Ausgabe 
26.4.1940
 
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zy«. Jahrgang Kr.98

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Gießener Anzeiger

vrühlsche UniverfitatrhrnckereiL. Lange General-Anzeiger für Oberhessen

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Llnaushalisamer deutscher Vormarsch in Norwegen.

Stockholm. 26. April. (Luropapreß.) Aus I Namsos liegtAllehanda" ein Eigenbericht vor. in dem festgestellt wird, daß deutsche Infanterie nörd­lich von Steinkjer weiter vorgerückt ist und norwegische Truppen im Rückzug seien. Die von den Deutschen eingeleitete Offensive nehme mit iedem Tag größere Ausmaße an. weiter heißt es. daß in den Vormittagsstunden des Don­nerstag die norwegische Ortschaft IN y r v i k. nord­östlich von Ramsos gelegen, einem Luftangriff ausgesetzt war.

Italienische Berichte.

Rom, 26. April. (Europapreß.) Der Stockholmer Korrespondent desPiccolo" berichtet, daß tatsäch­lich in Norwegen Operationen in großem ®an9e Eine starke motorisierte deut­sche Kolonne stoße nördlich von Elverum im Oester- dal vor, um sich mit den deutschen Streitkräften im Gebiet von Trondheim zu vereinigen. Im Lause des Mittwoch habe der Vorstoß vom Süduser des Storajeven-Sees bis zur Stadt Tynset neunzig Kilometer ausgemacht. Tynset liege nur 45 Kilometer von Röros entfernt, das den wichtig­sten strategischen Punkt in diesem Gebiet darstelle.

AuchTribuna" sagt in einem Bericht aus Oslo, es sei nicht unwahrscheinlich, daß schon am Donners­tag der Einmarsch der deutschen Truppen in - r o s erfolgen werde. Den von Dembas vor- stoßenden feindlichen Kräften sei es nicht gelungen, den in der Richtung von Röros vorgehenden deut­schen Truppen den Weg zu verlegen. Nach aus­reichender Sicherung dieser strategisch wichtigen Stellung könnte dann die motorisierte Kolonne den Vormarsch nach Trondheim und die Ver­einigung mit den dort liegenden deutschen Streitkräften ungehindert durchführen. Alles sei da­zu angetan, voraussehen'zu lassen, daß der deutsche Vorstoß sich voll entfalten werde.

Schweizer Stimmen zur Lage in Norwegen.

Genf, 25. April. (Europapreß.) Zur Lage tn Norwegen schreibt derBerner Bund" am Donnerstagmorgen, der hauptsächlichste Landungs­hafen der Westmächte sei wohl immer noch Nam- f o 5, das ungefähr in der Mitte der norwegischen Westküste liege. Eine der ersten Aufgaben der deut­schen Besatzungstruppen werde es nun sein, den Ab­transport oder den Abmarsch der Truppen der Westmächte aus Namsos unmöglich zu machen oder doch zu stören. Diesem Ziel hätten die Aktionen vom 22. und 23. April gegolten, die offenbar b e - trächtliche Erfolge gehabt hätten. Der Son­derberichterstatter derNeuen Zürcher Zei° t u n g" schreibt am Donnerstagmorgen:Das erste größere Gefecht in der Gegend von Trondheim hat mit einem Erfolg der deutfchett Trup­pen geendet. Sie konnten das etwa 90 Kilometer nördlich von Trondheim gelegene Städtchen Steinkjer und die dortigen feindlichen Stel­lungen erobern, was ungeachtet des anhaltenden Schneesturms vor allem auf die deutschen Bom­benflugzeuge und die auch im Trondheim- Fjord befindlichen deutschen Kriegsschiffe zu­rückzuführen ist."

Der Wehrmachtsbericht vom Donnerstag.

B e r l i n, 25. April. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

30 Kilometer nordostwärts Narvik find Kämpfe unserer Sicherungen mit stärkeren feind­lichen Kräften im Gange. Narvik selbst wurde von englischen Seestreltkräften erneut heftig beschossen. Nördlich Trondheim haben deutsche Trup­pen nach der Einnahme von Steinkjer gegen ge­ringen feindlichen Widerstand weitere wich­tige llebergänge und Engen beseht. Der Raum von Trondheim und die von dort nach der schwedischen Grenze führende Bahn ist damit gegen Norden gesichert. Der schnelle Vormarsch i m Raum von Oslo nach Norden und Nordwesten hält an. Unterstützt von der Luftwaffe brachen die deutschen Truppen jeden Versuch des Gegners, sich erneut zu sehen und zwangen ihn zu teilweise regellosem Rückzug.

Bei der U-Bootsjagd im Skagerrak wurden zwei feindliche U-Boote vernichtet. Line Vorpostenslollille sicherte bei diesigem Wetter am Westausgang des Skagerrak eine Gruppe gro­ßer französischer Zerstörer auf nahe Entfernung. Trotz erheblicher Ueberlegenheit der feindlichen Streitkräfte griffen die Vorpostenboote sofort an. Nach kurzem Gefecht lief der Feind mit höchster Fahrt ab und kam mit westlichem Kurs außer Sicht. Zwei moderne norwegische Z e r st ö r e r wurden mit deutschen Besatzungen i n Dienst gestellt.

Die Luftwaffe klärte am 24. 4. über der mittleren und nördlichen Nordsee bis in hohe der Shetland-Inseln und über Wittelnorwegen aus. Kampffliegerverbände unterbrachen die Ver­bindungen des Gegners im Raume norv- Nch Lillehammer-TrondheimBergen und be- kämpften, zum Teil im Tiefangriff, seindche Marfchkolonnen, Truppenanfammlungen und viuy- punkte. Vor der norwegischen Susle wurden durch die custwosse feindliche ^eestreitkros'- ang eg rissen. Ein brilischer Jlakkrcuzer erhielt dabei einen schweren Treffer und stellte unter

Feuererscheinung seine Kampstätigkeit ein. Ueber der Nordsee wurden drei britische Flugzeuge vom Wüster Lockhead-hudson und ein britisches Flug­zeug vom Wüster hampton-herford, bei Aalborg ein weiteres Flugzeug abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Bei dem bereits gemeldeten Einflug briti­scher Flugzeuge auf die Insel Sylt wurde der Badeort W e n n i n g st e d t mit Bom­ben belegt und mehrere Häuser beschädigt. Auch am Rande der kleinen Stadt Heide in Schleswig- Holstein warfen feindliche Flugzeuge in der Nacht zum 24. 4. mehrere Bomben ab, obwohl sich weder in Heide noch in seiner weiteren Umgebung irgend welche militärischen Ziele befinden. Der Feind hat damit den Luftkrieg gegen unvertei­digte Orte ohne militärische Bedeutung eröffnet 3m westen keine besonderen Ereignisse. Zwei französische Flugzeuge wurden an der Grenze durch Flak abgeschossen. Lin eigenes Flugzeug kehrte vom Feindflug nicht zurück.

Die Beschießung von Äarvik.

Berlin, 25. April. (DNB.) An. der erneuten Beschießung von Stadt und Hafen waren zwei Schlachtschiffe, mehrere Kreuzer und

Zerstörer beteiligt. Die Beschießung hat wieder­um längere Zeit gedauert und in der Stadt beträchtlichen Schaden anaerichtet. Die deutschen Truppen wurden in ihrer Verteidigungs­kraft nicht beeinttächtigt, da sie in der Zwischenzeit genügend Zeit hatten, geeignete Stellun- q e n auszusuchcn und auszubauen. Trotzdem nun bereits an mehreren Tagen englische Seestreitkräfte Narvik unter Feuer hielten, tst ein Landungs- versuch seitens der Engländer bisher noch nicht gewagt worden.

Die deutschen Erfolge nördlich Trondheim.

Berlin, 25. April. (DNB.) Die Erfolge der deutschen Truppen nördlich Trondheim sind für die weitere Kriegführung in Norwegen von größter Bedeutung. Durch die Besetzung wichtiger Engen und Geländepunkte in der Gegend von Steinkjer istderRaumvon Trondheim gegen jede Bedrohung von Norden her gesichert. Der Kampfwert der den deutschen Truppen gegen­überstehenden Verbände wird nach den bisherigen Eindrücken als gering bezeichnet. So konnte z. B. eine gut ausgebaute und sehr wichtige Stellung, die mit sechs Maschinengewehren besetzt war, von einer kleinen deutschen Abteilung ohne eigene Verluste genommen werden.

Auch Saumfoerren halten unseren Vormarsch nicht aus.

Aus einer Vormarschstraße der deutschen Truppen in Norwegen, die hier durch gebirgiges Gelände führt, hatten die Norweger eine Straßensperre aus Bäumen aufgebaut, die aber von unseren Panzerkampf­wagen überwunden wurde. (PK.-Lanzinger-Scherl-M.)

Das Gulbrandsdal - das Haupt­kampsgebiet in Norwegen.

Die norwegische Landschaft, in der sich zur Zeit die Hauptkämpfe abspielen, ist das Gulbrands­dal. Es schließt sich an die Landschaft von Oslo in nordwestlicher Richtung an und zieht sich in Rich­tung auf den kleinen norwegischen Hafen A n d a l s - nes am Molde-Fjord hin. Dieses Tal gilt als das landwirtschaftlich reichste Gebiet Norwegens mit zahlreichen großen Höfen. Sie liegen meist an den hängen, während die Talsohle entweder durch ein seenartig erweitertes Gewässer oder von Erlen- und Kiefernwald eingenommen wird. Das im Ver­gleich mit anderen norwegischen Tälern verhältnis­mäßig breite Tal wird durch Felsriegel in e i n z e l n e A b s ch n i 11 e g e t e i l t. In einer höhe von etwa 1000 Meter zieht sich eine breite, wald- freie Zone hin, die mit Renntierflechten und Zwergbirken besetzt ist. Ueber diese Hochflächen er­heben sich einzelne noch höhere und alpin geformte Gebirgsgruppen. Da auf den höhen feste Straßen fehlen, wird der Verkehr ins Tal gedrängt. Bemerkenswert für das Gulbrandsdal ist eine große Zahl von Erholungsheimen, die meist 600 bis 800 Meter über dem Tal gelegen sind. Am südlichen Ein­gang des Gulbrandsdals breitet sich der größte See Norwegens, d e r M j ö s e n , aus. hier liegt das von deutschen Truppen genommene Städtchen Lille­hammer, im Frieden ein Fremdenverkehrs- und Kurort. An größeren Orten ist sonst noch der Eisenbahnknotenpunkt Dembas zu nennen.

Der Einsatz der Luftwaffe.

Berlin, 25. April. (DNB.) Die deutsche Luft­waffe hat in wirksamer Unterstützung der Operatio­nen im Raum zwischen Trondheim, Andaktznes und im Kampfgebiet im Ndrden von Oslo Verbindungs­wege und feindliche Truppenansammlungen ange- griffen. Die E i s e n b a h n l i n i e n Andalsnes- Dombas, hjerkinDombas und AlvdalÄtna wurden durch «Bombentreffer an verschiedenen Stel­len unterbrochen. Auch Bahnhöfe wurden zer- stört, ein Transportzug vernichtet und an verschiedenen Stellen Straßen getroffen. Mar- schierende Kolonnen wurden angegriffen und erlitten schwere Verluste. Im Raum von Bergen wurde die Eisenbahngabel ostwärts Voß zerstört. Ueberall ist

es im wirkungsvollen Einsatz gelungen, die Be­wegungen feindlicher Verbände zu stören und wichttge Derkehrsmöglichkeiten auszu- schalten.

Als in Röros gemeldet wurde, daß die deutschen Truppen sich von Süden näherten, wurde versucht, eine Abteilung von 160 Mann norwegischer Sol­daten mit Truppentransportzug vorzu­werfen. Der Zug wurde jedoch während der Fahrt von deutschen Fliegern bombardiert und völlig vernichtet. Nur die Lokomotive und der Tender sind übriggeblieben.

Der Angriff auf Sylt.

......,25. April. (PK.) In der Nacht vom 23. zum 24. April versuchten feindliche Flugzeuge er­neut einen Bombenangriff aus die Nordseeinsel Sylt. Schon beim ersten feindlichen Flugzeug, das sich der Insel näherte, entwickelte sich ein bewunde­rungswürdiges Zusammenspiel unserer Scheinwerfer und Geschütze. Die Flug­zeuge waren meist schon nach kurzer Zeit von den Scheinwerfern eingefangen. Befand sich aber mal ein Flugzeug in dem blauweißen Strahlenbündel, dann kam es auch nicht mehrheraus. Da hals kein Kurven, fein herunterdrücken oder Hochziehen der Maschine. Die Scheinwerfer hielten sie als deut­lich sichtbares Ziel für die Geschütze, und dann er­goß sich jedesmal ein wahrer Feuerregen über das Flugzeug. Die bunten Leuchtspuren der leichten Flakgeschosse umtanzten es in wildem Rei­gen, und ringsum betonierten in zuckenden Lichtern die Granaten der schwären Flak. So manche Feuer­garbe saß in der Kanzel oder in den Tragflächen eines Flugzeuges. Immer wieder wurde beobachtet, wie sich ein Flugzeug in höchster Bedrängnis seiner Bombenlast durch Notwurf entledigte, um mehr Bewegungsfreiheit zu bekommen. Doch auch das nützte nichts.

Ein Flugzeug stürzte mit zerschossenem Motor ins Wasser, ein anderes kurvte steil über die linke Trag­fläche ab, ein drittes brannte anscheinend auf dem Wasser aus. Andere Flugzeuge jedoch wagten sich erst gar nicht an die Küste heran. Sie warfen ihre Bomben ins Wasser und drehten ab, ehe sie in den Bereich der Scheinwerfer gelangten. Die wenigen Bomben aber, die doch auf Land fielen, waren schlecht gezielt geworfen und richteten nur geringen Sachschaden an. Hans E. Seidat.

Gefährliche Initiative.

Don unserer Berliner Schristleitung.

Der Feind hat damit den Luftkrieg gegen unverteidigte Orte ohne militärische Bedeutung eröffnet." So heißt es kurz und nüchtern in dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 25. April über die Bombardierung des Badeortes W e n n i n g ft e bt auf Sylt und des Städtchens Heide in Schleswig-Holstein durch feindliche Flieger. Heide ist ein Eisenbahnknoten­punkt, der etwa 100 Kilometer südlich der dänischen Grenze, schon nahe der Elbmündung liegt. Ein Irr­tum der angreifenden Flieger muß demnach als ausgeschlossen gelten. Schon einmal hat vor einiger Zeit ein britisches Flugzeug Bomben auf einen kleinen Bahnhof in Schleswig-Holstein ab- geworfen. Damals wurde von deutscher Seite nach- bücklich festgestellt, daß eine Wiederholung, welche die Planmäßigkeit solcher Bombenabwürfe erkennen ließe, eine neue Lage in der Führung des Luft­krieges gegen England schaffen würde. In London hat man zwar seinerzeit den Bombenabwurf demen­tiert, aber die deutsche Warnung unbeachtet ge­lassen. Ja, man hat sogar dafür gesorgt, baß seit- bem in ber englischen Öffentlichkeit und Presse immer lauter unddrängender die Forde­rung nach Bombenangriffen auf reichs­deutsches Gebiet erhoben wurde. Lord David Cecil beispielsweise sprach sich in diesem Sinne aus, und in der maßgebendenTimes" schrieb Oberstleutnant a. D. Edwards, daß England be­reits Flughäfen in Norwegen bombardiere, wobei man zwangsläufig das Risiko laufe, daß freundlich gesinnte Norweger getroffen werden könnten. «Bar­um tue man Gleiches nicht im Innern des feind­lichen Deutschland? Und wenn man schon Flugplätze angreife, warum dann nicht auch Rüstungssabriken und Militäranlagen aller Art? Schon der Krach derartiger Bombardierungen würde den Irrglauben der Unverletzlichkeit deutschen Bodens zerstören, der für die Führer Deutschlands ein so großes Plus sei. Allerdings müsse England, ehe es sich auf Der­artiges einlasse, die Ueberlegenheit in der Luft besitzen ... Kaum waren diese provokatori­schen Sätze gedruckt, als auch schon die englischen Fliegerbomben auf deutschem Boden zerbarsten. Aber die beiden Voraussetzungen, die der ehemalige Britenoffizier in der ,/Eimes" an das Unternehmen knüpfte, sind nicht vorhanden. Denn weder besitzt England die Ueberlegenheit in der Luft, noch vermag der Krach von explodierenden Bomben den Siegesglauben des deutschen Volkes zu erschüttern. Es ist also eine sehr gefährliche Initia­tive, die das geltungsbedürftige England da ent­faltet hat. Noch hat die deutsche Fliegertruppe den strikten Befehl, offene feindliche Städte ohne mili­tärische Bedeutung nicht anzugreifen. Sollten aber die Engländer mit ihren Angriffen auf nichtmili­tärische Ziele fortfahren, so wird es eines Tages für sie eiy böses Erwachen geben und dann Bombe mit Bombe vergolten werden. H. Ev.

Oie deutschen Kriegsberichte in italienischer Beleuchtung.

Rom, 26. April. (Europapreß.) In der faschi­stischen Kammer schilderte der Minister für Volks­bildung Paoolini die Aufgaben seines Mini­steriums. Der Minister befaßte sich mit den Maß­nahmen, die das Hotelgewerbe über die verkehrs­arme Kriegszeit hinwegbrinaen sollen. Er zeigte ferner den erstaunlichen Ausstieg im Theater- und Filmwesen. Weiter teilte er mit, daß für die Welt­ausstellung 1942 bereits 135 internationale Kon­gresse in Rom angekündigt seien.

Der Minister betonte dann das unvermeidliche Streben der italienischen Presse, im Gegensatz zu der von Lügen durchwobenen Presse der Demo­kratien in der eigenen Schilderung der Ereignisse und der Entwicklungen auf allen Gebieten sich größ­ter Objektivität und Wahrheitsliebe zu befleißigen. Dies gelte auch für die Haltung des italienischen Rundfunks im gegenwärtigenRundfunkkrieg", an dem sich Kriegführende und Neutrale beteiligten. Die Erfahrungen hätten die Ualienische Presse und den italienischen Rundfunk über den Wert gewisser Informationsquellen reichlich aufgeklärt.

Bei dieser Gelegenheit wies der Minister auf die Genauigkeit der deutschen Kriegsbe­richte besonders hin. Ihnen seien die unglaub­lichsten Lügenmeldungen aus der Zeit des polni­schen Krieges und der gegenwärtigen englisch-fran­zösischen Propaganda gegenüberzustellen. Aber diese Erfahrungen seien nicht erst im gegenwärtigen Zeit­punkt gesammelt worden, sondern reichten weit zu­rück bis auf die Besetzung Albaniens, auf den spa­nischen Bürgerkrieg und auf die Eroberung des abessinischen Imperiums. Trotzdem wage die Gegen­seite noch immer die Zumutung zu stellen: ihre Nachrichten in Bausch und Bogen zu übernehmen.

Wie die il-8oote im Skagerrak vernichtet wurden.

Berlin, 25. April. (DNB.) Zu der Versenkung von zwei feindlichen U-Booten durch deutsche U-Boot- Jäger wird bekannt, daß ein U-Boot mitWasser­bomben angegriffen wurde. Es kam kurz darauf an die Oberfläche und kenterte. Langsam versank es wieder, um nach wenigen Minuten wieder aufzu­tauchen. Es war dabei deutlich festzustellen, daß das Boot manövrierunfähig war und nicht mehr dem Steuer und der eigenen Maschinenkraft ge­horchte. Kurz darauf o e r s a n k es endgültig. Bei dem anderen U-Boot, das ebenfalls mitWaf - ferbomben angegriffen wurde, wurde beobachtet, daß es nach dem Angriff feine Fahrt nicht fortsetzen konnte, sondern langsam emporstieg, bis der Turm des Bootes dicht unter der Wasseroberfläche lag. Das nochmalige Werfen von Wasserbomben führte bann zur völligenVernichtung des U-Bootes.