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Projekt ausgeführt.

(Nachdruck verboten!)

27. Fortsetzung

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Keine Spur von Hauck

Roman von Lharlotte Kaufmann.

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Aus der engeren Heimat.

Schwerer Unfall eines zweijährigen Kindes.

<> Wettf aasen (Kreis Alsfeld), 26. Juni. Das zweijährige Töchterchen Marianne des hiesigen Einwohners Bott erlitt heute einen schweren Unfall. Das Kind stürzte mehrere Meter hoch von einer Brücke ab und fiel in den Bach. Es erlitt dabei einen schweren Schädelbruch und wurde von der Mutter in die Chirurgische Kli­nik nach Gießen gebracht, wo sofort zur Operation geschritten werden mußte. Man hofft, das bedauerns­werte Kind am Leben erhalten zu können.

Landkreis Gießen.

* Lollar, 25. Juni. In einer eindrucksvollen Kundgebung, die im SaalbauZur Linde" statt­fand, sprach der Gaupersonalamtsleiter Pg. Hol­länder über das ThemaMit unseren Fahnen ist der Sieg". Zu Beginn der Veranstaltung be­grüßte Ortsgruppenleiter Pg. Becker die zahlreich Erschienenen und gedachte der großen Ereignisse der letzten Tage, die uns mit Dank und Stolz für unseren Führer und unsere Soldaten erfüllen. Pg. Holländer verstand es vom ersten bis zum letzten Augenblick, seine Zuhörer zu fesseln, und er wurde häufig von Beifall unterbrochen. Er sprach von den gewaltigen Leistungen unserer Wehr­macht, von ihren Erfolgen, die ihr aber nicht mühe­los in den Schoß gefallen sind, sondern in harter jahrelanger Arbeit vorbereitet und errungen wur­den. Vor allem unserer Führung gebührt unaus­löschlicher Dank. Voller Glauben und Zuversicht sehen wir zu ihr auf und wissen, daß der Endsieg unser ist. Das Volk erkennt in den großen Erfolgen feines Führers das Walten des Allmächtigen. Die Jugend übernimmt ein gewaltiges Erbe. Besonders sie muß blind dem Führer folgen, wie jeder ein­zelne Volksgenosse. Der Glaube an ihn muß in uns allen leben. Er hat zu Gefährten gehabt die Ent­sagung und den Hunger in feiner Jugend, die Not und den Zusammenbruch, und so lange er lebt, wird ihn die Sorge um Deutschland nicht verlassen. Wir können ihm blind vertrauen. Vor uns, so schloß der Redner, liegt der Tag, hinter uns die Nacht! In üblicher Weise schloß sodann Ortsgruppenleiter Becker die Kundgebung.

)( Ruppertsburg, 25. Juni. Ein schönes Ergebnis hatte die am vergangenen Sonntag von den hiesigen Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes durchgeführte Reichsstraßensamm­lung. Unsere 678 Einwohner spendeten zusammen 388,10 RM.

Aus der Stadt Gutenbergs

LPD. Mainz, 26. Juni. Anläßlich der G uten­de r g.- F e st w o ch e schenkt die Stadt Mainz den Schülern und Schülerinnen der beiden Oberklassen der Volksschulen das in diesen Tagen erschienene, mit Widmung versehene Büchlein von Prof. Chri­stian Heinrich KleukensDie Kunst Guten­bergs", das erste Buch übrigens, das die reifere Jugend über den großen Erfinder und sein Werk unterrichtet.

Wie weit sind wir?" fragte Gesine Wing und wachte für eine Sekunde aus ihrem Weihnachts­traum auf.

Ach, nicht weit." r , _ ...

Der Fremde bog nach links. Hastig folgte S)uith. Er mußte doch merken, daß man ihn verfolgte. Und wenn er der Kunstmaler Hauck war, dann hatte er vermutlich wenig Freude daran, verfolgt zu werden.

Huith bog um die Straßenecke. Zweihundert Me­ter vor ihnen der Fremde.

Glauben Sie nicht, daß das Schiff abfährt?" fragte Gesine. Es klang schon gleichgültig.

Nein, nein, das hat noch Zeit."

Der Fremde blieb plötzlich stehen. Mitten in der Straße unter einer trübe brennenden Laterne. Sie waren am Rande der Stadt.

Huith durchfuhr es. Gleichfalls stehenbleiben, das ;ing nicht. Er mußte weiter. Vorbeigehen an dem Mann. Und dann weiter vorn warten, bis er wieder nachkam. .

Merklich langsamer schlenderte er mit dem Mäd­chen am Arm an der Straßenlaterne vorbei, er mußte den Mann ansehen. Ihre Blicke begegneten ich. Der Fremde beugte sich vor.

Wollen Sie etwas von mir?" fragte er höflich.

-Sie gehen so lange hinter mir her. wenn ich nicht ire."'

Huith wurde verlegen. Brennende Röte schoß ihm ws Gesicht. ... ., (£

Nein", stotterte er,nein, nein, Sie tauschen sich. Wir wohnen dort vorn. Gleich um die Ecke, Husau, mir den gleichen Weg haben."

Ach, so ist das. Natürlich. Komischer Zufall, ja Der Fremde lächelte, zog den Hut

is nicht übel, daß ich Sie fragte. Gute Nacht. >rr iberquerte die Straße ichloß ein Gartentor auf un verschwand. f -

Es war nicht Detlef Hauck, der Kunstmaler Es »ar ein ganz fremdes Gesicht gewesen, unmöglich, m drei Jahren ein Gesicht zu vergessen, rede.e sich

Die Stadt Mainz hatte beabsichtigt, die Grab- ftätte ©uten berge, die sich in der ehemaligen Franziskanerkirche befand, an deren Stelle heute nur ein häßlicher Platz (Krempelmarkt hinter dem Theater) übriggeblieben ist, für das Festjahr 1940 würdig umzugestalten. Nachdem vor zwei Jahren ein Preisausschreiben zur Au- "" k erfolgt war, hat die städtische------

mehr beschlossen, alle Aufbauten von , entfernen, ihn mit einem Plattenbelag zu versehen und eine große Bronzetafel einzulassen, die schlicht und würdig davon kündet, daß Gutenberg in diesem Boden eine letzte Ruhestätte gefunden hat. Der Aus­bruch des Krieges hat die Ausführung des Planes verhindert: sofort nach Friedensschluß wird das

isgestaltung des Platzes : Bauverwaltung min­dern Platz zu

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dis 22 Rpf., Gelberüben, das Bund 15 bis 20 Rote- rüben, % kg 20, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 15 Spargel 52, Erbsen 32 bis 35, Mischgemüse 15, To­maten 37, Zwiebeln 17, Rhabarber 10, Pilze (Pfif, ferling) 40, Himbeeren 60 bis 68, Kirschen 40 bis 42, Stachelbeeren 20 bis 23, Johannisbeeren 30 bis 35, Erdbeeren 50, Blumenkohl, das Stück 20 bis 60 Salat 5 bis 12, Salatgurken 35 bis 60, Oberkohlrabi- 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 bis 15 Rpf.

BrandschädenvernichtenDolksvermögen

Alljährlich werden auch in der Landwirtschaft immer noch ungeheure Werte durch Brandschäden vernichtet. Ein großer Teil dieser Schäden ist auf Ursachen zurückzuführen, denen durch zweckentspre­chende Maßnahmen ohne großen Aufwand vorge­beugt werden kann. Gerade heute ist es notwen­diger denn je, alles zu tun, um die durch viele Mühe und Arbeit erzeugten landwirtschaftlichen Produkte vor dem Verderb, also auch vor Brand­gefahr zu schützen. Dies zu erreichen ist auch Sinn und Zweck der neuenPolizeiverordnung über das offene Lagern von Getreide und anderen Ernte­erzeugnissen" vom 18. Mai 1940.

Jeder pflichtbewußte Bauer und Landwirt wird schon im eigenen Interesse alle notwendigen Maß­nahmen treffen, um seine Ernteerzeugnisse vor Feuer zu bewahren. Durch die Polizeiverordnung werden jedem einzelnen die Pflichten in dieser Hin­sicht nochmals klar vor Augen geführt. Ungedrosche­nes Getreide, Stroh, Heu, Flachs und ähnliche leicht entzündliche Ernteerzeugnisse dürfen in nicht bau- genehmigungspflichtigen Feldscheunen, unter Schutz­dächern oder im Freien nur unter besonderen Be­dingungen gelagert werden. Von Betrieben und Lagerstätten, in denen explosive Stoffe oder brenn­bare Flüssigkeiten hergestellt, verarbeitet oder in einer Menge von über 1000 Litern oberirdisch ge­lagert werden, muß der offene Lagerplatz für die genannten Ernteerzeugnisse mindestens 300 Meter entfernt sein. Eine Entfernung von mindestens 50 Metern wird verlangt von Waldgrundstücken, Ge­bäuden mit mchtfeuerhemmender Bedachung bzw.

mit nichtfeuerhemmenden Umfassungswänden und Bahngleisen. Liegen die Vahngleise auf einem Damm, so tritt zu der Entfernung von 50 Me­tern noch die l'/fache Höhe des Dammes. Von Gebäuden, die feuerhemmende Bedachung und Um­fassungswände haben, von öffentlichen Waagen und Jnteressentenwaagen, sowie von Hochspan­nungsleitungen muß die Entfernung 25 Meter be­tragen. Auf einem Lagerplatz dürfen Erntepro­dukte der genannten Arten nur bis zu einem Werte von 15 000 RM. gelagert werden. Die ver­schiedenen Lagerplätze müssen mindestens 100 Me­ter voneinander entfernt sein.

Für die Zeit der Ernte und des Drusches sind die Bestimmungen insofern gelockert, als die Ernteer­zeugnisse auf Wirtschaftshöfen bis zu sechs Tagen, beim Dreschen anfallendes Stroh in der Nähe des­jenigen Gebäudes, in dem es sich vorher befand, bis zu 14 Tagen gelagert werden darf. In Fällen, in denen die jeweils festgesetzte Mindestentfernung bzw. Fristen nicht eingehalten werden können, kann die Ortspolizeibehörde, sofern ausreichender Feuer­schutz vorhanden ist, Ausnahmen zulassen. Handelt es sich hier um Fälle, für die die 300-Meter-Ent- femung vorgeschrieben ist, so ist außerdem die Zu­stimmung des Gewerbeaufsichtsamtes erforderlich.

Selbstverständlich ist, daß das Rauchen und das Verwenden offenen Feuers oder Lichtes auf den Lagerplätzen, in Scheunen und beim Dreschen ver­boten ist. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmun­gen werden bestraft.

Kinderturnstunde gelernt hat. Es werden die Klein- ^^c.-ILeri, LDM. mro ^ungmaoei toar sten im 211 er von 3 bis 6 Jahren antreten und die;-'n D r e r k a m p f besUmmt. der aus Sauf (100 bzw. Hebungen der ihrem Alter gemäßenspielerischen bzw. 60 Meter), Ballwurf und Weitsprung be- Gymnastik" zeigen, die Kinder im Alter von 6 bis e . . .... _ .

10 Jabren werden mit einer unterhaltsamen Boden- ? .M. - W er k: 1. Siegerin Hilde Oeser (Stan-

10 Jahren werden mit einer unterhaltsamen Boden-

Öffentlichkeit. In der Zeit von 10.30 bis 12.30 Uhr wird von der Kindergruppe des Vereins gezeigt werden, was sie in den vergangenen Wochen in der

1810 P.

Für BDM.-Werk, BDM. und Jungmädel war

genrot)) 1625 P.

BDM., Klasse A : 1. Siegerin Martha Ful- dat (Grünberg) 1760 P.

BDM., Klasse B : 1. Siegerin Irmgard Siek (Grünberg) 262 P.; 2. Hilde Christ (Grünberg) 259 P.; 3. Gudrun Röhm (Grünberg) 252 P.

Jungmädel: 1. Siegerin Lina Leyerer (Oden­hausen) 248 P.; 2. Erika Lang (Grünberg) 233 P.: 3. Frieda Schlüter (Grünberg) und Mechthild Har­nes (Grünberg) je 218 P.; 4. Rosemarie Reibert (Grünberg) urtb Anni Schäfer (Grünberg) mit je 205 Punkten.

berg) 3635 P.; 3. Heinrich Port (Grünberg) 3412,5 P.; 4. Helmut Silß (Laubach) 3085 P.

Klasse B : 1. Sieger Rudi Muth (Grünberg) 3490 P.; 2. Karl Jungmann (Grünberg) 3352,5 P.; 3. Heinrich Melchior (Gonterskirchen) 3327,5 P.; 4. Friedel Gehringer (Grünberg) 2645 P.

Das Jungvolk trug einen D r e i k a m p f aus, der 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballwurf um­faßte. 1. Sieger Karlheinz Lang (Grünberg) 2200 P.; 2. Erwin Kloß (Grünberg) 19Ä) P.; 3. Heinz Karpe (Grünberg) 1820 P.; 4. Werner Albach (Grünberg)

gymnastik aufwarten, schließlich werden die Sport­dienstgruppen des BDM. mit einigen Volkstänzen hervortreten, zu denen die Ziehharmonika die Be­gleitmusik stellen wird.

Die Stadtverwaltung hat ihr Einverständnis dazu erklärt, daß das Kinderturnen und die Vorführungen für diesen Werbetag vor dem schönen Hintergrund von Busch und Baum auf den Wiesenflächen unserer Gießener Anlagen stattfinden dürfen. Die Zuschauer ihrerseits werden selbstverständlich gebeten, den Rasen zu schonen und nicht zu betreten.

Einige der Spiele und gymnastischen Hebungen werden dabei so gestaltet werden, daß Kinder, die sich unter den Zuschauern befinden, sofort mit­machen können und für diese Art des kindlichen Spiels und der kindlichen Leibesübungen begeistert werden. Die Veranstaltung, die an verschiedenen Stellen der Anlagen unserer Stadt durchgeführt werden, verdient die Aufmerksamkeit der Gießener Elternschaft.

Wettkämpfe von HZ. und BDM. in Grünbera.

Am Sonntag fanden auf dem Turnplatz bei der Turnhalle und dem Sportplatz Ausscheidungskämpfe von HI. und BDM. statt. Die Hitler-Jugend aus Grünberg und den Orten der Umgebung ermittelte hier ihre Besten, die später zu den Gebietsmeister­schaften zugelassen werden. Als Kampfrichter waren Mitglieder des Turn- und Sportvereins Grünberg tätig. Die HI. trug in zwei Klassen einen Fünf­kampf aus, der aus 100-Meter-Lauf, Keulenweit­wurf, Hochsprung, Weitsprung und Kugelstoß be­stand.

Klasse A : 1. Sieger Bernhard Möll (Freien­seen) 3822,5 P.; 2. Jakob Lautenschläger (Grün-

Kinder-Werbeturnen in den Gießener Anlagen.

Der Turnverein 1846, der sich in den vergange­nen Wochen mit besonderem Eifer der Förderung des Kinderturnens widmete, tritt aus Anlaß des vom Reichssportführer für den kommenden Sonntag angesetzten Reichswerbetags für das Kinderturnen einmal mit Sondervorführungen an die

Krankenernähruna.*

Jni Rahmen unserer Ernährungswirtschaft wäh­rend der Kriegszeit ist auch die Krankenernährung in der erforderlichen Weise geordnet worden. Auf Grund der bisher gewonnenen Erfahrungen nimmt Chefarzt Dozent Dr. Schenck vom Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP, zu diesem wichtigen Thema in der ZeitschriftDie Gesundheitsführung" ausführlich Stellung. Der Arzt, der einem Kranken ein Attest ausftellen soll, ist danach in jedem Falle zugleich der Anwalt seines Kranken, wie auch Be­auftragter des Reiches. Als solcher ist er dafür ver­antwortlich, daß nicht nur aus reiner Gefälligkeit ober Gleichgültigkeit und Schwäche gerade die wert­vollsten Nahrungsmittel an solche Menschen zusätz­lich ausgegeben werden, die sie im Grunde nur be­antragen, weil sie sie aus Bequemlichkeit ober Ge­wohnheit nicht vermissen wollen und keine Neigung haben, die gleichen Opfer zu bringen wie die Ge­samtheit des Volkes. Nur bas kann an Zulagen ge­währt werden, was notwendig ist, aber nichts darüber hinaus. Dem häufig vorgevrachten Hinweis, baß es boch in diesem Einzelfall auf das eine Vier-

Huith vor. Nein, in brei Jahren vergißt man ein Gesicht nicht. Dies hier war plötzlich ganz fremd gewesen.

Huith rechnete vor sich hin. Der Kunstmaler war jetzt vielleicht dreiunddreißig, wenn er noch lebte. Der Mann hier war aber fünfundoierzig gewesen. Ganz unzweifelhaft fünfundvierzig.

Gesine lachte laut auf. Leise, glucksend.Sie haben sich getäuscht. Nicht wahr, jetzt haben Sie sich ge­täuscht? So, so, wir wohnen dort vorn, um die Ecke." Sie lachte weiter.Oh, es ijt so schön heute nacht. Sehen Sie nur, die Sterne.

Eine Uhr schlug zweimal.Zweimal? Immer noch halb eins, Herr Lehrer?" Das Lachen auf des Mädchens Gesicht verwehte.Wie spät ist es jetzt, Herr Lehrer?"

Störrisch zog er die Uhr.

Halb zwei"

Wann fährt der letzte Dampfer?"

Um eins."

Sie starrte entsetzt.Was tun wir?"

In der Stadt übernachten. Kleinigkeit."

Haben Sie d.nn ... haben Sie denn so viel Geld bei sich?" Sie griff erschrocken nach ihrer Tasche und kramte die Geldbörse hervor...Sie müssen mir .. ich habe eine Kollegin hier. Meine Mutter ... meine Mutter wird Ancht haben."

Ach, Unsinn. Kommen Sie Drunten am Hafen ist "ein kleines Hotel. Das ist nicht teuer." Nun kam ie ihm wieder wie ein verirrter Schmetterling vor, der über der See feine Flügel klappt und vor lauter Blau das Land nicht mehr sieht.

Es war fast halb brei, als sie am Hafen anlang­ten. Unterwegs waren sie einmal an einem Hotel vorbeigekommen, aber bas kannte Huith nicht. Es sah ihm auch zu elegant aus. Am Hafen wußte er besser Bescheid.

Der Nachtportier war sehr zuvorkommend.Was wünschen die Herrschaften? Ein Zimmer im ersten Stock? Im zweiten Stock? Mit Heizung? Mit fließendem Wasser?"

.Zwei Zimmer", sagte Huith.Zwei Einzelzim­mer Wir ... wir sind von draußen. Haben das Schiff versäumt." Gleich darauf ärgerte er sich, daß er eine Erklärung abgab. Was ging den Portier das an, wer sie waren?

Zwei Zimmer. Wie die Herrschaften wünschen." Er" suchte in seinem Buch.

Eines im ersten Stock", sagte er geschäftsmäßig, nur eins frei im ersten Stock und eins im vierten. Einzelzimmer gibts nicht so viele ... und Weih­nachten ... Hochbetrieb."

Schon gut. Geben Sie uns die Schlüssel. Der Portier schob den Block mit den Anmeldeformularen über das Pult.

Wollen sich die Herrschaften bitte eintragen."

Zaghaft schrieb Gesine. Sie war jetzt müde, nichts als müde.

Vor- und Zunamen: Gesine Wing. Beruf: Ver­käuferin. Ständiger Wohnsitz: Teek.

Teek mit strohgedeckten Bauernhäusern und bun­ten Fischerewern im Hafen. Ach, bas Leben schien ihr plötzlich schwer, traurig und hoffnungslos. Sie hatte Tränen in ben Augen, als Huith ihr auf einem spärlich erleuchteten schmalen Gang die Hanb hinhielt.

Gute Nacht, Gesine. Hier ist Ihr Zimmer. Num­mer 16 im ersten Stock. Nehmen Sie es nicht so tragisch. Es tut mir leib, baß ich Sie heute nacht zu solch einem langen Spaziergang gezwungen habe, in biefer häßlichen Kälte. Versuchen Sie zu schlafen. Um sechs Uhr geht ber erste Dampfer. Jetzt ist es gleich brei. Ober wollen Sie sich erst mal grünblich ausschlafen unb später fahren?"

Unter ihren Füßen lief ein rotrandiger Kokos- läufer den Gang entlang. Ihr Hausfrauengemüt erwachte.

Um sechs Uhr", flüsterte sie vorsichtig, um nie­mand zu wecken.Um sechs Uhr fährt schon der erste Dampfer. Wegen drei Stunden bas viele Gelb. Wir hätten auch ... am Bahnhof vielleicht ... im Warte­saal ... sitzen können."

Huith lächelte.Ach was, das bißchen Geld", sagte er,was spielt das für eine Rolle. Wenn Sie mir nur nicht böse sind."

O nein Wie sollte ich. Es war doch so schön heute abend." Ihre hellen Kinderaugen standen vor ihm, ihr runder, voller Kindermund. Gläubig und einfach.

Da überkam es ihn, daß er, der seit Jahren nichts brennender ersehnte, als einmal nur, ein einziges Mal nur, Sibylles Lippen unter den seinen zu füh­len, sich hemiederbeugte und das Mädchen küßte.

Sie sagte nichts. Sie drückte nur plötzlich verwirrt die Klinke des Zimmers nieder und war ver­schwunden.

Deutsche Militärärzte helfen französischen Flüchtlingen.

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In Frankreich ist das Elend der Flüchtlinge ge­waltig. Die deutschen Militärbehörden haben sich von Anfang an hilfreich für die leidende Zivil­bevölkerung eingesetzt. Deutsche Militärärzte übernahmen vielfach die Betreuung ber Flücht­linge. (PK. - v. d. Becke - Scherl-M.)

tel Butter oder den halben Liter Vollmilch nicht an» komme und daß ja doch genug Vorräte da seien, ist mit dem Hinweis zu begegnen, daß gespart wer­den muß. Nur wenn die Vorräte so hoch wie mög­lich gehalten werben, haben wir die Gewißheit, baß wir den Krieg ohne Störung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des ganzen Volkes so lange füh­ren können, wie es zum Erringen des Sieges not­wendig ist. Wir haben in unserem 80-Millionen- Dolk stets Hunderttausenbe von Kranken. Die Einzel­forderungen abbieren sich also ganz gewaltig, und die an Kranke zusätzlich zugeteilten Lebensrnittel stellen einen ganz beachtlichen Bruchteil des Gesamt­verbrauchs bar. In den ersten Kriegsmonaten sind im Reich täglich etwa 50 000 bis 60 000 neu ein» laufenbe Anträge auf Krankenernährung zu be­arbeiten gewesen. Fänbe hier keine sorgfältige Prü­fung statt, dann würde mit Sicherheit eine große Nahrungsmittelmenge gus den Vorräten über­flüssig herausgegeben werben müssen. Ieber sieht ein, daß es nicht angängig ist, eine Großstadt wie etwa Köln, München ober Breslau mit hoppelten Rationen zu versorgen. Genau um dasselbe, auch in den Auswirkungen, würde es sich hanbeln, wenn bie Prüfung der einlaufenden Anträge auf Kranken­ernährung nicht sorgfältig erfolgte. Disziplin muß jetzt auch vom Kranken verlangt werben. Dabei be­tont ber Referent u. a., baß bezugscheinfreie Lebens­rnittel, wie entrahmte Frischmilch, Gemüse und Obst eine jedem Kranken zu ratende wertvolle Ergän­zung bilden.

Märkte.

Schweinemarkt in Grünberg.

+ Grünberg, 27. Juni. Auf bem heutigen Schweinemarkt waren 110 Ferkej aufgetrieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 27 bis 30 RM., 6 bis 8 Wochen alte 30 bis 36 RM., 8 bis 13 Wochen alte 36 bis 42 RM. Marktverkauf: lebhaft, alles aus­verkauft.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 26. Juni. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: andere Kälber a) 62 bis 65 (gegenüber 19. 6. 62 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 18 bis 40 (25 bis 40), Hgmmel b2) 48 bis 49 (48 bis 49), c) 42 bis 44 (30 bis 42), Schafe a) 44 (42 bis 44), b) 42 bis 44 (), c) (15 bis 32), Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), e) 50 (50), Sauen gl) 56 (56). Marktver- lauf: Kälber, Hämmel und Schafe sowie Schweine zugeteilt.

Am Ende des Ganges räusperte sich der Portier. Ich muß Sie hinaufführen in den vierten Stock", sagte er gemütlich.Sie finden sich sonst nicht zu­recht."

Als Huith bann unter bem Dach in einem kalten Bett lag, grübelte er roieber ununterbrochen über ben fremden Mann unter der Straßenlaterne nach. Und seine Sinne, ob er es wollte ober nicht, haste­ten über tausend Kilometer hinweg zu Sibylle, die übermorgen ... übermorgen wieder zurückkommen würde, indes das flachshaarige Mädchen drunten im ersten Stock einen seligen, taumeligen und glück­lichen Kinderschlaf schlief.

Am nächsten Morgen hatte Gesine Wing ben Wunsch, allein nach Hause zu fahren, nicht mit dem­selben Dampfer wie Huith.

Wenn uns die Leute in Teek zusammen aus- steigen sehen, frühmorgens ... es ist besser, ich fahre allein.

Er war damit einverstanden unb brachte sie zum Kai.

Am Himmel hing noch ein Stück der Nacht. Er war trübe unb schwarzgrau. Ein neuer Arbeitstag begann. In der Fischauktivnshalle war bereits Be­trieb.

Auf Wiedersehen, Gesine", sagte Huith, als sie über die Laufplanke aufs Schiff ging.

Auf Wiedersehen", sagte sie leise. Rasch ging sie hinunter in ben Rauchsalon. Es war alles so fremb und so neu für sie gewesen. Das Aufwachen in einem fremden Haus, das Frühstück zusammen mit Huith in einem nüchternen morgendlichen Gast- haussaal. Sie hatte ein Gefühl dabei bekommen, als gehörten sie zusammen. Nun, da sie miteinander Kaffee getrunken, Brötchen gestrichen unb sich den Zucker gereicht hatten.

Der Rauchsalon war kalt, und sie fror. Sie fror stark unb burchbringenb, baß sie zitterte unb sich irr den Winkel drückte. Sie war müde, unendlich müde, unb vor bem Nachhausekommen fürchtete sie sich, obwohl Huith ihr versprach, gleich nachmittags zu ihrer Mutter zu kommen unb ihr zu sagen, baß er allein baran schulb sei, daß sie ben Dampfer ver­säumt habe. Nachmittags ... dann würde sie ihn also wiedersehen.

(Fortsetzung folgt)