Donnerstag, 27. Juni MO
Gietzener Anzeiger
flO. Jahrgang Nr. 150
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vrühlsche UniverfitätrdnuterelR. Lange General-Anzeiger für Oberheffen Siehen.^chulstrahe 7-9
vor
der
fassungsoperation ein. Die fast gleich-
!tige Einnahme von Monttnsdy und Verdun riß 1 beiden starken Festungslinien in der linken anfe die stützenden Eckpfeiler fort. Bei den dann
Londoner Beklemmungen
Empire zu erhalten.
niemals erschütterten Sicherheit der britischen
Jn- Be-
unsere Jäger abgeschossen. Das dritte schwand, ohne zum Angriff zu kommen.
Die Bombenwürfe britischer Flugzeuge in
Wieder erfolgreiche Bombenangriffe aus Mittelengland.
Nacht zum 26. Juni in Nord- und Westdeutschland trafen keine militärischen Ziele und richteten nur geringfügigen Schaden an. Soweit bisher bekannt, wurden vier Personen getötet.
Italienischer Wehlmachtsberichi.
Vergebliche englische Luftangriffe.
Rom, 26. Juni. (DRV.) Der italienische Heeresbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Richls zu melden von den Fronten des Mutterlandes und Rordafrika.
In O st a f r i k a vergebliche englische Luftangriffe auf Asmara und D i r e d a u a. Zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Sin versuchter Luftangriff gegen Neapel ist durch das Eingreifen unserer Jagdflugzeuge und der Luftabwehr vereitelt worden, die den Feind in die Flucht schlugen.
sein. Aus geographischen Gründen falle die kämpfung der englischen Seemacht und der Stützpunkte in Aegypten in der Hauptsache Italien zu.
Deutschland aber bereite sich vor, das Herz des Em-
tenden Schlägen der deutschen - Wehrmacht zusammengebrochen. Englands letzter und stärkster Bundesgenosse hat die Waffen gestreckt. Waffenstillstand im Walde von Compiegne! Getilgt die Schmach jenes 11. November 1918, ausgelöscht die schimpfliche Behandlung Deutschlands durch einen übermütigen rachsüchtigen Sieger, der keinen größeren Triumph kannte, als-die tiefste Demütigung, die dauernde Unterdrückung eines Gegners, der nicht mit den Waffen, sondern lediglich durch Heimtücke und Hinterlist wehrlos gemacht worden war. Damals ballten wir ohnmächtig die Faust in der Tasche, heute wissen wir, daß das deutsche Schwert, das Frankreich niedergeworfen hat, nicht ruhen und rasten wird, bis auch Deutschlands letzter Feind jenseits des Knals vernichtet und die Grundlage für einen gerechten Frieden und ein freies Europa geschaffen tft.
EsginMurchillnurumdieFlotte
Italienische Feststellungen.
Rom, 26. Juni. (Europapreß.) Aus den Erklärungen Churchills im Unterhaus, so schreibt „Mes-
England muß allein kämpsen
Die Kriegsaufgaben Italiens im Mittelmeer.
pires zu treffen.
Im „Giornale d'Jtalia" schreibt Gayda, Italien falle jetzt vor allem die Aufgabe zu, d a s M i it t e l- meer von Gibraltar bis Suez zu kontrollieren. Der englische Seehandel in diesem Raume sei bereits vollkommen still gelegt, der kürzeste Verbindungsweg Englands mit seinem Empire sei a d g e s ch,n i t t e n. hierdurch binde Italien starke englische See- und Luftstreitkräfte im Roten Meer und im Indischen Ozean und hatte sie dauernd von der Verteidigung des englischen Jnselreiches fern. Die Hauptmacht der englischen Großkampfschiffe mit ihrem gewaltigen Troß an kleinen Einheiten befinde sich i m M i t t e l m e e r. In Aegypten sei eine Landstreitmacht von einer Viertelmillion Mann zusammengezogen und in Kenia seien südafrikanische Luft- und Landstteitkräfte gebunden. Die englische Gegenwirkung, so schließt Gayda seine Betrachtungen, äußere sich bisher nicht zum geringsten Teil in der Durchführung des erwarteten
Der Wehrmachtsbericht vom Miwoch.
Führerhauplquartier, 26. Juni. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Westen keine besonderen Ereignisse.
In der Rächt zum 26. Juni griffen unsere Kampfflugzeuge in Wittelengland lpehrere Flugplätze und Anlagen der Flugzeugindustrie erfolgreich mit Bomben an. Rachträglich wird bekannt, daß am 24.3uni auf der höhe von Bayonne auf ein feindliches Transportschiff von etwa 7000 Tonnen ein Bombenangriff unternommen wurde, der heftige Detonationen und Brände zur Folge hatte.
Ein deutsches 21-Boof torpedierte südwestlich Irland den bewaffneten britischen Dampfer „Saranac" (12000 BRT.) und zwei weitere bewaffnete feindliche Handelsdampfer.
Von drei britischen Vrisiol-Blenheim-Flugzeugen, die gestern erneut versuchten, den Flugplatz S t a - vanger-Sola anzugreifen, wurden zwei durch
saggero", gehe hervor, daß er aus der Katastrophe Frankreichs nur eins zu retten gesucht habe: die Flotte. Während Frankreich zusammenbrach und alles in dem verbündeten Land in den Strudel der Niederlage hineingerissen wurde, habe Churchill sich nur um die Flotte Sorgen gemacht. Er habe sich nur bemüht, die Lücken der englischen Flotte durch die sranzösischen Kriegsschiffe zu stopfen.
„Popolo di Roma" erklärt, man habe bereits zahlreiche Beweise von dem grausamen Egoismus der britischen Regierung während des Krieges, der zum militärischen und moralischen Zusammenbruch Frankreichs geführt habe, erlebt. Die letzte Rede Churchills aber übertreffe alles an unverschämtem Zynismus. Es fei höchst seltsam, daß Churchill sich überhaupt einbilden konnte, er werde den Krieg mit Hilfe der französischen Flotte weiterführen können, gerade so, als ob Deutschland, als es die Waffenstillstandsbedingungen diktierte, Frankreich die Freiheit gelassen haben würde, den Krieg durch Großbritannien weiterzuführen. „Corriere della Sera" bezeichnet die Rede Churchills als eine unverschämte Kundgebung jenes Zynismus, der die Politik Großbritanniens kennzeichne. Das ausdrückliche Eingeständnis, daß England bei der ganzen Tragödie Frankreichs nur die Aneignung der französischen Flotte am Herzen lag, müsse hervorgehoben werden. Churchill habe damit seine Absichten klar gezeigt.
vgenden Frontalangriffen auf die Maginotlinie Irö drei verschiedene Abschnitte zu unterscheiden: ^nächst der Durchbruch nach Lo thringen nein an der Saarfront südlich Saarbrücken, dann r Uebergang im Oberelsaß östlich Col- :r über den Rhein mit anschließendem Durchbruch lurd) den dortigen Teil der Maginotlinie, und jSi-ießlich der Einbruch in das Unterelsaß bl Weißenburg und Straßburg mit der Einnahme diser „wunderschönen", alten deutschen Stadt.
gleichzeitig mit den Frontangriffen auf die Maginotlinie wurde auch die schon genannte F e - stongslinie St. Mihiel — Belfort im .Itiitten, von Westen her, an gepackt und bi-nen wenigen Tagen eingedrückt. Das war nur
glich, weil die an der Maas entlang den fliehen/ Feind verfolgenden Truppen schon am 16. Juni, rren Tag nach dem Fall von Verdun, d i e Ei) ro e i 3 e r Grenze südöstlich Besan? on «.reicht und damit den eisernen Ring um die aus dm Elsaß und Lothringen weichenden französischen Suppen restlos geschlossen hatten. Drei französische 8:meen saßen damit in der Falle, nun galt es, sie dr-ch dauernde Angriffe in der Front und im Hefen immer enger zusammenzupressen und damit bl rbe und zur baldigen Kapitulation reif zu Bi:chen. Deutlich erkennen wir bei diesen Kämpfen B:?ber die schon in Polen und in der großen Um- ji! ungsschlacht in Flandern und im Artois so beehrte Taktik der deutschen Führung, innerhalb der 8c amteinkesselung den Feind in kleinere Gruppen mzuspaltrn und diese wiederum einzeln einzu- de sen. So beispielsweise nach der Einnahme von Sitz zwischen dieser Festung und der Maginotlinie bederseits Diedenhofen. Ebenso im Gebiet zwischen ksinal und Toul und — nach dem Fall von Straß- hrg und Lunsoille — in den mittleren Vogesen. Ehe sehr starke Feindgruppe wurde auch in den bidoogesen eingeschlossen, wo Panzer- und moto- nferte Divisionen nach der Einnahme von Belfort
am Oberrhein durchgebrochenen Divisionen vc'tkich Mülhausen die Hand reichten und damit tli im Raume Belfort—Mülhausen—Colmar Mun- fri kämpfenden sranzösischen Divisionen rings umflossen. Immer enger zusammengedrängt und durch in ernte Bombenangriffe der deutschen Kamps- PtZer und Stukas zermürbt, mußten alle diese wippen binnen wenigen Tagen kapitulieren, die l-tze am Donon in den mittleren Vogesen noch teiige Stunden vor dem Inkrafttreten des Waffen- Wandes. .
Dährend sich diese neben der Schlacht in Flan- ktn größte Umfassungsschlacht der Weltgeschichte m El^ß-Lothringen abspielte, wurde' auf dem Riesen- inme des Kriegsschauplatzes von der französischen lute bis zur Maas bzw. zur schweizerischen und tojienischen Grenze von den deutschen Truppen ia)t Übermenschliches in der Verfolgung geleistet. Dabei tLTben die deutschen Truppen am weitesten vorge1 to-fen auf dem rechten Flügel längs der Küste, do sie bis zur Gironde nördlich Bordeaux vordran- P und Damit sämtliche wichtigen Hasenplatze rr:.nfreid)5 in ihren Besitz brachten, sowie auf dem toten Flügel, wo sie nach der Einnahme von Lyon Is in die Gegend von Grenoble und Alx-Les- Üo ns gelangten, hierdurch wurde die französische
enarmee, die seit dem 21. Sunt in h/rtem hnpf gegen die Angriffe des italienischen Heeres tt'd, bereits im Rücken von den deutschen -trup= lü umfaßt. Ihrer völligen Vernichtung Eging sie durch den inzwischen abgeschlossenen Wassen- Ilstand auch mit Italien, wonach auf der ganzen cr^nt die Waffen ruhten. . . ...
Weltgeschichte größten Stils haben wrr mdiesen Ren erlebt. Nach Polen, Norwegen, hollano, Geisel ist nun auch Frankreich, seit Versailles die |itjte Militärmacht Europas, unter den oermch-
Stockholm, 26. Juni. (Europapreß.) Die Waffenruhe in Frankreich und das Bekanntwerden der Waffensttllstandsbedingungen haben die Beklemmungen in London womöglich noch gesteigert. Die Blätter bemühen sich auf Weisungen des Jnforma- tionsmimsteriums hin krampfhaft, das Selbstvertrauen der Engländer zu stärken und gute Prophezeiungen über den Fortgang des Krieges von Stapel zu lassen. Zu diesem Zweck wird z. B. von der „Times" erklärt, trotz der Kapitulation Frankreichs bleibe das englische Kriegsziel das gleiche. Darüber hinaus müssen neue haßttraden gegen Marschall Pötain und seine Regierung dazu herhalten, die Aufmerksamkeit der englischen Oeffentlichkeit von der. verzweifelten militärischen Lage Englands abzulenken. Indessen haben neutrale Beobachter in London den Eindruck, daß trotz solcher Methode das Selbstvertrauen des englischen Volkes nach dem Sechs-Wochen-Krieg in Frankreich stark ins Wanken gekommen ist. ~
Der Korrespondent der Madrider Zeitung „ABC meldet aus London: Genau in dem Augenblick, in dem Churchill in einer öffenttichen Rede beteuert habe, daß die Waffenniederlegung Frankreichs zwar eine große, aber keine entscheidende Bedeutung habe,
Nach vernichtendem Sieg im Westen ruhen die Raffen! Ehrfurchtsvollen Dank zollen wir dem ?ihrer und der deutschen Wehrmacht, die unter ner Führung Taten vollbracht hat, die in der Iriegsgeschichte aller Zeiten nicht ihresgleichen hiben. Dieser Dank gilt in erster Linie den für Deutschlands Freiheit gefallenen Helden. Als am i Juni mit der Einnahme von Dünkirchen die roße Durchbruchs- und Umfassungsschlacht in Flauem und im Artois siegreich beendet war und be= r-its am nächsten Tage der „Angriff gegen das her Frankreichs" begann, da verfügte die,es noch wer 6 bis 7 intakte Armeen, über Millionen von airgebildeten Soldaten und ein gewaltiges Kriegsmaterial. Genau 12 Tage später, am 17. Juni, war fr>)es gewaltige Heer durch die Kunst der deutschen Ehrung und die überlegene taktische Ausbildung jujie den Geist der deutschen Truppen in einer eisigen sich überstürzenden Siegeswelle derartig ziscunmengeschlagen und Überrannt worden, daß jarschall Petain, der französische Ministerpräsident, un Waffenstillstand bitten mußte. Und wieder fünf hge später, am 22. Juni, also am 17. Tage ter butschen Offensive, kapitulierte nach verzweifeltem riderstand der größte Teil der- in Elsaß-Lothringen ^geschlossenen französischen Armeen mit ihren Herbefehishabern in Stärke von einer halben Milli n Mann. Dieses schnelle Ergebnis hat selbst die hchgespanntesten Erwartungen, das größte Der- tuuen auf die immer wieder bewiesene Blitzstrate- g? unserer Führung, bei weitem übertroffen.
Während nach der Einnahme von Paris die Jlimpfe an der ganzen Front von Le Havre bis zun Sädrand des Argonner Waldes den Charakter «iies fluchtartigen Rückzuges der Franzosen und ei- ttr Verfolgung der deutschen Truppen ,chis zum listen hauch von Mann und Roß" annahmen, leibe die deutsche Führung auf dem deutschen linken Zügel gegen die Maginotlinie und ihre Rücken- b-fung, die starke Festungslinie Verdun—St. Mi- Hst—Toul—Epinal—-Belfort, eine gewaltige
Rom, 27. Juni. (Europapreß.) Der Grundton der römischen Abendpresse in ihren Betrachtungen -um Inkrafttreten des Waffenstillstandes mit Frankreich wird von dem nun bevorstehenden totalen Einsetzen des Krieges gegen England bestimmt. „Teuere" zergliedert die Lage Englands nach dem Ausfall Frankreichs und stellt fest, zu Lande habe England einige Millionen Soldaten verloren, die das Jnselreich vom Festland aus geschützt hätten. Nun würden die Engländer bei den haaren gepackt und müßten endlich s e l b st kämpfen. Weiter habe England die wichtigen Flug- und Marinestützpunkte in Südfrankreich, auf Korsika und an der ganzen Küste von Marokko, Algerien und Tunis verloren. Im westlichen Mtttel- meer verblieben England jetzt nur noch Gibraltar und Malta, im östlichen Aegypten Palästina und Cypem. Ferner müßte England auch auf die Unterstützung der starken französischen Flotte verachten. Gerade der drohende Verlust der französischen Flotte habe am Vorabend des Waffenstillstandes in England die größte Beunruhigung her- vorgerufen. Das englische Empire baue sich auf Drei Grundpfeilern auf: auf seiner Seemacht, auf Aegypten und auf ter bisher durch Jahrhunderte
Das Ende der großen Schlacht in Frankreich
Von Major a. O. von Keifer.
bereite sich Die Bevölkerung Londons auf Den unausbleiblichen Massenangriff der deutschen Luftwaffe vor. Man habe Die vielen intensiven Erfolge Der Deutschen Luftwaffe auf Den Schlachtfeldern Flanderns und Nordftankreichs vor Augen. Zwar habe es die Regierung vermieden, darüber Berichte an die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen, doch hätten die Reste der geschlagenen Flandern-Armee, die sich ja in England befänden, e r - zählt, was sie erlebt hätten.
Eine französische Ireiwilligen- Legion in England.
Stockholm, 27. Juni. (Europapreß.) Nach einer amtlichen Londoner Meldung wird der nach London geflüchtete französische General und jetzige Leiter des neuen französischen Nationalkomitees, d e Gaulle, eine französische Freiwilligen-Legioy in Großbritannien aufzustellen versuchen. Selbstverständlich geschieht Dies mit warmer Unterstützung der Londoner Regierung, denn England hat ja schon immer versucht, mit solchen fremden Legionen das
Zmseits vviiEnglaMMgiiiol-Liiii'e.
Nach der militärischen Vernichtung Frankreichs sind sämtliche Außenwerke. Englands auf dem europäischen Festlande niedergekämpft oder, wie man angesichts des unfaßbaren Tempos dieser Feldzüge sagen muß, sie sind überrannt. Die Länder Polen, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich, Die Deutschland in einem wetten, hoch nach dem Norden ausholenden Bogen umgeben, waren die militärpolitische Maginot-Linie Englands. Die Unterzeichnung des deutschen und des italienischen Waffenstillstandsdokumentes setzte den Schluß- punkt unter die Ausschaltung dieser englischen Ma- ginot-Linie, deren Ausdehnung sich über rund 4000 Kilometer erstreckte. Sie wurde in zehn Monaten in vier Feldzügen auf eine Weise niedergerungen, Die Geschichtsschreibern unD Generalstäben der ganzen Welt durch ihre beispiellose Art der Durchführung auf lange Zeit hinaus ein unerschöpfliches Studien- und Lehrmateriql geben wird. Am Ende dieser vier Feldzüge stand der „glorreichste Sieg aller Zeiten", wie der Mann feststellte, der an diesem Sieg traft seines Genies selbst den größten Anteil hat.
Wenn an diesem vierten, jetzt so herrlich beendeten Feldzuge außer den Leistungen Der Deutschen Führung unD Wehrmacht noch etwas unbegreiflich, rätselhaft bleibt. Dann ist es Die Länge Der Zeit, Die Frankreich Dazu brauchte, um sich aus Den Suggestionen Der Clique um ReynauD, Mantel und Genossen und damit aus der terroristischen Vormundschaft Englands zu lösen. Erst unmittelbar vor der letzten entscheidenden Niederlage in offerier Feldschlacht versuchte Frankreich, nun endlich sein Geschick selbst in die Hand zu nehmen — als es längst zu spät war. Das muß unbegreiflich erscheinen an einem Lande und an einem Volke, das sich doch gerade auf die vermeintliche Klarheit und strenge Logik feines Denkens und auf Die ausfchlaggebente Bewertung Des Nutzeffektes aller hanDlungen im großen unD im kleinen so sehr viel zugute hält. Eine Erklärung für Diesen WiDerspruch zwischen Denken •unD hanteln. Der in Den letzten Jahrzehnten Frankreich von Der Diktat- über Die Experimentier- zur Vabanque-Politik unD von Da schließlich zur militärischen Vernichtung mit allen unausbleiblichen Auswirkungen führte, läßt sich nur in zwei Tatsachen finDen.
Erstens hatte sich Frankreich in Die Rolle Des Versailler Siegers genau so fahrlässig eingelebt wie EnglanD in Die Rolle Des ebenso unangreifbaren wie unfehlbaren politischen Statthalter Gottes auf Erden, man hatte in Frankreich längst vergeßen, daß dies nur eine Rolle wie die Rolle eines Schauspielers, nicht aber Wirklichkeit war — zum minde-
terroristifchen Planes der Bombardierung offener Städte und Ortschaften Italiens. Sie enthülle der ganzen Welt die Methode der englischen Kriegführung, erbringe aber auch den schlagendsten Beweis für die Unerträglicheit des gegenwärtigen Zustandes im Mittelmeer. Die Zerstörung der englischen Stützpunkte sei für Italien eine Frage der Sicherheit und der Gerechtigkeit.
Aegypten nach dem Rücktritt der Regierung.
Rom, 25. Juni. (DNB.) Wie bereits gemeldet, sah sich Das Kabinett Ali ll^aher Pascha, das seit Juli 1939 die Geschäfte führt, gezwungen, seine Demission anzubieten wegen der Unmöglichkeit, die Regierungsgeschäfte in einem Lande zu führen, das von England militärisch beherrscht wird. König und Kabinett sind sich völlig einig in der Beurteilung Der unhaltbaren Lage, in Die Aegypten Durch England gekommen ist. Die Demission ist der äußere Protest Aegyptens gegen die englischen Machenschaften, die Aegypten in den Krieg mit Italien führen wollen. Die ägyptische Regierung sowie der König berufen sich den Engländern gegenüber darauf, daß der ägyptisch-englische Vertrag von 1936 lediglich vorsehe, daß Aegypten den Engländern im Kriegsfall Verkehrsmittel und Verkehrsplätze zur Benutzung überlassen müsse, daß aber der Vertrag nicht vorsähe, daß Aegypten an der Seite Englands in den Krieg gegen Italien eintreten müsse. Die von König Faruk zur Neubildung einer Regierung aufgeforderten Persönlichkeiten hüben bisher abgelehnt, so vor allen Dingen Der Führer Der WafD-Partei, Nahas Pascha. Daß Der König einen Mann wie Nahas Pascha, dessen Partei die Befreiung Aegyptens vom englischen Joch auf ihre Fahne geschrieben hat, mit der Kabinettsbildung zu betrauen plant, zeigt, wo die Sympathien Aegyptens stehen.
Teildemobilisierung der Schweiz.
B a s e l, 25. Juni. (Europapreß.) Bunbespräsibent P i l e t - G o l a z verlas am Dienstag im Rundfunk eine Botschaft des Bundesrates an das Schweizer Volk, in der zunächst festgestellt wird, ein gewaltiges Ereignis fei eingetreten, das weittragende Folgen haben werde. Für die Schweiz bedeute es eine große Erleichterung, daß ihre drei großen Nachbarn nun den Weg des Friedens beschritten hätten. Wattenstillftand bedeute aber noch nicht Frieden. „Da der Krieg aber nicht mehr an unsere Grenzen pocht, können wir eine Teildemobilisierung durchführen." Der gewaltige Aufbau des neuen Europa, der dem Frie- densschluß folgen werde, werde auf allen Gebieten große 2Inftrengungen erforderlich machen. „Auch wir werden Anstrengungen auf uns nehmen müssen," erklärte der Bundespräsident. Die neugeschaffene Lage werde unter allen Umständen vom Bundesrat Schritte verlangen, die gleichzeitig tief durchdacht und schnell ausgeführt werden mußten. Der große Zeitpunkt der Wiedergeburt sei gekommen, jeder müsse den alten Menschen ablegen. Es gelte Die Forderung: nicht schwatzen, sondern denken; nicht herumdiskutieren, sondern handeln; nicht genießen, sondern erzeugen; nicht fordern, sondern geben.


