Aus der Stadt Gießen
großen
U.
fernen. Die Wasserglaslösung ist ausgezeichnet geeignet zum Reinigen von Fliesen und Steinsuß- böden aller Art.
Zucker verbrauchen. So nimmt sie zu Marmelade am zweckmäßigsten eine süße und eine säuerliche Frucht zusammen, um den Säuregehalt auszuglei- chen und dadurch weniger Zucker zu gebrauchen.
Marmelade aus Rhabarber und Erdbeeren: 1 Kilogramm Rhabarber, 1 Kilogramm Erdbeeren, 500 Gramm Zucker. Am Abend vorher hat man die Erdbeeren eingezuckert (125 Gramm). Den vorbereiteten Rhabarber kocht man mit etwas Wasser weich, gibt den Zucker dazu. Wenn der Rhabarber ziemlich stark eingekocht ist, gibt man die Erdbeeren mit dem Saft dazu und läßt bis zur Marmeladenprobe kochen. Heiß füllt man die Masse in die vorbereiteten Gläser und bindet
Kräuternudeln mit Ei: Die Nudeln in kochendes Salzwasser geben, weichkochen und einmal kurz kalt überbrausen. In etwas Butter und gewiegten Kräutern die Nudeln schwenken, in einer Porzellanschüssel anrichten und mit 1—2 hartgekochten Eiern garnieren. Hierzu schmeckt sehr gut Salat.
Hessischer Eintopf: 250 Gramm Fleisch, 250 Gramm Graupen, 750 Gramm Kartoffeln,
Lom Kartoffelmarkt.
Die deutsche Frühkartoffelernte hat begonnen und wird sich in Bälde auf die Gestaltung des Kartoffelmarktes stärker auswirken. Auch in Hessen- Nassau ist mit der Rodung bereits begonnen worden. Winterkartoffeln stehen reichlich zur Verfügung,
Seit Beginn der Obsternte werden in v „ Mengen Feldpostsendungen mit frischen Kirschen und Erdbeeren ins Feld versandt. Die Sendungen kommen selbst bei guter Verpackung schon völlig aufgeweicht zu den Postsammelstellen. Ihre Weiteroder Rücksendung ist zwecklos, da der Inhalt mei- tens schon verdorben ist. Frisches Obst und andere leicht verderbliche Lebensmittel eignen sich nicht zur Aufnahme in Feldpostsendüngen; sie gehen der Volksernährung verloren und beschädigen andere Postsendungen. Daher sehe man von solchen Feldpostsendungen ab.
Gartenkunst in drei Jahrhunderten
LinnS-Ieier im Botanischen Institut.
Der Direktor des Botanischen Instituts unserer Universität, Professor Dr. Küster, hatte für den gestrigen Mittwoch abend zu seinem LinnL-Vortrag eingeladen. Zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer fanden sich ein, so daß der Härsaal des Botanischen Instituts bis auf den letzten Platz besetzt war.
Nachdem Prof. Dr. Küster im vergangenen Jahre den LinnS-Vortrag insbesondere dem deutschen Garten gewidmet hatte, spannte er für den gestrigen Vortrag den Rahmen weiter und sprach in grundsätzlichen Darlegungen über die „Gartenkunst im Wandel dreier Jahrhunderte".
Gartenkunst, so sagte er u. a., baut nicht mit Marmor, mit Erz, mit Steinen, sondern mit der lebendigen Pflanze. Ein Garten bleibt auch nicht, wie er ursprünglich gedacht ist. Seine Lebensdauer ist beschränkt. Er ist an das Grundstück gebunden und je nach den Wünschen des Besitzers des Grundstücks Wandlungen unterworfen. Diese Umstände bringen es mit sich, daß man heute bei einer geschichtlichen Betrachtung der Gartenkunst nicht vor Originalen steht, sondern auf Urkunden literarischer und graphischer Art angewiesen ist. Erfreulicherweise sind viele bildliche Darstellungen und Beschreibungen von Gärten aus früheren Jahrhunderten vorhanden, so daß sich ein plastisches Bild von Gärten der Vergangenheit gewinnen läßt.
Der Redner ging sodann auf die verschiedenen Gestaltungsprinzipien ein. Das früheste ist das geometrische, d. h. die Aufteilung einer Fläche in Beete, zunächst in den einfachsten geometrischen Formen. An Hand von alten Stichen und graphischen Darstellungen, insbesondere aus dem niederländischen „Breviarium Grimani", konnte man in systematischer Entwicklung verfolgen, wie sich der geometrisch aufgeteilte Garten, insbesondere von Frankreich her inspiriert, immer vielfältiger entwickelte (Gärten von Montargis, Quirinal, Dampierre, Tui- lerien, Botanischer Garten von Padua, Heidelberg usw.) und schließlich auch noch das Wasser als belebendes Element, als Motiv der Abwechslung hinzugezogen wurde.
Als zweites Gestaltungspvinzip trat das architektonische auf, in dem sich der Garten im Zusammenspiel mit den ihn umgebenden oder zu ihm in Beziehung gesetzten architektonischen Schöpfungen zu reizvollsten Wirkungen steigerte. Der Vortragende zeigte hier Bilder vom Klostergärtchen zu Maria Laach, von der Alhambra, vom Grottenhof in München, ließ die großartigen Wirkungen erkennen, die italienische Gartenkünstler z. B. für Villa Este und Villa Falconieri erreichten, er schilderte den Garten Herrenhaufen (Hannover), die grohartl-
Gerichte von grünen Stachelbeeren.
Feine Pastete als Dollmahlzeit: 80 Gramm rohes Nierenfett (Rinder-) häuten, wiegen, 200 Gramm Mehl, 1 kleines Ei, etwas Salz und ganz wenig Wasser zu festem Teig verarbeiten, dick ausrollen, Backform mit Boden und Rand auslegen, Rand kerben, Boden durchstechen, geputzte grüne Stachelbeeren mit Zucker durchstreut einful- len, dazwischen reichlich geriebenen Zwieback streuen (zum Auffangen des Saftes, damit der Boden nicht vom Saft durchzogen wird), Teigdeckel auflegen, am Rande festdrücken, mehrfach durchstechen. In die Mitte kreuzweise einschneiden und die vier kleinen Zipfel hochklappen. (Durch diesen Schornstein entweicht der sich bildende Dampf.) Mit etwas zurück- behaltenem Eigelb, mlt Milch verrührt, wird der Deckel gefrischt und die Pastete bei guter Hitze knapp rine Stunde gebacken. Heiß auftragen.
Grüner Auflauf: Reste von Milchgraupenbrei oder Milchreis, etwa ein Suppenteller voll mit stei em Schnee von „Milei" mischen (zwei Teelöffel „Milei" nach Vorschrift gelöst), über Kompott von grünen Stachelbeeren in eine Backform füllen, etwa 20 Minuten überbacken und beim Anrichten zuckern. Etwas Fettflöckchen und geriebener Zwieback vor dem Backen auf die Graupen oder den Reis getan, geben eine gute Backschicht, jedoch geht die Masse auch ohne diese schön auf.
Kalte Stachelbeerspeise. V< Liter gekochte, durchgeschlagene unreife Stachelbeeren mit i/< Liter Apfelwein oder Weißwein, dem nötigen Zucker erhitzen, 50 Gramm Kartoffelsago einlaufen lassen und klar kochen, in Glasschale füllen.
Das Einlegen von Eiern im Haushalt.
Oer Sonderzug.
Es gibt viele Menschen, die täglich denselben Weg ; zur Slrbeit gehen müssen, weil er der kürzeste ist. : Meist erleben sie auf dieser Strecke, deren Zelt : bemessen ist und einen Aufenthalt nicht wünschenswert macht, nichts, was einen tieferen Eindruck in ihnen hinterlassen könnte, es sei denn, daß zwei, die einander kennen, sich begegnen und einen flüchtigen Händedruck tauschen oder ein abendliches Stelldichein verabreden.
Nur manchmal schweifen meine Blicke von diesem Alltagsweg, der am Bahnhof vorüberführt, nach einem dahinrollenden Zug. Ich verfolge etwa die große Länge eines Güterzuges und bewundere die Kraft feiner Lokomotive. Oder ein Gesicht, das im Fenster eines Personenzuges auftaucht, geht eine Zeitlang mit mir. Es fand wohl im Abteil niemand, von dem es angesprochen wurde oder sich angesprochen fühlte. Vielleicht zeigte es auch, in der Nähe gesehen, eine gewollte Verschlossenheit und Unnahbarkeit, weil das Herz noch ein Nachklingen zärtlicher Worte bewahrte oder weh und aufgerissen war von dem schmerzlichen Abschied. Wie viele Menschen, die alle in einer Richtung fahren, reisen in froher Erwartung, glühen einem heimlichen Glück entgegen? Wie roemge, die aus den Fenstern sehen, sind von dieser beseligenden Unruhe erfüllt und wünschen den rasenden Rädern verdoppeltes Tempo. Viele schauen zurück, möchten mit ihren Blicken festhalten, was ihnen entschwindet, andere fühlen sich mit Bangen in eine noch ungewisse Zukunft getragen. Man kann mit seinen Gedanken über einen vorbeifahrenden Eisenbahnzug nicht fertig werden, wenn man sie sich selber überläßt. Der Weg müßte dazu doppelt so lang sein.
Gestern war es ein besonderer Zug, der mich gegen meine Gewohnheit zum Stillstehen veranlaßte und dessen Wagen ich mit rascher schlagendem Herzen vorüberrollen sah. Ihre runden Dächer trugen auf weißen, weithin leuchtenden Feldern das Rote Kreuz. Hier reiften feine Menschen mit den verschiedensten Gefühlen und Zielen, hier fuhr eine in tausendfacher Todesgefahr bewährte und geweihte Gemeinschaft von Kämpfern aus dem Donner der Schlachtfelder in die stille Heimat. Gleichviel, wo die einzelnen marschiert, gefahren ober geflogen sind, ihre Aufgaben, ihr Ziel hatten sie gemeinsam: Schutz der Heimat, Verderben dem Feinde! Dafür haben sie Blut und Leben eingesetzt und damit die größte und heiligste Liebestat vollbracht, deren ein Mensch fähig ist. Denn eine größere Liebe gibt es nicht, als die, die mit dem Schild des eigenen Lebens ein anderes schützt. Alle haben Blut vergossen für die Daheimgebliebenen und diese vor den Schrecken der Schlachten bewahrt. Dich und mich, die Deinen und die Meinen, die geliebte Heimat, das ganze große Vaterland Deutschland. Darum stand ich nicht allein mit aufglühendem Herzen, wie ich mich mit einem Seitenblick überzeugte. Und das fast andächttge Schweigen sprach deutlich genug, daß ihre Tat mit Dank im Leben nicht zu vergelten ist. P. B.
Dornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Volkstümlicher Vortrag der Ludwigs-Universität: 20.30 Uhr im Physikalischen Institut, Stephanstr. 34, Professor Dr. von Gall über „Land und Leute von Mexiko" mit Lichtbildern. — Gloria-Palast । (Seltersweg): „Lauter Liebe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Sommer, Sonne, Erika". — , Fünfziger 1888—1938: Zusammenkunft bei Dechert.
Hitler-Jugend Bann 116.
gen Gartenanlagen von Kassel-Wilhelmshöhe, soM von Schönbrunn als Musterbeispiele einer künstlerischen, glücklichen gegenseitigen Ergänzung do: Garten und Architektur. Der Redner zeigte abu: auch, wie sich der Garten allmählich von der EbeM ablöst, zum Relief wird, sich in Terrassen zu einem Gebäude hin erhebt, und in die dritte Dimension hineinwächst. An aufschlußreichen Beispielen sah um) hörte man ferner von den Bemühungen, Baum um) Busch selbst zum architektonischen Element zu mc- chen, mit ihnen Grotte», Apsiden, Viadukte zu bauen uni) damit reizvollste Wirkungen zu erreichen. 3fr diesem Zusammenhang hörte man von der weiteren Bemühung, die Spiegel der Wasserfläche, Foule nen, Wasserkünste und Kaskaden in das Gartens füge einzugliedern.
Als Drittes behandelte Professor Küster das mm* lerifche Prinzip in der Gartenkunst, wie es foo von England her anbahnte und wie es in höchstar Vollendung durch den Fürsten Pückler-Muskau ui der Niederlausitz verwirklicht wurde. Das malerw Prinzip löste die Zwangsformen ab, stellte die Fo-> berung „Zurück zur Natur!" als Leitsatz in bei Vordergrund, und der Garten sollte nun als natu:? lief) gewachsen erscheinen. Der Redner wies hier aal das Kriterium in dieser Bemühung hin, nach der malerische Garten Kunst fein und Natur schein« sollte, zum Widerspruch in sich selbst wurde, die Gartenkunst ihre Grenzen verleugnete. Der Do? tragende erwähnte noch den sich daraus entwickele' den literarischen Garten, der mit Pagoden, Mt Tempeln, mit Denkmälern und mancherlei Grinn ? rungsftätten den Besucher in eine bestimmte geistier Atmosphäre und Stimmung versetzen sollte.
Abschließend wies Professor Dr. Küster barem hin, daß die jüngste Vergangenheit und Gegenwart keinen neuen Gartenstil hervorgebracht habe - Kennzeichnend für unsere Zeit sei vielleicht her I -M ziale Garten, der jedermann zugänglich ift £c$ charakteristische Beispiel des „Gartens für W'* mann" fei der Wiener Prater.
Nachdem der Vortragende noch darauf hingewu' fen hatte, daß die Linnä-Vorttäge feit nunmehr 20 Jahren gehalten werden und aus einer befajej denen Saat eine reiche Ernte geworden sei, tM nachdem er seinen Zuhörern für Anwesenheit aro Aufmerksamkeit Dank gesagt hatte, fand der Do>? trag mit lebhaftem Beifall seinen Ausklang. .
Zum Schluß der Veranstaltung wurden üppige Blumensträuße, die den VorttagsM schmückten, aufgelöst und die Blumen an die Daw»n verteilt.
Salz, Suppengrün, Petersilie, 2 Ltter Wasser. — Wasser, Graupen, Suppengrün zum Kochen ansetzen, Fleischwürfel zugeben, nach etwa einer Stunde die Kartoffeln zugeben, abschmecken, beim Anrichten Petersilie zufügen.
Haferflockenbratlinge: 250 Gramm Haferflocken, V- Liter Wasser oder Milch, Salz, Suppengrün, 10 Gramm Fett, Zwiebel oder Lauch, 1 Ei, etwas Stoßbrot, Backfett. — Suppengrün und Zwiebel dünstet man in Fett an, gibt die Haferflocken und die Flüssigkeit dazu, daraus kocht man einen Kloß, der sich vom Topfe löst. Man läßt ihn abkühlen und untermischt bann 1 Ei und so viel Stoßbrot, daß sich der Teig formen läßt. Die flachen Bällchen wendet man in Stoßbrot und bäckt in der Pfanne. , .
Fleischsalat: Man kocht 1—2Eier hart, rührt das Eigelb mit etwas Oel glatt, schneidet das Fleisch in Würfelchen, wiegt Eiweiß, Kräuter und eine Zwiebel fein, gibt Essig, Senf und Salz hinzu, mengt alles gut durcheinander und gießt noch etwas entrahmte Frischmilch hinzu. Dieser Salat muß einige Stunden durchziehen.
Rezepte.
Erdbeerkaltschale: Don Vs Kilogramm Erdbeeren sucht man die schönsten Früchte heraus und bestreut sie mit Zucker. Die übrigen Erdbeeren streicht man durch ein Sieb, gibt au dem Mus knapp V4 Liter Wasser und Vs Liter Apfelsaft. Die einge- Juderten Erdbeeren fügt man hinzu, süßt nach Ge- Hmack mit Süßstoff, gibt alles in eine Glasschüsfel und reicht sehr kalt zu Disch.
Weckauflauf mit Kirschen: Die Brötchen mit Milch übergießen, etwas verrühren, und mit 1—2 Eiern, Vanillezucker, Zucker — nicht zu süß — und etwas Zittonenschale vermischen. Dann gibt man die Kirschen, von denen man die Hälfte entsteint hat, hinzu, füllt die Masse in eine gefettete, mit Weckmehl ausgestreute Auflaufform, legt einige Butterflöckchen obenauf, streut Weckmehl darüber und backt etwa eine Stunde.
Einkochen von Marmelade mit wenig Zucker. Mehr denn je ist es heute Pflicht der Hausfrau für die obst- und gemüfearme Winter- und Frühjahrszeit einen Vorrat zu schaffen. Sie muß sich nur ein wenig umstellen und solche Arten des Haltbarmachens wählen, die keinen oder nur wenig
auch dann, wenn die Beflaggung für mehrere Tage angeordnet worden ist. Die Bedeutung der Flagaen- hifsung erfordert, daß die Bevölkerung ihr Verhalten der behördliche» Regelung anpaßt. Es. ergeht daher die allgemeine Aufforderung, daß bei Be- laggungen auch aus den Privatgebäuden die Flogen morgens T Uhr gesetzt und mit Eintritt der ! )unkelheit wieder eingezogen werden.
Wichtig für Rückgeführte.
NSG. In diesen Tagen gehen allen Kreisleitungen im Gau Hessen-Nassau, in deren Bereich sich Rückgeführte aus dem Gau Saarpfalz befinden, Postkartenvordrude zu, die an die Rückgeführten zur Ausfüllung ausgehändigt werden. Die rückgeführten Volksgenossen des Gaues Saarpfalz werden dringend gebeten, diese Postkarten ihrem Vordruck ent- prechend schnellstens auszufüllen und an die Gauleitung Saarpfalz zurückzusenden. Die Ausfüllung dieser Postkartenvordrucke bildet die unerläßliche Voraussetzung zur Rückkehr in die Heimat. Erst nach dem Eingang dieser Postkarten bei der Gauleitung Saarpfalz ist mit dem Aufruf zur Rückkehr zu rechnen. Es liegt im eigensten Interesse der Heimkehrer, die Karten beschleunigt zurückzusenden.
Die Postkartenvordrucke können von den Ruckgeführten in Gietzen und Umgebung an jedem Werktag auf der G e s ch ä f t s ft e 11 e der Ortsgruppe Gießen-Mitte in Gießen, Selters- meg, Eingang Ecke Löwenaaffe, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr abgeholt werden.
Keine Feldpostsendungen mit frischem Obst.
legen, so daß ein Austritt des Inhalts aus der zerplatzten Schale nicht erfolgt. Die Kochdauer der eingelegten Eier ist die übliche. Nach Gebrauch der eingelegten Eier geht die Hausftau daran, die durch Verwendung des Garantols entstandenen weißen Ränder aus den Steintöpfen mit Salzsäure zu ent»
sowohl aus Lagern des Handels, als auch aus Er. zeugeranlieferungen. Die Anfuhren an italienischen Frühkartoffeln, die vor allem in Südwestdeutschlcmd erheblich sind, haben vereinzelt schon zu Schwierigkeiten in der Unterbringung alter einheimischer Speisekartoffeln geführt, so daß insgesamt festge- stellt werden kann, daß die Kartoffelbestände zur Ucberbrüdung bis zum vollen Einsetzen der einheimischen Kartoffelernte mehr als ausreichend sind und der Anschluß sich reibungslos vollziehen wird.
50IohreMännergesangverein„Arion' Klein-Linden.
Am vorigen Sonntag konnte der Männergesang, verein „Arion" Klein-Linden im Rahmen einer Feierstunde auf fein 50jähriges Bestehen zurück- bilden. Vereinsführer Mülln leitete die Feier mit herzlichen Begrüßungsworten ein, insbesondere an den Gaubeauftragten Dr. S ch m i 11 (Bad-Nau- । heim) als Vertreter des Sängergaues XII, Sänger« kreisführer Müller und Kreischormeister Bläh (Gießen) sowie an die Vertreter auswärtiger Vereine. Nach der würdigen Totenehrung, in die auch die Gefallenen des Weltkrieges, der Bewegung unb des jetzigen Krieges einbezogen wurden, .gab dec Vereinsführer einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Vereins, aus dem der unablässige und vielseitige Dienst des Vereins für bas deutsche Lied überzeugend zu ersehen war.
Im Anschluß an den Rückblick auf die Vereins^ schichte wurden die noch lebenden Gründer H. Bern- hardt, W. Langsdorf, L. Feisel, Reuschling (sämtlich in Klein-Linden), K. Adolf (Gießen) und W. Weigel (Wieseck) durch Ernen- nung zu Ehrenmitglieder» ausgezeichnet. Ferner wurden Musiklehrer K. Nicolai für feine 28jäh- rige vortreffliche Chorleitertätigkeit und der verdienstvolle Sängerkamerad L. Jung III. ebenfalls zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Sängerkreisführer Müller- Gießen sprach sodann dem Verein herzlichen Dank und befände» Anerkennung für die stete Einsatzbereitschaft im Dienste des deutschen Liedes aus. Im Auftrage bes Sängergaues überreichte er als äußeres Zeichen bei Anerkennung den Sängern Anton Mohr unb Friedrich Weber für 50jährige, den Sängern Wilhelm Thon und Wilhelm Runge für 40- jährige Sangestätigkeit die enffprechenden Sänger- Ehrennadeln, wobei er den Ausgezeichneten Dank sagte,, sie zu weiterer eifriger Mitarbeit auf rief unb die verdienten Sangesoeteranen den jüngeren Sängern als Vorbild hinstellte. Mit Dankesworien bts Sängers Mohr bekundeten die geehrten Sängen ihre Verbundenheit mit dem deutschen Lied.
Der Gaubeauftragte Dr. Schmitt (Bad-Nauheim) übermittelte hierauf die Grüße des Sänget- gaues XII und des Sängergauführers, Ministerialrat R i n g s h a u f e n, ferner würdigte er mit baubaren Worten das bisherige Wirken des Männer-, gefangoereins „Arion". Dem Verein konnte er als äußeres Zeichen der dankbaren Würdigung femei Arbeit im Auftrage des Sängergaues XII ein Bild mit Widmung überreichen. Besonderen Dank fagti der Gaubeauftragte noch dem Chormeister Nico- , lai, dem Vereinsführer M ü 11 n und seinen Mit- arb eitern für, ihren Einsatz.
Kreischormeister Blaß widmete der Sanges■ arbeit des Vereins gleichfalls warme Worte der Anerkennung und betonte dabei, daß die Leistungen des ,^lrion"-Sängerchores auf erfreulich hohen Stufe stehen und den Verein berechtigten, mit Zuversicht dem Gauleistungssingen entgegenzusehen.
Mit dem Vortrag einiger Volkslieder und bei» Sängergruß, sowie mit dem Treugelöbnis für Führer, Volk und Vaterland fand dann die Feierstunde ihr Ende.
Gießener Wochenmarktpreise.
* G i e ß e n, 27. Juni. Aus dem heutigen Wocheni- marft kosteten Markenbutter, V*» kg 1,80 RM., i - Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Gien, - ausländische, 11, Kartoffeln, alte ¥i kg 05, 5 , 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., Wirsing, grün, % kg 2»ü'
Die angesetzten Schulungen im Juli fallen aus. Es findet nur noch eine Schulung, und zwar am Sonntag, 30. Juni, in Bad-Nauheim in der Be- rufsschule statt. An dieser Schulung haben alle Stamm- und Jungstammführer, sämtliche (Befolg- schafts- und Fähnleinführer, sämtliche Sozialreferenten und Sozialwarte der HI. und des DJ. teilzunehmen, die bis jetzt noch nicht geschult worden sind. Die Schulung beginnt um 10 Uhr. Die Fahrkarten sind zwecks Rückerstattung zu behalten. Verpflegung bzw. Reisemarken sind mitzubringen. Die Tagung ift gegen 16 Uhr beendet. Sollte an diesem Tage Einheitsdienst sein, so muß dieser Dienst durch den Stellvertreter durchgeführt werden.
Ausgezeichnetes Ergebnis der jüngsten Rotkreuz-Eammlung. Die Sammlung des vergangenen Wochenendes für das Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes brachte wiederum ein überaus erfreuliches Ergebnis. Im Bereich des Kreises Wetterau wurden insgesamt 54 641,40 RM. aufgebracht. In der Stadt Gießen, einschließlich der Vororte, wurden davon allein 7031,23 RM. gesammelt.
Fahnen bei Dunkelheit einziehen.
NSG. In liefen Tagen, da in Stadt und Land die Fahnen des Sieges wehen, ist es notwendig, noch einmal auf den vom Reichs- und preußischen Minister des Innern im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda ergangenen Flaggenerlaß hinzuweifen, der folgenden Wortlaut hat:
Es fft erneut beobachtet worden, daß die Reichs- und Nationalflagge cm allgemeine» Beflaggungs- tagen nachts nicht eingezogen wird und häufig über die angeorbnete Beflaggunaszeit hängen bleibt. Für die öffentlichen Gebäude ist vorgeschrieben, daß die Beflaggung um 7 Uhr morgens beginnt und bei Eintritt der Dunkelheit endet. Diese Vorschrift gilt
Eier sind reichlich am Markte. Die Hausfrau ; denkt an den Eiervorrat in der eierarmen Zeit i unb bereitet sich rechtzeitia auf das Einlegen der Eier im Haushalt vor. Arn einfachsten bewahrt 1 die Hausfrau die Eier im Eifrischhalter-Ständer auf. Frischer Luft, aber nicht direktem Zu« ausgesetzt (weil die Eier sonst austrocknen würden), halten sie sich leicht 3 bis 4 Monate. Auch der einfache Lochstander tut dieselben Dienste. Man darf aber nicht vergessen, die Eier regelmäßig, am besten alle 8 Tage, umzudrehen. Das Eigelb wird nämlich im Eiweiß durch kleine Hagelschnürchen in der Schwebe gehalten; wenn nun das Ei monatelang auf einer Seite liegt, kann leicht eines cher Hagelschnürchen reihen mit dem Erfolg, daß das Eigelb sich an die poröse Kalkschale anlegt, und durch den Hinzutritt von Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit dem Schwefel im Ei Schwefelwasserstoffgase entstehen, die das Ei faulig werden lassen.
Die Hausftau bMent sich daher lieber der Konservierung mit Wasserglas oder OarantoL Garantol kommt in Paketen mit genauer Gebrauchsanweisung auf den Markt. Ist ein Paket angebrochen, so kann man es nicht mehr für einen neuen Einlegetopf verwenden, sondern höchstens noch zum Nachgießen. Wasserglas, von dem die Hausfrau 100 Gramm auf ein Liter Wasser nimmt — diese Menge reicht für 25 bis 30 Eier — geliert mit der Zeit, wodurch ein Aneinanderschlagen der Eier und damit ein Platzen der Schalen bei Bewegen des Topfes fast ausgeschlossen ist. In Wasserglas halten sich die Eier im übrigen ausgezeichnet.
Vor dem Einlegen wird man die Eier zweckmäßig 24 Stunden in kaltes Wasser legen und anschließend die Schwemmprobe machen, bei der man die Eier in eine Lösung von 1 Liter Wasser und 120 Gramm Salz vorsichtig nacheinander hinein- legt; ein altes Ei kommt hierbei nach gewisser Zeit, weil leichter bzw. ausgetrodneter, nach oben, während die frischen Eier am Boden liegen bleiben. Je älter also das Ei ist, um so höher wird es aus dem Wasser heraussteigen. Dorhev wird man, wenn man ganz sicher gehen will, die Eier auch noch durchleuchten. Hierzu fertigt man sich einen einfachen Karton, etwa 5 bis 10 cm hoch, schneidet oben ein Loch hinein, auf dem das Ei, ohne hindurchfallen zu können, noch bequem aufliegt, schiebt eine Taschenlampe, eine elektrische Birne oder eine Kerze von unten in den Karton hinein und dreht dann das Ei nach allen Seiten und wird erkennen, ob die Kaltschalen rissig geworden oder nb Blutge- rinsel (bei der Befruchtung im Frühjahr sehr leicht möglich) rm Ei entstanden sind. Bei einem frischen Ei haben tbir eine klare Durchsicht — das Eigelb erscheint als leicht dunkler Teil in klarer Umgebung —, bei einem vertrockneten Ei erscheint sie durchweg trübe. Solche Eier sind als verdorben auszusortieren.
Im allgemeinen soll man die mit Wasserglas oder Garantol eingelegten Eier nicht länger als höchstens ein halbes bis ein Jahr aufbewahren. Auch wird man den Steintopf, in dem die Eier liegen, nicht hin- und herbewegen, weil dabei die Eier aneinanderstoßen (insbesondere bet Garantol- verwendung), die Schalen platzen und durch Hin- zuttitt der Lust die Eier verderben. Das Eiweiß kann man bei Verwendung von beiden Mitteln zu Schnee schlagen. Vor dem Kochen des eingelegten Eies ist es immer vorteilhaft, das Ei mit einer Nadel am stumpfen Ende, also am Sitz der Luftblase, einzustechen, damit die Schale nicht reißt; durch das Entweichen der Lust hat nämlich der Inhalt die Möglichkeit, sich durch Erwärmung auszudehnen und den Platz in der Luftblase mitzube-


