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Neuordnung des Reichswirtschaftsministeriums im Februar 1938 erhielt er die Leitung der Jndustrie- abteilung. Ende Oktober 1938 wurde er von Gene­ralfeldmarschall Göring zur Erledigung wichtiger Aufgaben der Luftwaffe wieder in das Reichsluft- fahrtminifterium berufen.

Der Zieichsarbeitsdienst im Kriege.

In einer Feierstunde des Rundfunks anläßlich der 5. Wiederkehr des Tages der gesetzlichen Ein­führung der Arbeitsdien st pflicht sprach am Mittwochabend Reichsarbeitsführer Reichsleiter Konstantin Hierl. Schon heute trage dieses Er­ziehungswerk seine Früchte in dem Geist und der Haltung' des jungen Volkes auf den Schlachtfeldern und in der Heimatfront. Don den im Felde stehen­den jungen Männer feien über 2% Millionen durch die Schule des Reichsarbeitsdienstes gegangen. Un­sere Wehrmacht habe dadurch einen für die hohen Aufgaben des Soldaten im Kriege körperlich und seelisch vorbereiteten Ersatz erhalten, wie keine an­dere Wehrmacht der Welt. Von unseren während des Krieges neuaufgefüllten Reichsarbeitsdienstab­teilungen find alle nicht für Ersatz,zwecke benötigten als Bautruppen, in der Nachschuborganisation des Heeres, oder der Bodenorganisation der Luftwaffe eingesetzt. Die 2000 weiblichen Arbeitslager ver­wenden ihre Arbeitsmaiden, um den im Krieg dop­pelt schwer belasteten Hausfrauen und Müttern be­sonders auf dem Laude zu helfen. Die Arbeits­maiden sollen auch Frische und Frohsinn, Sonne und Wärme, Glaube und Zuversicht hineintragen in manche durch Kriegsverhältnisse bedrückte Fa­milie.

Gebührenerlaß

für studierende Kriegsbeschädigte.

Der Reichserziehungsminister hat die wissenschaft­lichen Hochschulen angewiesen, allen Soldaten, die durch eine im gegenwärtigen Krieg erlittene W e h r - dienstbeschädigung körperlich erheblich beein­trächtigt worden sind und daher Versehrten­geld beziehen, vom zweiten Trimester 1940 ab vollen Gebührenerlaß zu gewähren ohne Anrechnung auf die für den Gebührenerlaß fest­gesetzte Höchstsumme. Sie müssen den Bescheid des Wehrmachtsfürsorge- und -Versorgungsamtes über Gewährung des Versehrtengeldes vorlegen.

Oie vormilitärische Wehrerziehung.

Der Chef des Hauptamts Führung der SA., Obergruppenführer I ü t t n e r, wies in einer Un­terredung über den Stand der vormilitärischen Wehrerziehung der SA. darauf hin, daß der größte Teil der Sturmabteilungen im feldgrauen Rock unter den Fahnen und Waffen steht, bis zu 70 v. H. einzelner Gruppen mit rund 80 v. H. ihres Führerkorps allein 95 v. H. der Standarten­führer. Heber eine Million deutscher Männer hat­ten sich bereits Ende 1939 in die Kriegswehrmann­schaften eingereiht, und heute zählen die Scharen, Trupps und Stürme nahezu zwei Millionen Wehr­männer, obwohl inzwischen ein starker Anteil der Erfaßten nach seiner dreimonatigen Wehrerziehung in die Reihen der Wehrmacht gerufen wurde. Nach anstrengender Berufsarbeit, oft unmittelbar von den Fabriken, Büros und Feldern, treten die Wehr­männer zum Dienst an, der jeden unnötigen Drill vermeidet, aber hohe Anforderungen an Charak­terstärke, körperlichen Einsatz und rasche Entschluß­kraft stellt. Der Wert der vormilitärischen Wehr­erziehung der SA. wird nicht zuletzt dadurch an­erkannt, daß schon nach kurzer Zeit die von der SA. geschulten Kräfte bei der Truppe vielfach als Hilfsausbilder eingeteilt werden.

Lehrbücher in kinverreichen Familien.

Die Lehrbücher, die auf Grund der Neuordnung des höheren Schulwesens herausgegeben wurden, sind in den einzelnen Klassenbänden so aufeinander abgestimmt, daß sie nicht unabhänngig von­einander benutzt werden können. Eine häus­liche Vorbereitung an der Hand der Geschichts- und Erdkundebücher der Oberstufe ist z. B. über­haupt nicht möglich, wenn der Schüler nicht im Besitz der entsprechenden Bände des Lehrbuches für die Unter- bzw. Mittelstufe ist. Der Reichser­ziehungsminister hatte daher angeordnet, daß aus unterrichtlichen und erzieherischen Gründen der Lehrbücher-Althandel zwischen Schülern unterbun­den werde. Der Schüler soll nicht nur die Bücher im Besitz haben, die er für die jeweilige Klasse braucht, sondern muß für jedes Fach das ge­samte Unterrichtswerk zur Verfügung hal­ten, soweit es seiner Klassenstufe entspricht. Wie der Minister hierzu ergänzend bekanntmacht, fordert

Deutscher Stoßtrupp zwischen brennenden Junkern.

Eine große Ueberraschung war die Niederringung der Maginot-Linie durch unsere Wehrmacht in so überraschend kurzer Zeit. Unser Bild zeigt einen deutschen Stoßtrupp, der sich einem französischen Bunker nähert, in dem gerade Munition explodiert. (PK.-Maletzki-Scherl-M.)

der Erlaß jedoch nicht, daß in kinder­reichen Familien jedes Kind, das die «Ähule besucht, im Besitz aller Lehrbücher sein muß, so daß der Vater gegebenenfalls dasselbe Lehrbuch in mehreren Stücken zu kaufen hätte. Es genügt vielmehr, wenn jedem Schüler das Unter­richtswerk für die häusliche Arbeit geschlossen zur Verfügung steht. Der Minister verweist auf die Mög­lichkeiten, bedürftige Schüler aus kinderreichen Familien bei Anschaffung von Schulbüchern zu un­ter st ü tz e n und verpflichtet die Schulleiter, gerade während des Krieges die Lage der kinderreichen Familien besonders zu berücksichtigen.

Kein Verkauf von USA-Kriegsschiffen.

Washington, 25. Juni. (Europapreß.) Präsi­dent Roosevelt wies das Marinedepartement an, die mit der Electric Boat Company geführten Verhandlungen über die Abgabe von24Mos- kito-Booten an England sofort abzu- brechen. Das Marinedepartement hatte vor, die Moskito-Boote an England weiterzugeben im Tausch gegen noch zu bauende neuere Modelle. Ge­neralstaatsanwalt Jackson hatte erklärt, daß die Abgabe der Boote an England nach den Bestim­mungen des Neutralitätsstatuts vom Jahre 1917 ungesetzlich sei. Daß dementsprechend auch der Verkauf oder die Uebertragung irgendwelcher ande- m 08A-Kriegsschiffe an die Westmächte ungesetz­lich feien. Demgemäß seien auch die Verhandlungen über die Abgabe von Zerstörern aus dem PZeltkrieg hinfällig. Das Justizüepartement äußert sich jedoch nicht dazu, ob sich die Entscheidung auch auf die Abgabe von DZA-Kriegsflugzeugen an England bezieht.

Italien beschlagnahmt die Billa Medici.

Rom, 25. Juni. (Europapreß.) Die Beschlag­nahme des Sitzes der französischen Aka­demie in Rom, der Villa Medici, ist vom Präfek­ten der Provinz Rom verfügt worden. Diese Villa, die einst Eigentum und Sitz der Medicäer in Rom war, ist in den einstigen prächtigen Gärten des Lucullus auf dem Pincio-Hügel von Kardinal Ricci da Montepulciano erbaut worden.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsprotektor Freiherr von Neurath und der tschechische Staatspräsident H a ch a haben aus Anlaß der siegreichen Beendigung des Feldzuges an der Westfront Glückwunschtelegramme an den Führer gesandt.

Der Führer hat dem ordentlichen Professor Geh. Hofrat Dr. med. Otto Frank in München aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste auf dem Gebiete der Physiologie des Blutkreislaufes die Goethe- medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

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Die Spielzeit der I u g e n d f i l m st u.n d e 1939/40, die am 5. November vergangenen Jahres durch Reichsminister Dr. D o e d b e l s in Berlin er­öffnet wurde, wird am 30. Juni für das ganze Reich in D a n z i g im Rahmen einer kulturellen Feier der HI. und des BDM. abgeschlossen. In dieser Fllmfeierstunde wird über die Filmarbeit der Hitler-Jugend Bericht erstattet werden.

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Zu Verhandlungen über den deutsch-sowjetischen Grenzvertrag sind der Leiter der Westabteilung im sowjetischen Außenkommissariat, Alexandrow, und der sowjetische Oberst L e o n t j e f in der Reichs­hauptstadt eingetroffen. Zur Begrüßung hatten sich als Vertreter des Auswärtigen ^Amtes Gesandter von Saucken und Vortragender Legationsrat Dr. Schliep sowie der Botschafter der UdSSR, in Berlin, Schkwarzew, eingefunden.

Aus London wird die Ankunft der früheren fran­zösischen Minister C a m p i n ch i und D e l b o s mit­geteilt.

Wie englische Blätter melden, hat der Emi- grantenklüngel in London Zuzug erhalten, und zwar sollen Leon Blum, Herriot und Paul-Bon­cour dort eingetroffen sein.

Das britische SchlachtschiffH o o d", zwei Kreuzer und zwei Zerstörer sind in den Hafen von G i b r a l - t a r eingelaufen. Seit Dienstag wird der Wach­dienst in der Meerenge nur noch von englischen Kriegsschiffen und nicht mehr wie bisher auch von französischen versehen.

Staatssekretär Hüll erklärte, die Vereinigten Staaten würden nur die Regierung P 6 - t a i n anerkennen. Die nordamerikanische Regierung denke nicht daran, die von General de Gaulle ange­führte Bewegung anzuerkennen. Botschafter Bullitt habe die Wahrung der nordamerikanischen Inter­essen in Frankreich inne.

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Aus Südafrika meldet der britische Rundfunk, General H e r tz o g und der Oppositionsführer M a - l a n hätten von der Regierung die Einberu­fung des Parlaments gefordert, da die Re- gi£hmg eigenmächtig Italien den Krieg erklärt habe, ohne das Parlament zu befragen.

Radio Stefani berichtet aus Tokio, der Präsident der Bank von China und ehemalige Finanzminister Song habe sich in Begleitung von diplomatischen und Finanzsachverständigen im Flugzeug nach USA. begeben, um die Washingtoner Regierung um eine Vermittlung zwischen China und Ja­pan zu ersuchen, um den nun schon drei Jahre dauernden Konflikt zu beenden.

Japanische Streitkräfte leiteten im Raume von 91 a n n in g (Provinz Kwangsi) Operationen in Richtung der indochinesischen Grenze ein zwecks Unterbindung der Waffenlieferungen nach Tschungking. Die japanische Vorhut hat Lunatschau, einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt 30 Kilometer von der Grenze entfernt, erreicht.

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Der Kaiser von Mandschukuo traf zur 600-Jahrfeier des japanischen Kaiserreiches an Bord des japanischen KriegsschiffesHiuga" in Yoko­hama ein. Vom festlich geschmückten Hafen fuhr der Kaiser nach Tokio, wo er auf dem Hauptbahn­hof vom japanischen Kaiser in Anwesenheit hoher Würdenträger begrüßt wurde. Beide Kaiser fuhren zum Akasaka-Palast, wo der Kaiser von Man- dschukuo während seines achttägigen Aufenthaltes in Japan wohnen wird. *

Der bisherige Vizepräsident des japanischen Ge­heimen Staatsrates Hara wurde als Nachfolger des Fürsten Konoye zum Präsidenten des Ge­heimen Staatsrates ernannt. Er wurde bereits vom Kaiser bei Anwesenheit des Premierministers Yonai in fein Amt eingeführt.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Jugoslawien, die seit dem Ende des Weltkrieges nicht mehr bestanden hatten, sind wieder aufgenommen worden. Die Sowjetregierung ernannte den bisherigen Ge- sandten in Norwegen, Plotnikow, zu ihrem Ge­sandten in Belgrad. Die jugoslawische Regierung ernannte Wilan GawrilowNsch zum Gesandten in Moskau.

Ans alter Wett.

Der Goethe-Preis für Agnes ANegel.

Der Verwaltungsrat zur Verleihung des Frank­furter Goethe-Preises, dem auch die Reichsminister Dr. Goebbels und Rust angehören, hat durch ein­stimmigen Beschluß den Goethe-Preis des Jahres 1940 der Dichterin Dr. h. c. Agnes Miegel ver­liehen. Die Ehrung gilt der Gestalterin des preu­ßisch-baltischen Raums, in deren Schöpfungen der ostdeutsche Mensch eine lebenswahre und blutvolle Verkörperung gefunden hat. Die feierliche Heben reichung des Preises erfolgt am 28. August, dem Gn burtstag Goethes, in den Staatsräumen des Goethe- Hauses am Großen Hirschgraben.

Zuchthaus für Feldpoflmarder.

Das Sondergericht Mannheim verurteilte den 34jährigen Johann Kylar wegen Hnterfchlagung von Feldpostpäckchen und Paketen zu 2V2 Jahrtn Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust und den der Mithilfe beschuldigten 21jährigen Heinrich Riebel aus Mannheim zu IV2 Jahren Gefänanis. Die in einem Mannheimer Großbetrieb beschäftigten Leute hatten an der Posteinlaufstelle zu tun und haben die als unbestellbar von der Front zurückgekom- menen Päckchen für f i ch behalten. Der Jün­gere der beiden erhielt für seine Mithilfe von Kolar Zigaretten und Schreibpapier.

Hinrichtung eines Volksschädlings.

Am 26. Juni 1940 ist der am 23. Oktober 1916 in Schmachtenhagen (Kreis Niederbarnim) geborene Stephan P 0 liczuk hingerichtet worden, den das Sondergericht in Dortmund als Volksschädling zum Tode verurteilt hat. Policzuk hat auf einem Bauern­hof, auf dem er nicht länger arbeiten wollte, ein großes Wirtschaftsgebäude vorsätzlich in Brand gesteckt und dadurch erhebliche Vorräte ver­nichtet.

Hauseinsturz in Rom.

In Rom .ereignete sich in einem Wohnhaus auf dem Corso "Vittorio Emanuele eine Explosion, die einen Teileinsturz des Hauses und einen Brand zur Folge hatte. Die Ursache der Explosion konnte noch nicht festgestellt werden. Es sind Bergungs­arbeiten zur Rettung von Verschütteten eingeleitet worden. r

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptjchriftleiters: Ernst Blumschoin. Verantwortlich für Politü, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein,- für Sport: Heinrich Ludwig Neuner.

Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenletter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6.

Bekanntmachung.

Das Abladen von Schutt auf dem früheren Müll­abladeplatz am Schiffenberger Weg ist verboten und wjrd bestraft. Anfallender Bauschutt und Müll dürfen nur noch nach der Müllabladestelle am Berg­werk gebracht werden. Die Zufahrt erfolgt durch den Leihgesterner Weg.

Gießen, den 26. Juni 1940. 3020D

Der Oberbürgermeister.

Stadtbauamt. I. A.:Gravert.

im Alter von 74 Jahren.

Leihgestern, Köln, Siegburg, den 27. Juni 1940.

3024 D

Am 26. Juni starb plötzlich und unerwartet infolge eines Herzschlages mein innigste geliebter, herzensguter Mann, unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel, der wohlachtbare

Die Beerdigung findet am Samstag, dem 29. Juni, nachmittags 3% Uhr, vom Trauerhause, Bahnhofstraße 95, aus statt

In tiefem Schmerz j

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