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28 Fortsetzung

(Nachdruck verboten.»

tert, denn im vergan-

ganz bei der Sache.

Er bewohnt jetzt zwei hübsche Zimmer in einem Landhaus am Corso Paganini, der den Corso Ma. genta fortsetzt, also in unmittelbarer Nähe des ' ' ' "" ~ *'ious hat auch eine Ga.

Dinge hin.

Als sie Viktor kommen sieht, geht ein Ruck durch sie. Sie winkt ihm stürmische Signale zu und läuft, das Rad schiebend, dem Wagen entgegen, so daß er gezwungen ist, scharf abzubremsen.

Ler Mchkling auf Korsika

itoman von Heinz Lorenz-Lambrecht

Rapallo zu besuchen und ob sie ihm Ancia Maria anvertrauen wolle.

Maria Ansaldi sieht mit einem langen unbe» schreiblichen vLlick ihr Mädchen an, das in atemloser Spannung dabeisteht. Dann sagt sie mit einem er« gebenen Lächeln:Also hast du's doch wieder einmal geschafft, Ancia Maria."

Ancia Maria macht einen Luftsprung, daß blfr Röcke flattern und rüst Hurra.

Hauses Ansaldi. Das Landhag rage. Darauf legt Viktor W> genen Jahr hat er sich einen kleinen Wagen ange. schafft.

Als er um halb sieben auf der viel gewundenen Straße daherkommt, steht Ancia Maria, auf chr Fahrrad gelehnt, schon vor dem Landhaus. Sie ist zwischen sechzehn und siebzehn jetzt, ein Backfist an der Grenze der jungen Dame, die sie noch nicht zu sein braucht, weil ihr das Pensionatsjahr in der S^)weiz noch bevorsteht, die sie aber hin und wie­der ganz gern sein mochte, weil alle Mädchen ihres Alters gern ein wenig Dame spielen mögen. Noch immer trägt sie das dunkle Haar in der Mitte ge- scheitelt, aber die Locken hängen nicht mehr ganz so wirr und lang um Wangen und Kopf. Die blau- grauen Augen sehen liebevoll über Menschen und

Ancia Maria, bist du toll? Ich werde dich noch einmal über den Haufen fahren/

21 pah! Fein, daß Sie |o Wort gehalten haben."

Na, was gibt's denn nun schon wieder, kleines Mädchen?"

Darf ich mit Ihnen raufkommen, Viktor?" Die Sanae Familie Ansaldi sagt Viktor zu ihm, sogar Andreas Ansaldi manchmal, wenn sie außerdienstlich beisammen sind.

Natürlich darfst du mit 'raufkommen. Äst es denn so wichtig? Warte, ich will nur meinen Wagen einfayren."

Äch mache Ihnen das Tor auf, bleiben Sie nur sitzen. Es ist natürlich schrecklich wichtig", keucht sie, indem sie den unteren Torriegel hochzieht.

Einiae Minuten später treten sie in Viktors Wohnzimmer, vor dem eine geräumige Loggia liegt. Die Tür zu ihr steht offen. Ein betäubenoer Duft blühender Akazien strömt herein. Man hat von hier aus einen ähnlichen Blick wie von der Terrasse Ansaldis. lieber dem Meer liegt erstes Dämmern.

Jetzt kann Ancia Maria nicht mehr warten, bis Viktor eine Frage stellt. Sie platzt heraus:Vik­tor, lieber Viktor, Sie müssen mir Helsen. Morgen ist Blütenfest in Rapallo. Im Kurhaus dort. Ich möchte so gerne hin. Enzio darf hin, weil er zwei Jahre älter ist, und ein Mann. Enzio, ein Mann, ich bitte .Sie! Ein Mädchen mit vierzehn ist mehr Frau als ein Junge von zwanzig ein Mann. Mama läßt mich natürlich nicht, fort, und die anderen dür- fen doch alle hin. Elena und Flipo und sogar die blöde ©altera mit ihrer bleichsüchtigen Nase. Enzio darf sogar dieMelusine" zur Fahrt nach Rapallo benutzen, muß aber Pietro mitnehmen. Sie müssen mir helfen, Viktor, daß ich auch hin kann. Arn Nachmittag dürfte ich ja hin, sagt Mama, aber dann müßte ich gegen Abend von Rapallo mit dem Zug zurückfahren. Das kann ich nicht, das kann ich unmöglich! Dann lachen mich die anderen alle aus, besonders diese ©aliera mit ihrer bleichf.. Und abends ist doch gerade der Hauptspaß, da wird getanzt, im Kurgarten, wissen Sie ..."

Was für ein bezauberndes Geschöpf, denkt Viktor, während er auf die Stimme lauscht, die trotz der Erregung nicht den dunklen, leicht singenden Ton­fall verliert. Er hört, wie ihr ganzes Herz an tie­fem Blütenfest in Rapallo hängt. Aber wie darf er ihr dieses Mal helfen gegen den Willen Maria Ansaldis!

0 Ancia Maria, hast du mal wieder etwas auf dem Herzen?"

j,Ja, nicht wahr, Sie merken schon, daß ich et­was aus dem Herzen habe? Ich habe eine große, große Bitte. Die müssen Sie mir erfüllen, Vik­tor, ja?"

9a, aber erst muß ich doch wohl wissen, um was ..."

Das werde ich Ihnen noch erzählen. 2lber Sie müssen erst ja sagen. Bitte, lieber, lieber Viktor."

,Ma schön, also sei um sieben Uhr oben vor mei- »er Wohnung."

Sieben Uhr? Nicht eher? Ich muß doch um sieben schon zu Hause sein, well es da schon dunkel wird. Ein bißchen eher, bitte, Viktor, ja?"

,Mso schön: um halb sieben."

Danke. 0 tausend Dank!"

Als Viktor weiterdiktiert, ist er anfangs nicht

Viktor kommt sich etwas komisch vor, als er anc folgenden Tag mit dem jungen Volk nach Rapalls- fätirt Da er gewissermaßen die erwachsene Ober" aufsicht führt, ist der Bootsmann Pietro überflüssig geworden. Alle sind ja außerdem auf dem Meere ak Hause. Enzio und fein Busenfreund Flipo Orlando» volontieren zur Zeit im Stahlwerk der Gebrüder Ansaldi. Enzio ist ein hübscher, gut gewachsener Junge geworden mit intelligentem, gewinnendem Gesicht und angenehmem Wesen. Flipo ist in jeder Hinsicht etwas grober geraten. Er ist der Sohn de» Kanonengießers in Livorno, den Ansaldi an MachL und Ansehen ebenbürtig. Er ist es, der Ancia Mari« den Hof macht, und dem zuliebe sie offenbar mit nach Rapallo wollte. Auch Enzio hat seinen Schwarm dabei. Das ist die Contessa Celeste ©aliera, altein­gesessene genuesische Familie.

Celeste ist Ancia Marias heimlicher Neid und heimlicher Zorn. Sie hat die wundervollsten Bewe­gungen und Manieren. Sie geht nicht sie schreitet, sie nickt nicht mit dem Kops, wenn sie für etwas dankt, sie neigt das Haupt. Sie ist von so vornehmer Bläste und Zartheit, daß man Angst haben muß, sie zu berühren, und daß man sie fast verehren muß wie eine Heilige. Vor allem hat sie schon ein rich­tiges Abendkleid, in dem sie aussieht wie eine Prin­zessin aus dem Wunderland. Selbst Flipo schwank zwischen ihr und Ancia Maria, und er hätte Diel* le'cht mit Enzio rivalisiert, wenn er nicht solch schrecklich ungeschickte Finger gehabt hätte, die allem Zarten Hohn sprechen. Ancia Maria hat noch kem großes Abendkleid, und die Gegenwart der Coi^ tessa macht ihr eindringlich klar, daß sie eben doch nur erst ein Backfisch ist. Außer diesen beiden Paaren sind noch drei junge Menschen an Bord de» kleinen Motorjacht, darunter Elena Borgate, ein schüchternes Mädchen, dem keiner eine besondere Beachtung schenkt, und dessen sich daher Viktor be­sonders annimmt.

(Fortsetzung folgt)

Du verlangst dieses Mal ein bißchen viel, Ancia Maria", faat er ernst. ,Lch soll etwas von deiner Mutter erbitten, was sie bir aus sehr vernünftigen Gründen schon abgeschlagen hat Du bist wirklich noch zu jung, um allein zu solchen ..."

Sie läßt ihn gar nicht ausreDen:Aber nein, Viktor", ruft sie sehr erstaunt,Sie sollen Mama ja gar nicht bitten, daß sie mich allein hinläßt"

Richt? Ja, was soll ich denn sonst tun?"

Mitkommen sollen Sie", platzt sie mit dem Egoismus der Jugend heraus, der die Erfüllung jeden Wunsches eine Selbstverständlichkeit ist

Viktor starrt sie verblüfft an:Mitkommen soll ich?"

Ja, gewiß, natürlich, warum denn nicht?"

Als dein ... Chaperon, oder wie man das sonst nennt?"

3a ... das heißt ..." Sie wird plötzlich rot Nein, so dürfen Sie es nicht ausfasten oder ...' Sie ergreift plötzlich seine Hand und bettelt:BUte, bitte Viktor. Ich tanze auch einmal mit Ihnen." (Genau so wie DJr zehn Jahren: Ich zeige Ihnen auch meine Puppen.)

Viktor ist geschlagen. Wie könnte er nein sagen! Kein Mensch könnte diesem ©eschöpfchen etwas ab­schlagen.

Sie merkt, daß sie wieder einmal gesiegt hat und jubelt auf:O Viktor, ich danke Ihnen so ...!"

Viktor macht sich etwas unwirsch von ihr frei. Was denkt sich diese junge Dame denn eigentlich? Hängt sich an ihn, umschlingt ihn ... Denkt sie vielleicht, er ist aus Stein? Denkt sie vielleicht, er ist ihr Urgroßvater? Ditte, er ist nicht mehr als doppelt so alt wie sie.

Kommen Sie gleich mit zu Mama?" zwit­schert sie.

Natürlich, sofort, ich fliege, Signorina?" ruft er zwischen Lachen und Aerger.Wir nehmen viel­leicht für den ungeheuer langen Weg noch eigens meinen Wagen, damit es nur ja recht rasch geht."

O nein, das ist nicht nötig", sagt sie naiv.Aber wir müssen eilen, es wird schon dunkel, und ich will Mama nicht erst durch Zuspätkommen verstimmen."

Sie gehen die fünf Minuten nach Ansaldis Haus. Ancia Maria dicht an Viktors Seite, im gleichen Schritt mit ihm, aber behindert durch das Rad, das sie schieben muß. Viktor trägt Maria Ansaldi etwas umständlich und mit nicht ganz reinem Gemisten vor, daß er sich entschlossen habe, das Blütenfest in

Ein Besuch in der Auskunfisstelle des Bahnhofs Gießen

Am

KrümenlÄ?

Zug in Gießen an?" Sie vergißt abi von woher er kommen soll und wann

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sich am Tage dutzende Male wiederholt und natfir» lich die Nervenkvaft nicht gering beansprucht.

Verdunkelungszett

in der Woche vom 22. bis 28. Dezember: 17.10 Uhr bis 9.30 Uhr.

ifrer 1 litt an unb <r

Wir reisen in die weile Welt

Es gibt wohl nur wenige Menschen, die alljährlich nicht wenigstens einige Male die Reichsbahn be­nutzen. Mindestens sind es Fahrten in die nähere Umgebung des Heimatortes, vielleicht aber auch eine größere Reise in der Urlaubszeit irgendwohin nach einer schönen Landschaft unseres herrlichen Vaterlandes. Vor diesen Reisen wird nicht fetten die Auskunft des Bahnhofs Gießen über den Fahrplan und mancherlei andere Dinge der Fahrt befragt. Und immer erhält der Fragesteller den gewünschten Bescheid in so weittragender Weise, daß eigentlich nichts mehr zu fragen übrig bleibt. Es ist sicher nicht zu viel gesagt, wenn man be­hauptet, daß die Auskunft des Bahnhofs wohl eine, vielleicht sogar b i e am meisten von der Bevölke­rung von Stadt und Land in Anspruch genommene öffentliche Einrichtung ist. Gerade jetzt im Kriege mit seinen unausbleiblichen zeitweisen Verände­rungen im Fahrplan und dem durch Urlauber stark angewachsenen Verkehr ist die Auskunft unseres Bahnhofs gewissermaßen zu einemTaubenschlag" geworden, in dem es ununterbrochen vom Morgen bis in die Nacht hinein so rege ein» und ausgeht, daß man sich nur noch fragt, warum am Eingang zu diesem Büro eigentlich eine Tür vorhanden ist. Diesem Dienstzweig unseres Bahnhofs haben wir gestern wieder einmal einen Besuch ab gestattet.

Von Gießen nach Warschau, Paris, Lauterbach, Stettin, Wien, Maastricht, Ilbeshausen, Kiel, Mün­chen, Brest, Siegen, Langen bei Darmstadt, Krakau, Berlin, Le Mans, Bromberg, Dillenburg, Wetzlar, Danzig, Kaiserslautern, Hamburg, Brüssel, Königs­berg i. P., Oldenburg, Epinal, Luxemburg, Schneide- mühl, Alsfeld, Trier, Großen-Bufeck ufw usw. ... so schwirren während einer Stunde diese und unzählige weitere Ortsnamen und Himmelsrichtungen durch den Raum der Auskunft des Bahnhofs Gießen. Und dazu kommen die Uhrzeiten der Abfahrt in Gießen, des Umsteigens auf irgendwelchen Unterwegsstatio­nen und der Ankunft am Ziel. Das alles beantwor­tet der Auskunftsbeamte, der nun schon seit 1923 diesenDienst am Kunden" der Reichsbahn auf un- serm Bahnhof versieht, trotz des krausen Durch­einanders der Fragestellerei geradezuaus dem Handgelenk". Käum einen Mick in eines der Kurs­bücher hat er dazu nötig. Er ist gewissermaßen selbst das wandelnde Kursbuch. Allerdings nimmt er sich bei jedem Wechsel des Fahrplans mit größeren Ver­änderungen das Kursbuch einige Abende mit nach Hause, wo er es während seiner Freizeit so ein­gehend studiert, wie andere Leute ihre Tageszei­tung oder eine Illustrierte von der ersten bis zur letzten Seitedurchackern". Hinzu kommt, daß man auf einem solchen Postc.i nicht nur ein gutes Ge­dächtnis für alle mit dem Fahrplan zusammen­hängende Dinge, sondern auch ein besonders helles Köpfchen" haben und nicht zuletzt in der Geo­graphie gründlichbeschlagen", dazu aber noch in der finge fein muß, auch im wildesten Fragegetüm­mel die vollendetste Ruhe zu bewahren. Nur im Besitze dieser ©runbelemente kann die Auskunft zum Nutzen der Reisenden und zur würdigen Repräsen­

tation der Reichsbahn alltäglich versehen werden. Und wie ihr gutes Vorbild, der Auskunftsbeamte, so sind auch seine beiden Vertreterinnen und Gehil­finnen, eine junge Frau und ein junges Mädchen, an dieser Stelle während ihrer Schicht gemaUig auf der Scheibe", um all den vielen wißbegierigen Fragern in dem Hin und Her und Auf und Ab der Reisewünsche und -ziele die besten Fahrgelegen­heiten anzugeben, mit souveräner Gelassenheit und absoluter Sicherheit Anschlüsse auf Umsteigestatio­nen meist aus dem Gedächtnis heraus miauteilen und ähnliche Dinge mehr zu erklären, die zu wissen an dieser Stelle begehrt werden.

Mancher Leser dieser Zellen könnte vielleicht mei­nen, der Betrieb in der Auskunft wickle sich so un­gefähr in bürokratischem Tempo ab, bei dem im­mer schön der Reihe nach sachte um sachte einer nach dem anderenabgc.ertigt" wird. Wer wäh­rend einer Stunde als Beobachter diesem Dienst zugeschaut hat, der kann nur sagen, daß hier ein Vergleich mit dem Durcheinander der Menschen auf den Bahnsteigen viel angebrachter ist. Selbst­verständlich herrscht auch Ordnung in dem Betrieb der Auskunft, aber kein starres Schema und noch viel weniger irgendwelche bürokratische Schwer­fälligkeit. Und inmitten des Gewimmels und des bunten Vielerlei der Fragen sitzen der Auskunfts­beamte und feine Helferinnen alsruhender Pol in der Erscheinungen Flucht". Sie haben wahrhaftig keinen leichten Dienst, aber man sieht, daß diese Arbeit ihnen Freude macht und daß sie sich sehr wohl bewußt sind, Berater und Helfer der Reisen­den leider aber nicht nur der Reisenden, sondern auch vieler zwecklos Neugieriger oder gar solcher Leute zu fein, die einfach nur ihre eigene, an­scheinend unbegrenzt freie Zeit mit einemFrage- und Antwortspiel" in der Bahnhofsauskunft tot­schlagen wollen zu sein. Und was wird da alles gefragt! Es sind nicht nur Auskünfte über Zugver- binbungen, Fahrpreise, Fahrgelderstattung, Um­steigebahnhöfe, Uebernachtungsmöglichkeiten und ähnliche Dinge des Reisens, die tagtäglich in un­vorstellbar vielen Variationen auftauchen. Man ge­winnt einen Eindruck von dem, was dort an Fra­gen und Antworten sich täglich ergibt, wenn man hört, daß im Verlau'e eines normalen Tages vom Morgen bis zum Abend etwa 700 bis ,900 per­sönlich gestellte Fragen und dazu noch etwa 300 telephonische Anrufe zu erledigen sind, an ver­kehrsstärkeren Tagen die mündlichen und telephoni­schen Auskünfte täglich bis zu 1800 oder 2000 ansteigen, so daß innerhalb mancher Minute 3 bis 4 Fragen beantwortet werden müssen. Da sitzt der Auskunftsbeamte oder feine Gehilfin hinter den Kursbüchern und gibt dem Fragesteller vor dem Tische die gewünschte Antwort, im gleichen Augenblick klingelt der Fernsprecher, den Fern- sprechhörer am Ohr und den Finger der rechten Hand in den Kursbüchern Setten wendend beschäf­tigt, so wird ,zwei Herren" zu gleicher Zeit gebient und dabei darauf geachtet, daß keinem eine falsche Auskunft gegeben wird. Das ist ein Vorgang, der

Sornofijen.

Tageskalender für Samstag.

NS.'Fliegerkorps, Sturm 6/75: 20 Uhr imBurg» hos" Treffen aller Sturmkameraden. Gießener Rudergesellschaft: 20 Uhr Hotel Schütz. Gloria» Palast, Settersweg:Unser 'Fräulein Doktor". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Herzensfreud Herzensleid".

Tageskalender für Sonntag.

Stadttheater: 19 bis 22 UhrDer Vogelhändler". Gloria-Palast, Seltersweg:Feinde . Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Beates Flitterwochen".

Ortszeit für den 29. Dezember.

Sonnenaufgang 9.37 Uhr, Sonnenuntergang 17.17 Uhr. Mondausgang 9.20 Uhr, Mond Untergang 18.34 Uhr x

Ortszeit für den 30. Dezember.

Sonnenaufgang 9.37 Uhr, Sonnenuntergang 17.18 Uhr. Mondaufgang 10.04 Uhr, Monduntergang 15.42 Uhr.

Aus Oer Stadt Gießen.

Liebe zur Natur.

Von Anton ^oforer.

Der Allmächtige hat die Menschen in den herr­lichen Garten der Natur gestellt. In inniger Ver­bundenheit künden Mensch und Natur gemeinsam göttliches Leben.

Dunkle Kräfte haben den Menschen immer wie­der der Natur zu entfremden versucht. Sie wollten ihn des Urquells göttlicher Kräfte berauben und so selber kraftlos machen. Es hat eine Zeit gegeben, da hielten die Menschen die Natur für uninter­essant und korrekturbedürftig. Und es hat andere Zeiten gegeben, in denen der Mensch Gefahr lief, die Natur von den Werken seiner Technik er- sttcken zu lassen. Der Zauber unberührter Natur wurde allzu oft von der Mechanik der Maschinen und Motoren zerstört.

Die nationalsozialistische Weltanschauung hat den deutschen Menschen wieder zur Natur zuruckgefuhrt. Erste Voraussetzung der rechten Haltung der Men­schen gegenüber der Natur ist die Liebe zur Natur. Der Mensch muß von einem persönlichen, herzlichen und innigen Verhältnis zur Natur erfüllt sein.

erwartet. Dorsorglicherweife hat sich die Frau, die einmal etwas von Zulassungskarten gehört hat. die aber schon längst wieder hinfällig geworden sind, sogleich zum Arzt begeben und sich eine Bescheini­gung ausstellen lasten, damit nur ja wegen der gar nicht mehr notwendigen Zulassungskarte allesin Butter" war. Schade um die Arztkosten. Aber auch Männer fragen häufig viel mehr, als selbst ein Auskunftsbeamter ober feine Gehilfin beant­worten können. Kommt da einer und fragt kur'er­stand: ,Kommt meine Frau über Berlin oder über Leipzig?" Woher sie kommt, sagt er aber nicht. Dann erst rückt er heraus mit dem Abfahrtsbabn- Hof. Ein anderer Mann fragt:Wann fährt der Zug in München ab und kommt in Gießen an?* Andere wieder fragen an mehreren Tagen hin­tereinander stets dasselbe, bevor sie ihre Reise an­treten, oder sie schließlich auch überhaupt nicht un« ternehmen. Ein Wißbegieriger hat es sich in den Kopf gesetzt, seine Fragen nur auf einem be­stimmten buhle sitzend beantwortet zu hören. Wenn der Stuhle gerade besetzt ist, geht er weg, ober er kommt wieder, ober er wartet, bis der frag­liche Stuhl frei ist. Unangenehmer sind ordere Leute, die fast tagtäglich offenbar nur zu ihrem Zeitvertreib Dutzende von Fragen aller Axt stel­len und obendrein alles ober vieles bester wissen wollen. Derartige und ähnlicheStammkund n* find natürlich Plagegeister der Auskunftei. Da hat

Wenn der Mensch sich aus übervollem Herzen der Natur hingibt, wird die Natur ihm_ die besten Kräfte des Lebens schenken und die schönsten Wege des Lebens zeigen.

Wer die Natur liebt, hört und sicht in ihr die Spuren der Gotchett. Die zarte Schönheit einer Blume, das feinnervige Leben eines Grashalms ober eines Blattes, der wunderbare Duft einer Wiese ober einer Heidelandschaft, die überwältigende Größe des Hochgebirges, bte endlose Weite des Meeres, die gewalttge Kraft des Sturmes und Ge­witters, der geheimnisvolle Zauber der ©esttrne, der strahlende Glanz der Sonne und all der andere Reichtum der Natur läßt den Menschen die Größe, Fülle und Erhabenheit Gottes ahnen.

Wer die Natur Hebt, spürt in ihr den Pulsschlag der Ewigkeit. Die immer wiederkehrende Sonne und die unendliche Welt der Gestirne sind uns Sym­bol dieser Ewigkeit. Mögen diese Welten vor unbe­rechenbar vielen Jahren von einem ewigen Gott ge­schaffen worden fein, ober mögen sie selbst mit der Gottheit in endlos ferne Ewigkeit zurückführen, irgendwo stößt man bei der Erforschung her Ster- n-enwett immer aus die Ewigkeit. Und wenn man an den Kreislauf der Pflanzenwell, an bas immer­währende Blühen, Welken und Wiedererblühen denkt, dann ist es nicht anders. Und wenn man an den steten Kreislauf des Wassers, bas Hervor- quellen aus den Wolken und aus der Erde, das Verdunsten und das neue Flüssigwerden denkt, bann mahnt cs wiederum an die Ewigkeit. Im steten Kreislauf des Blutes von den Ahnen zu den En­keln spürt der Mensch mit besonderer Eindringlich­keit bas endlose Band einer Ewigkeit. Im Wellen­schlag des Meeres, im Rauschen der Wälder, in den Schätzen der Erde und ihrem steten Wandel, auf den Gipfeln der Berge, in der Einsamkeit der Wüste und in den Abgründen finfterer Schluchten, überall ist es dieselbe Stimme, die in wunderbarer Mannig» fattigkeit von einer Ewigkeit singt. Der Mensch, der sich voll Liebe den Melodien dieser Ewigkeit hingibt, wachst selbst über die kleinen Leiden, Mängel und Härten des Alltagslebens viel leichter hinaus, als der arme Irrwanbrrer, der in diesem heiligen Buche göttlicher Offenbarung nicht zu lesen versteht.

Wer die Natur Hebt, bewahrt sich vor Oberfläch­lichkeit. In sinnloser Oede leben manche Menschen in dm Tag hinein. Oberflächlich und leer ist ihr Daf:in. Sie besitzen weder die Kraft zu großen Werken, noch die Begnadigung zu großem Glauben und großer Liebe. Wer den Rätseln und Geheim­nissen, den Wahrheiten und Klarheiten der Natur

reu ist. Erst im Lause der Unterhaltung ergibt ich, daß der Mann aus Danzig kommen soll, den Zeit, punkt der Abfahrt kennt die gute Frau ober auch nicht. Die Auskunft aber soll alles wissen. Ein anderer stürzt in bas Büro und knallt die Frage heraus: ,Lst der Personenzug von Freiburg ge­heizt?" Der Auskunftsbeamte in Gießen soll und muß das natürlich wissen. Wieder eine Frau fragt durch den Fernsprecher:Mein Mann muß nach M ... fahren und hat, »einen Blauen', darf er bann jeden Zug benutzen?" Die Auskunft gibt sofort sachkundigen Rat, denn sie weiß, daßDer Blaue" ein Fahrschein mit einem blauen Strich ift, der nur zur Benutzung bestimmter Züge berechtigt. Eine Frau erscheint mit einer ärztlichen Beschei­nigung in ber Hand, um damit eine Zulafsungs- karte zu V-Zügen zu erhalten. Die Fahrt soll nach Berlin gehen, wo Die Schwester den Klapperstorch

iiebeDoU nachgeht, wird immer voll tiefer Weisheit, voll kostbaren Reichtums und innerer Größe sein. Es gibt kein besseres Lehrbuch der Lebensweisheit für Den Menschen als das Buch der Natur. Und es gibt keine anschaulichere und schönere Fibel als die Gottesftbel der Natur. Menschen, die voll Liebe den Lehren der Natur lauschen, haben immer auch das tiefste Verstehen füreinander selbstt

Wer die Natur liebt» trägt Ehrfurcht im Herzen. Wer die Natur liebt, dem ist jedes fieben heilig. Er wird keine Blumen sinnlos brechen, kein Tier grausam quälen und keinem Menschen grundlos wehe tun. Er fühlt sich allem Leben persönlich nahe. Er spürt eine innere Gemeinschaft mit allem Leben. Unendlich kostbar ift für ihn alles, was Leben be- sitzt. Menschen, die der Natur nahestehen, können nicht ehrfurchtlos sein. Keinen besseren Erzieher kann es deshalb gerade für die Jugend geben als die Natur.

Wer die Natur Hebt, sichert sich inneren Reich­tum. Zartes Empfinden für die feinsten Regungen des Lebens und die verborgensten Geheimnisse des

Neben den sachlich berechtigten Fragen tauchen auch viele Kuriositäten auf, die manchmal nicht ge- 3: ringe Erheiterung in den Dienst des Alltags bnm gen. Eine Frau ruft telephonisch an und fragt: Wann kommt mein Mann heute abend mit dem

Schönen lehrt die Natur. Sie vermittett In gleicher Weise tiefes Verständnis für monumentale Größe, großlinige Erhabenheit und geradlinige Klarheit. Der unendliche Reichtum, die unerschöpfliche Man­nigfaltigkeit, Die endlose Vielgestaltigkeit der Natur spiegeln sich in jedem Menschen wider, der liebevoll «ich ihren Wundern hingibtt

In der Liebe zur Natur bekommt das Weltbild des Menschen jene innere Klarheit, Geschlossenheit, Einheitlichkeit und Größe, Die unnatürlichen Welt- anschauungen stets so sehr fehlt. Die Werke mensch­liche Schöpferkraft, Die Werke der Kunst unD Tech­nik orDnen sich harmonisch in die Natur ein, wenn sie aus liebevollem Verständnis für die Natur ge­schaffen sind. Die Taten Der Menschen find edel und gut, sinnvoll und nützlich, wenn sie den Gesetzen der Natur entsprechen.

Eines der ersten Gebote für jeden Menschen, be­sonders für die Jugend, lautet deshalb: Liebe Die Natur! Vertiefe dich voll Hingabe in Die Natur! Höre auf Die Stimme der Natur! Lern« von der Natur!

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Wehn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!