Ausgabe 
29.4.1940
 
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Aus der Stadt Gießen

SJi.-^POTt

Vereine im ASÄL. halten ZahresriiWau

I läums dargebracht wurden. Ferner teilte er mit, | daß der Verein zur Metallspende 25 Kilogramm

(Nachdruck verboten!)

16. Fortsetzung

sicherlich ihm un­weiteren

Metall beitragen konnte.

Der Obmann für Handball und Leichtathletik R.

burtstag wird -der große Bekanntenkreis seiner gerne gedenken. Auch wir bringen sere herzlichen Glückwünsche für einen schönen Lebensabend dar.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag.

Mflüim schaffen, Lena?

Nomon von Martina Sckartchelm

Krau sch gab anschließend einen Bericht über die Tätigkeit in diesen beiden Abteilungen. Den Kassen« bericht erstattete der bewährte Rechner Georg Dreher, der dieses Amt schon seit 21 Jahren innehat. Die Rechnung wies einen Ueberschuß aus. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Der Voran­schlag für das Jahr 1940 wurde in der vom Rech­ner vorgelegten Form bestätigt. Der Dereinsführer sagte dem Rechner für seine langjährige treue Kassenführung herzlichen Dank. Im weiteren Ver­lauf der Versammlung wurden die neuen Einheits­satzungen des NSRL. verlesen und angenommen. Eine Namensänderung sieht der Verein nicht vor. Vereinsführer Karl Müller wurde auch für die Zukunft als Vereinsführer vorgeschlagen. Die Ver­sammlung fand mit einem kameradschaftlichen Bei­sammensein ihren Abschluß.

DfB.-Reichsbahn Gießen.

Der VfB.-Reichsbahn hatte seine Mitglieder im Schipkapaß" zu seiner Generalversammlung ein­geladen. Der Geschäftsführer des Vereins, Luh, hieß Mitglieder und Gäste willkommen. In seiner Ansprache wies er darauf hin, daß der Sportbe­trieb innerhalb des Vereins trotz des Krieges wei­tergeführt werden konnte. Die meisten aktiven Fuß­ballspieler und Leichtathleten tragen den feldgrauen Rock. Mit Beginn des Jahres 1940 zählte der Ver­ein 1060 Mitglieder und dürfte damit die größte

Volkstümliche Vorträge und Vorlesungen der Ludwigs-Universität: 20.15 Uhr Abendvorlesung Pro­fessor Vollrath überKrieg und Frieden unter besonderer Berücksichtigung innerbritischer Zustände", im Großen Physikalischen Hörsaal, Stephanstraße 34. Gießener Konzertverein: 20 Uhr in der Universi­täts-Aula (Eingang nur Goethestraße)Das Leip­ziger Gewandhaus-Quartett". Gloria-Palast (Sel­tersweg):Stern von Rio". Lichtspielhaus (Bahn­hofstraße):Die goldene Maske".

DOM.-Untergau 116 Gießen.

. Am Mittwoch, 1. Mai, treten sämtliche Gießener Jungmädelgruppen, außer den Neuaufnahmen, um 9.30 Uhr am Ludwigsplatz an.

Heizung einstellen!

Der Reichskohlenkommissar Paul Walter erläßt folgenden Aufruf:

In diesem Jahre hat die warme Jahreszeit nahezu über Nacht mit sommerlichen Temperaturen ihren Einzug gehalten. Nach dem langen und harten Win­ter und den im Durchschnitt recht kühlen Frühlings teMperaturen sind die höheren Wärmegrade noch so ungewohnt und werden deshalb mit Mißtrauen auf ihre Beständigkeit zur Kenntnis genommen, so daß die hieraus sich ergebenden Folgerungen leider nicht überall gezogen werden.

Der größte Teil der Hausbrandverbraucher, wie Haushaltungen, Behörden, Anstalten, Büros, (9aft= hätten, Theater, Vergnügungsstätten usw., sah sich bisher nicht veranlaßt, die Beheizung der Raume elnzustellen. Dabei ist der sparsame Ver- brauch unserer Brennstoffe ein brin» qendes Gebot. Die Heimat muß sich schon tm Znteresse der kämpfenden Truppe nach den gegebe­nen Verhältnissen jederzeit ausrichten. Jede Tonne

rennen um die Mille Mialia einleitete, gestaltete sich zu einem großen Erfolg für die deutsche Automobil­industrie. Diesmal erfochten nicht unsere großen Rennungeheuer mit ihren starken Motoren den Sieg. In Brescia war es eine schnittige Sportwagen- Limousine in Stromlinienform mit dem Sportwagen- meister von Han st ein und dem Nachwuchsfahrer Walter Bäumer am Steuer. Mit über 14 Minu­ten Vorsprung gewann dieser Wagen das über 1485 Kilometer führende Rennen in 8:54:46 Stunden mit einem Stundenmittel von 163,723 Kilometer gegen den von Farina-Mabelli gefahrenen 2,5-Liter-Alfa- Romeo sowie Röse-Brudes (BMW.).

Fußball-Ergebnisse der Bezirksklasse.

Die Spiele der Fußball-Bezirksklasse Gießen am gestrigen Sonntag brachten folgende Ergebnisse:

Naunheim VfB. Gießen .... 5:1 1900 Gießen Watzenborn-Steinberg 0:2 FV. Wetzlar SV. Wetzlar . . , - 4:2

OerKlub" gewinnt Tschannner-Pokal.

Dem 1. FC. Nürnberg gelang es also, sich als erste deutsche Vereinsmannschaft zum zweiten Male in die Siegerliste des großen Fußballwettbewerbes um den Tfchammerpokal einzutragen. An der gleichen Stelle, wo er 1935 die wertvolle Trophäe mit einem 2:0- Sieg über Schalke 04 errang, wurde am Sonntag vor 50 000 Zuschauern der SV. Waldhof mit dem gleichen Ergebnis geschlagen. DerKlub" war die härtere und kampfkräftigere Mannschaft in diesem schönen und überaus schnellen Endspiel und hat den durch zwei Treffer von Eiberger in der zweiten Halbzeit herausgespielten Sieg verdient. Dem SV. Waldhof muß aber bestätigt werden, daß er höchst ehrenvoll unterlag.

Großer Erfolg der deutschen Wagen in Brescia.

Der erste Große Preis von Brescia, der einen neuen Abschnitt in Italiens großen Sportwagen-

Amtsgericht Gießen.

Gegen den A. Sch. in R. wurde wegen Sach­beschädigung verhandelt. Der Angeklagte war be­schuldigt, am 20. September v. I. 8 bis 10 Apfel­bäume eines anderen geschüttelt zu haben, wodurch ein Schaden von 40 bis 50 RM. entstand. Der An­geklagte bestritt, die ihm zur Last gelegte Tat. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnis­strafe von sechs Monaten. Er begründete den An­trag damit, daß der Angeklagte nicht nur den Eigentümer, sondern auch die Volksgemeinschaft schwer geschädigt habe. Der Verteidiger beantragte Freisprechung mangels Beweises. Der Angeklagte wurde mangels ausreichenden Beweises frei ge­sprochen.

Strafkammer Gießen.

Der I. H. in B., zur Zeit in Untersuchungshaft, war beschuldigt, in den Jahren 1938 bis 1940 in B. und W. mit Personen unter 14 Jahren unzüch­tige Handlungen vorgenommen, oder sie zu deren Duldung verleitet zu haben. Der Sachverständige hält den Angeklagten für vermindert zurechnungs­fähig. Dem Antrag des Anklaaevertreters ent­sprechend wurde er zu einer ©efamtgefäng- n i s ft r a f e von einem Jahr verurteilt und seine Unterbringung in einer Heil- und Pflegean­stalt angeordnet.

Erni wird schnippisch.Diese Menge müssen Sie noch eine Weile für sich behalten. Ich kann Ihnen nicht helfen das ganze Haus ist-ausgewogen.

So alles ausgewogen? Der Fremde »ogert. NUn, vielleicht darf ich Ihnen einstweilen Gesell­schaft leisten, Fräulein Erni?"

Dann Mülsen Sie mit in den Gemüsegarten kommen. Was Ihnen vielleicht ja auch nichts scha­den kann, so ein Städter, wie Sie sind >n dem feinen Jäckel!"

,Zch, Städter? Das werde ich Ihnen setgen.

Er stellt das Köfferchen in das offene Fenster der großen Stube, zieht die Jacke aus. Braune feste Arme wie aus Bronze kommen aus den auf- gekrempelten Hemdärmeln zum Vorschein.

Nun, vorwärts mitten hinein in die Kraut ^Erni ist mit der Begleitung nicht unzufrieden. Sie strahlt. Das ist einer, dieser Fluchtig

denkt sie an Fred Schneider und schüttelt den K p. Und während sie mit ihm über die Straße geht, schwenkt sie unternehmungslustig ihren Korb

Sagen könnten Sie mir immerhin, wer Sie eigentlich sind!" u

duft schlägt ihnen entgegen Blumenkohl und W fing stehen prall gerundet in den Zeilen. O aliedr qes Mohrenkraut wuchert. Dicke Salat köpfe fonnen sich. Von den gekreuzten Bohnenstangen herab hängen die langen Schoten.

Alles selber gemacht", sagt Erm öraßartlg.

Fabelhaft, bis auf die zerfressenen Blumenkohl- blätter ist alles tipp-topp! Sind wohl viel R P« gewesen, wie?"

ÄÄn Äuf die schmale W-mt »abÄÄ Augen über d°- braune Gchchl des Fremden. Blondes Haar und h .

Nicht übel. Da kann Fred Schneider nicht mit. wie ji-Cig unb Nacht, die beiden!

gen hinüber aufs Schloß zu den Pleffens, die Sie ja auch zu kennen scheinen." Erni besinnt sich. Eigentlich kornisch, daß Sie so genau über uns Bescheid wissen. Sie kennen wohl Lena sehr gut? Was wollen Sie eigentlich von ihr?"

Was ich von ihr will?"

Jetzt sieht nun Erni in Augen, die voll Erwar­tung sind, voll brennender Sehnsucht. Wie ein Blitz fällt die Erkenntnis in sie. Sie will auffahren, aber sie fällt ernüchtert auf die Bank zurück.Ach so", schluckt sie. Ihre Worte klingen sonderbar trocken.Sie sind also Sie sind Gottfried Tante Lenas Bräutigam."

Ja, ich bin Gottfried Bonhoff."

Er sieht auf die muntere Erni Gräfe hinab. Sie ist auf einmal gar nicht mehr munter. Er streckt ihr wie zu einer abermaligen Begrüßung die Hand entgegen, aber Erni sieht sie nicht. Kann dieser Gottfried in ihr lesen? Was weiß er davon, daß sich Erni den künftigen Mann Tante Lenas ganz anders vorgestellt hat? Im Alter zwischen Vater und Hermann, mit einem dicken, blonden Schnurr­bart und einem sonnenverbrannten Strohhut auf dem Kopf? Keine Spur von dieser Jünglingsge­stalt neben ihr!

Der Mann an ihrer Seite ist ebenso wortlos wie sie. Lena, denkt er jetzt wohl monatelang habe ich mich nach ihr gesehnt, und nun bin ich ihr auf einmal so nahe. Nur kurze Zeit währt es noch, dann sehe ich sie. Er hat die kleine Erni Gräfe neben sich ganz vergessen.

Sie ist eine wunderbare Frau , sagt er plötz­lich wie zu einem fernen Zuhörer,eine, um die man durchs ganze Land fahren könnte, um sie zu suchen. Ihre Briefe sind monatelang mein einziger Trost gewesen."

Erni sieht Gottfried Bonhoff von der Seite an Wie lieb muß er Tante Lena haben! Sie seufzt leise Fred Schneider? Was und wer ist Fred Schneider? Ein Nichts, an das sie kaum denken wird. Was ist mit ihr hat sie sich vielleicht verliebt?

Ich sah Lena nur ein einziges Mal , hort Erm Gottfried neben sich sprechen,als mein Bruder, mit dem sie damals verlobt war, verunglückte. Sie war sehr traurig, aber ihr Haar leuchtete, ich i habe das nie vergessen können. Ich habe Hena nie= ; mals lachen hören aber ich weiß, daß sie es

Generalmajor a. O. §ntz 65 Jahre alt.

Am morgigen Dienstag, 30. April kann her in Gießen im Ruhestand lebende ©enera maior VuauS Wtth°lm Fritz feinen 65. Geburtstag begeh^n^' an?30Cräm'if|O1M6rlVtammtU5 wo er E 30. April 1875 geboren wurde. Nach dem Be- fuch der Realschule in Butzbach und des Gymafiums 7 Gießen trat er in das Heer ein, in dem er nTn 1894 bis 1936, also 42 Jahre lang, als Offizier dem Vaterlande diente. Im Jahre 1894 wurde er nnPrl^t n-an\ buann ^rourbe er "ach Hanau L h imJ^re 1904 zum Oberleutnant befeuert wurde. Er wurde sodann zur Kriegs- akademie m Berlin kommandiert und im Jahre 1911 zum Hauptmann und Kompanie-Chef in Bitsch befördert. Bei Kriegsausbruch rückte er sofort ins Feld. Im Jahre 1917 erhielt er feine Beförderung 3iun Maior; fein Dienst führte ihn u.a. aus dem Felde m das besetzte Gebiet und durch die Heimat in verschiedene Stellungen der Eisenbahnabteilunq des Großen Generalstabs.

Nach dem Kriege wurde er in die damalige Reichs­wehr des 100 000-Mann-Heeres übernommen. Im Jahre 1923 kam er als Oberstleutnant und Kom­mandeur des I. Batl. Jnf.-Regts. 15 nach Gießen Hier war er bis zum Herbst 1928 als Bataillons- kommandeur zugleich Standortältester und außer­dem Landeskommandant in Hessen. Im Herbst 1928 . wurde er als Oberst und Kommandant der Festung Ulm nach Ulm versetzt, von wo er im Jahre 1930 unter Verleihung des Charakters als Generalmajor schied. Generalmajor Fritz übersiedelte bann wieder nach Gießen, wo er von 1930 bis 1936 als Fürsorge­referent in der damaligen Reichswehr in Gießen und Koblenz (Wehrersatzinspektton) tätig war. Bei seinem Ausscheiden aus dem Wehrmachtsdienst im Jahre 1936 erhielt er als besondere Auszeichnung ein Schreiben des Führers, in dem ihm der Dank für feine 42jährige ununterbrochene Dienstzeit im Heere ausgesprochen wurde.

Generalmajor a. D. Fritz, ein in Frieden und Krieg hochverdienter Offizier, erfreut sich nicht nur in den Kreisen der alten Soldaten unserer Stadt und der ihm früher unterstellten Einheit, sondern darüber hinaus auch in weiten Bevölkerungskreisen großer Wertschätzung. An seinem morgigen 65. Ge-

kann, so gut wie Sie, Fräulein Erni, so jung und so mitreißend."

Erni errötet. Ihr Herz schlägt höher, weil er ihren Namen nennt, obschon er an Tante Leim denkt.

Ja", sagt sie aufrichtig,wenn sie in eine Stube tritt, wird es gleich viel heller. Die Menschen wer­den auch sanfter, und alles ordnet sich wie von selbst, wenn sie da ist." v w

Mein Hof", erzählt nun Gottfried Bonhoff, liegt weit ab von allen Menschen. Niemand ist da, mit dem ich richtig sprechen könnte. Niemand, der mein Haus pflegt. Man ist sehr allein in so einem Haus, dem die Frau fehlt. Lena wird der gute ©eist sein. Unter ihren Händen wird alles schön werden."

Nun ist es eine Weile still zwischen ihnen. Nur die Hummeln hört man über die Beete ziehen, und aus den Mesen klingt schon das ebenmäßige Zirpen der Heimchen auf.

Fräulein Erni" sagt Gottfried schließlich, urtb seine Stimme klingt sehr warm.Sie müssen die erste fein, die uns oben in Ostpreußen besucht."

Erni nickt. Aber vor ihren Augen liegt ein

Schleier. _ _

Sehen Sie die helle Gestalt dort am Waldrand? Das ist Lena!" sagt sie dann schwerfälliger, als ihr sonst die Worte von den Lippen gehen. Sie zeigt nach dem Hutberg. .

Da ist Gottfried Bonhoff schon über den Zaun gesprungen. Hat er Erni noch einmal angesehen? Hat er noch ein Wort zum Abschied gesagt? Nein, nichts!

Erni nimmt den Korb über den Arm und geht ins Haus, ohne sich noch einmal nach dem Hutberg umzusehen.

Einen Berg im Sturm nehmen, was macht das Gottfried Bonhoff aus? Das Helle Kleid schimmert näher, die Umrisse der Gestalt werden Aarer. Lena Oetteking geht ahnungslos den grünen $ er gram entlang. Hasel- und Brombeersttäucher verbergen sie zuweilen. Aber schließlich sieht auch sie den Mann, der ihr entgegenstürmt.

Und bann stehen sie voreinander. Beide sind wortlos. Beide erfüllt ein Ahnen, daß nun etwas Neues in ihr Leben bringen will. Sie wissen nicht, ob es etwas Gutes, ob es etwas Schweres ist.

(Fortsetzung folgt)

Männerturnverein Gießen.

Auch der Männerturnverein hielt am Samstag im Hotel Köhler seine Mitgliederversammlung ab. Dereinsführer Müller hieß die Kameraden will­kommen. Er erstattete sodann einen umfassenden Geschäftsbericht. Er schilderte die Beteiligung und die siberaus erfreulichen Erfolge, die die Turner und Turnerinnen im vergangenen Jahre bei Öen ver­schiedenen Veranstaltungen erzielen konnten. Die Männerturner und Turnerinnen sicherten sich zahl­reiche leichtathletische Kreismeifterschaften, schnitten beim Abendsportfest des NSRL. sehr gut ab und waren heim Gaualterstreffen mit bestem Erfolg vertreten. Der Bahnstaffeltag in Bad-Nauheim, das Weidig-Bergfest und das Reichsbundskreisfest in Grünberg wurde mit stattlichen Abordnungen be­sucht und allenthalben kehrten die Mtver siegreich heim. Besonders wurde der Erfolg der Basketball­mannschaft erwähnt, die im Heuchelheimer Turnier hinter der Meistermannschaft von Kreuznach den zweiten Platz belegen konnte. Im weiteren Verlauf gedachte man des im vergangenen Jahre verstör- denen Mitglieds und Mitbegründers des Vereins, Adalbert Bindern a ld, zu dessen Gedenken man sich von den Plätzen erhob. Ausführlich berichtete Turnkamerad Müller über den Stand der Arbeiten auf dem Turn- und Spielplatz am Heegstrauchweg. Der Bericht schloß mit dem Appell an alle Mit­arbeiter, sich auch weiterhin für die Sache der deut­schen Leibesübungen einzusetzen. Herzlichen Dank sagte der Kreisfüyrer für die vielen Glückwünsche, die ihm aus Anlaß seines 50jährigen Tumerjudi-

der jetzt im Hausbrand eingesparten Kohle entlastet den Verkehr und dient der Bevorratung für den kommenden Winter. Aus diesem Grunde rufe ich alle Hausbrandverbraucher auf, die Heizung sofort e i n g u ft e 11 e n.

Immatrikulation an unserer Universität

Zu Beginn des 3weiten Trimesters der Universi­tät Gießen fand am Samstagmittag im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts in schlichter Form die Jmmattiknlation her Studenten und Stu­dentinnen statt, hie sich neu zum Studium an un­serer Universität eintragen ließen.

Se. Magnifizenz her Rektor, Professor Dr. H. W. Kranz, hielt an die Studenten und Studentin­nen eine kurze Ansprache. Er erinnerte an die nun­mehr 333jährige Geschichte her Universität, die reich an Höhepunkten, aber auch an Niedergängen ge­wesen sei. Immer wieder habe sich dabei her ger­manische Mensch zu erheben versucht, immer aber sei ihm der große Erfolg versagt geblieben, weil her nordische Mensch, als der Einzelgänger, nicht in einer Volksgemeinschaft vereinigt werden konnte, wie sie uns erst feit der Machtübernahme durch den Führer beschieden worden sei. Der Führer habe da­mit einen unvorstellbaren Aufstieg eingeleitet. In seinen weiteren Darlegungen sprach der Rektor über die jüngste Entwicklung, über die Feindschaft, die der Aufstieg Deutschlands unter dem Führer in England auslöste und betonte, daß der gegenwärtige Krieg ein Krieg der härtesten Entscheidung, em Krieg um Sein oder Nichtsein sei. Unseren Feld­grauen sei in dieser Auseinandersetzung bereits Sieg um Sieg beschieden gewesen. Für diejenigen, die noch in der Heimat seien, bedeuteten der Einsatz und das Opfer unserer Soldaten die Verpflichtung zur äußersten Leistung. Wer noch zu Hause sei, müsse bereit sein, ein Vielfaches dessen zu leisten, was sonst im allgemeinen von einem Menschen erwartet werde. Das gelte in besonderem Maße auch für den deutschen Studenten. Der deutsche Student müsse gerade jetzt eine Haltung beweisen, die der aroßen Zeit entspreche. Mit herzlichen Worten nahm sodann der Rektor die jungen Studierenden in die Gemein­schaft unserer Alma mater Ludoviciana auf.

Die Studenten und Studenttnnen verpflichteten sich ihm nachdem die Eidesformel von Bürodirek­tor Keßler verlesen war durch Handschlag. Mit der Aushändigung der Jmmatrikulationsur- kunden fand die Feier ihren Abschluß.

Morgenveranstaltung für die Kriegsmarine.

Die Heldentaten unserer Kriegsmarine hatten namentlich bei der Jugend lebhaftes Interesse für eine Morgenveranstaltung hervorgerufen, die am gestrigen Sonntag in Verbindung mit der Marine­kameradschaft Gießen durchgeführt wurde. Mit der Jugend waren dazu auch zahlreiche Erwachsene er­schienen, so daß der Gloria-Palast bis auf den letz­ten Platz besetzt war.

Der Führer her Marine-Kameradschaft Gießen, Kamerad Heinrich Lich, verband mit seinen Be­grüßungsmorten den Dank an die Partei und be­sonders an Kreisleiter Backhaus für die Unter­stützung der Bestrebungen der Marine im Binnen­lande. . M r

Den Filmvorsichrungen ging eine Ansprache des Korvettenkapitäns Chorus voraus, der auf hie Bedeutung unserer Kriegsmarine hinwies. Er zeich­nete ihre Aufgaben auf, wenn es gilt, unter vollstem Einsatz den Heeresteilen den Weg über weite Mee­resstrecken zu bahnen. Er schilderte die Entwicklung der Kriegsmarine seit den Zeiten der Wikinger, über die Kurbrandenburgische Fregatte, die preußi­sche Flotte und die Marine des Norddeutschen Bun­des zu her Kriegsmarine, die 1916 der englischen Flotte den Nimbus der Unbesiegbarkeit nahm. Un­ser Führer Adolf Hiller habe auch der Kriegsmarine besondere Beachtung geschenkt, und nach diesem Kriege werde her deutschen Marine eine ungeahnte Zukunft bevorstehen. Der Redner schilderte dann die Eigenart und Schönheit des Dienstes auf dem Schift, der dem jungen Menschen die Möglichkeit biete, Fähigkeiten in die Tat umzusetzen und der daher eine vielseitige Ausbildung erfordere. Das Knegs- schiff sei das Vorbild, das eine auf Gedeih und Ver- t derb miteinander verbundene Gemeinschaft unter [ her Führung eines verantwortungsbewußten Kom- . Mandanten fei. Auf dem Schiffe fange her Kampf ; nicht erst dann an, wenn geschossen werde, denn die

Naturgewallen seien unberechenbar. Hier müsse der Mann absolut seinen Platz ausfüllen. Durch diese Gemeinschaft aber werde die Seeaeltung errungen. Ein Volk, das wie unseres Weltgeltung habe, müsse auch Seegeltung besitzen. Darauf werde Deutsch­land nach diesem Kriege bedacht sein, und dazu brauche es eine starke und tapfere Jugend, die die See verstehe.

In einer Wochenschau wurde dann der Jugend der Einsatz her Kriegsmarine vor Augen geführt. Mit Vorposten, U-Booten und Zerstörern über die stürmische See war der Vormarsch nach Skandi­navien zu verfolgen. Dabei waren auch Aufnahmen von der Zusammenarbeit mit Fliegern und dem Heer zu sehen. Ein TonftlmUnter her Kriegs­fl agge^ zeigte die Ausbildung auf unseren stähler­nen Riesen zur See. Der TonfilmStander vor" vermittelte einen Einblick in den zahlreichen Bestand unserer Kriegsflotte, die exakte Manöver ausführte. Den Abschluß bildete ein Tonfilm vom Stapellauf des SchlachtschiffesTirpitz" und von der Auszeich­nung des Admirals Dr. h. c. Raeder durch die Be­förderung zum Großadmiral durch den Erbauer der neuen, starken deutschen Kriegsmarine, den Führer.

Die Marine-HI. gab der Veranstaltung mit einem Schargefang und mit frohen Weisen auf demSchif­ferklavier" eine schöne Umrahmung. Nach dem üb­lichen Abschluß wurde dasEngelland-Lied" gesun­gen.

Eine Hitze", sagt sie übertrieben laut, denn es I ist' ihr aus einmal sehr heiß geworden

Der Fremde ist schon beim Bohnenpflucken, schnell geht es ihm von der Hand. Er häuft sie in den Henkelkorb.Heiß", fagt er wegwersendjetzt? Die Sonne ist doch schon tm Untergehen und Herbst haben wir auch. Heiß ist, wenn d,e Suft flimmert über dem Roggen,eid, über den Puppen, oder wenn man die Garben auf den Wagen gabelt.

Hui sind Sie denn Bauer?'

Wofür hatten Sie mich denn gehalten?

Zuerst natürlich Student oder so die sind auch immer Hans-Dampf in "lll" Gassen A^r wenn man Sie' genauer anguckt, dann sind tote natürlich zu alt dazu.

Ach so, Sie haben mich also richtig angegudt.

Erni' hreht ihm den Rücken zu und pflückt Boh- nGr®ie alt sehe ich denn aus? Wohl wie vierzig?

"Wollen Sie denn nicht gleich achtzig sagen? Erni setzt sich auf die Bank. »Jetzt geht mir em Licht auf. Sie sind natürlich ein Bekannter von

Jutta? Warten Sie mal: bas ist doch das Fräu­lein von Plessen-Roda, die Braut Ihres Bruders!

Wollen Sie nicht gleich eine Familiengeschichte von uns schreiben? Sie werden mir ordentlich un­heimlich. Wer sind Sie denn eigentlich-'

Der Fremde lacht erst, dann wird er ernster. Er setzt sich neben Erni auf die Bank.Fraulem Erni sagen Sie mir bitte, ist Lena Oetteking noch bei Ihnen?" Seine Stimme hat sich auf einmal ^emHieht ihn aufmerksam an.Ach so, zu Tante Lena wollen Sie? Natürlich ist sie bei uns. Sind Sie einer aus dem Weserland? Ein Bekannter

-in- schlechte Beobachterin Ein Bekann- ter? Würde ein Bekannter aufzucken, wenn er härt dak Lena hier ist? Würde in fernen Augen einjoldjes Erwarten glimmen? Nur em Bekann- "sie ist da - hier bei Ihnen ..." Wie erlöst ift" feine Stimm«.Gott sei Dank - aber wo ist ,k 3* "tagte ?M Ihnen doch schon, ft°. ist genau wie die anderen ausgeflogen - sxazierengegan-