Ausgabe 
28.2.1940
 
Einzelbild herunterladen

I9V. Jahrgang Nr. so « Mittwoch, 28. Februar 1940

Erscheint täglich, außer A Annahme von Slnzeigen

Sonntags und feiertags M k A -A, Jk A Ak Jk A ^W W A A A für die Mittagsnummer

Beilagen: DieJllustrierte V A AM W W /(Wk ^7 1W bis8'/ UhrdcsVormtttags

Zletzener ^amilienblätter WHR IW M M A^k MM ^^A^L M A M A W V Grundpreise für 1mm Höhe

HermatimBüd DreScholle Ml wl M M III Zr K H ÄL WWW W bei Llnzeigen von 22 mm &»& IIlllr lir llr I /111VIl Illi I a'i'a« Bsa®ü: y? v/ IV-1IVI 4V V 44141V 444V w auch bei Nichterscheinen M W W AM ~ Platzvorschrift (vorherige

von einzelnen Stummern el flr WM Vereinbarung)25"/»mehr

infolge höherer Gewalt IV^ Ermässigte Grundpreise

ax'Äg RrnMMi v7-"»dv«i°,.. fitptwnf-llmfrwr fiir (hherlwifelt TÄStnes -d

Postscheckll6«6Frankf./M. vrühlscheUniverstlStrdnnterel«.Lange Wvllvl'yi**llljvlUvl' jlll V/Vvlljv Jf VII riehen,rchulstrahe von 22 mm Breite 6 Pf.

Tokio, im Februar 1940.

a r =

arham'

auch die britische Machtsphäre in Tibet, und der neue Datat Lama wird davor bewahrt bleiben, eine Schachfigur von Englands Gnaden zu werden.

Strenge der englischen Zensur frei erscheinen dür­fen. Man könne ihnen mit wenigen, aber klaren Worten entgegnen:Die italienische Nation nimmt davon Kenntnis, daß es bei den großen imperialen Demokratien Männer und Greise gibt, die auf ihr en Untergang sinnen. Italien regt sich nicht auf, sondern zieht daraus die ent­sprechenden Schlußfolgerungen. Wenn man Italien, Deutschland und Rußland ungeachtet der grundsätz­lichen Unterschiede auf die gleiche Anklagebank setzen und die drei Nationen und ihre verschiedenen Regime wirklich in einen Pott werfen will, dann brauche man sich nicht zu wundern, wenn die An­gegriffenen sich dann auf eine derartige Beleidigung zu ihrer Berteidiaung zusammenftn- d e n. Man muß also oemDaily Herald" und seinen zahlreichen Freunden klar zu verstehen geben, daß- Drohungen dieser Art zwangsläufig nur zu einer natürlichen Reaktion führen müssen, zur Verstärkung bereits bestehender, gemeinsamer Abwehrmaßnahmen, ohne Rücksicht auf den Unterschied der Ausgangstellun­gen."

Verbrechen gegen die Neutralen begeht (!), um dann fortzufahren, weitere Vorteile daraus zu ziehen, daß es, wann immer es ihm paßt, auf die strikte Inter­pretierung des internationalen Rechtes besteht, das es selbst in Stücke gerissen hat." (!)

Der letzte Satz Churchills verdient die größte Be­achtung in den neutralen Staaten. Die lächerlichen Vorwürfe gegen Deutschlands Seekriegführung, die ja nur auf die unverschämten britischen Rechtsver­letzungen reagiert, soll lediglich eine wenn auch mißglückte Begründung dafür abgeben, daß sich England imCossack"-Fall um die rechtliche Erörte­rung dieses klaren Neutralitätsbruches drückt. Dar­über hinaus scheint W. C. mit dieser Erklärung sagen zu wollen, daß sich England überhaupt nicht mehr an das internationale Recht halten wird.

Neue Schiffsner'uste cor (Snqant.

Amsterdam, 27. Febr. (DNB.) Nach Mel­dungen aus Kopenhagen gilt der dänische Dampfer ..Maryland" (4895 BRT.) als vermißt. Reu­ter zufolge ist der englische DampferKlan M o r- r i s o n" (5936 BRT.) in der Nordsee auf eine Mine gelaufen. Das Schiff trieb noch, als die Be­satzung in die Boote ging. Ein Mitglied der Be­satzung wurde getötet, 15 wurden verletzt. Das ho ländische MotorküstenschiffIda" (208 BRT.) i an der Westküste Englands gesunken. Die Be satzung wurde gerettet.

Im Zusammenhang mit dem Untergang des schwedischen SchiffesSantos" schreibt die nor­wegischeHandels- und Schiffahrts-Zeitung" am Dienstag in einem Leitartikel:Wieder ist ein Schi versenkt worden, nachdem es den englischen Kontroll­hafen Kirkwall angelaufen hatte, um zurück­gehaltene Post abzuholen. Im ganzen find durch den Untergang 43 Personen umgekommen, darunter der norwegische Generalkonsul in Montevideo, Gordon Fring und seine Frau, die sich auf der Heimreise von Uruguay nach Norwegen befanden. Das ist der Preis für dieses Anlaufen von Kirkwall. Wie lange werden die Engländer neutrale Schiffe noch in ihre Kontrollhäfen zwingen, ohne imstande zu sein, die Fahrt nach und von diesen Kontrollhäfen zu sichern? Diese Form der englischen Kontrolle hat Menschen­leben und Schiffe genug gekostet,"

In seiner Rede vor dem Unterhaus am Dienstag gab der Erste Lügenlord der britischen Admiralität wieder einmal einen seiner obligaten Erfolgsberichte, der aus Mangel an Tatsachenmeldungen mit einer geradezu Heiterkeit erregenden Präzision ausgestat­tet war. Churchill stellte nämlich, ohne sie belegen zu können, die Behauptung auf, daß die Deutschen seit Ende 1939 aus allen möglichen Ursachen etwa die Hälfte ihrer U-Boote verloren hätten. Er zweifelte", daß auch nur zehn deutsche U-Boote in dieser Zeit neu in Aktion getreten feien. Darüber hinaus sei in den letzten beiden Tagen ein U-Boot sicher" gesunken und zweisehr wahrscheinlich . ' Es ließ sich nicht vermeiden, daß Churchill auch etwas über die englischenBlockadeerfolge" sagen mußte Er tat das mit der reichlich durchsichtigen Entschuldigung, daß die britischen Patrouillen em Gebiet von 1000 Meilen zwischen Schottland und Grönland zu bewachen hätten. In Anbetracht dieser langen Patrouillenstrecke sei es nicht verwunderlich, daß eseinigen" deutschen Schiffen gelungen sei, diese ,Mockade" zu durchbrechen. Diese Entschuldt-

Englische Kriegsdrohung gegen Italien

Entschiedene italienische Schlußfolgerungen.

Churchill gesteht englische Schlappen

Neue Angriffe gegen die Neutralen.

bestimmt:Die Neutralität einer Macht wird durch die bloße Durchfahrt der Kriegsschiffe und Prisen der Kriegführenden durch ihre Küstengewässer nicht beeinträchtigt." DieAltmark" war ein Trohschifs desGraf Spee", das mit Gefangenen der ver­senkten Handelsdampfer an Bord in kühner Fahrt vom Südatlantik nach Norwegen gelangt war. Es war als Regierungsschiff zu behandeln und irt norwegischen Gewässern gewissermaßen sakrosankt^ Diese klare und einfache Rechtslage entsprach üb­rigens auch den norwegischen Neutralitätsregeln! vom 27. Mai 1938,,die in Uebereinstimmung mit dem geltenden Seekriegsrecht abgefaßt roorbert waren.

Sofort nach der britischen Missetat setzten dis Versuche ein, Norwegen durch eine konzentrische Kanonade in der englischen und französischen Presse! zu erschüttern. Der klare Rechtsstandpunkt Norwe­gens wurde durch Ablenkung des Tatbestandes auf Nebensächlichkeiten ins Wanken zu bringen versucht, und Chamberlain hielt unmittelbar nach dem von feiner Regierung angeordneten Mord eine Unterhausrede, die von Unwahrheiten nur so wim­melte. So behauptete er und diese unwahre Be­hauptung ist offiziell nicht zurückgenommen worden! dieAltmark" habe eine norwegische Unter­suchung im Hafen Bergen durchmachen müssen, die ehr flüchtig erfolgt sei. England habe deshalb das Recht gehabt, die Gefangenen zubefreien". Die Note der britischen Regierung wurde in der nor­wegischen Presse wiedergegeben, der Rechtsstaat»- punkt des norwegischen Außenministers, der Cham­berlains Lügen widerlegte, aber in der englischen und französischen Presse glatt unterschlagen. Uebri- gcns wäre der UeberfaU genau so rechtswidrig gewesen, wenn es sich um ein deutsches Kriegsschiff in norwegischen Gewässern gehandelt hätte und nicht um die feige Ermordung waffenloser deutscher Seeleute, wobei allerdings der englische König diese Mörder noch besonders belohnte. Wenn derDaily Telegraph" als Regierungsorgan behauptete, durch das Entrinnen derAltmark" in den Iösfing-Fjord sei der Tatbestand des Anlaufens eines Hafens ge­geben, dann ist diese Flunkerei nicht ernst zu neh­men, denn erst durch die Piraterie der englischen Kriegsschiffe ist im Einvernehmen mit den norwe­gischen Behörden die normale Fahrt durch die neu­tralen Küstengewässer unterbrochen worden. Das englische, auch in den Noten immer wiederkehrendö Moment läuft nur auf die feige Entschuldigung hin­aus: Nicht der Mörder, sondern der Ermordete ist schuldig. Ganz klar wird übrigens die britische Blut- und Rechtsschuld auch dyrch Art. 2 des von den Briten mitunterschriebenen Haager Seerechtsabkom- mens:Alle von Kriegsschiffen der Kriegführenden innerhalb der Küstengewässer einer neutralen Macht begangenen Feindseligkeiten mit Einschluß der Weg­nahme und der Ausübung des Durchsuchungsrechts stellen eine Neutralitätsverletzung dar und sind un- : bedingt untersagt."

Das Recht sprach also für Norwegen i u nd für Deutschland. Ader England kehrte frech den Spieß um und bombardierte seinerseits die ; Norweger mit wesenlosen Vorwürfen, Forderungen : und Protesten. Die Osloer Regierung klagte über - die Verkennung ihres Rechtsstandpunktes, über die - feige Haltung der Presse der übrigen neutralen - Länder, über die Einsichtslosigkeit der englischen

Rom, 28. Februar. (DNB. Funkspruch.) Unter der ÜberschriftW arnung" beschäftigt sich Giornale d'I t a I i a" mit einem Artikel des Daily Herald", der eine bevorstehende Offensive der beiden Plutokratien gegen Ita­lien ankündigt. Das ßabourblatt behaupte, es gäbe zwischen Deutschland, Sowjetrußland und Italien keinen Unterschied. Diese drei Nationen stellten eine Gefahr für den Frieden dar, und es erklärte dann, p)enn die Weftmächte heute gegen eine dieser Autokratien kämpften, müsse ihr wah­res Friedensziel darin bestehen, sie alle drei zu er­schüttern.

Dies fei, so sagtGiornale d'I t a l i a" eine neue kriegerische Kundgebung des sog. Pazifismus" einer britischen Partei. Nicht zufrie­den mit einem Krieg, der bereits schwer und voller Unbekannten sei, bemühe sie sich,im Namen des Friedens" eine Ausbreitung des europäischen Kon­flikts herbeizuführen. Inmitten eines Krieges er­dreiste sich diese Partei noch einmal, Italien den Krieg anzudrohen. Diese Kundgebungen erschienen umso interessanter, als sie trotz der

Wir warnen!

Der allem Gesetz und den einfachsten Grund­sätzen der Menschlichkeit widersprechende UeberfatI des britischen ZerstörersCossack" auf den deutschen RegierungsdampferAltmark" im norwegischen Iösfing-Fjord hat sehr unerfreuliche Weiterungen für Norwegen gefunden. Die rechtliche Stellung der norwegischen Regierung war klar. Außenminister K o h t berief sich auf den Artikel des Haager See­neutralitätsabkommens von 1907, der ausdrücklich

Deutsche JUeger über Paris und Nordostfrankreich.

Brüssel, 28. Febr. (DNB.) In einer lieber« sicht über die Fliegertätigkeit im Westen sagt Reuter, deutsche Aufklärer hätten am Dienstag früh­morgens die französische Grenze in grö­ßeren Gruppen überflogen. Sie hätten sich dann in kleinere Gruppen geteilt und seien nach verschiedenen Richtungen weitergeflogen. Fast über­all im Nordosten Frankreichs und in der Gegend von Paris habe man Fliegeralarm geben müssen. Wie hohe militärische Stellen erklärten, fährt Reuter fort, werde Fliegeralarm nur dann gegeben, wenn große Verbände nahten. Des­halb habe man keinen Alarm gegeben, als sich am Montagabend zwei feindliche Flugzeuge Paris näher­ten; nur die Flakabwehr sei in Tätigkeit getreten. Am Dienstag früh sei in Paris Flieger-

Es gibt kaum ein anderes Land, das so welt­fern liegt und aus dem so spärliche Nachrichten nach Europa bringen, wie Tibet, über das sich einst der Sage nach basDach ber Welt" wölbte Dorthin fuhren keine Eisenbahnen, unb wenn sich em abenteuerlustiger Frember in jene gigantische Gebirgswelt verirrt, so gelingt es ihm nur aus­nahmsweise, ben Weg in bie Zivilisation zurück- zufinben. Unb doch rückt Tibet, biefes in seiner politischen Struktur einzigartige Lanb, immer näher in bas Blickfelb bes Weltinteresses. Bezeichnet man boch Tibet alsHintertüre" zu ben in Asien um ben Vorrang tämpfenben Machtsphären. Aber biese Tür ist bisher fest verschlossen gewesen; niernan- bem ist es bisher gelungen, vielleicht mit Aus­nahme von Chinesen, benen Tibet einst tribut­pflichtig war, tief in bas Lanb ber Geheimnisse einzubringen unb es ben machtpolitischen Plänen ber asiatischen, i rr * ..... ....

gung präsentierte Churchill ben Neutralen gegen­über mit einem verschämten Augenaufschlag und ber Rechtfertigung", daß eine völlige Schließung ber Blockade im Interesse der Neutralen (!) vermieden werden müsse.

Dieser Köber bürste allerbings um so schwerer zu schlucken sein, als ber Lorb unmittelbar nach biefer Aeußeruna im Zusammenhang mit bem Piraten­schiffCossack" im norwegischen Hoheitsbereich mit drohender Stimme ausrief:Nach ber augenblick­lichen Doktrin ber neutralen Staaten soll Deutsch- (anb anscheinenb eine Reihe von Vorteilen gewin­nen, inbem es alle Regeln bricht unb bie gemeinsten

Sin Gott bestieg den Thron

Von unserem U -Berichterstatter.

Berlin, 27. Febr. (DNB.) Am 29. Dezember 1939 wurde deutscherseits die Torpedierung eines britischen Schlachtschiffes der Queen-Elizabeth"°K lasse westlich von Schottland durch ein deutsches U-Boot bekanntge­geben. Von der britischen Admiralität wurde die schwere Beschädigung des Schlachtschiffes bisher verschwiegen. Erst am 27. Februar hat Chur- chill sich dazu bequemt, vor dem Unterhaus ein- zugestehen, daß das S ch l a ch t s ch i f fB a r - Jam" torpediert worden sei. DieBarham" gehört zu den Schiffen derQueen-Elizabeth"- Klasse die in den Jahren 1913 bis 1915 erbaut wurden. Das Schlachtschiff ist 31100 Tonnen groß, hat eine Friedensbesatzung von 1180 Mann, eine Geschwindigkeit von 25 Seemeilen und ist u. a. mit acht 38,1-cm-, 12 15,2-cm-Geschützen und acht 10,2-cm-Flakgeschützen ausgerüstet. DieBarham" hat sich bis heute noch nicht von dem Treffer des deutschen U-Bootes erholt.

Churchill hat sich im Rahmen einer verspäteten Beichte vor dem Unterhaus ebenfalls dazu ent­schlossen, die schweren Beschädigungen d e s S ch l a ch t s ch i f f e sN e l s o n", bes Flagg­schiffes ber britischen Heimatflotte, zuzugeben, bas, wie bereits von der deutschen Presse gemeldet, im vergangenen Dezember einen Minentreffer erhielt. DieNelson" hat eine Wasserverdrängung von 33 950 Tonnen und ist mit seinen neun 40,6-cm- und zwölf 15,2-cw-Geschützen sowie seiner beson­ders schweren Flakarmierung zur Zeit das stärkste und modernste britische Schlachtschiff.

Unter dem Druck der deutschen Veröffentlichungen hat Churchill mit der Wahrheit herausrücken müs­sen, nachdem er wochenlang versucht hat, die schwe­ren Beschädigungen der auch heute noch nicht wie­der seetüchtigen Schlachtschiffe zu verheimlichen.

. , geschweige denn europäischen Mäch­ten vollends gesügia zu machen. An den Grenzen Tibets stoßen die Landmassen der großen Reiche der Erde zusammen: China, Sowjetrußland (durch das Vordringen in Sinkiang) und Großbritannien

könnte.

Die Priesterherrschaft Tibets und ihre Träger be­zeichnen sich als unsterblich, und sie ist keineswegs gewillt, ihre in der Bevölkerung fest verwurzelte Machtstellung zugunsten einer verweltlichten Herr­schaft aufzugeben, was auch mit dem buddhistisch- lamaistischen Glauben im Widerspruch stehen wurde. Verkörpert sich doch die Gottheit immer von neuem in der Gestalt des Dalai Lama, und es ist undenk­bar, daß dieser höchsten Autorität sterbliche Men­schen bei- oder übergeordnet würden. Entkörpert sich ber herrschende Dalai Lama, so begeben sich Priesterabordnungen über alle lamattischen Lande, bis hinauf nach ber Mongolei, um ben wieder ge­borenen Dalai Lama zu suchen. Das Kind mutz die heiligen Zeichen aufweisen: nach oben gewölbte Augenbrauen, ein geheimnisvolles Lächeln mutz um seine Lippen schweben, ein Regenbogen muh über bem Hause, in dem es zur Welt kam, angehalten haben, unb manche andere Zeichen müssen einge­treten sein, ehe die Lamas den roiebergeborenen Gott erkennen. Nun wirb ber gefundene Dalai Lama nach Lhasfa gebracht unb bart -n strenger Abgeschiedenheit von den Priestern bewacht. Schon vor einigen Monaten wurde berichtet, ba§ ber neue Dalai Lama gefunden unb in der Hauptstadt feier lich empfangen worben sei. Aber da er noch em kleines Kind ist, wirb em Vormundernannt be im Volksmunb den Namen ,König fuhrt, und der auch berufen ist, bem Dalai Lama seine sieben hei ligen Namen zu geben.

aus Lhassa kommt jetzt di- Nachricht bah ble Zeremonie ber Namengebung in bie,er> Tagen statt gefunden hat. Der kleine rmederoerkorperte Gott wird dabei auf einen Thron gesetzt, er erhalt eine silberne Quaste in bie Hand unb wirb mit feinen neuen Namen angerebet. Fortan bars er keine Frau mehr sehen, unb wenn er Fleischnahrung «rt f muh vorher ein Sehet gesprochen werben burch bas bie Wiederverkörperung bes getöteten Ste«« fl wiihrleistet wirb. Der 14. Dalai Lama wirb nun in ber höheren Magie unterrichtet unb lernt angeblich bie Geheimnis,e aller Dinge kennen; i-boch uhrt der Vormund in den weltlichen Dingen in fernem Namen die Regierung bis zur Großiahngkett de ^Gerabe jetzt wirb bie weltliche Herr schäft in Tibet von besonderer Bedeutung. De-; r isih Cinfluh wächst an den Grenzen d«s °°rschl°II-nen Reiches. In Kaschgar, Yarkanb, Kulbscha. aus allen Zusuhrstrahen nach Indien «pwn-n dnti^e Agen en ihre Intrigen unb stoßen dort auf rufftfä?; Smflul e. An ben Norbgrenzen Snbiens gart es, tn ® o J ristan herrscht offener Aufruhr gegen die Lrttem Hier zeigt bas britische Empire Risse, »Ml* zu Spalten erweitern. Dort an y-n Grenzen »es ÄÄ^nTauÄ h°t England Wucht in Lhasta verstärkten Einfluh zu 8«mtnnen_ Line fchwankeL-n Positionen in Inbien fchwachen

alarrn gegeben worden, als eine Gruppe von Flugzeugen die Alarm!inie für Paris überflog.

Der gestrige Wehrmachtsbericht.

B e r 1 i n, 27. Febr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Keine besonderen Ereignisse.

Oer russische Heeresbericht.

Moskau, 27. Febr. (DNB.) Wie der Heeres­bericht des Militärbezirks Leningrad vom 26. 2. rnit- teilt, fetzten die fowjetruffi scheu Truppen ihren Vormarsch in der Richtung finnischer Be­festigungswerke auf der Karelischen Land­enge fort. Finnische Gegenangriffe wurden mit großen Verlusten zurückgeschlagen.

Weiter teilt der Heeresbericht mit, daß russische Truppen auf der Insel Koivisto (B j ö r k ö) insgefamt 26 finnische Festungsanlagen, darunter 15 betonierte Artilleriestellungen, zwei Festungs- bunter sowie zahlreiche Waffen und Lebensmittel­depots erbeutet hätten. An den anderen Frontab­schnitten sei der Tag verhältnismäßig ruhig ver­laufen.

Die sowjetische Luftwaffe habe militärische Ziele der Finnen angegriffen und bombardiert. 19 fin­nische Flugzeuge so teilt der Leningrader Heeres­bericht mit seien bei Luftkämpfen ab geschossen worden.

mit Indien.

Als im Jahre 1904 der britische Oberst Poung- Husband mit einer kleinen Armee von 4000 Mann nach Lhassa vordrang und die Lamas zur Kapitulation zwang, hatte dieser unentschuldbare gewaltsame Einfall in ein fremdes Land zur Folge, daß Tibet mit Indien in einen näheren Kontakt kam, der sich noch mehr vertiefte, als der Dalai Lama unter dem Druck der Chinesen zeitweilig in Indien Zuflucht suchen mußte.

In Tibet haben nun im Laufe der letzten Jahre einschneidende Veränderungen stattgefunden. Zum ersten Male in der Geschichte des Landes war es geschehen, daß die beiden Throne, der des Dalai Lam-a in Lhassa und des Pantschen Lama unbesetzt geblieben waren. So war es denn möglich gewesen, daß das Ausscheiden der in der Person der beiden höchsten Lamas verkörperten Gottheiten dazu geführt hatte, daß sich abseits der Priester- Herrschaft weltliche Kräfte zu regen begannen, die Tibet einen moderneren Kurs aufzuzwingen ver­sucht hatten. Dabei fällt in erster Linie das ti­betanische Heer ins Gewicht, das zwar nicht groß ist, aber im Inneren des Landes eine arohe Rolle zu spielen beginnt. Die obersten Befehlshaber der tibetanischen Formationen, die sogenannten Kupons", begeben sich oft in die Grenzgebiete und verkehren auch gelegentlich an den indischen Fürsten­höfen. Auch einige Leiter der Zivilverwaltung zeigen eine gewisse Neigung, Reformen in ihrem Lande durchzuführen, aber alle diese Reformbewegungen sind uneinheitlich und bleiben an Aeußerlichkeiten haften, denn die Führer der sogenannten Reform- bewegung sind sich darüber klar, daß der Eintritt Tibets in eine moderne Staatengemeinschaft die Unabhängigkeit des Landes in Frage stellen und die Einmischung fremder Mächte zur Folge haben

Regierung, die fortfuhr, die Lügenbehauptungen Champerlains in Noten zu wiederholen, die die norwegische Regierung knieschwach machen sollten. Das Ziel der englischen Angriffe war klar und wurde wiederholt ausgesprochen: Norwegens Neu­tralität war den Briten ein Dorn im Auge, sie sollte zugunsten einer Erweiterung des Kriegsschau­platzes gebrochen. Recht in Unrecht verwandelt werden.

Wir Deutschen haben dieses Spiel der englischen Regierung kommen sehen. Wir haben darauf hin­gewiesen, daß der FallCossack" zeigt, was den Neutralen blühen würde, wenn sie englifche Rechts­brüche hinnehmen oder dulden. Aber es war zu­nächst Norwegens Sache, sein unbestreitbares Recht mit den ihm zustehenden Mitteln zu verfechten. In­zwischen ist die norwegische Regierung wirklich knie- schwach geworden. Außenminister Koht ließ sich herbei, dem englischen Außenminister Halifax gegenüber gewisseIrrtümer" in juristischer Be­ziehung zuzugeben, jo als ob es sich bei der ganzen Angelegenheit nicht um ein barbarisches Ver­brechen Englands, sondern um eine juri­stische Streitfrage handele, in der sich Norwegen verteidigen müsse, statt anzuklagen. Damit war die fundamentale Tatsache des Neutralitätsbruches un­ter dem wachsenden englischen Druck auf ein Dieben* geleise geschoben, der norwegische Rechtsanspruch also praktisch aufgegeben worden.

Welch seltsame Entwicklung! Für uns ist es ein­fach unverständlich, daß eine Regierung, die nach göttlichem und menschlichem Recht alle Argumente auf ihrer Seite hat, sich plötzlich in die Rolle des Angeklagten versetzen läßt. Wir können es nicht begreifen, daß eine neutrale Regierung sich zu der Anerkennung zwingen lassen sollte, daß eng­lische Gewalt dem neutralen Recht vorangeht. Wir müssen vielmehr in die semi Stadium des FallesCossack" mit allem Nachdruck noch einmal vor dem englischen Bemühen war­nen, die Neutralität ber skandinavischen LändeP zu unterhöhlen und so die Voraussetzungen für eins Kriegsauswettung im Norden zu schaffen. E. S<

Erkenntnis in Norwegen.

Oslo, 28. Febr. (DNB. Funkfpruch.) Die natioi .nsle WochenschriftFritt Folk" schreibt zu beul