einiger jkff im Gartenhof des Werkes ftattfaht). Mit ^er^kannschaft des „Gustav Dietrichsen" hörten noch die Besatzungen von sechs anderen deutschen Dampfern. im S)afen von Dairen das Werkskonzert über den, Rundfunk und freuten sich besonders über die gesanglichen Darbietungen. Das Konzert, das in Gieß^ n um die Mittagsstunde stattfand, war von den Deutschen- im fernen Osten zu abendlicher Stunde zwischen 21 und 22 Uhr gehört worden. Der Dankes- orief hrtt die weite Reise über Sibirien gemacht.
Mord in Frankfurt.
. Lpd . Frankfurt a. M., 26. Mai. Arn Sams- tägoo!rrnittag wurde die 77jährige Witwe Maria $ *'■ o l)ji er t, geborene Göhle, in einem Mansar- denzimmer der Alten Mainzergasse ermordet ousgefunden. Die Frau ist durch mehrere Messer
stiche getötet worden. Als Töter kommt der Invalide Karl Waldner, am 17. September 1877 zu Neckarhausen geboren, in Frage. Waldner, der im gleichen Hause mit der Ermordeten wohnte und in dessen Zimmer auch die Tat begangen wurde, ist zuletzt am 21. Mai 1940 gegen Mittag gesehen worden, als er das Haus verließ.
Schweinemarkt in Alsfeld.
* Alsfeld, 27. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 211 Ferkel und Läuferschweine aufgetrieben. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Ferkel 24 bis 30 RM., acht bis zehn Wochen alte 30 bis 38 RM-, Läuferschweine 40 bis 48 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief flott, es verblieb geringer Ueberstand.
Die neuen Lxbensmittelkarten.
Die dem Verbraucher für die Zeit vom 3. bis 30. Juni auf Karten zustehenden Lebensmittelmengen bleiben gegenüber den bisherigen Rationen unverändert.
Bei Fett wird, wie früher schon mitgeteilt, bei gleichbleibender Gesamtration die Butterration, die gegen Margarine austauschbar ist, erhöht. Es wird alfo eine weitere Verlagerung des Verbrauches von der Margarine zur Butter durchgeführt. Außerdem erhalten auch die Schwer- und Schwerstarbeiter die Möglichkeit, auf ihre Zusatzkarten an Stelle von Margarine Butter zu beziehen. Darüber hinaus wird erwartet, daß von der Wahlmöglichkeit zwischen Butter und Margarine zugunsten des Butterbezuges in weitgehendem Maße Gebrauch gemacht wird. Zu diesem Zweck sollen für Normalverbraucher und für Kinder von 6 bis 14 Jahren die Butterrationen, die nicht gegen Margarine austauschbar find, erhöht werden. Außerdem erhalten auch die Schwer- und Schwerstarbeiter die Möglichkeit, auf ihre Zusatzkarten an Stelle von Margarine Butter zu beziehen. Darüber hinaus wird erwartet, daß von der Wahlmöglichkeit zwischen Butter und Margarine zugunsten des Butterbezuges in Oeitgehendem Maße Gebrauch gemacht wird. Die Butterrationen, für die es einen Umtausch in Margarine nicht gibt, werden für Normalverbraucher von 375 Gramm je Zuteilungsperiode auf 500 Gramm und für Kinder von 6 bis 14 Jahren von 525 Gramm auf 550 Gramm erhöht. Dadurch ergeben sich die aus der folgenden Aufstellung ersichtlichen Veränderungen bei dem wahlweisen Bezug von Butter oder Margarine.
Normalverbraucher: Butter 500 Gramm (bisher 375 Gramm), Margarine — Oisher 90 Gramm), Butter oder Margarine wahlweise 390 Gramm (bisher 422,5 Gramm) — 890 Gramm (bisher 887,5 Gramm).
Kinder von 6 bis 14 Jahren: Butter 550 Gramm (bisher 525 Gramm), Butter oder Margarine wahl
weise 500 Gramm (bisher 512,5 Gramm) = 1050 Gramm (bisher 1037,5 Gramm).
Die Gesamtbutter- und -margarineratton wird für Normalverbraucher von 887,5 Gramm auf 890 Gramm und für Kinder von 6 bis 14 Jahren von 1037,5 Gramm auf 1050 Gramm auf gerundet, um gerade Gewichtsmengen zu erzielen.
Die Fettrationen für Kleinkinder und Kleinstkinder sind unverändert geblieben.
Alle Versorgungsberechtigten im Besitz der Reichs- fleischkarte für Normalverbraucher und der Reichs- fleischkarte für Kinder bis zu sechs Jahren erhalten eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Kunsthonig je Person.. Die Ausgabe des Kunsthonigs an die Verbraucher erfolgt auf die Abschnitte FL 1 dieser Karten, die zur Erleichterung des Warenbezuges den Aufdruck „125 Gramm Kunsthonig Sonderzuteilung" erhalten haben. Die Verteiler haben diese Abschnitte beim Verkauf des Kunsthonigs abzutren- nen und aufzubewahren. Außerdem wird auf die Einzelabschnitte N 25 bis N 29 der Nährmittelkarte an Stelle von je 25 Gramm Nährmitteln je 25 Gramm Reis abgegeben.
Wie in der letzten Zuteilunasperiode besteht auch jetzt die Möglichkeit, an Stelle von 150 Gramm Nährmitteln eine große Dose oder zwei kleine Dosen Kondensmilch oder Vi Dose Obst- oder Gemüsekonserven oder 250 Gramm Trocken pflaumen au beziehen. Es sollen jedoch lediglich die vorhan- oenen Bestände geräumt werden, so daß die Versorgungsberechtigten nicht damit rechnen dürfen, von der Wahlmöglichkeit ausnahmslos Gebrauch machen zu können, Nährmittel können jedoch in jedem Fall bezogen werden.
Um eine möglichst reibungslose Belieferung sicherzustellen, ist es erforderlich, daß die Bestellscheine, einschließlich des Bestellscheines 4 der Reichseierkarte, sofort nach Aushändigung der Lebensmittelkarten bei den Verteilern abgegeben werden.
Oberhessische Viehversicherungsanstalt.
Am aeftrigen Sonntag hielt die Oberhessische Viehversicherungsanstalt auf Gegenseitigkeit Gießen ihre Jahreshauptversammlung ab. Für den einberufenen Vorsitzer des Aufsichtsrates, Bauer und Ortsbauernführer Wilhesin Müller (Salzböden), begrüßte dessen Stellvertreter Bauer Ludwig Hofmann V. (Lollar) die Erschienenen. Er erinnerte daran, daß das deutsche Volk dem Führer und seiner Wehrmacht Dank dafür wisse, daß sie den Krieg von der Heimat ferngehalten haben.
Der Direktor der Anstalt, Dr. van Bentheim, erstattete den Jahresbericht für das 95. Geschäftsjahr 1939. Einleidend führte er u. a. aus, daß das Geschäftsjahr nicht normal war. Es sind bei Beginn des Krieges eine Reihe von Pferden eingezogen worden, für die die Prämien an die Bauern zurückerstattet wurden. Weiter hat die Anstalt auch die Betreuung der Pferde der Rückwanderer übernommen. Der Geschäftsbetrieb der Anstalt erstreckte sich auf- hie Tierlebens-(Mitglieder-)Versicherung von Pferden und Rindern, ferner auf die Versicherungsarten gegen feste Prämie (Nichtmitgliederversicherung), und zwar: Werdeversicherung, Versicherung gegen Diebstahl und Blitzgefahr, Versicherung von trächtigen Stuten, von zu erwartenden Fohlen, von Schlachtvieh, Transport- und Operattons- versicherung. Rückversicherungen wurden nicht genommen und nicht gegeben. Der Geschäftsgang ist
zufriedenstellend gewesen. Das Versicherungskapital erreichte bei 5363 Stück Vieh eine Höhe von 4278155 RM. aus dem Mitglieder- und bei 19 440 Stück eine .Höbe von 3 949 230 RM. aus dem Nichtmitglieder- Geschäft. Die Prämieneinnahme flieg in der Vieh- lebensversicherung auf 177 755,95 RM., in der Nichtmitglieder-Versicherung auf 56 617,91 RM. Das Nichtmitgliedergeschäst schloß mit einem Gewinn von 6946,34 RM. ab. Es wurden dem Reservefonds 2 v. H. der Vorbeiträge und die Zinsen aus Kapital und Effekten sowie der Gewinn aus 1939 zu- aeführt. Das Geschäftsgebiet hat sich über den früheren Freistaat Hessen und 26 angrenzende badische, bayrische, kurhessische und hessen-nassauische Kreise erstreckt. 132 Viehbesitzer sind neu eingetreten. An Netto^Schäden wurden bezahlt für 271 Stück 119 201,41 und 23 Stück (Leibesfrucht) mit 2630 RM. im Mitglieder- und 210 Stück mit 34 819,02 RM. im Nichtmitaliedergeschäft. Im Durchschnitt wurden 547 RM. für Pferde und 361 RM. für Rinder entschädigt. Rund 27 000 RM. sind in Wertpapieren angelegt. Die Zinsen daraus betrugen 3701,13 RM. Dieser Betrag sowie 2 v. H. Vorbeiträge und der Gewinn aus 1939 mit zusammen 7499,81 RM. wurden dem Reservefonds zugeführt, der damit auf rund 82 460 RM. angewachsen ist. Anschließend erstattete der Direktor seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank für oie geleistete Arbeit.
ie werden unsere Soldaten versorgt,
beköstigt und ausgerüstet?
(P. K.) An der Front bewegen sich auf allen zur Verfügung stehenden Straßen Kolonnen heran, Infanterie, Kavallerie, Arttllerie, Männer marschieren, Pferde traben, Räder rollen, Panzer rütteln, Kanonen rasseln, Wagen auf Wagen, Fahrzeug auf Fahrzeug rückt nach vorn. Kompanie auf Kompanie, Bataillon auf Bataillon, Regiment auf Regiment, Division auf Division, Korps auf Korps, — so rückt die deutsche Wehrmacht vorwärts, hintereinander, nebeneinander, eine riefenhafte Walze — eine Maschinerie von phantastischen Ausmaßen, die von Generalstäblern reibungslos in Bewegung gehalten wird, die schwenkt und flankiert, die sich in sich selbst überkreuzt und überschneidet und trotzdem ohne Reibung rollt. Das ist wie ein Wunder! Wenn man hineinschaut in die Organisation eines solchen Vormarsches, erscheint einem dies Zusammenwirken aller Teile fast unglaublich.
Seit 14 Tagen stehen unsere Soldaten im Westen tief in Feindesland. Sie sind in einem unerhörten Tempo vorgegangen, täglich immer weiter. Trotz des Tempos ihres Vormarsches mußten sie mit Nahrung, Ausrüstung, mit Waffen und Munition, mit Poft, mit Betriebsstoff und was alles zu einem derartigen Riefenheer gehört, versorgt wer- den. Gewaltige Massen an Proviant und Material mußten nachgeführt werden, und diese Der- binbung durfte niemals abreißen! Sehen wir uns einmal an, wie die Verpflegung der Truppen geregelt wird.
Sofort zu Beginn der Offensive wurde die Truppe mit Verpflegung für sechs volle Tage ausgerüstet. Jedermann hatte eine getürmte „eiserne Ration" bei sich, eine zweite volle Ration hing für jeden Mann an den Pferden, eine dritte sowie einen vollen Tagessatz Verpflegung führte die Feldküche mit. Bei den Verpflegungs- fahrzeugen der Kompanien befand sich noch ein weiterer Tagessatz, weiter war auf den Gefechtsfahrzeugen ein Tagessatz verteilt, und schließlich hatten noch die Verpflegungsfah^zeuge der Bataillone einen Tagessatz je Mann.
Für sechs Tage war die Truppe schon aus mitgeführten Vorräten versorgt.
Dazu standen Kolonnen bereit, die auf günstigsten Wegen der Truppe nacheilten. Während zunächst noch Lastkraftwagen-Kolonnen diesen Nachschub an Verpflegung nach vorn beförderten, wurden inzwischen die Eisenbahnlinien wieder instand-
Di
Verpflegung gehört, und was dazu an wertvoller Ergänzungen, wie Milch oder Eiern das fiant liefert. Es ist selbstverständlich, daß zu dieser gan, zen Verteilung ein größerer Apparat gehört, gebt Division verfügt z. B. über rund 1700 Mann, bh nur mit den vorgenannten „rückwärtigen Dienstes beschäftigt sind. Da besteht z. B. eine Bäckerev kompanie, ein Schlächtereizug. Da gibt es bei bei Nachschubdiensten lange Kraftfahrzeugkolonnei» eine Werkstattkompanie für Instandsetzung do» Kraftfahrzeugen, dazu Handwerker aller An — kurz, es ist alles da, was die Truppe braucht Für'sie ist in jeder Beziehung gesorgt.
K. G. von Stackeiberg.
gesetzt und können für den Nachschub ausgenu^ p werden. Aehnlich werden auch alle übrigen schubgüter, wie z. B. Munition oder Be :u triebsftoff, nach vorn gebracht. Wo das nife schnell genug mit Lastkraftwagen oder Eisenbahn^ möglich ist, werden besondere Fahrzeuge eingesetzi
Die Nachschubgüter der im Westen tämpfenbe; Armeen entstammen der Heimat, die übe- riesige Ersatz-Verpflegungsmagazine, Munitions und Betriebsstofflager sowie Kraftfahrzeugpack: verfügt. Die Nachschubgüter werden den Divi', s i o n e n zugeführt, dort setzt die Verteidigung ait' die Truppe ein. Wenn man annimmt, daß ein.; Division rund 20 000 Köpfe zählt, muß sie täglich auch über 20 000 Porttonen Mundoerpflegung uni Backmaterial, Frischfleisch, Gemüse, Rauchwaren und Schokolade verfügen können. Dazu kommen - noch viele Tonnen Hafer, Holz und Stroh für bi; Pferde, gewaltige Mengen an Betriebsstoff un! Munition. Bei der Ausgabestelle der Division.emp « fangen die Regimenter ihre Vorräte: von den 9to gimentern holen sich das Ihrige dann wieder bi-t Bataillone, die nun wiederum Den Kompanien bei ihnen zustehenden Teil abliefern. Schließlich lanbe-, 0 die Tagesverpflegung bei der vordersten Feldküch, , oder die Munition beim vordersten Spähtrupp 1 oder der Betriebsstoff beim vordersten Tankwagm ar
Das alles setzt ausgeklügelte Planungen voraus | In den Berechnungen der Generalstäbler, die nut dieses Gebiet bearbeiteten, stehen Züge und Äolon? L nen, Portionen, Tonnen und Zentner — all« ö greift in wunderbarer Präzision ineinander. Jebki k Soldat hat an der Front, was er braucht, jebn erhält fein Fleisch, sein Brot und was sonst gut
Hen Rechnungsabschluß erstattete Bücherrevisor Alvrecht Jager (Gießen). Die Gewinn- und Der- lustrechnung für 1939 schließt mit 297 321,91 RM. in Einnahmen und Ausgaben. Zum Ausgleich des schwankenden Jahresbedarfs wurden 8000 RM. dem Rückstellungskonto zugeführt. Die Ausgaben enthalten u. a. 156 272,50 RM. Entschädigungen im Mitglieder- und 51 239,20 RM. im Nichtmitglieder. Geschäft. Die Bilanz weist in Akttva und Passiva 130 709,81 RM. aus. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind als durchaus gesund anzusprechen. Die hohen Beträge für die Entschädigungen sind ein Beweis dafür, daß dem Bauer ein guter Dienst geleistet wird.
Im Anschluß an den Bericht des Aufsichtsrates dankte Dr. van Bentheim der Diehverwer- tungsgenofsenschast Gießen, den Tierzuchtämtern und den bäuerlichen Organisationen für die .vertrauensvolle Zusammenarbeit. Er betonte, daß auch das Vertrauen der Bauern in diese Selbsthilfeeinrichtung in stetem Zunehmen ist.
Nach der einstimmig erteilten Entlastung des Vorstandes wurden die wahlweise ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, Bauer W. Müller (Salzböden), Bauer Ludwig Hofmann V. (Lollar) und Gutspächter P. Hoffmann (Hof-Güll) wiedergewählt. Als Schiedsrichter wurden E. Ruth (Bellnhausen) und Ludwig Herr (Kaulstoß) hin- zugewähtt. Direktor Heß (Leihgestern), von der Viehverwertungsgenossenschaft, und Bauer H. Hch. Jhring (Lich) sprachen der Anstalt den Dank für Vie Unterstützung aus, die sie durch die Schadensregulierungen den Bauern, die jetzt eingezogen sind, gewähren. Das Vieh ist immer gut verwertet, und mit dem Gelds der Bauern ist immer gut für den Bauern gearbeitet worden.
G.A.-Gport.
Sechs Endrundenspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft. '
Bei den Endrundenspielen um die deutsche Fuß> ; ball-Meisterschaft ging diesmal nicht alles so pm > grammäßig zu. So mußte sich in der Gruppe der 1. F C. Nürnberg, der sein erstes Spie! i in heimischer Umgebung austrug, im Kampf geger 1 den SV. Waldhof, den er kürzlich im Pokalspiel mit 2:0 bezwang, mit einem torlosen Unentschieden begnügen. Dabei trat der „Club" in befttr : Besetzung an, während die Mannheimer u. a. ohiu | Heermann, Maier, Eberhardt, Pennig und Günde- , roth spielten. Für Nürnberg ist das Ergebnis $ schmeichelhaft, denn Waldhof war im Feld überlegen . und hatte auch die größeren Torgelegenheiten. ;
Die zweite Ueberraschung war in der Gruppe!2 j fällig, wo der Nordmarkmetster Eimsbüttel mit 0:1 (0:0) gegen den 1. S V. Jena einging. D Hamburger kämpften unglücklich: das einzige lo-r war ein Eigentor und außerdem verpaßte Eimsbüttel einen Elfmeter. Nun hat hier der Dresdn«: SC., der durch drei Treffer von Schön mit 3:^ (0:0) gegen den VfL. Osnabrück gewann, ein:- klare Führung. In der Gruppe 3 ist Hessens Meii fter SC. 03 Kassel weiterhin ohne Sieg. Gegm den Köln-Mülheimer SV. verlor er naö zeitweise gutem Spiel mit 3:5 (2:3).
In der unterteilten Gruppe 1 kam in der Site teilung A der V f B. Königsberg zu einen sicheren 5:2 (3:1)-Sieg über den VfL. Stettin während in der Abteilung B Rapid Wien auc das Rückspiel gegen die NS»TG. Graslitz h/a mit 7:1 (3:0) gewann und damit den Abteilung» sieg so gut wie sicher hat.
Keine SM von HM.
Roman von Charlotte Kaufmann.
Es war am 26. August, lieber dem Meer lag die Nacht, still und dunkel. Hingegeben in ihren Atem hoben sich die Wogen langsam und weit, als wollten sie in alle Ewigkeiten hineinschwingen.
Nur an der Küste, dort wo der Bülker Leuchtturm sein Feuer abwechselnd in die sternenlose Nacht hineinschickte, machten sie ein wenig großzügig halt. Sie schwangen ab nach Norden und Süden in einem sanftmütigen Bogen, und nur einige neugierige Weilchen wurden in die Erde hineingeschickt, um an einem verlassenen Badestrand, an einem mit Villen bebauten Ufer und an den schwarz gestrichenen Schiffsrümpfen im Hafen zu lecken. Der gelbe Badestrand, die Anlegebrücken, die Pillen am Ufer und nicht zuletzt die Schiffe des Hafens schienen den kleinen neugierigen Weilchen zu gefallen. Sie verweilten kurz, glucksten unter den Bogenlampen des Kais glitzernd auf und verliefen sich dann plätschernd und sanft im Sack des Hafens — in der Hörn — wie die Leute aus der Stadt sagten, um zu warten, bis ein Südwind sie wieder hinaustteiben würde in das große und erhabene Meer.
Im Bahnhof der Stadt lief um diese Stunde der v-Zug von Hamburg ein. Rußig und schmal stand die Lokomotive in der Halle. Aus den Türen der Wagen quollen die Reisenden, der eben noch stille Bahnhof der mittleren Stadt war plötzlich erfüllt von hastendem Leben. Koffer wurden über den Bahnsteig getragen, die Menschen stauten sich an der Sperre und strömten bann über die Steintreppe der Bahnhofshalle hinaus in die Hauptstraße.
Die Männer und Frauen waren in Mäntel gehüllt, denn es hatte den ganzen Tag geregnet. Sie wirkten farblos und nervös unter dem gelben Licht der Bahnhofslampen, und der Hauch von Ferne, den sie mitgebracht hatten, verlor sich sehr rasch. Schon hatten sie sich zerstreut. Aus dem Verkaufsstand für Zeitungen und Zeitschriften sah ein junger Mann hinter einem schmalhüftigen Mädchen her, das eben im Wartesaal dritter Klasse verschwand, und die Verkäuferin im Schokoladenstand vertiefte sich wieder in ihren Roman«
Ein paar Lichter erloschen.
Nur ein Mann in hochschäftigen Stiefeln stand noch da und studierte an einem Plakat, das über die Abfahrt der Züge nach Schleswig Aufschluß gab. Er hob den rotwangigen Kopf angestrengt nach oben, während seine feuchten Schuhe einen nassen Fleck auf dem Steinboden zurückließen.
Und ein paar Meter hinter ihm stand noch ein Mann in einem weiten Somrnerulster, die Hände in den Taschen vergraben, mit zwei Koffern neben sich.
Dieser Mann hieß Joachim Keit. Er war dreiunddreißig Jahre alt, Diplomingenieur, Sohn sehr vermögender Eltern, und kam geradewegs aus Hanoi in Tonking. Das liegt um den zwanzigsten Breitengrad herum, nicht weit von Chinas Südgrenze entfernt. Er war mit einem unbequemen Frachtdampfer bis nach Singapur gefahren und dort umgeftiegen in einen luxuriösen Ostasienpassagierdampfer. Er war durch den Indischen Ozean gefahren, den Golf von Aden, durch das Rote Meer und den Suezkanal, um nun hier auf einem leeren Bahnhof zu stehen mit dem Gefühl, das ein Mensch hat, der erwartete, abgeholt zu werden, und sich nun alleingelassen sieht. Seine Koffer waren vollgeklebt mit Hotelzetteln aus allen Ländern der Welt, aber das hinderte nicht, daß dieser Mann, der nach einer Zeitspanne von sechs Jahren in seine Heimat und zu seinen Eltern zurückkehrte, um einen erstklassigen Posten in der ersten Schiffswerft der Stadt anzutreten, nun ein trostloses Gefühl in der Magengegend hatte.
Er war vergessen worden!
Genau besehen, war das ja eigentlich unmöglich, und Joachim Keit drehte sich noch einmal suchend um sich selbst.
Er trug einqn Brief in der Tasche, datiert vom Tag vorher, den er heute morgen erhalten hatte. Er war von seiner Mutter, und so wie alle Briefe von ihr, die in den vergangenen sechs Jahren zu ihm gekommen waren, abgeschickt mit der Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit einer Uhr, alle vierzehn Tage einer. Er hatte sie nicht so regelmäßig und pünktlich erhalten, wie sie abgeschickt wurden. Dafür war er zuviel unterwegs gewesen in der weiten Welt, und dafür waren auch manche Orte, an denen er lebte, zu abgelegen. Aber er hatte sie immer sorgfältig und peinlichst genau beantwortet.
Sie schrieb: ^ngeborg wird djch abfrolen«*
Während der ganzen Bahnfahrt hatte er an das Mädchen gedacht. Als er die Heimat vor sechs Jahren verließ, war sie siebzehn gewesen, und damals schon war er in sie verliebt. Die Jahre in der Fremde hatten nicht viel an seinen Empfindungen geändert. So oft er an die Heimat dachte, dachte er auch an sie. Er hatte sich vorgestellt, daß er sie heiraten würde, sobald er zurück fei.
Sechs Jahre waren eine lange Zeit, und i 'zu oft hatten sie sich nicht geschrieben. Aber dafür hatte ihm die Mutter in ihren Briefen stets von ihr erzählt. „Sie wartet auf dich", schrieb sie, und das hatte ihm genügt.
Nein, er verstand nicht, daß er nun allein auf dem Bahnhof stehen mußte.
Joachim Keit nahm seine Koffer auf. Er durchschritt einen Wartesaal, fand einen müden Gepäckträger, dem er die Koffer übergab, und dann stand er aufatmend draußen auf dem Sahnhofsplatz.
Die Lust war feucht vom Regen des Tages.
Sechs Taxis warteten in einer Reihe, glitzernd mit ihren nassen Wagendächern. Rechts führte der Platz an einem Güterschuppen vorbei zum Ausläufer des Hafens.
Joachim vergaß einen Augenblick, daß man ihn nicht abgeholt hatte. Er empfand nur: Ich bin daheim — und ohne auf die wartenden Taxis zu achten und auf die von rückwärts heranknirschende Straßenbahn, schritt er ausholend zum Hafen hinüber, um allein den weiten Weg nach Hause zu gehen.
So eine Heimatstadt, mag sie groß sein oder klein, hat eine merkwürdige Kraft, das Innere eines Menschen aufzulösen. Die Seele wird weit. Joachim begann tatsächlich zu träumen. In den nächsten Tagen würde er einen leitenden Posten antreten in den Scheffieldwerken, der großen Schiffswerft, in der sein Vater bereits seit vierzig Jahren tätig war. Diele Jahre lang hatte sich Joachim Keit auf dielen Posten vorbereitet, in allen Ländern der Erde fast hatte er gearbeitet, um das Wissen zu erringen, das ihm notwendig erschien. Nun freute er sich auf diese neue Arbeit, Die die Arbeit feines Lebens werden sollte.
Und dann wollte er heiraten. Jngeborg, die Tochter des Konsuls, mit her er m feiner Kindheit schon zusammen gewesen war.
Neben Joachim Keit lag das Schwarz des Hafens Vom anderen Ufer herüber hörte man Niethämmer klopfen. Dort lagen im Licht gelber Bogenlampe" die Hellinge der Scheffieldwerke, und dort arbeitet die Nachtschicht. Das Hafenwasser leckte spielerisch an Kai dicht unter Joachims Füßen, und weiter oon glitzerten ein paar Pfützen auf den Planken her Fischereibrücke. Jngeborg Petersen! Plötzlich pactte ihn Angst. Was war geschehen? Weshalb wartete sie nicht auf ihn?
Er ließ die Seegartenbrücken hinter sich, zwisckei denen die kleinen schmucken Badedampfer schliefe», und den Hafenpavillon, aus dem gedämvfte Tanzmusik drang. Er ging mit langsamen Schritten bei Wall entlang, diese Straße am Hafen mit den Reisebüros, Schiffsagenturen, Matrosenkneipen und bei Läden, deren schmale Auslagen vollgepfropft warei mit Ausrüstungsgegenständen für Seeleute.
Er schritt weiter über das Pflaster der Wasserall^, neben den mächtigen Kastanien der Hafenanlager. Er bog in den Brooker Weg ein. Nun war er gleich zu Hause.
Nein, es war nichts geschehen, nichts Schlimme-, nichts von Bedeutung. Als Frau Agnes Keit, ersetzt bei dem Gedanken, daß ihr Sohn verlassen o»l dem Bahnhof gestanden hatte, bei Konsul Petersen anrief, klärte sich gleich alles auf. Jngeborg hade einfach vergessen, daß sie Joachim abholen wollte.
„Heute?" fragte sie entsetzt. „Ich dachte, morgen würde er kommen."
Frau Agnes lachte sehr über diesen kleinen Jrrtuft, aber Joachim war es, als ob plötzlich die Lichter m den festlich geschmückten Räumen dunkler geworden wären. Alles schien ihm mit einemmal fremd uro schal. * ,
War er dem Mädchen so unwichtig geworden, dob sie gedankenlos seine Ankunft übersah?
Was nutzte es ihm, daß sie ihn mit zärtlich«" Worten ani Telephon begrüßte, daß sie verfpror) gleich morgen nachmittag zum Tee zu kommen/ ** war gekränkt, und es war eine ungeheure EM' täuschung in ihm, die auch nicht weichen wollte, teer längst in seinem alten kleinen Zimmer saß.
Müde zogen die Gedanken über ihn hinweg fremde Vögel mit weiten Schwingen. Er dachte st»- Jahre zurück. An Kindheit und Jugend und ärbe r
(Fortsetzung fc>W


