Ausgabe 
27.8.1940
 
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sozialen Lage der Kulturfilmfchaffenden, beträchtlich erhöht. Eine besondere Pflege wird in Zukunft demabendfüllendenKulturfilm zuteil werden. Das Ziel ist: In jeder Filrnvorstel- mng ein hochwertiger Kulturfilm.

Oie Lösung -er Lu-enfrage . in -er Slowakei.

Preßburg, 26.Aug. (DNB.) In den Gau- Hauptstädten Neutra und Preßburg fanden am Sonntag die traditionellen Erntedank- Feiern statt. Ministerpräsident Dr. Tuka wandte sich in Neutra gegen die falschen Deutungen und Vernebe­lungen, die die Ankündigung der Uebernahme na« tionalsoziaiistischer Sozial- und Wirtschaftsarund- sätze durch die slowakische Staatsführung gefunden habe. In der Slowake sei die Liebe zur Heimat stets mit der Religion verbunden gewesen, nur müßten die Herren Bischöfe und Pfarrer auch an der neuen Entwicklung tätig Mitwirken; denn der Nationalsozialismus habe heute die ganze Welt er­faßt. Wenn sich jemand abseits stelle, so würde dies das Verderben der ganzen Nation, jedenfalls aber jener, die nicht mitgehen wollten, bedeuten. Das Judentum sei der unversöhnliche Feind jeder natio­nalen Aufwärtsentwicklung. Wenn es daher heute gegen den neuen Kurs der slowakischen Politik be­sonders gehässig Stellung nehme, dann beweise dies nur dessen Richtigkeit. Die Geschichte des Slowaken- tums trete nun in das Stadium der nationalsozia­listischen Revolution ein, deren Sieg niemand mehr aufhalten könne.

Innenminister Mach erklärte, daß das Judentum zunächst in einem geschlossenen Gebiet zusammengefaßt und dort zur Arbeit ange­halten werde. Die Arisierung der Wirtschaft werde nach Vorbereitung der finanziellen Voraussetzung kompromißlos durchgeführt, werden. Die soziale Frage werde nach dem nationalsozialistischen Vor­bild gelöst werden.

In den slowakischen Provinzstädten wurden in der Judenfrage bereits Maßnahmen eingeleitet, die von den breiten Bevölkerungsschichten mit Befriedigung zur Kenntnis genommen wurden. So wurden in der ostslowakischen Stadt P re so v die jüdischen Kasinos und sonstigen Lokale gesperrt. In Zipser-Neu- dorf wurde den Juden verboten, vor 10 Uhr am Wochenmarkt zu erscheinen. Dies wird damit begründet, daß die Juden die von den Bauern hereingebrachten Produkte billig ankauften und dann teuer weiterverkauften. In S i l l e i n wurde den Juden das Betreten der Kaffeehäuser verboten und ebenso der Besuch der Park-Anlagen.

Oie Umsiedlungsmatznahmen in der Güddobrudscha.

Bukarest, 26. Aug. (Europapreß.) Die rumä­nischen Leitungen veröffentlichen eine Mitteilung des rumänischen Ministerpräsidiums, in der es heißt:Die Behörden haben den Bewohnern der Kreise C a l l a c r a (Süd-Dobrudscha) und D u - r o st o r (Süd-Dobrudscha) gestattet, ihren bei der täglichen Arbeit Entbehrlichen Besitz bereits jetzt in das Landesinnere zu verbringen. Diese Maßnahme wurde bei den Verhandlungen mit un­seren bulgarischen Nachbarn über den Bevölke­rungsaustausch einschließlich einiger g e- bietsmäßigen Zugeständnisse getroffen, um die spatere Evakuierung zu erleichtern, die mög­

licherweise zu einem Zeitpunkt erfolgen wird, da die Wege vom Regen aufgeweicht und die Transport­verhältnisse aus diesem Grund schwieriger sind." Die Bevölkerung wird ermahnt. Hab und Gut nicht überstürzt zu verlassen, sondern die Ernte ein- z u b r t n g e n, die den Rumänen gehöre. Die Der- handlunaen mit Bulgarien würden im G e i st e gegenseitigen Verständnisses geführt. Die Rumänen, die die Bezirke später verlassen wür­den, könnten ihr ganzes Vermögen mitnehmen. Die Evakuierung der Süd-Dobrudscha werde auf Wunsch Rumäniens in drei Etappen durchgeführt werden, dürfte aber bis zum 5. Oktober erledigt fein. Ueber diesen Punkt werde aber noch verhandelt.

Ungarische Einladung an Rumänien zur Fortsetzung der Verhandlungen.

B u k a r e st, 26. Aug. (DNB.) Die ungarische Re­gierung hat die rumänische Regierung eingeladen, ihre Beauftragten zur Fortsetzung der Verhand­lungen von Turn-Severin in einen ungari­sch tz n O r t zu entsenden. Genannt werden die Mar­garetheninsel in Budapest, Szegedin oder ein Bade­ort am Plattensee.

Die Führer der bulgarischen und rumänischen Ab­ordnungen sind wieder nach Krajova zurück­gekehrt. Am Montag sand zwischen ihnen eine längere Besprechung statt. Die Verhandlungen zwischen den technischen Ausschüssen dauern fort. Es tagen der Militärische, Juristische und Finanzielle Ausschuß.,

Ein Rat der Volkskommissare in Estland.

Reval, 26. Aug. (Europapreß.) Die estnische Nationalversammlung hat die Verfassung an­genommen, die den Verfassungen der anderen auto­nomen Volksrepubliken nachgebildet worden ist. So­dann wurde die Bildung der o b e r st e n Staats­organe der estnischen Sowjetrepublik vorgenom­men. Die Nationalversammlung hat sich zum v b er­sten Rat der estnischen Volksrepublik erklärt. Zum Vorsitzenden dieses obersten Rates wurde der bis­herige Ministerpräsident Bares gewählt. Es wurde weiter der Rat der Volkskommis­sare Estlands gebildet.

Schweizerische Uebersee-Ausfuhr unter eigener Flagge.

Zürich, 26. Aug: Nachdem die für schweizerische Rechnung gecharterten Ueberseeschiffe bisher nur für Im Portzwecke benutzt wurden, wird, wie das schweizerische Kriegstransportamt mitteilt, dem­nächst zum erstenmal einer dieser Charterdampfer für schweizerische Uebersee-Exporte verwendet werden. Der Dampfer geht am 28. August unter schweizerischer Flagge von Ge­nua nach Neuyvrk und wird ausschließlich schweizerische Exportgüter befördern, die nicht nach einem mit Italien im Kriege stehenden Lande expe­diert werden.

Aufforstungen in Spanien.

Madrid, 26. Aug. (Europapreß.) Die spanische Regierung hat 4 Millionen Peseten zur Verfügung gestellt, um die Aufforstung in der Provinz Granada durchzuführen. Es ist beabsichtigt, dort 30 Millionen Pinien und spanische Eichen zu pflan­zen. In den ersten Tagen des September werden

1500 Arbeiter mit der Aufforstung beginnen. 6072 ha Land werden davon erfaßt werden. Die Regierung nimmt damit die Lösung eines Problems in Angriff, das in Spanien feit unendlich langer Zeit zur Dis­kussion steht und bisher niemals gelöst werden konnte. Es handelt sich im Grunde um das B e - Wässerungsproblem der iberischen Halbinsel. Die Trockenheit wird hier im Lande auf den Man­gel an Wäldern zurückgeführt, die in vergange­nen Jahrhunderten durch Raubbau geschlagen wor­den sind. Bisher bekämpfte man den Mangel an Wasser durch künstliche Bewässerungsanlagen, die bereits vor Jahrhunderten von den Arabern in Spanien angelegt waren. An der Wurzel wird nun­mehr aber das Bewässerungsproblem durch die Auf­forstung gefaßt.

Wirtschastsverhandlungen Japans mit Niederländifch-Indien.

Tokio, 26. Aug. (DNB.) Der japanische Mi­nister für Handel und Industrie, Kobayashi, wird sich in Kürze nach Batavia zur Aufnahme von Wirtschaftsverhandlungen mit Niederländisch- Jndien begeben. Die japanische ZeitungKotumin" legt der Tatsache, daß Kobayashi der erste japanische Staatsminister ist, der ins Ausland gesandt wird, um wirtschaftliche Verhandlungen zu leiten, große Bedeutung bei und weist darauf hin, daß dies für

das große Interesse spricht, das die Regierung an den Verhandlungen mit Niederländisch-Jndien hat, und für den ernsten Wunsch Japans, eine Sphäre gegenseitigen Wohlstandes in Ostasien zu sichern.

Stützpunkte auf den Bermudas an die USA. »verpachtet".

Wie dieFrankfurter Zeitung" berichtet, ist nach englischen Meldungen die Ankündigung, die Chur­chill in seiner letzten Unterhausrede gemacht hat, daß England den Vereinigten Staaten Stützpunkte auf englischen Besitzungen in der west­lichen Hemisphäre zur Verfügung stellen werde, jetzt verwirklicht worden. Wie der Londoner Rundfunk bekanntgab, wurde Great Sound auf den Ber­muda-Inseln den Amerikanern als Flot­tenstützpunkt überlassen, ebenso Hamil­ton auf den Bermudas. Amerika läßt sich die alten Zerstörer, die es an England verkauft, teuer bezah­len Das englische Gold allein, das heute schon zum größten Teil in amerikanischen Tresors lagert, hat aber keinen ausreichenden Wert mehr für die Ame­rikaner. Land ist ihnen sicherer als Gold. Ein wei- teres Stück der englischen Machtpositionen bröckelt damit ab. Britisch-Somaliland mußte geräumt roer­ben, Inseln werdenverpachtet". Eine Weltmacht muß eine Position nach der anderen aufgeben.

Spanisch-britische Spannungen.

Von unserem Ba.-Korrespondenien.

Madrid, August 1940.

London hat vor nicht allzu langer Zeit den Ver­such unternommen, das spanisch-britische Verhältnis neu zu gestalten; zu diesem Zwecke wurde Sir Sa­muel Hoare nach Madrid entsandt. Hoare ging die Fama voraus, ein friedliebender Mensch zu sein und den europäischen Dingen gegenüber einen etwas weiteren Blick zu besitzen als seine übrigen Volks­genossen. Er war hier durch das nicht zustande ge­kommene Laval-Hoare-Adkommen berühmt gewor­den, das seinerzeit erreichen sollte, Italien von Deutschland zu lösen und den faschistischen Staat vom revolutionären in das konservative Lager Eu­ropas zu ziehen. Vor einigen Monaten, als Hoare ernannt wurde, war man in London offensichtlich der Meinung, daß Hoares Politik Weitblick beweise. Aber; die politische Wirklichkeit war stärker. Der neue britische Botschafter in Madrid konnte es nicht verhindern, daß diese Wirklichkeit unter dem Ein­druck der deutschen Flandernsiege an die Oberfläche trat. Wenn man in Spanien jahrhundertelang im­mer an Gibraltar gedacht hatte, so begann man heute lebhaft davon zu reden. Wenn Spanien ge­wissermaßen seit unendlichen Zeiten die britische Finanzdi k t atur in den Gruben des Rio T i n t o und anderwärts geduldet hatte, nahm man sich hier jetzt deren Machenschaften und haupt­sächlich deren Steuerunterschleife unter die Lupe. Während man sich daran hatte gewöhnen lassen, in Portugal ein mögliches Einfallstor für britische Landungstruppen Portugal, der britische Brücken­kopf auf der iberischen Halbinsel? zu erblicken, sucht man jetzt diese Gefahr auszuschalten und unter­zeichnete das svanisch-portugiesische Zusatzprotokoll zu dem Freundschaftsvertrag.

Die spanische Außenpolitik ist von einem neuen Geist beseelt worden, und gerade Großbritannien

hat das am meisten zu spüren bekommen, weil Spanien mit England die meisten offenen Konten hat. Selbstverständlich hat England mit allen Mit­teln versucht, das außenpolitische Erwachen auf der iberischen-Halbinsel zu verhindern. Angewandt wur­den die klassischen Mittel der britischen Diplomatie, aber dieses Mal erwiesen sie sich alle als wirkungs­los. Versucht wurde es, wie immer, mit Zuckerbrot und Peitsche zugleich. Das Zuckerbrot, das waren die guten Worte Sir Samuel Hoares, den Höhe­punkt des praktischen Entgegenkommens bildete ein spanisch-britisches Handelsabkommen, worin auch Portugal einbezogen wurde. Man machte ein Clearing-System aus, und auch die Waren, die Spanien aus Portugal oder seinen Kolonien bezog, wurden über dieses Clearing verrechnet. Darüber hinaus wurde Spanien freigestellt, Getreide in den britischen Dominien zu kaufen. Sollte das Clearing- Konto dafür nicht ausreichen, dann wollte man Spayien sogar Kredite einräumen. Es handelte sich also praktisch um die Gewährung eines britischen Warenkredits an Spanien, dessen politischer Zweck aus der britischen Kreditpraxis schon erkennbar ist. Aber der politische Zweck ist bei den Spaniern nicht erreicht worden.

Die Peitsche, das war die britische B o ck a d e gegen Spanien und die ständige Bedrohung der spanischen Küste durch britische Seestreitkräste, ganz abgesehen von höchst überflüssigen Kreuzfahrten bri­tischer Marineeinheiten, die für gewöhnlich in Gibraltar stationiert sind, rings um Mallorca und die anderen Inseln des spanischen Besitzes. Die Blockade der Briten gegen Spanien wandte sich immer ausschließlich gegen diejenigen Güter, die für Spanien lebensnotwendig waren und deren Einschränkung geeignet schien, dem jungen spa­nischen Staat eine soziale Krise zu bescheren. Zu-

$utn letzten ausjunutjen.

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auf jeden Wagen Kommt es an!

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Der Güterverkehr, den die Deutsche Edd)ßbabn Im grostdeutschen Saum ju bewältigen hat. gewaltig an­gestiegen. Dierjahresplan, Süstungsbctriebe, Versor­gung der Bevölkerung und

vor allen Dingen unsere Wehrmacht stellen größte Anforderungen an den Güterwagenpark. Alles kommt daher daraus an, jeden vorhan­denen Güterwagen bis

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.6SWn etfüflcn tfire Mgätü fiüt, wenn fte rollen! Aede Stunbe. die ungenutst bleibt - einerlei ob ber Wagen leer ober beloben stillsteht - bebeutet ben ausfall roertoollen Laberaumes unb unnötige Verzögerung des Güterumlauf. Wenn es gelingt, bie Stilistanbreit ber Güterwagen nur um 10»/. ju oertingern. fo stehen täglich viele ßunberte. Ja laufenbe von Wagen ber Wirtschaft zusätzlich zur Verfügung.

Lasten Sie nichts unberfudjt, um durch belfere ©rganifation, jwc&mäfiigcn arbeitseinfatj oder fcäftefparenüe technische ßilfen das Le- und Entladen ju beschleunigen. Hutten Sie den Laderaum bis jum letzten ßubikmeter aus unb beloben Sie ben Wagen bis jum Ladegewicht, nach Hlög- Weit aber bis jur Tragfähigkeit . im innerdeutschen Verkehr setzt sogar bis ju 1000 kg über die Tragfähigkeit hinaus.

Hilf Her Deutschen Leichsbaha unö Du hilfst Dir selbst I

Beachten Sie diese 10 wichtigen Regeln für den Verfrachter!

1« Güterwagen schnellstens de- und entladen. Lück- gäbe der Wagen möglichst vor Ablauf der Ladefristen; Überschreitung der Ladefrist hat Ausfall wertvollen Laderaums zur ßolge.

T. Wagen rechtzeitig und nur für den tatsächlichen Bedarf bestellen. Angebotene Ersatzwagen oerwen» den.'selbst wenn kleine Unbequemlichkeiten damit oer­kunden sind.

3# pünktliche An- u. Abfuhr der Güter. Mit der Le- und Entladung sogleich nach Wagenbereitstellung beginnen.

4- Sür Güterwagen gibt es jetzt keine Sonntagsruhe. Daher Güter, wenn möglich, auch Sonntags verladen. Sür eingegangene Güter besteht die Pflicht zur Ent­ladung an Sonntagen.

5» Güterwagen beim Be- und Entladen nicht be­schädigen. Lademaste innehalten. Güter ordnungs- mästig und betriebssicher verladen.

6- Durch zweckmäßige Ladegeräte und Hilfsmittel das Be- und Entladen erleichtern.

7# Auslastung der Wagen bis zum Ladegewicht und nach Möglichkeit jetzt im innerdeutschen Verkehr bis 1000 kg über die Irägfähigkeit. Laumersparnis durch geschicktes Stapeln der Güter, ganz besonders durch sachgemäßes und überlegtes verladen sperriger Güter.

8. Vicht mehr Güter zu gleicher Zeit beziehen, als rechtzeitig entladen werden können.

9, Entladung sogleich beim Eingang der versand- anzeige des Absenders oder bet der Voravisierung durch die Güterabfertigung oorberetten. Zuhrwerke und Ladepersonol schon im voraus für die Zeit der bevorstehenden Enüadung frechalten.

IO. Frachtbriefe und sonstige Begleitpapiere sorg­fältig ausfüllen zur Vermeidung von 3rrlaufen.