Lieber arbeitslos, als in den Tod fahren.
Schottische Hochseefischer sollen gegen deutsche Flieger bewaffnet werden.
Amsterdam, 30. Ian. (DNB.) Die britische Admiralität hat vor wenigen Tagen an eine Anzahl schottischer Fischer eine Einladung ergehen lassen, sich zu einer Besprechung „wegen der Wiederaufnahme des Fischereibetriebes" bei dem Ersten Lord der Admiralität einzufinden. Churchill erklärte den Fischern, daß er „nun in der Lage sei, ihnen wieder die Erlaubnis zu geben, ihre Fischgründe aufzusuchen". Auch das Ernährungsministerium haben den dringenden Wunsch, daß der Fischfang sobald als möglich wieder ausgenommen würde, da sich „eine immer größere Knappheit an Fischen in England bemerkbar mache". Nach dem Ausfall von Speck, Schinken und Eiern müsse die Ernährung des englischen Volkes hauptsächlich auf Fisch basieren.
Churchill gab den englischen Fischern den Rat, sich gegen etwaige deutsche Angriffe selbst zu schützen, da er nicht in der Lage sei, ihnen Kreuzer
oder Zerstörer als Schutz mitzugeben. Sie würden ganz vorzügliche Waffen erhalten. Allerdings müßten sie dafür — auch eine bestimmte Leistung übernehmen. Neben dem Fischfang wäre nämlich „die Abwehr deutscher Flieger und der Schutz der schottischen Küste vor feindlichen Angriffen" ihre Hauptaufgabe.
Als Churchill mit seinen Vorschlägen soweit gekommen war, erhoben die schottischen Hochseefischer lebhaften Protest. Sie erklärten, daß sie nicht dazu da seien, ihr Leben zu riskieren, um der britischen Kriegsmarine die Aufgaben abzunehmen, die ihr eigentlich zukämen. Sie würden es vorziehen, lieber arbeitslos zu sein, als sehenden Auges in den Tod zu fahren. Die Verhandlungen gestalteten sich nach dieser Erklärung der schottischen Fischer so schwierig, daß Winston Churchill sie vertagen mußte.
Londoner Sorgen im Spiegel der römischen presse.
Rom, 31. Januar. (Europapreß.) Die römische Presse stellt in ihren Londoner Berichten übereinstimmend fest, daß die feste Haltung der japanischen Regierung im „A s a m a - M a r u"- Fall in politischen Kreisen der englischen Hauptstadt größte Besorgnis a ufrgeil oft hat. Ferner habe der Entschluß der kanadischen Regierung, im jetzigen Augenblick Neuwahlen auszuschreiben, um festzustellen, ob die gegenwärtige Regierung noch das Vertrauen des Landes besitze, in London geradezu Beängstigung erweckt. Beunruhigt stelle man in London fest, daß diese Wahlen noch vor der Entsendung des er st en kanadischen H i l s s k o r p s von England nach Frankreich und vor der Einschiffung weiterer kanadischer Truppen nach England abgehalten werden sollten. Diese Vorgänge, so schreibt die italienische Presse weiter, hätten in London Zweifel an der Solid arität des Bündnisses zwischen Kanada' und dem Mutterland wachgerufen. Auch die Vorgänge in
Süd a fri ka hätten nicht zur Beruhigung der Londoner Neroen beigetragen. Die römische Presse berichtet, daß sich in Südafrika die Opposition zusammenschließe zu einer Aktion, die darauf hinziele, Südafrika eine größere Unnabhängig- keit von der englischen Krone zu verschaffen. Die Haltung eines großen Teiles der südafrikanischen öffentlichen Meinung, lasse schwere innere Kämpfe erwarten. Diese Entwicklung gebe der englischen Regierung allen Anlaß zu Besorgnissen.
Schließlich hebt „Lavoro Fascista" hervor, daß auch die i n n e r p o l i t i s ch e Lage der englischen Regierung Kopfschmerzen bereite. Die „Heilige Union", die sich im September vergangenen Jahres gebildet habe, weise einige Sprünge auf. Selbst in den Reihen der Konservativen mache sich Verstimmung wegen des Verhaltens der Regierung bemerkbar. „Lavoro Fascista" meint, es sei ziemlich sicher, daß Chamberlain in Kürze eine neue Umbildung feines Kabinetts vornehmen werde.
Römischer Rat an die Westmächte.
Rom, 31.Jan. (Europapreß.) Wenn wir heute gewissen Pressestimmen jenseits der Alpen einen Rat geben sollten, schreibt „Regime F a s c i st a", so müßte er lauten, soviel als nur irgendmöglich hinsichtlich von Ausführungen über die Kriegsziele der Westmächte größte Zurückhaltung sich aufzuerlegen. Die französische Zeitschrift „L'Auto" bricht eine Lanze zur Verteidigung Churchills wegen seiner berühmt gewordenen Rede, in der Churchill gesagt habe, den Neutralen drohe keine Gefahr von feiten Englands und Frankreichs. Aber die Kriegsziele Deutschlands seien der Weg noch In- dien, die Erdölquellen und der Suezkanal. Endlich spottet „Regime Fascista", wird es uns vollkommen klar, welche Beweggründe Italien und die Neutralen zum Eintritt in den Krieg — natürlich an der Seite der Westmächte — bestimmen müßten. Der Weg nach Indien, der Suezkonal und das Erdöl müssen f e st in der Hand der W e st Mächte bleiben. Die Herren von der Zeitschrift ,^L'Auto" verfügen über eine gute Dosis von Dummheit, oder ist es Unverschämtheit? Es liegt klar auf der Hand, daß Italien gerade aus den von ihnen angeführten Gründen sich vollkommen gegensätzlich einstellen muß. Wir sind der Ansicht, sagt „Regime Fascista", daß das Zeitalter der Besitzenden und Ent
erbten, der Aussauger und der Ausgesogenen vorüber ist und der Suezkanal keinen Herren haben darf.
An Anbiederungsversuchen läßt es die Presse der Westmächte nicht fehlen. Die neuesten dieser Sorte werden vom „Popolo d'Jtalia" angeprangert. „Italien ist ein Land, in dem die westliche Kultur blüht", rufe das „Journal" in einem Aufsatz aus, in dem es bemüht ist, wenn schon nicht die Sanktionen, so doch die allzu viel unterstrichenen a - m a i s" (Niemals!) Italien vergessen zu lassen, die die Begleitmusik zur Reise Daladiers nach Korsika gebildet haben. Aber dies ist nicht alles! Das Journal" zollt Herriot lebhaften Beifall, der bei einem dem Konsularkorps in Lyon gegebenen Diner ausgerufen habe, die Jahre der lateinischen Verbrüderung nicht vergessen zu können, und daß er vor lauter Begeisterung sich nicht mehr habe zurückhalten können: „Es lebe Italien!" auszurufen. — Habt ihr verstanden! sagt „Popolo d'Jtalia". Weil es sich in der Klemme sicht, jubelt ganz Frankreich Italien zu! Aber wir müssen uns wohl vor der Pest der Sentimentalitäten hüten. Doch keine Sorge. Wir sind bereits immun. Nun aber ist die Reihe an uns! Jetzt liegt es an uns zu antworten: Damals!"
dieser Welt nicht hoffen, nicht bitten und sich nicht zu Protesten herabwürdigen darf, sondern daß man auf dieser Wett in erster Linie f i ch selbst zu helfen hat. An Stelle des hoffens trat der Glaube an unser deutsches Volk und die
Mobilisierung seiner inneren Werte.
Es standen uns damals wenig reale Mittel zur Verfügung. Was wir als die Bausteine des neuen Reiches ansahen, waren aus unserem Willen erstens die Arbeitskraft unseres Volkes, zweitens feine Intelligenz und drittens, was unser Lebensraum, der eigene Boden uns bieten konnte. So begannen wir unsere Arbeit und erlebten nun den inneren deutschen Aufstieg. Er bedrohte die Welt nicht, er war eine rein innerdeutsche Reformarbeit. Und trotzdem hat er sofort den Haß der anderen hervorgerufen. Sie witterten den Wiederaufstieg des deutschen Volkes — und deshalb, weil wir das bemerkten, haben wir parallel mit diesem Wiederaufstieg sofort die Mobilisierung der deutschen Kraft vorgenommen. Sie kennen es ja — noch im Jahre 1933, noch in dem Jahre, in dem wir die Macht übernahmen, sah ich mich veranlaßt, unseren Austritt aus dem Völkerbund zu erklären und die Abrüstungskonferenz zu verlassen. Wir könnten vor diesem Forum kein Recht erhalten. 1934 begann die deutsche Aufrüstung in größtem Ausmaß. 1935 führte ich die allgemeine Wehrpflicht ein, 1936 ließ ich das Rheinland besetzen, 1937 begann der Vierjahresplan anzulaufen, 1938 wurden die Ostmark und das Sudetenland dem Reich eingegliedert und 1939 begannen wir das Reich abzuschirmen gegen jene Feinde, die sich unterdes bereits demaskiert hatten.
Zum Schuhe des Reiches sind die Maßnahmen des Jahres 1939 geschehen. Alles das häkle anders kommen können, wenn die andere Welt auch nur einen Funken von Verständnis für die deutschen Lebensnotwendigkeiten aufgebracht hätte. Man sagt fo oft, wir hätten das aushandeln sollen. Sie erinnern sich, meine Volksgenossen: habe ich nicht z. V. öfter als einmal die deutsche koloniale Forderung der Welt zum Aushandeln vorgelegl? (Lebhafte Zustimmung.) haben wir jemals eine Antwort darauf erhalten? (Stürmische Zurufe.) Außer einer brüsken Ablehnung, nur neue Anfeindungen! Im Augenblick der Wiederaufstehung des Reiches waren England und Frankreich in ihren führenden Schichten entfchloffen, den Kampf erneut aufzunehmen. Sie wollten es fo!
England hat feit 300 Jahren das Ziel verfolgt, eine wirkliche Konsolidierung Europas zu verhindern, genau so, wie Frankreich eine Konsolidierung Deutschlands seit vielen Jahrhunderten zu verhindern sich bemühte. Wenn heute ein Herr Chamberlain als Prediger auf tritt und seine frommen Kriegsziele der Mitwelt verkündet, dann kann ich nur sagen: Ihre eigene Geschichte widerlegt Sie, Mister Chamberlain! Seit 300 Jahren haben Ihre Staatsmänner beim Kriegsausbruch immer so geredet, wie Sie, Herr Chamberlain, heute reden. Sie haben immer nur für Gott und für die „Religion" gekämpft. Sie haben niemals ein „materielles Ziel" gehabt, aber gerade, weil die Engländer nie für ein materielles Ziel kämpften, hat der liebe Gott sie materiell so reich belohnt. (Stürmische Zustimmung.)
Daß England immer nur als „Sprecher der Wahrheit und der Gerechtigkeit", als der Vorkämpfer aller Tugenden auftrat, das hat Gott den Engländern nicht vergessen. Dafür sind sie reich gesegnet worden. Sie haben in dreihundert Jahren sich rund 40 Millionen Quadratkilometer Erdraum unterworfen, alles natürlich nicht etwa aus Egoismus, nicht etwa aus irgendeiner Lust an der Herrschaft oder am Reichtum und Genuß — nein, im Gegenteil, alles das nur im Auftrag Gottes und der Religion. (Stürmische Heiterkeit.)
Freilich, England wollte etwa nicht allein der ©ottesftreiter sein, es hat immer auch andere ein- geladen, an diesem edlen Kampf teilzunehmen. Es hat sich nicht einmal bemüht, immer die Hauptlast zu tragen. Für so gottwohlgefällige Werke kann man auch andere Leute als Mitkämpfer suchen. (Erneute Heiterkeit.) Das tun die Engländer auch heute. Und es hat sich das für sie reich bezahlt gemacht. 40 Millionen Quadratkilometer Eroberung, eine einzige Reihenfolge von Vergewaltigungen und Erpressungen, von tyrannischen Mißhandlungen, von Unterdrückung, von Ausplünderungen. Es gibt in Englands Geschichte Dinge, die wirklich in keinem anderen Staat und bei keinem anderen Volk denkbar gewesen wären. Man hat. für alles Kriege geführt. Man führte den Krieg, um seinen Handel zu erweitern, man führte Krieg, um andere zu zwingen, daß sie Opium rauchten, man führte Krieg, um Goldgruben zu gewinnen oder um die Herrschaft über Diamantengruben. Es waren immer materielle Ziele, allerdings stets edel und .deal verbrämt.
Auch der letzte Krieg wurde geführt nur für ideale Ziele. Daß man nebenbei noch die deutschen Kolonien eingesteckt hat, hat Gott, wieder so gewollt(!). (Große Heiterkeit und stürmischer Beifall.) Daß man unsere Flotte wegnahm, daß man die deutschen Auslandsguthaben kassierte, sind so Nebenerscheinungen in dem edlen „Streit für die heilige Religion".
Dena Herr Chamberlain heule mit der Bibel einhergeht und seine frommen Kriegsziele predigt, dann kommt mir das fo vor, als wenn sich der Teufel mit dem Gebetbuch einer armen Seele nähert. (Tosende Heiterkeit und brausender Beifall.) Und dabei ist das wirklich nicht mehr originell, das ist abgeschmackt, vor allem, das glaubt niemand mehr. Ich fürchte manchmal fast, er zweifelt selber an sich. (Erneute brausende Heiterkeit.) Außerdem: jedes Volk verbrennt sich nur einmal die Finger; einem Rattenfänger von Hameln sind nur einmal die Kinder nachgelaufen und einem Apostel internationaler Völkerverbrüderung auch nur einmal das deutsche Volk. (Brausender Beifall und stürmische Bravorufe.)
Da lob ich mir Mister Churchill (tosende Heiterkeit). Er spricht das offen aus, was der alte Mister Chamberlain nur im stillen denkt und hofft. (Erneut stürmische Heiterkeit.) Er sagt es: Unser Ziel ist die Auflösung, ist die Vernichtung Deutschlands. iLanganhaltende, stürmische Pfui, rufe.) Unser Ziel ist, wenn möglich, die Ausrot- tu n g desdeutschen Volkes. (Erneut brechen die Tausende in stürmische Pfuirufe aus, in denen die ganze Erbitterung des Volkes über diese Pläne zum Ausdruck kommt.) Diese Offenheit, glauben. Sie
mir, begrüße ich. Und auch französische Generale sprechen ganz offen aus, um was es geht. Ich glaube, daß wir uns so auch leichter verstehen. Warum denn immer mit verlogenen Phrasen kämpfen? Warum es nicht offen sagen? Es ist uns das so viel lieber.
Wir wissen ganz genau, welches Ziel sie haben, ob Herr Ehamberlain mit der Bibel geht oder nicht, ob er fromm tut oder nicht, ob er die Wahrheit sagt oder ob er lügt, wir wissen das Ziel, es ist das Deutschland von 1648, das ihnen vorschwebt, das aufgelöste und zerrissene Deutschland. (Minutenlange stürmische Pfuirufe.) Sie wissen genau, hier in diesem Mitteleuropa sitzen über 80 Millionen Deutsche, diese Menschen haben auch einen Lebensanspruch, ihnen gebührt auch ein Lebensanteil — und 300 Jahre lang sind sie darum betrogen worden.
Sie konnten nur betrogen werden, weil sie infolge ihrer Zerrissenheit das Gewicht ihrer Zahl nicht zur Geltung zu bringen vermochten. So leben heute 140 Menschen auf dem Qudratkilometer. Wenn diese Menschen eine Einheit bilden, dann sind sie eine Macht. Wenn sie zersplittert sind, dann sind sie wehrlos und ohnmächtig. In ihrer Geschlossenheit liegt aber außerdem noch ein moralisches Recht. Was bedeutet es, wenn 20, 30 oder 50 kleine Staaten protestieren oder Lebensrechte in Anspruch nehmen? Wer nimmt davon Notiz? Wenn 80 Millionen auftreten, dann ist das schon etwas anderes.
Daher die Abneigung gegen die staatliche Bildung Italiens, gegen die staatliche Einheit Deutsch- lands. Arn liebsten möchten sie oiefe Staaten wieder i n i h r e früheren einzelnen Bestand- teile a u f t ö f e n. Vor wenigen Tagen, da schrieb so ein Engländer: „Das ist es eben, die überstürzte Gründung des Kaiserreichs von einst, das war nicht richtig" — freilich, das war nicht richtig. Es war nicht richtig, daß diese 80 Millionen sich zusammen- fanden, um ihre Lebensrechte gemeinsam zu ver- treten. Es würde ihnen lieber fein, wenn diese Deutschen wieder unter 200 oder 300 oder 400 Fähnchen, wenn möglich unter 200 oder 300 oder 400 Dynastien kommen — hinter jedem Dynasten ein paar hunderttausend Menschen, die machtlos gegenüber der übrigen Welt sind. Dann könnten mir als Volk von Dichtem und Denkern weiterleben, so gut es eben geht. Der Dichter und Denker braucht außerdem nicht so viel Nahrung wie der Schwerstarbeiter. (Stürmische Heiterkeit.)
Das ist das Problem, das heute zur Diskussion steht! Immer gab es große Rationen, die im Laufe von Jahrhunderten infolge ihrer
Uneinigkeit um ihre Lebensanteile auf dieser Welt betrogen worden sind. Diese Rationen haben aber jetzt ihre Uneinigkeit überwunden. Sie sind heute als junge Volker in den Kreis der anderen eingetreten und erheben nun ihre Ansprüche. Ihnen gegenüber befinden sich die sogenannten Besitzenden. Diese Volker, die große Gebiete der Welt ohne jeden Sinn und Zweck einfach blockieren, die vor wenigen Jahrzehnten Deutschland ausraubten, stellen sich nun auf den Standpunkt der sogenannten besitzenden Klassen innerhalb der übrigen Volker.
Es wiederholt sich im großen in der Welt das, was wir ja auch innerhalb der Völker erlebten. Auch hier gab es wirtschaftliche Auffassungen und politische Meinungen, die dahin gingen, daß, wer hat, eben hat, und wer nicht hat, eben nicht hat, und daß es eiye gottgefällige Ordnung fei, daß der eine habe und der andere nichts besitze, und daß es immer fo bleiben müsse. Diesem gegenüber treten andere Kräfte auf. Einer schreibt einfach: Wir wollen zerstören! Wenn wir nichts besitzen, dann soll alles vernichtet werden. Diese nihilistische Kraft hat in Deutschland ändert- halb Jahrzehnte lang gewütet. Sie ist vom konstruktiven Nationalsozialismus überwunden worden. Er erkannte nun nicht das Bestehende an, sondern nahm eine Modifikation vor, eine Aende- rung in der Methode der Beseitigung dieses Zustandes, indem er sagt: „Wir wollen diesen Zustand ändern, indem wir die nichtbesitzenden Klassen langsam am nationalen Reichtum teilnehmen lassen und sie an dieser Teilnahme am Besitz erziehen. Keinesfalls aber kann einer, der besitzt, sich auf den Standpunkt stellen, daß er damit auch alles Recht besitzt, und der andere feines. Und so ähnlich ist es in der Welt:
Es geht nicht an, daß 46 Millionen Engländer 40 Millionen Quadratkilometer der Erde einfach blockieren und erklären: „Das ist uns vom lieben Gott gegeben. Wir haben vor 20 Jahren von Luch noch etwas dazu bekommen. Auch das ist jetzt unser Eigentum, und wir geben jetzt nichts mehr heraus." Und Frankreich? Mit seinem wirklich nicht sehr fruchtbaren Volkstum von knapp 80 Menschen auf den Quadratkilometer hat es selber über 9 Millionen Quadratkilometer Raum erobert. Deutschland dagegen mit über 80 Millionen hat noch nicht 600 000 Quadratkilometer. Das ist das Problem, das gelost werden muß und das genau so gelost werden wird, wie die anderen sozialen Fragen gelost werden. (Tosender Beifall.)
Und wir erleben heute im großen nur bat Schauspiel, das wir einst im Innern im kleinen Ausmaß auch erlebten, als der Nationalsozialismus im Interesse der Herstellung einer wirklich trag, baren Ordnung und einer wirklichen Gemeinschaft der Menschen seinen Kampf für die breite Masse unseres Volkes begann. Es wurde von dem damaligen liberalen und demokratischen, also besitzenden Kreisen und ihren Parteien versucht, den Na- tionalsozialismus zu zerschlagen. „Die Partei auflösen!", „Man muß sie verbieten!" das war ihr ewiger Schrei. Man sah in der Auflösung und im Verbot der Bewegung die Vernichtung der Kraft, die vielleicht eine Aenderung des bestehenden Zustandes würde herbeiführen können. Der Nationalsozialismus ist m it diesen Kräften fertig geworden, er ist geblieben, und er hat feine Neuordnung in Deutschland begonnen und weitergeführt. Heute schreit nun die besitzende andere Welt: „Man ' muß Deutschland auflösen". „Man myh diese 80 Millionen atomisieren!", „Man darf sie nicht in einem staatlich geschlossenen Gebilde lassen, dann nimmt man ihnen die Kraft, ihre Forderungen durchzusetzen!". Das ist das Ziel, das sich England und Frankreich in diesem Krieg gesetzt haben!
Demgegenüber ist unsere Antwort die gleiche, wie wir sie unseren inneren Gegnern einst gaben. Sie wissen, meine alten Parteigenossen, daß uns der Sieg im Jahre 1933 nicht geschenkt worden ist. Es war ein Kampf ohnegleichen, der fast 15 Jahre lang geführt werden mußte, ein beinahe aussichtsloser Kampf. Denn Sie müssen sich erinnern, daß wir ja nicht etwa plötzlich von der Vorsehung eine große Bewegung erhalten hatten. Mit einer Handvoll Menschen ist sie gegründet worden, und diese Menschen mußten sich mühselig ihre Position erst erkämpfen und bann erweitern. Aus einer Handvoll Menschen sind erst Hundert und dann Tausend und dann Zehntausend und Hunderttausend geworden, und endlich die erste Million, und dann wurde eine zweite Million daraus, eine dritte und eine vierte. So sind wir in einem dauernden Krieg gegen tausend Widerstände und Angriffe, Vergewaltigungen und Rechtsbruche gewachsen und sind in diesem Kampf stark geworden, innerlich stark. So ist in diesen fünfzehn Jahren die Macht errungen worden, nicht unverdient als Geschenk des Himmels, sondern als die Belohnung eines einmaligen zähen Ringens, eines tapferen Ausharrens im Kampf um die Macht (die Massen antworten mit brausenden Beifall dem Führer).
Als ich im Jahre 1933 diese Macht erhielt und dann mit der nationalsozialistischen Bewegung die Verantwortung für die deutsche Zukunft übernahm, da war mir klar, daß die Freiheit unseres Volkes nicht länger beschränkt werden dürfe. Es war mir weiter klar, daß der Kampf nicht feinen Abschluß gefunden hatte, sondern nur in einem großen Ausmaß erst recht beginnen würde. Denn vor uns stand nicht nur der Sieg der nationalsozialistischen Bewegung, sondern die Befreiung unseres deutschen Volkes! Das war unser Ziel! (Stürmischer Beifall und brausendes Händeklatschen.) Was ich seitdem geschaffen habe, ist ja alles nur ein Mittel zu diesem Zweck. Partei, Arbeitsfront, SA., ff, alle anderen Organisationen, die Wehrmacht, das Heer, die Luftwaffe und die Marine, sie sind ja nicht Selbstzweck, sie sind alle nur Mittel zum Zweck. Heber dem allen steht die Sicherung der Freiheit unseres deutschen Volkes! (Aufs neue stimmen die Massen im Sportpalast dem Führer begeistert zu.) Ich habe natürlich nach außen genau so wie im Innern versucht, durch Verhandeln, durch den Appell an die Vernunft die notwendigen unabdingbaren Forderungen durchzusetzen. Es ist mir nur auf einigen Gebieten und einige Male gelungen. Im Jahre 1938 aber mußte man erkennen, daß bei den gegnerischen Staaten die alten Hetzer des Weltkrieges wieder die Heberhand gewannen. Ich Hobe damals schon zu warnen angefangen, denn was soll man davon denken, wenn man sich erst in München zusammensetzt und ein Abkommen abschließt, dann nach London zurückkehrt und dort sofort zu Hetzen anfängt, dieses Abkommen als eine Schande bezeichnet, ja versichert, daß sich ein zweites Mal so etwas nicht mehr wiederholen darf. Mit anderen Worten, daß für die Zukunft eine freiwillige Verständigung überhaupt nicht mehr denkbar sein soll. (Stürmische Pfui-Ruse.)
Damals sind in den sogenannten Demokratien die Außenseiter aufgetreten. Ich habe sofort vor ihnen gewarnt. Denn es ist ja klar: Das deutsche Volk empfand keinen Haß, weder gegen das englische, noch das französische Volk. Das deutsche Volk wollte mit ihnen nur in Frieden und Freundschaft leben. Die Forderungen, die wir haben, tun diesen Völkern ja nicht weh, sie nehmen ihnen nichts. Das deutsche Volk ist daher auch nie zur Feindschaft gegen sie erzogen worden. Aber in England begannen nun gewisse Kreise mit einer impertinenten unerträglichen Hetze. Und da kam für mich der Augenblick, wo ich mir sagen mußte: Hier darf man nun nicht mehr zusehen. Denn eines Tages werden die Hetzer in London in der Regierung sein, dann werden sie ihre Pläne verwirklichen, und das deutsche Volk wird überhaupt nicht wissen, was geschehen ist. So gab ich den Befehl, nun das deutsche Volk über diese Hetze aufzuklären. Aber ich war von diesem Augenblick an auch entschlossen, die Verteidigung des Reiches so oder so sicherzustellen. 1939 haben dann die Westmächte die Maske endgültig fallen gelassen.
Sie haben Deutschland trotz aller unserer Versuche und unseres Entgegenkommens ihre Kriegserklärung geschickt. Sie geben es heute selbst ganz ungeniert zu: „Jawohl, Polen hätte wahrscheinlich eingelenkt, aber das wollten wir nicht." (Stürmische Psui-Rufe.) Sie geben heule zu, daß es möglich gewesen wäre, eine Verständigung herbeizuführen. Aber sie wollten den Krieg. Das haben mir einst die inneren Gegner auch gesagt. Ich habe ihnen die Hand gereicht. Aber sie haben sie zurückgestoßen. Sie schrien auch: Rein, nicht Versöhnung, nicht Verständigung, sondern Kampf! Gut, sie haben den Kampf bekommen! (Minutenlanger Beifall.) Und ich kann Frankreich und England nur sagen, auch sie werden den Kampf bekommen! (Brausender
Jubel.)
Die erste Phase dieses Kampfes war ehre Politische Aktion. Durch sie wurde uns zunächst der Rücken frei gemacht. Jahrelang hat Deutschland mit Italien eine gemeinsame Politik betrieben. Diese Politik hat sich bis jetzt nicht geändert. Die beiden Staaten sind eng befreundet. Ihre gemeinsamen Interessen sind auf den gleichen Nenner zu bringen. Im vergangenen Jahre habe ich nun versucht, England die Möglichkeit zu nch'


