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Von -er Tierseuchenforschung in Gießen.

Erster Sprechabend der Wissenschaftlichen Akademie.

Die am 3. November 1940 gegründete wissen« jcha ftli che Akademie des NSD. Dozen­tenbundes der UniversitätGießen trat am Dienstagabend im Hörsaal des Deterinärhygie- nifchen und Tierseuchen-Jnstitutes zu ihrem ersten Sprechabend zusammen.

Der Rektor der Ludwigs-Universität Professor Dr. Kranz konnte in seiner Eröffnungsansprache eine sehr zahlreiche Hörerschaft, darunter alle Deterinär- osftziere einer Division, begrüßen. Dann hielt

Stabsveterinär Prof. Dr. Karl Letter, Direktor des veterinärhygienifchen und Tierfeuchen- Jnstitutes,

einen Dortrag überTierseuchenforschung aufgezeigt a m ansteckendenKatarrh der Luftwege beim Pferde". Prof. Bel­ler erläuterte zunächst Sinn und Zweck der wissen-- schaftlichen Akademie. Die Zeit der Universalisten ist vorüber. An ihre Stelle ist in den letzten Jahr­zehnten in immer rascherer Folge ein Spezialisten­tum getreten, das mehr und mehr die Querverbin­dung zu den anderen wissenschaftlichen Disziplinen verlor. Die Aufgabe der neuen Akademie ist es, die Vertreter der einzelnen Fachgebiete wieder zusam­menzuführen, ihnen bei den Sprechabenden Einblick in die verschiedenen Forschungsgebiete zu geben und ihnen auf diese Weise Anregungen sowohl für die eigene Mitarbeit als auch für eine künftige Gemein- sckaftsforschung zu bringen. Mehr noch als die Grund­lagenforschung ist es die Umweltforschung, die nach der zielstrebigen-Zusammenarbeit der verschiedensten Fachgebiete verlangt. Welche Fülle gemeinsamer Aufgaben ihrer Lösung harrt, das hat die anläßlich der Gründung der Akademie veranstaltete Ausstel­lung des Dozentenbundes ganz besonders heraus- gestellt; man denke dabei nur zum Beispiel an das Dorf und die vielen Anknüpfungspunkte, die sich hieraus für die verschiedensten Forschungsrichtungen ergeben.

Auch in der vom Dortragenden an der hiesigen Universität vertretenen Tierseuchenfor­schung tut eine solche Zusammenarbeit not. Das Vorkommen und die Verbreitung der an st ecken- denBlutarmutderPferdez. B. interessiert auch den Geographen, den Geologen, Hydrologen und Zoologen. Andere Tierseuchen, wie die Gehirn- und Rückenmarkentzündungen, eignen sich als Mo­dell für die Klärung verwandter menschlicher Er­krankungen. Wieder andere spielen in das Wirt­schafts- und Kulturleben herein (Milzbrand, Maul- und Klauenseuche), oder haben besondere Beziehun­gen zum Kriegsgeschehen (Malleus, Räude).

Am Beispiel oes an st eckenden Katarrhs der Luftwege beim Pferd entwickelte der Vortragende dann die Methoden der Tierseuchen­forschung. In Untersuchungen, die er zusammen

mit Veterinär Dozent Dr. Traub teils in seinem militärischen Arbeitsbereich, teils im Institut durch­führte, konnte der Nachweis erbracht werden, daß die durch die krieasbedingte Massierung und Durch- nnschung großer Pferdebestände begünstigte Krank­heit in erster Linie durch ein unsichtbares, filtrier­bares Virus verursacht wird. Der von dem Virus allein bedingte, verhältnismäßig milde Krankheits­verlauf kann durch das Hinzutreten anderer Krank­heitserreger (hämolytischer - blutlösender Strepto­kokken) eine sehr bedenkliche Verschlimmerung er­fahren. Die Entstehung der oft gleichzeitig auftre­tenden Druse geht wahrscheinlich auf eine gemein­same Dirusgrundlaae zurück. Das einmalige Ueber- ftehen der Viruserkrankung verzögerte zwar einen folgenden Krankheitsausbruch, hatte aber feinen vollständigen Schutz (Immunität) zur Folge; ins­besondere vermöchte eine im Verlauf der Erkran­kung auftretenbe Virusimmunität den Ausgang einer nachfolgenden Streptokokkenerkrankung nicht zu beeinflussen.

Die am Endziel jeder Seuchenforschung stehende Bekämpfung muß sich bei dem ansteckenden Katarrh der Luftwege, abgesehen von der allgemeinen Vor­beuge, namentlich gegen die komplizierende sekun­däre Streptokokkeninfektion richten. Es ist zu hof­fen, daß ein vom Vortragenden im Verlause seiner Forschungen entwickelter Schutz- und Heil-Impfstoff bei rechtzeitiger Anwendung die Erkrankung ver­meiden oder wenigstens die schlimmen Auswirkun­gen der Sekundärerkrankung mit Streptokokken verhindern läßt.

Die allgemeine Vorbeuge der außerordentlich an­steckenden Erkrankung erfordert aber noch die wei­tere Erforschung einer Reihe von Umweltsfaktoren, die beim Zustandekommen des ansteckenden Katarrhs und seiner Weiterverbreitung maßgeblich beteiligt sind. Jahreszeitliche, klimatische und Fütterungs- einflüfse scheinen das Auftreten der Erkrankung nicht zu bedingen, wie inzwischen auch die Unter­suchung des Vitamin-C-Stoffwechsels (Beller und Renfert) ergeben hat. Im übrigen werden die For­schungsarbeiten über den ansteckenden Katarrh plan­mäßig weitergeführt.

Abschließend wies der Vortragende nochmals auf die Notwendigfeit und die mannigfachen Möglich­keiten der Zusammenarbeit der verschiedenen, nicht nur auf die Veterinärmedizin beschränkten Fach­gebiete hin. Voraussetzung dafür aber sei es, so führte er aus, die Arbeitsmethoden und Arbeits­ziele der einzelnen Forschungsgebiete kennenzu­lernen.

Der Rektor der Ludwigs-Universität, Professor Dr. Kranz, dankte Professor Beller für seinen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag und beglückwünschte ihn zu seinen Forschungsergebnis­sen. Eine lebhafte wissenschaftliche Aussprache ver­

tiefte den Eindruck des erfolgreichen ersten Sprech- abends der Gießener Dozentenakademie noch wei­terhin.

Aus der engeren Heimat.

Von einem Lastwagen tödlich überfahren

Friedberg, 27. Nov. Eine 42jährige Fraü aus Ockstadt, die mit einem Fahrrad die Homburger Straße in Richtung Bad-Nauheim passierte, tarn in dem Augenblick, als ein La st wagen vorüder- fuhr, zu Fall. Die Frau stürzte so unglücklich, daß ein Arm vom Hinterrad des Lastwagens gefaßt und der Kopf gestreift wurde. Der Tod trat auf der Stelle ein. Nach den bisherigen Feststellungen fuhr der Lastwagen vorschriftsmäßig auf der rechten Straßenseite.

Kreis Alsfeld.

. Homberg, 28. Nov. Der Dahnbeamte i. R. Georg Erbe, Hierselbst, kann am morgigen Freitag, 29. November, im Kreise seiner Familie in körperlicher und geistiger Frische sein 8 3. Le­bensjahr vollenden. Der Jubilar ist der älteste Einwohner unserer Stadt und zugleich das älteste Mitglied, auch Ehrenmitglied, des hiesigen Wan­dervereins. Dem alten Herrn gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche. Die NSG.Äraft durch Freude" veranstaltete am Sonntgg einen Film- abend, der neben dem HauptfilmBlaufuchs" die neueste Wochenschau und ein gutes Beiprogramm brachte. Die Darbietungen fanden reichen Beifall.

Kreis Wehlar.

* Frankenbach, 28.Nov. Dem Feldwebel Adolf Geller von hier, Sohn des weit über un­ser Dorf hinaus bekannten Landwirts Karl Geller und Enkel des früheren Kreistagsabaeordneten Karl Geller I., wurde für besondere Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Gleich­zeitig wurde er zum Oberfeldwebel befördert.

Bücherfisch.

Zöpfle bei den Sommerelter n.^ Eine Jungmädchenerzählung von Rotraut Hin- derks-Kutscher. 88 Seiten, mit 21 Texfzeich- nungen und buntem Umschlagbild. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Leinen 2,80 RM. (205) Zöpfle wächst als die Tochter armer Häuslerleute tief im Bayrischen Wald auf. Durch die NSV. kommt sie auf einen Gut'shos nach Ost­preußen. Da gibt's natürlich viel Neues und Wun­derbares, Komisches und Trauriges zu erleben. Und wenn die bayrischen und die ostpreußischen Dickköpfe auch mal Zusammenstößen in den Gutsleuten fin­det Zöpfle seineSommereltern". Freilich, der Sommer geht vorbei, daheim die Armut und Not bleibt. Ist auch die Sehnsucht nach den Sommer­eltern noch so groß daheim bleibt daheim. Wie aber doch am Ende alle glücklich werden, das ist

in diesem Buch zu lesen. Frisch und natürlich ist alles erzählt, die Verfasserin selbst hat die vielen hübschen Bilder dazu geschaffen. Man merkt es dieser Erzählung an, sie ist nicht erfunden, sondern wirklich erlebt.

Kleinkinderpflege. Entwicklung, Kör« perpflege und Erziehung des Kindes im zweiten bis siebenten Lebensjahr. Von Professor Dr. I. T r u m p p. Mit 39 Abbildungen und 2 Tabellen. Ganzleinen 4,80 RM. Union Verlagsgesellschaft Ber« lin Roth & Co., Berlin SW. 68. (211). Die. fes mit einem sorgfältigen Sachregister versehene Buch, das aus warmem Herzen für Mutter und Kind geschrieben ist, enthält alles Wissenswerte über die körperliche Entwicklung, Körperpflege und Körperkräftigung des Kindes vom zweiten bis siebenten Lebensjahr, sowie über die häufigsten Krankheiten dieses Alters und deren Verhütung nebst Angabe der gebräuchlichsten Pflegemaßnah. men. In einem Schlußkapitel finden sich beherzt, genswerte Worte über Erziehung.

Eislauf-Ehepaar Baier zu Hause.

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Maxi Herber und Ernst Baier, das Welt« meisterpaar im Eiskunstlauf, in ihrem Heim in Berlin. Gemeinsam überlegt das Ehepaar die Zu- sammenstellung der musikalischen Begleitung für ihre Tänze auf dem Eis. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Gießen (Am großen Morgen 2), den 25. November 1940.

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Herzlichen Dank allen, die unserem teuren Entschlafenen

Rektor i.R. Otto Daab

I. V.: Nicolaus.

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Montag, bett 2. Dezember 1940,12 Uhr, im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 8, abzugeben.

Zuschlagsfrist 10 Tage.

Gießen, den 27. November 1940.

Der Oberbürgermeister ber Stabt Gießen.

durch liebevolle Anteilnahme, freundliches Gedenken und Schmückung seiner Ruhestätte die letze Ehre erwiesen.

Katharina Daab, geb. Schwalm Apotheker Karl Daab und Frau Hauptfeldwebel Kurt Daab und Frau.

sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten aufrichtigsten Dank. Besonders herzlich danke ich der NSDAP. der Wehr­macht sowie dem Unteroftizietkorps der ehemaligen 116er, der Fach untergruppe der Kantinenpächter von Wehrmacht, Polizei und Reichsarbeitsdienst, ebenso den Kollegen aus Gießen, Wetzlar, Marburg und Butzbach.

den neuen Christbaumständer. Aber es muß .Immergrün", der praktische Glas- Christbaumständer sein. .Immergrün ist wirklich der Christ bäum Stand er. wie er sein soll. Er ist vollkommen aus Glas und hat keinerlei Eisenbestandteile. Ein Festschrauben des Baumes ist nicht mehr notwendig, denn .Immergrün" garantiert für einfachste Montage bei festem und sicherem Stand des Baumes. Dabei bleibt der Baum, infolge der Wasserfüllung, wochenlang frisch und das lästige Nadeln fällt weg. Aber nicht nur der Christbaum, auch der Maienbaum hat hier seinen Platz gefunden, und im Sommer ist dieser Christbaumständer die schönste Vase, die man sich denken kann, für große Blumen und gereicht Ihrer Wohnung zur Zieide. Sehen auch Sie sich einmal den neuen ChristbaumständerImmergrün" an bei

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Seltersweg von Kreuzplatz bis Plockstraße, Neuenweg,

Sonnenstraße von Kreuzplatz bis Schulstraße, Mäusbürg,

Gießen, den 26. November 1940.

Stadtwerke Gießen.

Los 2, Stadtwald, Abt. 107a, 108a, 109, 114a, 115a, 117d

Los 3, Stadtwald, Abt. 95b

Los4, Stadtwald, Abt. 97

Los 5, Stadtwald, Abt. 100a Los 6, Stadtwald, Bersch. Abtlgn.

Los 7, Stadtwald, Abtlgn. in der Försterei Rödgen

Los 8, Stadtwald, Abt.Fernewald, Abt. 1

Los 9, Stadtwald, Abt.Fernewald, Abt. 2

Abt. 3 und 8

Los 11, Stadtwald, Abt. Verschied. Abteilungen

In tiefem Schmerz:

Heinrich Ruckeishausen, z.z. im Felde und Frau> geb. Lieber, und Kinder.

Trohe (Kreis Gießen), Burg-Gemünden, Nieder-Ohmen, Mainzlar, Rödgen und Lützellinden, den 27. Nov. 1940.

Die Beerdigung findet am Samstag, dem 30. November, nachmittags 2% Uhr statt.

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Klein Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Daram: Kleinan­zeigen in die Hei- matzeitung, den SieleierAueige:

Bekanntmachung.

Befr.: Unterbrechung der Stromlieferung.

Zwecks Vornahme dringender Unterhaltungsarbei- fen wird am Sonntag, dem 1. Dezember 1940, wäh­rend der Zeit von 9 bis etwa 13 Uhr die Strom­lieferung in folgenden,Straßenzügen unterbrochen:

zu verkauf, oaose

<2. Ebert. Klaviermacher, Bleichstraße 17

Für die überaus zahlreichen Blumen- und Kranzspenden und die herzliche Anteilnahme bei dem Ableben meines lieben, un­vergeßlichen Mannes

Herrn Franz Ries

Wehr macht-Kant inen pächter

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wirds wohl machen.

Am Dienstag, dem 26. November, verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser liebes Kind, unsere Schwester, Gote, Nichte und Enkelin

Gretel Ruckeishausen.

Bekanntmachung.

Im Wege des schriftlichen Angebots soll das Rücken des Stammholzes in den städtischen Waldungen öffent­lich vergeben werden und zwar:

Los 1, Stadtwald, Abt. 60a, 61a,

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