und Gaststätten in voller Höhe wettergegeben wer- den. Die Preisregelung bezweckt, jede durch die Veränderung des Stammwürzegehatts bedingte Er- sparnis bei den Brauereien in voller Höhe dem s^rbraucher zugutekommen zu lassen.
Wirtschaft.
Buderus'sche Eisenwerke, Wehlar.
Fwd. Frankfurt a. M., 30. Mai. Die oHD. der Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar, in der 17,24 Mill. RM., davon 1,62 Mill. RM. Eigenbesitz, vertreten waren, nahm den bekannten Abschluß für 1939 zustimmend zur Kenntnis und setzte die Dividende auf 5,5 (5) v. H. für 26,0 Mill. RM. Aktienkapital fest. Ferner genehmigte die HD. die Begebung der in der Bilanz mit einem Merkposten von 3,93 Mill. RM. aktivierten aus einer seinerzeitigen Transaktion stammenden 4,31 Mill. RM. Vorzugsaktien, die, wie schon mitgetellt, im Februar d. I. von einem Bankenkonsortium unter Führung der Commerzbank-AG. in dessen Kundschaftskreisen untergebracht worden waren. Hierzu wurde vom AR.- Vorsitzer, Staatsrat Friedrich Reinhart, Berlin, ausgeführt, daß die VA. damals als Vorbeugung gegen eine Ueberfremdungsgefahr, die jetzt nicht mehr vorhanden fei, geschaffen wurden, und nunmehr zur Erfüllung neuer Aufgaben der Gesellschaft sowie zur Notwendigkeit der Bettiebsmittelverstär- kung verkauft worden seien, lieber den Geschäftsgang im laufenden Jahre teilte die Verwaltung mit, daß die ersten Monate weitgehend unter den Schwierigkeiten des Winters gelitten hätten. Im Monat April habe sich der Versand gebessert, so daß ein Teil der Rückstände wieder aufgeholt werden konnte, lieber den weiteren Verlauf könne heute naturgemäß noch nichts gesagt werden. Drei satzungsaemäß ausscheidende AR.-Mitglieder wurden wieoergewählt.
3. S.-Oividende unverändert 8 Prozent
Frankfurt a. M., 30. Mai. Die Verwaltung der IG. Farbenindustrie AG. Frankfurt a. M. hat in ihren Sitzungen am 29. und 30. Mai 1940 beschlossen, der auf den 21. Juni nach Frankfurt a. M. einzuberufenden Hauptversammlung aus einem Reingewinn von 56 071 (55,18) Millionen RM. eine Dividende von wieder 8 v. H. auf das Stamm- akttenkapital von 691 (680) Millionen RM. vorzuschlagen und Abschreibungen auf Anlagewerte in Höhe von 171,238 (135,72) Millionen RM. vorzu- nehmen.
• Wieder6v. H. Dividende bei Brown, Sonett & C i e AG. Mannheim. Der Aufsichtsrat beschloß in seiner Bilanzsitzung, der für den 28. Juni einzuberufenden Hauptversammlung für 1939 die Ausschüttung einer Dividende von wiederum 6 v. H. auf das im Vorjahr von 12 auf 24 Millionen RM. erhöhte Akttenkapital oorzu- schlagen. Der abermals gestiegene Geschäftsgang ermöglichte wie im Vorjahre die Vornahme ausreichender Abschreibungen und Rückstellungen (i. D. rund 3,95 Millionen RM. Abschreibungen, 0,48 Millionen RM. Zuweisung an gesetzliche Rücklage, 0,75 Millionen RM. an Pensionsrücklage bei einem Reingewinn von 2,21 Millionen RM.).
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 31. Mai. Der Hauptmarkt für Großvieh und der Nebenmarkt für Kälber und Schweine nahm bei ausreichender Beschickung einen lebhaften Verlauf. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Ochsen 36 bis 46,5, Bullen 35 bis 44, Kühe 20 bis 44, Färsen 28 bis 45, Kälber 25 bis 65, Hümmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44 und Schweine 50 bis 56 Pfennige । je Pfund Lebendgewicht.
SJ.Jport
Guter Veginll des Gemeinschaststramiugs der Leichtathleten.
Unter Leituna des Fachamtes Leichtathletik begannen jetzt auf dem Sportplatz des VfB.-Reichs- bahn Gießen die gemeinschaftlichen Trainingsabende der Leichtathleten. Die Beteiligung war für den Anfang mit 52 Teilnehmern zufriedenstellend. Nach Durchführung eines kurzen Allgemeintrainings, getrennt nach Männern und Frauen, wurden Wettkämpfe zur Feststellung der Leistungsfähigkeit der einzelnen Teilnehmer bei den Männern und der HI. im 100-Meter-Lauf, im Weitsprung, im Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen, bei den Frauen und Mädchen im 75-Meter°Lauf, im Weitsprung und im Hochsprung durchgeführt. Dabei konnte die erfreuliche Feststellung gemacht werden, daß gerade bei denen, die seither in der Leichtathletik nicht tätig waren und die insbesondere von diesem Gemeinschaftstraining erfaßt werden sollten, gute Veranlagungen vorhanden sind.
Die guten Leistungen von Dr. Luh im Kugel- stoßen mit 14,40 Meter und im Diskuswerfen mit 40,40 Meter werden allen Ansporn zu intensivem Training sein. Mit der Leistung von 14,40 Meter im Kugelstoßen steht Dr. Luh jetzt in der kürzlich veröffentlichten Bestenliste zusammen mit dem Olympiasieger Gerhard S t ö ch (Berlin) hinter Artur Lampert (München) an 2. Stelle. Für den Beginn der Leichtathletiksaison ist die Leistung also recht gut und für die weitere Entwicklung vielversprechend. Das Fachamt Leichtathletik wird beim Bereichssachamt in Kassel anstreben, daß in Kürze ein Spezialwettkampf aller guten Werfer und Stoßer des Gaues Hessen, verbunden mit einigen Rahmenkämpfen, hier in Gießen zur Durchführung kommt. Es sei auch an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, daß die Trainingsabende an jedem Mittwoch statt- finden. Infolge der guten Beteiligung der Frauen und Mädchen wird deren Trainingsabend zur besseren Arbeitsleistung im Training auf den Dienstag abeBd verlegt. Männer und HI. weiterhin Mittwochs.
Einige Ergebnisse.
100 Meter, HI.: 1. Lauf: 1. Erich Hochste-in, Sportgem. Großen-Bufeck, 11,7 Sek.; 2. Wagenbach, Sportgem. Großen-Bufeck, 13,2; 3. Kreiling, Tv. Wiefeck, 13,3; 4. Krengel, Spvgg. 1900, 13,5 Sekunden.
2. Lauft 1. Deutsch (ohne Verein), 12,5; 2. Wehrum, Sportgem. Großen-Buseck, 12,8; 3. Boll (ohne Verein), 12,8; 4. Sommerfeld (ohne Verein), 12,9 Sekunden.
Weitsprung: 1. Hochstein, Großen-Buseck, 6,24; 2. Schwarz, DfB.-R., 5,40; 3. Boll (ohne Verein), 5,33 Meter.
Männer, Diskus: 1. Dr. Luh, DW-R., 40,40; 2. Himmelmann, 1900, 27,88; 3. Deuker, Sportg. Steinbach, 24,90 Meter.
Kugel: 1. Dr. Luh, VfB.°R., 14,40; 2. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, 12,08 Meter; 3. Deuker, Steinbach, 10,34 Meter.
Hochsprung, B D M.: 1. L. Krausch, Mtv., 1,25; 2. G. Huske, Mtv., 1,25; 3. M. Flörke, BDM., 1,20; 4. L. Klieve, BDM., 1,20 Meter. -4-.
Kriegsmeisterschastsspiele der 1. Klaffe
Ehringshausen — 1900 Gießen
Sportfreunde Wehlar — Steinberg
Die Blauweißen fahren nach Ehringshausen. Eine Bewertung der beiden Mannschaften kann nicht erfolgten, der Spielausgang ist daher ungewiß.
Die Teutonen von Watzenborn find bei den Sportfreunden in Wetzlar Gast. Es dürfte den Watzenborn-Steinbergern nicht chwer fallen, das Spiel für sich zu entscheiden._______________________
Keine Spur von Hauck.
Roman von Lhatlotte Kaufmann.
4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
Die Bettina war verliebt in den Lehrer von 2)3= rup. Manchmal haßte sie sich selbst deshalb. Aber das war einfach so über sie gekommen, sie wußte selbst nicht wie. Zuerst war sie nur ganz mütterlich, besorgt um diesen einsamen Menschen, der so ohne Verwandte und Bekannte in dieses kleine Dorf gezogen war, um sich der Kinder anzunehmen. Sie hatte alles getan, um es ihm gemütlich zu machen. Aber jetzt, während er in den Sommerferien verreist und in seiner Heimat gewesen war, da hatte sie es ganz deutlich gemerkt, daß sie sich in ihn verliebt hatte.
Nicht, daß sie Karsten Huith etwas davon merken ließ. Gott bewahre! Aber nachsehen durfte sie ihm wohl, wenn er über die Dorfstraße ging oder des Abends im Garten des Schulhauses langsam die Blumen- und Gemüsebeete entlangschlenderte, die sie dort für ihn angelegt hatte.
Die Bettina seufzte. Sie war Witwe und außerdem sechsundreißig Jahre alt. Die Jahre vergingen so, man merkte es gar nicht. Sechsundreißig Jahre! Sie fühlte sich nicht alt. Aber sie wußte natürlich, daß Karsten Hufth sie nie anders ansehen würde, als wie eben ein Lehrer seine Haushälterin ansah, auch wenn sie noch so schöne und saubere Schürzen trug. Nie würde er merken, daß sie blondes, krauses Haar hätte und weiße Haut mit rosiaen Wangen. Daß sie fest und doch schlank gewachsen war und gesunde Zähne hatte. Nie würde er sehen, daß ihre Augen lachten, so oft er mit ihr sprach, und nie würde er wissen, daß sie an ihn dachte, Tag und Nacht. Er war immer weit weg mit seinen Gedanken. —
Die Dämmerung fiel hernieder auf den kleinen Ort Dörup. Aus den Häusern kamen die Kinder, barfuß und mit kleinen Notenbüchlein in der Hand. Heute abend war Liederftunde in der Schule, und danach würde ihnen das schlanke Fräulein Hauck etwas erzählen. Denn heute war der erste Tag nach den Sommerferien, an dem die schmale Hilfslehrerin wieder Stunde hielt, und da pflegte sie immer die
Geschichte zu erzählen. Das nächstemal aber sollten sie dann anfangen zu lernen, wie man Löffel und Gabeln schnitzt.
Der Dust der Linden war aufdringlich und süß. Karsten Huith, der am Zaun feines Garten stand, mit aufgestützten Armen, zog die Nase ein klein wenig kraus. Er blickte die Straße hinunter, auf der dicker weißer Staub lag. Zwei Wagenfurchen liefen den Rain entlang, kleine Abdrücke von Kinderfüßen waren zu fehen, und dort lag ein Büschel Gras, vermischt mit welken Blumen, das irgendein Bauernfuhrwerk verloren haben mochte, lieber diese Straße mußte Sibylle Hauck kommen.
Sibylle Hauck!
Damals, als sie das Unglück mit ihrem Mann traf, hatte er sich das erstemal ihrer angenommen. Er war herumgelaufen, bis man ihr die kleine Aushilfsstelle an der Schule gab, er war zu den Behörden gerannt und hatte mit der Polizei verhandelt. Er hatte sie getröftet so gut er es in seiner etwas schüchternen Art konnte. Sie war ihm so rührend erschienen in all ihrem hilflosen Kummer, in jener Zeit.
Damals sprach man in Dörup und Stein von nichts anderem als von dem verschwundenen Kunstmaler Detlef Hauck. Es war auch zu merkwürdig. Ganz plötzlich an einem Sonntagmorgen war er vom Strand aus in fein Haus gegangen, und seitdem war er verschwunden. Die einen sagten: ein Unglücksfall. Vielleicht ist er ins Meer geraten und ertrunken. Die anderen sagten: er ist eben auf und davon. Er hatte doch Schulden Überall und kein Geld und keine Aussicht, etwas zu bekommen. Und verrückt war er immer schon ein wenig gewesen.
Sibylle, die Frau, schien das letztere zu glauben, wenn auch nicht so grob und derb wie die Leute es aussprechen. An Geld und Schulden dachte sie gewiß nicht. Aber sie schien überzeugt davon zu sein, daß ihr Mann noch lebte, und daß er wiederkommen würde — irgendwann. Doch sprach sie schon seit zwei Jahren nicht mehr b-aniber.
Sie schien so zerbrechlich, wenn man sie ansah, und sie war doch so stark.
Die Dämmerung kam langsam und still über die Dorfstraße herein. Der Staub auf den Gräsern des Gartens wurde dünn und zart wie Patina auf Kupfer. Das Plätschern des Brunnens drang durch die Stille, fern und schwermütig. Karsten
tf
großen Ansprüchen gerecht zu Zweifel durch die Verschärfung Westen erwachsen werden.
LlrlaubSgewährung an Einberufene.
entbunden werden.
Vermißte - wiedergefunden durch das DRK
Oie Betreuungspraxis für unsere Kriegsgefangenen.
alle deutschen Kriegsgefangenen zweimal mo. natlich Tabakfen düngen, die das Reichs. wirtschastsministerium für das DRK. freigibt.
Alle Anfragen und Anfchristen werden in der Stelle des Sonderbeauftragten karteimäßig erfaßt: und aktenmäßig bearbeitet. So kann über jebtn Mann, dessen Name einmal in Verbindung mit dieser Arbeit ausgenommen wurde, sofort und jeder, zeit Auskunft gegeben werden, sofern er als lebeich festgestellt wurde. Eine Unsumme von mühsamer Kleinarbeit aber ist oft nötia, um überhaupt eint Spur der Vermißen aufzufinden und dann xu Der. folgen. Wie lohnend die Arbeit jedoch ist, hat der Polenfeldzug zur Genüge bewiesen, zum Beispiel bei der notwendigen Wiederzusammenführung zahl, reicher, durch die Ereignisse des Krieges ausein. andergerissener volksdeutscher Familien.
Obgleich die Arbeit des Sonderbeauftragten zunr größten Teil von ehrenamtlichen Kräften bewältigt wird, machen die Nachforschungen naturgemäß oft große Kosten. Auch diese müssen neben der ae. wattigen Betreuungsarbeit an unseren Verwunde, ten bestritten werden. Jeder von uns hat Ange, hörige im Felde und konnte einmal in die Lagt kommen, sie vermißt oder in Feindesland zu wis. fen. Dann würde auch er die unentgeltliche Beratung und Hilfe des DRK. in Anspruch nehmen, wollen. Denken wir daran, wenn wir out
Hungen L — Grüningen L
Vor einer kaum zu lösenden Aufgabe steht Grii. nlngen. Die Mannschaft muß in Hungen zum. Punktkampf antreten. Nachdem die Platzherren anu Sonntag gezeigt haben, was in ihnen steckt, bürgten die Gäste um eine Niederlage nicht herum- kommen.
Spielansehungen der 2. Klaffe.
9.6.: ©rüntngen — Garbenteich; Heuchelheim — Steinbach; VfB.-Reichbahn II. — Großen-Bufeck: Klein-Linden — Hungen.
16. 6.: Garbenteich — VfB -Reichsbahn II.; Steinbach — Grüningen; Hungen — Heuchelheim.
23.6.: VfB.-Reichsbahn II. — Klein-Linden; Heuchelheim — Garbenteich; Grüningen — Hungen: Großen-Bufeck — Steinbach.
30.6.: Klein-Linden — Heuchelheim; VfB.,Reichsbahn II. — Grüningen; Großen-Bufeck — Hungen: Steinbach — Garbenteich.
7.7.: Heuchelheim — VfB -Reichsbahn ü.; Hungen — Steinbach; Garbenteich — Großen-Bufeck: Grüningen — Klein-Linden.
14.7.: Grüningen — VfB.-Reichsdahn II.; Heuchelheim — Großen-Bufeck; Hungen — Garbenteich.
21.7.: Grüningen — Steinbach; Hungen — VfB- Reichsbahn II.; Garbenteich — Heuchelheim.
Bei dem starken Einsatz unserer Luftwaffe als Wegbereiterin unserer Infanterie, und bei ihrer Verwendung zur Vernichtung der rückwärtigen Verbindungen Des Feindes ist es xumeilen unvermeidlich, Flugzeuge, die vom Feindflug nicht in ihren Heimathafen zurückkehren, als vermißt zu melden. Falls ihre Besatzungen in Gefangenschaft geraten, müffen wir uns oft viele Wochen gedulden, bis uns das Rote Kreuz eines Tages mitteilt, daß über die Wehrmachtsauskunftsstelle Kunde von einem vermißt Gemeldeten gekommen ist. Diese Hilfeleistung wird praktisch ermöglicht durch das „Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen", das am 27.7.1929 zwischen 60 Staaten gleichzeitig mit der Genfer Konvention über den Schutz der Verwundeten und Erkrankten der Heere im Felde in Gens abgeschlosfen und von der Reichsregierung 1934 ratifiziert wurde.
In Genf, wo das Internationale Komitee vom Roten Kreuz feinen Sitz hat, ist eine Zentralauskunftsstelle errichtet worden, und über diese tauschen alle kriegführenden Staaten ihre Nachrichten über die Vermißten und Gefangenen aus. Zur Zeit dauert es etwa drei Wochen, bis eine Nachricht über Gefangene oder Auffindung von Vermißten der Gegenseite zu uns gelangt. Sobald die Nachricht bei unserer Wehrmachtsauskunftsstelle eingegangen ist, erhalten die Angehörigen auch vom Deutschen Roten Kreuz Nachricht und Anschrift des Soldaten und können nun gewöhnlich sofort mit ihm in Verbindung treten. Das geschieht ebenfalls über das Rote Kreuz. Vom Roten Kreuz erfährt man die Lageranschrift des Gefangenen, das Lazarett, wenn er verwundet wurde und die Bestimmungen, die der Feindstaat für den Postverkehr und die sonstige Versorgung seitens der Heimat erlassen hat.
Das Rote Kreuz hat für alles vorgesorgt. Wollen wir Lebensrnittel an den Gefangenen senden, dann tun wir gut, uns der Typenpatete zu bedienen, die wir gegen Entgelt fix und fertig beim DRK. bestellen können und die entweder Tabakwaren, Süßigkeiten oder Seife unb Reinigungsmittel enthalten. Da bei uns diese Dinge bewirtschaftet sind, können wir über das Rote Kreuz dies leichter beschaffen, als wenn wir es uns von den Lebensmittelkarten abfparen müßten.
Auch für das geistige Wochl forat die Stelle des Sonderbeauftragten. Das DRK. hat die gegnerischen Kriegsgefangenenlager mit Lagerbüchereien, Musikinstrumenten und Sportgeräten ausge- ftattet, aber es ist darüber hinaus felbftverftändlick auch möglich, dem einzelnen Gefangenen noch Bücher und Instrumente zu schicken. Allerdings suche man Bücher niemals ohne den Rat des DRK. aus, da ganz bestimmte Vorschriften an den Der- fand von Lektüre geknüpft sind. Uebrigens erhalten
Kriegsmeisterschastsspiele der 2. Klaffe
Großen-Bufeck L — Heuchelheim L
Der Tabellenführer trifft zu Hause auf einen alten Rivalen, mit dem er schon manchen harten Strauß ausgefochten hat. Die Heuchelheimer waren es, die schon oft den Platzherren die Meisterschaft vor der Nase wegschnappten. Wenngleich die Gäste ihr erstes Spiel knapp verloren, so haben sie doch nichts von ihrer Gefährlichkeit eingebüßt. Die Platzherren tun gut daran, das Spiel sehr ernst zu nehmen.
Garbenleich L — Klein-Linden L
Garbenteich hat sich den zweiten Tabellenplatz erkämpft und empfängt die Mannschaft aus Klein- Linden zum Rückfpiel. Nachdem die Gäste im ersten Spiel unterlagen, haben sie durch ihren hohen Sieg vom Sonntag gezeigt, daß sie an Spielstärke gewonnen haben. Die Platzherren sind nicht mehr so stark wie xu Beginn der Serie, deshalb müssen sie sehr auf der Hut sein.
Steinbach I. — VfB -Reichsbahn II.
Die Grünweißen, denen bisher noch kein Sieg gelang, müssen nach Steinbach. Im Vorspiel siegte Steinbach mit einer starken Elf, die aber an Spiel- stärke verloren hat. Die Grünweißen können bestimmt mehr als der Tabellenstand besagt. Es wird Zeit, daß sich die Elf auf ihr wirkliches Können befinnt
Die Anträge der zum Wehrdienst einberufenet 1 Gefolgfchaftsmitglieder auf Freistellung von der Arbeit nach Erhalt des Geftellungsbe. f e h l s sind von den Betriebsführern unterfchichltH 1 behandelt worden. Der Reichsarbeitsminister ist: | der Anregung der Deutschen Arbeitsfront, einet einheitliche Regelung für diese Frage zu. treffen, gefolgt und hat bestimmt, daß die zum. Wehrdienst einberufenen Gefolgschaftsmitglieder: | zur Ordnung persönlich er und häur« l i ch e r Angelegenheiten in der Regel einen; oder einige Tage Freizeit vor dem (Seftettungstagj benötigen. Sie werde von den Betriebsführern nicht: versagt werden können, wenn das Gefolgschaftsmit- | glied einen entsprechenden Eintrag rechtzeitig stelle. Einberufene, die ihren Gestellungsbefehl kurzfristig; erhcftten, sollen auf Antrag von Arbeit baldigst; entbunden werden.
kommenden Sonntag wieder besteuern zum Kriegs. Hilfswerk und legen wir noch ein Extrafcherfleiu. auf unsere Gabe, um für diese Arbeit die Grunin ' । lagen schaffen zu helfen, damtt sie imstande ist, den.
—ofjen Ansprüchen gerecht zu werden, die ohm ! c—3 der Kampftage int , Dr. Buresch.
Huith spielte mit einem Brocken Moos, den er vom verwitterten Zaun gerissen hatte.
Nun würde sie bald kommen. Er hatte sie lqnge nicht mehr gesehen. Den ganzen Sommer nicht, schien es ihm. Aber er hatte immer an sie gedacht, als er in feiner Heimat war. Immer.
Sibylle Hauck kam mit dem Rad. Der richtige Weg führte von ihrem Dünenhaus nach Stein und von Stein aus auf der Landstraße nach Dörup. Aber das war zu weit. Diel näher war der Weg den Rain entlang, zwischen den Aeckern hindurch quer von den Dünen herüber nach Dörup. Man chnitt ein gutes Stück ab. Aber es war schlecht zu ähren auf den schmalen Grasnarben, die sich zwi- chen den Aeckern hindurchschlängelten und auf denen Jahr und Tag kein Mensch ging außer denen, die gerade hier auf den Feldern zu arbeiten hatten.
Sie war daran und etwas außer Atem, als sie vor dem Schulhaus absprang. Das Rad war weiß von Staub, und ihre Schuhe schienen gepudert.
„Guten Tag, Fräulein Hauck", sagte der Lehrer Huith und gab ihr die Hand. Er sagte Fräulein zu ihr, wie die Kinder zu ihr sagten.
„Guten Abend, Huith", erwiderte sie, „ich bin zu spät gekommen, nicht wahr?" Sie lächelte. „Sie müssen entschuldigen. Der Weg war so schlecht heute. Wie geht es Ihnen?"
„Gut."
„Sie sehen ordentlich erholt aus. Die Ferien haben Ihnen gut getan. War es schön zu Hause?"
„Das war es. In der Heimat ist es immer schön. Und Sie? Was haben Sie getrieben in der langen Zeit? Was gibt es Neues?"
„Oh, nichts Neues." Sie zog ihre Hand zurück. „Gar nichts Neues."
„Haben Sie gearbeitet?"
„Nein. Ich muß gestehen, ich bin schrecklich faul gewesen. Aber gestern habe ich einen Auftrag bekommen. Martens aus der Wilhelminenftraße hat mir geschrieben. Ich soll ihm ein Plakat entwerfen."
„Das ist alles?"
„Ja, und vor vierzehn Tagen habe ich einen Segler aus dem Wasser gezogen. Aber Sie werden wohl viel zu erzählen haben."
Die Bettina stand hinter dem Fenster ihrer Kate und sah hinüber. Die Kinder sind längst alle drinnen, dachte sie ärgerlich und fast (aut, und nun stehen sie da und erzählen sich was.
Nachher, als die Stunde längst aus war, faß Sibylle am schweren eichenen Tisch irn Wohnzimmer des Lehrers von Dörup, um noch eine Taffe Kaffee zu trinken, ehe sie sich auf den langen Heimwez machte. Das tut sie jedesmal, wenn sie in Dörup war, zweimal in der Woche.
Huith erzählte von feiner Heimat. Ja, es war einmal Kirmes gewesen, und er hatte getanzt. E» war ihm auch einmal ein GedicA eingefallen bei einem Morgenspaziergang. Die Birken waren so silbrig gewesen. Aber er hatte es nicht ausgeschrieben. Wozu! Bei folchen Dingen kam er sich nachher immer lächerlich vor, und Sibylle war die einzige, zu der er überhaupt davon sprach. Wie es gewesen feit Oh, er hatte es vergessen. Und sie — sie hatte also wieder einmal jemand aus dem Wasser gezogen.
„Ja, einen aus der Stadt drin. Ingenieur ist et. Don den Scheffield-Werken."
„Solche Leute können wohl besser aufpassen", begnügte sich Huith zu erwidern. „Hat er sich benm wenigstens erkenntlich gezeigt?"
„Sie sind profitlich, Huith. Er wollte mir sogar eim Bild ab kaufen."
„Er wollte ..."
„Ich habe ihm keines verkauft."
« „Weshalb nicht?"
„Weil er nichts davon verstand. Er wollte eines kaufen aus lauter Verpflichtungsgefühl heraus." Sie lachte. „Aber er hat mir versprochen, mich einmal nach Hamburg mitzunehmen, wenn er dort zu tun hat. Ich möchte ja so gern wieder einmal ein gutes Konzert ober eine Oper hören."
„Das könnten Sie auch von mir hoben", brummle Huith, „aber mit mir wollen Sie ja nicht nach Hamburg fahren."
„Weil Sie kein Geld haben, Huith, unb ich hab« auch (eins."
„Darauf könnte ich schon einmal sparen."
„Nein. Das würbe doch keinen Spaß machen. Aber so ein Mann, dessen Eltern in der Esmarchstrahe ein ganzes chaus bewohnen unb der ein Auto be< sitzt — da schadet es nichts, wenn man einmal au' einem leeren Platz mitfährt."
„Ein junger Kerl gewesen, was?"
„Nein. So jung wohl nicht mehr. Er war älter als Sie. Wir haben auch das ganze Segelboot gt;‘ rettet Sie hatten »Wassilü so schön geteert."
(Fortsetzung folgt.)


