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einer scharfen Gegenmaßnahme beantwortet. Denn dieser Krieg, so sagte der Führer, wird auf Gegen­seitigkeit geführt. So war es auch mit der Bewaff­nung der Handelsschiffe, die Churchill durchgeführt hat. Deutschland war von Anfang bereit, den Han­delskrieg nach der Prisenordnung zu führen, wie sie im Londoner U-Boot-Protokoll niedergelegt worden ist. Unsere U-Boote haben bewiesen, wie ritterlich ein Krieg geführt «erden kann, wenn beide Par- teien das Seerecht achten. Dann aber griff England zur Bewaffnung der Handelsschiffe, die nirgends völkerrechtlich berücksichtigt oder gestattet ist, und brachte damit eine unerhörte Verschärfung des See­krieges. Denn das Londoner U-Boot-Protokoll be­zog sich nur auf friedliche Handelsschiffe und hatte zur Voraussetzung, daß die Handelsschiffe unbe­waffnet sind. Es ist daher lächerlich und verlogen, Deutschland Vertragsbruch vorzuwerfen. Es ist viel­mehr England, das durch seine Bewaffnung der Handelsschiffe dem U-Boot-Protokoll die Grundlage entzogen ist.

Ebenso haltlos sind die Vorwürfe gegen die deutsche Seekriegfüyrung in bezug auf die Gewässer um England. Dieser Krieg hat neue Formen und damit auch neue Verhältnisse geschaffen. Das See­gebiet um England ist Kriegsgebiet. In ihm ist mit dauerndem Aufenthalt feindlicher Seestreitkräfte zu rechnen. Wer sich in dieses militärische Opera­tionsgebiet begibt, setzt sein eigenes Schiff, seine Ladung und sein Leben bewußt aufs Spiel. Das bezieht sich genau so auf die neutralen, wie auf die feindlichen Schiffe. Niemand bedauert die schweren Verluste der Neutralen mehr als Deutschland. Aber man kann unmöglich von der deutschen Seekriea- führung Rücksichten auf Neutrale verlangen, wäh­rend man sich gleichzeitig den rücksichtslosen Maß­nahmen Englands beugt. Deutschland hat genau so viel Rechte wie die andere kriegführende Partei.

Dor einigen Tagen hat eine neutrale Zeitung die Verhältnisse in der Nordsee und in den englischen Küstengewässern mit dem Landkrieg verglichen und gesagt, daß ein neutrales Fahrzeug, das sich durch das Niemandsland zwischen der Maginot-Linie und dem Westwall bewege, selbstverständlich damit rech­nen müsse, in beiderseitiges Feuer zu geraten. Die­ser Vergleich ist durchaus richtig. Ganz ähnlich lie­gen hie Verhältnisse in den Gewässern um England. Auch sie sind Kriegszone, und auch in ihnen muß das neutrale Fahrzeug damit rechnen, in Kriegs- Handlungen hineingezogen und unter Umständen versenkt zu werden.

Wie England über diese Frage denkt, zeigt ein Absatz aus dem Buch von Winston ChurchillDie Weltkrise 1914/18", in dem es heißt:Nehmen wir an, die Ereignisse hätten sich auf dem Lande statt auf dem Wasser zugetragen; nehmen wir an, eine größere Anzahl von Amerikanern oder anderen Neutralen hätte den unter Geschützfeuer stehenden deutschen Truppen Proviant und Munition zuge­schoben; nehmen wir an, daß die Transportkolonnen besttmmte Straßen passieren mußten; wer hätte einen Augenblick gezögert, sie im Trommelfeuer zu vernichten und von der Erdoberfläche zu tilgen? Warum sollte es gesetzmäßig sein, einen Neuttalen oder Nichtkämpfer am Lande mit Feuerwaffen um­zubringen, wenn er sich in den Weg stellte, und eine abscheuliche Grausamkeit, dieselbe Person auf dem Meere durch Torpedos zu töten? Wo bliebe die Logik, wenn man einen Unterschied zwischen diesen beiden Verfahren machen wollte?"

Wir haben diesen Worten Churchills nichts hin­zuzufügen. Sie zeigen in der Tat klar, wie die Dinge liegen und wie England in diesem Punkt denkt. Die Regierung Roosevelt hat aus der Lage die einzig mögliche Folgerung gezogen und den amerikanischen Schiffen' das Einlaufen in die Krieaszone verboten. Dadurch sind klare und über­sichtliche Verhältnisse geschaffen worden. Man kann den übrigen Neutralen nur empfehlen, das ameri­kanische Beispiel nachzuahmen, denn sie werden nur dadurch große und schmerzliche Verluste vermeiden können.

Englischer 1000-Tonnen-Dampfer im Atlantik gesunken.

Rom, 28. März. (DNB.) Erst jetzt wird bekannt, daß der englische DampferRossington Court" (6922 Brt.) am 13. März im Atlantischen Ozean gesunken ist, angeblich nach einemZu­sammenstoß". DieAgenzia Stefani" meldet hierzu, 36 Mann seiner Besatzung seien in einem Hafen in Mittelengland gelandet worden.

Karl Theodor Welcker.

Von Professor £. Bergstraßen

Der Pfarrer Philipp Christoph Welcker, der S!gen Ende des 18. Jahrhunderts die Gemeinde ber-Ofleiden und sechs Filialen versah, hatte 13 Kinder; zwei seiner Sühne sind berühmt geworden; der ältere Friedrich Gottlieb, als Philologe, der jüngere Carl Theodor als Jurist und fast mehr noch als Vorkämpfer deutscher Einheit und Frei­heit.

Karl Theodor Welcker wurde geboren am 29. März 1790, noch im ersten Jahre der gro­ßen französischen Revolution, die dieses Deutschen Leben bestimmen sollte. Die frühesten Jugenderin- nerunaen beziehen sich auf Einquartierungen: aus dem Franzosenkriea rückkehrende Preußen, dann Franzosen, die vielfach Oberhessen durchzogen, wie­der Preußen. War schon der Vater ein Gegner der Rheinbundpolitik, so war es der Sohn noch mehr. Ihm verband sich damit die Idee persönlicher Ver­pflichtung des einzelnen. Als Student in "G i e h e n wurde er 1809 der eigentliche Neugründer der Verbindung Franconia, im Jahre 1809, als Oester­reich gegen Napoleon kämpfte. Diese Verbindung ist die Keimzelle der Burschenschaft, sie ist voll patriotischen Geistes. Nur Kränklichkeit hielt den jungen Mann 1813 davon zurück, in das Corps freiwilliger Jäger einzutteten. Er war damals schon Privatdozent in Gießen und hatte schon seine erste bedeutende Schrift veröffentlicht:Die letzten Gründe von Recht, Staat und Strafe", eine rechts­philosophische Untersuchung also. Sie ist in zweier­lei Hinsicht wichtig; einmal, indem er hier schon die Grundlage für seine Lebenseinstellung gewinnt. Die Schrift legt den Begriff des objektiven Rechtes fest, das aus den allgemeinen sittlichen Ueberzeu- gungen erwächst und jeden, Herrscher wie Reaierten in gleicher Weise bindet; damit ist die Mooelung des Rechtes nach dem Nutzen ausgeschlossen, auch die nach der Nützlichkeit für den Staat; denn das wäre ja wieder ein subjektives Merkmal. Von die­sem Standpunkte aus bekämpft er die Universal­monarchie auf das heftigste, weil sie zum Despotis­mus führe. Das Buch ist 1811 erschienen; in die rechtsphilosophische Deduktion ist die politische Ten­denz eingewickett: Kampf gegen die napoleonische Weltherrschaft! Kein Wunder, daß es in Frankreich als eineverderbliche Ideologie" verboten wurde. Und eben hierin liegt die Mite« Bedeutung der

Französischer Zerstörer vernichtet.

Der französische ZerstörerLa R a i ll eu se" (1378 Tonnen) ist, als er am Samstag auslaufen wollte, von einer Explosion zerrissen worden und sofort gesunken. Erst jetzt hat man von dem bisher streng verheimlichten Verlust erfahren. (Scherl-Bilderoienst-M.) Die spanische Krast zur Neutralität.

Don unserem RB.-Äerichierstatier.

Englands Krieg ist Judas Krieg!

Am 18. Dezember 1938 schrieb der Jude Der- narb Lecache:

Es ist unsere Sache, die moralische und kulturelle Blockade Deutschlands zu organi­sieren und diese Kation zu vierteilen. Es ist unsere Sache, endlich einen Krieg ohne Gnade zu erwirken!"

Neun Monate später, am 2. September 1939, dankt Chamberlain dem Leiter derJüdischen Agentur", Chaim Weizmann, in einem Brief:

Ich freue mich, festzustellen, daß in dieser Zeit äußersten Kotstandes, wenn die Dinge, die uns teuer find, auf dem Spiele stehen, Großbritannien sich auf die von ganzem Herzen gegebene Mitarbeit der Jüdischen Agentur verlassen kann."

Englands verjudete und judenhörige Pluto­kraten haben die jüdische Sache zu ihrer eigenen | gemacht. Dieser jüdisch-britischen Verschwörung | gilt unser Freiheitskampf!

Madrid, Ende März 1940.

Die entscheidende außenpolitische Frage, die heute in' Madrid gestellt wird, ist diejenige nach der spanischen Neutralität. Wird es dem jungen spanischen Staat gelingen, sich außerhalb jedes Konflikts zu halten?

Solange natürlich die kriegerischen Ereignisse sich auf die bisher im Kriege befindlichen Staaten be­schränken, ist eine Gefährdung der spanischen Neu­tralität unwahrscheinlich. Aber das Bemühen der W e st m ä ch t e geht ja gerade auf eine Aus­dehnung des Konflikts. Sollte auf diese Weise das Mittelmeer in Brand geraten, dann wäre für die Wahrung der spanischen Neutralität der größte Aufwand notwendig. Aus diesem Grunde erfolgt heute in Spanien eine Musterung der zur Verfügung stehenden Kräfte, und die Ergebnisse dieser Musterung müssen als durchaus positiv an- gesprochen werden.

Gewöhnlich wird von Spanien gesagt, es könne sich heute an keinerlei militärische Unternehmungen beteiligen, weil der Bürgerkrieg das Land ge­schwächt habe. Dies mag ftimmen, wenn man als eine solche militärische Aktion einen Offensiv­krieg ansieht. Dies dürste aber nicht mehr den Tatsachen entsprechen, wenn ein Verteidi­gungskrieg in Frage käme. Tatsache ist, daß der spanische Staat nach dem Bürgerkrieg eine viel größere Militärmacht als vor dem Bürgerkriege

Die militärische Machtstellung Spaniens vor dem Bürgerkriege ist zur Genüge bekannt. Die Verhält­nisse innerhalb der Armee entsprachen nicht ihrer Tradition. Sie mar durch militärfeindlich gesinnte Politiker systematisch geschwächt worden. Die Politik des damaligen spanischen Staates entsprach ja auch den Machtmitteln, die ihm zur Verfügung bzw. nicht zur Verfügung standen.

Die militärische Machtstellung Spaniens ist durch den Bürgerkrieg von Grund auf gewandelt wor­den. Zwei Millionen spanischer Männer haben Feuer gesehen und sind stündlich bereit, zur Ver­teidigung des eigenen Landes zu den Waffen zu greifen. Durch sie ist ein W e h r w i l l e ins ganze Land getragen, wie es ihn feit dem 2. Mai 1802, als Napoleon vom spanischen Volke verjagt wurde, nicht mehr gegeben hat. Viele von den feuererprobten jungen Offizieren, mit heiß ver­dienten Ehrenzeichen an der Brust, besuchen jetzt die Kriegsschulen und lassen sich fertig ausbilden. Bald wird der spanische Staat für alle Waffengattungen ein Offizierkorps besitzen, das nicht nur geschult, sondern auch kampferprobt ist.

Das gleiche gilt von den Waffen in der spani­schen Armee. Jedermann weiß, wie auf den Schlachtfeldern des spanischen Bürgerkriegs die modernsten Waffen der europäischen und amerika­nischen Großmächte erprobt wurden. Die Groß­mächte haben sich die dabei gesammelten Erfahrun­gen zunutze gemacht. Aber auch Spanien hat sie sich zunutze gemacht. Heute wird es keine Armee auf der Erde geben, die besser in allen Waffen­typen fremder Staaten Bescheid weiß, als gerade

die spanische. Dieses Wissen bietet heute die selbst­verständliche Voraussetzung für die Entschlüsse der eigenen Rüstungsindustrie.

Heute befindet sich die spanische Wehrkraft in der Phase ihrer entscheidenden Wende. Es werden jetzt die grundlegenden Maßnahmen getroffen, um zu Lande, zu Wasser und in der Luft die Mittel zu erstellen, die nicht nur zur Verteidigung des Landes, sondern auch zurErfüllungderimperialen Idee des jungen Staates notwendig sind. Daß dabei das Heer den heute schon bestehenden stärksten Aktivposten abgibt, ist aus der spanischen Tradition und nach den infanteristischen Ereignissen des Bürgerkrieges selbstverständlich. Daß außerdem die Luftwaffe zu den stärksten und den am schnellsten verwirklichbaren Hoffnungen berechtigt, ist bei der Natur dieser Waffe und bei der hier zu deren Auf­bau vom Caudillo eingesetzten Persönlichkeit des bekannten Generals P a g u e ebenfalls selbstver­ständlich. Daß schließlich die Marine trotz der Schwie­rigkeiten, die ihrem Aufbau naturgemäß entgegen» stehen, ebenfalls, und zwar mit besonderen Ziel­setzungen, gefördert wird, ist bei der Persönlichkeit des Caudillo, des Francisco Franco Baha- monde, der aus Ferrol in Galicien einer Sol­datenfamilie entstammt, zu erwarten.

Französisches Maulheldentum

Völlige Besetzung und Zergliederung Deutschlands".

Genf, 28. März. (DNB.) Die zahlreichen Ver­öffentlichungen französischer, englischer und jüdischer Maulstrategen, die unverblümt eine völligeVer­nich t u ng und Zerstückelung Deutsch­lands und gleichzeitig eine über das Schicksal neu­traler Staaten kaltlächelnd hinweggehende Kriegs­ausweitung fordern, sind um ein neues Stück be­reichert worden. In einemVon der Reichsgrenze" datierten Artikel des y o n Republicaine" schreibt der französische Publist Jean Bardanne u. a.: Um diesen Krieg zu beenden, müsse Deutsch­land besiegt werden, und um Deutschland zu be­siegen, müsse man es besetzen. Dieser Krieg müsse mit der totalen Besetzung Deutschlands beendet werden.Wenn dies Volk erst einmal, um etwas zu essen und seinen Hunger zu stillen, vor unseren Feldküchen wird Schlange stehen und unter der Bewachung französischer und englischer Bajonette vorbeimarschieren müsse, an diesem Tag wird es zu verstehen beginnen ... und an diesem Tag wird der Deutsche fügsam und gehorsam sein (!!). Zwar würde dies nicht für lange Zeit so bleiben, meint der Artitelschreiber, aber wenn wir es richtig zu machen verstehen, wenn wir das pangermanistische Mon­strum zu zergliedern wissen, dann wird es trotzdem für einige Generationen anhalten. Die Franzosen und Briten werden dann ein lobenswertes Werk vollbracht haben.

Zum Schluß des unter der UebsrschriftDer

Schrift. Der Jurist Welcker ist nie Jurist allein, er ist immer, und schon hier deutlich genug, auch Politiker. Er deutet seine Absicht im Schlußsatz an, in dem er betont, daß erin dem entschiedenen Kampf, worin in unseren Tagen das Schlechtere mit dem Besseren begriffen ist", Stellung nehmen will. Im Jahre 1814 kommt zu dieser negativen Grenzziehung die positive Ergänzung. In einer Rede überDeutschlands Freiheit" verlangt er ein möglichst enges Bundesverhältnis der deutschen Staaten, da ihm die Reduktion der Souveränität derselben, die volle Einheit, die er als ideale Lö­sung erkennt und an sich wünscht, nicht möglich er­scheint. Das Programm des deutschen Einheits­staates ist aber damit aufgestellt.

Die Neuordnung der deutschen Verhältnisse im Deutschen Bunde entsprach weder den Bedürfnissen des deutschen Volkes, noch den Wünschen seiner Vorkämpfer; sie zogen daraus nur die Lehre, daß die Fürsten, nachdem sie durch die Kraft und die Hingabe ihrer Völker ihre Selbständigkeit erhalten hatten, nun den Dank vergaßen. Mobilmachung der Bevölkerung mußte also die Aufgabe sein, wenn man das Ziel der Einheit erreichen wollte. Erst wenn die bisherigen Untertanen sich ihres Rechtes und ihrer Selbständigkeit bewußt wurden, wenn sie die Möglichkeit der Mitbestimmung be­kamen und so Einfluß gewannen, auf die Fürsten drücken konnten, bann erst konnte ber Weg frei werben. So entsteht bie liberale Bewegung ber Zeit nach ben Freiheitskriegen mit bem doppelten Ziel, Welcker hat in den ganzen Jahren zwischen 1815 und 1848 in ihr eine führende Stelle gehabt; teils als Landtagsabgeordneter in Baden, teils durch feine schriftstellerisch-wissenschaftliche Arbeit. Ihre größte Leistung nach der publizistischen Seite ist das Staatslexikon, das er als Professor in Frei­burg zusammen mit seinem Kollegen von Rotteck herausgab; ein vielbändiges gelehrtes Werk, aber durch große Verbreitung, dadurch, daß es in die Hand derer kam, die denselben polittschen Weg gingen, für die damalige Zeit von ungeheurer Wir­rung; denn noch waren die breiten Massen von der Politik nicht ergriffen; noch handelte es sich bei den Führenden wenigstens um eine kleinere, obere Schicht. Sie bekam mit diesem Werk das Hand­werkszeug in die Hand. Die gedankliche Grundlage war dieselbe, die Welcker in seiner ersten Schrift niebergelegt hatte. Die dicken Bände sind gewisser­maßen in allen Einzelheiten ber Nachweis von ber Notwendigkeit des objektiven Rechtem»

Als Abgeordneter vergaß Welcker nie das letzte Ziel; wiederholte Anträge auf Reform des Deut­schen Bundes bringen immer wieder neue und weitwirkende Kritik an den bestehenden Zuständen. Dabei ist er nicht radikal; er will langsame Um» und Weiterbildung.

Der politische Kampf hat ber wissenschaftlichen Arbeit nicht geschabet, im Gegenteil; aus der Praxis der Politik, aus dem Leben erwuchsen dem feurigen Manne immer neue Anregungen. Und Zeit sie zu verarbeiten gab es auch genug, denn lange Jahre hindurch war er wegen seiner politischen Tätigkeit verfolgt und des Amtes verlustig.

1848 schien die Zeit reif geworden: die Revolu­tion m Frankreich schlug auf Deutschland über. Die badische Regierung besann sich in ihrer Not und Schwache darauf, daß dieser ehrliche und uneigen, nützige Mann nützlich fein könne und machte ihn zum Bundestagsgesandten in Frankfurt, wo auch das Parlament zusammenttat, das bas Werk ber Einigung schaffen sollte. Lange Monate hinburch war Welcker in der Nationalversammlung ein Geg­ner der stärksten Partei, der sogenannten Klein- deutschen, bie bie Einheit unter preußischer Füh­rung wollten, womit bas Ausscheiben Oesterreichs zwangsläufig verbunden war; erst spät rang er sich dazu durch, daß unter ben gegebenen Verhältnissen nur eine kleinbeutsche Lösung möglich sei. Es war ihm ein schmerzlicher Verzicht, aber bie Selbstlosig­keit, mit ber er immer dem Ganzen dienen wollte, zwang ihn dazu, ihn auszusprechen. Und diese Ueberroinbung wirb nicht geringer burch den Aus. gang, das Scheitern dieses Einheitsversuches. Denn die charakterliche Leistung bleibt. Den anderen Weg, der darin bestanden hätte, revolutionär zu­nächst einmal das ganze bestehende System ber einzelstaatlichen Regierungen zu zerstören biefen Weg konnte Welcker seiner Natur nach nicht gehen- wir sehen wohl heute, baß er eine Möglichkeit bot' ob sie hätte zur Wirklichkeit werben können ist hinterher nicht zu entscheiben. Der Historiker lehnt bie nachträgliche Weisheit ab.

Mit ber Tätigkeit in ben Jahren ber Revolutton ift Weickers eigentliche Wirksamkeit abgeschlossen benn auch was er in ben letzten beiden Jahrzehnt len seines Lebens noch schrieb, bringt nichts neues weder sachlich, noch für seine Entwicklung. Und das Bismarcksche Reich hat er nicht mehr erlebt

So gehört er geschichtlich zu ber großen Zahl Deutscher, bie aus der napoleonischen Zeit bas Ureste Ziel ßas erkannt hatten, bis ihx feejfca toten.

Friede ohne Sieg würde für die Westtnächte schlim­mer sein als eine Niederlage ..(d. h. also, die Kriegshetzer wollen einen Sieg ohne Frieden! D. Schrrftltg.) erschienenen Artikels heißt es dann: Es bliebe also bann nur eine Lösung, bie alle Länder wünschen müßten, und zwar bie Neutralen mehr noch (!) als die Westmächte: bie Niederlage Deutsch, lanbs. Dafür aber, baß diese Niederlage schnell verwirklicht werde, und damit auch bie ganze Well nicht zu sehr unter ben Härten des Krieges leide, müsse man helfen, baßgewisse Völker" endlich ver­stünden, baß bieStunbe ber Erpressungen" vorbei sei, andere Völker müßten über die schweren Fol­gen nackzudenken verstehen, die ihre Feigheit haben könnte (!).

Churchills Schule.

So kommen die englischenLuftsiege" zustande.

Amsterdam, 28. März. (DNB.) DieDaily Mail" veröffentlicht einen sensationellen Bericht über den Selbstmord eines der bekannten eng- liehen Geschwaderführer der Luftflotte. Geschwa- bersührer Richard Graham B l o m s i e l b wurde vor kurzem vor das Kriegsgericht gestellt unter der Anklage, das englische Luftfahrtministerium schwer- wiegend dadurch irregeleitet zu haben, daß er falsche Meldungen über seine angebliche (Er­folge bei Angriffsflügen gegen die Deutsche Bucht gegeben habe. Blomsield wurde aus dem Ruhestand bei Kriegsausbruch zur aktiven Truppe zurückberufen und stand im Alter von 50 Jahren. Er war Träger hoher Tapferkeitsorden. Kurz vor der Urteilsverkündung des Kriegsgerichtes ver­giftete sich Blomfield in seiner Zelle.

In diesem Zusammenhang teilt dieDaily Mail" mit, daß schon mehrfach britische Kriegsgerichte englische Flieger hätten' bestrafen müssen, die sich für Kriegstaten hätten auszeich- nen lassen, bie sie nicht vollbracht hätten. So wird aus London berichtet, daß bas Kriegsgericht ben englischen Fliegeroffizier D. C. P. Wood »tx* abschiebet habe, weil er einen von ihm geführten Vorstoß vorzeitig abgebrochen habe unb dafür mit einem Bericht über Kampfhandlungen unb Erfolgen zu Hause gelandet sei, die frei von ihm er­funden gewesen seien.

177 Brandbomben in London gestohlen.

A m st e r i> a m, 28. März. (Europapreß.) Die englische Polizei fahndet nach mehreren Männern, bie 17 7 Brandbomben aus einem Dienstge- bäube ber Londoner Luftschutzverwaltung gestoy - l e n haben. Die Bomben, die zu Uebungszwecken bestimmt waren, sind mit Zündern versehen, unb können, wenn sie böswillig verwendet werben, gro­ßen Schaden anrichten. Scotland Yard vermutet, daß die Täter in den Reihen der IRA. zu suchen sind. x

es zu verwirklichen, bie aber, zu früh gekommen, ihrer Hoffnungen Erfüllung nicht sahen. Sie schie- neu umsonst gekämpft unb gelitten zu haben. Doch bie Geschichte lehrt, baß kein ebles Streben je ganz vergebens ist, unb daß Samenkörner der Idee, ein­mal ausgestreut, auch einmal aufgehen. Die glück« liche Generation, die die Reichseinheit besitzt, soll derer nicht vergessen, die sie vorbereiteten. Unb sie soll sich darüber immer wieder Rechenschaft geben, baß feine staatliche Organisation besteht, wenn sie nicht getragen ist von der tätigen opferbereiten, freiwilligen, innerlich freien Mitarbeit der Bevol« ferung; und dafür ist ein Charakter von der harten Eigenwilligkeit Weickers, ein Mann, der nie Be- denken trägt, äußeres Lebensglück feinen Anschau- ungen zu opfern, heute noch Vorbild unb Vor­kämpfer, wie zu ben Zeiten feines Lebens.

Sucberfifd).

J? * ? 1M n Männer wollten Krieg! Von Kurt M a ß m a n n. (Wilhelm Limvert-Verlag, Berlin. Kart. 1, RM., gebb. 1,80 RM.) (387) Die Kriegshetzer und Plutokraten Englands, bie m verbrecherischer und profitgieriger Weise den ftrieg gegen bas friebliebenbe Großdeutschlanb er- Harten, werben in biefern Buche in treffender Weise gekennzeichnet. Dem frisch geschriebenen Buche, das ?e.m cne vielseitige Betrachtung der ffrupel* Ofen Machenschaften ber englisch-französischen Geld- ' »Herrschaft unb ihrer jüdischen Hintermänner er« moQ «' man weite Verbreitung wünschen.

Kann England den Krieg qemin» Schauff. (Brunnen-Verlag Willi Bischoff. Kart. 0,60 RM.) (382) In überzeugender Form hat ber Verfasser alle Histori­smen, machtpolitischen unb wirtschaftspolitischen Fak- toten zusammengestellt unb beleuchtet, Die gegen x u £rFömmIid)C Anschauung und Theorie beweisen, baß England trotz seines großen Kräftebestandes an Menschen unb Material nicht unbesiegbar ist Eng- and wird, wie treffend gesagt wirb,bas Opfer ferner alten Männer werden", bie sich über bas na­tionalsozialistische Deutschland und die übrigen Fak­toren gründlich geirrt haben. England wird erfen« neu, daß es in diesem Kriege für das Jnselreich um aues geht; denn es hat frivol einen Krieg vom <Jaune gebrochen, bei dem Deutschland alles zu ge- «innen, England aber alles zu verlieren hat. Mit großem Interesse wird der Leser den Darlegungen Des Berfoffers folgen. Dem ciuffchlutzreichen Buch«

S&5B öwhe BrrWtzl-lg wüMek.