Sachsende Kritik an Englands Kriegführung
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Wieder eine (Seheimsitzung des Unterhauses
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Sofort machte sich der Feldwebel mit zwei Gefreiten auf die Suche nach den Vermißten. Ungehindert kamen sie bis zu der Stelle, wo der Feind das Feuer eröffnet hatte. Noch fielen einzelne Schüsse, aber die Kameraden fanden sie nicht. Unverrichteter Sache mußten sie zurückkehren.
Es war einige Stunden später, als der Wachtposten in der Dunkelheit Bewegung bemerkte. Auf seinen Anruf wurde ihm die Parole gegeben, doch was dann folgte, überraschte ihn derartig, daß ihm vor Staunen fast bie' Augen aus dem Kopf traten. Vier waffenlose Franzosen trugen den Punkt an Händen und Beinen, während weitere sechs Gefangene folgten. Hinter ihnen aber marschierte der Strich. Ungeachtet aller Fragen meldete er sich zu- nächst bei dem Feldwebel, übergab die zehn befangenen und den leicht verwundeten Punkt. Dann erzählte er ihnen seine Geschichte.
Als er gesehen hatte, daß der Punkt getroffen mar und nicht weiterkonnte, blieb auch er zurück. Mit großer Mühe gelang es ihm, den Verwundeten hinter ein Gebüsch zu zerren, wo er sich verborgen hielt, bis der Feind sein Feuer eingestellt hatte. Alle weiteren Versuche, sich mit der gewaltigen Last des Punktes zu beladen, blieben leider erfolglos. Darauf versprach er ihm, Hilfe zu holen, aber anstatt zu dem Bunker zurückzukehren, zog er es vor, sich Hilfe aus dem weit näheren Gehöft zu beschaffen.
Zwei Handgranaten, das plötzliche Erscheinen eines Feldgrauen — und die Festung war genommen. Das Erstaunen der Gefangenen war nicht gering, als sie später feststellen mußten, daß sie sich einem einzigen Mann ergeben hatten. Doch kam diese Einsicht zu spät, denn der Strich war hinter ihnen und hielt in jeder Hand eine Handgranate. Außerdem hatten sie ihre liebe Not, den schweren Punkt die Anhöhe hinaufzuschleppen. Der Sttich aber meinte am Ende seiner Geschichte lachend: „Da seht ihr, ein Punkt ist leichter zu treffen als ein Strich!" —
Als der Vataillonskommandeur dem tapferen Gefreiten das Eiserne Kreuz auf die Brust heftete und ihn nach seinem Namen fragte, riß dieser die Hacken zusammen und antwortete: „Meyer, genannt ,Strichs"
„Sie machen Ihrem Namen Ehre!" erwiderte der Kommandeur, und niemand der Anwesenden zwei, feite, daß er den Namen „Strich" gemeint hE
tigen, Beck, eine sehr beunruhigende Persönlichkeit, die teilweise die deutsche, teilweise die französisch- englische Karte spielte, auf Ferien an der Riviera, wo sie häufig Beratungen miteinander pflogen. Am 11. Januar 1939 gab eine sehr distinguierte Dan^ von jenseits des Ozeans auf ihrem Besitz in NaMlle der dortigen ausländischen Kolonie ein Frühstück. Auch Churchill war anwesend. Obwohl er damals nicht der Regierung seines Landes angehörte, zögerte er nicht, in überraschendem Leichtsinn zu erklären: „Wir werden mit Deutschland Krieg führen." Seine Gastgeberin, deren hohes politisches Verständnis von allen ihren Freunden gerühmt wurde, antwortete ihm: „Wie können Sie etwas derartiges sagen. Wie können Sie den Krieg an die Wand malen?" Churchill antwortete: „Das macht nichts. Während zweier Jahre werden wir hübsche kleine Massakers haben.Nachher werden wir durch unsere Anstrengungen den Krieg gewinnen."
Wenn seine entrüstete Gastgeberin dieses Gespräch nicht weiter fortsetzte, so war der Grund, daß sie durch die Pflichten der Gastgeberin davon abgehalten wurde. Aber' einige Tage später begegnete sie von neuem dem englischen Staatsmann in einem Schloß, das einer ausländischen Persönlichkeit gehört. Churchill kam hier auf seine Erklärungen über den Krieg zurück und rief angesichts der diesmal verstärkten' Einwände seiner früheren Gastgeberin aus: „Der Krieg! Was auch immer sei, so werden wir ihn führen. Es wird schreckliche Massakers geben, aber wir werden ihn gewinnen."
Das ewige Korn.
Don Karl Burkert.
Die hohen lauschenden Kornfelder ums rotdäche- rige, sonnenüberschüttete Dorf herum — köstlich sieht das aus! Man muh vor einem Kornfeld gestanden haben an einem blickweiten lichtseligen Mittsommertag. An einem Kornrain sollte man alle Jahre zum wenigsten ein paarmal, gelegen haben, mitten in flaumenden Nelken, die Haare ganz voll Grashupfer, die Seele verschwebt in Gedanken.
Solch ein Kornfeld macht so manches vergessen, und manches hebt es wie eine leise Erinnerung in uns empor. Engheiten und Bedrängtheiten nimmt es aus dem Herzen fort, Schwersinn und Verzagtheit und noch vieles mehr. Das harte Maschinenlicht nimmt es dem Stadtmenschen aus den Augen heraus, und die Sorgenfalten wischt es, sanft wie mit Engelhänden, aus dem Gesicht. Alle unsere Schulweisheit, der Handel, der großartige Ma- schinenbettieb, die Kunst, all das Wichtigfühlen, die ganze Komödiespielerei, die wir Leden nennen, was ist das vor einem Kornfeld? Ach Gott, ja, Kenntnisse sind etwas Gutes. Aber wie steht es um die letzten Weisheiten? Glück, was ist es? Sollte man nicht vor allem die Unwichtigkeit des Glücks erkennen?
Vor einem Kornfeld schrumpft das alles in ein Nichts zusammen. Oh, du kleine Menschensach'e! denkt man. Geheimnisvolle Urempfifibungen fluten einem durch die Seele. Ein wenig vom Weltgeheimnis bekommt man zu riechen. Weltlebeodem trinkt man in sich hinein. Ganz nahe dünkt man sich dem großen, ewigen Rätsel. Das süße Geheimnis des Lebens geht einem auf, wie eine stille, lächelnde Blüte. Wie eine Gnade des Himmels schweigt und raunt es einem aus jeder Frucht entgegen. Daß bißchen Lebenschrecken verfliegt wie ein Fetzlein Rauch.
Und vor allem: der uneingeschränkten Ehrlichkeit steht man auf Schrittes Breite gegenüber. Der treuesten Men sch en arbeit blickt man mitten ins Gesicht. Hier gilt nicht Schein, gilt nichts Erschlichenes. Das leise wägende Pfeifen eines Bauernmundes hört man da. Das werkfrohe Sensensurren eines nahen Erntetages. Das dorftraute Klingen von einem Schmiedehammer, der um kleinen Lohn bas schlichte Bauernwerkzeug schärft. Die ttefroten
sich heute, Millionen Menschen zur Verfügung zu haben, könne sich jedoch nicht rühmen, im Vergleich zu dem friedensmäßigen Verwaltungsapparat auch nur eine einzige organisatorische Verbesserung durchgeführt zu haben. Das Komitee zur Umorganisierung bes Ministeriums besteht aus sechs Mitgliedern mit dem Parlamentsunterstaatssekretär im Kriegsministerium, Sir James (Trigg, an der Spitze. Don den übrigen sind drei Großkaufleute, R. I. Sinclair, Vizedirektor bes größten englischen Tabaktrustes, Sir Percy Bat es. ber Aufsichtsratsvorsitzende der Cunard White Star Line und G. W. Dunkley von ber Irak Petroleum Company. Keiner hat die geringste militärische Erfahrung.
Neuer britischer Bombenangriff .
A auf deutsches Lazarett.
Berlin, 3O.'3uIi. (DNB.) Nachdem die Welt- öffentlichkeit erst gestern von den verbrecherischen Bombenabwürfen der Royal Air Force a u f Friedhöfe, Kirchen und Schulen des deutschen Reichsgebietes in Kenntnis gesetzt worden ist, trifft soeben die Meldung ein, daß englische Flugzeuge am Montagmorgen einen Angriff auf ein Lazarett in Nordwestdeutschland unternommen haben. Glücklicherweise verfehlten sämtliche Bomben, mit denen bie britischen Flieger kranke und verwundete deutsche Soldaten morden wollten, ihr Ziel. Es wurden nur Gebäudeteile des Lazaretts durch Bombensplitter beschädigt. Kein Wort ist scharf genug, um dieses neueste Verbrechen ver- rohter britischer Flieger an Wehrlosen zu brandmarken. Die RAF. beweist damit, daß sie noch nicht einmal in der Lage ist, militärische Ziele auszumachen, geschweige denn sie zu treffen.
Deutsches Seenotflugzeug in englischen »Hafen eingeschleppt.
Neuyork, 31. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Associated-Preß-Meldung aus London wurde ein deutsches Seenotflugzeug, dessen Piloten man Zur Landung gezwungen hatte, in einen englischen Hafen eingeschleppt. Bei der Untersuchung bes Flugzeuges habe es sich heraus- gestellt, daß es vollkommen unbewaffnet
„Sicherheit" verband, fälschte alles, was im Zeichen einer neuen schöpferischen Ordnung Europas stand, in „brutale Gewalt" um, bezeichnete jede aus der Tiefe des Blutes kommende Regung Deutschlands als „Zerstörungsversuch", als „Drohung". Nur unter diesem Aspekt hat Frankreich die Geschichte Europas seit dem Dreißigjährigen Krieg betraget, dafür ist nicht zuletzt Zeuge jener zeitgenössische Historiker Jacques Bainoille, der den Westfälischen Frieden von 1648 als den Gipfelpunkt europäischer Entwicklung ansah, die den „wahren Frieden" verbürgte, wobei die Genfer Liga gleichzeitig als Garantin des Status quo nach dem Weltkriege betrachtet wurde.
Und unter diesem Zeichen, das nichts anderes war als Ausdruck der Furcht vor der elementaren Kraft und der Jugendlichkeit aller jener Zukunststendenzen eines wirklichen Europas, stehen alle jene Männer, die das politische und geistige Frankreich nach dem Weltkriege hervorbrachte. Die Bri- ani), Pomcars, Herriot, die Daladier und Blum und über allen diesen Clemenceau —: sie trugen das Gepräge einer Geisteshaltung, die' mit Richelieu als ihren glänzendsten Repräsentanten in wie Geschichte trat, sie machten eine Politik, die im Zeichen einer „Ordnung" stand, die nicht die von morgen war, sondern die des Westfälischen Friedens, des Versailler Diktats, der Genfer Liga. Und diese seltsame „Ordnung" wieder war der Ausfluß einer Schwäche, die — ob nun biologisch oder geistig gesehen — sich nicht mehr zu dem Glauben an eine wahre Solidarität der Völker austaffen konnte; die mit einer Besessenheit, die einer besseren Sache würdig gewesen wäre, das Netz politischer Verträge um Deutschland zog und doch zur moralischen Ver- einfamung führte. Der Rus nach Sicherheit wurde au einer Manie, der alles untergeordnet wurde, schließlich sogar die eigene Selbständigkeit der Entschlüsse. Frankreich wurde nicht etwa in das Bündnis mit England „hineingezogen", wie man jetzt glauben machen möchte, nein, es hat dieses Bündnis mit der glasklaren Bewußtheit in politischen Dingen geschlossen, der ein Franzose fähig ist.
Man tue also heute nicht so, als ob man in diesen Krieg hineingeschliiddert fei, als ob er von Frankreich aus gefehen ein „Versehen" gewesen wäre. Dafür gibt es kein einziges Zeugnis all jener Männer, die sich heute um die Verantwortung in Frankreich drücken, wohl aber legen 20 Jahrs französischer Geschichte der Welt offen vor Augen, daß Frankreich und seine Politiker um einer Hegemonie willen, die nicht einmal mehr auf dem Papier bestand, eine Politik betrieben, die nicht nur kurzsichtig, gefährlich und dumm, sondern verbrecherisch war. Frankreich war 20 Jahre lang dank jener Herren, die jetzt den Unschuldigen spielen und das „Regime der Dritten Republik" vorschieben, das Land, das sich gegen jede Aenderung, gegen jede freiwillige Anerkennung wehrte, wenn sie gegen den Aberwitz von Versailles verstieß. Denn Versailles war das Idol jener Sicherheit, auf die Frankreich nicht verzichten zu formen glaubte, weil es wußte, daß feine Zivilisationsidee und fein Hegemonieanspruch längft an innerer Kraft und an wirklicher Aktualität verloren hatten.
Man sage auch nicht, daß das „wahre Frankreich" anders gedacht habe. Nun, von jeher wird das „währe Frankreich" von seinen Schriftstellern präsentiert. Aber wer die Geistes- geschichte Frankreichs der letzten zwei Jahrzehnte aufmerksam verfolgt hat, wird auch nicht einen Mann finden, gleick>viel ob es sich um Jules Romains, Romain Rolland, um Montherlant oder um Jean Giraudoux Handels dem es ernst war um eine gründliche Abkehr von den oben geschilderten Gedanken, um eine Neuordnung (-Europas. Sie meinten Frankreichs Vorherrschaft und nichts als das. Sie stellten zahllose Programme und Pläne auf, vor allem seit der Wirtschaftskrise im Jahre 1934. Man lese einmal „Le Plan Franyais" jenes Geschichtsvrvfessors Marcel D6at, der heute so laut anklagt. Aber nichts zeugt von dieser notwendigen Einsicht in bas wirkliche Geschehen in Europa, um bas man sich anscheinend auch jetzt noch betrügen will, heute allerdings zum Eigenen Schaden! Bin.
Schweres Erdbeben in Anatolien.
Lin starkes Erdbeben suchte am Dienstag das Zentralplateau von Anatolien heim. 12 Dörfer sind völligzerstört worden. Dreihundert Personen wurden getötet und mehrere hundert verletzt. Die Erdstöße wurden auch in Ankara, Istanbul, Lrzingan und anderen Orten verspürt. — Hilfsmaßnahmen sind sofort eingeleitet worden.
Oer Strich.
Von Robert Rilchowski.
Die Bunkerbesatzung nannte ihn den „Strich". Im Zivilberuf hieß er Meyer und war Vertreter einer Zigarettenfabrik. „Das kommt davon, wenn man Sargnägel vertreibt", pflegte ber „Punkt" zu sagen. „Hättest bu, wie ich, in Schinken unb Würsten gehanbelt, bann hättest du es noch zu einem Komma bringen können!"
Der Strich und der Punkt waren Freunde. Eigentlich hieß der Punkt Habermann, aber hier im Bunker bekam jeder den Namen, der zu ihm paßte, und da nur in den seltensten Fällen die angestammten Namen zu ihren Trägern passen, hatte man sich gezwungen gesehen, eine allgemeine Umtaufung vorzunehmen.
Wenn der Punkt und der Strich zusammen waren, nannte man sie auch kurz bas „Semikolon". — Während ber Punkt, wie meist die dicken Leute, einen unverwüstlichen Humor hatte, die Hänseleien der anderen mit Gelassenheit ertrug oder so zurückgab, daß er die Lacher auf seiner Seite hatte, nahm sich der Strich feinen Spitznamen derartig zu Herzen, daß man allen Ernstes überlegte, ob man ihn nicht doch besser wieder Meyer nennen sollte. Was bei einer Bunkerbesatzung eine Menge sagen will.
Vielleicht wäre es auch dazu gekommen, wenn nicht der Zufall dem Strich Gelegenheit gegeben hätte, sich feinen Spitznamen in aller Ehre zu erkämpfen, so daß er ihm danach mehr bedeuten sollte als der Name, unter dem er vorher unter Verwandten, Freunden und Kundschaft bekannt war.
Der Hauptmann hatte einen Spähtrupp zufam- mengeftellt, unter dem auch das Semikolon war. Es galt, festzustellen, ob der Franzose ein Gehöft, bas nur wie ein Punkt auf ber gegenüberliegenben Anhöhe zu sehen war, besetzt hielt.
Als man nur noch wenige Meter von dem Ge° Höft entfernt war, eröffnete der Feind ein ver- Heerendes Mafchinenqewehrfeuer. Der Feldwebel gab, da man die Aufgabe als gelöst betrachten konnte, das Zeichen zum Rückzug. Doch als man in die eigene Stellung zurückgekehrt war, wurde festgeftellt, daß zwei Mann fehlten, nämlich der Punkt unb ber Sttich.
25 er (in, 30. Juli. (DNB.) Während die deutsche Wehrmacht die letzten Vorbereitungen für den entscheidenden militärischen Schlag gegen England trifft, ist im Auftrage des Reichsmimsteriums für Dolksaufklärung und Propaganda von Dr. Wilhelm Ziegler ein Werk herausgebracht worden, das unter dem Titel „Ein Dokumenten» werk über die englische Demokratie" unter Mitarbeit des Amtes Wissenschaft und Facherziehung der Reichsstudentenführung in unermüdlicher Kleinarbeit ein Material zufammengettagen hat, das mit der Legende von der englischen Demo« fratie, soweit diese Staats form in der ursprünglichen Wortbedeutung, der auf Gleichheit beruhenden Volksherrschaft, verstanden fein will, gründlich aufräumt.
Mr lernen aus dem Munde der Engländer selbst chr Zerrbild, die Plutokratie, kennen, der die jungen Völker Europas den Kampf angesagt haben. Wir erkennen die durch geographische Lage, Volks- charakter unb historische Entwicklung bedingte und geförderte Entstehung eines Systems ber ungeheuer- licysten Ungerechtigkeiten und lernen die Träger dieses Systems, die dekadente und verjudete Herren- kaste Englands, in ihrer ganzen brutalen Selbstherrlichkeit und Rücksichtslosigkeit, ihrer hemmungslosen Genußsucht und verbohrten Rückständigkeit kennen. Aus der anderen Seite blicken wir — auch anhand erschütternder Bilder — in einen Abgrund hoffnungsloser Armut und Verkommenheit, in der das britische Volk seit Jahrhunderten zu vegetieren gezwungen ist.
Hier sprechen die Tatsachen über die sozialen Zustände in einem Lande, dessen Machthaber in einer nur in England gedeihenden Scheinheiligkeit und Heuchelei die Wett von der deutschen Knechtschaft und Barbarei befreien wollen.
Unter der Fülle der Veröffentlichungen fällt besonders das Kapitel über die wirtschaftliche und soziale „Demokratie" ins Auge. Nüchterne Zahlen enthüllen hier den unvorstellbaren Gegensatz zwischen Arm und Reich, der im reichsten Lande der Wett herrscht. So geht aus einem Bericht der gewiß unverdächtigen Westminster-Bank vom September 1937, der auf den Untersuchunyen ber englischen Professoren Daniels unb Lampion aufbaut, hervor, daß in den Jahren 1924 bis 1930 76 v. H. der britischen Bevölkerung über 25 Jahre weniger als 100 Pfund (gleich 2000 RM.) besaßen und daß ihre Erfvarnisse weniger als 3,2 v. H. des gesamten Volksvermögens ausmachten. Nur 1 v. H. der Bevölkerung besaß dagegen mehr als 10 000 Pfund. Aber diesem einen Prozent gehörten 57,7 v.H. des Volks- vermögens. Das britische Volk ist somit prak- ttsch von dem Volkswohlstand ausgeschlossen. Die gewaltigen Einkünfte aus dem 'ungeheuren Reichtum des riesigen Empires fließen in die Taschen einer hauchdünnen Schicht von Plutokraten.
Daß dieselbe Herrenkaste das Volk aber nicht nur wirtschaftlich ausbeutet, sondern auch politisch unumschränkt beherrscht, wirb an anderer Stelle überzeugend nachgewiesen. Neben dem vorsintflutlichen Klassenparlament des Oberhauses steht das angeblich demokratische Unterhaus. Aber auch dort haben die Wohlhabenden und höheren Gesellschaftsschichten eine überwältigende Mehrheit, die sie rücksichtslos zur Durchsetzung ihrer egoistischen Jnter- essenpolftik mißbrauchen.
Auch in gesellschaftlicher Hinsicht klafft zwischen den rund 600 Familien der besitzenden Oberschicht unb dem arbeitenden Volk ein Abgrund. In einem Lande, wo Armut als Schande angesehen wird, trennen Wetten den reichen Müßiggänger, der sein Leben auf Reisen, mit Sport, Jagd und anderen Vergnügungen verbringt, von dem unglückseligen Bewohner der Slums unb Elendsgebiete. Wenn eine vornehme englische Dame x. B. 500 Pfund im Jahre zu ihrem Friseur trägt, so müssen anderseits aanze Familien von einem Bruchteil dieser Summe leben, zusammengepfercht in feuchten, von Ungeziefer wimmelnden Kellerlöchern, für die obendrein unverhältnismäßig hohe Mieten zu zahlen sind. Die verheerenden Folgen für die Gesundheit besonders ber Heranwachsenden Generation blieben denn auch nicht aus. Die Untersuchung von 1638 fünfjährigen Jungen am Stadtrande von London ergab, daß 8 5 v. H. an Rachitis, die nicht ohne Grund
Stockholm, 31. Juli. (Europapreß.) Mit 200 aegen 109 (Stimmen wurde am Dienstag im Unterhaus beschlossen, eine Geheimsitzung ab zuhatten, in der alle außenpolitischen Fragen behandelt werden. Die englische Presse hatte in den letzten Tagen wiederholt eine öffentliche Sitzung gefordert und die Methode der geheimen Sitzungen als „nicht englisch" bezeichnet, zumal sich England im Krieg befinde. Es handelt sich bei ber neuen Geheimsitzung um bie fünfte, während Engi and im Weltkrieg insgesamt nur sieben Geheimsitzungen des Unterhauses einberufen hatte.
Der Sturm der Empörung richtet sich vor allem gegen den unfähigen Jnformationsminister Duff Cooper. Mehrere oppositionelle Unterhausabge- ordnete kündigten an, daß sie Duff Cooper in Fragen interpellieren würden, deren Beantwortung ber Minister bisher immer zu vermeiden vermochte. Anlaß zu dieser Aktion ist bie Versenkung bes eng» lifdjen Truppentransporters „ß a n c a ft r i a" durch deutsche Bombenflugzeuge. Bei ber Versenkung fanden mehrere hundert Mann des britischen Expeditionskorps den Tod. Der Verlust des Dampfers wurde von Duff Cooper unterdrückt, erst nach vier Wochen erfuhr die englische Öffentlichkeit auf dem Umwege über Amerika davon. Die Unterhaus» Opposition forderte eine Untersuchung und bie Presse richtete die schärfsten Angriffe gegen den Informa- tionsminifter. Auch die „Moraluntersuchung" wirb als Beweis für bie Unfähigkeit Duff Coopers herangezogen, ber „Daily Herold" prägt das Wort von den „Cooper-Schnüfflern". Das Blatt schreibt: „Wann wirb Duff Cooper eigentlich begreifen, baß bas Privatleben ber Engländer ihn überhaupt nichts angeht unb baß die dilettantische Art und Weise, mit ber das Jnformationsministerium sich in alle Dinge einmischt, jetzt das Maß bes Erträglichen überschritten hat?"
Die heftige Kritik ber Öffentlichkeit wendet sich auch gegen die ungenügende Sachkenntnis unb organisatorische Unfähigkeit bes Kriegsministers Eden. Eden mußte ein Komitee ein setzen, das den vollständigen Umbau seines Ministeriums in die Wege leiten soll. Man fürchtet, daß es im Ernstfall unmöglich sein wird, bie für englische Verhältnisse große Armee zu dirigieren, wenn der seit langem erwartete deutsche Angriff einsetzt. Militärische Sachkenner werfen dem Ministerium vor, es brüste
englische Krankheit heißt, erkrankt waren. In noch ärmeren Gegenden waren es sogar über 9 0 v. H.
Es würde zu weit führen, wollte man all das Material auffuhren, das — dokumentarisch belegt — von der himmelschreienden Not der Arbeitslosen, dem hoffnungslosen Kampf gegen Wohnungselend, Trur "sucht und Verbrechen berichtet. Man kann blick i wohin man will, auf die Bergwerksbezirke do,. Südwales, wo der Großkapitalismus von drei Menschen einen zur dauernden Arbeitslosigkeit verurteilt hat, oder nach dem schottischen Hochland, wo die Herzogin von Sutherland nahezu 32 000 Hektar ertragfähigen Boden in 29 riesige Schafzucht- betriebe verwandelte und damit 15 000 Hochlandschotten aus ihrer Heimat vertrieb. Alle diese Dokumente, die man nur mit tiefster Erschütterung lesen kann, formen sich zu einer ungeheuren Anklage gegen ein durch unb durch verfaultes System, das jetzt unter den Schlägen ber jungen Nationen seinem schon längst fälligen Zusammenbruch entgegengeht.
Churchill wollte den Krieg.
Genf, 30.Juli. (DNB.) Die Action 5 ran- 5 aise bringt unter der Ueberfchrift „Wie Winston Churchill den Krieg vorbereitete" die Schilderung eines Journalisten Paul Barlatier über die Intrigen Churchills zur Entfesselung des Krieges. Barlatter berichtet:
Im Januar 1939 befanden sich Winston Churchill und der damalige polnische Minister des Auswär-
Oer soziale Bankrott der britischen Demokratie
Ein Ooknmentenwerk klagt an..
Mohnblüten leuchten wie freudige Herzen. Die blauen Kornblumen lachen wie treue, einfältige Dorfmädchenaugen. Kamillenduft wirbelt unb der süßsinnliche Hauch ber Quendelblüte. Die Grillen wispern. Der Wind flüstert sein leises Harfenlied. Sonnenglanzruhe steht traumhaft über den Feldern.
Eine uralte Aufgabe steht im Kornfeld vor uns. Die Fäuste und Willenskräfte zahlloser Menschen haben sich seit je um diese Aufgabe geregt. Schon durch die aeschichtslose Dämmerung entrücktester Vorzeiten zieht der Pflug. Unsere Schwertfiege, unsere Gedankensiege, schreiben sich aus viel jüngeren Tagen her. Die Bauernhand ist wie mit der Ewigkeitsrune gezeichnet. Der Kornbauer steht draußen am fernsten Saum alles Erdengeschehens. Unbekümmert um allen Wandel schritt er mit säender, pflügender Hand einher. In die fernste Zukunft schreitet er hinein mit festen, blanken Augen, mit unverbrüchlichem Vertrauen. Sein Acker wird immer sein! Das Brot wird niemals vergehen!
Keine Zeit, kein Schicksal hat ihn zu überwinden vermocht. Todesstürme sind über das Land gegangen, tausend und aber tausend Menschenwerke haben sie hinweggefegt. Aber bestehen blieb das Zähe, lebendige Bauerntum. Nicht ber Hunne, nicht Der Magyar, der Hussit nicht, unb nicht der Schweb', der Korse nicht, und nicht der Verrat haben das Korn ertöten können. Halmvölker und Halmvölker stehen immer und immer wieder da, schießen empor aus der deutschen Erde.
Und das Kornfeld meint: Gute Samenkörner sollten wir sein, ein jedes in seinem Heimatgrund. Unsere Liebe, unsere Kraft, sollte unserem Lande unb unseren Kindern gehören. Und den Bauern, den schlichten, sollten wir lassen, wie er ist. Mit der Unrast unserer Städte sollten wir ihn so viel wie möglich verschonen. Ihn nicht irre machen an der Welt und an sich selbst. Das Korn und der Bauer seien eine ehrwürdige, ewige Sache. Und je mehr Hände sich um die Scholle unb des Brotes Wachsen bemühten, um so besser sei es für das ganze Volk. Denn wessen Leben auch nur mit einem aanz einzigen Würzlein hineingegriffen hat in die liebe Erde, der kann im Herzen nie ganz verarmen. Und ber Heimat kann er nie vergessen.
Und das alles sagt, dir das liebe Korn. Liege hin an einen halmwogenden Feld er säum, heute oder morgen, unb bu wirst viel Weisheit erlauschen.


