Ausgabe 
29.7.1940
 
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tW. Jahrgang Nr. irr

Montag. 29. Juli 1940

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Gietzener Anzeiger

vriihlschi Univerfitätrdnickerei R. lange General-Anzeiger für Oberhessen * «ietzen^Schnlftratzer-y

Oie Konsolidierung des Balkanraums.

Der slowakische Staatspräsident beim Führer.

Salzburg, 28.Juli. (DNB.) Der slowakische Staatspräsident Dr. T i s o traf heute morgen auf Einladung der Reichsregierung in Salzburg ein. Er würde im Auftrag ges Führers vom Reichs- minifter des Auswärtigen von Ribbentrop emp­fangen. Nach Abschreiten der Front der vor dem Bahnhof angetretenen Ehrenkompanie der Wehr­macht wurde der Staatspräsident vom Reichs­außenminister ins Hotel geleitet. Kurz vor dem Staatspräsidenten war der slowakische Minii^rprä- fitient Professor Dr. Tuka, in dessen BeWtuna sich Sana Mach befindet, zu einem kurzen Besuch in Salzburg eingetroffen. Sie wurden heute nach­mittag in Gegenwart des Reichsministers des Aus« wärtigen von Ribbentrop vom Führer emp­fangen. Die Besprechungen, die im Zeichen der besonderen, zwischen Deutschland unb der Slowakei bestehenden engen Beziehungen gehalten waren, ver­liefen im Geiste der Herzlichkeit und des freund­schaftlichen Einvernehmens. Staatspräsident Dr. Tiso, Ministerpräsident Dr. Tuka und Sana Mach, denen zu Ehren Reichsminister von Ribbentrop im kleinen Kreise im HotelOesterreichischer Hof" einen Empfang gab, reisten heute abend um 18 Uhr mit dem Sönderzug von Salzburg ab. Der Reichs- außenminister geleitete sie zum Bahnhof und ver­abschiedete sich von den Staatsmännern der befreun­deten Slowakei aufs herzlichste.

Die bulgarischen Staatsmänner beim Führer.

Salzburg, 27. Juli. (DNB.) Der Königlich- Bulgarische Ministerpräsident F i l o f f und der Kö­niglich-Bulgarische Minister des Aeußern P o p o f f trafen Samstagoormittag auf Einladung der Reichsregierung in Salzburg ein. Der Reichsmini­ster des Auswärtigen von Ribbentrop be­grüßte die bulgarischen Staatsmänner auf dem Bahnhof. Nach Abschreiten der Front der vor dem Bahnhof angetretenen Ehrenkompanie geleitete der Reichsaußenminister die bulgarischen Gäste in das Hotel Oesterreichischer Hof. Die bulgarischen Staats­männer verbrachten den Mittag beim Reichsaußen­minister von Ribbentrop im Landhaus Fuschl. An die Besprechung schloß sich ein Emp­fang im kleinen Kreise an.

Der Führer empfing heute nachmittag in Ge­genwart des Reichsmintsters des Auswärtigen die bulgarischen Gäste. Die Besprechung, bei der der bulgarische Gesandte in Berlin, Dragenoff, und der deutschen Gesandte in Sofia, von Richthofen, zuge­gen waren, verlief in herzlichem Geiste der tradi­tionellen Freundschaft, die zwischen Bulgarien und dem Reich seit der Waffenbrüderschaft des Weltkrie­ges unverändert besteht.

Am Samstagabend traten die bulgarischen Staats­männer die Heimreife an. Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, verabschiedete sich am Bahnhof in Salzburg auf das herzlichste von den Gästen, die-mit dem Sonderzug 19.30 Uhr ab­reisten.

Jugoslawische Stimmen.

Belgrad, 29.Juli. (DNB.) Die halbamtliche Belgrader TageszeitungBreme" schreibt, hegte sei jeder Einfluß Großbritanniens auf dem europäischen Festland beseitigt. Deutsch­land und Italien hätten in erster Linie wirt­schaftliche Interessen in Südosteuropa und versuchten, durch eine harmonische Zusammenarbeit einen dauerhaften Frieden in diesem Teil zu errei­chen. Die Salzburger Besprechungen hätten vor allem die Aufgabe, eine günstige Atmo­sphäre zu schaffen, in der die interessierten Staa­ten ihren Standpunkt und ihre Bestrebungen mit­teilten und in der auch die Möglichkeit für Bespre­chungen zurLösungder noch offenen Fra­gen untersucht werde.

Der AgramerHrvatski Dnevnik" bemerkt, daß der deutsche Wirtschaftsplan für Südosteuropa eine politische Bedeutung größten Ausmaßes darstelle. Der von deutscher Seite in Mitteleuropa geschaffene riesige Wirtschaftsraum übe auf die Länder des nahen europäischen Ostens und des Südostens eine ähnliche unüberwindliche Anziehungs­kraft aus wie ein riesiger Magnet. Dieser Kraft könne sich niemand widersetzen. Kein anderes euro­päisches Wirtschaftssystem könne daneben noch be­stehen.

Das Scho in Rumänien.

Bukarest, 28. Juli. (DNB.) Die rumänischen Zeitungen befassen sich mit den Besuchen der rumä­nischen Staatsmänner in Berchtesgaden und Rom und stellen übereinstimmend fest, daß Deutschland die historische Aufgabe übernommen habe, eine Neu­ordnung Europas auf gerechten Grundlagen vorzu­nehmen. DerTirnpul" schreibt unter der Über­schriftVerdeutsche Friede", es geschehe zum ersten Male in der Geschichte, daß ein Sieger den Besiegten nicht einen Frieden der Rache, sondern einen Frieden der Zusammenarbeit anbiete. In den geopolitischen Plänen Deutschlands gelten keine Ressentiments, sondern nur die lebendi­gen materiellen und geistigen Kräfte der Völker. Aus diesem Grunde sehe das rumänische Volk diesem deutschen Frieden ohne Furcht entgegen. DieRo­mania" erklärt, Rumänien sei bereit, seinen Teil zu einer ftiedlichen Lösung der schwebenden Fragen beizutragen.Curentul" erklärt, daß die Südostftage heute nicht mehr gefühlsmäßig angesehen werden könne. Der Revisionismus sei kein Schlagwort mehr, und jene, die darin eine rächende Waffe erblickten, bewiesen nur, daß sie den Sinn der nationalen und sozialen Umwandlung in Europa nicht begriffen

haben. Man werde den Interessierten Z e i t l a s s e n, ihre Probleme selber objektiv zu besprechen. Bis zur Beendigung dieser zweiseitigen Gespräche werde der bisherige Status quo voraussichtlich beibehalten wer­den. Die Grundlagen zu einer Verständigung fehlten nicht.

Der Führer an König Viktor Emanuel

Berlin, 29. Juli. (DNB.) Der Führer hat Sr. Majestät dem König von Italien und Kaiser

von Aethiopien zur 40. Wiederkehr des Tages der Thronbesteigung folgendes Glückwunschtele­gramm übermittelt:

Eure Majestät bitte ich, zur 40. Wiederkehr des Tages Ihrer Thronbesteigung meine und des deut­schen Volkes herzliche Glückwünsche ent» gegennehmen zu wollen. Möge Eurer Majestät nach siegreicher Beendigung des unseren beiden Völkern aufgezwungenen Kampfes noch eine lange segens­reiche Regierung beschieden sein."

Neuordnung Europas.

Die Reichsregierung hat in den letzten Tagen dis maßgeblichen Staatsmänner der Slowakei, Ungarns, Rumäniens und Bulgariens zu eingehenden Be­sprechungen empfangen. Diese Besprechungen sind zunächst einmal ein weiteres Kennzeichen für die tatsächliche Ausweitung der Position der Achsen­mächte in Europa, deren südlicher Teilhaber eben­falls die Minister aus Ungarn und Rumänien bei sich gesehen hat. Mitten im Kriege gegen England sind die Achsenmächte politisch, militärisch und wirt­schaftlich stark genug, um die Neuordnung Europas schon jetzt vorzubereiten. In dieser Vorbereitung liegt die Bedeutung der Besprechungen mit den süd- osteuropäischen Ministern.

Das neue Europa wird unter seiner neuen Füh­rung jenes alte Europa für immer abzulösen haben, in dem die beiden Westmächte England und Frank­reich nicht etwa nur durch die Pariser Vorortdiktate, sondern auch in der Folgezeit durch ganze Serien von Territorialverträgen, Zusammenschlüssen im Stil der Kleinen Entente und des Balkanbundes und Militärbündnissen ein System der ständigen Beunruhigung durch planmäßige Errichtung von Reibungsflächen aufrecht erholten hatten. Die Frage, warum diejenigen beiden Mächte, die auf Grund der Diktate- von 1919 über anderthalb Jahrzehnte lang in Europa eine uneingeschränkte Vorherrschaft führten, nicht jene zahlreichen Krisenherde in Europa beseitigten, die wie Flatterminen bald hier, bald dort losgingen, diese Frage beantwortet sich von selbst. Nicht zuletzt die deutschen Weißbücher mit ihrem sensationellen Enthüllungen über die Unfrie- denspolitik Englands und Frankreichs haben neben den praktischen Erfahrungen der vergangenen zwei Jahrzehnte mehr als genügend Beweise dafür ge­bracht, daß die Weftmäche nicht an der Beseitigung, sondern an der Vermehrung der Krisenherde in Europa das stärkste und eigensüchtigste Interesse hatten. Ihre Politik war die praktische Auswertung des alten römischen Satzes: Teile und herrsche!

Das Frankreich von Versailles hat eine zwanzig­jährige Uebermutspolitik, gipfelnd in der gewissen­losen Herausforderung an Deutschland, mit feinem völligen Zusammenbruch bezahlen müssen. Es hat feine Rolle als Vormacht in Europa ausgespielt. Das zeigt sich gerade in den Rückwirkungen jenes Zusammenbruches auf dem südöstlichen Raum, der einer Neuausrichtung seiner politischen und wirt­schaftlichen Beziehungen besonders dringend bedarf. England seinerseits weiß selbst genau, daß es ein ähnliches Schicksal wie Frankreich zu erwarten hat. Sein-Einfluß in Südosteuropa ist heute genau so wie in Gesamt-Europa bereits völlig dahinge­schwunden.

In dieser Lage und in diesem Zeitpunkt setzt nun Jt>ie ordnende, aufbauende Europapolitik der Achsen­mächte ein, die im Gegensatz zur destruktiven Ein­stellung der Westmächte ausgesprochen konstruktiv angelegt ist. Diese neue Europapolitik geht von dem entscheidenden Grundsatz aus, daß nach Ausschal­tung der beiden bisherigen westlichen Störungs­mächte die Südoststaaten nur dann endlich zu einem wirklichen Aufschwung kommen werden, wenn sie sich in freier Uebereinfunft zusammen find en und alle strittigen Fragen auf der Basis von Gerechtig­keit, Vernunft und Billigkeit regeln. Die Wünsche und Interessen der heute in Europa führenden und allein ausschlaggebenden Mächte sind dabei nicht von machtpolitischen, sondern ausschließlich von wirtschaftlichen Gesichtspunkten bestimmt. Unter ihrer Führung und ihrem Schutz wird ein Europa mit national klar gegliederter Wirtschaft erstehen. Da­mit wird einerseits die wirtschaftliche Unabhängig­keit unseres Erdteils auf ein Höchstmaß gesteigert werden, andererseits aber wird dieses neue Europa unter seiner neuen Führung der bestorganisierte, ruhigste und nützlichste Partner für den internatio­nalen Austauschverkehr sein.

Sie rumänischen Staatsmänner im Landhaus Fuschl.

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Unser Bild zeigt (von links) Reichsaußenminister vonRibbentrop, Ministerpräsident G i g u r t u, Außenminister Manoilescu und den rumänischen Gesandten in Berlin, Romalo, auf der Ter­rasse des Landhauses Fuschl bei Salzburg. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Die rutnanif chen Minister in Rom

Rom, 27. Juli. (Europapreß.) Am Samstag kurz vor Mittag trafen der rumänische Minister­präsident Gigurtu und der rumänische Außen­minister Manoilescu in Rom ein. Bereits 20 Minuten nach der Ankunft fand die erste Be­sprechung mit Graf Ciano im Palazzo Chigi statt. Anschließend gab Graf Ciano den Gästen ein Mittagessen in der Billa Madama. Um 13 Uhr wurden die rumänischen Minister im Pa­lazzo Venezia vom Duce empfangen. Die Dftnister haben noch am Samstag gegen 23 Uhr nach einem Abendessen in der rumänischen Gefandt- schast, an dem Graf Ciano und zahlreiche italienische und rumänische Persönlichkeiten teilnahmen, die Rückreise nach Bukarest an getreten.

ImGiornale d'Jtalia" schreibt Gayda, in Salz­burg und Rom sei den rumänischen und den bul­garischen Staatsmännern ausgiebig Gelegenheit ge­boten worden, die Ansichten und Auffassungen ihrer Nationen über die offenen Fkagen darzulegen und in unmittelbarem Meinungsaustausch die Ansichten der Regierungen der beiden Staaten der Achse kennenzulernen. Der Hauptzweck der Aussprachen in Salzburg und Rom sei es gewesen, den Partnern Aufklärungen zu verschaffen. Es handle sich gegenwärtig nur darum, die Lösung gründ- egenderFragenvorzubereiten. Deutsch­land und Italien würden die Balkan- und Donau­fragen nicht vom Gesichtspunkt ihrer Sonderinter­essen, sondern im Zusammenhang mit dem allgemeinen System der Ordnung und des Friedens in diesem Gebiet Europas be­urteilen. Deutschland und Italien wollten, daß die gewünschten Klärungen der verschiedenen Fragen vor allem durch direkte und willige Füh­lungnahmen unter den interessierten Staaten in jener Atmosphäre erzielt würden, die durch die freundschaftlichen und selbstlosen Ratschläge der Regierungen von Berlin und Rom geschaffen worden sei. Das Verdienst Deutschlands und Ita­liens, daß die Balkanstaaten nicht in den europä­ischen Krieg hineingezogen wurden, sei um so be­merkenswerter, wenn man die Wühlarbeit und die schändlichen Pläne beider demokratischen Imperien in Betracht ziehe. Der Friede auf dem Balkan könne als gerettet gelten. Er müsse allerdings in allen Einzelheiten geklärt werden, um dauer­haft zu werden und dauerhaft zu bleiben. Diesem Ziele dienten die Begegnungen der Staatsmänner in Salzburg und Rom und in dieser Richtung lägen die Vereinbarungen des Außenministers G r a f C i a n o , die er bei seinem Besuch i n B e r- lin getroffen habe. Die offenherzige Sprache der Preffe der Balkanstaaten lasse den Schluß zu, daß dieses Werk der allgemeinen Klärungen von dem erwarteten Erfolg gekrönt werde. Dieses Werk sei nur ein Teil des großen Aufbauwer­kes, das sich gegenwärtig in Europa vollziehe.

Die Neuorientierung der Staaten in Europa ist in "vollem Gange." Die Reise der Minister der Bal­kanstaaten nach Salzburg und Rom, so schreibtLa- noro Fascista", beweist dies in klarster Weise. Europa organisiere sich, ohne daß irgend jemand England auch nur erwähne. Das politische Zentrum habe sich bereits verlegt, wie auch das wirtschaftliche wohl langsamer, aber um so sicherer, vom Westen abgleite.Gazzetta del Popolo" meint die gegenwärtigen Ereignisse hätten Rumä­nien entschieden nach der Achse hin orientiert. Ab­

gesehen von dem Besuch der beiden Minister in Ber­lin und Rom zeigten die verschiedenen Maßnahmen der rumänischen Regierung gegen die englisch-fran­zösische Einmischung, daß die rumänische Politik end­gültig eine neue Richtung eingeschlagen habe. Deutschland und Italien strebten eine Neuord­nung auf dem Balkan nach dem Grundsatz der Gerechtigkeit und der Zusammenarbeit an. Die bereitwillige Mitwirkung Rumäniens könne daher nur mit Genugtuung ausgenommen werden. Zugleich könne man feststellen, daß der Einfluß Englands auf dem Balkan der Vergangenheit angehöre. Stampa" schreibt, die römischen Besprechungen wür­de von Deutschland und Italien sowie von allen jenen mit großer Befriedigung ausgenommen wer­den, die in Europa und der Welt eine rasche und friedlicheLösungderBalkanprobleme wünschten. Die Ereignisse dieser Tage zeigten klar, daß der englische Einfluß auf dem Balkan voll­ständig aufgehört habe. Es fei daher logisch, daß die Balkanmächte sich zur Lösung ihrer zahlreichen und verwickelten Probleme an Berlin und Rom wendeten als dem einzigen Weg, auf dem gerechte und dauer­hafte Ergebnisse im neuen Geiste Europas erreicht werden könnten.

Deutsches Ll-Boot versenkte 48000 Brt.

Berlin, 28. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Ein U-Boot unter Führung von Kapitänleutnant Rollmann hat aus einem stark gesicherten eng­lischen Geleitzug in kürzester Zeit fünf bewaff­nete große Schiffe mit insgesamt 48 000 BRT. versenkt, darunter einen Hilfskreu­zer von 18 000 BRT. Der Geleitzug wurde zer­sprengt. Das U-Boot hat außerdem ein bewaff­netes britisches Handelsschiff von 6000 BRT. torpediert.

Wettere Versenkungen.

Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag.

Berlin, 28. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Trotz Fortdauer der schlechten Wetterlage gelang es der Luftwaffe, im Kanal und an der Ostküste Englands einen Hilfskreuzer von 7000 BRT., zwei Zerstörer und ein Handelsschiff von 5000 BRT. zu versenken. Ein weiterer Zerstörer und zwei Handelsschiffe wurden durch Bombentreffer so schwer beschädigt, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Ferner wurden die Hafenanlagen von Swansea und mehrere Flugplätze in Corn­wall mit Bomben belegt.

Bei den nächtlichen Einflügen britischer Flugzeuge in Norddeutschland wurden nur wenige Bomben ab­geworfen. Sie richteten keinen Schaden an. Fünf britische Flugzeuge wurden über dem Kanal ab- geschossen, zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt. Ein mit dem roten Kreuz gekennzeichnetes unbe­waffnetes Seenot-5lug$eug ist bei dem Ver­such, eine über See abgestürzte Flugzeugbesahung zu retten, von den Engländern ab g e- schossen worden.

Leber 65000 VRT. versenkt.

Der Wehrmachtsbericht vom Samstag.

V e r l i n, 27. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die deutschen Unterseeboote erzielten eine Reihe bedeutender Erfolge: Ein U-Boot versenkte sechs bewaffnete feindliche Handels­schiffe mit 33 700 VRT., ein weiteres 26 338 BRT. sowie den schon gemeldeten englischen Z er­st ö r e rW h i r l w i n d", ein drittes Boot schoß aus einem stark gesicherten Geleitzug den bewaff­neten britischen HandelsdampferS a m b r e" (5260 VRT.) in den Grund und zersprengte den Geleit­zug. Bei einem Vorstoß unserer Schnellboote gegen die englische Südküste sind, wie bereits be­kanntgegeben, vier feindliche Handels­schiffe mit einem Gesamtinhalt von 32 000 BRT. versenkt, ein weiteres Handelsschiff von 2000 BRT. in Brand geschossen worden.

Trotz weiterer Verschlechterung der Wetterlage klärte die Luftwaffe bis zu den Shetland-In­seln und über der gesamten Ostküsie von Schottland und England auf. Unsere Kampfflugzeuge griffen die Hafenanlagen von Lardiff, Aberthew und Hastings an. Zahlreiche Brände wurden beobachtet. Weitere Angriffe richteten sich gegen den Eisen­bahnknotenpunkt Tunbridge Wells und die großen Erdöllager von Thameshaven.

Britische Flugzeuge unternahmen in der Nacht zum 27. Juli Einflüge nach West- und Süd­westdeutschland. Die wenigen abgeworfenen Bomben richteten keinen Schaden an. Ein britisches Flug­zeug wurde im Luftkampf, eines durch Flak abge­schossen. Ein eigenes Flugzueg ging im Luftkampf über dem Kanal verloren, ein weiteres wird ver­mißt.