Ausgabe 
27.8.1940
 
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(90. Jahrgang Nr. 202

Gietzener Anzeiger

Dienstag, 27. August (940

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vrühlsche Univttsttätrdrnckerei 8. Lange General-Anzeiger für Gberheffen tSietzen^§ch«Istratze7-y

Oie Londoner City unter den Nachtangriffen der deutschen Lustwaffe.

Bern, 27. Aug. (DRV. Funkfpruch.) In Be- richten aus London schildert die Schweizer Presse in lebhaften Farben den deutschen Luftangriff auf die englische Hauptstadt und deren Umgegend in der Tlacht zum Sonntag. Die Angriffe waren hef­tiger als je zuvor. Die Schäden sind noch nie so beträchtlich gewesen; besonders groß sind sie in Ramsgate. Die Zahl der deutschen Maschinen, die an diesem Angriff teilnahmen, wird sehr hoch geschäht. Die Hauptstadt war bald in einen düste­ren. gelbroten Lichtschein gebadet, der den Mond erbleichen ließ. Die deutschen Bomber kamen in sehr großer höhe an. Im S t u r z f l u g durch die Strahlen der Scheinwerfer hindurch warfen sie zu­nächst Leuchtraketen ab und dann Bom­ben. Die Detonationen waren weithin vernehm­bar.

Die allgemeine Erregung wurde durch den gro- Heu Kampflärm verzehnfacht. Von allen Selten schossen die Flakbatterien ohne Unterbrechung, während es in den Straßen von Soldaten, Poli­zisten, Feuerwehr- und Luftschuhmännern wim­melte. In Lastautos wurden Soldaten schnell an die Einschlagstellen der Bomben befördert, um diese Stellen abzusperren, während sich die Polizei und die Luftschuhmänner bemühten, die Hunderte von Reugierigen, die auf dem Heimweg von dem Alarm überrascht worden waren und von den.Bränden anscheinend wie Maikäfer vom Licht angezogen wurden, in die Schuhräume zu schicken. Mit 40 oder 50 Spritzen gelang es der Feuerwehr in drei Stunden aller Brände Herr zu werden, so daß die getroffenen Gebäude jetzt nur noch rauchende Ruinen darstellen.

Sin Augenzeuge berichtet.

Drei Luftalarme an einem Tage.

Ein Augenzeuge berichtet: Ich war gerade im Begriff, ein Kino in der Oxford Street zu verlassen, als in allernächster Nähe zwei un­geheure Detonationen hörbar wurden. Da sind sie schon wieder"^ sagte neben mir im Dunkeln ein Mann, während er vorsichtig die Stufen zur Straße hinabtastete. Sofort brach eine allgemeine Panik unter den zahlreichen Men­schen aus, die um diese Zeit Oxford Street bevöl­kerten. Die Leute rannten ziellos hin und her, da natürlich niemand genau wußte, wo der nächste öffentliche Luftschutzraum zu finden war. Der Schrecken des Augenblickes wurde durch neue Bom­bendetonationen und einige Raketenabwürfe gestei­gert. Feuerwehrwagen rasten plötzlich durch die Straße, ohne Rücksicht auf die Menschen zu nehmen, die dort in der Dunkelheit herumirrten. In der Rich­tung auf die Themse zu erschien ein riesiger Feuerschein am nächtlichen Himmel.

Der öffentliche Luftschutzraum, den ich schließlich doch erreichte, war bis auf den letzten Zen­timeter von einer bunt zusammengewürfelten, verängstigten und verärgerten Menschenmenge a n g e f ü l l t. Einige Leute versuchten Stim­mung zu machen, indem sie lustige Volkslieder an­stimmten. Aber niemand hatte recht Lust, mitzu­singen, da die meisten an diesem Tage bereits drei Luftalarme hinter sich hatten.

Schon am Morgen hatte es begonnen, als der erste Alarm kam, während sie gerade auf dem Wege zu ihrer Arbeitsstätte waren. Jetzt hatten sie es satt, und ihr Sinn stand nach etwas anderem als nach Singen. So hörten wir denn nach einigen Ver­suchen wieder auf. In den Zeitungen wird aber ge­wiß stehen, wir seien sehr unerschrocken und tapfer gewesen und hätten lustige Lieder gesungen, wäh­rend die Deutschen Bomben abwarfen. Leider sah die Wirklichkeit ganz anders aus. Einige von uns mühten sich bei der schwachen Beleuchtung, die soeben gekaufte Sonntagszeitung zu lesen. Mein Nebenmann zeigte mir ein Exemplar vonSunday Picture", wo von einemgewißen Nachlassen der deutschen Angriffe" die Rede war und behauptet wurde, wir Engländer hätten die erste Runde schon gewonnen.Es ist heute ein undankbares Geschäft, Prophet zu sein", sagte mein Nachbar sarkastisch.

Hinter Bretterzäunen.

Trümmerstätten mitten in der City.

Rom, 27. Aug. sCuropapreß.) Die wiederholten Besuche deutscher Flieger über der britischen Hauptstadt hätten, wie über San Sebastian aus London berichtet werde, die Bevölkerung i n Höch st e Aufregung versetzt. Bis vor wenigen Wochen hätten sich die Londoner in der Hoffnung gewiegt, sie seien durch die Ballonsperre gegen die deutschen Luftangriffe gesichert. Seitdem aber dieses Verteidigungssystem bei Dover von^den Deutschen durchbrochen worden sei, lebejoie Bevölkerung der englischen Hauptstadt i n st ä n - diger Ang st vor den deutschen Fliegern. Bei den beiden letzten Angriffen seien durch die deutschen Bomben die mitten in der City am Themseufer gelegenen'Magazine in Brand gesetzt worden. Die Flammen hätten ihr Zerstörungswerk unweit der St.-Pauls-Kathedrale, der Bank von England und der Bank Rothschuo verrichtet. Zum ersten Male habe der englische Rundfunk diese Wirkung des -deutschen Fliegeran­griffs eingestanden und ebenso die schweren Scha­den zugegeben, die auf verschiedenen Flug­plätzen angerichtet worden sind und zum ersten Male habe das britische Informationsministenum auch unterlassen,-den deutschen Luftstreitkräften ne»

sige Verluste anzudichten und daraus einen eng­lischen Erfolg abzuleiten.

Zahlreiche Arbeiter seien unter Aufsicht der Polizei dabei, um die ganze City, soweit sie von den deutschen Fliegerbomben getroffen worden sei, Bretterzäune zu errichten. Die amtliche eng­lische Agentur versichere, daß diese Isolierung der betroffenen Zone lediglich' den 'Zweck habe, den Eigentümern Zeit zu lassen, für die Sicherheit ihrer Gebäude zu sorgen. Es könnten aber alle diejenigen, die nachweisen könnten, daß sie innerhalb der Bret­terzone Interessen hätten, diese Zone ohne Schwie­rigkeiten betreten. Mittlerweile arbeiteten andere Arbeiter in Gegenwart des Arbeitsministers Green- wood an der Bergung von Säcken mit

Gold- und Silbermünzen aus dem Schutt einet Bank. Die Reuter-Agentur teile dazu mit, daß der größte Teil des Goldes bereits sichergestellt sei. Die Buchhaltung sei aber vollständig zerstört wor­den. Der Direktor der Bank und seine Familien­angehörigen hätten bei den früheren deutschen Luft­angriffen die Gewohnheit angenommen, sich i n der Stahlkammer der Bank einzuschließen, wo sie sich vor den Bomben sicher glaubten. Bei dem letzten Luftangriff hätten die Sirenen den Alarm erst gegeben, nachdem die deutschen Bom­ben bereits eingeschlagen hätten. Nur diesem Um­stand hätten der Bankdirektor und seine Familie es zu danken, daß sie mit dem Leben davonge­kommen seien.

Aoch am Montag wüten die Vrände.

Gedrückte Feststellungen der Londoner presse.

Stockholm, 26. Aug. (Europapreß.) Die Lon­donerTimes" sagt:Wir dürfen nicht glauben, daß der Feind außerstand^ sei, einen Angriff in größerem Umfange als bisher zu versuchen. Der Feind verfügt über gewaltige Reserven an Bombenmaschinen, welche bereitstehen, die Offen­sive fortzusetzen, und vermutlich ist ein großer Teil dieser Bombenflugzeuge noch gar nicht ein­gesetzt worden. Wir haben noch einen langen Weg zurückzulegen, der wahrscheinlich mit großen Leiden verbunden ist."News Chronicle" schreibt: Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, sind die deutschen Bombenflugzeuge bei ihren Nachtangriffen relativ unverletzbar durch einen Gegen­angriff, und wir müssen deshalb erwarten, daß in Zukunft diese nächtlichen Angriffe frei über u n - ferem Land durchgeführt werden können."

Ausländischen Korrespondenten ist verboten wor­den, über den neuen deutschen Luftangriff auf Lon­don zu berichten, jedoch hilft sich der Londoner Korrespondent vonAllehanda" auf folgende Weife: Ich schreibe diese Zeilen im Luftschutzraum desInformationsministeriums und habe das Gefühl, daß vieles von dem, was ich in Zu­

kunft telegraphiere, aus diesem Keller kom­men wird ... Alle warten darauf, daß die deut­schen Luftangriffe in Zukunft an Umfang und Wucht wieder zunehmen werden."

Nach und nach wird der Umfang der Luft- opera^on in der Nacht zum Montag bekannt. Eng­land fei nunmehr, so erklärt das Informations­ministerium, den heftigsten Luftangriffen ausgesetzt worden. Tote und Verwundete sollen unter den Trümmern eingestürzter Häuser liegen. Stellenweise wüteten am Montagmittag noch Brände, von denen sogar ein Waldstreifen erfaßt worden sei. In London wurden am Sonntag, wie erst jetzt langsam durchsickert, nicht nur Brände entfacht, son­dern auch Hauptrohre von Wasserlei­tungen und wichtige Elektrizitätsan­lagen vernichtet. Noch in den Montagmorgenstun­den hatte die Feuerwehr einen Brand zu bekämp­fen, der durch die Explosion einer Gas­leitung in der Nähe der Citn entstanden war. Andere Abteilungen der Feuerwehr und viele Hilfs- mannschaften waren am Montag damit beschäftigt, die Trümmer von den Straßen wegzuräumen.

Erneut Flugplätze und Rüstungswerke mit Bomben belegt.

Zwei deutsche Ü-Boote versenkten 76170 BRT.

Der Weyrmachtsbencht vom Mittag.

Berlin, 26. Aug. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Ein U-Boot unter Führung von Korvetten­kapitän Roesing versenkte 4 6 170 BRT. feindlichen handelsschiffsraumes. Das U-Boot hat damit auf zwei Fernfahrten 88 856 BRT. versenkt. Ein zweites U-Boot hat vier Handelsschiffe mit annähernd 30000 BRT. aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschof- sen.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen gestern den Flugplatz W a r m w e l l nordwestlich Portland mit guter Wirkung an, wobei es zu heftigen Kämpfen kam. 360 Kilometer westlich von Landsend ver­senkte ein deutsches Flugzeug ei« Handelsschiff von 4000 BRT. Bor den britischen Häfen wurden er­neut Win en gelegt.

In der Rächt zum 26. August belegten zahlreiche Flugzeuge in Birmingham sowie in Kingston und Loventry Werke der Flugzeug- und Rü­stungsindustrie mit Bomben, heftige Explosionen und starke Brände konnten beobachtet werden.

In der gleichen Rächt überflogen zum erstenmal seit Lriegsbeginn einige feindliche Flugzeuge B e r - l l n und warfen am Stadtrand mehrere Brand­bomben. Im übrigen Reichsgebiet fielen an ver­schiedenen Stellen planlos geworfene Bomben auf nichlmilitärische Ziele. Weder hier noch in Berlin würde Schaden ungerichtet. Lines der Berlin über­fliegenden Flugzeuge wurde auf dem Rückwege durch Flak abgeschossen.

Die Gesamtverluste des Gegners am gestrigen Tage betrugen 72 Flugzeuge, davon wurden 51 im Luftkampf abgeschossen, 21 durch Flak oder am Boden zerstört. 14 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Das Jagdgeschwader R^chlhofen hat in den gestrigen Luftkämpfen den 2 5 0. Abschuß überschritten. Oberleutnant Wieck errang seinen 19. und 20. Luftsieg.

4500 Bomben

in der Nacht zum 25. August.

Berlin, 26.Aug. (DRV.) Wie wir vom Ober- kommando der Wehrmacht erfahren, wurden in der Rächt zum 25. August neben den bereits bekannt- gegebenen Zielen weitere neun Flugplätze sowie Hafenanlagen, Industrie- und Rüstungswerke,

Bahnanlagen und Flaksiellungen an 38 Orten angegriffen. Besonders in den Häfen von Lardiff, Weymouth, in den Werftanlagen von Rewcastle und in den Industriewerken von Billingham und Widdlesborough waren Brände und starke Explosionen beobachtet worden. Die Zahl der insgesamt in dieser Rächt abgeworfenen Bomben beträgt etwa 1500 mit einem Gesamt­gewicht von rund 1 50 000 Kilogramm.

Zu den OKW.-Verichten.

Ergänzt bis zum 25. August einschließlich. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Derby

Great

Lowestoft.

Bonburye

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Southampton

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Birmingham Coventry

5-Oeal

Plumper Zälschungsversuch derTimes"

Berlin, 26. Aug. (DNB.) Die Londoner Presse möchte den Eindruck erwecken, als wäre der Luft­angriff auf Berlin in der Nacht zum Mon­tag eineVergeltungsmaßnahme" ge­wesen. So schreibt dieTimes" am Montag im Leitartikel,ine Bevölkerung Londons wünsche, daß Berlin für die Schäden befahlen solle, die in Lon­don ange rich tet woroen. seien". DieTimes" lügt, die englischen Bomber hätten bishersyste­matisch nur militärische Ziele in Deutschland an­gegriffen. Diese Angriffe könnten aber verschärft werden." Den gleichen verbrecherischen Gedanken greift dieDaily Mail" auf, indem sie eine Art Abstimmung unter ihren Lesern inszeniert. 45 v. H. der Zuschriften, so behauptet das Blatt, forder­ten die Bombardierung Berlins.

Man weiß in London ganz genau, daß die deut­schen Luftangriffe nur auf militärische Ziele in der Umgebung der englischen Hauptstadt gerichtet waren. Die englischen Flieger dagegen haben über Berlin Brandbomben abge-

Man muß addieren!

Von unserer Berliner Schristleitung.

Gelegentlich trifft man auf ungeduldige und durch die bisherigen Blitzfeldzüge verwöhnte Leute, die es nicht abwarten können, daß England in einem Feldzug von wenigen Tagen über den Haufen ge­rannt wird. Sie vergessen dabei zunächst einmal, daß sich bisher noch jede einzige Maßnahme unse­rer Obersten Kriegsleitung noch immer als völlig richtig auch dann erwiesen hat, wenn sie vielleicht dem einen oder anderen Laien anfangs unverständ­lich erschien.

Sie vergessen aber noch ein Zweites, nämlich a n der richtigen Stelle zu addieren. Seit Beendigung des Feldzuges in Frankreich, also seit nunmehr zwei Monaten, stampft die deutsche Luft­waffe britische Flugplätze in Trümmer, holt briti­sche Maschinen geschwaderweise herunter, macht eng­lische Eisenbahnfahrpläne zu Makulatur, verwan­delt Rüstungswerke, Munitionslager, Brennstoff­lager, Hafenanlagen in wüste Trümmerstätten und schickt Schiff um Schiff in den englischen Gewässern auf den Meeresgrund. Gleichzeitig mit der immer schärfer fühlbaren Wirksamkeit der deutschen Luft­waffe haben die deutschen Seestreitkräfte ihren Würgegriff noch enger um das englische Wirtschafts­leben gelegt, seitdem ganz England von einem Mi­nengürtel eingeschlossen worden ist.

Auch einem Ungeduldigen muß es schließlich auf- fallen, daß die deutschen Wehrmachtsberichte trotz der zunehmenden Schärfe des Kampfes gegen Eng­land nach wie vor nur ganz knappe Angaben machen. Außer der Angabe der abgefchoffenen Flugzeuge beschränken sich die Berichte oft auf die kurze Aufzählung derjenigen Gebiete, die am Tage vorher von der Luftwaffe mit Bomben überschüttet wurden. Aber demgegenüber sollte sich auch der Laie stets daran erinnern, daß die deutschen Wehr­machtsberichte selbst in Zeiten aroßer Kämpfe eher zu wenig als ein Wort zuviel sagen und daß diese Wortkargheit ihren wohlerwogenen Zweck hat. Zweitens aber sollte sich der Laie einmal vorzu­stellen versuchen, welche Komplexe an Flugplätzen, Kampfmittellagern, Jndustrieanlaaen, Aäfen bei einein so gut wie pausenlosen Einsatz unserer Luft­waffe m zwei Monaten vernichtet und damit aus den Kampfmitteln des Gegners ausgeschaltet wer­den. Wie wäre es sonst zu erklären, daß die eng­lische Presse eine so scharfe Zensur zur Unter­drückung der Wahrheit nötig hat, oder daß dem

roorfen. Schon daraus geht hervor, daß man es ausschließlich auf Wohnhäuser abge­sehen hatte. Der feige Versuch liegt also in der glei­chen Linie wie alle ftüheren englischen Angriffe. Immer wieder muß der OKW Bericht feststellen, daß sich die britischen Angriffe l u f nichtmili- tärische Ziele konzentrieren, so auf Kranken­häuser, Lazarette, Wohnviertel, Bauernhäuser, Friedhöfe und Kulturstätten wie Goethes Garten­haus in Weimar und das Mausoleum Bismarcks. Alle diese verbrecherischen Anschläge entsprechen ja auch der britischen These, daß der Krieg nicht gegen die bewaffnete Macht des Feindes, sondern gegen das Volk selbft, gegen Greise, Frauen und Kinder geführt werde. Angesichts dieser Tatsachen gehört eine bodenlose Frechheit dazu, der Welt vor­zuschwindeln, die Engländer hätten nur militärische Ziele angegriffen. Im übrigen können sich die Lon­doner Kriegsverbrecher darauf verlassen, daß ihnen jeder Anschlag auf Gut und Leben des deutschen Volkes heimgezahlt wird.

Englands Lustwaffe verlor am Montag bisher 39 Flugzeuge.

Berlin, 28.Aug. (DJIB.) wie das DNB. er- fährt, spielten sich im Laufe des Montag wiederum Luftkampfhandlungen über dem südenglischen Raum ab. hierbei verlor die englische Luftwaffe nach den bisher vorliegenden Meldungen 39 Maschinen, wah­rend die eigenen Verluste sich auf 10 Flugzeuge be­laufen.

Britische Flieger nach erfolglosem Einflug in Seenot geraten.

Berlin, 26. Aug. (DNB.) Wie das Deutsche Nachrichtenbureau erfährt, sind von den briti­schen Fliegern, die in der Nacht vom 25. zum 26. August bis nach Pommern einflogen, einige auf dem Rückfluge über die Nordsee in Seenot geraten. Es wurden 8 0 8 - Rufe gehört. Bei dem starken Westwind, den sie auf-ihrem Rückflug gegen sich hatten, ist ihnen wahrscheinlich der Be- triebsftoff ausgegangen, so daß sie die britische Küste nicht mehr erreichen konnten.

Abspringende Flieger

von Seckenlchützen erschossen.

Genf, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.)Jtar" und Evening Standard" berichteten am 23. August, Major Lucas werde im Unterhaus den Anttag stellen, das Luftfahrtmmisterium möge Beloh­nungen aussetzen für das Einbringen jedes lebenden feindlichen Fallfchirm- abfpringers. Dadurch würde das Risiko ver­ringert, daß jetzt deutsche wie englische Flieger, die sich aus abgeschossenen Maschinen retteten, Gefahr liefen, vonübereifrigen Leuten" schon in der Luft erschossen zu werden. Aus dieser Meldung geht klar hervor, daß die wüste Hetze zum Heckenschützenkrieg, bereits Folgen hatte. Flieger in Luftnot wurden entgegen den Gesetzen des Völkerrechtes, der Moral und der Humanität feige ermordet! Weiter zeigt der Antrag, daß die Mordbanditen gar nicht mehr erkennen, ob der notgelandete Flieger ein deut­scher oder ein englischer ist, und daß schon britische Flieger, deren Flugzeuge über England ab- geschossen wurden, von ihren Landsleuten getötet sein müssen. Das allein ist auch der Grund, dieses menschenfteundlichen Anttages.