jagdzeit sogar bis in den Dezember aus­gedehnt worden.

Der Dachs setzt bei seiner reich besetzten Weide immer mehr Weiß an und lohnt nun schon das Graben. Zum Abschuß am Bau sind die Lichtver- hältnisse meist schon zu unsicher.

Wo der Fuchs an Hausgeflügel Schaden tut und die Niederjagd gefährdet, wird man ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit schießen. Sonst wird man gern noch einige Wochen warten, bis sein Balg gut ist.

Auch Mäuse- und Rauhfußdussard dürfen kurzgehatten werden, wo sie im Uebermaß auftreten und die Niederjagd beeinträchtigen.

Neben dem Jagen steht die hege. Dazu gehört jetzt Vorsorge für den Winter. Drus ch a bfall der Dreschmaschine wird gesammelt, um später zum Beschicken der Hühner- und Fasanenfütterungen Verwendung zu finden. Die roten Vogelbeeren verkommen meist nutzlos oder werden zu Zeiten des Ueberflufses von den Drosseln geplündert. Da­bei stellen die Fruchtstände, in Sand eingeschlagen, im Winter ein von allem Wild gern genommenes Futtermittel dar. Hubertus.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 30. Aug. Es notierten je 50 kg in RM.: Ochsen a) 46 bis 47,50, b) 42 bis 43,50, c) 37,50 bis 38,50; Bullen a) 44,50 bis 45,50, b) 41,50; Kühe a) 44,50 bis 45,50, b) 40 bis 41,50, c) 32 bis 35,50, d) 20 bis 26; Färsen a) 45,50 bis 46,50, b) 41 bis 42,50, c) 36,50 bis 37,50; Kälber (Sonderklasse) 70, andere Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 46 bis 50, d) 30 bis 40; hämmel b2) 48 bis 51, c) 32 bis 44; Schafe a) 42. bis 44, b) 38 bis 40, c) 20 bis 32; Schweine a) 63, bl) 63, b2) 62, c) 60, d) 57, e) 55, gl) 63. Marktverlauf: alles zugeteilt.

Schweinemarkt In Alsfeld.

* Alsfeld, 1. September. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 239 Ferkel aufgetrie» bei. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 18 bis 22 RM. Marktverlauf: schleppend; es verblieb Ueberftanb.

M SreiHMMgMöll

Vornan von Horst Hiernach

6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Entschuldige du schon, mein lieber Junge, daß ich es ausspreche, aber auch dein Ton ist manchmal ein wenig frei. Ich verstehe natürlich, daß du als Künstler dich nicht dem strengen Zwang einorbneft, hier und da auch ein Wort zu unterbrücken, bas besser unausgesprochen bliebe. Leiber schnappen die Kmber gerade diese Ausdrücke mit Vorliebe auf. Fräulein Zögling wird in dieser Hinsicht ein gutes Gegengewicht abgeben."

hellwang schluckte die Anwort hinunter, er schluckte sie hinunter und wurde sich mit wachsendem Unbehagen darüber klar, baß er fortan manches würde hinunterschlucke., müssen. Luisa, sein pracht­voller Kamerad, war nie in Ohnmacht gefallen, wenn er einmal im großen Männerzorn über Verleger, Steuerbehörden und sonstige Widrigkeiten des Le­bens die Ueberdruckventile geöffnet hatte. Sollte er von nun ab wie ein Gast im eignen Hause zu Tisch sitzen, mit der Miene 1 heiterer Geselligkeit und einer stets festlich gestimmten Plauderharfe in den Händen?! Was, wenn seine Schweigezeiten über ihn kamen? Wenn die Arbeit stockte, wenn die Gedanken zäh wie Leder wurden und er wie ein gereizter Löwe durch das Haus knurrte, so daß sogar Kathi nur auf Zehenspitzen durch die Zimmer schlich und die Teller beim Abwaschen einzeln in die Schüssel tunkte, um kein Geräusch zu machen?

Er wagte nichl daran zu denken.

Nun, nachdem der Meinung der alten Dame nach alles so prächtig geordnet war, überfiel sie die Un­ruhe und der Wunsch, hier ihre Zelte abzubrechen: Sei mir nicht böse, Konrad, wenn ich euch schon morgen verlasse. Ich mache mir große Sorgen um Vater. Achtzig Jahre sind schließlich ein Alter, wo der Mensch seine gewohnte Ordnung braucht. Und ich mochte mir nicht Vorwürfe machen wollen, wenn ihm etwas zustößt. Für die zwei Tage bis zu Fräu­lein Zöglings Einzug kann ich euch wohl Kathi unbesorgt überlassen?"

Selbstverständlich, Mutter ..."

Weißt du, ich werde ihr einen Küchenzettel machen und das Rezept von dem Kalbsgulasch noch einmal genau erklären. Sie läßt das Fleisch am An­fang nicht genug bräunen, das ist der ganze Fehler, deshalb schmeckt nachher die Soße so leer."

Er mußte lachen, so sehr ihn die Besorgnis seiner guten Mutter innerlich auch rührte:Aber, wir werden schon nicht verhungern, Muttchen; es wird natürlich nicht ganz so fein abgeschmeckt sein wie bei dir, aber schließlich hat Kathi uns früher ja schon oft genug für ein paar Tage selbständig ganz ordent­lich versorgt und bekocht."

Er wußte, daß Kathi hinter seiner Mutter drei Kreuze schlagen würde. Sie waren beide Herren­naturen, und die Küche war ein zu enger Spiel­raum für Eisenköpfe, daß sie nicht aneinander ge­rannt wären, zumal Eisenköpfe mit so unterschied­lichem Geschmack. Die hellwangkinder kannten die norddeutsche Küche nur von den seltenen Ferien­besuchen bei den Großeltern. Konrad hellwang und Luisa hatten sich in den langen Jahren ihrer halb entwöhnt. Kathi haßte sie. In ihrer Ausdrucksweise grauste es ihr davor; es grauste ihr vor Königs­berger Klopsen und Nahmsalat, vor Obstsuppen und Seefischen, vor Roter Grütze und Danillesoße. Die alte Dame ihrerseits fand Knödel schauder­haft, zur Bratente gar als Entweihung, sie fand gemischten kalten Salat zum Schweinebraten em­pörend, und die bajuwarische Völlerei auf dem Oktoberfest nannte sie nackten Kanibalismus.

So war es zu verstehen, daß Kathi während ihrer Anwesenheit außerordentlich nervös gewor­den war und es nur mit äußerster Anstrengung nicht zur Explosion der Kräfte kommen ließ, die sich in ihrem Innern ballten. Geschah es nun als Aufmerksamkeit oder aus Erleichterung, jedenfalls besorgte sie vom Gärtner Empfenzeder drei Bü­schelchen Primeln, und mit diesem Blütengruß durften sich die Kinder von der weinenden alten Dame verabschieden. Auch hellwang war es schwer ums Herz, als er zwischen seinen kleinen Töchter­chen dem davonrollenden Zuge nachwinkte.

Auf der Heimfahrt durfte Lydia im Wagen neben ihm sitzen. Ihre ewig zappelnden Hände entdeckten in dem Spalt zwischen Rückenpolster und Sitz ein Taschentuch, ein kleines Tüchelchen mit

behäkeltem Rand und Luisas Monogramm in einer Ecke. Wann hatte sie es dort vergessen? Auf einer der vorweihnachtlichen Stadtfahrten, von denen sie hochbepackt und geheimnisvoll, die Kinder zu Kathi in die Küche scheuchend, heimgekehrt waren ober auf der letzten Fahrt in die Klinik, von der er sie nicht mehr abholen durfte? Er nahm Lydia das Tüchelchen fort und barg es in seiner warmen Hand, lieber Wochen ober Monate, die es ba in seinem Versteck gelegen hatte, war ihm ein zarter Duft nach Lavendel haften geblieben, ein Duft, der etwas in hellwangs Kehle aufqueüen ließ. Vielleicht rief der süße hauch in den Herzen der Kinder ebenfalls eine Erinnerung wach. Sie hock­ten für den Rest der Fahrt, während der Wagen die Stadt verließ und zwischen märzlichen Feldern und verstreuten Siedlungen Greifsing zu eilte, still in den Polstern und streiften hellwangs umschat­tetes Gesicht mit scheuen, zärtlichen Blicken.

In Omis Zimmer wurden die Betten für die neue Hausgenossin frisch bezogen, die Gardinen gewaschen und neu aufgesteckt und überhaupt Ge­neralreinigung gehalten. Die beiden Mädel halfen, sobald sie aus der Schule kamen, tüchtig mit wenigstens war das ihre Meinung. Kathi war von dieser Hilfe wahrscheinlich nicht so begeistert, ein­mal weil die Kinder ihr dauernd im Wege stan­den, und dann auch, weil der Eifer, den sie da für die Neue" entwickelten, ihr irgendwie ein Dorn im Auge war.

ha, ihr tönnts euer Fräulein gar nimmer er­warten?" knurrte sie. Die Kinder, die alles Neue begehrenswert fanden und denen Abwechslung im­mer spannend und willkommen waren, woher sie auch eintreten mochten, waren arglos genug, nicht zu verhehlen, daß sie auch der Ankunft ihrer Er­zieherin Reize abzugewinnen vermochten, während Kathi fraglos der Meinung mar und dies auch be­kundete, baß sie da ahnungslos aus Giftblüten Honig sögen. Sie wand den Scheuerlappen so nach­drücklich und energisch aus, als drehe sie einer Gans den Kragen ab; sie wand ihn um den Schrubber und stützte die roten Fäuste auf den Stiel, während ihr Gesicht den düsteren Ausdruck einer Kassandra annahm. Sie hatte Fräulein Zög­ling bei der Vorstellung nur die Tür geöffnet und den Mantel abgenommen, aber dieser flüchtige

Eindruck hatte ihr genügt, um bereits ein abschlie­ßendes Urteil zu fällen.

Ihr werdet's ja erleben", murmelte sie in sich hinein,freut euch nur drauf auf bees hoch­mütige, kalte Suber, auf bees kalte!"--

Am Sonntag beim Mittagessen bat Kathi um bie Erlaubnis, bie Kinder zu ihren Leuten mit- nehmen zu dürfen. Obwohl hellwang der Gedanke, den Tag in dem stillen Hause allein zu verbringen, nicht angenehm war, gestattete er es, als er sah, wie die Kinder bei Kathis Vorschlag Hurra schrien und mit den Löffeln in die Teller trommelten. Söhnchen krähte vor Begeisterung, und seist Britta waren diese Besuche bei Kathis Eltern noch Höhe­punkte des Lebens. Denn Kathis Mutter hielt für sie stets ein paar Schmalznudeln bereit, die locker­sten und duftigsten Schmalznudeln weit und breit, sie zerschmolzen einfach auf der Zunge, bann aber durften sie bas kleine Häusl auf ben Kopf stellen unb auch auf ber Maurer karre von Kathis Vater Rabfahren üben. Unb zum Schluß ging es immer in benHubertus", wo je nach Jahreszeit unb Wet­terlage im Saal ober im Freien bie Musik spielte, Schuhplattler tanzten, Komiker auftraten, unb wo füe bie Schweinswürstl vom Rost mit tüchtigen Schlucken aus bem gemeinsamen Maßkrug hin­unterspülen durften.

Jedes Kind bekam ein Fünfzigerl in bie Hand gebrückt, Kathi putzte sie heraus, Lybia, bie sie bei solchen Gelegenheiten wie ein Pfingstochse mit flirrenbem Schmuck aus ber Wunbertüte behängte, würbe rasch noch um ein paar Armbänder, Ringe und Halsketten erleichert, und bann zogen sie ab, und hellwang blieb mit feiner Zigarre allein zu­rück. Aber nach einer Stunbe sperrte auch er Die Gartentür hinter sich zu. Es litt ihn nicht im Hause. Die Wärme war baraus entwichen. Wenn er burch bie Räume ging, hatte er bas Gefühl, es fehlten nur noch weiße Leinenüberzüge auf die Möbel, damit das Bild der Unwohnlichkeit voll­endet würde. In ben Zimmern herrschte bie be« klemmenbe Sauberkeit von Krankenhäusern ober fiur Besichtigung freigegebenen Prunkschlössern. Man suchte unwillkürlich nach ben Strohpantoffeln auf ber Schwelle.

(Fortsetzung folgt.)