Ausgabe 
27.11.1940
 
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Mittwoch, 27. NovemberMd

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unter brit'schein Mandat stehenden nahöstlichen Ländern führen. Offensichtlich gehen diese Bespre- chungen auf eine Abwehr der englandfreundlichen Einigungsbemühungen hinaus, die vom Emir A b ° d ull ah von Transjordanien unternommen werden.

Ztaliemscher Wehrmachtbericht.

Rom. 26.Rov. (DNB.) Der italienische wehr- machtbericht vom Dienstag hat folgenden Worllaut:

An der griechischen Front sind feindliche, au der Epirus-Küste gelandete Abteilungen halb vernichtet, halb mit ihren Waffen gefangengenom- men worden.

Unsere Luftwaffe hat in enger Zusammenarbeit mit den Landslreitträfien über dem ganzen Opera- tionsgebiet zahlreiche Angriffe durchgeführt. Stra- henknotenpunkte. Brücken, Kraftwagenkolonnen und feindliche Truppenzusammenziehungen längs des Kalamas-Tales in Arta sowie bei Perati und Lrseke sind aus der höhe, im Tiefflug oder im Sturzflug einem heftigen Bombardement unterzogen worden. Die Forts der Insel Korfu sind wiederholt bom­bardiert und getroffen worden, wodurch heftige Brände und Explosionen hervorgerufen wurden. Unsere Jäger haben über Durazzo zwei Flug­zeuge vom Blenheim-Typ abgeschossen.

Feindliche Flugzeuge haben Leros und Stam- palia angegriffen. Einige Gebäude wurden be­schädigt, darunter nur eines von einigem militäri­schen Interesse, weder Tote noch Verwundete. Fünf der angreifenden Flugzeuge wurden von der Flak brennend abgeschossen.

In O st a f r i k a wurde ein Angriff motorisierter feindlicher Einheiten in der Zone von Sabderat

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Ju der letzten Rächt watf der Feind in Rord- westdeutschland an einigen Stellen Bomben, die aber nur in einem Dorfe geringen Sachschaden an- richleten.

Der Gegner verlor gestern zwei Flugzeuge, von denen eines im Luftkampf, eines durch Flakartillerie abgeschossen wurde. Eigene Verluste entstanden nicht.

Flak »erschlägt britischen Lustangriff auf die Rnchshauptstadt.

B e r l i n, 27. Rov. (DRB. Funkspruch) In der Rächt vom 26. zum 27. Rovember versuchten meh­rere britische Flugzeuge die Reichshauptstadt anzugreifen. Infolge der starken Flakabwehr gelang es ihnen jedoch nicht, die Sperrzone zu überfliegen. Sie mutzten vor Erreichen der Stadt ab­drehen, nachdem sie einige wenige Bomben i n den nutzer st en Stadtrandgebieten ab- geworfen halten. Es wurde nur geringer Hauser- und Flurschaden angerichtet.

Erfolglose Angriffe auf deutsche Lorpostenboote.

Erfolge der italienischen Lustwaffe im östlichen Mittelmeer.

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Nachlässe:

Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenüafsel B Plnvvorschrist (vorder,ge Vereinbarung) 25'/«» mehr

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Der Wehrmachlberlcht vom Dienstag.

Berlin, 26. Rov. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Ein U-Boot unter Führung von Kapitänleutnant S ch e p k e versenkte 41 400 BBT. feindlichen Han­delsschiffsraumes.

Die Luftwaffe führte auch in der Rächt zum 25. Rovember erfolgreiche Vergeltungsau- griffe auf London durch. Ramentlich im Zen­trum der Stadt und auf beiden Themfe-Ufern waren heftige Explosionen und Brände zu beobachten.

Andere starke Kampfliegerverbände waren, wie bereits gemeldet, in der gleichen Rächt auf kriegs­wichtige Ziele in Bristol angefeht. Mehrere Stunden hindurch griffen sie mit Brand- und Sprengbomben schwersten Kalibers Hafen- und Industrieanlagen, fowie Verforgungs- elnrichlungen an. 3m ganzen Gebiet fielen zahlreiche Lagerhäuser mit Rohstoffvorräten und deren Verarbeitungsanlagen den verheerenden Feuerbrünstea zum Opfer. Drei Gasanstalten wur­den vernichtet, eine Grogmühle durch Feuer zer- stört. Der Angriffsraum von Bristol war, wie Augenerkundung am folgenden Tage bestätigte, e i n einziger grofjer Brandherd.

Weitere Angriffe richteten sich in der gleichen Rächt gegen einige andere Städte in den Mid­lands und Süd-Lngland. Infolge ungfin- ffiger Wetterlage herrschte am 25. Rovember tags­über nur geringe Kampftätigkeit. Kleine verbände leichter Kampfflugzeuge belegten verschiedene kriegs­wichtige Ziele in Süd-England erfolgreich mit schweren Bomben.

Britische Häfen und Schiffahrtswege wurden planmäßig weiter vermint.

Fernkampsbatlerien des Heeres und der Kriegs­marine nahmen, wie bereits betaantgegeben, am 25. Rovember abends einen britischen Ge-

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190. Jahrgang Ur. 281

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jeder 41000 MT. versenkt.

Erfolgreiche Dergeltungsangriffe auf London. - Bristol ein großer Brandherd.

Reise durch das neue Finnland

Don unserem Sonderberichterstatter ZrieSrich Ege.

Ku o p io, am Nordrand der riesenhafte mittelfin­nischen Seenplatte. Was diese Seenplatte ist, erlebt man am besten, wenn man auf die Puijo-höhe vor der Stadt spaziert, die sich 150 Meter über dem Seengebiet erhebt. Auf drei Seiten ist die Stadt von Seen umgeben. Soweit das Auge reicht, nichts als Seen, Seen mit unzähligen Inseln in den verschiedensten Größen ynd Formen, von der klein/n nackten Klippe bis zu großen bewaldeten Inseln. Und alles eingetaucht in die Stimmung einer unermeßlichen Weite und Einsamkeit. Es ist das Erlebnis einer grandiosen Naturschönheit. hier befinden wir uns mitten in der Landschaft S a v o ihre Menschen sind gewissermaßen das Gewürz" des finnischen Volkscharakters, hier ist der pfiffige, schelmisch-verschmitzte Humor zu Hause und drückt den Menschen den Stempel auf.

Auch in Kuopio wurden Baugerüste um die kriegsoerletzten Häuser gezogen, der Wiederaufbau ist in vollem Gange. Die Technische Schule ist be­reits wieder hergestellt. Fährt man vdn Kuopio

worden.

Drunten am Hafen des Vesijärvi liegt das OampferchenSuomi", das uns nach einer Stunde Fahrt zu einem der herrlichsten Seen Finnlands, »Idem langgestreckten Päijänne bringt (120 km eng und bis 28 km breit), der von Süden nach Norden verläuft. 12 Stunden brauchen wir zu sei- ier Durchquerung, aber diese Fahrt bringt uns üe Schönheit und Größe der finnischen Naturwelt iahe. Unzählige Buchten und Landspitzen, enge Sunde und weite offene Wasserflächen, riesige Wäl­der von den schönsten Birkenhainen durchsetzt und «ufgehellt, größere unb kleinere Bauernwirtschaf- ten, die plötzlich die Einsamkeit beleben, weitge- Itrettie Höhenzüge mit ihren für den ®ranit (^a» nalieristischen sanft gewölbten, machtvollen Berg- I uppen. Dann zieht auch einmal ein Kirchdorf vor- iiber, gleichsam aus dem Walde herausgeschnitten, 'inb die zahlreiche Jugend steht am ,^)afen" und detrachtet dieFremden". Dann aber diese Farb- itimmungen, die die Sonne auf .See und Berge und Felder malt unaussprechlich schön und erfüllt i>on einem beglückenden Frieden ... Im Sommer üef)t auch um die ,Helle Mitternacht" eine goldene Sichtfülle von der nur wenig unter dem Horizont lahinhuschenden Sonne direkt im Norden. Schon POr 1 Uhr früh nimmt das Dämmerlicht wieder m und der Morgen beginnt, der mit einer phan- mstischen Farbenpracht die weite Natur erfüllt.

Am anderen Ende des Päijänne-Sees hegt tzyväskylä, schön zwischen Bergzugen einge- tettet Es ist schon von altersher em Mittelpunkt der finnischen Kultur, hier wurde u. a. b i e e r t e finnische Volksschule errichtet. Es ist eine cufblühende Stabt in einer Mischung von alten, len typischen einstöckigen Holzhäusern und modernen inehrstöckigen, massiven Gebäuben. Man suhlt gleich He moberne Atmosphäre, bie hier lebt. Oben aus I er höhe eines Bergrückens liegt - em mobernes Sportstadion, von bem aus man die schönste 21119= s-cht auf bie ganze Umgebung hat. Auch hier sind iber 2000 Evakuierte untergebracht unb haben 2ir- beit gefunben. Die Stabt, die Rüstungsindustrien beherbergt hatte natürlich im Knege manches zu «rleiben Aber auch ihre Kriegswunden verschwim len immer mehr. Eine große P aip i le r f aib r l f , Ine wir besichtigen, die 2000 verschiedene Papler- brten herstellt, vom Toilettepapier über Schreib­papiere bis zu den feinsten Seidenpapieren und Ine auch bas einzige Pergamentpapier im flanken lorben probuziert, bekam durch ernen Volltre, er He Wasierzusührung zur Turbine zerstört, vom ^ontorhaus blieb nur ein kleiner Sternhaufen üb­rig, aber bie Arbeit geht wetter. hier erfahren ww Übrigens, daß bas zellulosereicke Finnland auch Zellulose einführt, nämlich Strohzellulose aus Hol­land, bas bie schöne Oberfläche beim Schreibpapier lervorbringt und amerikanische Zellulose, bte für Mrierpapiere verwendet wird.

Detter geht die Fahrt durch Mittelsrnnland nach

Englische Bomben auf Antwerpen.

Brüssel, 26. Nov. (DNB.) In den ersten Mor­genstunden des 23. November wurde das Zen« t r um von Antwerpen von englischen Flie- gern überflogen, die wie gewöhnlich eine Reihe von Bomben auf nicht militärische Ziele ab- warfen. Dabei wurde das Rubens-Denkmal a.rf dem Grünen Platz beschädigt. Wenn sonst auch nur Sachschaden entstanden ist, glücklicherweise aber keine Todesopfer zu beklagen sind, so hat dieses neueste Attentat der Royal Air Force doch ht der Scheldestadt größte Empörung ausgelöst.

Beilagen: Pieailuftnerte Eichener ftmnihenblnitei Hennm imBild DieSttwlle Mvnats-Bezugsvreis:

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ancb bei Nickterlckemen von einzelnen stummem iniolge höherer Gewalt Aernsvrecbansctttub 2251 Drahtanscbrift.An^elger" Pnälcheck 116«« JVranff. M

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(Nachdruck, auch mtt Quellenangabe, verboten!) Helsinki, Mitte November 1940.

Wenn man heute eine Reise durch Finnland macht, wie die hier beschriebene, bie etwa 800 km Luftlinie in Süb-Nordrichtung ausmacht, unb babei feststellen kann, wie dieses Volk von nur 3,8 Mill. Einwohnern alle Schäden des Krieges ausmerzt unb schafft, um alle Schwierigkeiten zu meistern, ba kann man am besten erleben, was Finnland in der Tat ist unb bedeutet unb was für eine Zähig. kett und Energie diesem Volke innewohnt. Das grundlegende Erlebnis wie man es auch wäh­rend des Krieges mtt Sowjetrußland Tag für Tag erleben konnte ist die Gelassenheit und Selbstver­ständlichkeit, mit der der finnische Mensch auch den schwierigsten Situationen gegenübersteht. Uederall stößt man auch heute auf eine große innere Sicher­heit. Weder Verzagtheit noch Hoffnungslosigkeit ist >anzutresfen, sondern immer nur bei eine Wille: $) a nb anzulegen an ber Arbeit bes Wieber- ausbaus. Und gerade die Evakuierten, bie so gut wie alles verloren haben, auch sie sind erfüllt von einer bewunbernswerten Zuversicht, beren Quelle die Arbeit, bte grenzenlose Liebe aller zur heimat- erbe unb das Bewußtsein von der ständigen Gefahr des Grenzlandes ist.

In der Hauptstadt Helsinki selbst ist aus den Trümmern die -Technische Hochschule neu erstanden unb hat bereits wieder mit ber Arbeit begonnen. Auch bie anberen mitgenommenen Ge­bäude werben über kurz ober lang roieber bewohn­bar fein. Fährt man von Helsinki mit ber Bahn nach Lahti, so kann man schon auf dieser kurzen Strecke die Wirkungen des modernen Luftkrieges beobachten. Aber immer mehr heilen diese Wun­den bes Krieges. Ein Haus um das anbere wirb wieder aufgebaut ober repariert. Lahti! Die längste finnische Stadt, sie liegt im Sattel zweier parallel verlaufender Höhenzüge aus dem Geröll- Ichutt ber Eiszeit, bekannt durch feine jährlich statt- iinbenben internationalen Schiwettkämpfe unb als Sendestation, zählt bereits 30 000 Einwohner. Dar­unter befinden sich 5200 Evakuierte, bie sie ausge­nommen hat unb bie bereits alle wieder in Arbeit stehen. Eine große Anzahl neuer Inbustrien ' ius bem abgetretenen Gebiet entstehen hier. Große Wohnkolonien werben angelegt, neue Schu« len ber verschiebensten Art für ben Bevölkerungs­zuwachs werden errichtet. Mitten im Walde liegen moberne Arbeitersieblungen. Die Häuser enthalten 2 Zimmer unb Küche Unb kosten 90 000 Fmk. (etwa 5000, RM.) Der Staat gibt ein Dar. sehen in höhe von 75 v. h. bei einer Abgabe für Zins unb Amortisation von 70, Fmk. per 1000, ^mk. unb Jahr. Das macht etwa 400, Fmk. int Monat. Nach 26 Jahren geht bas Haus in den Be­litz des Arbeiters über. In einer schönen Wald- [ieblung sind auch 70 ber von Schweben geschenkten Einfamilienhäuser für' die Evakuierten ausgestellt

unb im Ghir-Ghir-Tal (Serobatib) von unseren Truppen prompt abgeschlagen. Einige feindliche Kraftwagen fielen in unsere Hand.

Feindliche Flugzeuge haben Bomben aus Assad abgeworfen, die einen Toten, vier Verwundete unb leichte Schäden zur Folge hatten.

llngestörielteise i{( rmischerpilaerschiffe

Rom, 26. Nov (Curopapreß.) Eine am Montag ben mohammebanischen Staaten gegebene Z u - sicherung ber Achsenmächte, dem freien Verkehr ber bie mohammedanischen Pilger zu ben heiligen Stätten bes Islams befördernden Schiffe aller Flaggen keinerlei Schwre- ri g k e i t en bereiten zu wollen, bezeichnetPopolo bi Roma" als von besonbers großer Bedeutung. In dem Augenblick, ba ber Beginn einer entscheidenden Phase im Kriege im Nahen Osten unb in Afrika de- vorstehe, fei es besonders zettgerecht gewesen, ben mohammedanischen Völkern die Gewißhett zu geben, baß chre religiöse sowie chre bürgerliche und wirtschafttiche Freihett von ben Siegermäch« ten in keiner Weise bedroht werden Deutschland unb Italien bekämpfen Englanb unb nicht jene, Völker, bie Englanb immer ausgesogen unb vor allem mtt seiner Iudensreunblichkeit be­trogen habe.

Der syrische Nationalistenführer MarbamBey :st von Bagbad kommend in R i a d , ber hauptstabt von Saubi-Arabien, eingetrvffen. Er wird mit I b n Saub Beratungen über bie politische Lage in ben

bie etwa 70 km zu dem östlich davon gelegenen Kupferbergwerk Outokumpu, kann man auf dieser Strecke ben finnischen Ornnibuschausfeur de- munbern, ber bei Hartern Tempo auf dieser engen Straße mit ihrem ständigen Auf. und Ab unb den vielen Kurven in vorbildlicher und kaltblütiger Weise seine virtuose Fahrkunst zeigt. Immer wieder unterbrechen Seen die Landstraße, die Fähre muß uns hinüberführen. Immer dominiert der Wald, hier und da, besonbers an ben Seen, einzelne kleinere Höfe. Einmal kommen wir auch an einer einsam ba- liegenben alten Steinkirche vorbei sie ist an einem Platz angelegt, daß bie Wege von den wett ausein- anberliegenben Einzelhöfen nicht allzu ungleich groß sinb. Dort auf bem Gelänbe eines größeren Gutes steht eine Winbrnühle, ba weiden Kühe, doch bald wieder schließt sich die bewohnte Landschaft; ber Walb regiert! Wieder eine Fähre und wir stehen in Karelien, jener so eigenartigen finnischen Landschaft. Die etwas düstere, aber doch faszinie­rende Atmosphäre zeigt sick schon hier. Noch ur­sprünglicher wird die Landschaft, noch mehr Ocde- und Wildmark. Es ist merkwürdig: es sind doch dieselben Birken, dieselben Kiefern, dieselben Wie- sen und Felder unb doch: es weht eine andere Lust hier es ist Karelien!

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Gießener Anzeiger

BrflblldH Uniixrttätsbniderd 8. toast General-Anzeiger für Oberhessen ^«ittzta?rchal»r-tzt 7-9

leltzvg. der einen Durchbruch nach dem west­

lichen Kanal versuchte, ohne feindliche Gegenwehr -

unter wirksames Feuer. Der Geleitzng wurde zer- Vorpostenboote sind sprengt.

Auch einWahr"-E>ager.

Iton unterer Berliner Schrittieiiung.

Diezerstörten Berliner Bahnhöfe" waren ein Schlagwort, bas Churchill erfanb, um ben furcht­baren Einbruck abzuschwächen, den die deutschen Vergeltungsangriffe aus die Midland-Städte und andere britische Industriezentren in der englischen Bevölkerung hinterlassen haben. Die irrsinnigen Phantasien über die angeblich in Berlin angerichte­ten Schäden, die vom Londoner Lügenfunk vorsich­tigerweise nur in englischer Spr ach e ver­breitet wurden, sind dann in drastischer Weise wider­legt worden, unb zwar nicht nur durch das Zeugnis ber Berliner Millionenbeöölkerung, fonbern auch auf bem Wege einer persönlichen Inaugenschein­nahme berzerstörten Berliner Bahnhöfe" durch die ausländischen Militärattaches unb Journalisten. Es war eine Riesenblamage für Churchill unb seine RAF.!

Nachts war natürlicher, als daß die Briten­regierung versuchte, dieser fatalen Zurschaustellung ihrer Lügen irgendwie entaegenzuwirken. Aber wer einmal in den Irrgarten der Lüge so tief hinein­geraten ist wie die Po'kerspieler an der Themse, Der findet nicht wieder heraus, sondern verwickelt sich nur in immer neue unb groteskere Wider­sprüche. So erging es auch bem ßonboner Runb- funk, ber nach seiner großen Blamage dennoch ver­suchte, sein Lügengesicht zu wahren, und nun seiner- jeits die deutschen Berichte über bie Zerstörungen in England alsphantastisch" bezeichnete. Ein sehr plutnpes Verfahren, solche Retourkutsche, unb umso weniger glaubroürbig, als der Märchenerzähler ttn Londoner Rundfunk seine Weisheiten diesmal nicht in englischer, sondern in deutscher Sprache zum Besten gab. Der Grund hierfür wird sofort er« sichtlich, wenn man hört, was Churchill im ein­zelnen dementieren läßt.

Da heißt es beispielsweise, im Gegensatz zu ben deutschen Behauptungen müsse festgestellt werden, daß Coventry, Birmingham, Southampton und Bri­stol nicht in Trümmern lägen; daß es nicht wahr sei. Daß Coventry immer noch brenne; daß es nicht wahr sei, daß 70 bis 80 v. S). der Londoner Dock­anlagen unbrauchbar sind; daß es nicht wahr (et, daß ungezählte Schisse vor ber Themsemünbung auf dem Meeresgrund lägen; daß es vielmehr wahr sei, daß die den britischen militärischen Objekten durch deutsche Luftangriffe zugefügte Schäden nicht an­nähernd demjenigen entsprächen, ben _ das treff­sichere Bombardement der britischen Lustwaffe dem deutschen Kriegseinsatz zugesügt habe.

Das find nun wieder einmal typische Beispiele für jene Sorte von amtlichen Dementis, die etwas widerlegen, was gar nicht behauptet wor­den i ft. Niemand in Deutschland hat hinsichtlich der vernichteten Londoner Docks die Zahl 70 v. H. genannt; denn es ist praktisch völlig gleichgültig, ob es 73 oder 68 v. S). sind. Niemand hat gestern ober vorgestern in Deutschland behauptet, daß Coventry brennt; denn die Feuersbrünste, die nach ber Vernichtung ber Rüstungsanlagen von Coventry den Rest übernahmen, sind natürlich nach einer Woche längst erloschen., es wird kaum noch etwas dort geben, was brennen kann.

Und was bie großen Schiffs fried Höfe runb um England, besonders aber im weiten Bereich der äußeren Themsemünbung anbelangt, so haben wir Deutschen nicht annähernd so viel Veranlassung, die Schiffswracks dort zu zählen wie die Engländer selbst und die werden sich schwer hüten. Wir kennen diese Schiffsfriedhöfe ja nicht nur aus ben zahlreichen Beobachtungen unserer Fliegergeschwa­der, sondern ebenso auch aus ben vielen Schilde­rungen ausländischer Schiffskapitäne unb anderer Zeugen, beispielsweise solcher, bie wochen- unb mo­natelang vor dem Beginn bes Feldzuges im Westen gezwungenermaßen mit ihren Schiffen in den eng­lischen Downs festliegen mußten. Und genau so zahlreich sind ja auch die Schilderungen ausländi­scher Beobachter über die geradezu verheerenden Wirkungen der massierten deutschen Luftangriffe auf Coventry, Birmingham unb Bristol.

SolcheDementis" kann man natürlich den Ein­wohnern von Lonbon, Coventry, Birmingham usw. nicht zur Kenntnis bringen, weil bann vielleicht bie betrogenen unb belogenen Massen sich boch zu einer Revolte aufraffen mürben. Deshalb ber ausschließ­liche Gebrauch ber beuttchen Sprache! Aber auch irt deutscher Sprache ist dieser Betrugsversuch gegen­über der Weltmeinung ein klägliches Unternehmen. Denn es sind ja nicht deutsche, sondern englische unb neutrale Berichterstatter gewesen, die von der Zensur kontrolliert aus England jene furcht­baren Schäden unb Verwüstungen aemelhet haben nnb noch melden, von denen der britische Rundfunk- svrecher plötzlich nichts mehr wissen will. Möge sich dieser seltlome ,.Wahr"-Sager bei den britischen Zensurbebörden beschw-ren. wenn ihm auf feinen letzten kümmerlichen Rechtfertigimasverluch wieder nur eine Lachsalve aus allen fünf Erdteilen ant­wortet. H. Ev.

Berlin, 26. Nov. (DNB.) Im Lause des heu- tigen Vormittags wurde in der Nordsee ein deut­sches Vorpostenboot von einem englischen Kampfflugzeug vom Typ Lookhead angegrif­fen. Trotz des starken Seeganges gelang es dem Vorpostenboot, bas Flugzeug durch autliegenbes Abwehrfeuer zum vorzeitigen Abb r eh en zu zwingen. Sämtliche Bomben, bie bem Vorposten- boot gelten sollten, verfehlten ihr Ziel. Im Laufe bes Nachmittags griffen in ber Nordsee ferner zwei englische Torpedoflugzeuge zwei deutsche Vorpostenboote an. Unsere Dorpostenboote eröff­neten sofort bas Feuer und vereitelten die wohlgezielten Feinbangriffe burch ge­schickte Abwehrmanöver. Trotz ber durch starken Seegang und schlechte Sichtoerhättnisse hervorgeru­fenen ungünstigen Bedingungen gelang es, eines der angreifenben Flugzeuge abzusckießen. Ein verwundeter Besatzungsangehöriger des abgeschos­senen Flugzeuges konnte geborgen werden. Unsere ' ' " d unversehrt.