Einzelbild herunterladen

Freitag, 2 ». November 1940

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen)

xr. 283 Zweiter Blatt

IM#

sm*

menrolle

San®

d Liehl

n

Sch^'

von

0.60 bf

iu

is' ?

nem Duventine mH Tasche, Aermeln und Gürtel aus hellgrünem Wollstoff, die mH kleinen Lederknöpfen doppelseitig geschlossen ist. Die b e i - den Blusen unten sind ebenfalls aus zweier­lei Stoff geschneidert, die obere aus wei­ßem und rotem Wollflanell, die untere aus dunkelblauem und weißem Wall- krepp. Beide haben lange chemdblufenär- mel und sind mit kleinen, farblich passen­den Knöpfen geschlossen."

Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes

Dem techn. Reichsbahn-Inspektor Karl Rau vom Bahnbetriebswerk Gießen wurde vom Führer das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse verliehen. Der Orden wurde ihm vom Vorstand des Reichsbahn-Maschi­nenamts Gießen, Reichsbahnrat Lieb, in würdiger Form überreicht.

Das Märchenhest des Gtadttheaters.

jungen reichen

schMl'^ bewährt

,811.1111^

Cirureilu» * lir M t !r. Hsrj Bt ii äiunnbri. et ffl. toBjf« e ter fyut Süwm»> <'

f schilp aus bote nb Schi!

kerki. P Üo>

Au den praktischen Vorschlägen unseres Mode- zeichners auf der gestrigen Sonderseite21 u s Dem Reich her Frau" wurde durch eine Ver­wechslung dem Bilde eine falsche Unterschrift ge­geben. Sie muß lauten:W arme Blusen auch aus Getragenem für kalte Winter­tage und auch zum Schisport skizzierten wir oben. Und zwar links e ine W e st e n b l u s e aus b r a u-1 klang gefunden.

Wer langsam raucht, raucht richtig!

Ein Fachmann über die Kunst des fauchens.

Awar sitzt Maria auch hier auf Fotheringhay ge­fangen, aber die große Begegnung mit der eng- lichen Elisabeth, das entscheidende Wldersprel der beiden Königinnnen im Park, szenisches cherzslua vnd dramaturgischer Scheitelpunkt bei Schiller, st rarmieden; Elisabeth und Maria erscheinen hror

*1$ \ Ä ^A

llbg

N ^11 iMil s

nu L s, «ilt "d-i!^

"«fnifei nm, '«iti

blassen und verschwinden, fast unübersehbar, aber es sind etliche darunter, deren messerscharfes Pro- fll aus der Porträtaalerie des Hofmalers Holbein genommen zu sein scheint.

nirgends neben ober gegeneinander, die feindliche Spannung ist räumlich überbrückt, die Fronten an­ders ausgerichtet. Maria, nach dem Tode ihres Gemahls Franz IL von Frankreich nach Schott­land zurückkehrend, sieht stch dort einer gescklos- senen Fronde des starrnackigen schottischen Adels gegenüber. Sie setzt dessen Führer Bothwell gefan­gen, glaubt aber ihn, der sich befreit, später für ich gewinnen zu können. Da Schotlland einen König braucht, macht sie den Prinzen Henry Darn- ley zum König, ohne dadurch den Adel zu sich herüberzuziehen. Was sie auch angreift und wie sie es angreift alles schlägt fehl, lebe ihre Hand- lungen unb alles, was ohne ihr Zutun ober ihren Willen um sie her geschieht, bringt Blut unb Tra- nen über sie, häuft Schuld auf ihr königliches Haupt, läßt ihre Stellung immer einsamer, immer gefähr­licher, immer hoffnungsloser werben. Ihr italieni­scher Sekretär Riccio wird ermorbet; Henry muß fliehen, wirb krank unb endet schrecklich; Lady Johanna Gordon wird immer ihre Todfeindin blei­ben, der Page Olivier (der Schillers Mortimer ver­treten muß) ist zu schwach, um eine Hilfe zu sein; Bothwell, den sie nach seinem jähen Aufstieg zur Macht sich vermählt, ein treuloser Abenteurer; das gemeine Volk wendet sich von der Königin ab wie der Adel; schon sind, von Elisabeth gesendet, eng­lische Truppen unter Jakob Stuart nach Schottland unterwegs; schon taucht in der Ferne der dustere Schatten des Blutgerüstes auf; ehe Maria es be­steigt, sieht man eine blasse Erinnerung an die klas­sische Bühnenvision, den letzten Abschied der Köni­gin von ihren Kammerfrauen, den vier Marys.

Damit mögen die wichtigsten Haltepunkte einer langen Bilderflucht bezeichnet fein, in welcher der Spielleiter Professor Carl Froelich nach dem Drehbuchs von Dr. Harald Braun den traditionel­len Historienstil der Ufa zur monumentalen Reprä- sentanz des groß gesehenen Geschichtsbildes erhob. Vortreffliches leistete der Kameramann Franz Weihmayr, der die balladeske Form des Gan- zen auch in gewaltigen Quadermauern, wuchtigen , Säulen, weiten Sälen, dämmernden Kirchen- interieurs, mächtig ansteigenden Treppen und ' niedrig und drohend lastenden Portalen einfing. : Im Schatten und flackrigen Licht tauchen Gestalten und Gesichter auf, vergehen, kommen wieder, ver-

Vogel Strauß brütet Glück.

Aus Pretoria (Südafrika) wird berichtet: Seitdem Straußenfedern nicht mehr so stark begehrt waren, erging es dem burischen Farmer Straatman, der in der Nähe von Kuruman in Betschuanaland eine Straußenfarm betrieb, mehr schlecht als recht. Die Einnahmen waren in letzter Zeit so gering, daß er sich mit dem Gedanken trug, fein Besitztum zu ver­kaufen. Die Interessenten boten ihm allerdings olche Schleuderpreise, daß er sich noch nicht ent- chließen konnte, die Farm wegzugeben. Das sollte ein Glück sein. Eines Tages fand einer feiner chwarzen Arbeiter das schönste Tier der Herde ver­endet vor, unb Straatman ging nun baran, die Todesursache festzustellen, indem er eine Sektion vornahm. Zwar fand er die Ursache nicht, dafür aber im Magen des Straußes mehrere große Roh- Diamanten! Nach längerem Suchen machte der Be­sitzer dann die Stelle ausfindig, wo sich die Tiere mit Vorliebe aufgehalten hatten, und suchte dort das Gelände systematisch ab. Dabei konnte er innerhalb einer Woche etwa 50 Roh-Diamanten sammeln, dar­unter Stücke von besonderer Größe. Nun war er nicht mehr gezwungen, seinen Besitz zu verkaufen, vielmehr gründete er eine Gesellschaft zur Aus­beutung der Diamantenfelder. Heute ist er der reichste Mann der ganzen Gegend.

Zarah Leander als Maria von Schottland: ein schönes, blasses Bild von statuarischer Ruhe und Gchaltenheit, sehr sparsam bewegt, eine mehr lei­dende als handelnde Gestalt, von Anfang an in eine schmerzliche Melancholie getaucht, auch stimm- lich sehr gedämpft, manchmal fast flüsternd, ohne große Gebärde, ohne großen Ausbruch, alle Emp­findung ganz nach innen gedrängt, beherrscht, ge­faßt, um Sammlung und strenge, majestätische Hal­tung vor der Umwelt bemüht. Nur vor dem schot- ttschen 2ldel erscheint sie von einem merkwürdig kühl-ironischen Temperament getrieben, und erst zuletzt mit Olivier gibt sie sich ganz weich, weiblich, gelöst. Die Wirkung des Eelloklanges ihrer Alt­stimme ist in früheren Filmen oft genug erprobt worden; so gab man ihr auch hier manches zu fingen, und in diesen Szenen steigert sich die Dra-

~ fast bis zur Opernpartie.

Gießener Konzertring 1940/41.

Am Donnerstag, 5. Dezember, findet im Stadt­theater das 5. Konzert des Gießener Kvnzertringes 1940/41 statt. Dieses Orchesterkonzert erhält eine be- ondere Note dadurch, baß als Solistin Margarete Teschemacher von ber Staatsopfer Dresden ge- wvnnen werben konnte, eine Sopranistin, die durch Konzerte, Bühnengastspiele unb Rundfunk ben wei­testen Kreisen bekannt unb ein Begriff geworben ift Das Konzert, bas unter ber Leitung von Professor Stefan Temesväry steht, beginnt mit ber sinfo­nischen Dichtung von Friebrich Smetana:Aus Böhmens Hain unb Flur". Dann folgen, gelungen von Margarete Teschemacher, die Arie ber Katha­rina aus ber Oper von Hermann GötzDer Wider» jpenftigen Zähmung" unb das Vogellied aus dem Bajazzo" von Levncavallo. Den Abschluß bildet Bruckners Dritte Symphonie in d-moll, Meister Richard Wagner in tiefster Ehrfurcht gewidmet. Das Konzert ist das Dormiete-Konzert, Gruppe A, Nr. 3.

Achtung, Kraftfahrer!

Die seit etwa einem Jahr bestehende GeschÄin- digkeitsbegrenzung für Kraftfahrzeuge wird zum Teil wohl aus Unkenntnis immer noch nicht ge­nügend beachtet. Es wird daher nochmals darauf hingewiefen, daß die höchstzulässige Fahrgeschwin» digkeit für Kraftfahrzeuge folgende ist:

a) innerhalb geschlossener Ortschaften für Kraft­fahrzeuge aller Art 40 km je Stunde;

b) außerhalb geschlossener Ortschaften unb aus den Reichsautobahnen:

1. für Personenkraftwagen sowie für Kraft- räber mit unb ohne Beiwagen 80 km je Stunbe;

2. für Lastkraftwagen, Omnibusse und alle übrigen Kraftfahrzeuge 60 km.

Maßgebend für bie zulässige Geschwinbigkeit sind die Ortstafeln. Die Polizeibehörden sind angewiesen, bei Geschwindigkeitskontrollen die Einhaltung dieser Bestimmungen besonders zu beachten und Verstöße unnachsichtlich zu bestrafen.

Eine erfundene lleberfallsgeschichte.

Ein auswärtiges Blatt brachte am Mittwoch un­ter der UsberschriftWegelagerer mit Motorrad, Ueberfall bei Krofdorf" einen Bericht aus Krofdorf, in dem mitgeteilt wurde, am Montagabend zwischen 19 und 20 Uhr sei auf der Straße GießenKrof­dorf ein Jahre altes Mädchen aus Krofdorf auf dem Nachhausewege mit dem Fahrrad von einem Manne überfallen worden, der versucht habe, es vom Rad zu reißen und zu vergewaltigen. In dem Bericht wurde weiter geschildert, daß sich das Mädel energisch zur Wehr gesetzt habe und daß es ihm schließlich gelungen sei, eiligst davonzufahren. Die von der Kriminalpolizei Gießen sofort aufgenom­menen Ermittlungen haben, wie wir auf Anfrage hören, zu der Feststellung geführt, daß die ganze Ueberfallsgeschchte von Dem Mädchen erfunden wurde, wahrscheinlich zu dem Zwecke, von seiner Ar­beitsstätte in Gießen früher heimkehren zu können. Gewisse Angaben in der Schilderung des Mädchens über den angeblichen Vorgang ließen von vornher­ein schon starke Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Darstellung entstehen.

Vom Dramaturgischen Büro des Stadttheaters wird uns geschrieben:

Morgen, Samstag, 30. November, 15 Uhr, kommt im Stadttheater Gießen zum erstenmal das dies­jährige Weihnachtsmärchen zur Aufführung. Es ist das von Hermann Stalter in Bühnensorm ge­brachte GrimmscheRotkäppchen". In echt poeti­scher Weise hat der Dramatiker ben reizenden Stof bearbeitet, ohne ihm feine ursprüngliche schlichte Gestalt zu nehmen. Die Kinder erleben bas Märchen so, wie sie es aus ihrem Märchenbuch kennen, nur burch viele luftige Zutaten erweitert unb für bie Bühne lebendiger ßgemacht. Zu dieser Aufführung gibt die Intendanz wieder ein eigenes Märchenhest heraus. Hatte schon das vorjährige, das als ein in sich geschlossenes Kinderbuch mit vielen Erzählungen, I Versen und Bildern ausgestattet war, größten An- | klang gefunden, so wird das diesjährige Heft den

Holbeins denken.) Axel von Ambesser gibt in theatralisch berechnendem Schauspielstil den glatten, eillen, hübschen Darnley, der später sein prüfen- zerfressenes Gesicht mit einem Schleier bedecken muß. Eine eigentümlich eindringliche Volkssigur macht Erich P o n t o aus dem Gaukler, dessen pan­tomimisch oewegter Vortrag etwas vom balladesken Bänkelsang der elisabethanischen Zeit laut werden läßt. Friedrich Genfer als Riccio, Walter Süßenguth als Jakob Stuart, Will Q u ad- fl i e g (früher am Gießener Stadttheater) als ber knabenhaft schmale, knabenhaft hesttge, ergebene unb schwache Page Olivier. Man kann nicht alle nennen in biesem oolk- unb bilderreichen Reigen. Theo Mackeben schrieb die Musik, die melancho­lisch-melodische WeiseEin schwarzer Stein, ein weißer Stein", mit der die Leander, Marias Do­minospiel begleitend, die erste Szene ihrer großen Rolle intoniert. Hans Thyriot

Oas Herz der Königin."

Ein Usa-Filrn im Gloria-Palast.

Maria Stuart im Film. Es hat wenig Sinn, sich auf einen Vergleich mit Schiller einzulassen, keck die Tragödie der Bühne und der Film, stoff­lich und dramaturgisch, von zu verschiedenen Vor- aaösetzungen ausgehen. Was bei Schiller ein noch huner unübertroffenes Meisterwerk dramatischer Architektur wurde, in dem nicht eine Szene unb rscht eine Figur fehlen bürste, ohne die Harmonie bis wunbervoll ausgewogenen Ganzen zu stören, firbt ber Film einen riesigen geschichtlichen Silber» flies, eine lange Folge meist kurzer Szenen, ber ohne baß bies ben Einbruck wesentlich ver­erb ern würbe manche fehlen, manche hinzuge- L gt werben könnte. Er gibt so etwas wie eine sciottisch-englische Renaissance-Ballabe, bie trotzdem fett findet, im kulturhistorischen Detail zu verwel- lit ober, in manchen Augenblicken, sich mit allem Nanz unb Prunk fast ber großen Opernszene zu e tfalten. Immerhin enthält bie Bilberreihe soviel Qi Bewegung, baß bie ungeheure Spannung, bie bii Schiller bis weit in ben vierten Akt hinein- räd)t, hier gleich zu Anfang gewissermaßen aus- t-löscht werden kann, inbem bas unabwendbare Vnbe von vornherein als ein filmdramaturgisch ge- c benes Faktum hingenommen und festgestellt wird. Sud, im Gefüge der eigentlichen Handlung verlau­fe die Grundlinien anders als im klassischen Trauerspiel; zwar halten sich historische Notwen- bggfeiten und menschliche Leidenschaften hier wie tert bie Waage, aber es schien nahezu unvermeid- : Lfi), baß im Film manches Gespräch einen unuber» l tirbar scharfen, unmittelbar aktuellen Akzent ar­beit. Das berühmte ober berüchtigte Leitwort eng» l cher Politik,right or wrong my country , i t*fnm hier, neben manchem andern, eine auch histo­risch beispielhafte Betonung.

Lassen wir einmal bie Frage beiseite, ob über­haupt geraucht werden soll. Wir wissen ja alle, baß geraucht wirb, unb baß unsere Felbgrauen beim Empfang von Liebesgabenpäckchen Tabakwaren be­sonders dankbar begrüßen. Schließlich ist ja die Hauptfrage immer: wer unter welchen Umständen wieviel raucht!

Professor Dr. Koenig, der als Direktor der Reichsanstatt für Tabakforschung im badischen Forchheim wohl den Ruf einer fachmännischen Autorität auf diesem Gebiet beanspruchen kann, hat sich zu ber Frage geäußert, wie man richtig raucht, also so, baß bas Rauchen dem Raucher ben erwünschten Genuß verschafft, ohne feine Gesund­heit zu schädigen. Professot König nennt dasdie Kunst des Rauchens". Es kommt nämlich, wie er nachweist, beim Rauchen viel weniger auf ben Preis unb bie Güte ber Zigarre an als auf bas Ver­ständnis bes Rauchers. Der beste Tabak kann von einem schlechten Rauchermißbraucht", mißhandelt werden, so daß er seinen Beruf verfehlt. Jedes Tabakprodukt ist zunächst äußerst empfindlich für Die Luft, in der es aufbewahrt wird, vor allem für den Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Darum ist der vorbildliche Frischerhaltungsdienst der deutschen Zi­garettenindustrie von so großer Bedeutung. Bei den Zigarren liegt es aber ebenso. Die Zigarre soll nicht ausgetrocknet, sondern mäßig seucht jein, wenn sie gut munden und bekömmlich sein soll. Die Feuchtigkeit bestimmt nämlich bie Tempe­ratur ber Glutzone unb bie ist bas Entschei- benbe für bie Bekömmlichkeit bes Tabaks. Bei hoher Temperatur ber Glytzone entstehen schlechte Rauchgase und mast bekommt fast alles Nikotin in den Mund, während bei sanfter Glutzone ange­nehme Rauchprodukte entstehen.

Das Tempo des Rauchens ist ebenso entscheidend für den Genuß und die Bekömmlichkeit des Rau­chens. Hier gilt das Sprichwort: Was lange währt, wird gut! Wenn das Rauchen einer Zigarette zehn Minute dauert, so bekommt ber Raucher 10 v. H. Nikotin in ben Mund gegen 20 bis 30 v. H., die er verschluckt, wenn er nur fünf Minuten an einer Zigarette raucht. DerPaffer" ober, der

nur zwei Minuten auf eine Zigarette verwendet, nimmt beinahe 50 v. H. Nikotin auf und arbeitet zumal alsKettenraucher" systematisch gegen seine Gesundheit. Aehnlich entscheidend ist das Tempo auch für ben Zigarren- ober Pfeisenraucher. Es ist auch nicht gleichgültig, ob bie Zigarre ober Zigarette bi cf ober bün* unb ob ber Schnitt ber Tabakblätter breit ober schmal ift. Je schlechter ge­stopft eine Zigarette ist, um so höher wirb bie Glutzone.

Schließlich spielt auch der physiologische Zustand bes Rauchers eine große Nolle. Er soll nur rau­chen, wenn er dazu wirklich aufgelegt ist. Es ist auch nicht gleichgütig, ob er morgens ober abends raucht. Am besten raucht man mäßig feuchten Tabak, unb zwar mit Intervallen. So bleibt bie Glutzone niebrig unb es gelangt wenig Nikotin in den Mund. Schädlich dagegen wirkt das Rauchen, wenn der Tabak trocken ist unb schnell gepafft wirb. Das I nch a l i e r e n, also das Rauchen mit Lungenzügen", ist nach Professor Dr. Koenig stets schädlich. Wenn dieses Laster mehr bei Zigaretten- räuchern als bei Ziaarrenrauchern vorkommt, so liegt das an der Verschiedenheit des Rauchens. Die Zigarette gibt einen sauren Rauch ab, ber Zi­garrenrauch ist alkalisch. Der Zigarrenrauch bewirkt, daß das Nikotin sich gleichmäßig in ber Kehle ab­setzt. Man braucht nicht zu husten und merkt kaum etwas, während ber alkalische Zigarrenrauch das Nikotin in ringförmigen Schuppen absetzt und auf diese Weise Hemmungen verursacht. Der Zigarren­raucher wird dadurch meist vor dem Unfug des Lungenrauchens" bewahrt. Das Inhalieren sollte aber auch bei der Zigarette unter allen Umständen unterbleiben, denn es führt mH der Zeit zu Ge­sundheitsschädigungen.

Die Farbe der Zigarre hat nicht die Bedeu­tung, die ihr oft fälschlich zugeschrieben wird. Vor allem ist es ein Irrtum, aus der hellen Farbe des Tabaks auf wenig Nikotin zu schließen unb um­gekehrt. Eine helle Zigarre''braucht darum nicht mild zu sein und kann über IVz v. H. Nikotin ent­halten, während auf der anderen Seite eine dunkle Brasil recht hifotinarm sein kann.

Außer dem Mondschein und einem sternenklaren fummel, die die Dunkelheit mindern, erleichtert in hm dunkelsten Nächten bie Schneedecke bie Orien- t rung. Der Schnee strahlt inbireft etwas Licht cl5, burch ihn werben bie Konturen ber Umgebung, dös viel sw eise von Baumreihen, Straßenlaternen, C rfpringenben Hauseingängen, unb bie Linienfüh­rung ber Straßen bis auf bas einzelne Haus beut lcher. Während bei völliger Dunkelheit, wie wir sie engangs erwähnten, biefe Konturen fast ober voll- Immen verschwunden sind und auch einen genauen bnner der Gegend in Orientierungsschwier'.gkeiten hingen können, stellt sich bei Schneedecke das Sicht- i rmögen in gewissem Umfange wieder ein.

Fetive'billigunq

I5r die minderbemittelte 35 völkerung.

Die von ber Reichsregierung zur Verbilligung I r Speisefette für bie minberbemittelte Bevölke- r ng getroffenen Maßnahmen werben für bie Mo- mte Januar, Februar unb März 1941 wetter- l führt. ____________

kleinen Besuchern, wie chren erwachsenen Begleitern ganz befonberes Vergnügen bereiten. Es ift, nut jem angehängten Personenzettel, ein ganz selbstän- big es Märchenbuch geworden, das in schönem Druck das GrimmscheRotkäppchen" erzählt und durch < ehn entzückende Scherenschnitte einer jungen (Bie- jener Künstlerin illustriert ist. Diese phantasieoolle und durchaus selbständige vierzehnjährige Bega­bung wurde bei dem dies,ährigen Märchenpreisaus- chreiben des Stadttheaters entdeckt, in dem ben Kindern bie Aufgabe gestellt war, eigene Erzäh­lungen ober Zeichnungen, gleich welchen Themas, einzusenden. Der Hinweis auf die ergötzliche und völlig natürlich 'wirkende Darstellung solch kühner Situationen, wie dieDer Wolf verschlingt die Großmutter" undDer Jäger befreit Rotkäppchen aus dem Bauch bes Wolfs", mag ahnen lassen, wie plastisch bie Vorstellungskraft ber kleinen Künstle­rin ist und über welch schöne technische Fertigkeit sie verfügt. Jedes Kind wird dieses reizende Rot­käppchen-Heft gern als ständiges Andenken an die diesjährige Märchenaufführung des Stadttheaters Gießen für wenige Pfennige erwerben wollen.

.Mi*1

Dornolizen.

Tageskalenber für Freitag.

Stadttheater: 19 bis 22 Uhr Kabale und Liebe". Gloria-Palast, Seltersweg:Das Herz ber Kö­nigin". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die lusti­gen Vagabunben"; 14 Uhr: Jugenbvorstellung Schneewittchen unb bie sieben Zwerge",Die Zau- berkiste".

Slabllheaker Gießen.

Am heuttgen Freitag wirb das Trauerspiel von Schiller in 5 Akten ,Lahale unb Liebe" wieder- holt. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 11. Freitag-Miete.

Gießener Vortragsring.

Für den nächsten Vortragsabend am Montag, 2. Dezember, haben bie Vokksbildungsstätte Gießen, der Goethe-Bund und die Kulturelle Vereinigung (früher Kaufmännischer Verein) im Rahmen des Gießener Vortragsringes den bekannten Kriegs­berichterstatter Herbert V o l ck zu einem Vorttags- abenb über das Thema:33 000 Kilometer Kriegs­abenteuer in Asien" eingeladen.

Ortszeit für ben 30. November.

Sonnenaufgang 9.12 Uhr, Sonnenuntergang 17.15 Uhr. Mondaufgang 9.56 Uhr, Monduntergang 18.39 Uhr. Mond in Südwende.

Was sotten wir tragen?"

Neben ihr, um sie her und vor allem, offen ober versteckt, gegen sie eine Fülle von Gestalten; es liegt am Stil der filmisch auflösenden Blunnszenie- rung, daß bie wenigsten von ihnen bie plaftifuje Rundheit einer Rolle im Bühnensinne erhalten, wenn auch die wichtigsten unter ihnen noch genü­gend Schärfe der Kontur und der Charakterzeich­nung im schnellen Hin unb Her ber wechselnben Schauplätze und Szenen bewahren. So bie ft öp­pe n b ö f e r als Elisabeth, eine starre, von unter- grünbig ausb rechend em Gefühl bewegte, immer wache, kühle, biplomatisch abwägende Majestät; man bedauert auch um ihretwillen, daß der Film auf die Konfrontation in Fotheringhay verzichtet hat. Willy Birgel als Lord Bothwell: anfangs ein hinreißend leichtsinniger, lächelnder Renaissance- ftaoafier, bann plötzlich kalt, gefährlich, zweideu­tig. undurchsichtig in der flackernden, schwankenden Hallung, die wir aus vielen feiner früheren, mo­derneren Rollen kennen. Lotte Koch, ein neuer Name, ein neues Gesicht, das schmale, leidenschaft­liche, aber selbst im Haß beherrschte Gesicht der Jo- Hanna Gordon. (Hier, beispielsweise, muß man in paar Augenblicken an die englischen Frauenbildnisse

Aus der Stadt Gießen.

Oie dunkelste Zeit des Lahres.

. Während des Sommerhalbjahres sinkt die nächt- fioe Sonnenbahn nur so wenig hinter dem Horizont d. daß auch mitten in der Nacht noch ein fahler 1 üchtsch.mmer übrig bleibt. Im Winterhalbjahr ver- i leuft Die Sonnenbahn nach ihrem Untergang da- 1 nigen so tief unter dem Horizont, daß absolute 1 Ajmkelheit eintritt, die in gewissen Perioden ledig- - Üg durch den Mond, im übrigen aber durch den (r ammelten Schein der Sterne eine gewisse Sr» jjiüung erfährt. Während es in Mondscheinperioden L auch wenn der Himmel bewölkt ist nicht so jj;mlel wird, daß man von einer absoluten Finster- ns reden könnte, wird es in den mondlosen Näch- tn, auch wenn Sterne am Himmel sind, so dunkel an, daß das Auge längere Zeit gebraucht, ehe es [iit Sicht- und Orientierungsvermögen wiederge- Q:nnt. Alle diese Dunkelheitsgrade sind jedoch noch t:.rägl:ch und bedeuten kein ernstes Hindernis. Den H-griff absoluter Finsternis, bei dem man nur ins schwarze sieht, kennt man in der freien Natur

»ucht. Em kleiner Lichtschimmer bleibt immer erhal- tiu, indem ber Himmel etwas heller wirkt als bie litgebung am Boden, so daß sich auf diese Weise b? Konturen von Häusern unb festen Gegenstän- btn nach oben hin noch ein wenig abzeichnen. Der hchste Grab ber Dunkelheit entsteht nur bann, r-nn ber Himmel von einer einige tausend Meter ftrfen Wolkenschicht ober von mehreren geschlosse- iun Wolkenschichten in verschieb en en Höhen bewölkt r keinerlei Monbscheinwirkung besteht unb gleich- i t:g Regen ober,Nebel fällt. Diese Dunkelheit kann sy ungefähr bem Grab ber absoluten Finsternis

Hern, wenn die Wolkenschichten, wie es im Win- |tr sehr häufig der Fall ist, nur wenige hunbert Jeter hoch sind. Auch wirb man immer feststellen, jc'ß naß geregnetes Straßenpftaster bei Dunkelheit c |olut schwarz wirkt, so baß es bann unmöglich ti, Borbsteine unb dergleichen xu bemerken. Aus jchem Grunde sollen bie Bororänber sowie alle rm ..Bürgersteig hinausragenben Teile der Wohn- h'itfer weiß angestrichen werben.

:Die frühe unb erhöhte Dunkelheit ber winterlichen fsriobe verpflichtet zu befonbers sorgfältigen Ver- j nklungsmaßnahmen, ba sich jetzt jeber kleine, auch ^direkte Lichtschimmer, selbst bie unbebeutenbfte ichtquelle, wesentlich mehr aus ber Finsternis her- ashedt als im Sommer. Ferner hat sich mit dem rrftärtten Finsternis-grad noch größere Empsind- Uhkeit des Auges für plötzlich auftretende Licht­seiten eingestellt. Das menschliche Auge, das sich ur mit größter Mühe in der Dunkelheit zur echt- jiben kann, wird durch Lichteffekte kleinsten und trieften Umfanges schon so stark geblendet, daß jh für denAngeleuchteten" die größten Gefahren (geben, weil er nachher mindestens eine halbe Mi- ute außerstande ift. Richtung unb Art seines Weges ä erkennen. Aus biesem Grunbe ist es erforberlid), k h bie vielfach benutzten Leuchtlampen einen stark egebämpften, auf eine bestimmte Farbe genormten Mjtgrab besitzen unb daß die Benutzung dieser : kchteffekte niemals horizontal, sondern immer nur ; sinkrecht zum Boden zu erfolgt.

ben ]a einleiw r'J* ltualüi;. cd; die l em

Beivch k« illl

i M 'ritten z biichern General

M, Sr. Qan^ir

W: Rittei s ifrite, em 3agbiir ' er $.r üssion, K irer. h. urbe Vep hrer bn? chchen i eger obf