Ausgabe 
28.5.1940
 
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Dienstag, 28. Mai MV

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Bedingungslose Kapitulation der belgischen Armee

England vor der Klinge

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in rückhaltlosem Einsatz Befestigungen niederrangen. U? zu den stärksten Festungsanlagen der Welt ge- Hirten. Das ganze deutsche Volk blickt in dem Ge- fi,l tiefer Dankbarkeit und unbändigen Stolzes auf -i Truppe, die solch glänzende Waffentaten voll- h-achte und diese Kapitulation erzwang.

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Vertin. (DRV. Funkspruch.) Soeben trifft eine Kindermeldung von ungeheuerer militärischer Be­bet fung ein, die das ganze deutsche Volk mit Stolz Uab Freude erfüllen wird. Aus dem Führerhaupt- qtzartier wird gemeldet:

Unter dem Eindruck der vernichtenden Wirkung bei deutschen Waffen hat der König der Bel - !g|er den Entfchlutz gefaßt, dem seitherigen sinn- fol'ti Widerstand ein Ende zu bereiten und um La f f e n st i l l st a n d zu bitten. Er hat der deut­schen Forderung nach bedingungsloser Ka­pitulation entsprochen. Die belgische Armee hat !fomit am heutigen Tage die Waffen nieder- igklegt und zu existieren aufgehört.

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deutschen Panzer.

Der Ton der Presse ist nach röte vor darauf ab gestimmt, daß man unbedingt einige Monate au den augenblicklichen Verteidigungslinien aushalten müsse. Die Wirtschaftspresse gesteht, daß der Ver­lust der belgischen und nordfranzösischen Kohle für die französische Kriegsindustrie umso bedenklicher sei, als man nach der jüngsten Entwicklung an der Kanalküste nicht mehr mit englischen Zufuhren rech­nen könne. Selbstverständlich werden die Aende- rungen im französischen Kommando in langen Kom­mentaren behandelt. Es ist zwischen den Zeilen zu lesen, daß ein so großer Führerwechsel die Armee

I nickt ermutigen könne.

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Panzerwagen den Feind außerordentlich de­moralisiert. Die Militärschriftsteller der Pariser Zei- tungen deuten an,- daß die Alliierten nach wie vor auf der Suche nach Abwehrmitteln sind. Der mili- tärische Mitarbeiter derTemps" erhofft von den Flugzeugschnellfeuerkanonen gute Erfolge gegen die

Hand befindlichen Kanalhafen Ostende gelang es einem unserer Schnellboote, einen britischen 3er- törer durch Torpedoschutz zu vernichten. Außer­dem vernichteten unsere Schnellboote vor Den Helder ein feindliches U-Boot.

pariser Beklemmungen.

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Der Wehrmachisbericht vom Montag.

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Zn London scheine man die aufsteigende Ge- ahr begriffen zu haben. Die Bittgebete in den Kirchen begännen sich zu häufen. Auch an einem hastigen Verdichten der Aowehrmaßnahmen man­gele es nicht. Gleich wie in Frankreich solle ein Personenwechsel in den höchsten Kommandostellen die Rettung sichern. Die England selbst drohende Gefahr dränge alles in den Hintergrund, auch das verzweifelte Ringen der eigenen Truppen auf dem Festlande. Angstvoll habe Duff-Cooperan die Treue des französischen Volkes" appelliert, so chreibtTeuere". Jin übrigen aber, so spottet Popolo di Roma", gehe aus dem im Rundfunk in französischer Sprache an die Franzosen gerichte­ten Appell hervor, daß das Durchkämpfen dieses Krieges den Franzosen überlassen bleibe. England hege nicht die mindeste Sorge, habe Duff- Cooper ausgerusen, daß diese Anstrengungen des französischen Volkes von Erfolg gekrönt sein würden.

Die Themen der sonntäglichen Verhandlungen Reynauds in London, so berichtet der Pariser Korrespondent desLavoro Fascista", seien zwar nicht bekannt; nicht unbekannt sei aber, daß Frank­reich die Notwendigkeit einer kräftigeren mi­litärischen Unter st ützuna durch Eng­land fühle. Dieser Forderung habe die Soziali­stische Partei, die sechs Mitglieder in der Regierung sitzen habe, nachdrücklich Ausdruck verliehen. Durch die völlige Vernichtung der in Belgien eingeschlosse­nen englisch-französisch-belgisichen Truppen werde sich das quantitative Verhältnis der von den bei- den Westmächten beigestellten Streitkräfte wesenllich ändern. Das französische Heer müsse fast gänz­lich allein das volle Gewicht der Fortsetzung des Kampfes tragen.

Gazzetta del Popolo" sagt: England sei noch nie so unmittelbar von einer Invasion bedroht gewesen, wie in diesem Frühjahr, weder durch Phllipp II. noch durch Napoleon. Dagegen habe sich Hitler wie noch kein früherer Angreifer Englands mit unbe­dingter Klarheit die Idee in den Kopf gesetzt, daß England besiegt werden müsse, um den Krieg zu gewinnen, und daß der Krieg nicht entschieden werde könne ohne die Erreichung dieses Zieles. Klarheit der Pläne sei eine Kraft, die Hitler nicht nur besitze, sondern auch seinem Volke bei- gebracht habe. Gestützt aijf diese grundlegende Idee führe Hitler den Krieg und habe sich mit der Be­setzung der Nordseeküste von Drontheim bis Abbe­ville das Sprungbrett für den endgül­tigen An griff auf England serjchafft.

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Rom, 27. Mai. (Europapreß.) Immer enger wird der würgende, stählerne Ring, in dem die eng* lisch-französisch-belgischen Truppen im Westen Bel­giens verbluten; immer drohender pocht der^ Krieg an die Pforten Englands. So sieht die römische Presse die Kriegslage im Westen Europas.Messag- aero" schreibt, den rechten Augenblick zum Durchbruch hätten die englisch-franzosisch-belgi- schen Truppen verpaßt. Auch Weygand sei es nicht gelungen, vom Süden aus eine wirksame Hilfe zu bringen und zu verhindern, daß die deut­schen Truppen einen nach dem anderen der wich­tigsten Häfen der französischen und belgischen Küste nähmen. Nun stünden den Truppen der Weltmächte.

nur noch Ostende, Zeebrügge und Dünkirchen offen; doch diese Häfen seien so gut: wie unbenutzbar. Man wisse, daß" ihre Hafenanlagen von den deutschen Fliegern vollständig zerstört worden seien. Der schrecklichste Kampf wüte im restlichen Belgien fort,* ohne daß sich den englisch-französisch-belgischen Truppen ein Hoffnungsstrahl zeige. Zu sterben, aber nicht zu weichen, habe Weygand diesen Trup­pen anbefohlen, um selbst möglichst noch einen Mo­nat zur Schaffung einer neuen vielleicht letzten Verteidigungslinie in Frankreich zu ge­winnen und damit zu erreichen, daß die politischen und militärischen Führer ihre letzten Karten ausspielen könnten.

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bind verbliebenen Häfen an der belgisch-franzäfi- jtgen Kanalrüste an. 3n Dünkirchen gingen die fcifenanlagen in Flammen auf.

An der Südfront keine besonderen Erei^- rsse. In den Kämpfen der letzten Tage südlich ! e d a n schoß der Leutnant in der Panzerabwehr- bmpanie eines Infanterie - Regimentes. Muller fünf von elf schweren feindlichen Panzern ab. und beschädigte die übrigen so schwer, daß ihr Angriff

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pfammenbrach.

Angriffe der Luftwaffe richteten sich auch gegen lie Flugplätze in ber Umgebung von Jaris, Verkehrsanlagen südlich Reims und gegen feindliche Truppenbewegungen. Allein auf 'nem Flugplatz fielen 20 feindliche Flugzeuge der Wung anVim. D>° Verluste des Gegners betrugen gestern 73 Flugzeuge, davon wurden 32 h LAftkämpfen. 15 durch Flakartillerie abgeschossen, ber Rest am Boden vernichtet. 15 eigene Flugzeuge terben vermißt. ,

3m Kampf um Jlaroit würben auch gestern l ieber Gebirgsjäger burch Fallschirmabsprung a - ksseht. Nachdem bereits am 24. Mai ein feind- I dier Flugzeugträger im Ofot-Fzord bei larvik einen schweren Bombentreffer erhalten hatte, rurbe dieses Schiff, wie bereits burch Sonbermel- hng bekanntgegeben, am 25. Mai vor «-

tgeul durch drei Bomben, darunter eine Bombe schwersten Kalibers, getroffen und zum Sinken < e b r a d) t. Ls gelang ferner, ein Handelsschiff ijon 8000 Tonnen durch Bombentreffer ju nerfen- Isn und außerdem ein großes Kriegsschiff und zwei L reuzer sowie einen Transporter von 18 000 Ton- uen mit schweren Bomben unter Brand- und Ex- Bosionserscheinuugen zu treffen. Auf dem Flug- ;Rah Barduvos sind mehrere Flugzeuge am Boden srftort worden. . .

Der Feind setzte in der Nacht zum 27. Mai feine Ranlosen Luftangriffe gegen nichlmilitarische Ziele m Westdeutschland fort, ohne hierbei größeren Schaden anzurichten.

Deutsche Schnellboote vernichteten einen britischen Zerstörer und ein feindliches ll-Boot.

DNB. Berlin, 27. Mai. Das Oberkommando er Wehrmacht gibt bekannt:

Bei einem Vorstoß gegen den noch in feindlicher

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Genf, 27. Mai. (Europapreß.) Die Pariser Zeitungen suchen jedes Zeichen eines vorübergehen­den Widerstandes der Truppen der Westmächte in Nordftankreich aufzubauschen und solche Einzelmel­dungen derart zu verallgemeinern, daß das Bild gänzlich entstellt wird. Bezeichnend für- diese Presse­taktik ist, daß die Franzosen erst am Sonntagabend den Fall von Boulogne zugaben, obwohl Churchill die Einnahme durch die Deutschen s ch o n " Stunden vorher eingestanden hatte. Wie ,

Kriegsberichte zeigen, haben die d e u tsch e n' nicht ermutigen könne.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bisb'/rUhrdesVormittags Grundpreise für 1 "'m Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Textanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstastell AbschlüffeMengenstastelS Platzvorschrist (vorherige Vereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grnndvreise Bäderanzeigen

und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf.

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Die letzten Wehrmachtsberichte haben es deutlich gemacht, daß die Zange sich immer enger zusam- menpreßt, in der sich die Reste des belgischen Heeres, des britischen Expeditionsheeres und Teile dreier französischer Armeen in Französisch- und Belgisch- Flandern mit dem Rücken zur Küste und vor sich die unentwegt vordrängenden deutschen Divisionen ringsum eingeschlossen befinden. Aus sich immer mehr verengendem Kampfraum leistet der Feind noch heftigen Widerstand. Besonders gilt dies an- cheinend für den Raum nördlich Arras, wo Die rutschen Truppen, wie PK.-Berichte anschaMich childerten, in erbittertem Kampf mit feindlichen Panzerverbänden die erinnerungsreichen Stätten der Loretto - und Dimy-höhen nahmen und nun in die Ebene des Artois herunterstießen, wo ihnen etwa 10 Kilometer nordöstlich bei Lens französische Kolonialtruppen entgegentraten, deren Gegenangriffe jedoch mit blutigen Verlusten für den Feind abgewiesen wurden. Lens, eine Stadt von 33 000 Einwohnern, lag während der ganzen Dauer des Weltkrieges im Kampfgebiet und ist da­mals völlig zerstört worden, nordwestlich davon liegt das im Weltkrieg ebenfalls viel umkämpfte Loos. Der Besitz des Höhenzuges, der als Fort­setzung der Ardennen, ähnlich dem baltischen Land­rücken, hier die flandrische Ebene begrenzt und sich über Lillers und St. Omer bis nach Gravelines zur Küste hinzieht, bedeutet für die hier mit der Front nach Osten kämpfenden deutschen Truppen eine für die Fortführung des Angriffs durch die Natur außerordentlich begünstigte Ausgangsstellung, die im Weltkrieg immer in der Hand des Feindes ge­blieben war. St. Omer, ein industriereiches Städtchen von 18 000 Einwohnern, war im Früh­jahr 1918 das nächste Ziel der deutschen Offensive über die Lys beiderseits Armentiöres, es konnte indessen nicht erreicht werden. An Gravelines (flämisch Gravelingen) knüpft sich eine interessante historische Erinnerung. Hier schlug der später von Awa auf dem Brüsseler Marktplatz enthauptete Graf von Egmortt an der Spitze eines spanischen Heeres 1557 die Franzosen, Gravelines war auch von Philipp II. von Spanien, dem damals ja noch Flandern und die übrigen Niederlande ge­hörten, in seinem Kampf mit der Königin Elisabeth ; als Ausgangspunkt für eine Landung in England ausersehen worden, aber die Vernichtung der spa­nischen Armada 1588 machte diesen Plan zunichte und begründete Englands Seeherrschaft für die nächsten Jahrhunderte.

Von der südlichen Ecke dieses Höhenrückens ost­wärts in der Linie DimyDalenciennes ist der Feind beiderseits Douai von den hier mit der Front nach Nordwesten kämpfenden Truppen zurückgeworfen. Douai, eine Industriestadt von 40 000 Einwohnern, Bahnknotenpunkt der Linien LilleCambrai und ArrasValenciennes, ist fast während des ganzen Weltkrieges in deutschen Händen gewesen. Bei-, derseits der Scarpe, wiederum in umgekehrter Front wie heute, haben hier vor Arras häufig heftige Kämpfe stattgefunden. Von Valenciennes nach Norden bis in die Gegend von Roubaix stehen unsere Truppen mit der Front nach Westen im

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen » : .....

Verzeichnet sind alle in den Wehrmachtberichten bis einschließlich Montag genannten Orte.

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DRV. FührerhauplquarNer, 27. Wal. lis Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3n 51 a n b e r n unb im 21 r t o i s haben unsere luppen ihre Angriffe fortgesetzt unb bie einge- filossenen feinblichen Armeen weiter zusam- wcngebrängt. Besonbers Hörbild) Wenin gdang ein tiefer Einbruch in bie feinbliche Front bi s bicht Dßt Ypern. Wie an ben Vortagen itffen starke Einheiten ber Luftwaffe in bie impshanblung im Westen ein unb erleichterten C5 Vorwärtskommen bes Heeres. Der Schwer- inkt ber Angriffe lag mit stärkster Wirkung über ,m Raum ber eingeschlossenen feindlichen Armeen. V« nordöstlich Lens angreifenden deutschen tippen wiesen Gegenangriffe französi­er Kolonialtruppen mit blutigen Ver­dien für den Feind ab. Wie bereits durch Son- urmeldung bekanntgegeben, fiel Calais, das Reifer der Front umschlossen war, nach hartem fampf in unsere Hand.

Bei Boulogne schoß der Oberleutnant in einem Panzerregiment von Jaworski mit sei­lt m Panzerkampfwagen im Feuer mehrerer feind­licher Kriegsschiffe einen Serfförer in Brand. (Segen den Versuch der Engländer, Teile ihrer ein- Mlossenen Truppen nach England zu schaffen, ...riff die Luftwaffe erneut die noch in Feindes-

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Der Kampf gegen England.

Italienische preffestimmen zur Kriegslage.

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