Ausgabe 
28.8.1940
 
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Erster Tiefangriff auf England

Das Heldenlied der 9. Staffel.

Von Kriegsberichter Georg Hinze.

sich Gauamtsleiter Dr. Behrens, der während des Weltkrieges als Leutnant schwer verwundet wurde und nach seiner Genesung bis Kriegsende wieder freiwillig als Flugzeugbeobachter an die Front ging, zur neuen deutschen Luftwaffe Adolf Hitlers. Mit 50 Jahren zog er als Hauptmann der Luftwaffe in einem Kampfgeschwader in den Freiheitskampf Großdeutschlands. In ihm hat er nunmehr sein Leben, das alle Zeit nur dem Führer und seiner Idee gehörte, als Opfer gebracht. Die Partei im Gau Hessen-Nassau wird sich seines Vorbildes stets verpflichtet wissen.

Eröffnung der Sommerkampfspiele der HZ.

Breslau, 27.Aug. (DNB.) In der Jahrhun- derthalle fand durch Reichsjugsndführer A x m a n n die Eröffnung der Sommerkampfspiele der HI. 1940 statt. Der Reichsjugendführer übermittelte die Grüße des Reichsleiters von Schirach. Zwischen Chemnitz und den Jugendmeisterschaften in Bres­lau, so betonte er, liegen die größten Kriegsereig­nisse der Weltgeschichte. So wie sich die älteren Kameraden an der Front bewähren durften, so haben sich die jüngeren Führer in der Heimat be­währt. Ein großes Reich wird immer auch eine Jugend haben, die stark, gewandt, ausdauernd und an Leib und Seele gesund ist. Wenn die Engländer diese Jugerrdmeisterschaften in Breslau sähen, hät-

Kreuz und quer durch die Leipziger Herbstmesse

Von unserem Sonderberichierstaiier Joachim Boehmer.

Hauptmann R u b e n s d ö r f f e r hat mit seiner Gruppe auf vielfachen Angriffsflügen besonders große Erfolge gegen Schiffe, FT.-Anlagen und Flug­plätze erzielt. So versenkte seine Gruppe an Han­delsschiffsraum 110 000 Tonnen, ferner drei Zer­störer und fünf Dorpostenboote und vernichtete im Luftkampf eine größere Anzahl englischer Flug­zeuge. Sein hervorragendes technisches Können be-

gute Erfahrungen gemacht, als dieses Material nicht nur naß- und wärme fest, sondern-auch säurefest ist.

Mit zu den vielseitigsten Werkstoffen gehört das Zellglas, das unter den Namen Cellophan, Heliozell oder Transparit bekannt ist. Zellglas be- teht aus denselben Rohstoffen wie Zellwolle und Kunstseide. Eine wichtige Rolle nimmt es im D e r- packunaswesen ein, wo es an die Stelle von Blechbüchsen für Nahrungsmittel, Kosmetika und Galanteriewaren tritt. Tuben für Zahnpasta und Heilmittel bestehen nicht mehr aus Zinn oder Alu­minium, sondern aus Zellglas, das zur Erhöhung der Festigkeit und für Werbezwecke mit einer Pa­pierhülle umkleidet ist. So bleibt der innere Hohl­körper, der die eigentliche Paste aufnimmt und aus Zellglas besteht, von außen unsichtbar. Das Ende der Tuben, das Quetschende, wird durch einen Leichtmetallstreifen abgeschlossen, der Kopf besteht aus Preßstosf. Als Hülle für Würste, Suppenwür­fel, Bonbons oder Seife ist Zellglas schon seit län­gerer Zeit im Handel bekannt. Wird es verkordelt, eignet es sich zur Herstellung von Stuhlgeflechten, Körben, Handtaschen, Badevorlegern und Wäsche­leinen.

Die Wertstoffumstellung hat auch in Derffiärme« technik manche neue Entwicklung aebracht. Bei den Oefen bemüht man sich immer mehr, Eisen ein­zusparen, ohne die Grenzen zu übersehen, die Feuer- temperatur und Wirkungsgrad der Eiseneinsparung nun einmal setzen. Heizkörper für Sammelheizungen sollen demnächst aus Hartporzellan gefertigt werden. Die schon ausgestellten Muster haben mit ihrer glän­zend weißen Oberfläche und den gerundeten Formen etwas Bestechendes. Schade nur, daß die Fabri­kation noch nicht so weit ausgebaut ist, daß die weißen Heizkörper preislich in Wettbewerb treten können. Wird elektrische Kraft als Wärmequelle ver­wendet, lassen sich völlig metallfreie Elektro-Kachel- Öfen bauen, deren leichte Beweglichkeit ihre Anwen­dung als Uebergangsheizer ermöglicht. Auf die Der- wenoung wassergefullter Rippenyeizkörper für den Anschluß an die Steckdose wird noch immer viel Mühe verwendet, ohne daß ein entscheidender Er­folg zu erkennen wäre. Dagegen scheint ein neuer Ofenanzünder, der sich ähnlich wie eine Lunte mit Petroleum vollsaugt und dann unter den geschich­teten Brennstoff geschoben wird, der Einsparung von Feuerholz gute Dienste zu leisten.

Dieser knappe Ueberblick über die Leipziger Herbst­messe kann die wirtschaftliche Kraft Deutschlands nur Anbeuten. Daß auch andere Staaten bereit sind, an dem Güteraustausch mit Deutschland teilzuneh­men, beweist ihre hohe Beteiligung (22 Staaten) an der Messe. Italien und Rußland geben eine besonders eindrucksvolle Uebersicht über die in- , dustrielle Leistungsfähigkeit und die vielfachen Roh-

Deutsche Bombenangriffe auf britische Rüstungs­industrie und Flughäfen in der Nacht vom 24. auf

25. 8.1940. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Gauamtsleiter Dr. Behrens gefallen.

NSG. Von der Front der großen Luftschlachten über England erreicht uns die Meldung, daß der Leiter des Amtes für Volksgesund­heit der NSDAP., Gauamtsleiter Dr. Beh­rens, als Hauptmann in einem Kampfgeschwa­der den Fliegertod erlitten hat.

In stolzer Trauer gedenkt die nationalsozialistische Bewegung unseres Gaues bei dieser Nachricht des Opfertodes eines alten, in Treue §um Führer und in der Bereitschaft zum Einsatz für die Idee stets vorbildlichen Mitkämpfers. Bereits im Jahre 1923 stieß Dr. Behrens als junger Arzt zu den Reihen des Führers, um in ihnen als Parteigenosse und SA.-Mann jede Belastungsprobe mit kämpferischer Begeisterung bis zum Siege zu ertragen. Als Gau­amtsleiter für Volksgesundheit der NSDAP., zu welchem ihn der Gauleiter nach der Machtüber­nahme berief, eröffnete sich ihm in der Zeit des Aufbaues ein reiches Arbeitsfeld, das er gleicher­maßen mit hervorragendem Können und dem ihm eigenen Idealismus ausfüllte.

Trotz Ueberschreitung der Altersgrenze meldete

Wir können auch anders!

Man wird sich in London nicht beklagen können, wenn Deutschland die fortgesetzten völkerrechts­widrigen Angriffe englischer Flieger auf deutsche Seenotflugzeuge in Zukunft mit entspre­chend energischen Gegenmaßnahmen beant­wortet. Allein im Monat Juli sind insgesamt acht planmäßige englische Angriffe auf deutsche Seenot­flugzeuge erfolgt/ wie eine deutsche, durch Vermittlung der Schweiz an England gerichtete Note nachweist. Die englischen Flieger wissen ganz genau, daß Die deutschen Seenotflugzeuge absichtlich auffallend weiß angestrichen sind, ein großes rotes Kreuz tragen uyd keinerlei Bewaffnung führen. Sie die­nen ausschließlich zur Bergung solcher Flieger, die notgedrungen auf See wassern müssen. Ebenso wißen die englischen Flieger und weiß die englische Regierung sehr wohl, daß die Rettung solcher Flie­ger bisher ohne Unterschied ihrer Natio­nalität erfolgt ist; es gibt in deutschen Gefange- neniagern eine Anzahl englischer Flieger, die nach dem Abschuß ihrer Maschine ihre Lebensrettung nur einem deutschen Seenotflugzeug verdanken.

In ihrer Note vom 11. Juli hat die englische Regierung einen völkerrechtlichen Schutz für die deutschen Seenotflugzeuge rundweg a b g e l e h n t, obwohl diese genau w i e Lazarettschiffe unter Artikel 3 der Genfer Seekriegkonvention vom 18. Oktober 1907 fallen. Daß England sich auch in dieser Frage in gewohnter Piratenmanier wieder außerhalb aller Gesetze der Menschlichkeit und des internationalen Rechtes stellt, wundert längst nie­manden mehr. Wir möchten den Höllenlärm nicht Horen, den England und die jüdischenWeltblät­ter" loslassen würden, wenn jemals ein englisches Seenotflugzeug sofern es solche gäbe ver­sehentlich einem deutschen Angriff ausgesetzt ge­wesen wäre. Nachdem Deutschland nunmehr seine Warnungen wiederholt hat, wird England in Zu­kunft die volle Verantwortung für die Folgen etwaiger weiterer Angriffe auf deutsche Seenotflug­zeuge zu tragen haben.

stoffe ihrer Landgebiete. Daneben stellen Finnland, Holland, Belgien, Jugoslawien und andere euro­päische Staaten ihre Erzeugnisse 3um Austausch gegen deutsche Fertigwaren aus, deren hoher Werl , auf deutscher Technik und Chemie begründet ist.

Der Feldwebel auf der Herbstmesse.

Auf der Leipziger Herbstmesse gibt es viele Feld­webel: solche, die auf Urlaub da sind und solche, die vor Zetten einmal Feldwebel aewesen sind und ich nun umschauen, wie sie, als Kaufleute im Zi- oilberuf, ihre Kunden mit den gangbarsten Waren überraschen können. Aber die Leipziger Herbstmesse hat auch den Feldwebel gehabt, der mit seinem Panzerspähwagen weit hinter der französischen? Front einen Eisenbahnknotenpunkt hvchgehen ließ, den Franzosendie Sammlung nach hinten" ver­darb und dafür mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde. Er war mit da mit seinem Panzerspähwagen und seinen Mitkämpfern als Ehren-Kom- m a nd 0.

Es gab noch manches andere zu sehen auf der Wehrmachtsausstellung: ein englisches Langrohr­geschütz, einen französischen Panzerwagen mit durchlöchertem Turm, eine Humcane-Maschine, einen französischen Bomber, belgisches Horchgerät und sogar ein Geschütz jenes U-Bootes, das ein deutsches Flugzeug vor einem halben Jahr um ein bei ähnlicher Gelegenheit gebrauchtes Bismarck- Wort zu wiederholeneinfach verhaftete". Ge­stehen wir aber frei und frank: das beste war doch der Feldwebel mit dem Ritter­kreuz, dem Panzerspähwagen und dem Ehren­kommando. Es ist nun einmal ein Grundzug der menschlichen Natur, daß eine Tat. erst anschaulich wird in dem Menschen, der die Tat vollbracht hat. Je mehr Nebenumstände der Tat sichtbar wer­den, desto unmittelbarer die Tat selbst.

Der Instinkt des Volkes, das einen sieggekrönten Feldherrn oder Überhaupt einen bedeutenden Mann körperlich sehen und über seinen physischen Tod hinaus im Stein oder im Bild gegenständlich haben will, ist urgesund. Das ist ja auch schließlich der Sinn jeder Auszeichnung, vorzüglich der Orden, daß der Träger oer Tat herausgehoben und sicht­bar gemacht wird. Die menschliche Eitelkeit bedeckt vieles, was natürlich, gerade und gesund ist mit ihrem Rost. Doch der Rost ist die Nebensache und das ... Vergängliche. Der echte Ruhm ist rostfrei. Und darum ist es gut, daß rostfreier Ruhm an dem Ritterkreuz eines Feldwebels, an seinem Ehren­kommando und an seinem Panzerspähwagen auf der Leipziger Herbstmesse demonstriert worden ifU

Dr.Ha y

Gaswerk, in einen st ungs betrieb und in einen vollgestellten Rangierbahnhof. Brandwolken uno Explosionskrater begleiteten den Weg zurück. Ein Erfolg gehörte der Staffel, den fast unglaublicher Kampfgeist jeder einzelnen Be­satzung und tapferes Sterben unerschrockener deut­scher Männer erzwungen hatte.

Greifbar nahe lag England unter uns, oft kaum mehr als zwei Meter unter den Flächen unserer bombenbeladenen Vögel. Englands Verteidigungs­maßnahmen im Küstengebiet studierten wir dis in letzte Einzelheiten, nachdem wir von der Hohe des Wasserspiegels aus die Steilküste mit einem Satz genommen hatten. So dicht fegten wir durch Süd­england hin, an jede Bodenwelle angepreßt, über jede Baumreihe und Hecke hinwegspringend, daß eine Besatzung zwischen dem zersplitterten Glas der Führerkanzel noch die Blätter eines englischen Baumes mit heim brachte, dessen Wipfel die Ma­schine im rasenden Flug gestreift hatte. Und die Kettenhunde fingen die Splitter der Eisenbahnzüge und zerfetzte Trümmer der Flugzeughallen ein. Aus geringster Höhe entlud sich über dem Flug- platz am Stadtrand Londons eine Hölle. Don den Bombenreihen der ersten Staffel­kette zerfetzt, blieb bei den steinernen Flugzeug­hallen und den Gebäuden der Flugleitung kaum ein Stein auf dem anderen. Die mit Abstand fol­gende zweite Kette der Staffel sah am Seiten­rand des Platzes, wie die völlig überraschten und bestürzten Tommies zu Dutzenden stahlhelmbewaff­net aus ihren Wohnbaracken, wie ein aufgeftörter Ameisenhaufen, zu den Schutzgräben stürzten. In das durcheinanderquirlende Menschengewirr fielen die Bomben. Holzteile der Unterkunstsräume, Stahl­helme und Uniformen, Menschenleiber wirbelten durch die Luft. Wir in der dritten Kette, die mir durch Brandqualm und Explosionsstaub über den Platz jagten und in Sekundenbruchteilen Bilder eines unbeschreiblichen Infernos in uns aufnahmen, konnten schon einen Teil der Bomben für Ziele auf dem Rückweg aufheben.

Und dann stürmten wir mitten hinein in einen zahlenmäßig weit überlegenen Verband eben auf- steigender englischer Jäger. Unsere festfor­mierten Ketten lösten sich auf. Jede einzelne Be­satzung sah sich vier ober noch, mehr Spitfires ober Hurricanes gegenüber. Wenige Meter über eng­lischem Boben, über den wett ins Lanb hinein- ziehenden Vorstädten Londons, über Dörfer und Siedlungen, zuckte das blitzschnell wieder ver­löschende, verwirrend bunte Netz der Leuchtspur­geschosse hin und her. Fast ohne Unterbrechung stießen die Engländer auf unsere Maschinen herab.

Airmich hat was gestochen!- Dann betupfen Sie den Stich mit Sepso-Tink- tut! Sie besitzt ein? besonders große Tiefen­wirkung und beseitigt daher rasch die durch den Insektenstich verursachte Geschwulst und den lästigen Juckreiz. Nehmen Sie deshalb immer das handliche und bruchsichere Sepso-Tupfröhr- chen mit! Es ist in allen Apotheken und Droge­rien zu neunundvierzig Pfennigen erhältlich und dient, auch zur Desinfektion von kleinen Wunden und Pickeln sowie zur Verhütung von Entzündungen. Sepso-Tinktur desinfiziert wie Jod-Tinktur und wird genau so angewandt.

fähigte ihn, neue Möglichkeiten in dem Einsatz der Luftwaffe zu schaffen. Mit großem Schneid flog er fast jeden' Feindflug ander Spitze seiner Gruppe und gab so den Besatzungen em Vor­bild. Hauptman Keil zeichnete sich mit seiner Stukagruppe bei der Durchbruchsschlacht in Flan» bern und an der Somme sowie bei der Vernichtung von Panzerwerten bei Saaraemünd, Weißenbura und Colmar aus. Die Angriffe trugen wesentlich zum schnellen Durchbruch der Maginotlinie bei. Heber der Nordsee gelang es ihm, mehrere Zerstörer und Kreuzer sowie größeren Handelsschiffsraum zu versenken. Besondere Verbienste erwarb er sich an der Spitze seines Derbanbes burch navigatorisch unb wirkungsmähig hervorragende Angriffe gegen englische Flugplätze. Hauptmann O e s a u unb Hauptmann liefen gelang es als Jagdflieger je 20 feindliche Flugzeuge abzuschießen.

Zn einer einzigen Nacht bombardiert.

modische Effekte ergeben unb gemäß ihrem Rohstoff federleicht", aber warm find. Für die Herrenklei- düng ist aus einer mit Leinenmusterung versehenen Zellulose ein abwaschbarer steifer, weißer Kragen geschaffen worden, punktfrei und kleidsam.

Der vergangene Sommer brachte uns die D a - men schuhe mit Holzsohle. Die ihnen anhaften, den Mängel sind erfolgreich bekämpft worben. In Zukunft werben auch Herrenfchuhe mit den neu­artigen biegfamen Holzsohlen ausgerüstet werden. Die Brauchbarkeit dieser Schuhe kommt denen aus Leder nicht nur im Tragen nahe, sondern auch in der Reparaturfähigkeit. Sind Sohlen und Absätze verbraucht, so kann der Schuhmacher die Laufflächen erneuern. Da diese Schuhe geschlossenes Oberleder haben, ist die Möglichkeit der Reparatur für den Gebrauchswert entscheidend. Andererseits sind die Versuche über die Anwendung von Plexi- glas, einem glasklaren Kunststoff, für die Ferti- qung von Schuhabsätzen unb Sohlen im Gange. Gegen Abnutzung ist dieser Werkstoff widerstands­fähiger als Leder oder Holz. Für seine Leder- waren wie Handtaschen, Aktentaschen usw. haben Kunststoffe wie Nipolam oder Kalbun (synthettsches Kalbsleber) ebenso wie Fischleder Bedeutung erlangt. Noch vor kurzem waren diese Erzeugnisse nur ver­einzelt anzutreffen, heute stellen sie die Bedarfs­deckung im Innenhandel unb im Export her. Zu vermerken ist, daß keineswegs die Häute tropischer Fische oder die von Krokodilen beschafft werden müssen, sondern daß die der deutschen Küste vorge­lagerten Meere die Lederrohstoffquelle bilden. Bei einigen feinen kunstgewerblichen Taschen wird auch edles Holz in Form feiner Stäbchen und Blättchen zu form- unb forbschönen Erzeugnissen verarbeitet.

Durchgreifender Art ist die Werkstoffumstellung auf dem Gebiet der B 0 r ft e n ro a r e n. Nachdem sich mehrere Versuche, Ginster oder Heidekraut zu Bürsten oder Besen zu verarbeiten, als Fehlschlag erwiesen haben, ging die chemische Industrie daran, auf synthetischem Wege Borsten herzu^llen. Die neue Borste mit dem Namen Perluran hat ihre Eignung für Kleider- und Flaschenbürsten ebenso erwiesen wie für Zahnbürsten und Besen. Neuerdings hat man auch den für das Bespannen von Sieben erforderlichen Zinkdraht oder Eisendraht durch einenKunststoffdraht" ersetzt und damit insofern

Jäger errungen hatten.

Schon vor der Küste war die Meute der Jäger abgeschüttelt. Im wütenden Feuer der überall aus- gestörten englischen Flak konnten die aufgesparten Bomben auf neue Ziele fallen, lieber zwei Gasbehältern standen bald gewalttge Rauch­säulen. Aus einer Fabrik zuckte an vielen Stellen Feuerschein hoch. Nur durch sekundenlangen Messer­flug konnte eine Nachzüglermaschine den über einen Abstellbahnhof in die Hohe geschleuderten Trümmern von Eisenbahnwagen und Schienen­stücken ausweichen. Dann lagen die Wasser des Kanals unter uns.. Heldentaten sah selbst noch der Heimflug. Nur mit dem unverletzten rechten Arm die schwer zerschossene, durch einen ausfallenden Motor lahmende Maschine steuernd, brachte ein ver­wundeter Flugzeugführer seinen Vogel zurück, lieber dem Häusermeer Londons hatte ein Beobachter sei­nen tödlich getroffenen Flugzeugführer den Steuer­knüppel aus den Händen genommen. Er saß zum ersten Male in seinem Lebed auf dem Pilotensitz, aber er meisterte die unlösbar scheinende Aufgabe und rettete Kameraden und Maschine. Zahllose Ein­schüsse zählte fast jedes der Kampfflugzeuge. Mit ganzem Einsatz hatte die Staffel ihre Tat gewagt. Ihr gehört der Ruhm des e r st e n Tief­angriffes gegen das Herz Englands. Ihr ge­bührt das Verdienst, die englische Abwehr verwirrt und vielen nachfolgenden deutschen Verbänden den Weg zu erfolgreichem Einsatz gebahnt zu haben. Mit dem Tode ihres Besten, ihres Staffelkapi­täns, zahlte die Staffel. Sein Name wird weiter­leben in der Geschichte der siegreichen deutschen Luftwaffe, wie die Tat der neunten Staffel, die zum erstenmal England im Tiefangriff überraschte.

Helden unserer Lustwaffe mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet

Berlin, 27. Aug. (DBB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh au Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz zum Eiser­nen kreuz: Hauptmann R^i b e n s d ö r s s e r, Hauptmann keil, Hauptmann O e s a u und Hauptmann Ti eh en.

DNB. ... 27. Aug. (PK.) Jrn gewaltigen strate­gischen Meisterwerk der rollenden deuffchen Luft­angriffe gegen Englands Lustbasis um London und die Rüstungszentren in Mittelengland mag es nur eine Episode gewesen fein. Und doch wird der Ein­satz der 9. Staffel unseres Kampfgeschwaders immer leuchten als ein Heldenlied deutschen Fliegergeistes. Ganz allein auf sich gestellt, ohne den Schutz deut­scher Jäger, stürmten die neun Dorniers im er» ft en kühnen Tiefangriff gegen England kaum einige Meter hoch von der Küste aus über das Jnselreich hin. Auf dem Flugplatz bei London, wo die Bomben aus geringster Höhe haargenau ins Ziel fielen, blieben von den sieben Hallengebäuden und den Unterkunftsbaracken der Tommies nur Fetzen und Trümmer übrig. Der Platz war von Bombenreihen durchsiebt. In ein weit überlegenes Aufgebot englischer Abwehr hinein­geraten, schlug sich die Staffel dann in erbitterten Luftgefechten mit einzigartigem Heldenmut. Weit über dreißig englische Jäger kurvten wenige Meter über englffcher Erde um sie herum. Und doch muß­ten davon fünf Spitfire und zwei Hurricane in die Tiefe. Brennend zerschellten sie über ihrem eigenen Land. 2hff dem Rückwege fielen trotz des wütenden Abwehrfeuers der englischen Flak die übrig geblie­benen Bomben der Staffel noch in ein großes

Zusammengeballte Feuerstöße aus den rückwärts gerichteten MG.s empfingen sie. Wie Hagelkörner, die gegen Glasscheiben trommeln, so hämmerten die MG.-Geschosse aus den acht Rohren des feindlichen Flugzeuges in die Flächen, durchbohrten klirrend den rasend rotierenden Stahl unserer Luftschraube.

Mit vom Streifschuß blutenden Hals, statt des durchschossenen rechten Arms die linke Hand am Ab­zugshahn blieben manche unserer Männer an ihrem Maschinengewehr. Zwei Spitfires und eine Hurri­cane schossen Funker und Mechaniker einer einzigen Maschine in meisterhaftem gemeinschaftlichem Ein­satz ab. Zwei Engländer holte eine andere Besatzung herunter. Eine dritte und vierte sicherte sich einen weiteren Luftsieg. Vier englische Piloten sahen wir am Fallschirm pendeln und ihre noch brennend vor dem Absturz hochgezogenen Maschinen mit wehen­den Rauchfahnen in Die Tiefe verschwinden. Aus drei englischen Jagdflugzeugen, die funkensprühend am Boden zerschellten, hatten sich Die Flugzeug­führer nicht mehr rechtzeitig retten können. Es waren sieben Lufffiege, dielangsame" deutsche Kampfflugzeuge gegen die von England als auf der Welt einzigartig bezeichneten schnellen englischen

Leipzig, August 1940.

In der Leipziger Herbstmesse spiegelt sich der Vor­gang des Zusammenwachsens des großdeutschen Wirtschaftsraumes. Dieser immer inniger werdende Zusammenschluß ist nicht nur organisatorischer Art, er kommt auch werkstoffmäßig zum Aus- druck. Die Produktionsstätten neuer Werkstoffe sind im Lause des Krieges vielleicht schneller als in Friedenszeiten zu Hauptlieferanten von In­dustrie, Gewerbe und Handwerk geworden und die­nen damit der Ausweitung des Absatzes. Anderer­seits haben die Verarbeiter der deutschen Werkstoffe es nicht an Anregungen fehlen lassen, n eue V er­fahren und Anwendungsmöglichkeiten für Die Rohstofflieferanten zu finden. So kommt es, daß sich die Geschlossenheit des großdeutschen Wirtschafts­raumes in immer stärkerem Maße auf die Aus­fuhr auswirkt, deren Lebensquell die Leipziger Messe ist. Gleichzeitig läßt die in vollem Gange be­findliche Werkstoffumstellung schon an vielen Stellen erkennen, daß Neustoff-Er§eugnisse nicht als Not­behelf, sondern als bleioender Fortschritt Zu werten sind. , , . .

Am deutlichsten tritt diese Tatsache b e i d e n Debwaren in Erscheinung. DiePunktkarte hat die Produktion von Rohstoffen und Fertigwaren zweifellos befruchtet. Den Wünschen der Damenwelt, mit den zugeteilten Strümpfen nicht nur auszukom­men, sondern auch elegant zu erscheinen, begegnet die Erfindung des laufmaschenfesten Gewir­kes. Genügt bei den bekannten Strumpfwaren Die Zerstörung einer Masche, um Den Strumpf un­brauchbar zu machen, so sind bei den neuen Strümpfen Die Maschen so gelegt, daß Die -Ber= lefeung einer Masche keine Dahn nach sich zieht. -Oie beschädigte Stelle läßt sich ausbessern, der Strumpf bleibt erhalten. Eine andere Neuerung ist der mückensichere,Strumpf, der durch eine Im­prägnierung der Kunstseide Den Mücken die Aus­führung ihres Vorhabens verleidet. Als Stoff für Berufskleidung erscheint eine neue feste Kunstseide als Austauschwerkstoff gegen Leinen und Baum­wolle. Nicht weniger interessant sind die schon irn Frühjahr erschienenen Federpel §e. An Stelle von Tierfellen werden Tierfedern für die Herftel- lung von Umhängen, Mänteln und Morgenrocken verarbeitet. Die auf Nutria und Feh gefärbt gute

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