land seine wie
Das Schnellboot.
Entstehung, Entwicklung und Aufgabe.
die ersten Schnellbootsflottillen der deutschen Kriegsmarine die Früchte langjähriger Entwicklungsarbeit und Studien darstellen. So ist allmählich das Schnellboot in allen Marinen als die r e i n st e
Der Llebergang über die Schelde
Oer Tommy drückt sich vor dem offenen Kampf.
Zm Raum von Narvik.
Die schweren Verluste, die die Engländer ferner an Kriegsschiffen und Transportern in dem Raum van Narvik erlitten haben, machen dieses Unter-
seinen Panzerkampfwagen trotz heftigen Feuers | feindlicher Kriegsschiffe einen Zerstörer in Brand schoß, und der Ansatz unserer Flakartillerie, die schon vor einigen Tagen einen Zerstörer xum Sinken gebracht hat. So ist der Kanal selbst und damit die britische Insel in ihrem wichtigsten Teil unmittelbar Operationsgebiet geworden. General I r o n s i d e s Ernennung zum OberbefehlshcLer der Heimatverteidigung zeigt ja schon, daß man in London den Ernst der Situation begreift. Nun gibt es für Eng- ' * kein Herumdrücken mehr in diesem Krieg, den plutakratische Herrenkaste ebenso leichtfertig verbrecherisch heraufbeschworen hat.
Dr. Fr. W. Lange.
Feiger Mord oft Gefangenen!
Nach Berichten von Augenzeugen steht es fest, daß zwei deutsche Flieger, ein Leutnant und ein Unter- ofsizier, die wegen Beschädigung des Oeltanks ihrer Maschine vor den französischen Linien hatten notlanden müssen, nach der Gefangennahme schmählich ermordet worden sind. Der Leutnant wurde mit zwei Genickschüssen, der Unteroffizier mit Brustschüssen und zahlreichen Sttchen in den Unterleib tot aufgefunden. Der mutige Einsatz von 20 Freiwilligen vermochte die deutschen Flieger wegen des rasenden Feuers der französischen MG. nicht zu retten. Ein herankommender deutscher I Panzer, der bereits den halben Weg bis zu den Fliegern zurückgelegt hatte, wurde von diesen im Augenblick vor ihrer Gefangennahme leider nicht
। sie' werden stärkere Aufmerksamkeit widmete. Die ^englische ' " 'Werft von Thornicroft lieferte in erster Linie an
die kleinen Marinen. In Deutschland hatte man den
mehr gesehen, da das unübersichtliche Gelände ihn ihren Augen verbarg.
Es ist dies nichtdererste Fall einer durchaus unsoldatischen, unritterlichen, höchst verächtlichen Kampfesweise des Gegners, die wir ja im Weltkrieg oft genug kennengelernt haben. So befinden sich unter der großen Beute erhebliche Mengen von maschinenmäßig hergestellten Dum-Dum-Ge- schossen, die besonders schwere Wunden verursachen. Es kann nicht ausbleiben, daß Deutschland gezwungenermaßen zu besonderen Maßnahmen greift, um seine tapferen Kämpfer mit allen THtteln gegen solche Vorkommnisse zu schützen.
Gefährliche Selbstzufriedenheit.
Scharfe Kritik an der eigenen Kriegführung
Stockholm, 27. Mai. (DNB.) Der Londoner Berichterstatter von „Dagens Nyheter" meldet seinem Blatte, die fortgesetzte Unsicherheit drücke auf die Masse des englischen Volkes. Die Heber- raschung über die deutsche Angriffstaktik sei Mer- hört gewesen, man habe in führenden Kreisen allzulange gebraucht, die eigenen Begriffe zu revidieren. Die britischen Offiziere seien von der Kombination Tanks—Fallschirmtruppen—Bom- benflieger so überrascht gewesen wie mittelalterliche Feldherren von der ersten Anwendung _der Pulvers. Dieses mangelnde Anpassungsvermögen sei gefährlich. Andere Kritiker seien der Ansicht, daß der totale Krieg noch sehr bald neue große Ueberraschungen bringen werde. — Ward Price schreibt in der „Daily Mail", wenn Ena- land dem deutschen Angriff zum Opfer falle, so würde ein einziges Wort auf hem Grabstein Eng' lands die hinreichende Erklärung dafür geben, nämlich das Wort „Selbstzufriedenheit^. All' zuviele glaubten, daß der Krieg mit den üblichen Bürozeiten mit Dergnügungs- und Erholung^ Zeiten wie unter normalen Verhältnissen gewonnen werden könnte. — Sowohl Ward Price als andere Kritiker erklärten, so be* richtet der Korrespondent von „Svenska Dag' bladel", daß der alte Schlendrian noch immer nicht ausgerottet sei. Man klage darüber, daß du Weekendgewohnheit noch immer in White-Hall sestsitze. scharfe Kritik werde auch an der Orga« nisierung der freiwilligen S) e i m ‘ wehr geübt. Gesellschaftliche Rücksich' t e n machten sich noch immer bei der Wahl des Anführers dieser Heimwehr geltend, anstatt, daß die Tüchtigkeit den Ausschlag gebe. Es sei sicher' lich ein schwerer Prozeß, die fest eingewurzelten Gewohnheiten in einem Lande mit so tonser« vattven Traditionen wie England zu beseitigen.
Kampf um die starken französischen Grenzbe-i festigungen. Roubaix, eine Großstadt von i 117 000 Einwohnern, bildet mit den Nachbarstädten Tourcoing und Lille den Mittelpunkt der nordfranzö- fischen Textilindustrie. Nach Süden zu erstreckt sich das nordfranzösische Kohlenrevier, mit 80 vH. der französischen Gesamtförderung das ergiebigste Frankreichs. Hier grenzt eine Stadt an die andere, hier liegt eine Fabrik neben der anderen, ein Schacht neben dem anderen. So gehören die beiden nördlichsten französischen Departements-und das angrenzende belgische Gebiet zu den dichtbesiedeltsten Europas. Heber 200 Menschen wohnen hier auf einem Quadratkilometer. Nur der Vergleich mit dem Ruhrgebiet kann eine Vorstellung davon geben, rote schwer dem Feind in diesem Raum, behindert von den hier eng zusammengeballten Millionen Menschen und inmitten der Industrieanlagen, der Kampf wird, zumal er ja durch die scharf vordräm genden deutschen Truppen von drei Seiten zugleich angegriffen wird und die deutsche Luftwaffe zudem mit außerordentlicher Wirkung in ben' Erdkamps eingreist. Je enger sich hier also der Ring um die feindlichen Armeen schließt, um so mehr werden ihnen die letzten Operationsmöglichkeiten beschnitten, zumal unmittelbar nördlich des eben gekennzeichneten Jndusttiereviers der deutsche Angriff in der flandrischen ©ebene von nördlich Menin aus, einem belgischen Grenzstädtchen von 22 000 Einwohnern etwa 15 Kilometer nördlich Roubaix, von den mit der Front nach Nordwesten kämpfenden deutschen Truppen schon bis dicht vor Ypern vorgetragen werden konnte. Dieser tiefe Einbruch in die feindliche Front bedeutet für den im Jndustrierevier noch zähen Widerstand leistenden Feind eine gefährliche Heberflügelung. Auch hier, betreten unsere Sol- baten durch den Heldentod ihrer Väter und Brüder geheiligten Boden. Jeder Ort zwischen Menin und Ypern und diesseits des Yser-Kanals bezeichnet ein
Anschlag auf die USA.
Don unterer Berliner Schristlettung.
Aus Boston, dem alten Einwanderungshafen derer, die einst in den Vereinigten Staaten Ret- tung vor der englischen Plutokratie und ihrer Unduldsamkeit erhofften und im gelobten Lande die Früchte ihrer Tätigkeit selbst verzehren wollten, wird gemeldet, daß auf den amerikanischen Damp- er „President Roosevelt" von britischer Seite' ein Anschlag geplant sei, der nach dem Re- zept der Versenkung der „Achenia" vom Diktator der englischen Nöte, Churchill, ausgearbeitet wurde. Schon am 24. Mai veröffentlichte die „New- york Post" ein sensationelles Telegramm ihres meist gut unterrichteten Londoner Korrespondenten Stone- man, in dem es heißt, daß in England zahlreiche Briten wegen landesverräterischer Umtriebe der tandrechtlichen Erschießung entgegensähen. Das Telegramm fährt dann fort: „Schon in naher Zu- fünft wird die Welt die aufsehenerregendste Mit- teilung dieses Krieges erfahren, deren Enchüllung die gesamte westliche Welt tief erschüttern wird und deren Folgen wahrscheinlich größtes Entsetzen er
regen werden." ..
Nähere Angaben macht der amerikanische Be- richterstatter nicht, da er sich auf die Pflicht der „Loyalität" gegenüber seinem Gast beruft, aber die vorausgesagte „Erschütterung der gesamten westlichen Welt" kann sich doch nur auf eine Wieder- holung des „Athenia"-Falles beziehen, also — auf den geplanten Anschlag Churchills auf den amen- konischen Dampfer „President Roosevelt".
Dieser Dampfer ist von Neuyork nach England unterwegs, um amerikanische Männer, Frauen und Kinder vor der vom Kriegsbrand schon umlohten englischen Insel in Sicherheit zu bringen. Nock Churchills verruchtem Anschlag auf die „Athenia" war der deutschen Regierung bestimmte Kunde ge- kommen, daß der damalige Seelord versuche, genau wie während des Weltkrieges, die Nordamerikaner dadurch auf die Seite der Plutokraten zu treiben, daß er das gegen Deutschland versuchte „Athenia"- Verbrechen am amerikanischen Dampfer ,Zro» q u o i s" wiederholte. Die Gefahr für diesen amerikanischen Dampfer ist unterbunden worden. Die neuerliche Vorbereitung des Anschlages auf einen amerikanischen Dampfer, diesmal den „President Roosevelt", durch den Verbrechet Chm- chill zwingt wieder dazu, diese Erschütterung „für die gesamte westliche Welt", wie der amerikanische Korrespondent Stoneman sie bezeichnet, der amerikanischen Oeffentlichkeit dadurch zu ersparen, daß wir den Coup des Bankerotteurs und Kriegstreibers Churchill schon jetzt aller Welt bekannt machen.
Es geht nicht so wie 1917, als sich die Amerikaner zur „Rettungier Demokratie" von den britischen Demagogen 'auf bie europäischen Schlachtfelder als Mitleidende und Derbluten-de treiben ließen. Seit vielen Jahren, besonders aber seit Aus- bruch des uns von England aufgezwungenen Krieges, arbeiten wieder ganze Kolonnen von britischen Hetzern in den USA. Allen voran war es der jetzige Jnformattonsmimster Duff Cooper., der drüben für die Teilnahme der USA. am englischen Krieg warb. Gleich nach Kriegsausbruch, schon am 4. September 1939, wurde der „Athenia"- Fall durch Churchill geschaffen. Die „Athenia" mit 1400, darunter 300 amerikanischen Passagieren, sank 200 Meilen westlich der Hebriden. Sofort wurde behauptet, sie sei von Deutschland torpediert, und Churchill goß im Hnterhaus eine Schmutzflut von Verdächtigungen über Deutschland aus, bie zunächst in der amerikanischen Presse ein zustimmendes Echo fanden, beim Churchill hatte am 6. September in geradezu beispielloser Verworfenheit sein „tiefftes Mitgefühl" ausgesprochen — bis bie Zeugenaussagen bekundeten, baß ein deutsches H-Boot gar nicht in ber Nähe gewesen sei, und gemeinsam mit den beutfcpen Feststellungen und durch weitere Veröffentlichungen bekannt wurde, daß England selbst dieses „Athenia "-Verb rechen begangen hatte. Amerikanische Zeugen von unbestrittener Glaubwürdigkeit sagten aus, ber Dampfer sei durch eine in seinem Innern erfolgte Explosion gesunken,
nehmen für England sehr fragwürdig. Durch den harten Abwehrkampf, den bie Gruppe Narvik gegen j einen weit überlegenen Gegner mit großer Beharrlichkeit und mit heroischem Mut führt, durch das tapfere Ausharren dieser 2000 Kilometer von der deutschen Heimatbasis entfernten Gruppe werden die Engländer gezwungen, immer neue und starke Verbände nach Nord-Norwegen zu schicken. Dazu wieder bedarf es des Einsatzes einer unverhältnismäßig großen Anzahl britischer Kriegsschiffe und Transporter, die in ihrer Versammlung vor Narvik ein denkbar grünstiges Angriffsobjekt für unsere Luftwaffe bilden. Ein Schlachtschiff, ein Flugzeugträger sowie zahlreiche andere Kriegsschiffe unb Irans porter wurden in den letzten Tagen von unseren Bombern zerstört.
unsere Infanteriekompanien bereits vorgefühlt, wie stark der Gegner ist, der sich hinter dem Westufer ber Scheibe zur Derteibigung eingerichtet hat. Unter bem zusammengefaßten Feuer ber feindlichen Waffen wurden alle unsere Vorstoßversuche hartnäckig zurückgewiesen. _
Es ist eine Pause eingetretetf Nun holt die Armee zum großen Schlage aus. In den Abendstunden sind in endloser Folge Batterien aller Kaliber nach vorn gezogen worden und stehen nun in breiter Front ostwärts der Schelde. Die Munitionskolonnen reißen auf der Straße nicht ab. Der weit reichende Arm unseres Heeres, die Artillerie, beginnt den Gegner in seinen Stellungen aufzurütteln.
Die ganze Nacht über bis in bie dritte Morgenstunde verschmelzen die Abschüsse unserer Batterien zu einem gewaltigen Orkan, der Tod unb Verwüstung über den feindlichen Stellungen ausschüttet. Im Schutze dieses zusammengefaßten Feuers sind unsere Pioniere bis an das Ufer der Schelde gelangt und haben dort mit dem Brückensch lag begonnen. An vier, fünf, sechs Stellen gleichzeitig arbeiten bie Trupps, schleppen Balken heran, setzen bie Pontons ein, in kilometerlanger Breite gehen unsere »Infanteristen, die Sturmabteilungen mit ihren Maschinengewehren unb Granatwerfern in Floßsäcken über den schmalen Fluß.
Nun ist es soweit, nun kann -die Dernichtungs- schlacht gegen bie Engländer ihren Anfang nehmen. Bataillon an Bataillon ist bereits am anderen Ufer und stellt sich zum Angriff bereit. Die Uhr- zetten werden noch einmal verglichen. „Kompanie, auf — marsch!" Hundertfach wiederholt stch dieses Kommando kilometerbreit am anderen Ufer des Flusses. Die Kompanien marschieren! Jeden Augenblick muß das mörderische Abwehrfeuer des Gegners sitzen. Jeden Augenblick muß die feindliche Arttllerie mit Tod und Vernichtung in unsere Reihen einschlagen. 100, 200, 500 Meter find unsere Leute vorgegangen. Da, bie ersten Sanbbarrrkaden. Kein Schuß fällt. Dahinter eine Straßensperre. Kein Schuß! Leer die Stellungen, leer die Häuser. Im Schützender Nacht, nach den ersten Salven unserer Artillerie muß ber Tommy bereits die Stellung geräumt haben.
Das ganze andere Ufer ber Schelde ist kilometer- tief ins Hinterland hinein zu einer Befesti- gungslinie ausgebaut worden, wie sie besser in ber kurzen Zeit, die zur Verfügung stand, nicht errichtet werden konnte. An jeder Straßenbiegung sind Gräben ausgeworfen, Sandsackbarrikaden auf- geschüttet worden, jedes Kellerfenster hat eine Brustwehr, auf den Wiesen und Feldern unzählige Schützenmulden und Schützenlöcher. Jedes Haus in den Dörfern ist zu einer befestigten Stellung umgeb aut worden. Hinter den Fenstern nach drei Himmelsgegenden hatten die Engländer mehrere Reihen Sandsäcke aufeinandergeschichtet, die nur eine kleine Schießscharte freilassen. Don hier aus hätten sie das Land nach allen Angriffsrichtungen mit ihren Maschinengewehren.abstreichen können. Wieder einmal hat sich ber Tommy vor bem offenen Kampf gedrückt.
Georg Zech.
Form des Torpedoträgers wieder auf- erstanden, da ja beim Zerstörer auch bie Arttllerie zröße Bedeutung hat. Während in ber deutschen Marine ein kräftigerer Bootstyp für seegehende Verwendung bevorzugt wurde, legte man tn fast allen anderen ausländischen Marinen mehr Wert auf Entwicklung höchster Geschwindigkeit zu Ungunsten ber Reichweite und der Seetüchtigkeit. So entstand hier ber Typ des Stufengleitbootes in feinen verschiedenen Abwandlungen, der wiederholt in den letzten Jahren Rekordleistungen vermelden ließ. Das Prinzip des Stufengleitbootes ist vom Außenbord-Motor-Rennboot her allen Motorsportinteressenten geläufig.
Die Angaben über den jüngsten deutschen Frie- denstyp ber Schnellboote — es ist naturgemäß eine Weiterentwicklung im Kriege erfolgt — lassen auch den Unterschied gegenüber den Booten ber fremden Marinen erkennen. Die Hauptbewaffnung besteht aus zwei festeingebauten Torpedorohren und einer leichten Flak. Es sind reine Kielboote, bie infolge ihrer besseren 'Seetüchttgkeit bei leichterem unb mittlerem Seegang ben Stufengleitbooten erheblich an Geschwindigkeit überlegen sind. Die italienischen Schnelwoote sind, wie auch bie französischen, soweit im Mittelmeer stationiert, den besonderen Wetterverhältnisse dieser Seegebiete an* gepaßt. Hier regiert also das ganz kleine leichte Stufenboot. Die Engländer hingegen, die ja im Kanal und seinen Zugängen wieder andere Seebedingungen vorfinden, haben wiederholt zwischen dem leichten und schweren Typ geschwankt. Bisher hat ber Krieg ihren Booten noch keine Gelegenheit zu erfolgreicher Verwendung gegeben. Dagegen haben die deutschen Boote schon während ihrer ersten kurzen Einsätze dgs gehalten, was man von ihnen erwartet hatte.
So ist also bas Schnellboot, dieses kleine schnittige Fahrzeug, das wohl manchem binnenländischen Besucher Der Seebäder so eindrucksvoll in Erinnerung geblieben ist, Träger des angriffsfreubigen Torpedobootsgeistes geworden. Das Schnellboot verkörpert takttsch und in feinem militärischen Angriffsgeist bie Wiedergeburt des klassischen Torpedoboots aus ber Zeit, als Tirpitz diese Waffe in Deutschland schuf.
.......27. Mai. (PK.) Jetzt sitzt ber Tommy im Sack. Die Verbindung nach der Küste ist hergestellt, starke motorisierte Einheiten haben sich gleich einem gewaltigen Keil von Südosten her bis hinauf an den Kanal zwischen bie englischen und französischen Armeen geschoben, von Antwerpen her drückt die Nordarmee in die Flanke, wir selbst sind mit unseren Truppen bis an bie Schelde vorgerückt und riegeln damit den Ausweg nach Südosten ab. In den Abendstunden des Samstags dauerten die Besprechungen bei den Divisionen unb Armeekorps länger als sonst. Wo wird dieser gewaltige Sack, in dem der Tommy zappelt, zugeschnürt werden. Das war die Frage, die jeden einzelnen bewegte. Immer wieder wurde der Bleistift an bie Karten angelegt. In wilber Eite flitzten noch in ben späten Abendstunden Kradmelder heran und überbrachten die letzten Meldungen. Offiziere, von oben bis unten mit Staub bedeckt, rasten in ihren Kübelwagen heran und stürmten die Treppe zu dem kleinen Schloß hinauf, in Dem bie Division ihren Gefechtsstanb hatte, um sich den Einsatzbefehl zu holen. Immer klarer tri- । stallisierte sich aus hunderten von Meldungen bas Bild heraus, daß sich jetzt endlich der Tommy an der Schelde zum Kampf stellt. Wie sollte es auch anders sein! In ständigem Zurückfluten strömt das Gros der englischen Armee den Häfen an der Kanalküste zu. Hier längs der Schelde muh er sich zum Kampfe stellen, wenn nicht der Rückzug eine Flucht werden soll.
Es ist ein weites, von dichten Buschgruppen durchsetztes Land, bas sich zu beiben Seiten ber Schelde
Warneton, Messtnes Wytschaete, H°llebecke Ghelu- bie Pfingstrosen in bunter Fülle leuchten, velt unb weiter nördlich Nelken, die sich bereits neugierig aus den schützen-
Poelcapelle, Bixschoote, Houthhulster Wald, all bßn Maspen herauswagen — ein Land, das zu- Namen, die für immer m ber Erinnerung bes beut- ^^ht, als hatte es noch nie bie rote
scheu Volkes stehen. Nach Beendigung des !Be- fVatfel des Krieges über sich gesehen. Der Jnfan- megungsfrieges im Herbst 1914 entbrannte hier bei aber, ber Kilometer um Kilometer auf gerader Dpern bet dem Versuch der gegenseitigen Heber ßaiJbrtra^e, über verstaubte Feldwege und enge slugelung mi Wettlauf Zum Meer öiefenftege feinem nächsten Marschziel zustrebt, sieht
die Schlacht zwischen der 4 und 6. deutschen Armee ^ähre Antlitz dieses Landes, in das ber Krieg unb ben Engländern, die sich bis zum 24. Nvverm , tiecen Furchen eingegraben hat. Rechts unb
ber hinzog, ohne eme Entscheidung zu bnngen. 2luck) I ber Straße umgestürzte Munitionswagen unb
bie Flandern schlacht 1917, die nut ber g^ßen Mi- $rohen, Lastwagen unb Motorräder, an ben Orts- nensprengung bei Wytschaete begann und bann .in g « en ^juser, bie burch einen einzigen Artil- schweren Kämpfen uiu den Ypern-Bogen monate- [eriöeDOgtreffer auseinandergefegt wurden, gesprengte lang hm- und herwogte, konnte an ber Stellung jrilfcr DOn Fliegerbomben und Granaten
von 1914 so wenig ^"dern, wie dle Ersturmu g unb Rand ber Straße ber endlose Zug ber des Kemmels in der Fruhiahrsoffensive 191». I Flüchtlinge. Voll beladene Wagen, müde Pferde, Was damals ein nie erreichtes Ziel blieb, ber Menschen, die seit Tagen nach ihrer Heimat zurück- Besitz der französischen Kanalhäfen, streben, aus der sie zwangsweise evakuiert wurden, ist >heute bereits in der dritten Woche der großen Dse Tage von Holland sind vorbei. Hier in dieser deutschen Westoffensive Taffache geworden. Nach- Gegend lag ber Englänber im Quartier, bem Boulogne schon am Freitag in hartem Sinnlos verwüstete Häuser, in denen Kampf mit feindlichen Land- unb Seeftreitkräften auch die letzten Eßvorräte aufgebraucht oder ver- von deutschen Truppen erobert wurde, ist am Sonn- nichtet sind, zeigen den Rückzugsweg, den der tag nun auch Calais nach hartem Kampf in Tommy ging.
deutsche Hand gefallen. Ihre außerordentliche Be- Wir sind bis Rena ix vorgestoßen. Funk- beutung wirtschaftspolitischer Art für Frankreich, sprüche wechseln zwischen den übergeordneten Ein- seesttategischer Art für England, haben wir W heilen, die wenigen Telephonleitungen sind ständig schon vor einigen Tagen eingehend dargestellt, besetzt, ber gewaltige Apparat des modernen Nach- Heute sei nur noch darauf hingewiesen, daß mit richtendienstes spielt auf seiner gesamten Tastatur, bem Besitz ber Kanalhäfen, die nicht in die Hände $n ben Nachmittagsstunden des Mittwoch haben einer feiMichen Großmacht fallen zu lassen Jahrhunderte hindurch bas A und O brittscher Politik gewesen ist, die deutsche Kriegführuna eine scharf fiankierende Stellung zum Kanal und damit zur I wichtigsten Durchganasstraße der brittschen Heimat« gemässer nicht nur, sondern auch zur Themsemun- düng und damit zu London selbst gewonnen hat,
dessen Hafen der weitaus wichtigste Hmschlagplatz des Der Gedanke des Schnellbootes wurde aus den brittschen Außenhandels ist. Da Kanal und Themse- Derhältnifsen des Seekrieges und des Küstenkamp- Mündung^iun also im engsten Bereich der deutschen [es vor bem östlichen Kanalausgang ziemlich gleich- Luftwaffe liegen, sind die Engländer noch mehr zeitig auf deutscher und englischer Seite im We lt- als schon durch die Bedrohung der britischen Oft- friege geboren. Dem Entwurf der ersten Boote füfte von den deutschen Stützpunkten in Norwegen lag mehr ber Gedanke 3U Grunde, sehr schnelle aus für ihre Zufuhr aus Hebersee auf ihre wenigen Fahrzeuge für die Nahaufklärung unb bie und ohnehin schon überlasteten Häfen im Westen u- B o o tb e k ä m p f u n g zu schaffen, als das angewiesen, also Bristol, Cardiff, Liverpool, Glas- Streben nach der Entwicklung einer neuen Kampf- gow u. a. waffe. S^)r schnell drängte sich der Gedanke auf,
Kanalhäfen die Absperrung des britischen Expedi- bte TntmirfiuiKi in der Adria
latrtenTter ^ck^on^ wie^bEänk^ wo die iwlienischen MAS (Motoscafo Antisommer-
MMMKMWMKZM
SdÄeift m Ä äuÄ bootWb M- durch »ei—e Anarisse in die entlassen werden. Die Angriffe der deutschen Lllst- den russischen Knegshafen Kronstadt, ayr fets» «sh? ää । $saus" jetzt an ben Stellen direkt bekämpft, von denen sie
L SÄieUuTÄ" L l Schnelwooren anzesichi- der besonderen 8e6influn.
Nnd hab Krieaslckuffe von den Vernich- gen an unseren Küsten bereits vor der Exrrnguna tenben Angriffen unserer Bombengeschwader abge-sder Wehrfrekheit Aufmerksamkeit gewidmet, ft daß sehen, auch vor kühnen deutschen Angriffen vom Lande her nicht sicher sind, sobald sie sich in ben Bereich ber Küste wagen, bas zeigt die schneidige Tat des Oberleutnants von Jaworski, der mit


